Die Bevölkerung Österreichs wird bis 2040 um
ca. 8 % wachsen (Österreichischer Krebsreport,
Statistik Austria, Bevölkerungsprognose 2022).
Besonders der Anteil älterer Menschen (65+) wird
überproportional ansteigen (um etwa 50 %). Da -
mit geht auch ein entsprechender Anstieg von
Krebsneuerkrankungen in dieser Altersgruppe
(hohe Risikogruppe) einher. „Wir sehen diese
Entwicklung mit großer Sorge,“ so Univ.-Prof. Dr.
Ewald Wöll, Präsident der Österreichischen Ge -
sellschaft für Hämatologie und Medizinische On -
kologie. „Die onkologische Versorgung von Men -
schen mit Krebs steht bereits jetzt – nicht zuletzt
durch den bekannten Personalmangel – vor gro -
ßen Herausforderungen. Wenn wir in den nächs -
ten Jahren einerseits mit einer massiven Zunah -
me von Neuerkrankungen konfrontiert sind und
andererseits mit einer erfreulich längeren Überle-
benszeit, müssen JETZT dringende Maßnahmen
umgesetzt werden, um auch weiterhin eine op -
timale onkologische Versorgung – in jeder Phase
der Erkrankung – zu gewährleisten.“
Der Österreichische Krebsreport ist im Internet
unter krebsreport.at zu finden.
Grußwort des fachstatistischen Generaldirektors von Statistik Austria
Jedes Jahr erkranken etwa 44 000 Menschen in Österreich an Krebs. Aktuell leben hierzulande
rund 400 000 Personen mit einer Krebsdiagnose – und die Zahl der Krebsneuerkrankungen wird
in den kommenden Jahren aufgrund des steigenden Anteils älterer Menschen weiter zunehmen.
Krebs ist die zweithäufigste Todesursache in Österreich. Wir wissen aber auch, dass die Überle -
benschancen steigen und zu den höchsten in Europa zählen. Die Fortschritte in der Diagnostik, in
der Pharmakologie sowie in der operativen und strahlentherapeutischen Behandlung onkologi -
scher Erkrankungen spiegeln sich in den Daten der Krebsstatistik wider.
Der Österreichische Krebsreport führt heuer zum bereits dritten Mal aktuelle Erkenntnisse aus
den Bereichen Epidemiologie, Prävention und Früherkennung sowie der Versorgung von Krebs -
patient:innen zusammen und zeigt den Forschungsbedarf und die Herausforderungen der Krebs -
forschung auf – mit dem Ziel, die Vorsorge zu stärken, frühzeitige Diagnosen zu fördern und die
Infrastruktur für die Versorgung der Erkrankten richtig zu dimensionieren. Die Datenbasis für die
Beobachtung und Analyse des Krebsgeschehens in Österreich, für die Evaluation gesundheitspoli -
tischer Maßnahmen, aber auch für weitere Forschung liefert das Österreichische Nationale Krebs -
register der Statistik Austria. Das Register erfasst seit etwa 40 Jahren auf gesetzlicher Grundlage
für ganz Österreich Daten zu Krebserkrankungen, auf deren Basis jährlich die Krebsstatistik er -
stellt und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird. Die Anzahl der Krebsneudiagnosen, der
Überlebenswahrscheinlichkeiten nach einer Krebsdiagnose sowie die Zahl der aktuell von einer
Krebserkrankung betroffenen Personen lassen sich in der Krebsstatistik in einer Zeitreihe darstel -
len und nach tumorspezifischen und demografischen Merkmalen gliedern. Die Daten sind damit
nicht nur national von großer Bedeutung, sondern auch ein Beitrag Österreichs zu einschlägigen
internationalen wissenschaftlichen Studien.
So wie die Versorgung von Krebspatient:innen ein multiprofessionelles Team benötigt, sind auch
die Erstellung und die Auswertung der Krebsstatistik Teamarbeit. Es braucht nicht nur die Experti -
se von Statistik Austria bei der Registerführung und der Erstellung wissenschaftlich hochwertiger
Statistiken und Analysen, sondern auch Strukturen in den Spitälern, die die Datenlieferung ermög-
lichen und vereinfachen – Stichwort Digitalisierung und Interoperabilität –, sowie auch Menschen,
die die Krebsfälle präzise dokumentieren. Ihnen möchten wir an dieser Stelle herzlich für ihren Bei-
trag zur Qualität des Krebsregisters und damit auch zur österreichischen Krebsstatistik danken.
Prof. Dr. Tobias Thomas
Inhalte des Österreichischen Krebsreports
Epidemiologie
• So valide sind Prognosen zu Krebsneuerkrankungen in Österreich
(M. Hackl, P . Pohl, A. Weltermann, F. Trauner, A. Gerger)
Vorsorge und Früherkennung
• Vorsorge und Früherkennung: Änderungen bei zwei Früherkennungsprogrammen
und einer Krebsvorsorgemaßnahme (D. Kiefhaber, Kommentar von P . Fickert)
• Humangenetische Beratung und Diagnostik bei erblichen Krebserkrankungen:
Bedeutung für Betroffene und Angehörige (J. Geigl, M. Speicher, E. Heitzer)
Versorgung von Menschen mit Krebserkrankungen
• Die EU-HTA-Verordnung im Kontext der EU Triple A: Access, Availability, Affordability
(C. Wild, Kommentar von A. Gerger)
• EUnetworkCCC (CCCN) – europaweite Vernetzung der Krebsmedizin (D. Wolf)
• E-Health in der Hämatologie und Onkologie in Österreich (A. Weltermann
• Positionspapier der AHOP & OeGHO 2023 – Executive Summary:
Cancer Nurse – Drehscheibe der Krebsversorgung (G. Kahlhammer)
• Wirksamkeit psychoonkologischer Interventionen in der Krebsbehandlung
(G. Schubert-Sonnbichler, K. Isak)
• Hospiz- und Palliativversorgung (E. K. Masel)
Onkologische Forschung
• Der Wert der von der Pharmaindustrie geförderten klinischen Arzneimittelforschung
und - entwicklung (I. Vancata)
• Publikatorischer Output der Krebsforschung in Österreich in den Jahren 2020–2022
(A. Gerger, M. Micksche)
Fachgesellschaften
Berichtsjahr 2023 onkologisch spezialisierter Fachgesellschaften:
Versorgung – klinische Forschung – Digitalisierung
Mitwirkende Fachgesellschaften:
• Österreichische Gesellschaft für Hämatologie & Medizinische Onkologie (OeGHO)
• Arbeitsgemeinschaft für Gynäkologische Onkologie – Austria (AGO Austria der OEGGG)
• Arbeitsgemeinschaft für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie (AGPHO)
• Österreichische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (ÖGDV)
• Österreichische Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie (ÖGGH)
• Österreichische Gesellschaft für Nuklearmedizin und Molekulare Bildgebung (OGNMB)
• Österreichische Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP)
• Österreichische Gesellschaft für Klinische Pathologie und Molekularpathologie (ÖGPath/IAP Austria)
• Österreichische Gesellschaft für Radioonkologie (ÖGRO)
• Österreichische Gesellschaft für Senologie (ÖGS)
• Österreichische Gesellschaft für Urologie und Andrologie (ÖGU)
• Österreichische Palliativgesellschaft (OPG)