55STATjournal
2 – 2026
Wasserverbrauch in der Industrie Was uns die Gütereinsatzdaten verraten
muss. Dies ist auch am deutlich erkennbaren Rück
gang des gesamten Wassereinsatzes (▶ Grafik 1)
zu erkennen. Zieht man die letzten 3 Berichtsjahre
heran, so liegt der Anteil der Wasser entnahmen
durch die Herstellung von Waren bei rund 84 %
und durch die Energieversorgung bei rund 15 %.
Die Abschnitte Bergbau, Wasserversorgung
und Bau tragen in diesen 3 Jahren weniger als 1 %
zum gesamten Wassereinsatz bei.
danach stabilisierten sich die Werte auf einem
niedrigeren Niveau. Der Fremdbezug blieb hin
gegen über den gesamten Zeitraum hinweg im
Vergleich zum Gesamteinsatz gering und nahezu
konstant. Die Grafik veranschaulicht die Fest
stellungen des vorigen Absatzes: Sie zeigt, dass
die Eigenförderung den weitaus größeren Anteil
des Wassereinsatzes (89,4 %) ausmacht, während
der Fremdbezug nur eine untergeordnete Rolle
spielt. Das gilt, obwohl im Jahr 2023 [3] Wasser
Fremd bezug von insgesamt 2 038 Betrieben
gemeldet wurde und Wasser Eigenförderung nur
von 512 Betrieben. Dadurch wird auch deutlich,
wie stark die Wasserentnahmen in der heimischen
Industrie mengenmäßig bei einigen, wenigen
Betrieben konzentriert sind.
Die Höhe des Wassereinsatzes wird nicht nur
von der Betriebsgröße beeinflusst, sondern ist
auch stark branchenabhängig. Die ▶ Tabelle
zeigt, wie sich der Wassereinsatz auf die in der
Gütereinsatz statistik erfassten ÖNACE Abschnitte
verteilt und wie sich die Anteile in den letzten
Jahren entwickelt haben.
Der mit Abstand höchste Wassereinsatz ist
im ÖNACEAbschnitt Herstellung von Waren
zu finden. Nur in der Energieversorgung gibt
es darüber hinaus noch einen mengenmäßig
relevanten Wassereinsatz. Der Wassereinsatz
der Bereiche Bergbau, Wasserversorgung
und Bau ist im Vergleich sehr gering.
Zwischen 2019 und 2020 fällt ein starker Rück
gang der Wasserentnahmen in der Energiever-
sorgung auf. Dieser Rückgang hat jedoch nichts
mit einer realen Entwicklung zu tun. Er entstand
deshalb, weil ein Betrieb mit sehr hohem Wasser
verbrauch ab 2020 neu klassifiziert wurde und
dadurch in eine andere Branche wanderte, in der
nur noch der Energieeinsatz gemeldet werden
3 Die Hauptergebnisse des Artikels beziehen sich auf die
Daten aus dem Berichtsjahr 2023, da es sich hierbei um
finale Daten handelt. In den Zeitreihen werden auch die
vorläufigen Daten aus dem Berichtsjahr 2024 berück
sichtigt, welche im Rahmen der nächsten Gütereinsatz
erhebung revidiert werden.
Grafik 1
Entwicklung des Wassereinsatzes im Zeitverlauf
in Tausend m³
0
500 000
1 000 000
1 500 000
2 000 000
2 500 000
2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024
Wassermenge gesamt Fremdbezug (3600100) Eigenförderung (3600109)
Q: STATISTIK AUSTRIA, Gütereinsatzstatistik. 2018 – 2023; vorläufige Daten 2024.
Tabelle
Entwicklung des Wassereinsatzes nach Branche
Anteile in Prozent
ÖNACEAbschnitt 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024
Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden 0,3 0,3 0,4 0,4 0,4 0,4 0,4
Herstellung von Waren 67,6 67,1 80,3 82,2 83,6 84,4 84,1
Energieversorgung 31,8 32,3 19,0 17,0 15,6 14,9 15,0
Wasserversorgung und entsorgung; Abfallentsorgung 0,1 0,1 0,1 0,1 0,1 0,1 0,3
Bau 0,2 0,2 0,2 0,2 0,3 0,2 0,2
Q: STATISTIK AUSTRIA, Gütereinsatzstatistik 2018 –2023; vorläufige Daten 2024.
56STATjournal
2 – 2026
Wasserverbrauch in der Industrie Was uns die Gütereinsatzdaten verraten
Branchen und Regionen im Detail
Blickt man bei der Analyse des mengenmäßi
gen Wassereinsatzes auf die detaillierteren Wirt
schaftsbereiche, so verdeutlicht sich, wie sehr
die Höhe der Wasserentnahmen von der Branche
abhängig ist. Die Top 4 Wirtschaftsbereiche nach
Menge des eingesetzten Wassers kommen zu
sammen auf einen Anteil von rund 91 %. Im Jahr
2023 wurden allein in der Metallerzeugung und
-bearbeitung 822 Mio. m³ Wasser eingesetzt, also
47,2 % des gesamten von der Gütereinsatzstatistik
erfassten Wassereinsatzes. Weiters zählen zu den
Top 4 die Herstellung von chemischen Erzeug-
nissen, die Energieversorgung und die Herstel-
lung von Papier/Pappe und Waren daraus. Die
übrigen, nicht in der Grafik angeführten Branchen
kommen zusammen auf gerade einmal 9,0 % des
gesamten Wassereinsatzes. ▶ Grafik 2
Auch regional sind die eingesetzten Wasser
mengen stark konzentriert. Wie ▶ Grafik 3 verdeut
licht, wird der Großteil des Wassers, nämlich 61,7 %,
von oberösterreichischen Betrieben eingesetzt –
das waren im Jahr 2023 insgesamt 1 074 Mio. m³.
Dahinter (wenn auch auf einem deutlich geringe
ren Niveau) folgen die Steiermark mit 255 Mio. m³
(14,6 %) und Wien mit 196 Mio. m³ (11,3 %).
Dass von oberösterreichischen Betrieben der
höchste Wassereinsatz gemeldet wurde, ist im
Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass in die
sem Bundesland viele Betriebe in der sehr wasser
intensiven Metallerzeugung und -bearbeitung
angesiedelt sind. Oberösterreichische Betriebe
setzten im Jahr 2023 insgesamt 645 Mio. m³ Was
ser in dieser Branche ein. Das entspricht einem
Anteil von 78,5 % in der ÖNACEAbteilung Metall-
erzeugung und -bearbeitung. Neben Oberöster
reich, trägt auch die Steiermark mit 163 Mio. m³
(19,8 %) einen nennenswerten Anteil zum gesam
ten Wassereinsatz in der Metallerzeugung und
-bearbeitung bei. Die Betriebe in dieser Branche
sind in vielen Fällen an großen Fließgewässern
angesiedelt, wie z. B. der Donau in Oberösterreich
oder der Mur in der Steiermark.
Grafik 2
Anteil der 4 wasserintensivsten ÖNACE-Abteilungen
in Prozent
47,2
19,9
14,9
9,0
Metallerzeugung
und -bearbeitung
Herstellung von
chemischen Erzeugnissen
Energie-
versorgung
Herstellung v. Papier/Pappe
und Waren daraus
Q: STATISTIK AUSTRIA, Gütereinsatzerhebung 2023.
Grafik 3
Anteil der eingesetzten Wassermenge pro Bundesland
in Prozent
0,4
3,9
61,7
1,5
14,6
3,0
3,0
0,6
11,3
Burgenland
Vorarlberg
Salzburg
Tirol
Niederösterreich
Kärnten
Wien
Steiermark
Oberösterreich
Q: STATISTIK AUSTRIA, Gütereinsatzerhebung 2023.
In der Herstellung von chemischen Erzeug-
nissen dominiert Oberösterreich beim Wasser
einsatz sogar noch deutlicher: 86,9 % des Wassers
oder 302 Mio. m³ werden in diesem Bundesland
eingesetzt. Es folgen Niederösterreich mit 6,0 %
und Kärnten mit 4,6 %.
In der Energieversorgung liegt Wien mit
188 Mio. m³ (72,4 %) an eingesetztem Wasser im
Jahr 2023 klar an erster Stelle, gefolgt von Ober
österreich mit 16,5 % und der Steiermark mit
einem Anteil von 9,9 %.
57STATjournal
2 – 2026
Wasserverbrauch in der Industrie Was uns die Gütereinsatzdaten verraten
gemacht haben, ist vernachlässigbar und liegt
mengenmäßig bei unter 0,1 %.
▶ Grafik 4 zeigt, dass der bei weitem größte
Anteil der Wasser menge mit 82,3 % (1 280 Mio. m³)
aus Oberflächen gewässern stammt. Dahinter, wenn
auch mit einem deutlich geringeren Anteil von
15,1 %, wird eine Wassermenge von 235 Mio. m³ aus
Brunnen bezogen. Die Eigenförderung aus Quellen
macht hingegen nur einen Anteil von rund 2,6 %
oder 40 Mio. m³ aus.
Betrachtet man hingegen, von wie vielen Be
trieben jeweils die entsprechende Bezugsquelle
gemeldet wurde, so ist im Vergleich zur mengen
mäßigen Meldung nicht das Oberflächengewässer
Spitzenreiter, sondern der Bezug aus Brunnen.
410 von 512 Betrieben gaben an, dass sie das
Wasser aus Brunnen fördern, wohingegen nur
99 der Betriebe eine Förderung aus Quellen und
61 eine aus Oberflächengewässern durchführen.
Die meisten Betriebe beziehen ihr selbst geför
dertes Wasser aus einer Herkunftsart. Es gibt aber
auch Betriebe, die Mehrfachangaben machen, da
sie Wasser z. B. sowohl aus einer Quelle als auch
aus Oberflächengewässern fördern, oder sogar
alle 3 Herkunftsarten nutzen.
Interessant ist die Detailbetrachtung der ober
österreichischen Branchen, von denen der höchs
te Wassereinsatz gemeldet wurde, nämlich der
Metallerzeugung und -bearbeitung und der
Herstellung von chemischen Erzeugnissen,
im Zusammenhang mit der Herkunftsart des selbst
geförderten Wassers. In der Branche Herstellung
von chemischen Erzeugnissen werden in Ober
österreich von den selbst geförderten 184 Mio. m³
Wasser fast 98 % über Oberflächengewässer
bezogen. Nur 1 bzw. 2 Betriebe meldeten einen
Bezug aus Quellen bzw. Brunnen mit mengen
mäßig deutlich geringen Anteilen. Ein ähnliches
Bild zeigt sich in der Branche Metallerzeugung
und -bearbeitung in Oberösterreich. Hier wird
das selbst geförderte Wasser, fast zur Gänze über
Oberflächengewässer bezogen. Hingegen gab kein
Betrieb einen Bezug aus einer Quelle an, und nur
6 Betriebe meldeten einen aus Brunnen.
In der Herstellung von Papier und Pappe ist
der Wassereinsatz weit weniger auf ein Bundes
land konzentriert als in den zuvor analysierten
Branchen. Oberösterreich liegt mit einem Anteil
von 34,2 % zwar auch hier an erster Stelle, der
Abstand ist aber bei weitem nicht so groß, wie
es etwa in den zuvor betrachteten ÖNACEAbtei
lungen Metallerzeugung und -bearbeitung
oder Herstellung von chemischen Erzeug-
nissen zu sehen ist. Darüber hinaus haben in der
Herstellung von Papier und Pappe mehrere
Bundes länder einen nennenswerten Wasser
einsatz vor zuweisen: Die Steiermark kommt auf
einen Anteil von 27,3 %, gefolgt von Kärnten mit
19,5 % und Salzburg mit 11,0 %.
Wasserherkunft und nutzung
Herkunft
Die Herkunft des Wassers wurde im Berichts
jahr 2023 von jenen 512 Betrieben erhoben, die
den Code 3600109 – Grund-, Quell- oder Ober-
flächenwasser, selbst gefördert – Eigenver-
brauch gemeldet haben.
Dabei ist zu differenzieren, welche Teilmengen
jeweils aus Quellen, Brunnen und Oberflächen
gewässern stammen:
● Eine Quelle ist ein Ort, an dem Grundwasser
auf natürliche Weise an der Geländeoberfläche
austritt. Damit das Wasser gefasst werden kann,
wird ein Bauwerk errichtet.
● Ein Brunnen ist ein Bauwerk zur Entnahme von
Wasser aus dem Untergrund. Im Allgemeinen
wird eine Pumpe benötigt, um es aus der Tiefe
zu fördern.
● Oberflächenwasser kann aus Flüssen, Bächen
oder Seen stammen.
Insgesamt wurde 2023 eine Wassermenge von
1 556 Mio. m³ an selbst gefördertem Wasser gemel
det. Die Ausfallrate, genauer die Betriebe, welche
angegeben haben, dass sie Wasser aus Eigenförde
rung beziehen, aber keine Angaben zur Bezugsart
Grafik 4
Wassermengen gegliedert
nach Herkunft
in Prozent
Quelle
Brunnen
Oberflächengewässer
2,6
15,1
82,3
Q: STATISTIK AUSTRIA, Gütereinsatz
erhebung 2023.
58STATjournal
2 – 2026
Wasserverbrauch in der Industrie Was uns die Gütereinsatzdaten verraten
● Prozesswasser beinhaltet sowohl die Wasser
mengen für die technischen Prozesse als
auch für Nebenarbeiten (Verwaltung, Sanitär,
Anlagen waschen oder Bewässerung).
Deutliche regionale Unterschiede hinsichtlich der
Wasserherkunft zeigen sich, wenn man die anderen
beiden Wirtschaftsbereiche betrachtet, die zu den
Top 4 wasserintensivsten Branchen gehören.
▶ Grafik 5 zeigt für die Branche Energiever-
sorgung, dass mengenmäßig der selbst geförderte
Einsatz aus Oberflächengewässern mit einem Anteil
von 96,8 % dominiert. Hier ist Wien der Spitzenreiter,
gefolgt von Oberösterreich und der Steiermark. In
den beiden Bundesländern Niederösterreich und
Vorarlberg dominiert die Förderung aus Brunnen,
in Tirol hingegen die Förderung aus Quellen.
In der Branche Herstellung von Papier und
Pappe zeigt ▶ Grafik 6 eine deutlich ausgewoge
nere Verteilung zwischen den Wasserherkunfts
arten bei Eigenförderung. Mengenmäßig dominiert
auch hier die Selbstförderung aus Oberflächen
gewässern mit einem Anteil von 56,8 % über alle
Bundesländer, wobei mengenmäßig die Spitzen
reiter in Oberösterreich, Kärnten und der Steier
mark zu finden sind. Es folgen Brunnen, mit den
Bundesländern Salzburg und Oberösterreich als
mengenmäßige Spitzenreiter. Die kleinste Gesamt
menge wird aus Quellen bezogen, und der Haupt
bezug stammt hier aus der Steiermark.
Wassernutzung
Die Nutzungsart des Wassers wurde im Berichts
jahr 2023 bei allen 2 330 Betrieben mit Wasserein
satz (3600100 Grund-, Quell- oder Oberflächen-
wasser, Fremdbezug oder 3600109 – Grund-,
Quell- oder Oberflächenwasser, selbst geför-
dert – Eigenverbrauch) erfragt.
Die gemeldete Wassermenge von insgesamt
1 741 Mio. m³ musste in Kühlwasser und Prozess
wasser aufgeteilt werden.
● Kühlwasser ist als jene Menge definiert, die zur
Durchlaufkühlung verwendet wird und nach
einmaligem Gebrauch wieder abgeleitet wird.
Wasser des internen Betriebskreislaufs (Zir ku
lationskühlung) ist nicht hinzuzurechnen.
Grafik 5
Wasserherkunft in der Branche Energieversorgung
in Prozent
0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100
Niederösterreich
Oberösterreich
Steiermark
Tirol
Vorarlberg
Wien
Insgesamt
Quelle BrunnenOberflächengwässer
Q: STATISTIK AUSTRIA, Gütereinsatzerhebung 2023. – In der Grafik sind nur jene Bundesländer angeführt,
in welchen Betriebe aus der Branche selbst gefördertes Wasser gemeldet haben.
Grafik 6
Wasserherkunft in der Branche Herstellung von Papier und Pappe
in Prozent
Kärnten
Salzburg
Insgesamt
0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100
Quelle BrunnenOberflächengwässer
Niederösterreich
Oberösterreich
Steiermark
Tirol
Vorarlberg
Wien
Q: STATISTIK AUSTRIA, Gütereinsatzerhebung 2023. – In der Grafik sind nur jene Bundesländer angeführt,
in welchen Betriebe aus der Branche selbst gefördertes Wasser gemeldet haben.
59STATjournal
2 – 2026
Wasserverbrauch in der Industrie Was uns die Gütereinsatzdaten verraten
Von österreichischen Betrieben wird eine deut
lich größere Menge an Kühlwasser als an Prozess
wasser eingesetzt. Im Berichtsjahr 2023 belief sich
der KühlwasserInput auf 1 425 Mio. m³, was einem
Anteil von 81,9 % entsprach. Auch bei der Wasser
nutzung lag die Ausfallrate ähnlich wie bei der Her
kunft bei »vernachlässigbaren« 0,1 %. ▶ Grafik 7
Allerdings ist die Verteilung der Nutzungsart
sehr stark von der Branche abhängig. In der Her-
stellung von Nahrungs- und Futtermitteln
wird das Wasser zu einem deutlich größeren Teil
im Produktionsprozess eingesetzt: Im Jahr 2023
standen 23 Mio. m³ Prozesswasser (74,8 %) nur
8 Mio. m³ Kühlwasser (25,2 %) gegenüber. Auch in
der Papierherstellung wird mehr Prozesswasser
(90 Mio. m³, 57,6 %) als Kühlwasser (67 Mio. m³,
42,4 %) eingesetzt. ▶ Grafik 8
Anders sieht die Verteilung in der Herstellung
von chemischen Erzeugnissen aus: Hier wird
deutlich mehr Kühlwasser, nämlich 251 Mio. m³,
benötigt. Das entspricht einem Anteil von 72 %.
In der Metallerzeugung und -bearbeitung und
in der Energieversorgung hat das Kühlwasser
sogar einen Anteil von jeweils über 95 %.
Grafik 8
Verteilung des eingesetzten Wassers nach Nutzungsart
für ausgewählte Branchen
in Prozent
0 20 40 60 80 100
Herstellung v. Nahrungs- u. Futtermitteln
Herstellung v. Papier/Pappe u. Waren daraus
Herstellung v. chemischen Erzeugnissen
Metallerzeugung und -bearbeitung
Energieversorgung
Prozesswasser Kühlwasser
Q: STATISTIK AUSTRIA, Gütereinsatz erhebung 2023.
Grafik 7
Wassermengen nach Nutzungsart
in Prozent
18,1
81,9
Prozesswasser
Kühlwasser
Q: STATISTIK AUSTRIA, Gütereinsatz erhebung 2023.
Zusammenhang zwischen Herkunft
und Nutzung
Kühlwasser wird zur Durchlaufkühlung ver
wendet und nach einmaligem Gebrauch wieder
abgeleitet. Das legt den Schluss nahe, dass Betriebe
mit hohem Kühlwasserbedarf das Wasser aus
Ober flächengewässern, z. B. aus Flüssen oder Seen
verwenden. Dieser Zusammenhang wird durch die
erhobenen Daten auch eindeutig bestätigt.
In der Metallerzeugung und -bearbeitung
stammt der Großteil der WasserEigenförderung aus
Oberflächengewässern (93,1 %), und das Wasser
aus Eigenförderung und Fremdbezug wird auch fast
ausschließlich für Kühlzwecke eingesetzt (95,3 %).
Auch in Oberösterreich zeigt sich dieser Zu
sammenhang sehr deutlich über alle Branchen,
denn in diesem Bundesland stammt das eigen
geförderte Wasser zu 94,8 % aus Oberflächen
gewässern und das Wasser aus Eigenförderung
und Fremd bezug wird von den Betrieben zu 86,5 %
als Kühlwasser eingesetzt.
60
STATjournal
2 – 2026
Wasserverbrauch in der Industrie
Was uns die Gütereinsatzdaten verraten
Glossar
Betrieb Der Betrieb als fachliche Einheit (bzw.
in der neuen Diktion des statistischen Unter
nehmensregisters (URS) »kostenrechnende Ein
heit«) fasst innerhalb eines Unternehmens sämt
liche Teile zusammen, die zur Ausübung einer
Tätigkeit auf der Ebene der (4-stelligen) Klasse
der »Systematik der Wirtschaftstätigkeiten –
ÖNACE 2008« beitragen. Es handelt sich um eine
Einheit, die einer oder mehreren operationellen
Unterabteilungen des Unternehmens entspricht.
Grundvoraussetzung für die Definition einer sta
tistischen Einheit »Betrieb« ist jedoch, dass das
Unternehmen über ein Informationssystem ver
fügt, das es ermöglicht, für den Betrieb zumindest
den Wert der Produktion und der Vorleistungen,
die Personalkosten und den Betriebsüberschuss
sowie Beschäftigung und Bruttoanlageinvesti
tionen festzustellen oder zu berechnen.
Fazit
Die im Rahmen der Gütereinsatzerhebung
erfassten Wasserdaten geben einen interessanten
Einblick in die Struktur des Wasserbedarfs der
heimischen Industrie. Durch sie lässt sich der tat
sächliche Wasserbedarf der Betriebe (zumindest
näherungsweise) beziffern. Auch wenn in der Güter
einsatzerhebung nicht alle Betriebe meldepflich
tig sind, ist der überwiegende Teil des gesamten
Wassereinsatzes abgedeckt, eben weil die größten
Betriebe des produzierenden Bereiches inklusive
des Bauwesens meldepflichtig sind. Durch die vom
Umweltbundesamt beauftragte Zusatzerhebung
ist es seit dem Jahr 2018 möglich, die Menge zu
kontextualisieren. Dadurch kann gezeigt werden,
dass der überwiegende Teil des Wassers aus Ober
flächengewässern stammt und zu Kühlzwecken
eingesetzt wird. Dieses Wasser wird per definitio
nem auch wieder in die Ursprungsgewässer zurück
geleitet – es wird also nicht »verbraucht« wie im
Fall des Prozesswassers.
Cut-Off-Census-Ansatz In diesem Fall wird
mit einer Konzentrationsstichprobe gearbeitet.
Es handelt sich um eine Vollerhebung mit
definierten Abschneidegrenzen unter Berück
sichtigung eines Deckungsgrads. Im Fall der
Gütereinsatzerhebung beziehen sich die Ab
schneidegrenzen auf eine Mindestbeschäftigten
anzahl und einen Mindestumsatz. Damit »kon
zentriert« sich die Erhebung auf die größeren
und wirtschaftlich bedeutenderen Einheiten.
GV-GES-Güterverzeichnis Das GV-GES (Güter
verzeichnis für die Gütereinsatzstatistik) ist ein
nationales Verzeichnis auf Basis der CPA (Sta
tistische Güterklassifikation in Verbindung mit
den Wirtschaftszweigen in der Europäischen
Gemeinschaft) und stellt die Grundlage für die
Erfassung des Güter-Inputs dar.
ÖNACE ÖNACE ist die österreichische Version
der europäischen Klassifikation der Wirtschafts
tätigkeiten, die in allen EU-Mitgliedstaaten in der
Wirtschaftsstatistik verbindlich anzuwenden ist
(»NACE« steht für »nomenclature générale des
activités économiques dans les communautés
européennes«). Sie umfasst alle Wirtschaftstätig
keiten und hat 5 Gliederungsebenen: Abschnitte,
Abteilungen, Gruppen, Klassen und Unterklassen
(= nationale Erweiterung). Die übergeordnete
Gliederungsebene besteht dabei jeweils aus
einem oder mehreren Elementen der unterge
ordneten Ebene.
WEITERFÜHRENDES
STATergebnisse
▶ Gütereinsatz
Standard-Dokumentation
▶ Gütereinsatzstatistik