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Brehms Tierleben, Band 1: Die Säugetiere I

PDF document794 original pagesPublished 1890
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Wie Bock mitteilt, wird auf Borneo das schöne Fell des Nebelparders, den er als harmlos und nicht häufig bezeichnet, von den Dajaken als Kriegsschmuck sehr geschätzt. Sie schneiden unterhalb des Halses ein Loch hinein, stecken den Kopf hindurch und lassen es über den Rücken hinabhängen. Manchmal wird auch das Fell zerschnitten und „zu Matten oder runden Kappen verarbeitet, welche der Dajak, sobald er nicht auf dem Kriegspfade ist, hinten hängen hat, so daß sie ihm als eine Art Sitzkissen dienen. Die Zähne und Klauen werden als Talismane und Ohrverzierungen getragen.“

Eine schön gezeichnete Katze, die fast wie ein verkleinerter Nebelparder erscheint, auch mit diesem verwechselt worden ist, die Marmelkatze, Dosal der Leptscha, Sikmar (Felis marmorata, F. charltoni, Leopardus dosul), übertrifft unsere Hauskatze an Größe; ihre Gesamtlänge beträgt 100-106 em, wovon auf den Schwanz 35 —40 em entfallen. Die Hauptfärbung ihres weichen und dichten Pelzes ist lehmgelb bis lichtgelblich oder rötlichbraun, unterseits heller bis fast weiß. Von der Stirn aus laufen über Kopf, Nacken und Rücken schwarze Längsstreifen, welche vorn und hinten sich verschiedentlich in Tüpfel auflösen und bloß im Nacken stets ununterbrochen sind. Andere gewundene, winkelige oder unregelmäßig ringförmige Fleckenstreifen ziehen schief vom Rücken gegen den Bauch herab. Die Außenseite der Glieder ist mit länglichen oder runden, dunkelbraunen oder schwarzen Tüpfeln gezeichnet, so auch in der Regel die Innen- und Unterseite, wo sie aber sehr wechseln und manchmal kaum bemerkbar sind. Unter dem Halse finden sich Querbinden, über und unter dem Auge vielfach je ein heller Fleck und auf den Wangen schwarze Streifen. Die Ohren sind kurz und abgerundet, von außen silbergrau mit schwarzen Säumen, innen rostgelb; der buschige Schwanz ist gräulich rostgelb, deutlich gefleckt und geringelt und fast gleich stark bis zur Spitze.

Die Marmelkatze bewohnt waldige Gebirgsgegenden Südostasiens: den östlichen Himalaja, Assam, Barma, die Malayische Halbinsel, Sumatra,Java und vielleicht auch Borneo; in Nepal scheint sie zu fehlen. Über ihr Freileben ist nichts bekannt; wahrscheinlich ist sie ein Baumtier wie der Nebelparder. Gefangene sieht man selten. Ein schöner Marmelkater, welchen ich geraume Zeit pflegte, nahm für gewöhnlich die Stellung einer sitzenden Hauskatze an. Der Kopf wurde hoch getragen, der Schwanz meist über die Vorderpranken geschlagen. Das faule Liegen der Leoparden beobachtete ich nie an ihr, obgleich die Katze sehr zahm war und sich vor dem Beobachter nicht scheute, also gewiß voller Bequemlichkeit hingegeben haben würde, hätte sie solche im Liegen gefunden. Eine Stimme habe ich nicht vernommen,

wohl aber gelegentlich das übliche Fauchen. Doch ließ sich das Tier nicht gerade leicht aus seiner Ruhe bringen, ähnelte in dieser Beziehung vielmehr dem Ozelot, mit welchem es überhaupt in seinem Gebaren vielfach übereinstimmte. Die Lieblingsnahrung bestand in Geflügel, demnächst in kleinen Säugetieren; Rindfleisch fraß die Marmelkatze ungern, und

Marmelkatze (Felis marmorata). ½ natürl. Größe.

Pferdefleisch verschmähte sie gänzlich. Ungeachtet der sorgsamsten Pflege starb sie bald nach Eintritt der Kälte zum Leidwesen aller, welche sie gekannt hatten.

Unter den altweltlichen Katzen geht uns die Wild- oder Waldkatze, der Waldkater,

Kuder, Baumreiter (Felis catus, Catus ferus), am nächsten an, weil sie die einzige Art ihrer Familie ist, welche selbst in unserem Vaterlande noch nicht ausgerottet wurde. Lange Zeit hat sie für die Stammart unserer Hauskatze gegolten, und auch gegenwärtig wird sie von einzelnen Naturforschern noch dafür gehalten, obwohl die genaueren Beobachtungen und Untersuchungen diese Ansicht nicht zu stützen vermögen. Die Wildkatze hat ungefähr die Größe des Fuchses, ist demnach bedeutend stärker als die Hauskatze. Von dieser unterscheidet sie sich auf den ersten Blick durch stärkere Behaarung, die reichlicheren Schnurren, den wilderen Blick und das kräftigere Gebiß. Auch ist ihr Kopf dicker, ihr Leib gedrungener und ihr Schwanz voller, aber auch kürzer als bei der Hauskatze; zudem sind beider Schwänze noch insofern wesentlich verschieden, daß der eine von der Wurzel bis zum Ende gleichmäßig dick und wie abgehackt erscheint, der andere sich bis zur Spitze allmählich verdünnt. Als

Brehm, Tierleben. 3. Auflage. I. 27

Marmelkatze (Felis marmorata). ½ natürl. Größe.

besondere Kennzeichen gelten die buschige, schwarzgeringelte Rute, der gelblichweiße Flecken an der Kehle und die dunkelfarbigen oder schwarzen Sohlen.

Die Wildkatze wird bis 8 und 9 kg schwer. Ihre Gesamtlänge beträgt bei 35—42 cm Schulterhöhe in der Regel 100— 120 cm, wovon 30—35 cm auf den Schwanz kommen. Einzelne Kater werden unter Umständen noch größer. So schoß Förster Hausius im Oktober 1888 bei Sangerhausen einen Kater, der zwar bloß 7,5 kg wog, aber 128 em Gesamtlänge hatte. Ein später in der nämlichen Gegend erlegter Kater, der bei hohem Schnee sehr heruntergekommen, sonst aber vollständig gesund und sehr flüchtig war, wog laut Mitteilungen von Förster Morgenstern bloß noch 3,25 Kg.

Der Pelz ist dicht und lang, beim Männchen fahlgrau, bisweilen schwarzgrau gefärbt, beim Weibchen gelblichgrau, das Gesicht rotgelb, die Nasenhaut fleischfarben, das Ohr auf der Rückseite rostgrau, inwendig gelblichweiß. Von der Stirn ziehen sich vier gleichlaufende schwarze Streifen zwischen den Ohren hindurch, von denen die beiden mittleren auf dem Rücken sich fortsetzen und, nachdem fie sich vereinigt haben, einen Mittelstreifen bilden, welcher längs des Rückgrates und über die Oberseite des Schwanzes läuft. Von ihm gehen auf beiden Seiten viele verwaschene Querstreifen aus, welche etwas dunkler als die anderen sind und nach dem Bauche hinabziehen. Letzterer ist gelblich, mit einigen schwarzen Flecken betüpfelt; die Beine sind mit wenigen schwarzen Querstreifen gezeichnet, gegen die Pfoten zu gelber, an der Innenseite der Hinterbeine gelblich und ungefleckt, die Sohlen sind dunkel. Der Schwanz trägt drei bis vier schwärzliche Ringe, welche von der Wurzel nach der Spitze hin dunkler werden. Die Augen sind gelb.

In der Weidmannssprache heißen die Augen der Wildkatze Seher, die Ohren Lauscher, die Eckzähne Fänge, die Krallen Waffen, die Beine Läufe, die Füße Branten (Pranken), der Schwanz Rute, Standarte oder Lunte, das Fell Balg. Sie schnürt oder schränkt, wenn sie geht, raubt oder reißt ihr Wild, bäumt, wenn sie klettert, thut Sprünge, frißt im Gegensatze zum Wilde, welches äset, ranzt oder begehrt, wenn sie sich paart, bringt Junge, hat ein Lager ꝛc.

Noch heutzutage herbergt die Wildkatze in ganz Europa mit Ausnahme des höheren Nordens, namentlich Skandinaviens und Rußlands. In Deutschland bewohnt sie ständig, wenn schon immer nur einzeln, alle waldreichen Mittelgebirge, insbesondere den Harz, Thüringer-, Franken-, Böhmer-, Oden- und Schwarzwald, das Erzgebirge, die Rhön, die rheinischen und oberhessischen Gebirge, streift von hier aus, von Wald zu Wald schweifend und unterwegs oft monatelang verweilend, weit in das Flachland hinaus und kann dem gemäß in ausgedehnten Waldungen so ziemlich überall vorkommen, dürfte auch viel öfter in ihnen sich einstellen, als man anzunehmen pflegt. Weit häufiger als bei uns zu Lande trifft man sie im Süden, zumal im Südosten Europas. In den bewaldeten Vorbergen der Alpen lebt sie überall und zwar in größerer Anzahl als in den Alpen selbst; in Südungarn, Slawonien, Kroatien, Bosnien, Serbien, den Donaufürstentümern und wahrscheinlich auch der europäischen Türkei zählt sie zu den allbekannten Raubtieren. In Spanien ist sie noch häufig, in Frankreich stellenweise wenigstens nicht seltener als bei uns zu Lande; nicht einmal in Großbritannien hat man sie ausrotten können. Soweit bis jetzt mit Sicherheit festgestellt ist, reicht ihr Verbreitungskreis nicht weit über die Grenzen Europas hinaus. Südlich vom Kaukasus ist sie noch in Grusien vorgekommen; aus anderen asiatischen Ländern erhielt man sie nicht. Dichte, große, ausgedehnte Wälder, namentlich dunkle Nadelwälder, bilden ihren Aufenthalt; je einsamer ihr Gebiet ist, um so ständiger haust sie in ihm. Felsreiche Waldgegenden zieht fie allen übrigen vor, weil die Felsen ihr die sichersten Schlupfwinkel gewähren. Außerdem bezieht sie Dachs- und Fuchsbauten oder große Höhlungen in starken Bäumen, und in Ermangelung von derartigen Schlupfwinkeln schlägt sie ihr Lager in Dickichten

W. Kuhnert.

WILDKATZE.

ae

und auf trockenen Kaupen in Sümpfen und Brüchen auf. Zu Bau geht sie besonders in der kühleren Jahreszeit, während sie im Hochsommer, vorausgesetzt, daß sie nicht durch ihre Jungen an eine Höhlung gebunden wird, um den sie peinigenden Flöhen zu entrinnen, lieber ein freies Lager aufsucht oder sich nach hohlen Bäumen zurückzieht.

Wie häufig der gefährliche Räuber noch in Deutschland vorkommt, geht aus statistischen Angaben hervor. So wurden im Jagdjahre 1884/85 in Elsaß-Lothringen 152 Wildkatzen geschossen; und 1885/86 find im Königreich Preußen zusammen 606 Wildkatzen zur Strecke gebracht worden, davon die bei weitem meisten in den westlichen Gebieten, im Rheinlande z. B. fast die Hälfte, nämlich 299 Stück. ö

Nur während der Ranzzeit oder solange die Jungen noch nicht selbständig sind, lebt die Wildkatze in Gesellschaft, außerdem stets einzeln. Auch die Jungen trennen sich bald von der Mutter, um auf eigene Hand dem Wilde nachzustreben. „Ich erinnere mich nicht“, schreibt mir Oberjägermeister von Meyerinck, „gehört zu haben, daß man zwei Wildkatzen zusammen gesehen hätte. Die Katze wandert, besonders wenn sie trächtig geht, jedenfalls sehr weit umher. Mir sind zwei Fälle bekannt, daß eine Wildkatze in der Gegend von Neuhaldensleben gespürt wurde und zwar erst im Frühjahre. Jedesmal in dem darauf folgen: den Winter wurden in verschiedenen benachbarten Revieren vier Wildkatzen erlegt, ohne daß man von ihnen Kenntnis gehabt hatte.“ Bei diesen Wanderungen nimmt die Wildkatze so gut als ausschließlich von Fuchs- und Dachsbauten Besitz, verschläft und verträumt in ihnen den Tag und macht sich so weit weniger bemerklich als der Fuchs, auf dessen Rechnung ihre Unthaten nicht selten gebracht werden. „In der Letzlinger Heide“, fährt von Meyerinck fort, „wollte ein Förster einen Fuchs ausgraben, den er im Bau ausgespürt zu haben glaubte, obgleich ihm die Fährte eigentümlich vorgekommen war. Der eingelassene Dachshund lag fest im Baue vor; man schlug endlich durch und kam nach längerem Graben in der Tiefe von 2m auf den Hund und das Ende der Röhre. Als man aber mittels des Fuchshakens Freund Reinecke herausholen wollte, kam eine weibliche Wildkatze zum Vorscheine, welche stärker als ein Fuchs war.“ Im Winter verläßt sie nicht selten den Wald und nimmt in einzeln stehenden Gehöften Herberge. Der Lehrer Schach in Rußdorf bei Krimmitzschau erlegte einen vollständig ausgewachsenen, sehr starken Wildkater, welcher mehrere Tage lang in einer Scheuer dieses Dorfes sich aufgehalten hatte. In Ungarn soll sie, wie Lenz angibt, im Winter vorzugsweise in Gebäuden hausen.

Mit Beginn der Dämmerung tritt die Wildkatze ihre Jagdzüge an. Ausgerüstet mit trefflichen Sinnen, vorsichtig und listig, unhörbar sich anschleichend und geduldig lauernd, wird sie kleinerem und mittelgroßem Getier sehr gefährlich. „Im scharfen Augen selbst bei Nacht, zu welcher Zeit ihre Seher wie brennende Kohlen funkeln“, sagt Dietrich aus dem Winckell, „im ebenso scharfen Wittern (?) und im höchst leisen Vernehmen wird sie von keinem Tiere übertroffen“, im unbemerklichen Anschleichen, beharrlichen Auflauern und sicheren Springen, füge ich hinzu, gewiß auch nicht. Mit der allen Katzen eigenen List beschleicht sie den Vogel in seinem Neste, den Hasen in seinem Lager und das Kaninchen vor seinem Baue, vielleicht auch das Eichhörnchen auf dem Baume. Größeren Tieren springt sie auf den Rücken und zerbeißt ihnen die Schlagadern des Halses. Nach einem Fehlsprunge verfolgt sie das Tier nicht weiter, sondern sucht sich lieber eine neue Beute auf: sie ist auch in dieser Hinsicht eine echte Katze. Zum Glück für die Jagd besteht ihre gewöhnliche Nahrung in Mäusen aller Art und in kleinen Vögeln. Wohl nur zufällig macht sie sich an größere Tiere; aber sie soll thatsächlich Reh- und Hirschkälber überfallen, ist auch für solche Beute noch immer stark genug. An den Seen und Wildbächen lauert sie auch Fischen und Wasservögeln auf und weiß sie mit großer Geschicklichkeit zu erbeuten. Sehr schädlich wird sie in Gehegen, am schädlichsten wohl in Fasanerien. In Hühnerställen und Taubenschlägen 27 *

und zwar im Monat Mai wurde ein alter stumpfzahniger und stumpfklauiger Kater von einer handfesten, infolge wiederholter Hühnerdiebstähle mit gerechtem Zorne erfüllten Bäuerin des Dorfes Dörnberg unweit der Lahn elendiglich erschlagen.

Im Verhältnis zu ihrer Größe ist die Wildkatze überhaupt ein gefährliches Raubtier, zumal sie den Blutdurst der meisten ihrer Gattungsverwandten teilen soll. Aus diesem Grunde wird sie auch von den Jägern grimmig gehaßt und unerbittlich verfolgt; denn kein Weidmann rechnet den Nutzen, welchen sie durch Vertilgung von Mäusen bringt, ihr zu gute. Wie viele von diesen schädlichen Tieren sie vernichten mag, geht aus einer Angabe Tschudis hervor, welcher berichtet, daß man in dem Magen einer Wildkatze die Überreste von 26 Mäusen gefunden hat. Die Losung, welche Zelebor von den von Wildkatzen bewohnten Bauen sammelte und untersuchte, enthielt größtenteils Knochenüberreste und Haare von Marder, Iltis, Hermelin und Wiesel, Hamster, Ratte, Wasser-, Feld⸗ und Waldmäusen, Spitzmäusen und einige unbedeutende Reste von Eichhörnchen und Waldvögeln. Kleine Säugetiere also bilden den Hauptteil der Beute unseres Raubtieres, und da unter diesen die Mäuse häufiger sind als alle übrigen, erscheint es sehr fraglich, ob der Schade, welchen die Wildkatze verursacht, wirklich größer ist als der Nutzen, welchen sie bringt. Der Weidmann, dessen Gehege sie plündert, wird schwerlich jemals zu ihrem Beschützer werden; der Forstmann aber oder der Landwirt hat wahrscheinlich alle Ursache, ihr dankbar zu sein. Zelebor tritt mit Entschiedenheit sogar in einer Jagdzeitung für sie in die Schranken, und ich meinesteils schließe mich ihm wenigstens bedingungsweise an. Die Wildkatze schadet, so glaube ich zusammenfassen zu dürfen, zuweilen und nützt regelmäßig; sie vertilgt mehr schädliche Tiere als nützliche und macht sich dadurch zwar nicht um unsere Jagd, wohl aber um unsere Wälder verdient. Die Zeit der Paarung der Wildkatze fällt in den Februar, der Wurf in den April; die Tragzeit währt 9 Wochen. In Gegenden, welche das Raubtier noch verhältnismäßig zahlreich bewohnt, soll, laut Winckell, der Lärm, den die sich paarenden Katzen verursachen, und welcher durch den ewigen Zank der Kater noch vermehrt wird, ebenso unaus-stehlich sein wie bei den zahmen Katzen in Dörfern und Städten. „In den schottischen Hochlanden“, jagt St. John, „wird fie allmählich ausgerottet. Früher habe ich ihren wilden eigenartigen Schrei oft gehört, wenn sie in stillen Nächten sich riefen und antworteten. Ich kenne keinen Ruf, der so harsch und spukhaft klänge wie der der Wildkatze, oder besser geeignet wäre, abergläubische Furcht im Gemüte des einfältigen Hochländers zu erwecken. Einige Male bin ich Wildkatzen in Wäldern und an steinigen Halden begegnet; einst überraschte ich eine ganze Familie von zwei alten und drei halbwüchsigen jungen im Gefelse.“ Es scheint erwiesen, daß auch Wild- und Hauskatzen sich paaren, obgleich beide nicht eben freund: schaftlich gegeneinander sich zu benehmen pflegen. Freilich ändert heftige Brunst auch in diesem Falle früher gehegte Gesinnungen. In der Nähe von Hildesheim wurde, wie Niemeyer berichtet, Mitte der sechziger Jahre ein Wildkater in einem Förstereigarten geschossen, zur Zeit, als die Hauskatzen des Gehöftes ihre bekannte Paarungsmusik aufführten. Der Förster versicherte, daß der Kater dem Geschrei der Hauskatzen nachgegangen und sehr sorglos gegen die Umgebung gewesen sei. Auch sind schon wiederholt Katzen erlegt worden, welche wohl mit vollem Rechte als Blendlinge von beiden Arten angesprochen wurden.

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