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Einst und heute Statistische Bibliothek STATjournal 2 – 2026 23 Es ist gelungen, die wichtigsten Publikationen sämtlicher Erhebungen sowie zahlreiche historische Schriftenreihen der früheren Statistikämter zu digi­ talisieren. Das wichtigste Quellenwerk der Monar­ chie, die Schriftenreihe »Österreichische Statistik« (1882 –1919) steht lückenlos digital zur Verfügung. Auch ein großer Teil der Publikationen der »Beiträge zur österreichischen Statistik« (1946 –2000) wurde digitalisiert. Interessierte können die Digitalisate bei [email protected] anfordern. Rarissima im Bibliotheksbestand Die Bibliothek von Statistik Austria beherbergt nicht nur klassische Statistikpublikationen, sondern auch alte Buchschätze, die sicher in einem Safe verwahrt werden. Die Bücher sind aufgrund ihres Alters fragil und daher der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Um unseren Leser:innen dennoch einen Einblick auf diese Publikationen – hausintern liebevoll Rarissima genannt – zu ermöglichen, prä­ sentieren wir hier einige der schönsten Exemplare. Länderkunde im Miniaturformat Im Besitz der Bibliothek befinden sich 25 Minia­ turbücher, die in etwa die Größe einer Handfläche haben. Es handelt sich dabei um Staatsbeschrei­ bungen verschiedener Autoren in lateinischer Sprache, die von der berühmten niederländischen Buchhändlerfamilie Elzevir aus Leyden publiziert wurden. Insgesamt erschienen 60 Bände der »Respublicae Elzeviranae«. Die bei Statistik Austria archivierten Ausgaben wurden zwischen 1627 und 1637 gedruckt. Die Bücher gelten als erste Taschen­ buch­Serie der Geschichte und als Vorgänger moderner Reiseführer. Miniaturbuch Graeco | Jeder Band bot einen – im wahrsten Sinne des Wortes – kompakten Überblick über Geografie, Bevölkerung, Wirtschaft und Geschichte eines Landes in Europa, Asien, Afrika oder dem Nahen Osten. Exemplarisch ist in den Abbildungen die Ausgabe zu Griechenland hervorgehoben. 60 mm 113 mm

Einst und heute  Statistische Bibliothek 24 STATjournal 2 – 2026 Political Arithmetick or A Discourse |  Beim Durchblättern stechen die unterschiedlichen Schriftgrößen der einzelnen Druckseiten ins Auge. Hofexemplar der Statistischen ­Tafeln 1830 | Mit einer Rücken­ stärke von 62 mm und einem Gewicht von rund 5,5 kg sind die Prunkschriften der Statistischen Tafeln alles andere als handliche Taschenbücher. 436 mm 300 mm Statistische Tafeln Zu unseren Rarissima zählen zudem die Hof­ exemplare der Publikation »Darstellung der Öster­ reichischen Monarchie in statistischen Tafeln« aus den Jahren 1830 und 1831. Diese sind mit Leder­ einband und Goldschnitt versehen und enthalten zudem Aquarellansichten des bekannten Land­ schaftsmalers Thomas Ender von Wien und Triest. Ziel der Statistischen Tafeln, die auch beim Kaiser Gefallen fanden, war es, der Verwaltung eine statistische Übersicht mit Daten aus der gesamten Monarchie zu bieten. Wegbereiter der Statistik Eine alte und aus statistischer Perspektive wichtige Publikation ist das Werk ▶ »Political Arithmetick or A Discourse« von Sir William Petty (1623–1687). Es handelt sich um Pettys Haupt­ werk, das jedoch erst nach seinem Tod veröffent­ licht wurde. ­Statistik Austria ist im Besitz der ersten Druckauflage von 1690. Mit dieser Schrift leistete Petty, der ein bekannter englischer Arzt, Ökonom und Philosoph sowie Gründungsmitglied der ▶ »Royal Society« war, Pionierarbeit für die moderne Sozial- und Wirtschaftsstatistik. Trotz seiner wissenschaftlichen Errungenschaften ist Petty vor allem wegen seiner Rolle bei der Land­ verteilung Irlands unter Oliver Cromwell nicht unumstritten. In der als ▶ »Down Survey« bekannt gewordenen Studie vermaß er die enteigneten Ländereien katholischer Ir:innen und schätzte deren Ertragsfähigkeit ein. Für diese Tätigkeit ­wurde er fürstlich entlohnt und so zum größten Land­besitzer Irlands.

25STATjournal 2 – 2026 Einst und heute Statistische Bibliothek Jubiläums der Statistischen ZentralKONFUSION 1863–1913« lässt den humorvoll­satirischen Charakter dieser Sonderausgabe erkennen. [1]
Inhaltlich finden sich darin verschiedene Märchen, z. B. zum Ursprung der Statistik, sowie fühlbar augenzwinkernd kommentierte Statistiken zum Familien stand der Mitarbeiter:innen der Statisti­ schen Zentralkommission. [2] Kaiserlicher Volkszählungs­ fragebogen Ein weiteres Highlight ist der von Kaiser Franz Joseph I. eigenhändig ausgefüllte ▶ »Anzeigen- zettel« der Volkszählung vom 31. Dezember 1900. 1 Ab Seite 22. 2 Die in der Publikation vorkommenden Bezeichnungen und Wertvorstellungen sind im Kontext ihrer Entstehungszeit (1913) zu verstehen. Statistiker:innen in Feierlaune Dass die Mitarbeiter:innen unserer Vorgänger­ institution keine Langeweiler:innen waren, son­ dern durchaus auch feiern und amüsante Feste organisieren konnten, zeigt der ▶ Bericht über die Feier zum 50. Jubiläum der Statistischen Zentral kommission. Das in einen hellblauen, mit Sternen verzierten Einband gefasste Büchlein schildert mit viel Charme den Ablauf des Festes am 26. November 1913. Darin überliefert ist neben dem Unterhaltungs­ programm des Abends und der Sitzordnung, auch die Gestaltung der Tischkarten: Diese bestanden aus den damals modernen Lochkarten – also Karten, wie sie zur Auszählung der Volkszählungs­ daten in Zählmaschinen verwendet wurden. Ergänzt wird der Bericht durch eine Extra­Aus­ gabe der Statistischen Mitteilungen – schon die Anmerkung »aus Anlaß der Festfeier des 50jährigen Einst und heute Statistische Bibliothek Bericht zur Jubiläumsfeier |
Passend zum Inhalt, in dem das zur » Statistischen Hymne « zweck­ entfremdete Kinderlied »Weißt du wieviel Sternlein stehen, auf dem blauen Himmelszelt... « mehrmals angestimmt wird, ist auch der Einband der Sonderausgabe blau und mit goldenen Sternen besetzt. 26 STATjournal 2 – 2026 Einst und heute  Statistische Bibliothek • Statistisches Jahrbuch für das Jahr 1868 –1881 • Statistisches Jahrbuch für die Republik Österreich 1992–1999/2000 • Statistische Monatsschrift (1875 –1917 sowie 1919 –1921) • Statistische Nachrichten 1923 –1938 • Statistische Nachrichten – Neue Folge: 1946 –2024 Folgende Bibliographien helfen Ihnen beim Auf­ finden thematisch relevanter Beiträge der beiden Schriftenreihen »Österreichische Statistik« und »­Beiträge zur österreichischen Statistik«: • Unterberger, J. (Wien 2025): ▶ »Die Schriftenreihe › Österreichische Statistik ‹ 1882–1919, Teil 1«. • Unterberger, J. (Wien 2025): ▶ »Die Schriftenreihe › Österreichische Statistik ‹ 1882–1919, Teil 2«. • Unterberger, J. (Wien 2025): ▶ »Die Schriften­ reihe › Beiträge zur österreichischen Statistik ‹ 1946–2000, Teil 1«. • Unterberger, J. (Wien 2025): ▶ »Die Schriften­ reihe ›Beiträge zur österreichischen Statistik ‹ 1946–2000, Teil 2«. Mit 705 × 460 mm weist das Formular ein stolzes Format auf. Viele Jahre lagerte er unter Verschluss im Bibliotheksarchiv, bis er mit dem Dienstantritt der neuen Generaldirektorin, Manuela Lenk, einen Platz in ihrem Büro bekam. Dort erinnert er an die lange Geschichte des Hauses. Dieser Fragebogen ist nicht nur ­deshalb etwas Besonderes, weil er vom damaligen Herrscher per­ sönlich ausgefüllt wurde, sondern auch, weil kein anderer Volkszählungsfragebogen außer diesem erhalten geblieben ist. Nach den damals geltenden Vorschriften wurden alle Fragebögen, deren Lage­ rung enorme Platzressourcen erfordert hätte, nach wenigen Jahren vernichtet – zum Leidwesen vieler heutiger Ahnenforscher:innen.   HISTORISCHE DIGITALISATE  Folgende Publikationen können (zur Gänze bzw. teil­ weise) als PDFs angefordert werden: • Beiträge zur österreichischen Statistik 1946 –2000 (Großteil digitalisiert) • Darstellung der oesterreichischen Monarchie in statistischen Tafeln (1828 –1865) • Ergebnisse der Volkszählungen von 1857, 1869, 1880, 1890, 1900, 1910, 1920, 1923, 1934, 1951, 1961, 1971, 1981, 1991 und 2001 • Mittheilungen über Handel, Gewerbe und Ver­ kehrsmittel sowie aus dem Gebiethe der Statistik 1850 und 1851 sowie Mittheilungen aus dem Gebiethe der Statistik (1852–1874) • Oesterreichische Statistik 1882–1919 (Schriften­ reihe; wichtigstes Datenquellenwerk der Monarchie; enthält in den Jahren 1882–1884 die Ergebnisse der Volkszählung von 1880) • Österreichisches Statistisches Handbuch 1914 –1916/1917 • Österreichisches Statistisches Handbuch für die im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder 1882 –1913 (bis 1895: Oesterreichisches) • Statistisches Handbuch für den Bundesstaat ­Österreich 1933 –1937 • Statistisches Handbuch für die Republik Öster­ reich 1920 –1933 • Statistisches Handbuch für die Republik Öster­ reich 1950 –1991 Oesterreichische ­Statistik ­Jahrgang 1886 | Wer statistische Informationen zur österreichi­ schen Monarchie recherchiert, kommt an dieser Schriftenreihe kaum vorbei und findet hier eine der verlässlichsten zeitgenössi­ schen Quellen.

27STATjournal 2 – 2026 Einst und heute Statistische Bibliothek Statistik Austria (Hg.) (Wien 2001–2003): » Kulturstatistik 2000–2002«. Unterberger, J. (Wien 1990): »Bibliotheks- Benutzer statistik 1965–1990« (SPFD­Datei). v. Krosik (Hg.) / Meitzen: »Geschichte der Statis- tik«, 3. Bevölkerungsstatistik, § 13 Anknüpfung an die Kirchenbücher, S. 15. v. Wurzbach, C. (Wien 1856–1891): »Biographi- sches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich«. Wagner, D. P .: ▶ »Publishing History, Republics«. Literaturverzeichnis Bureau der K. K. Statistischen Central-Commission (Hg.) (Wien 1875–1895): »Statistische Monats- chrift« Jg. 1–21. K.K. Statistische Central-Commission (Hg.) (Wien 1876): »Statistische Monatschrift; Neue Folge« Jg. 1 (Jg. 22 der ganzen Reihe). Kurz, H. D. (Hg.) (München 2008): »William Petty«, in: »Klassiker des ökonomischen Denkens Band 1; Von Adam Smith bis Alfred Marshal«, S. 31–45. o.A. (Wien 1913): » Jubiläumsfeier der Statisti- schen Zentralkommission am 26. November 1913«. Österreichisches Statistisches Zentralamt (Hg.) (Wien 1974): »Die Entwicklung der Amtlichen Statistik in Österreich im Spiegel ausgewählter Dokumente«. Österreichisches Statistisches Zentralamt (Hg.) (Wien 1986–2000): »Kulturstatistik 1985–1999«. Österreich-Ungarn (Hg.) (Wien 1874–1918):
»Hof- und Staats-Handbuch der Österreichisch- Ungarischen Monarchie«, div. Jge. Österreich (Hg). (Wien 1844–1873): »Hof- und Staats-Handbuch des Kaiserthums Österreich«, div. Jge. Ortiz, J. M. (2022): »William Petty«, EBSCO Know­ ledge Advantage. RatSWD (Hg.) /Wagner, G. G. (Berlin 2015):
» ▶ Anfänge der amtlichen Statistik und der Sozialb erichterstattung: die › politische Arith- metik ‹ «, RatSWD Working Paper, No. 244, Rat für Sozial­ und Wirtschaftsdaten (RatSWD). 28STATjournal 2 – 2026 ASEP ist als langfristig angelegte Forschungs­ dateninfrastruktur für die Sozial­ und Wirtschafts­ wissenschaften konzipiert, die Befragungs­ und Registerdaten verbindet, um die thematische Breite sozioökonomischer Lebensbedingungen und deren Wandel im Längsschnitt abzubilden. Statistik Austria führt ASEP mit Fördermitteln des Bundesministeriums für Frauen, Wissenschaft und Forschung durch. ASEP beinhaltet eine wissen­ schaftliche Koordination, die aktuell vom Institut für Höhere Studien (IHS) durchgeführt wird, und dem Projekt ist ein wissenschaftlicher Beirat zur Seite gestellt. 3 zentrale Ziele von ASEP

  1. Ermöglichung der Analyse sozioökonomischer Themenbereiche im Lebensverlauf und in einer intergenerationalen Perspektive sowie die Ermöglichung, wirtschaftliche und soziale Lebensverhältnisse in ihrer Wechselwirkung mit subjektivem Wohlbefinden, Einstellungen, Präferenzen, Werten und Verhaltensweisen betrachten zu können
  2. Datennutzung durch Wissenschaftler:innen unterschiedlicher Disziplinen der Sozial­ und Wirtschaftswissenschaften sowohl national als auch international
  3. Erweiterung der Möglichkeiten für Grundlagen­ forschung in und zu Österreich sowie für Monitor­ ing und Evaluierungen politischer Maßnahmen und deren Implementierung Austrian Socio-Economic Panel (ASEP) Langfristige Forschungsdaten für Österreich Aussagekräftige Daten zu sozioökonomischen Lebenslagen im Zeitverlauf stellen eine zentrale Voraussetzung für fundierte Grundlagenforschung und evidenzbasierte Politik gestaltung dar. Während sich langlaufende Haushaltspanelstudien, wie etwa das deutsche Sozio­oekonomische Panel, die britische Household Longitudinal Study oder das Schweizer Haushaltspanel international seit Jahrzehnten als unverzicht­ bare Datengrundlage etabliert haben, fehlte eine vergleichbare Dateninfra struktur bislang in Österreich. Mit dem Austrian Socio ­Economic Panel (ASEP) wird diese Lücke nun geschlossen. Marc Plate Luisa Dangl Valentina Kropfreiter Angelika Grabher-Wusche Patrick Lazarevic Georg Kanitsar •
    Monika Mühlböck
    Institut für Höhere Studien 29STATjournal 2 – 2026 Austrian Socio-Economic Panel (ASEP) Langfristige Forschungsdaten für Österreich Der ADCOL enthält ausgewählte Registermerk­ male für die vollständige Registerpopulation der Haushalte in Österreich. Sie stehen jährlich rück­ wirkend bis ins Jahr 2015 zur Verfügung. Der ASEP­ Survey wird für eine Stichprobe der Privathaus­ halte in Österreich ab dem Jahr 2025 verfügbar sein. Die Nettostichprobe der 1. Welle (2025) umfasst rund 5 000 Haushalte. Für das Survey­ sample können die ASEP­Survey­Befragungsdaten und die ADCOL­ Registerdaten mit einander ver­ knüpft werden, wodurch Längsschnittanalysen bereits ab der 1. ASEP­Survey­Welle möglich sind. Thematische Breite ASEP setzt sich aus 7 zentralen Themen­ bereichen zusammen: Familie und Demographie, Bildung, Arbeit, Einkommen, Wohnen, Gesundheit sowie Einstellungen, Persönlichkeit und Verhalten. Der ASEP­Survey gliedert sich dabei in einen Haus­ haltsfragebogen inklusive Haushaltsraster, einen Personenfragebogen und einen Kinderproxyfrage­ bogen, die jeweils verschiedene Inhalte zu diesen Themenbereichen enthalten. ▶ Grafik 2 Um diese Ziele zu erfüllen, wird die wissen­ schaftliche Community aktiv in die Konzeption und Weiterentwicklung von ASEP eingebunden. Die Erhebungsinstrumente sind thematisch breit angelegt, und die Orientierung an Referenzstudien aus anderen Ländern ermöglicht internationale Vergleichbarkeit. Umfangreiche Qualitätssiche­ rungsmaßnahmen, methodische Experimente zur Absicherung der gewählten Vorgehensweise sowie ein konsequent metadatenbasiertes Daten­ management gewährleisten eine hohe Qualität der Datenprodukte. Ein zentrales Innovationsmerkmal von ASEP stellt die Möglichkeit zur systematischen Verknüpfung von Befragungs­ und Registerdaten dar, die zusätzliche analytische Tiefe und Validie­ rungspotenziale eröffnet. Datenstruktur ASEP setzt sich aus 2 miteinander verknüpfba­ ren Bestandteilen zusammen: dem Befragungsteil »ASEP­Survey« und dem Registerteil »Adminis­ trative Data Collection for the Social Sciences« (ADCOL). ▶ Grafik 1 Grafik 2
    Themenbereiche
    Überblick Q: STATISTIK AUSTRIA, ASEP . Grafik 1
    Konzept der ASEP-Forschungsdateninfrastruktur Vollständige Registerpopulation aller Haushalte in Österreich Registerdaten ab 2015 jährlich Befragungsdaten ab 2025 jährlich ADCOL Survey Registerdaten für Surveysample Befragungsdaten für Surveysample Stichprobe von Privathaushalten in Österreich Q: STATISTIK AUSTRIA, ASEP . 30 STATjournal 2 – 2026 Austrian Socio-Economic Panel (ASEP)  Langfristige Forschungsdaten für Österreich Die konkrete Ausgestaltung der Themenberei­ che, die Ausarbeitung der Surveyfragen und die Zusammenstellung des Erhebungsinstruments erfolgen durch die wissenschaftliche Koordination von ASEP in Abstimmung mit den thematischen Arbeitsgruppen und dem wissenschaftlichen Beirat. Dabei orientiert sich ASEP inhaltlich an vergleich­ baren Haushaltspanels anderer Länder, wie dem deutschen Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) und dem Schweizer Haushaltspanel (SHP), sowie dem Cross-National Equivalent File (CNEF), das harmoni­ sierte Daten für 9 Haushaltspanels bereitstellt. Der wissenschaftliche Beirat diskutiert in Arbeitsgruppen, die nach den 7 Themenbereichen organisiert sind und sich regelmäßig treffen, die Fragebogenitems und Frageformulierungen des Frage­bogenkerns sowie der rotierenden Module. Die wissenschaftliche Koordination organisiert und strukturiert ­diese Treffen und arbeitet die Ergebnisse der Diskussionsprozesse in die Erhe­ bungsinstrumente ein. Die offenen Module werden auf Basis von Ausschreibungen von der österreichi­ schen wie auch internationalen wissenschaftlichen Community eingebracht und auf Grundlage eines Peer-­Review-Verfahrens ausgewählt. Die finalen Entscheidungen zu den Erhebungsinstrumenten trifft der wissenschaftliche Beirat. Qualitätssicherung durch ­vielfältige Informationsquellen Die Qualität der Messinstrumente wird in ASEP insbesondere dadurch gewährleistet, dass in der Fragebogenentwicklung so weit wie möglich auf etablierte und validierte Surveyfragen zurück­ gegriffen wird. Zudem werden vor jeder Befra­ gungswelle ausgewählte Friendly User zu einem Pre-Test eingeladen, um technische und inhalt­ liche Verbesserungsmöglichkeiten am Fragebogen zu identifizieren. Vor dem erstmaligen Einsatz von Erhebungsinstrumenten werden darüber hinaus einzelne tiefergehende Pre-Tests durchgeführt. Um innerhalb des ASEP-Surveys eine Balance zwischen Kontinuität und Flexibilität zu gewähr­ leisten, werden 3 Fragebogenteile unterschieden: der Fragebogenkern, die rotierenden Module und die offenen Module. Der Fragebogenkern bildet das Fundament und umfasst die wichtigsten sozioöko­ nomischen Merkmale, die in jeder Erhebungswelle abgefragt werden, sowie zeitkonstante Items. Durch den Fragebogenkern können langfristige Entwick­ lungen der wichtigsten Variablen analysiert werden. Demgegenüber stehen die rotierenden Module, also in größeren Abständen periodisch wiederkehrende Items, mit denen über die Wellen hinweg unter­ schiedliche Schwerpunkte gesetzt werden können. Die offenen Module erlauben die Inklusion innova­ tiver und aktueller Fragestellungen innerhalb der Themenbereiche von ASEP und darüber hinaus. Fragebogen Entwicklung durch die wissen­ schaftliche Community ASEP ist als wissenschaftsgeleitetes Haus­ haltspanel konzipiert. Das bedeutet, dass die im Survey zu erhebenden Variablen und Merkmale nach wissenschaftlichen Kriterien, ausgehend von einem wissenschaftlichen Erkenntnisinteresse, durch die wissenschaftliche Community bestimmt werden. Diese wird in ASEP insbesondere durch den international und interdisziplinär zusam­ mengesetzten wissenschaftlichen Beirat und die aktuell am IHS angesiedelte wissenschaftliche Koordination sowie durch thematische Arbeits­ gruppen vertreten. Die Arbeitsgruppen vereinen über 50 Expert:innen verschiedener wissenschaft­ licher Disziplinen (u. a. Soziologie, Ökonomie, Politikwissenschaft, Demographie, Psychologie) in unterschiedlichen Karrierestadien, die an aka­ demischen und außerakademischen Institutionen in Österreich bzw. darüber hinaus in Europa zu den jeweiligen Themenbereichen forschen.