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Brehms Tierleben, Band 1: Die Säugetiere I

PDF document794 original pagesPublished 1890
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Auf späteren Jagden lernte ich die Hamadryaden noch besser kennen und dabei die unglaubliche Lebenszähigkeit dieser Tiere bewundern. Wenn fie die Kugel nicht unmittelbar aufs Blatt oder in den Kopf erhielten, gingen sie uns regelmäßig verloren. Sie eilten, auch wenn sie stark verwundet waren, noch so rüstig davon, daß sie immer entkamen. Schrotschüsse fruchteten gar nichts. Sie griffen dann nur nach der verwundeten Stelle, rieben sie mit der Hand und setzten ihren Weg weiter fort, als ob nichts geschehen wäre.

Als ich mit dem Herzoge von Koburg-Gotha, seinen fürstlichen Begleitern und der übrigen Reisegesellschaft das zweite Mal durch das Thal von Mensa zog, machte uns einer der Abessinier auf einige Mantelpaviane aufmerksam, welche auf ziemlich hohen Bäumen saßen. Ich erwähne dies ausdrücklich, weil die Paviane, wie ich oben sagte, gewöhnlich nur im Notfalle Bäume ersteigen. Selbstverständlich wurde sofort auf die entdeckten Schelme Jagd gemacht, obgleich ich davon abriet, weil ich richtig vermutete, daß die Hauptmenge auf der anderen Seite des Berges sitzen würde. Beim Umgehen einer Thalbiegung sahen wir denn auch eine der größten Herden, welche uns überhaupt vorgekommen, langsam an den Bergwänden dahinschreiten. Ihnen wurde jetzt eine wahre Schlacht geliefert. Mehr als zwanzig Schüsse fielen von uns, mehrere der Paviane wurden getötet, viele verwundet und die ganze Herde nach und nach auf den Kamm des Berges getrieben. Anfänglich schossen wir vom Thalgrunde aus: bald aber suchten wir an der gegenüberliegenden Wand geschütztere Standorte; denn von dem Wege, den die Tiere nahmen, rollten lose Felstrümmer herab, von denen uns mehrere so nahe an den Köpfen vorbeiflogen, daß wir das Lebensgefährliche unserer Stellung augenblicklich einsahen und förmlich flüchteten, um bessere Plätze zu gewinnen. Daß die gefunden Hamadryaden die Leichen der Ihrigen vom Schlachtfelde weggetragen hätten, wie Bayssieère beobachtet haben will, ist von uns nicht gesehen, auch etwas darauf Bezügliches anderweitig nicht vernommen worden. Dagegen unterliegt es wohl keinem Zweifel, daß die fernere Erzählung jenes Reisenden ihre Richtigkeit hat. Bayssiere erlegte nämlich ein Weibchen, welches ein Junges trug, und beobachtete, daß letzteres seine Mutter im Tode nicht verließ, sondern sich willig von den Todfeinden fangen ließ und ungeachtet seiner anfänglichen Störrigkeit bald zahm und sanft wurde. Auch dieser Reisende wurde durch das Herabrollen von Steinen durch Paviane arg belästigt.

Mir ist es, seitdem ich die Tiere selbst in ihrer Freiheit sah, durchaus nicht mehr unwahrscheinlich, daß sie auf einen nicht mit dem Feuergewehre bewaffneten Menschen im Augenblicke der höchsten Gefahr mutig losgehen und ihn gemeinsam angreifen, wie die Araber und Abessinier oder übereinstimmend gute Beobachter, namentlich Rüppell und Schimper,

erzählen. Wir selbst haben zwar keine Erfahrungen gesammelt, welche jene Beobachtungen bestätigen könnten, wohl aber gesehen, daß die Hamadryaden selbst vor dem Bewaffneten nur höchst langsam und mit sehr vielsagendem Zähnefletschen und Brüllen sich zurückziehen. Schimper versicherte mir, daß der Hamadryas ohne Umstände Menschen nicht nur angreife, sondern auch bewältige und töte; alte Männchen sollen sich sogar ungereizt und zwar wiederholt über holzsammelnde Mädchen hergemacht und sie umgebracht haben. Auch Rüppell gibt an, daß der scheußliche Affe unter die gefährlichsten Gegner des Menschen gerechnet werden muß. In Agypten und namentlich in Kairo sieht man oft Mantelpaviane im Besitze von Gauklern und Volksbelustigern. Wahrscheinlich werden noch heute genau dieselben Spiele dem Volke zur Schau gegeben, welche schon Alpinus sah, wie ja auch heutigestages noch mit der Brillenschlange in derselben Weise gegaukelt wird, in welcher Moses vor Pharao gaukelte. Zumal an Festtagen findet man auf jedem größeren Platze der Hauptstadt einen Affenführer und Schlangenbeschwörer. Die bezüglichen Vorstellungen ftehen-unter der Mittelmäßigkeit oder vielmehr, sie sind pöbelhaft gemein. Der Schausteller hat die Gelehrigkeit des Pavians benutzt, um feine eigene Unsauberkeit im scheußlichsten Zerrbilde wiederzugeben, und die Naturanlage des Affen kommt seinem Herrn nur zu gut zu statten. Übrigens benutzen die ägyptischen Gaukler gewöhnlich Weibchen; denn die Männchen werden mit der Zeit zu bösartig und gefährlich. Sogar in Agypten dürfen fie nicht ohne Beißkorb ausgeführt werden. Dieser hindert sie jedoch immer noch nicht, Unfug zu stiften. Ich ritt einst durch die Straßen Kairos und stieß dabei mit dem Fuße an einen auf der Straße sitzenden Hamadryas; mein Reitesel lief im schnellsten Galopp: gleichwohl hatte der Pavian im nächsten Augenblicke mich am Beine gepackt und riß mir mit wenigen Griffen die Gamasche, den Strumpf und Schuh vom Fuße, mir zugleich als Zeichen seiner Gewandtheit und Freundlichkeit noch ein paar ziemlich tiefe Wunden hinterlassend.

Ich habe später vielfach Gelegenheit gehabt, gefangene Hamadryaden zu beobachten, und mehrere von ihnen, junge wie alte, auch längere Zeit selbst gepflegt. In der Jugend sind alle liebenswürdig, zuthulich, ihren Pflegern im höchsten Grade anhänglich, gegen andere Menschen freundlich, gegen andere Affen friedfertig; sie gleichen den in Gebärden und Wesen artigen Babuinen und erwerben sich eine allgemeine Zuneigung. Dies aber ändert sich, sobald fie halbwegs mannbar werden, und mit zunehmendem Alter treten die unliebenswürdigen Eigenschaften immer schärfer hervor. Niemals habe ich einen alten Mantelpavian gesehen, welcher nicht die verkörperte Wut und Bosheit gewesen wäre, und nur einen einzigen habe ich kennen gelernt, welcher mit seinem Wärter auf wenigstens erträglichem Fuße stand. Die Peitsche vermag viel, aber nicht alles, und die Tücke dieses Affen bleibt unter allen Umständen zu fürchten. Einen Mantelpavian von einem Käfig in den anderen zu bringen, ist ein schwieriges Unternehmen, weil er, gereizt, auch auf seinen Pfleger mit blinder Wut sich stürzt und bei seiner Stärke ein keineswegs zu unterschätzender Gegner ist. Nur durch Erregung seiner Leidenschaft gelingt es, ihn in die ihm gestellte Falle zu locken, und wenn er wirklich einmal wütend gemacht wurde, fällt er auch der plumpesten Vorkehrung zum Opfer. Falls ihn seine Neugier nicht lockt, treibt ihn seine Wut, seine Rachsucht dahin, wohin man ihn haben will. Im Zorne vergißt er alles, sich selbst sogar. Ein einziger Blick macht ihn wütend, Gelächter rasend, Strafe geradezu toll und unsinnig. Andere Affen lassen sich, wenn sie erkrankt oder verwundet sind, behandeln und verbinden; beim Mantelpavian ist dies gänzlich unausführbar. Ein Gefangener, welchen ich pflegte, litt an einem unbedeutenden Ausschlage, welcher namentlich auf einem seiner Beine hervortrat; es war aber unmöglich, ihm zu helfen, weil es nach einem mißglückten Versuche niemand mehr wagen wollte, ihn mit dem Sacknetze einzufangen und festzuhalten.

Der Ausschlag mochte ihm zuweilen ein heftiges Jucken bereiten; denn er zuckte oft mit dem einen Beine und begann sodann heftig sich zu kratzen. Dies verursachte ihm endlich Schmerzen, und darüber wurde er allgemach jo wütend, daß er das Bein mit beiden Händen packte und wütend in dasselbe biß, als habe er es mit einem tödlich gehaßten Gegner zu thun. Diese Leidenschaftlichkeit zeigte sich auch im Umgange mit dem zarteren Geschlechte. Im Freileben hat der weibliche Hamadryas wenigstens Raum, um den stürmischen Liebesanträgen des Männchens auszuweichen; im Käfig dagegen muß er trotz seiner Willfährigkeit oft sehr viel leiden. Ohne Knüffe und Bisse geht es bei einer Paarung dieser Affen nie ab, und sehr oft entwindet sich das Weibchen nur blutend den stürmischen Umarmungen seines Gatten oder Überwältigers.

In unmittelbarer Nähe des Hamadryas wohnt ein zweiter Mantelpavian, welcher neuerdings zum Vertreter einer besonderen Gattung erhoben worden ist, obgleich er sich vom Hamadryas nur durch die nicht endständigen, sondern zurückliegenden Nasenlöcher, eine nackte Stelle auf Hals und Brust, reicheren Mantel, längere Schwanzquaste und unwesentliche Eigentümlichkeiten im Zahnbaue unterscheidet.

Der Dschelada der Abessinier (Cy nocephalus gelada, Theropithecus und Macacus gelada) ist der Riese seiner Familie und noch bedeutend größer als der Hamadryas, wenn auch sein Entdecker, unser Landsmann Rüppell, dies in Abrede stellt. Schimper, welcher über 30 Jahre in Abessinien lebte, und Heuglin stimmen darin überein, daß der Dschelada zuweilen Mannesgröße erreicht. Vom Hamadryas unterscheidet er sich auf den ersten Blick. Der sehr reiche Pelz, welcher sich auf Hinterhals, Nacken und Rücken mantelartig verlängert, ist schwarzbraun, insbesondere im Gesicht, Kinn und Kehle, der Mantel und die lange Schwanzquaste gelblichbraun, das Haar auf Kehle, Vorderhals, Brust, Bauchmitte und den Vorderarmen braunschwarz, das Gesicht schwarz. Die beiden nackten Stellen auf dem Vorderhalse und der Brust sind dreieckig und, da sie mit den Spitzen gegeneinander stehen, zusammen einer Sanduhr ähnlich; grau und weiß gesprenkelte Haare fassen sie ein. Im Gegensatze zum Hamadryas hat der Dschelada nur sehr kleine, vollständig voneinander getrennte schwarzgraue Schwielen.

Fast in denselben Gegenden findet man einen etwas abweichenden Affen, vielleicht eine selbständige Art, den Tokur Sindschero. Nach Schimpers Angaben unterscheidet sich dieser fragliche Affe durch seine bedeutende Größe, die Schwärze seines Pelzes und das lebhafte Rot der nackten Bruststellen, soll auch eine andere Lebensweise führen, namentlich nur in kleineren Herden von 30 —40 Stücken zusammenleben. Der Dschelada bewohnt, laut Rüppell, die höheren Berggipfel in Simien, dem eigentlichen Hochlande von Abessinien. Schimper sagte mir, daß man ihn gewöhnlich in einem Höhengürtel findet, welcher zwischen 3000 —4000 m über dem Meere liegt. Hier lebt er in ungeheueren Scharen; an der unteren Grenze seines Hochgebirges dagegen erscheinen nur kleine Trupps von 100— 200 Stücken. Auch er verläßt die felsigen, mit Gestrüpp bedeckten Wände bloß, um in der Tiefe zu rauben. Seine gewöhnliche Nahrung besteht aus verschiedenen Zwiebeln, welche er ausgräbt, Orchideen, Liliaceen, aus Gräsern, Kräutern, Früchten aller Art, und jelbit-verständlich aus Kerbtieren, Würmern, Schnecken und dergleichen. Die Felder besucht er ebenfalls und zwar, wie die Abessinier behaupten, immer genau zu der Zeit, in welcher der Wächter nicht vorhanden ist. Obgleich weit weniger unverschämt und zudringlich als der Hamadryas, richtet doch auch er großen Schaden an, hauptsächlich deshalb, weil er immer in Menge einfällt. Vor dem Menschen flüchtet stets die ganze Herde, ohne sich jemals zu verteidigen; doch ist es immerhin nicht ratsam, einem aufs äußerste getriebenen Dschelada zu nahe zu kommen: denn sein Gebiß ist mindestens ebenso furchtbar wie das des Hamadryas.

Mit diesem lebt der Dschelada durchaus nicht in freundschaftlichen Verhältnissen. Die Berge von Simien gleichen großen Häusern; sie fallen von obenher nur sanft, ungefähr dachartig, hierauf aber plötzlich Hunderte von Metern mehr oder weniger steil bis senkrecht ab. In diesen Wänden nun gibt es Felsenhöhlen genug, in denen unsere Affen schlafen. Bei Tage sieht man sie oft in langen Reihen, zu Tausenden vereinigt, auf den Gesimsen und Vorsprüngen sitzen. Sie haben dann ihren Futtergang beendet und sind gesättigt von oben herabgekommen. Selten steigen sie bis zu dem Fuße der steilen Wandungen hernieder,

Dschelada (Cynocephalus gelada). ½ natürl. Größe.

eben, um einmal ein Feld da unten zu besuchen. Bei solchen Ausflügen treffen sie dann zuweilen mit den Hamadryaden zusammen, und nunmehr beginnt eine förmliche Schlacht zwischen beiden Heeren. Die Feindschaft der Gegner muß sehr groß sein. Man bemerkt dies an dem unglaublichen Zorne, mit welchem sie aufeinander losstürmen. Zwar kommt es nicht zu ernsthaften Angriffen, aber doch zur Fehde. Dscheladas und Hamadryaden erheben ein furchtbares Geschrei, bedrohen sich unter Brüllen, Brummen und Bellen. Einzelne alte Recken stürmen auch wohl aufeinander los und suchen sich gegenseitig zu packen. Sie zausen sich dann tüchtig an dem ihre Männlichkeit bekundenden Mantel und beißen sich sogar mitunter; allein in der Hauptsache bleibt es beim Geschrei und bei den wutfunkelnden Blicken. Für den Zuschauer haben diese Kämpfe etwas überaus Ergötzendes. — Schimper

Dſchelada (Cynocephalus gelada). ½ natürl. Größe.

glaubt übrigens, daß aller Feindschaft zum Trotze zuweilen Vermischungen zwischen Dschelada und Hamadryas vorkommen.

Auf den Tokur Sindschero bezieht sich eine treffliche Lebensschilderung, welche wir Heuglin verdanken. „Der Affe bewohnt in zahlreichen Familien die Klüfte und Höhlen der steilen Abfälle, auf denen er seine schwindelnden Wechsel über den tiefsten Abgründen sehr regelmäßig einhält. Tritt nach einer kalten Nacht die Sonne über die Berge von Amba Sel herauf, so verlassen die Erdpaviane ihre Felsklüfte, wo sie, sicher vor Leoparden und Hyänen, hart aneinander gekauert geruht haben. Langsam und scheinbar starr vor Frost steigen sie, geführt von alten Männchen, auf eine sonnige, vom Winde geschützte Felsplatte, um sich zu erwärmen. Dort drängen fie sich gewöhnlich dicht aneinander, die Jungen an die Mütter, und machen vielleicht noch ein kleines Morgenschläfchen. Einige alte Männchen halten Wache, langweilen sich aber dabei, reißen den scheußlichen Rachen gähnend auf, wischen sich die Augen und brummen, wenn ein scharfer Windstoß die fuchsfarbigen Spitzen der langen Mähne, in welche sie sich wie in einen Pelzmantel einhüllen, in Unordnung bringt. Jetzt wird die Sonnenwärme kräftiger; behaglich streckt sich eine alte Affin, eine andere durchsucht den Pelz ihres hoffnungsvollen Sprößlings und zerbeißt zähnefletschend gewisse kleine Geschöpfe, welche sie dort entdeckt hat. Die Gesellschaft wird nach und nach lebhafter, das junge Volk ungeduldig. Man setzt sich endlich in Bewegung, ordnet sich in eine Linie, welche von einem alten Schech angeführt und von einem anderen geschlossen wird. So geht es auf wagerechten, äußerst schmalen Felsstufen längs des Steinabfalles hin bis zu einer mit Sträuchern bewachsenen Schlucht. Dort führt der Steig nach unten, und so immer tiefer bis zu einer grünen, kesselartig von Felsen umschlossenen Matte. Ehe jedoch das Rudel diese betritt, wird vorsichtig die ganze Ebene betrachtet; doch andere Gesellschaften aus der Nachbarschaft treiben sich schon sorglos im Thale umher. Einige Schildwachen werden wohl ausgestellt; die ganze Bande geht dem Futter nach, welches vorzüglich in Knospen, Blättern, Früchten und Getreide besteht. Aber auch große Steine werden umgedreht, und ist einer zu schwach dazu, so sind ihm einige Kameraden behilflich; denn unter den Steinen gibt es Würmer, fette Larven, Käfer und Schnecken, welche auch nicht verachtet werden. Dazwischen spielen die jungen Männchen, possierlich springend, necken und quälen sich und ihre Alten und werden dafür tüchtig geohrfeigt, gebissen oder am Schwanze gezerrt. Mit frecher Höflichkeit nähert sich schmunzelnd ein Geck einer liebenswürdigen Affin; sie wendet sich züchtig und mit vielem Anstande von ihm ab. Er wird zudringlicher; der rechtmäßige Ehemann nimmt Kunde von der Lage: es entsteht Lärm, Schlägerei, und der Liebhaber wird schmählich davongejagt. Naht Gefahr, so geben die Wachen durch Bellen ein Zeichen; jede Truppe schart sich um ihren Anführer; die Mütter nehmen sorgsam ihre Jungen zu sich; alles beobachtet gespannt den Feind. Langsam nur eilt die Gesellschaft dem sicheren Felsen zu, hier und da Halt machend und sich umsehend. „Ich habe versucht, Hunde, welche die Herde sehr leicht einholen, unter sie zu hetzen; aber sie ließen sich in kein Gefecht ein, wenn einige alte Paviane Miene machten, anzugreifen und ihr Achtung einflößendes Gebiß zeigten. Bis an die Felsen verfolgt, werfen oder rollen die Affen nicht selten Steine auf ihre Feinde herab. Auch auf ebenem Boden gehen diese Tiere meist auf allen vieren, richten sich aber dann und wann hoch auf, indem sie den Hinterkörper noch mit dem starken Schweife unterstützen. Auf höheren Bäumen habe ich fie nie gesehen. Ein Rudel besteht meist aus 20 —30 Stücken, darunter nur einige alte Männchen; bei großen Streifzügen aber rotten sich wohl mehrere Hunderte zusammen und unternehmen meilenweite Wanderungen. Die Zeit der Tränke ist nachmittags gegen 4 Uhr. An den Quellen sind sie gar nicht scheu und nähern sich Menschen und Vieh oft bis auf wenige Schritte. Mit einbrechender Dunkelheit geht es immer wieder zurück

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