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Menschen mit Behinderungen in Österreich
starken Beeinträchtigungen die Infrastruktur des Wohnumfeldes mitentscheidend zu sein,
denn während im ländlichen Raum beinahe drei Viertel von ihnen keinerlei öffentliche
Verkehrsmittel nutzten, war es in Kleinstädten nur etwas mehr als die Hälfte und in
städtischen Gebieten lediglich ein knappes Viertel.
Tabelle 50: Häufigkeit der Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln nach Urbanisierungs-
grad und gesundheitsbedingten Einschränkungen bei Alltagsaktivitäten 2024 (in Prozent)
Häufigkeit der
Nutzung, Grad der
Urbanisierung
Personen
insgesamt
Nicht
eingeschränkt
Stark & etwas
eingeschränkt
zusammen
Stark
eingeschränkt
Etwas
eingeschränkt
Dicht besiedeltes Gebiet (Stadt)
Täglich
31,9
34,3
25,9
21,8
27,5
Jede Woche
31,0
29,5
34,5
32,5
35,3
Jeden Monat
13,5
13,9
12,3
(7,0)
14,4
Seltener als einmal
im Monat
13,4
13,5
13,1
14,0
12,8
Nie
10,3
8,8
14,0
24,7
10,0
Gebiet mit mittlerer Besiedlungsdichte (kleinere Städte und Vororte)
Täglich
10,1
10,6
8,9
(11,4)
7,9
Jede Woche
13,3
14,1
11,7
(9,5)
12,6
Jeden Monat
11,2
11,5
10,4
(9,4)
10,8
Seltener als einmal
im Monat
27,7
29,0
24,7
17,4
27,8
Nie
37,8
34,9
44,3
52,3
40,9
Dünn besiedeltes Gebiet (Ländliche Gebiete)
Täglich
5,9
7,3
2,7
(1,4)
3,2
Jede Woche
6,7
7,8
4,6
(5,8)
4,1
Jeden Monat
7,0
7,5
5,8
(4,9)
6,0
Seltener als einmal
im Monat
27,5
30,3
21,3
14,2
23,7
Nie
52,9
47,0
65,6
73,7
62,9
Quelle: STATISTIK AUSTRIA, EU-SILC 2024. – Bevölkerung in Privathaushalten im Alter ab 16 Jahren. – ( )
Werte, für die in der Randverteilung weniger als 50 oder in der Zelle weniger als 20 ungewichtete Fälle
vorhanden sind.
Menschen mit Behinderungen in Österreich 137 von 202 Bei Personen, die öffentliche Verkehrsmittel seltener als einmal im Monat oder nie nutzten, wurde zusätzlich gefragt, warum sie diese Verkehrsmittel nicht häufiger bzw. gar nicht in Anspruch nahmen. Es war jeweils der Hauptgrund anzugeben, Mehrfachantworten waren nicht möglich. Tabelle 51 zeigt: Jeweils mehr als die Hälfte der Menschen mit Behinderungen wie auch der Menschen ohne Behinderungen hatte keinen Bedarf (55,6 % respektive 58,8 %). Der zweithäufigste Grund war in beiden Gruppen „keine öffentlichen Verkehrsmittel verfügbar“ (14,8 % respektive 16,0 %). Tabelle 51: Hauptgrund für Nicht-Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln nach gesundheitsbedingten Einschränkungen bei Alltagsaktivitäten 2024 (in Prozent) Grund für Nicht- Nutzung Personen insgesamt Nicht eingeschränkt Stark & etwas eingeschränkt zusammen Stark eingeschränkt Etwas eingeschränkt Zu teuer 2,3 2,2 2,5 (2,1) 2,6 Keine öffentlichen Verkehrsmittel verfügbar 15,6 16,0 14,8 11,1 16,3 Kein barrierefreier Zugang möglich 1,3 (0,2) 3,3 8,6 1,1 Intervalle sind zu groß oder Fahrplan ist unpassend 9,3 10,0 8,0 4,2 9,6 Zu lange Wegzeit 6,1 6,6 5,0 5,1 5,0 Sicherheitsbedenken 0,7 (0,3) 1,6 (3,8) (0,6) Kein Bedarf 57,8 58,8 55,6 48,9 58,5 Anderer Grund 6,9 5,8 9,2 16,2 6,3 Quelle: STATISTIK AUSTRIA, EU-SILC 2024. – Bevölkerung in Privathaushalten im Alter ab 16 Jahren. – ( ) Werte, für die in der Randverteilung weniger als 50 oder in der Zelle weniger als 20 ungewichtete Fälle vorhanden sind. Differenziert man ferner zwischen Personen mit starken Einschränkungen bei Alltagsaktivitäten und jenen, die etwas einschränkt waren, zeigen sich Unterschiede in den Hauptgründen für die Nichtnutzung: Erstere hatten zwar auch sehr oft, aber deutlich weniger häufig keinen Bedarf an öffentlichen Verkehrsmitteln (48,9 % gegenüber 58,5 %). Auch die mangelnde Verfügbarkeit öffentlicher Verkehrsmittel ist für Personen mit starken Aktivitätseinschränkungen seltener der Hauptgrund für die Nicht-Nutzung (11,1 %
138 von 202 Menschen mit Behinderungen in Österreich gegenüber 16,3 %). Demgegenüber war für sie beinahe achtmal so häufig ein mangelnder barrierefreier Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln der primäre Grund, diese nicht bzw. nicht häufiger zu nutzen (8,6 % gegenüber 1,1 %). Auch die Antwortoption „andere Gründe“ traf für Personen mit starken Einschränkungen wesentlich häufiger zu als für Personen, die etwas eingeschränkt waren (16,2 % gegenüber 6,3 %).
Menschen mit Behinderungen in Österreich 139 von 202 8 Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie In diesem Kapitel werden Auswertungen aus der Erhebung über die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in Haushalten (IKTH) vorgestellt. Die Ergebnisse beziehen sich auf Personen zwischen 16 und 74 Jahren in Privat- haushalten. Im ersten Abschnitt geht es um das Thema Internetnutzung allgemein. Es wird beleuchtet, in welchem Ausmaß und für welche Verwendungszwecke Personen mit Behinderungen im Internet aktiv sind. Der zweite Abschnitt des Kapitels fokussiert auf eine bestimmte Form von Online-Services, nämlich E- Government-Angebote von Ämtern, Behörden oder öffentlichen Einrichtungen. Auch hier werden Verbreitung und Verwendungszwecke der Nutzung analysiert, es wird aber auch auf die Fragen eingegangen, welche Probleme sich für Menschen mit Behinderungen bei der Inanspruchnahme dieser Services ergeben und warum diese Angebote von manchen Personen nicht genutzt werden. Internetnutzung Tabelle 52 illustriert, dass allgemein die große Mehrheit der Menschen in Österreich zwischen 16 und 74 Jahren in den drei Monaten vor der Befragung das Internet genutzt hat. Allerdings war die Quote der Nutzer:innen unter Personen mit Behinderungen mit 90,5 % geringer als unter Personen ohne Behinderungen mit 95,5 %. Während 91,9 % der Personen, die sich als etwas eingeschränkt bei Alltagsaktivitäten einstuften, das Internet genutzt hatten, waren es bei Personen mit starken Aktivitätseinschränkungen 84,9 %. Allgemein fielen Geschlechtsunterschiede gering aus.
140 von 202 Menschen mit Behinderungen in Österreich Tabelle 52: Anteil der Personen mit Internetnutzung in den letzten 3 Monaten nach gesundheitsbedingten Einschränkungen bei Alltagsaktivitäten und Geschlecht 2024 (in Prozent) Geschlecht Personen insgesamt Nicht eingeschränkt Stark & etwas eingeschränkt zusammen Stark eingeschränkt Etwas eingeschränkt Männer und Frauen 94,9 95,5 90,5 84,9 91,9 Männer 95,4 96,0 91,3 83,0 93,6 Frauen 94,4 95,1 89,7 87,0 90,3 Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Erhebung über den IKT-Einsatz in Haushalten 2024. – Bevölkerung in Privathaushalten im Alter von 16 bis 74 Jahren. Unterschiede in Hinblick auf das Alter der Befragten zeigt Tabelle 53. Von den 16- bis 24- Jährigen hatten 100 % in den drei der Befragung vorangegangenen Monaten das Internet genutzt. Bei Personen im Haupterwerbsalter von 25 bis 64 Jahren waren es 96,8 %, wobei hier Personen mit starken Aktivitätseinschränkungen mit 88,7 % eine etwas niedrigere Nutzungsrate aufwiesen als Personen, die etwas oder gar nicht bei Alltagsaktivitäten eingeschränkt waren. Von Personen im Pensionsalter zwischen 65 und 74 Jahren hatten nur mehr acht von zehn das Internet verwendet, wobei Personen mit und ohne Aktivitäts- einschränkungen eine ähnliche Nutzung aufwiesen. Tabelle 53: Anteil der Personen mit Internetnutzung in den letzten 3 Monaten nach gesundheitsbedingten Einschränkungen bei Alltagsaktivitäten und Alter 2024 (in Prozent) Alter Personen insgesamt Nicht eingeschränkt Stark & etwas eingeschränkt zusammen Stark eingeschränkt Etwas eingeschränkt 16–24 Jahre 100,0 100,0 (100,0) (x) (100,0) 25–64 Jahre 96,8 96,9 95,1 88,7 96,6 65–74 Jahre 79,9 79,9 76,3 75,5 76,5 Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Erhebung über den IKT-Einsatz in Haushalten 2024. – Bevölkerung in Privathaus- halten im Alter von 16 bis 74 Jahren. – ( ) Werte, für die in der Randverteilung weniger als 50 oder in der Zelle weniger als 20 ungewichtete Fälle vorhanden sind. – (x) Werte, die auf Randverteilungen mit weniger als 20 ungewichteten Fällen beruhen.
Menschen mit Behinderungen in Österreich
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Tabelle 54: Nutzungszwecke der Internetnutzer:innen in den letzten 3 Monaten nach
gesundheitsbedingten Einschränkungen bei Alltagsaktivitäten 2024 (in Prozent)
Zweck der
Internetnutzung
Personen
insgesamt
Nicht
eingeschränkt
Stark & etwas
eingeschränkt
zusammen
Stark
eingeschränkt
Etwas
eingeschränkt
E-Mails
89,9
91,2
84,6
73,4
87,2
Telefonieren oder
Video-Anrufe
72,9
73,6
68,3
61,0
70,1
Soziale Netzwerke1
68,2
70,6
58,4
52,5
59,8
Sofortnachrichten
92,0
93,4
87,4
81,7
88,7
Suche zu Waren oder
Dienstleistungen
82,1
83,6
75,5
60,8
79,0
Nachrichten oder
Magazine lesen
69,7
71,4
63,0
49,1
66,3
Meinungen zu
gesellschaftlichen oder
politischen Themen
posten
13,0
12,1
13,1
11,9
13,4
An Konsultationen
oder Abstimmungen
zu gesellschaftlichen
oder politischen
Themen teilnehmen
11,9
11,7
11,8
9,5
12,4
Gesundheitsinforma-
tionen suchen
68,5
67,7
72,4
67,7
73,5
Ärztliche Termine
vereinbaren
29,0
27,9
29,5
30,8
29,2
Befunde oder
Gesundheitsdaten
abfragen
24,2
22,3
30,3
33,9
29,4
Andere Online-
Dienstleistungen2
7,7
6,9
7,9
(8,3)
7,8
Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Erhebung über den IKT-Einsatz in Haushalten 2024. – Bevölkerung in Privathaus-
halten im Alter von 16 bis 74 Jahren. – Mehrfachangaben möglich. – ( ) Werte, für die in der Randverteilung
weniger als 50 oder in der Zelle weniger als 20 ungewichtete Fälle vorhanden sind. – 1) Unter der Nutzung
sozialer Netzwerke sind z. B. das Erstellen eines Profils, das Posten von Nachrichten oder sonstigen Beiträ-
gen gemeint. – 2) Dienstleistungen anstelle eines ärztlichen Termins oder Krankenhausbesuchs.
142 von 202 Menschen mit Behinderungen in Österreich Personen mit Behinderungen, die in den drei Monaten vor der Befragung das Internet verwendet hatten, gaben als häufigste Zwecke der Internetnutzung das Versenden oder Empfangen von Sofortnachrichten (87,4 %), die Kommunikation via E-Mail (84,6 %) und die Online-Suche nach Informationen zu Waren oder Dienstleistungen (75,5 %) an, wobei Mehrfachnennungen zulässig waren (Tabelle 54). Auch Personen ohne Behinderungen wählten die genannten drei Zwecke am häufigsten, wenn auch jeweils mit höheren Anteilen. Auch das (Video-)Telefonieren und die Nutzung sozialer Netzwerke wurden etwas bzw. deutlich öfter von Personen ohne Behinderungen als Personen mit Behinderungen genannt, wohingegen es keinen wesentlichen Unterschied zwischen diesen beiden Gruppen gab, wenn es um politische und gesellschaftliche Partizipation ging. Mit Gesundheit verbundene Verwendungszwecke der Internetnutzung bezogen sich auf folgende Aspekte: „Gesundheitsinformationen online suchen“, „Ärztliche Termine online vereinbaren“, „Befunde oder Gesundheitsdaten online abfragen“, „Andere Online- Dienstleistungen anstelle eines ärztlichen Termins oder Krankenhausbesuchs nutzen“. Diese Zwecke wurden teils etwa gleich oft und teils häufiger von Menschen mit Behinderungen als Zweck der Online-Aktivitäten angegeben. So gaben z. B. 30,3 % der Personen mit Aktivitätseinschränkungen bzw. 33,9 % derjenigen mit starken Einschränkungen an, das Internet zu nutzen, um Befunde oder persönliche Gesundheitsdaten abzufragen, während dieser Zweck nur bei 22,3 % der Personen ohne Behinderungen eine Rolle spielte. Nutzung von E-Government-Angeboten In diesem Abschnitt wird der Frage nachgegangen, ob und in welchem Ausmaß Personen zwischen 16 und 74 Jahren in den zwölf Monaten vor dem Befragungszeitpunkt E-Govern- ment-Angebote von Ämtern, Behörden oder öffentlichen Einrichtungen über Websites oder Apps für private Zwecke in Anspruch genommen hatten. Darüber hinaus wird auf Probleme bei der Nutzung dieser Services und Gründe für die Nichtnutzung eingegangen. Insgesamt hatten im Durchschnitt drei von vier Personen von E-Government-Services Gebrauch gemacht (Tabelle 55). Es gab jedoch ein Gefälle zwischen den Referenzgruppen. Während bei Personen ohne Aktivitätseinschränkungen die Nutzungsquote bei 77,2 % lag, belief sich der Anteil bei Personen, die etwas bei Alltagsaktivitäten eingeschränkt waren, auf 70,0 % und bei Personen mit starken Einschränkungen auf 56,4 %. Lediglich bei Personen mit starken Aktivitätseinschränkungen war das Geschlecht ein Faktor: Hier nutzten Männer zu 60,0 % E-Government-Angebote, Frauen hingegen zu 52,3 %.
Menschen mit Behinderungen in Österreich 143 von 202 Tabelle 55: Personen mit E-Government-Nutzung in den letzten 12 Monaten nach gesundheitsbedingten Einschränkungen bei Alltagsaktivitäten und Geschlecht 2024 (in Prozent) Geschlecht Personen insgesamt Nicht eingeschränkt Stark & etwas eingeschränkt zusammen Stark eingeschränkt Etwas eingeschränkt Männer und Frauen 75,0 77,2 67,3 56,4 70,0 Männer 75,5 77,7 68,1 60,0 70,3 Frauen 74,6 76,7 66,5 52,3 69,8 Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Erhebung über den IKT-Einsatz in Haushalten 2024. – Bevölkerung in Privathaus- halten im Alter von 16 bis 74 Jahren. E-Government-Services wurden zu 80,0 % von Personen im Haupterwerbsalter zwischen 25 und 64 Jahren in Anspruch genommen (Tabelle 56). Auch die 16- bis 24-Jährigen wiesen mit 74,0 % eine hohe Nutzungsrate auf. Demgegenüber verwendete lediglich jede zweite Person zwischen 65 und 74 derlei Services. Auch bei Personen mit Behinderungen gab es in der höchsten Altersgruppe weitaus weniger Nutzer:innen als bei den Jüngeren. Von allen Vergleichsgruppen die geringste Beteiligung hatten 65- bis 74-Jährige mit starken Einschränkungen bei Alltagsaktivitäten: Von ihnen nutzten nur knapp vier von zehn Personen E-Government-Services. Tabelle 56: Personen mit E-Government-Nutzung in den letzten 12 Monaten nach gesundheitsbedingten Einschränkungen bei Alltagsaktivitäten und Alter 2024 (in Prozent) Alter Personen insgesamt Nicht eingeschränkt Stark & etwas eingeschränkt zusammen Stark eingeschränkt Etwas eingeschränkt 16–24 Jahre 74,0 73,1 (87,9) (x) (88,2) 25–64 Jahre 80,0 81,8 75,3 63,4 78,1 65–74 Jahre 49,2 51,0 42,1 39,2 43,0 Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Erhebung über den IKT-Einsatz in Haushalten 2024. – Bevölkerung in Privathaus- halten im Alter von 16 bis 74 Jahren. – ( ) Werte, für die in der Randverteilung weniger als 50 oder in der Zelle weniger als 20 ungewichtete Fälle vorhanden sind. – (x) Werte, die auf Randverteilungen mit weniger als 20 ungewichteten Fällen beruhen.