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49 STATjournal 2 – 2026 Stieffamilien  Ein neues Merkmal in der Abgestimmten ­Erwerbsstatistik Glossar Anstaltshaushalte  Eine Anstalt ist eine Ein­ richtung, die überwiegend der Unterbringung und Versorgung von bestimmten Personengruppen dient. Im Wesentlichen handelt es sich um Inter­ nate, Heime für Studierende, Alten- und Pflege­ heime, Klöster, Kasernen, Justizvollzugsanstalten, Flüchtlingsunterkünfte, Einrichtungen für Men­ schen mit Behinderung bzw. sozial Bedürftige und Wohnungslose sowie ähnliche Einrichtungen. EU-SILC  SILC steht für »Community Statistics on Income and Living Conditions« – auf Deutsch bedeutet das »Gemeinschaftsstatistiken zu Ein­ kommen und Lebensbedingungen«. EU-SILC ist eine Erhebung über die Lebensbedingungen in der Europäischen Union. Seit 2003 nehmen auch Haushalte in Österreich an der SILC-Be­ fragung teil. Ziele sind u. a. Lebensbedingungen zu erfassen, Armut sichtbar zu machen und Haushaltseinkommen über die Jahre hinweg zu beobachten. Die Kerninhalte der SILC-Befragung sind: Einkommen, Wohnen, Bildung, Gesundheit und Zufriedenheit. Imputationen  Bei fehlenden bzw. unplausiblen Werten werden im Zuge einer statistischen Er­ hebung Imputationen vorgenommen, um den Datensatz zu vervollständigen. Das bedeutet, die Werte werden basierend auf bestimmten zuvor festgelegten Regeln einer der möglichen Aus­ prägungen zugewiesen. Statistik Austria (Bearbeitungsstand 26.11.2024): » ▶ Standard-Dokumentation Metainformatio­ nen (Definitionen, Erläuterungen, Methoden, Qualität) zur Registerzählung 2021«. UNECE (Genf 2025): » ▶ Conference of European Statisticians; Recommendations for the 2030 Round of Population and Housing Censuses«. auf Einzeldatenebene in der AEST als Vorteil gegenüber. Die Gesamtzahl der Stieffamilien ist mit 79 440 in der AEST etwas geringer als in der ­MZ-AKE mit 88 736, was sich weitgehend durch Abweichungen zwischen Melde- und Lebens­ realität erklären lässt. Weitere Forschungsfragen, die sich mit den Ergebnissen aus der AEST für Stieffamilien dar­ stellen ließen, sind insbesondere kleinräumige Auswertungen (z. B. auf Bezirksebene). Aber auch ­Analysen zur Entfernung und Wegzeit des Kindes zum nicht im selben Haushalt lebenden Elternteil oder die schulische Laufbahn von Stiefkindern im Vergleich zu allen Kindern sind denkbar. Auch für die Altersstruktur in Stieffamilien bietet sich eine Fülle von Analysemöglichkeiten. Lohnend erscheint auch eine weitere Untersuchung der Informationen über den nicht beim Kind lebenden leiblichen Elternteil, wie beispielsweise dessen Haushaltszusammensetzung – z. B. eventuell noch weitere vorhandene (Halb-)Geschwister – oder dessen Wohnsituation. Ein Längsschnitt mit his­ torischen Daten muss allerdings auf vorhandene Variablen beschränkt bleiben, da die ­rückwirkende Berechnung von Stieffamilien für vergangene ­Jahre nicht vorgesehen ist. WEITERFÜHRENDES Publikation ▶ Abgestimmte ­Erwerbs­statistik 2023 STATergebnisse ▶ Familienformen Literaturverzeichnis Blüher, M. (Wien 2023): ▶ »Wohnsituation und ­Lebensbedingungen von Kindern in getrennten und Patchwork-Familien« in: Statistik Austria: »Statistische Nachrichten« 09/2023, S. 729 –735. Klapfer, K. (Wien 2008): »Stieffamilien. Ergeb­ nisse für das Jahr 2007«, in: Statistik Austria: »­Statistische Nachrichten« 10/2008, S. 919 –926. Statistik Austria (Bearbeitungsstand 01.07.2025): » ▶ Standard-Dokumentation Metainformatio­ nen (Definitionen, Erläuterungen, Methoden, ­Qualität) zum Mikrozensus ab 2004 – Arbeits­ kräfte- und Wohnungserhebung«.

50 STATjournal 2 – 2026 Stieffamilien  Ein neues Merkmal in der Abgestimmten ­Erwerbsstatistik Registerdaten  »Registerdaten« ist ein syn­ onymer Begriff für Verwaltungsdaten. Diese sind gemäß Bundesstatistikgesetz 2000, BGBl. I Nr. 163/1999 i. d. g. F., Daten, die von Stellen im Rahmen der ihnen durch Bundes- oder Landes­ recht zugewiesenen Aufgaben oder in Umsetzung ­unmittelbar anwendbarer gemeinschaftsrecht­ licher Bestimmungen erhoben werden. Das be­ deutet, dass sie ursprünglich für nichtstatistische Zwecke erhoben wurden, aber als sekundäre statistische Quelle genutzt werden können. Zentrales Melderegister (ZMR)  Das ZMR ist das bundesweite Register für die Speicherung, Verwaltung und Verarbeitung aller Daten über Wohnsitzmeldungen (Hauptwohnsitz-, Neben­ wohnsitz und Obdachlosmeldungen) in Öster­ reich. Es ist seit März 2002 in Betrieb und beim Bundesministerium für Inneres angesiedelt. Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung (MZ-AKE)  In Österreich wird die AKE im Rahmen des MZ durchgeführt. Der MZ ist eine Stichprobenerhe­ bung, bei der pro Quartal Informationen von ungefähr 44 000 Personen erhoben werden. Die österreichische AKE ist Teil der ­europäischen AKE, die in allen Mitgliedsländern der EU durch­ geführt wird. Dabei werden in zufällig ausge­ wählten privaten Haushalten Informationen zu Erwerbstätigkeit und Arbeitsuche in standardi­ sierter Form erhoben. Diese Daten werden auf die Bevölkerungszahl hochgerechnet. Die ­MZ-AKE ist eine kontinuierliche Befragung, die alle Wochen eines Jahres in gleicher Weise abdeckt. Die Stich­ probe ist eine nach Bundesländern geschichtete Zufallsauswahl von Haushalten. Ein gezogener Haushalt bleibt in 5 aufeinanderfolgenden Quar­ talen Teil der Stichprobe und wird in jedem Quartal befragt. Pro Quartal scheidet ein Fünftel der Haushalte aus und wird durch neu ­gezogene Haushalte ersetzt (Fünftel-Rotation). Meldehistorie  Als »Meldehistorie« wird die chronologische Reihenfolge aller österreichischen Hauptwohnsitzmeldungen (mit den Angaben zur Adresse und dem jeweiligen An- und Abmelde­ datum) einer Person im Laufe ihres (bisherigen) Lebens bezeichnet. Die Daten dazu sind seit 2002 aus dem Zentralen Melderegister verfügbar und werden bei Statistik Austria in der bevölkerungs­ statistischen Datenbank POPREG gespeichert. POPREG  »POPREG« ist die Kurzbezeichnung für »Populationsregister« und der Name der bevölkerungsstatistischen Datenbank bei ­Statistik Austria, in der die Daten des Zentralen Melderegisters über den Bestand von Wohn­ sitzmeldungen sowie die An-, Ab- und Um­ meldungen von Hauptwohnsitzen in Österreich verarbeitet werden. Diese Datenbank bildet die Datengrundlage für die quartalsweise Statistik des Bevölkerungsstandes und die Wanderungs­ statistik und ist außerdem ein Basisregister für die Registerzählung und die Abgestimmte Erwerbsstatistik.

51STATjournal 2 – 2026 Im Zuge der Gütereinsatzerhebungen 2018–2022 führte Statistik Austria im Auftrag der ▶ Umwelt- bundesamt GmbH freiwillige Zusatzbefragungen zur Herkunft und Nutzung des in Betrieben ein­ gesetzten Wassers durch. Mit der Novelle der ▶ Gütereinsatzstatistik-Verordnung sind diese Angaben seit dem Berichtsjahr 2023 gesetzlich verpflichtend und damit Bestandteil der regulären ▶ Gütereinsatzerhebung. Erhebung Gütereinsatzerhebung Die Gütereinsatzerhebung erfasst jährlich den Einsatz von Grund­ und Rohstoffen, fertig bezoge­ nen Vorprodukten, Halbfabrikaten sowie Hilfs­ und ausgewählten Betriebsstoffen in Betrieben des produzierenden Bereichs. Sie liefert wesentliche Grundlagen für volkswirtschaftliche und umwelt­ relevante Auswertungen sowie für die Analyse branchenspezifischer Güterkreisläufe. Die Erhebung folgt einem Cut­Off­Census­ Ansatz und richtet sich ausschließlich an Betriebe, die gesetzlich definierte Schwellenwerte überschrei­ ten. Bezogen auf die Erhebungspopulation der Wasserverbrauch
in der Industrie Was uns die Gütereinsatzdaten verraten Christian Psick
hat an der Universität Wien Politikwissenschaft studiert und arbeitet seit 2013 in der Direktion Unter nehmen im Bereich Unternehmensstruktur. Seit 2018 leitet er die Güter- einsatzstatistik. Hanna Freundl
ist Wirtschaftsmathema- tikerin. Seit 2024 ist sie in der Direktion Unterneh- men im Bereich Unterneh- mensstruktur auch für die Gütereinsatzstatistik tätig. In Zeiten knapper Ressourcen rückt auch Wasser zunehmend in den Mittelpunkt ge ­ sellschaftspolitischer Diskussionen. Besonders relevant ist dabei der Wasserverbrauch der Industrie, deren Wasserentnahmen oft kritisiert werden, da sie vermeintlich den Trinkwasserbedarf der Bevölkerung gefährden. Mithilfe der Daten aus der Güterein ­ satzstatistik lässt sich die tatsächliche Höhe der Wasserentnahmen zumindest nähe­ rungsweise bestimmen: Die erfassten 2 755 Betriebe des produzierenden Bereichs meldeten für das Jahr 2023 den Einsatz von insgesamt 1 741 Mio. m³ Wasser. Das ent­ spricht nahezu der gesamten Wassermenge des Chiemsees (rund 2 000 Mio. m³). Seit der Einführung eines Zusatzmoduls zum Thema Wasser in der Gütereinsatzerhebung – im Auftrag des Umweltbundesamtes – stehen auch detaillierte Informationen über Herkunft und Verwendung von Wasser in den Betrieben zur Verfügung.

52 STATjournal 2 – 2026 Wasserverbrauch in der Industrie  Was uns die Gütereinsatzdaten verraten Verwaltungsbereich (Betriebsküche, Sanitär­ anlagen, etc.) verwendet oder verbraucht wird. Grundsätzlich ist im Rahmen der Güterein­ satzerhebung zwischen Wasser aus Fremdbezug (GV-GES-Gütercode 3600100 Grund-, Quell- oder Oberflächenwasser, Fremdbezug, in 1 000 m³) und aus eigener Förderung (3600109 Grund-, Quell- oder Oberflächenwasser, selbst gefördert – Eigenverbrauch, in 1 000 m³) zu unterscheiden. Bei Wasser aus Fremdbezug (3600100) ist die Gesamtmenge an Wasser zu melden, die ein Betrieb von außerhalb (beispielsweise einem Wasserversorgungsunternehmen) bezogen und selber verwendet bzw. verbraucht hat. Zusätzlich ist in diesem Fall auch der Wert (die Anschaffungs­ kosten) anzugeben. Bei Wasser aus eigener Förderung (3600109) ist die Gesamtmenge an Wasser zu melden, die ein Betrieb aus Grund-, Quell- und Oberflächenwasser selbst gefördert hat. Selbst gefördertes Wasser, das nicht in diesem Betrieb verwendet oder verbraucht, sondern an andere abgegeben wird (Fremdabgabe), ist dabei nicht zu berücksichtigen. Zusatzerhebung zu Wasser­ herkunft und -nutzung Die Zusatzerhebung zu Herkunft und Nutzung des eingesetzten Wassers erfolgt mittels eines zusätzlichen Fragenblocks im elektronischen Fragebogen eQuest-Web. Dieser wird automatisch eingeblendet, sobald Betriebe Wassereinsatz über die Gütercodes 3600100 (Fremdbezug) oder 3600109 (Eigenförderung) melden. Für Eigenförderung (3600109) war die ein­ gesetzte Wassermenge nach der Herkunft (Quelle, Brunnen und/oder Oberflächengewässer) und Nut­ zungsart aufzuteilen. Für Fremdbezug (3600100) war nur die Nutzungsart anzugeben. Wurden beide Codes gemeldet (3600100 und 3600109), bezog sich die Frage nach der Herkunft nur auf das selbst ­geförderte Wasser, die Nutzungsart hingegen auf Primär­erhebung der ▶ Konjunkturstatistik im produzierenden Bereich deckten die 2 755 melde­ pflichtigen Betriebe im Jahr 2023 rund 74,8 % der Wirtschaftsleistung ab. Die Gütereinsatzstatistik bietet somit eine repräsentative Darstellung des Werts und der Verteilung des Energie- und Waren­ einsatzes auf Güterebene und in weiterer Folge auch des Wasser­einsatzes. Auskunftspflichtig sind in der Gütereinsatzstatistik Betriebe der ÖNACE- Abschnitte [1] Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden (Abschnitt B), Herstellung von Waren (Abschnitt C), Energieversorgung (Abschnitt D), Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen (Abschnitt E) und Bau (Abschnitt F), sofern sie im Berichtsjahr durch­ schnittlich mindestens 20 Beschäftigte (ohne Lehrlinge) sowie eine Wirtschaftsleistung von min­ destens 11 Mio. Euro [2] aufwiesen. Alle auskunfts­ pflichtigen Betriebe werden jeweils Anfang Mai des Folgejahres zur Meldung aufgefordert (für 2023: Mai 2024). Die Datenübermittlung erfolgt primär über den elektronischen Fragebogen eQuest-Web. Meldungen auf Papier gibt es nur noch vereinzelt. Wassereinsatz in der Güter­ einsatzerhebung Wasser wird in der Gütereinsatzerhebung so­ wohl miterfasst, wenn es im betrieblichen Produk­ tionsprozess eingesetzt wird, als auch, wenn es als Betriebsstoff verwendet wird. Dabei ist unerheb­ lich, wofür das Wasser verwendet bzw. verbraucht wird, sei es, ob das Wasser in das Produkt einge­ gangen ist, ob es für die Herstellung des Produkts oder zur Kühlung eingesetzt wird, oder ob es im 1 Bei allen ÖNACE-Angaben handelt es sich um die ÖNACE 2008. 2 Seit dem Berichtsjahr 2023 sind die Meldeschwellen durch die VO-Novelle flexibilisiert. Bis 2022 lag die Umsatz­ schwelle bei 10 Mio. Euro. 2023 waren es 11 Mio. Euro und 2024 12 Mio. Euro.

53STATjournal 2 – 2026 Wasserverbrauch in der Industrie Was uns die Gütereinsatzdaten verraten die Summe aus eigengefördertem und fremdbezo­ genem Wasser. ▶ Übersicht 1 Die Eingabemasken steuerten sich in eQuest­ Web abhängig von den gemeldeten Wassercodes automatisch. In der Spalte »Einsatz in 1 000 m³« wurde die jeweilige Gesamtmenge angezeigt, die nach den Herkunfts­ und Nutzungsarten aufzuteilen war. ▶ Abbildung Maßnahmen zur Sicherung der Datenqualität Um eine möglichst hohe Datenqualität sicher­ zustellen, wurden im Erhebungs­ und Aufarbei­ tungsprozess mehrere aufeinander abgestimmte Maßnahmen implementiert. Diese dienen sowohl der Vollständigkeit als auch der internen Konsis­ tenz der Meldungen und ermöglichen es, unplausi­ ble oder fehlerhafte Angaben frühzeitig zu erken­ nen und gezielt zu korrigieren. Die eingesetzten Validierungsmechanismen berücksichtigen dabei insbesondere die hohen Mengenunterschiede zwischen Fremdbezug und Eigenförderung sowie die starke Konzentration großer Wassermengen auf wenige Betriebe. Die folgenden Elemente des Qualitätssicherungs­ konzepts geben einen strukturierten Überblick über die wichtigsten Maßnahmen und deren jeweilige Zielsetzung. ▶ Übersicht 2 fasst diese Maßnahmen zusammen und zeigt, wie sie zur Sicherstellung einer nahezu vollständigen und konsistenten Daten­ grundlage für die Auswertung beitragen. Um sicherzustellen, dass der Wassereinsatz von den Betrieben nicht vergessen wird, erscheint, wenn ein Betrieb gar keinen Wassereinsatz meldet, im Webfragebogen folgender Warnhinweis »Wird wirklich kein Wasser in Ihrem Betrieb verbraucht? Siehe Gütercodes 3600100 bzw. 3600109 … «. Seit die Wasserzusatzfragen verpflichtend sind – also seit Berichtsjahr 2023 – müssen Betriebe, die Wasser­ einsatz gemeldet haben, nun auch Angaben zu Herkunft und Nutzungsart des Wassers machen. Fehlen diese Angaben, kann der Fragebogen nicht Übersicht 1
Einblendlogik der Zusatzfragen im Webfragebogen eQuest-Web
je nach gemeldeten Wassercodes Optionen Code Herkunft Nutzung Bemerkung

  1. Variante 3600100 nicht abgefragt abgefragt Fremdbezug
  2. Variante 3600109 abgefragt abgefragt Eigenförderung
  3. Variante 3600100 + 3600109 nur 3600109 abgefragt Nutzung bezieht sich auf Gesamtmenge Q: STATISTIK AUSTRIA, Gütereinsatzstatistik. Übersicht 2
    Qualitätssicherung Maßnahme Ziel Referenzwertanzeige, Ausfüllhilfen Transparente Zuordnung der Mengen Fehlermeldung bei fehlenden Antworten Vollständigkeit sicherstellen Summenprüfung Herkunft/Nutzung Konsistenz sicherstellen Manuelle Nachbearbeitung Korrektur unplausibler oder fehlender Angaben Fokus auf Großverbraucher ( > 10 000 m³) Hoher Einfluss auf Gesamtergebnisse Q: STATISTIK AUSTRIA, Gütereinsatzstatistik. Abbildung | In diesem fiktiven Beispiel meldete der Betrieb 1 Mio. m³ Eigenverbrauch und 10 000 m³ Fremdbezug (Variante 3), mit einem Wert von 10 000 Euro. Das selbst geförderte Wasser stammte aus ­ schließlich aus Oberflächengewässern. Das gesamte eingesetzte Wasser (Summe aus Wasserfremd ­ bezug und ­eigenförderung) wurde zum größten Teil als Kühlwasser genutzt. 54 STATjournal 2 – 2026 Wasserverbrauch in der Industrie  Was uns die Gütereinsatzdaten verraten Hauptergebnisse Höhe des Wassereinsatzes Im Zuge der Gütereinsatzerhebung 2023 mel­ deten insgesamt 2 719 Betriebe (Anzahl der melde­ pflichtigen Betriebe minus Anzahl der Meldeausfälle bzw. begründeten Leermeldungen). Davon gaben 2 330 Betriebe (85,7 %) zumindest einen der beiden Wassercodes (3600100, 3600109) an, mit einem ge­ samten Wassereinsatz von 1 741 Mio. m³. 89,4 % des Wassereinsatzes entfielen hierbei auf Quell- oder Oberflächenwasser, selbst ­gefördert – Eigen­ verbrauch, obwohl dieser nur von 512 Betrieben gemeldet wurde. Hingegen ­wurde Grund-, Quell- oder Oberflächen­wasser – Fremdbezug von deutlich mehr (2 038) Betrieben gemeldet. Mengen­ mäßig umfasste es allerdings »nur« 185 Mio. m³, was einem Anteil von 10,6 % am insgesamt einge­ setzten Wasser entspricht. 220 Betriebe haben 2023 den Einsatz beider Wassercodes gemeldet. Wassereinsatz im Zeitvergleich ▶ Grafik 1 zeigt einen insgesamt rück­läufigen Wassereinsatz seit 2018, wobei vor allem die Eigenförderung deutlich abnahm. Der ­stärkste Rückgang erfolgte zwischen 2019 und 2020, abgeschlossen werden. Dadurch wurde eine nahezu vollständige Responserate bei der verpflichtenden Zusatzerhebung erreicht. Die gemeldeten Daten wurden anschließend in den regulären Aufarbeitungsprozess der Güter­ einsatzerhebung integriert und über Plausibilitäts­ prüfungen automatisiert kontrolliert. Die in der Aufarbeitungsapplikation geprüften Fehlerpunkte sind in ▶ Übersicht 3 aufgelistet. »Mögliche« Fehler können als Hinweise begriffen werden und müssen von den Sachbearbeiter:innen zumindest bestätigt werden. »Zwingende« Fehler müssen in jedem Fall korrigiert werden, um die Bearbeitung einer Meldung erfolgreich abschließen zu können. Bei fehlenden oder widersprüchlichen Angaben wurde im Rahmen des Aufarbeitungsprozesses gezielt bei den betroffenen Betrieben rückgefragt, insbesondere bei Betrieben mit hohem Wasser­ verbrauch (ab 10 000 m³). Zudem wurde im ­Rahmen der üblichen Kontaktaufnahmen der tatsächliche Wassereinsatz bei jenen Betrieben überprüft, die keinen Wassereinsatz angegeben hatten. Neben den Kontrollen auf Vollständigkeit und Konsistenz wurden alle Angaben (somit auch alle Angaben zum Wassereinsatz) direkt in der Aufarbeitungsapplikation automatisiert auf ihre inhaltliche Plausibilität überprüft. Übersicht 3 Automatisierte Fehlerüberprüfung in der Aufarbeitungsapplikation Fehlerpunkt Ziel Fehlerart Fehlender Wassereinsatz Vollständigkeit möglich Fehlende Wasserzusatzcodes (Herkunft) Vollständigkeit möglich Fehlende Wasserzusatzcodes (Nutzung) Vollständigkeit möglich Herkunft des Wassers, obwohl kein Wasser aus Eigenförderung gemeldet wurde Konsistenz zwingend Nutzungsart des Wassers, obwohl kein Wassereinsatz gemeldet wurde Konsistenz zwingend Wassersummenfehler Konsistenz zwingend Herkunft des Wassers, aber keine Nutzungsart gemeldet Konsistenz möglich Q: STATISTIK AUSTRIA, Gütereinsatzstatistik.