Krebserkrankungen in Österreich 2024 – Krebsdiagnosen in einem frühen Erkrankungsstadium – In-situ-Tumore
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Krebsdiagnosen in einem frühen Erkrankungsstadium –
In-situ-Tumore
Als in-situ-Tumor bzw. Carnimona in situ (CIS)
bezeichnet man das Frühstadium eines epithe -
lialen Tumors ohne invasives Tumorwachstum.
Im Gegensatz zu einer Präkanzerose entspricht
ein In-situ-Tumor morphologisch einem invasiv
wachsenden Karzinom.
2022 trat bei knapp 6 500 Personen ein Carcino -
ma in situ auf. Frauen waren mit 71,6 % deutlich
stärker betroffen als Männer mit 28,4 %. Vor -
wiegend dazu beigetragen haben 2 652 In-situ-
Tumore des Gebärmutterhalses, Tendenz der
letzten Jahre steigend. Rund 40 % aller doku -
mentierten In-situ-Tumore betrafen den Gebär -
mutterhals. Gleichzeitig blieb die Anzahl der in -
vasiven Karzinome dieser Lokalisation mit rund
400 Neuerkrankungen pro Jahr relativ stabil.
Weitere Lokalisationen, an denen häufig In- situ-
Tumore festgestellt wurden, sind die Haut, die
Harnblase und die Brust.
Carcinoma in situ (CIS) – Fälle nach Lokalisation
2024
Q: STATISTIK AUSTRIA, Österreichisches Krebsregister (Stand 09.01.2024). – Lokalisationen lt. ICD-10: D00–D09 ohne D04.
Gebärmu�erhals (D06)
Harnblase (D09.0)
Melanoma in situ (D03)
Brust (D05)
Dickdarm und Enddarm (D01.0–D01.3)
Andere Carcinoma in situ15,0
20,1
7,9
40,912,4
3,7
Carcinoma in situ (CIS) – Fälle nach Lokalisation und Geschlecht
Österreich ab 2012
Lokalisation (ICD-10) 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022
Männer und Frauen
Insgesamt 4 057 4 477 5 066 5 160 5 109 5 369 6 164 6 019 6 115 6 410 6 481
Kopf, Hals (D00.0) 12 53 41 54 40 42 49 36 42 34 22
Speiseröhre (D00.1) 7 6 6 7 7 5 6 6 12 13 12
Magen (D00.2) 14 11 9 18 12 11 8 4 9 7 9
Dickdarm und Enddarm
(D01.0–D01.3) 247 255 338 287 278 262 186 142 261 239 239
Leber, Gallenblase und Gallen -
gänge (D01.5) 5 5 6 7 5 9 10 3 8 10 9
Kehlkopf (D02.0) 10 16 29 27 23 31 15 19 28 25 23
Krebserkrankungen in Österreich 2024 – Krebsdiagnosen in einem frühen Erkrankungsstadium – In-situ-Tumore
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Lokalisation (ICD-10) 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022
Luftröhre, Bronchien und
Lunge (D02.1–D02.2) 10 15 10 5 15 6 13 8 6 11 11
Haut (D03) 685 703 881 1 119 1 029 1 049 1 075 971 949 865 974
Brust (D05) 810 855 889 944 997 893 861 807 835 834 805
Gebärmutterhals (D06) 1 222 1 349 1 536 1 546 1 425 1 806 2 557 2 369 2 236 2 785 2 652
Sonstige weibliche Genital-
organe (D07.0 –D07.3) 84 120 105 107 94 105 141 170 163 181 203
Prostata (D07.5) 40 38 39 27 50 50 42 24 37 46 49
Harnblase (D09.0) 832 950 1 071 893 1 005 972 1 052 1 299 1 315 1 203 1 300
Sonstige Carcinoma in situ 79 101 106 119 129 128 149 161 214 157 173
Männer
Zusammen 1 285 1 459 1 640 1 592 1 660 1 650 1 665 1 823 1 934 1 763 1 839
Kopf, Hals (D00.0) 9 38 23 32 26 29 31 22 29 24 14
Speiseröhre (D00.1) 4 6 4 4 7 3 4 4 8 10 9
Magen (D00.2) 6 7 6 9 8 6 4 1 7 5 7
Dickdarm und Enddarm
(D01.0–D01.3) 140 167 222 185 165 139 101 85 153 137 138
Leber, Gallenblase und Gallen -
gänge (D01.5) 1 2 2 1 3 4 6 1 3 6 3
Kehlkopf (D02.0) 7 13 28 23 22 25 12 18 24 22 19
Luftröhre, Bronchien und
Lunge (D02.1–D02.2) 7 11 8 3 9 5 11 5 4 4 7
Haut (D03) 363 363 408 519 512 555 526 505 480 446 475
Brust (D05) 7 8 8 4 5 6 7 3 8 6 3
Prostata (D07.5) 40 38 39 27 50 50 42 24 37 46 49
Harnblase (D09.0) 645 734 831 706 762 736 814 1 021 1 043 952 995
Sonstige Carcinoma in situ 56 72 61 79 91 92 107 134 138 105 120
Frauen
Zusammen 2 772 3 018 3 426 3 568 3 449 3 719 4 499 4 196 4 181 4 647 4 642
Kopf, Hals (D00.0) 3 15 18 22 14 13 18 14 13 10 8
Speiseröhre (D00.1) 3 . 2 3 . 2 2 2 4 3 3
Magen (D00.2) 8 4 3 9 4 5 4 3 2 2 2
Dickdarm und Enddarm
(D01.0–D01.3) 107 88 116 102 113 123 85 57 108 102 101
Leber, Gallenblase und Gallen -
gänge (D01.5) 4 3 4 6 2 5 4 2 5 4 6
Kehlkopf (D02.0) 3 3 1 4 1 6 3 1 4 3 4
Luftröhre, Bronchien und
Lunge (D02.1–D02.2) 3 4 2 2 6 1 2 3 2 7 4
Haut (D03) 322 340 473 600 517 494 549 466 469 419 499
Brust (D05) 803 847 881 940 992 887 854 804 827 828 802
Gebärmutterhals (D06) 1 222 1 349 1 536 1 546 1 425 1 806 2 557 2 369 2 236 2 785 2 652
Sonstige weibliche Genital-
organe (D07.0 –D07.3) 84 120 105 107 94 105 141 170 163 181 203
Harnblase (D09.0) 187 216 240 187 243 236 238 278 272 251 305
Sonstige Carcinoma in situ 23 29 45 40 38 36 42 27 76 52 53
Q: STATISTIK AUSTRIA, Österreichisches Krebsregister (Stand 09.01.2024). – Lokalisationen lt. ICD-10: D00–D09 ohne D04.
Krebserkrankungen in Österreich 2024 – Krebserkrankungen im internationalen Vergleich
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Krebserkrankungen im internationalen Vergleich
Das European Cancer Information System (ECIS)
ist ein Projekt des Joint Research Centre der
Europäischen Kommission (JRC) und des euro -
päischen Netzwerks der Krebsregister (ENCR). In
der Webapplikation sowie auch auf der Webseite
werden sechs Hauptthemen dargestellt:
• geschätzte Inzidenz- und Mortalitätsraten für
das Jahr 2022
• langfristige Inzidenz- und Mortalitäts-
schätzungen bis zum Jahr 2040
• Schätzungen für das relative 5-Jahres-
Überleben 2000–2007
• Schätzungen der Prävalenz für das Jahr 2022
• historische Inzidenz- und Mortalitäts-
indikatoren bis zum letztverfügbaren
Berichtsjahr
• historische Daten zur Inzidenz von Kindern
und Jugendlichen
Krebsinzidenz
Im Vergleich der geschätzten altersstandardi -
sierten Krebsneuerkrankungsraten (alle Loka -
lisationen insgesamt) der europäischen Länder
wies Österreich im Jahr 2022 eine verhältnismä -
ßig niedrige Rate auf: Die Inzidenzrate der öster -
reichischen Männer lag auf Rang 26 und die der
Frauen auf Rang 25 (von 27 europäischen Län -
dern, beginnend beim höchsten Wert). Die nied -
rigsten Krebsneuerkrankungsraten wurden im
europäischen Vergleich bei den Frauen in Bulga -
rien, Litauen und Österreich dokumentiert. Bei
den Männern wurden die niedrigsten Raten in
Bulgarien, Österreich und Malta verzeichnet. Die
höchsten Neuerkrankungsraten wiesen die Frau -
en in Dänemark, den Niederlanden und Irland, die
Männer in Dänemark, Kroatien und Ungarn auf.
Die Neuerkrankungsrate der häufigsten Krebs -
erkrankung der österreichischen Männer, des
Prostatakrebses, lag im unteren Drittel (Rang 21).
Die Raten bei den Männern aus Litauen, Schwe -
den und Lettland waren am höchsten, während
die Männer aus Bulgarien, Italien und Malta die
niedrigsten Raten aufwiesen.
Auffallend sind starke Unterschiede beim Lun -
genkrebs. Die Neuerkrankungsrate der österrei -
chischen Männer war im europäischen Vergleich
eher gering (Rang 26), die der Frauen war jedoch
höher (Rang 10). Die niedrigsten Raten wurden bei
den Männern aus Schweden, Finnland und Öster-
reich, bei den Frauen aus Litauen, Bulgarien und
Portugal verzeichnet. Die höchsten Neuerkran -
kungsraten bei Lungenkrebs wiesen die Männer
aus Ungarn, Lettland und Griechenland sowie die
Frauen aus Lettland, Litauen und Malta auf.
Hinsichtlich der Neuerkrankungsrate bei Brust -
krebs lagen die Frauen in Österreich im unteren
Drittel (Rang 21). Die niedrigsten Neuerkran -
kungsraten bei Brustkrebs wurden bei den Frau -
en aus Bulgarien, Litauen und Estland dokumen -
tiert, die höchsten Raten hingegen bei den Frauen
aus Luxemburg, Belgien und Zypern.
Das Risiko für Männer und Frauen in Österreich,
an Darmkrebs zu erkranken, ist im EU-Vergleich
sehr gering. Die niedrigsten Raten wurden bei den
Männern wie auch bei den Frauen aus Österreich,
Litauen und Lettland verzeichnet. Die höchsten
Neuerkrankungsraten bei Darmkrebs wiesen die
Männer aus Dänemark, Ungarn und Kroatien so -
wie die Frauen aus Dänemark, den Niederlanden
und Schweden auf.
Krebserkrankungen in Österreich 2024 – Krebserkrankungen im internationalen Vergleich
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Krebsinzidenz im internationalen Vergleich
Altersstandardisierte Rate pro 100 000 Personen, 2020
Q: IARC / EUCAN: Schätzungen für 2020. – Alterstandardisierte Raten, Standardbevölkerung = Europäische Standardbevölkerung 1976.
0
100
200
300
400
500
600
700
800
900
Dänemark
Ungarn
Litauen
Estland
Slowakei
Frankreich
Irland
Slowenien
Belgien
Niederlande
Polen
Tschechien
EU-27
Portugal
Rumänien
Italien
Schweden
Spanien
Finnland
Griechenland
Deutschland
Zypern
Luxemburg
Malta
Österreich
Bulgarien
C61, Prostata
C33–C34, Lunge
C18–C21, Darm
0
100
200
300
400
500
600
700
800
900
Dänemark
Niederlande
Irland
Belgien
Zypern
Ungarn
Frankreich
Schweden
Slowenien
Finnland
Italien
Luxemburg
Malta
EU-27
Deutschland
Tschechien
Slowakei
Portugal
Polen
Estland
Griechenland
Rumänien
Spanien
Österreich
Litauen
Bulgarien
C50, Brust
C33–C34, Lunge
C18–C21, Darm
Männer
Frauen
Kroatien
Andere Lokalisationen
Lettland
Andere Lokalisationen
Lettland
Kroatien
Krebserkrankungen in Österreich 2024 – Krebserkrankungen im internationalen Vergleich 36 Krebsmortalität Die geschätzte Krebssterblichkeitsrate der Öster - reicher:innen lag im Jahr 2022 eher im unteren Drittel (Männer: Rang 22, Frauen: Rang 20 von 27 europäischen Ländern, beginnend beim höchs - ten Wert). Die Krebssterblichkeit war bei den Frauen aus Spanien, Finnland und Malta sowie bei den Männern aus Luxemburg, Malta und Finn- land am geringsten. Die höchsten Krebssterblich- keitsraten wiesen die Männer aus Kroatien, Polen und Estland sowie die Frauen aus Ungarn, Polen und Dänemark auf. Die Sterblichkeitsrate bei Prostatakrebs lag im Jahr 2022 bei den österreichischen Männern im unteren Mittelfeld (Rang 22). Am höchsten war die Sterblichkeitsrate bei Prostatakrebs bei den Männern aus Estland, Lettland und Polen, am ge - ringsten bei den Männern aus Italien, Malta und Spanien. Wie schon bei den Neuerkrankungsraten bei Lun- genkrebs (Männer: Rang 26, Frauen: Rang 10), war auch bei den Sterblichkeitsraten ein großer Geschlechtsunterschied erkennbar: Die Lungen - krebssterblichkeit war bei den Frauen im euro - päischen Vergleich deutlich höher (Rang 12) als bei den Männern (Rang 23). Die geringste Sterb - lichkeit im europäischen Vergleich verzeichneten die Männer aus Schweden, Finnland und Irland sowie die Frauen aus Litauen, Lettland und Malta. Besonders hohe Lungenkrebssterblichkeitsraten wiesen bei den Männern Ungarn, Kroatien und Polen, bei den Frauen Ungarn, Dänemark und die Niederlande auf. Bei den Raten zur Brustkrebssterblichkeit lag Ös - terreich im Vergleich der europäischen Länder auf Rang 15, beinahe exakt im Mittelfeld. Die gerings- te Brustkrebssterblichkeit im internationalen Ver- gleich war in Spanien, Kroatien und Finnland zu beobachten, die höchste in Zypern, der Slowakei und Polen. Die Inzidenzraten bei Darmkrebs der Männer und Frauen aus Österreich lagen auf dem letzen Rang (27), jedoch war die Sterblichkeitsrate bei den österreichischen Männern (Rang 24) etwas schlechter als bei den Frauen (Rang 26). Die nied - rigsten Sterblichkeitsraten für Darmkrebs wiesen Männer aus Irland, Malta und Finnland sowie bei den Frauen aus Irland, Österreich und Lettland auf. Die höchste Darmkrebssterblichkeit im inter- nationalen Vergleich wiesen die Männer aus Kroa- tien, Ungarn und der Slowakei auf, bei den Frauen waren die Raten in Kroatien, Ungarn und Zypern am höchsten. Krebserkrankungen in Österreich 2024 – Krebserkrankungen im internationalen Vergleich 37 Krebsmortalität im internationalen Vergleich Altersstandardisierte Rate pro 100 000 Personen, 2020 Q: IARC / EUCAN: Schätzungen für 2020. – Alterstandardisierte Raten, Standardbevölkerung = Europäische Standardbevölkerung 1976. 0 100 200 300 400 500 Polen Estland Ungarn Slowakei Litauen Rumänien Slowenien Zypern Portugal Bulgarien Tschechien Griechenland EU-27 Frankreich Niederlande Dänemark Italien Deutschland Spanien Belgien Österreich Irland Schweden Finnland Malta Luxemburg C61, Prostata C33–C34, Lunge C18–C21, Darm 0 100 200 300 400 500 Ungarn Polen Dänemark Slowakei Zypern Niederlande Slowenien Irland Rumänien Schweden Deutschland Italien EU-27 Estland Tschechien Frankreich Litauen Belgien Österreich Portugal Griechenland Bulgarien Luxemburg Malta Finnland Spanien C50, Brust C33–C34, Lunge C18–C21, Darm Männer Frauen Andere Lokalisationen Kroatien Lettland Andere Lokalisationen Lettland Kroatien