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Krebserkrankungen in Österreich 2024 – Krebsepidemiologie: Leukämie (C91–C95) 177 Relatives 5-Jahres-Überleben
Leukämie (C91–C95), in Prozent Q: STATISTIK AUSTRIA, Österreichisches Krebsregister (Stand 09.01.2024) und Todesursachenstatistik. – Ende des Follow-up 31.12.2023. – CRS: cumulative relative survival. 0 20 40 60 80 100 0–44 Jahre 45–59 Jahre 60–74 Jahre 75 Jahre u. älter 2004–2008 2014–2018Diagnosezeitraum: 95 %-Konfidenzintervall Alter bei Diagnose Qualitätsmerkmale
Leukämie (C91–C95), Jahresdurchschnitt 2020–2022 Qualitätsmerkmale Männer und Frauen Männer Frauen Mortalität/Inzidenz-Ratio 0,66 0,62 0,71 DCO-Rate in % 17,0 15,1 19,6 Unspezifische Morphologie in % 3,7 3,2 4,4 Unbekanntes Stadium in % . . . Mikroskopisch verifiziert in % 72,2 73,8 69,9 Q: STATISTIK AUSTRIA, Österreichisches Krebsregister (Stand 09.01.2024) und Todesursachenstatistik. Morphologie der Krebsneuerkrankungen Leukämie (C91–C95), Jahresdurchschnitt 2020–2022 Morphologie, ohne DCO -Fälle Männer Frauen absolut in % absolut in % Insgesamt 647 100,0 438 100,0 B-Zell-Neoplasien 245 37,8 130 29,7 T-Zell- und NK-Zell-Neoplasien 16 2,5 12 2,8 Myeloische Neubildungen 328 50,7 251 57,2 Bösartige Neubildungen m. n. A. 19 2,9 19 4,3 Bösartige Neubildungen o. n. A. 39 6,0 26 6,0 Q: STATISTIK AUSTRIA, Österreichisches Krebsregister (Stand 09.01.2024) und Todesursachenstatistik. – *) Diese Werte beziehen sich auf die jeweils übergeordnete Gruppe.

Dieses Kapitel beschreibt die Maßnahmen, die im Österreichi- schen Nationalen Krebsregister umgesetzt werden, um hoch- qualitative und international vergleichbare Datenbestände zu erstellen. Dazu gehören die Anwendung internationaler Klassifikationen, die Umsetzung internationaler Regeln und die Standardisierung der Ergebnisse entsprechend der Bezugsbevölkerung. Ebenfalls in diesem Kapitel finden Sie Hinweise zur Präsen- tation der Krebsstatistik auf den Webseiten von Statistik Austria sowie der Nutzung der Daten in nationalen Medien wie zum Beispiel dem Österreichischen Krebsreport und in inter- nationalen Studien. Weiterführende Literatur und ein Glossar runden das Kapitel ab. Teil C:
Weiterführende Informationen Krebserkrankungen in Österreich 2024 – Methodische Hinweise 180 Methodische Hinweise Internationale Empfehlungen Die Gestaltung der Datensammlung, die Auf - arbeitung sowie Plausibilitäts- und Qualitätskon - trollen sind eng an internationale Empfehlungen geknüpft. Qualitätssicherung und internationale Vergleichbarkeit stehen bei diesen Empfehlungen im Vordergrund. Die Empfehlungen werden in erster Linie von der internationalen Vereinigung der Krebsregister (IACR, International Association of Cancer Registries) ausgearbeitet. Das Europäi - sche Netzwerk der Krebs register (ENCR, Euro - pean Network of Cancer Registries) unterstützt die einzelnen Länder bei der Umsetzung der Emp- fehlungen. Altersstandardisierte Raten / Europäische Standardbevölkerung 2013 Für einen internationalen Vergleich beziehungs - weise die Beurteilung der Ergebnisse im Zeitver - lauf ist ein Bezug der Daten auf eine Grundpopu - lation notwendig. Das Österreichische Nationale Krebsregister von Statistik Austria stellt jährlich einer breiten Öf - fentlichkeit Kennzahlen der Krebsstatistik zur Verfügung. Eine dieser Kennzahlen, die Krebsinzi- denz (Krebsneuerkrankungen pro Kalenderjahr), wird einerseits in absoluten Zahlen und ande - rerseits als Rate, d. h. bezogen auf die österrei - chische Wohnbevölkerung, dargestellt. Absolute Zahlen zu den jährlichen Krebsneuerkrankungen sind vor allem in der Planung der Gesundheitsver- sorgung notwendig. Ist man allerdings an der Ent- wicklung des Krebsrisikos im Zeitvergleich oder an regionalen Vergleichen interessiert, so ist es erforderlich, die absoluten Zahlen in Relation zur Wohnbevölkerung der Bezugsregion zu setzen. Dies kann in Form roher Raten oder altersstan - dardisierter Raten erfolgen. Während rohe Raten nur den Umfang der jewei - ligen Gesamtbevölkerung einbeziehen, wird bei der Altersstandardisierung auch deren Alters - struktur berücksichtigt. Dadurch wird die Kenn - zahl um Effekte einer im Zeitverlauf sich än - dernden Altersstruktur bzw. unterschiedlicher Alterszusammensetzungen der jeweiligen Be - zugsbevölkerungen adjustiert. Technisch vereinfacht gesprochen, wird die je - weilige Bezugsbevölkerung durch eine frei wähl - bare fiktive oder auch reale Standardbevölkerung ersetzt. Damit gilt für alle zu vergleichenden Zeit - punkten bzw. Regionen dieselbe Altersstruktur der Bevölkerung. Die altersstandardisierten Ra - ten (ASR) können im Sinne eines Erkrankungsri - sikos interpretiert werden. Die Raten sind nur im Vergleich interpretierbar, nicht jedoch in ihrer ab- soluten Höhe. Der tatsächliche Wert der Rate ist abhängig von der verwendeten Standardbevöl - kerung. Je näher die Altersstruktur der gewähl - ten Standardbevölkerung der Altersstruktur der tatsächlichen Bevölkerung ist, desto näher ist die altersstandardisierte Rate an der rohen Rate. Von der Europäischen Kommission (Joint Research Centre) wurde den europäischen Krebsregistern empfohlen, auf die EUR-EU 2013 umzusteigen, um durch einen gemeinsamen Bevölkerungsstandard die Vergleichbarkeit der Daten zu erhöhen bzw. Fehlinterpretationen durch den Vergleich von Daten aus Berechnungen mit verschiedenen Stan- dardbevölkerungen zu vermeiden. Aus diesen Gründen entschied das Österreichische Nationale Krebsregister, ab Herbst 2016 die EUR-EU 2013 für die Publikation der Krebsstatistik zu verwenden. Weiterführende Informationen zur Altersstan - dardisierung finden Sie in „Einfluss der neuen Europäischen Standardbevölkerung 2013 auf die Trendentwicklung der österreichischen Krebsin - zidenzraten 1983–2014“, Statistische Nachrichten 2/2017, Statistik Austria. Krebserkrankungen in Österreich 2024 – Methodische Hinweise 181 Klassifikation der Tumore (ICD-O-3 & ICD 10) Um die Ergebnisse der Krebsstatistik national und international vergleichbar zu machen, ist es notwendig, anerkannte Klassifikationen zur Co - dierung von Textinformationen zu verwenden. Im Österreichischen Nationalen Krebsregister wird zur Codierung der Tumorentität die Inter- national Classification of Diseases for Oncology , Version 3 (ICD-O-3) verwendet. Die ICD-O ist eine duale Klassifikation, die neben der Codierung der Lokalisation auch die Histologie/Morphologie der Neubildung berücksichtigt. Um den Tumor best - möglich nach der ICD-O klassifizieren zu können, ist zusätzlich zur Lokalisation des Primärtumors auch die Morphologie anzugeben. Der Lokalisa - tionscode beschreibt den Sitz der Neubildung und verwendet in der Regel denselben drei- bzw. vierstelligen Code, der auch in der ICD-10 benutzt wird. Der morphologische Code beschreibt den Zelltyp der Neubildung (Histologie) und ihr biolo- gisches Verhalten. Von der IARC wird die Angabe der Lokalisation, der Morphologie und des Tumorverhaltens eben - falls als wesentlich erachtet (Parkin, D. M. et. al., 1994). Die allgemeine Kenntnis der Tumorlokali - sation reicht weder für die Behandlungsplanung noch für Forschungszwecke aus. So hängt die Überlebensrate bei einigen Lokalisationen stark mit dem morphologischen Typ zusammen (Deut - sches Institut für Medizinische Dokumentation und Information, 2003). Von 1980 bis 1989 wurde die Lokalisation nach der ICD 9 codiert, für die Histologie stand nur ein zweistelliger Code zur Verfügung. Ab 1990 wurde die Lokalisation weiterhin nach der ICD 9 codiert, statt diesem Zweisteller wurde zur Codierung des Gewebetyps der Histologie - code der ICD-O-1 ( International Classification of Diseases for Oncology , Version 1) verwendet. Die zweistelligen Codes wurden durch entsprechen - de Viersteller ersetzt. Diese sind für den Zeit - raum bis 1990 entsprechend unspezifisch, da die frühere Codierung nach dem Zweisteller zu er - heblichen Informationsverlusten führte. Bei der Umschlüsselung der Codes wurde nach interna - tionalen Vorgaben vorgegangen. Von 2002 bis 2006 wurde sowohl für die Lokalisa- tion als auch für die Histologie die ICD-O-2 ( Inter- national Classification of Diseases for Oncology, Version 2) verwendet. Von 2007 bis 2019 wurde die ICD-O-3 ( Interna- tional Classification of Diseases for Oncology , Version 3) verwendet. Einzelne Codes der ICD- O-3, Revision 1, wurden bei Bedarf verwendet. Seit 2020 wird die ICD-O-3 ( International Clas - sification of Diseases for Oncology , Version 3) in der Revision 2 verwendet. Die ICD-O-3 wurde vom IARC/WHO ICD-O Committee um neue Morpho - logie-Codes und -Begriffe aus der vierten Serie der WHO Classification of Tumours (Blue Books ) ergänzt, im April 2019 veröffentlicht und wird für den Einsatz in Krebsregistern ab 2020 empfohlen. Bei jedem Wechsel der Codierklassifikation wur - de die gesamte Datenbank umgeschlüsselt. Bei der Auswertung der Daten in eine Zeitreihe sind mögliche Auswirkungen eines Klassifikations - wechsels zu beachten. Um einen besseren Vergleich der Inzidenzdaten mit den Mortalitätsdaten zu ermöglichen, wer - den für Publikationszwecke die Codes zusätzlich in die ICD-10 (Internationale statistische Klassifi - kation der Krankheiten und verwandter Gesund - heitsprobleme in der Version 10) umgewandelt. Krebserkrankungen in Österreich 2024 – Methodische Hinweise 182 Klassifikation der Tumorstadien (TNM) Im österreichischen Krebsregister wird die Ein - teilung der Tumorstadien nach dem TNM-Sys - tem vorgenommen (Union International Contre le Cancer: TNM-Klassifizierung der malignen Tu - more und allgemeine Regeln zur Anwendung des TNM-Systems, 8. Auflage, Springer-Verlag Berlin- Heidelberg-New York, 2017). Zu beachten ist, dass die prätherapeutische klinische klassische Klassi- fikation (cTNM) und/oder die postoperative his - topathologische/morphologische Klassifikation (pTNM) zur Anwendung kommen. Folgende Stadien werden unterschieden (im Klammerausdruck befindet sich die Zuordnung nach dem TNM-System): • CIS (Carcinoma in situ): Vorstadium (TIS) • lokalisiertes Tumorstadium: Tumor auf das Ursprungsorgan beschränkt (T0-2, N0, M0) • regionalisiertes Tumorstadium: Tumoraus - breitung in unmittelbar benachbartes Ge - webe und / oder in regionale Lymphknoten, jedoch keine Fernmetastasen (T0-2, N1-4, M0; T3-4, N0-4, M0; TX, N1-4, M0) • disseminiertes Tumorstadium: nachgewiese - ne Fernmetastasen (T0-X, N0-X, M1). • Für DCO (Death Certificate Only)-Fälle ist kei - ne Stadieneinteilung möglich. Ist die Kategorisierung nach TNM nicht vorhanden oder nicht anwendbar, kann auch eine Einteilung nach einem Grobschema vorgenommen werden: Fragen nach der Ausdehnung des Tumors über die Organgrenzen, den Befall regionärer Lymph - knoten und dem Vorhandensein von Fernmetas - tasen werden mit Ja oder Nein beantwortet. Bei der Erstellung der Krebsstatistik aus den Krebsregisterdaten werden die gemeldeten In - formationen zum Tumor, zu den Lymphknoten - metastasen und den Fernmetastasen zu einer einzigen Angabe zum Tumorstadium zusam - mengefasst: Tumor in situ (TIS), lokalisiertes Tumorstadium, regionalisiertes Tumorstadium, disseminiertes Tumorstadium, unbekanntes Tu - morstadium. Systemerkrankungen werden kei - nem dieser Stadien zugeordnet. Für DCO-Fälle ist grundsätzlich kein Tumorstadium verfügbar, da auf dem Totenschein kein Tumorstadium bei Dia- gnose erfasst wird. Mehrfachtumore Um die internationale Vergleichbarkeit der Maß - zahlen der Krebsstatistik zu gewährleisten, ist es notwendig, Regeln für die Zählung von Tumoren und die Abgrenzung von Rezidiven zu definieren. Das Österreichische Nationale Krebsregister setzt die International Rules for Multiple Primary Cancers, ICD-O Third Edition, IARC, Lyon, 2004, Internal Report No. 2004/02 um. Kommt es bei der Anwendung dieser Regeln zur Entscheidung für einen Mehrfachtumor, wird der Fall nochmals überprüft und gegebenenfalls recherchiert. Auszug aus dem Regelwerk: • Die Anerkennung der Existenz zweier oder mehrerer Primärtumoren ist nicht vom Zeit - punkt der Diagnosestellung abhängig. • Ein maligner Primärtumor entsteht an einer definierten Lokalisation in einem bestimmten Gewebe. Ein Infiltrat der Umgebung, ein Rezi- div oder eine Metastase zählen nicht dazu. Krebserkrankungen in Österreich 2024 – Methodische Hinweise 183 • Nur eine einzige Neoplasie soll als Primärtu - mor in einem Organ, Organpaar oder Gewebe akzeptiert werden. Die in bestimmte Gruppen zusammengefassten Lokalisationen werden in Hinsicht auf die Definition multipler Neo - plasien als jeweils ein Organ betrachtet. Im Bereich der Haut wird nur die erste Neoplasie eines bestimmten histologischen/morpholo - gischen Typs, egal welcher Lokalisation, als Primärerkrankung an einer malignen Neopla- sie gewertet. • Regel 3 gilt nicht, wenn eine maligne Neopla - sie mit Systembefall vorliegt oder eine multi - zentrische maligne Neoplasie, die mehrere Organe befallen kann. Ebenso gilt Regel 3 nicht, wenn andere histologische/morpho - logische Typen als unterschiedlich in Bezug auf die Definition multipler Neoplasien an - gesehen werden. Somit zählt eine zusätzli - che Neoplasie im gleichen Organ, aber eines „anderen“ histologischen/morphologischen Typs als weitere Neoplasie. Qualitätsverbesserung durch Recherche von DCN-Fällen und Urgenzen Der wissenschaftliche Wert der Daten eines Krebsregisters wird durch die Vollzähligkeit des Registers und die Vollständigkeit der einzelnen Meldungen bestimmt. Die IARC empfiehlt eine verstärkte Recherche bei jenen Krebsfällen, die nur durch den Totenschein bekannt werden. Die Datenqualität bei solchen Fällen und damit die Qualität des gesamten Registers kann durch in - tensive Zusammenarbeit mit den Krankenanstal - ten wesentlich verbessert werden. Wenn eine Krebserkrankung nicht im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Krebsregister - meldung an das Krebsregister gemeldet wurde, die Person an der Erkrankung verstarb und diese Erkrankung auf dem amtlichen Totenschein ver - merkt wurde, wird im Krebsregister eine Ersatz - meldung angelegt. Darüber hinaus erfolgt eine Kontaktaufnahme mit der Krankenanstalt, die den Totenschein ausgestellt hat. Kann auf diesem Weg weitere Information zu dem Krebsfall gewon- nen werden (z. B. Diagnosedatum, Morphologie, Tumorstadium bei Diagnosestellung), wird die Er- satzmeldung um diese Erkenntnisse ergänzt. Zur Qualitätssicherung bleibt allerdings ein Marker an dieser Meldung, der anzeigt, dass der Auslöser für die Krebsregistermeldung der Totenschein war (Death Certificate Notified, DCN-Fall). Kann kei - ne weitere Information ermittelt werden, bleibt die Ersatzmeldung als DCO-Fall (Death Certificate Only) im Register und geht mit unvollständigen Informationen in die Krebsstatistik ein. Die DCO- Rate stellt einen Qualitätsindikator für die Krebs - registrierung dar. In Österreich werden aber nicht nur DCN-Fälle recherchiert. Erwecken die übermittelten Daten den Anschein, dass Krebsfälle gar nicht gemeldet wurden (z. B. durch plötzliches Absinken der An - zahl der gemeldeten Fälle aus einer Krankenan - stalt), stellen die Mitarbeiter:innen der Statistik Austria ebenfalls weitere Nachforschungen an. Die ärztliche Leitung der Krankenanstalten ist per Gesetz zur Meldung jeder Krebserkrankung sowie aller Krebssterbefälle an Statistik Austria verpflichtet. Regelmäßiger Kontakt mit den Kran- kenanstalten erhöht die Vollzähligkeit und Voll - ständigkeit der Krebsmeldungen und damit die Qualität dieser Statistik. Krebserkrankungen in Österreich 2024 – Methodische Hinweise 184 Revisionen der Krebsstatistik Bis zum Berichtsjahr 2002 wurde eindeutig zwi - schen endgültigen und vorläufigen Ergebnissen unterschieden. Dies hatte jährliche Revisionen von einzelnen Diagnosejahren und gelegentliche Revisionen des gesamten Datenbestandes zur Folge. Als Folge der Umschlüsselung der Daten von der ICD-O-2 auf die ICD-O-3, der Anwendung der an die ICD-O-3 adaptierten Mehrfachtumor - regeln und der laufenden Qualitätsverbesserung durch weiterführende Recherche haben sich die Ergebnisse zur Krebsinzidenz verändert und wur - den daher für alle Diagnosejahre revidiert. Ab dem Diagnosejahr 2003 wurde ein neues Publika- tionskonzept verfolgt, das allen Nutzern aktuelle Daten garantiert. Dieses Publikationskonzept trägt dem Konzept der lebenden Datenbank Rechnung und nimmt von der Publikation „vorläufiger und endgülti - ger Zahlen“ Abstand. Ein Diagnosejahr wird nach Aufarbeitung aller eingelangten Krebsregister - meldungen, Recherche offensichtlicher Fehlbe - stände und dem Abgleich mit der Todesursachen- statistik veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt wird eine Momentaufnahme der Datenbank fixiert. Diese Momentaufnahme bildet die Grundlage weiterer Analysen und bleibt bis zur Publikation des nächsten Diagnosejahres in Verwendung. Das Datum der entsprechenden Momentaufnahme, das bei sämtlichen Tabellen und Grafiken ange - geben ist, gilt für alle Diagnosejahre und gibt die Aktualität der Daten wieder. Für jede Veröffentli - chung werden also die jeweils aktuellen Gesamt - daten herangezogen. Qualitätsverbesserungen der Datenbank durch DCN-Recherche, Recherche bei vermuteten Fehlbeständen und Recherche bei unklaren Fällen können so laufend an den Nutzer weitergegeben werden, auch wenn es sich um länger zurückliegende Daten handelt. Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass für eigene, wei - terführende Berechnungen anhand der Daten des Österreichischen Nationalen Krebsregisters nur komplette neue Zeitreihen verwendet werden sollten, um Vermischungen der neuen Werte mit den alten Zeitreihen zu vermeiden. Krebserkrankungen in Österreich 2024 – Methodische Hinweise 185 Morphologiecodes Kategorie Text Code, ICD-O-3, Rev. 2 Alle
Malignome
C00–C96,
ohne C44 Karzinome 8010–8576 Plattenepithelkarzinome 8050–8078, 8083–8084 Adenokarzinome 8140–8141, 8143–8145, 8190–8231, 8260–8263, 8310, 8401,
8480–8490, 8550–8551, 8570–8574, 8576 Karzinome m. n. A. Karzinome mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Karzinome o. n. A. 8010–8035 Sarkome 8800–8811, 8830, 8840–8921, 8990–8991, 9040–9044, 9120–9133, 9150, 9540–9581 Neoplasien des lymphatischen und des blutbildenden Sytems 9590–9989 Bösartige Neubildungen m. n. A. Bösartige Neubildungen mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Bösartige Neubildungen o. n. A. 8000–8005 Kopf–Hals
C00–C14 Karzinome 8010–8576 Plattenepithelkarzinome o. n. A. 8050–8070, 8072–8078, 8083–8084 Verhornende Plattenepithel - karzinome 8071 Adenokarzinome 8140–8141, 8143–8145, 8190–8231, 8260–8263, 8310, 8401, 8480–8490, 8550–8551, 8570–8574, 8576 Karzinome m. n. A. Karzinome mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Karzinome o. n. A. 8010–8035 Sarkome 8800–8811, 8830, 8840–8921, 8990–8991, 9040–9044, 9120–9133, 9150, 9540–9581 Bösartige Neubildungen m. n. A. Bösartige Neubildungen mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Bösartige Neubildungen o. n. A. 8000–8005 Speiseröhre
C15 Karzinome 8010–8576 Plattenepithelkarzinome 8050–8078, 8083–8084 Adenokarzinome 8140–8141, 8143–8145, 8190–8231, 8260–8263, 8310, 8401, 8480–8490, 8550–8551, 8570–8574, 8576 Karzinome m. n. A. Karzinome mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Karzinome o. n. A. 8010–8035 Sarkome 8800–8811, 8830, 8840–8921, 8990–8991, 9040–9044, 9120–9133, 9150, 9540–9581 Bösartige Neubildungen m. n. A. Bösartige Neubildungen mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Bösartige Neubildungen o. n. A. 8000–8005 Magen
C16 Karzinome 8010–8576 Plattenepithelkarzinom 8050–8078, 8083–8084 Adenokarzinome o. n. A. 8140–8141, 8143, 8190–8231, 8260–8263, 8310, 8401, 8480–8489, 8550–8551, 8570–8574, 8576 Adenokarzinome vom intestina - len Typ 8144 Siegelringzellkarzinome 8145, 849 Karzinome m. n. A. Karzinome mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Karzinome o. n. A. 8010–8035 Sarkome 8800–8811, 8830, 8840–8921, 8990–8991, 9040–9044, 9120–9133, 9150, 9540–9581 Bösartige Neubildungen m. n. A. Bösartige Neubildungen mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Bösartige Neubildungen o. n. A. 8000–8005 Krebserkrankungen in Österreich 2024 – Methodische Hinweise 186 Kategorie Text Code, ICD-O-3, Rev. 2 Darm
C18–C21 Karzinome 8010–8576 Plattenepithelkarzinome 8050–8076, 8083–8084, 8123–8124 Adenokarzinome 8140–8145, 8190–8231, 8260–8263, 8310, 8401, 8480–8490, 8550–8551, 8570–8574, 8576 Karzinome m. n. A. Karzinome mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Karzinome o. n. A. 8010–8035 Melanome 8720–8790 Bösartige Neubildungen m. n. A. Bösartige Neubildungen mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Bösartige Neubildungen o. n. A. 8000–8005 Leber
C22 Karzinome 8010–8576 Hepatozelluläre Karzinome 8170–8171 Gallengangskarzinome 8050, 8140–8141, 8160–8161, 8260, 8440, 8480–8500, 8550, 8560, 8570–8572 Karzinome m. n. A. Karzinome mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Karzinome o. n. A. 8010–8034 Hepatoblastome 8970 Sarkome 8800–8811, 8830, 8840–8921, 8990–8991, 9040–9044, 9120–9133, 9150, 9540–9581 Bösartige Neubildungen m. n. A. Bösartige Neubildungen mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Bösartige Neubildungen o. n. A. 8000–8005 Pankreas
C25 Karzinome 8010–8576 Plattenepithelkarzinome 8050–8078, 8083–8084 Adenokarzinome o. n. A. 8140–8141, 8143–8145, 8190–8231, 8260–8263, 8310, 8401, 8480–8490, 8551, 8570–8574, 8576 Duktale Adenokarzinome 8550 Karzinome m. n. A. Karzinome mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Karzinome o. n. A. 8010–8035 Sarkome 8800–8811, 8830, 8840–8921, 8990–8991, 9040–9044, 9120–9133, 9150, 9540–9581 Bösartige Neubildungen m. n. A. Bösartige Neubildungen mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Bösartige Neubildungen o. n. A. 8000–8005 Kehlkopf
C32 Karzinome 8010–8576 Plattenepithelkarzinome 8050–8078, 8083–8084 Adenokarzinome 8140–8141, 8143–8145, 8190–8231, 8260–8263, 8310, 8401, 8480–8490, 8550–8551, 8570–8574, 8576 Karzinome m. n. A. Karzinome mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Karzinome o. n. A. 8010–8035 Sarkome 8800–8811, 8830, 8840–8921, 8990–8991, 9040–9044, 9120–9133, 9150, 9540–9581 Bösartige Neubildungen m. n. A. Bösartige Neubildungen mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Bösartige Neubildungen o. n. A. 8000–8005 Krebserkrankungen in Österreich 2024 – Methodische Hinweise 187 Kategorie Text Code, ICD-O-3, Rev. 2 Lunge
C33–C34 Karzinome 8010–8576 Plattenepithelkarzinome 8050–8078, 8083–8084 Adenokarzinome 8140, 8211, 8230–8231, 8250–8260, 8323, 8480–8490, 8550–8551, 8570–8574, 8576 Kleinzellige Karzinome 8041–8045 Nicht kleinzellige Karzinome (Karzinome o. n. A.) 8010–8012, 8014–8031, 8035, 8310 Karzinome m. n. A. Karzinome mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Sarkome 8800–8811, 8830, 8840–8921, 8990–8991, 9040–9044, 9120–9133, 9150, 9540–9581 Bösartige Neubildungen m. n. A. Bösartige Neubildungen mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Bösartige Neubildungen o. n. A. 8000–8005 Haut
C43 Melanome 8720–8790 Brust
C50 Karzinome 8010–8576 Plattenepithelkarzinome 8050–8078, 8083–8084 Adenokarzinome o. n. A. 8140–8141, 8143–8145, 8190–8231, 8260–8263, 8310, 8401, 8480–8490, 8551, 8570–8574, 8576 Invasive duktale und duktuläre Karzinome 8500, 8521 Invasive lobuläre Karzinome 8520 Invasives duktales Karzinom gemischt mit anderen Karzi - nomtypen 8522–8524 Karzinome m. n. A. Karzinome mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Karzinome o. n. A. 8010–8035 Sarkome 8800–8811, 8830, 8840–8921, 8990–8991, 9040–9044, 9120–9133, 9150, 9540–9581 Bösartige Neubildungen m. n. A. Bösartige Neubildungen mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Bösartige Neubildungen o. n. A. 8000–8005 Gebär mutter­ hals
C53 Karzinome 8010–8380, 8382–8576 Plattenepithelkarzinome 8050–8078, 8083–8084 Adenokarzinome 8140–8141, 8190–8211, 8230–8231, 8260–8263, 8310, 8380, 8382–8384, 8440–8490, 8570–8574, 8576 Karzinome m. n. A. Karzinome mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Karzinome o. n. A. 8010–8035 Sarkome 8800–8811, 8830, 8840–8921, 8990–8991, 9040–9044, 9120–9133, 9150, 9540–9581 Bösartige Neubildungen m. n. A. Bösartige Neubildungen mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Bösartige Neubildungen o. n. A. 8000–8005 Gebärmutter ­ körper
C54 Karzinome 8010–8574, 8576 Adenokarzinome 8140–8141, 8190–8211, 8230–8231, 8260–8263, 8310, 8380, 8382–8384, 8430, 8440–8490, 8510, 8560, 8570–8574, 8576 Karzinome m. n. A. Karzinome mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Karzinome o. n. A. 8010–8035 Sarkome 8800–8811, 8830, 8840–8921, 8990–8991, 9040–9044, 9120–9133, 9150, 9540–9581 Bösartige Neubildungen m. n. A. Bösartige Neubildungen mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Bösartige Neubildungen o. n. A. 8000–8005 Krebserkrankungen in Österreich 2024 – Methodische Hinweise 188 Kategorie Text Code, ICD-O-3, Rev. 2 Eierstock
C56 Karzinome 8010–8231, 8246–8576, 9014–9050, 9110 Seröse Karzinome 8441, 8460–8463, 9014 Muzionöse Karzinome 8470–8490, 9015 Endometrioide Karzinome 8380–8383, 8560, 8570 Klarzellige Karzinome 8310–8313, 9110 Adenokarzinome o. n. A. 8140–8147, 8170–8190, 8211–8231, 8260, 8384, 8440, 8576 Karzinome m. n. A. Karzinome mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Karzinome o. n. A. 8010–8035 Tumore der Gonaden 8590–8671 Keimzelltumore 8240–8245, 9060–9102 Bösartige Neubildungen m. n. A. Bösartige Neubildungen mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Bösartige Neubildungen o. n. A. 8000–8005 Prostata
C61 Karzinome 8010–8576 Plattenepithelkarzinome 8050–8078, 8083–8084 Adenokarzinome o. n. A. 8140–8141, 8143–8145, 8190–8210, 8212–8231, 8260–8263, 8310, 8401, 8480–8490, 8551, 8570–8574, 8576 Azinäre Adenokarzinome 8211, 8550 Karzinome m. n. A. Karzinome mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Karzinome o. n. A. 8010–8035 Bösartige Neubildungen m. n. A. Bösartige Neubildungen mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Bösartige Neubildungen o. n. A. 8000–8005 Hoden
C62 Keimzelltumore 9060–9102 Seminome 9060–9061, 9064 Spermatozytische Seminome 9063 Nichtseminomatöse Keimzell - tumore 9065–9102 Bösartige Neubildungen m. n. A. Bösartige Neubildungen mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Bösartige Neubildungen o. n. A. 8000–8005 Niere
C64 Karzinome 8010–8576 Nierenzellkarzinome 8051–8084, 8120–8122, 8130–8131 Klarzellige Nierenzellkarzinome 8050, 8140, 8260, 8270, 8280–8312, 8316–8320, 8340–8344 Klarzellige Adenokarzinome 8310 Nierenzellkarzinome o. n. A. 8312 Andere Nierenzellkarzinome Nierenzellkarzinome mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Karzinome m. n. A. Karzinome mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Karzinome o. n. A. 8010–8035 Bösartige Neubildungen m. n. A. Bösartige Neubildungen mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Bösartige Neubildungen o. n. A. 8000–8005 Harnblase
C67 Karzinome 8010–8576 Plattenepithelkarzinome 8051–8078, 8083–8084 Papilläre Karzinome 8050, 8120–8122, 8130–8131 Adenokarzinome 8140–8141, 8190–8231, 8260–8263, 8310, 8401, 8480–8490, 8550–8551, 8570–8574, 8576 Karzinome m. n. A. Karzinome mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Karzinome o. n. A. 8010–8035 Sarkome 8800–8811, 8830, 8840–8921, 8990–8991, 9040–9044, 9120–9133, 9150, 9540–9581 Bösartige Neubildungen m. n. A. Bösartige Neubildungen mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Bösartige Neubildungen o. n. A. 8000–8005 Krebserkrankungen in Österreich 2024 – Methodische Hinweise 189 Kategorie Text Code, ICD-O-3, Rev. 2 Gehirn
C70–C72 Tumore des neuroepithelialen Gewebes 8680, 9350–9362, 9380–9508, 9520–9523 Gliome 9380–9384, 9391–9460 Astrozytisches Gliom 9384, 9400–9421, 9424, 9425, 9440–9442 Mischgliome 9382, 9450–9451 Ependymome 9383, 9391–9394 Andere Gliome 9380–9381, 9423, 9430, 9444, 9460 Embryonale Tumore 9470–9474, 9490, 9500–9504, 9508 Medulloblastome 9470–9472, 9474 Andere embryonale Tumore Embryonale Tumore mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Andere neuroepitheliale Tumore Neuroepitheliale Tumore mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Bösartige Neubildungen m. n. A. Bösartige Neubildungen mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Bösartige Neubildungen o. n. A. 8000–8005 Schilddrüse
C73 Karzinome 8010–8576 Follikuläre Karzinome 8290, 8330–8335 Papilläre Karzinome 8050, 8260, 8340–8344, 8350, 8450–8460 Medulläre Karzinome 8345, 8510–8513 Anaplastische Karzinome 8020–8035 Karzinome m. n. A. Karzinome mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Karzinome o. n. A. 8010–8015 Sarkome 8800–8811, 8830, 8840–8921, 8990–8991, 9040–9044, 9120–9133, 9150, 9540–9581 Bösartige Neubildungen m. n. A. Bösartige Neubildungen mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Bösartige Neubildungen o. n. A. 8000–8005 Hodgkin
C81 Nodulärer lymphozytenprädo - minanter Typ 9659 Lymphozytenreiche klassische Hodgkin-Lymphome 9651 Nodulär-sklerosierender Typ 9663–9667 Gemischtzellige Form 9652 Lymphozytenarmer Typ 9653–9655 Hodgkin-Lymphome o. n. A. 9650 Non­Hodgkin
C82–C85, C96 B-Zell-Neoplasien 9670–9699, 9728, 9731–9734, 9761–9764, 9823–9826, 9833, 9836, 9940 T-Zell- und NK-Zell-Neoplasien 9700–9719, 9729, 9827–9831, 9834, 9837, 9948 Bösartige Neubildungen m. n. A. Bösartige Neubildungen mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Non-Hodgkin-Lymphome o. n. A. 9590, 9591, 9596, 9727, 9760 Plasmozytom / 
Myelom
C90 Plasmozytome o. n. A. 9731 Multiple Myelome 9732 Plasmazell-Leukämien 9733 Extramedulläre Plasmozytome 9734 Leukämie
C91–C95 B-Zell-Neoplasien 9670–9699, 9728, 9731–9734, 9761–9764, 9823–9826, 9833, 9836, 9940 T-Zell- und NK-Zell-Neoplasien 9700–9719, 9729, 9827–9831, 9834, 9837, 9948 Myeloische Neubildungen 9840, 9860–9931, 9945–9946, 9950, 9960–9964, 9975, 9980–9989 Bösartige Neubildungen m. n. A. Bösartige Neubildungen mit näheren Angaben (andere spezifische Codes) Bösartige Neubildungen o. n. A. 9800–9801, 9805, 9820, 9832, 9835 Krebserkrankungen in Österreich 2024 – Umsetzung der Krebsstatistikverordnung 2019 190 Umsetzung der Krebsstatistikverordnung 2019 Neuerungen im Überblick • Krebsregistermeldungen werden ausschließ - lich elektronisch übermittelt • Personenidentifikation mittels verschlüssel - tem „bereichsspezifischem Personenkenn - zeichen Amtliche Statistik“ (vbPK-AS) • Meldung nach ausreichend gesicherter Erst - diagnose, Wegfall der Folgemeldungen, Mel - deverpflichtung im Sterbefall bleibt aufrecht. Im Mai 2019 wurde im BGBl 2019 II 124 die Krebs - statistikverordnung 2019 veröffentlicht, welche die Vorgaben der europäischen Datenschutz - grundverordnung (EU-Verordnung 2016/679 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. April 2016) umsetzt. Damit wurde auch eine langjährige Forderung von Statistik Austria erfüllt: Anstelle der Namen der Betroffenen werden künftig nur noch ein - deutige, nicht rückführbare Pseudonyme ver - speichert, wie dies im E-Government-Gesetz seit langem vorgesehen ist. Die ausschließlich elek - tronische Übermittlung der Daten soll zu einer Verbesserung der Qualität der Krebsstatistik füh - ren und dient damit auch dem strategischen Ziel Nr. 5 des Krebsrahmenprogramms 2014 („Hoch - wertige Daten und verbesserte evidenzbasierte Information zur Entscheidungsfindung von Ge - sunden, Patient:innen, Leistungserbringern und politischen Entscheidungsträgern“). • 01.07.2019 Inkrafttreten der Krebs- statistikverordnung 2019 • 31.12.2019 Ende der Übermittlung von Daten in der nach der Verordnung BGBl. Nr. 171/1978 vorgesehenen Form ( Krebsmeldeblatt als Papierformular) • 01.01.2020 ausschließlich elektronische Übermittlung von Krebsmeldungen Datenschutz (bPK-AS) Die auf dem geltenden Krebsstatistikgesetz 1969 basierende bisherige Krebsstatistikverordnung aus dem Jahr 1978 sah die Meldung von Krebs - erkrankungen unter Angabe der Identitätsdaten in Papierform vor. Da es sich bei gesundheitsbezoge- nen Daten um höchst sensible Daten handelt, sind diese nun ausschließlich auf elektronischem Weg in pseudonymisierter Form zu übermitteln. Dies sieht die Krebsstatistikverordnung 2019 durch die Verwendung des bereichsspezifischen Personen - kennzeichens Amtliche Statistik (bPK-AS) vor. Das bereichspezifische Personenkennzeichen ist im E-Government-Gesetz verankert und dient dazu, Personendatensätze ohne Verwendung des Namens in Datenanwendungen völlig anonym zu handhaben und erlaubt dennoch eine Verknüp - fung von Datensätzen derselben Person. Das bPKAS wird für jede Person aufgrund ihrer Iden - titätsdaten (Name, Geburtsdatum, …) von der Stammzahlenregisterbehörde aus der Stammzahl und diese wiederum aus der ZMR-Zahl abgeleitet. Ein Antrag auf Ausstattung mit verschlüsselten be- reichsspezifischen Personenkennzeichen (vbPK) kann von jedem Meldepflichtigen direkt an die Stammzahlenregisterbehörde gestellt werden. Die Krebsstatistikverordnung 2019 gibt auch Raum für eine Umstellungsphase: Wenn beim Meldepflichtigen die technischen Voraussetzun - gen für die Ermittlung eines vbPK-AS noch nicht gegeben sind, kann anstelle des vbPK-AS die So - zialversicherungsnummer und, falls diese nicht vorliegt, der Vor- und Familienname sowie die Wohnadresse des oder der Betroffenen an die Bundesanstalt übermittelt werden. Dies sollte je - doch die Ausnahme sein. Krebserkrankungen in Österreich 2024 – Umsetzung der Krebsstatistikverordnung 2019 191 Übermittlung der Daten Statistik Austria stellt drei Möglichkeiten zur Ver - fügung, um der elektronischen Meldeverpflich - tung nachzukommen: • Webformular via eQuest • Datei-Upload via eQuest • Datei-Übermittlung via SFTP Datenstrukturbeschreibung In der Datenstrukturbeschreibung sind die Va - riablen sowie deren Ausprägungen angeführt. Jedem der zehn folgenden Überbegriffe sind eine oder mehrere Variablen zugeordnet. „§ 2. (1) Die Meldepflichtigen haben unter Anga - be der Krankenanstaltennummer und des Abtei - lungsfunktionscodes der meldenden Abteilung im Rahmen der Meldung gemäß § 1 die folgenden Daten eines oder einer Betroffenen zu übermitteln: • Geburtsdatum, • Geschlecht, • Aufnahme- / Ambulanzzahl, • Daten zum Aufenthalt in der Krankenanstalt, • Tumorbeschreibung, • Tumorstadium, • Diagnosestellung • Behandlung, • anamnestische Daten, • allfälliger Verdacht auf Berufskrebs.“ Ausblick Seit mehreren Jahren wird an einem neuen Krebsstatistikgesetz gearbeitet. Inhaltliche, tech - nische und datenschutzrechtliche Diskussionen laufen unter Einbindung diverser Stakeholder, insbesondere von Statistik Austria. Für die Vollzähligkeit des Krebsregisters ist die Ausweitung der Meldeverpflichtung auf den nie - dergelassenen Bereich besonders relevant. Diese soll jedoch nur im Falle der ausschließlichen Be - handlungsführung gelten und betrifft aus heutiger Sicht vor allem die Diagnosen von bösartigen Me- lanomen bei niedergelassenen Hautärzt:innen. Aus datenschutzrechtlicher Sicht soll in einem neuen Gesetz die Verantwortung für den Daten - schutz und die damit verbundene Pseudonymi - sierung komplett bei den meldenden Stellen lie - gen. Entsprechend der Krebsstatistikverordnung 2019 kann Statistik Austria noch „aushelfen“. Langfristig soll das österreichische Krebsregister auch zusätzliche Daten erheben, um die Tumore exakter zu beschreiben und einen Erkrankungs - verlauf zu definierten Zeitpunkten abzubilden. Diese Entwicklung kann jedoch nur in einem Bot - tom-up-Prozess erfolgen, da in einem nationalen Krebsregister sinnvollerweise nur jene Informa - tionen gesammelt werden sollen, die in den me - dizinischen Einrichtungen strukturiert und in ho - her Qualität dokumentiert werden. Da daher die Krebsstatistikverordnung 2019 eine Übergangslösung darstellt und versucht wurde, die Aufwände für diese möglichst gering zu hal - ten, wurde von weiteren Änderungen Abstand ge- nommen. Die Umsetzung soll eine Erleichterung für die Meldepflichtigen und eine Qualitätsver - besserung für die Krebsstatistik bringen. Weitere Informationen Den gesamten Rechtstext und alle nötigen Infor - mationen rund um die neue Krebsregistermel - dung finden Sie auf den Webseiten von Statistik Austria unter Fragebögen > Gesundheitseinrich - tungen und Krebsregistermeldung Krebserkrankungen in Österreich 2024 – Verwendung der Krebsregisterdaten 192 Verwendung der Krebsregisterdaten Das von der Statistik Austria geführte Österrei - chische Nationale Krebsregister trifft qualitativ hochwertige Aussagen über die Verbreitung und Entwicklungstrends von Krebserkrankungen und stellt diese der Allgemeinheit regelmäßig zur Ver - fügung. Die Daten des Krebsregisters dienen fol - genden nationalen und internationalen Verwen - dungszwecken: • Grundlage für gesundheitspolitische Pla - nungs- und Steuerungsmaßnahmen aufgrund von systematischer und bevölkerungsbezo - gener Dokumentation des Krebsgeschehens. • unverzichtbare Basis für weiterführende epi - demiologische Studien bei der Suche nach den Ursachen der Krebsentstehung, zur Be - urteilung von Früherkennungsmaßnahmen und zur bevölkerungsbezogenen Versorgung von Tumorpatienten. • regelmäßige Datenlieferung an internatio - nale Organisationen für nationale und inter - nationale Studien zur Onkologie (IARC, WHO, OECD) • Auskünfte an Medienvertreter:innen • Lieferung von Grundinformationen für die Pharmaindustrie und andere Wirtschaftsbe - reiche Die Krebsstatistik entspricht in Erhebung und Publikation den internationalen Standards. Jähr - lich findet ein Fachbeirat für Gesundheitsstatistik statt, in welchem die Konzepte und Ergebnisse regelmäßig zur Diskussion gestellt werden. Die Bedürfnisse der Nutzer können im Allgemeinen sehr gut abgedeckt werden. Regelmäßige Diffe - renzen gibt es nur bei der Tiefe der regionalen Gliederung. Aus Datenschutz- und Qualitätsgrün - den können z. B. für einzelne Gemeinden keine Auswertungen angeboten werden. Erst bei einem Erfassungsgrad von über 90 % al - ler auftretenden Krebserkrankungen ist eine un - verzerrte Bewertung der Daten möglich. Deshalb ist die Mitarbeit und kontinuierliche Meldebereit - schaft aller Ärzt:innen in Österreich für die voll - zählige und flächendeckende Krebsregistrierung entscheidend. Internet Auf den Webseiten von Statistik Austria stehen Tabellen und Grafiken zu den Neuerkrankungen und zur Mortalität aller Malignome und ausge - wählter Tumorlokalisationen (zeitliche Entwick - lung, regionale Verteilung, Tumorstadien) sowie zum Überleben nach einer Krebsdiagnose und zur Krebsprävalenz zur Verfügung. Ergänzend wer - den Informationen zur Prognose der Krebsinzi - denz und Krebsmortalität bis 2030, zur Prognose der Krebsprävalenz bis 2030 und zu Krebs bei Kin- dern und Jugendlichen angeboten. Statistische Datenbank – STATcube STATcube ist das Statistische Datenbanksystem, das über die Webseite von Statistik Austria ange - boten wird. Es ist öffentlich und im eingeschränk- ten Umfang kostenfrei zugänglich. Eine Registrie - rung sowie der Erwerb eines Abonnements sind erforderlich, wenn die Nutzerin bzw. der Nutzer über den Gastzugang hinaus kostenpflichtige Services, z. B. Abruf größerer Datenmengen, Zu - griff auf im Gastzugang gesperrte Daten, nutzen möchte. Der Zugang zu diesen kostenpflichtigen Services bedarf der Registrierung einer Nutzerin bzw. eines Nutzers und des Erwerbs eines Abon - nements. Die Ergebnisse des Österreichischen Nationalen Krebsregisters werden nach Fertig - stellung in STATcube eingelagert. Weitere Informationen zur Datenbank finden Sie auf unseren Webseiten (www.statistik.at > Daten- banken > STATcube – Statistische Dantenbank). Krebserkrankungen in Österreich 2024 – Verwendung der Krebsregisterdaten 193 Jahrbuch der Gesundheitsstatistik Dieses statistische Kompendium zum Gesund - heitswesen in Österreich informiert über das Krankheitsspektrum der Bevölkerung (Krebs - erkrankungen, Spitalsaufnahmen etc.), das To - desursachenspektrum und die Auswirkungen auf die Lebenserwartung. Darüber hinaus werden Spitalswesen, Sozialversicherungen und Gesund - heitsausgaben in nationaler Perspektive sowie im internationalen Vergleich präsentiert. Mit dieser Publikation setzt Statistik Austria eine seit 1957 bestehende Reihe fort. Fachgremien Statistik Austria ist in verschiedenen Fachgre - mien aktiv, wie z. B. im Onkologiebeirat. Dieser nimmt im Auftrag des BMSGPK zu aktuellen Fra - gen der Krebsprävention sowie der Planung und Versorgung von Krebspatientinnen und -patien- ten in Österreich Stellung. Das von ihm erstellte nationale Krebsrahmenprogramm für Österreich wurde 2014 veröffentlicht. Aussagekräftigen epi - demiologischen Daten zu Krebsinzidenz und -mortalität, Prävalenz und Überleben nach einer Krebsdiagnose wird dabei auch in Zukunft eine große Bedeutung zukommen. Sonderauswertungen Um die intensivere Nutzung der Krebsregister - daten für die epidemiologische Forschung zu fördern, stellt das Österreichische Nationale Krebsregister seine Daten, oder Teile davon, auf Anfrage, unter Beachtung des Datenschutzes und gegebenenfalls gegen Bezahlung, zur Verfügung. Für weitere Datenanfragen steht Ihnen der Aus - kunftsdienst der Statistik Austria gerne zur Ver - fügung. Mikrodaten für die Wissenschaft – Austrian Mikrodatencenter (AMDC) Berechtigten wissenschaftlichen Einrichtungen kann laut Bundesstatistikgesetz §31 auf Basis einer entsprechenden vertraglichen Verein - barung ein gesicherter Onlinezugang (Remote Access) zu potenziell indirekt identifizierbaren vertraulichen Daten eingeräumt werden. Der Zu - gang ist nur für Personen, die in einem aufrech - ten Dienstverhältnis zu einer wissenschaftlichen Einrichtung stehen, im Rahmen eines konkreten Forschungsvorhabens und für einen vereinbarten Zeitraum möglich. Das Datenangebot sowie weitere Informationen sind auf der Webseite von Statistik Austria verfüg- bar (www.statistik.at > Services/Tools > AMDC – Mikrodaten für die Wissenschaft). Glossar Altersspezifische Rate Die altersspezifische Rate wird bestimmt, indem die Zahl aufgetretener Krebskrankheiten bzw. Todes- fälle durch Krebs in einer bestimmten Altersgruppe durch die entsprechende Anzahl von Männern oder Frauen dieses Alters in der Bevölkerung dividiert wird. Die grafische Darstellung dieser Raten zeigt, getrennt nach Geschlecht, den Zusammenhang zwi- schen Lebensalter und Erkrankungshäufigkeit. Die altersspezifischen Inzidenzraten werden als jähr- liche Neuerkrankungen pro 100 000 Personen der jeweiligen Altersgruppe und pro Jahr angegeben. Altersstandardisierte Rate Durch Altersstandardisierung erzeugte Rate. Die standardisierte Inzidenzrate gibt an, wie viele Er- krankungsfälle aufgrund der jeweils herrschenden Gesundheitsverhältnisse auf 100 000 Lebende entfallen wären, wenn der Altersaufbau der Bevöl - kerung (gleichen Geschlechts) in der betreffenden Berichtsperiode dem der Standardbevölkerung entsprochen hätte. Der vergleichsstörende Einfluss der Besonderheiten des jeweiligen Altersaufbaues ist dadurch ausgeschaltet. Altersstandardisierung Verfahren zur Herbeiführung der Vergleichbarkeit von zwei oder mehr Untersuchungsgruppen mit unterschiedlicher Alterszusammensetzung, die in Bezug auf ein altersabhängiges Merkmal (z. B. Vor- kommen eines Tumors) verglichen werden sollen. Für das männliche und das weibliche Geschlecht sowie für beide Geschlechter zusammen wird jeweils dieselbe Standardbevölkerung verwendet. Als Standardbevölkerung dient hier die Europäi- sche Standardbevölkerung 2013. Altersstruktur von Standardbevölkerungen zur Berechnung altersstandardisierter Raten und die Bevölkerung Österreichs 2022 Altersgruppe WHO-Welt Segi-Welt EUR-EU 1976 EUR-EU 2013 Normierte Bevölkerung Österreich1 Insgesamt Männer Frauen bis 4 Jahre 12 000 8 800 8 000 5 000 4 779 4 981 4 584 5 bis 9 Jahre 10 000 8 700 7 000 5 500 4 894 5 122 4 672 10 bis 14 Jahre 9 000 8 600 7 000 5 500 4 772 4 988 4 563 15 bis 19 Jahre 9 000 8 500 7 000 5 500 4 897 5 116 4 685 20 bis 24 Jahre 8 000 8 200 7 000 6 000 5 502 5 775 5 238 25 bis 29 Jahre 8 000 7 900 7 000 6 000 6 546 6 843 6 259 30 bis 34 Jahre 6 000 7 600 7 000 6 500 6 956 7 222 6 697 35 bis 39 Jahre 6 000 7 200 7 000 7 000 6 853 7 022 6 688 40 bis 44 Jahre 6 000 6 600 7 000 7 000 6 597 6 725 6 472 45 bis 49 Jahre 6 000 6 000 7 000 7 000 6 504 6 535 6 474 50 bis 54 Jahre 5 000 5 400 7 000 7 000 7 524 7 596 7 455 55 bis 59 Jahre 4 000 4 600 6 000 6 500 7 827 7 926 7 732 60 bis 64 Jahre 4 000 3 700 5 000 6 000 6 845 6 840 6 850 65 bis 69 Jahre 3 000 3 000 4 000 5 500 5 419 5 222 5 611 70 bis 74 Jahre 2 000 2 200 3 000 5 000 4 585 4 270 4 890 75 bis 79 Jahre 1 000 1 500 2 000 4 000 3 643 3 248 4 026 80 bis 84 Jahre 500 900 1 000 2 500 3 391 2 870 3 895 85 bis 89 Jahre 305 443 1 000 1 500 1 544 1 157 1 919 90 bis 94 Jahre 195 157 - 800 726 456 987 95 Jahre und älter - - - 200 196 87 303 Gesamt 100 000 100 000 100 000 100 000 100 000 100 000 100 000 Q: STATISTIK AUSTRIA, Statistik des Bevölkerungsstandes. – 1) Rundungsdifferenzen nicht ausgeglichen. Krebserkrankungen in Österreich 2024 – Glossar 194 Krebserkrankungen in Österreich 2024 – Glossar 195 ASR Altersstandardisierte Rate BMSGPK, Sozialministerium Bundesministerium für Soziales, Gesundheit,
Pflege und Konsumentenschutz
www.sozialministerium.at CIS – Carcinoma in situ Karzinome im Vorstadium, d. h. präinvasive bzw. Oberflächen-Karzinome, welche die Basalmem - bran noch nicht durchbrochen haben. CRS – Cumulative Relative Survival Siehe: Überleben, relatives DCO-Fall / Death-Certificate-Only-Fall,
DCN-Fall / Death-Certificate-Notified-Fall Wenn eine Krebserkrankung nicht im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Krebsregistermeldung an das Krebsregister gemeldet wurde, die Person an der Erkrankung verstarb und diese Erkrankung auf dem amtlichen Totenschein vermerkt wurde, wird im Krebsregister eine Ersatzmeldung ange - legt. Darüber hinaus erfolgt eine Kontaktaufnah - me mit der Krankenanstalt, die den Totenschein ausgestellt hat. Kann auf diesem Weg weitere Information zu dem Krebsfall gewonnen werden (z. B. Diagnosedatum, Morphologie, Tumorstadium bei Diagnosestellung), wird die Ersatzmeldung um diese Erkenntnisse ergänzt. Zur Qualitätssicherung bleibt allerdings ein Marker an dieser Meldung, der anzeigt, dass der Auslöser für die Krebsregister - meldung der Totenschein war (Death Certificate Notified, DCN-Fall). Kann keine weitere Informa- tion ermittelt werden, bleibt die Ersatzmeldung als DCO-Fall (Death-Certificate-Only) im Register und geht mit unvollständigen Informationen in die Krebsstatistik ein. DCO-Rate Der Prozentsatz der DCO-Fälle bezogen auf alle Inzidenzfälle (reguläre Meldungen + DCN-Fälle + DCO-Fälle). ENCR European Network of Cancer Registries,
www.encr.com.fr IACR International Association for Cancer Registries, www.iacr.com.fr IARC International Agency for Research on Cancer,
www.iarc.fr ICD-10 International Classification of Diseases, 10th revi - sion / Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsproble - me, 10. Revision. Die ICD ist als eine Systematik von Krankheitsgruppen definiert, der Krankheitsbilder nach feststehenden Kriterien zugeordnet werden. Zweck der ICD ist das Ermöglichen von systemati - schen Aufzeichnungen, Analysen, Interpretationen und Vergleichen der Mortalitäts- und Morbiditäts - daten verschiedener Länder, Gebiete und Zeit- räume. ICD-O-3 International Classification of Diseases for Onco - logy, 3rd Edition / Internationale Klassifikation der Krankheiten in der Onkologie, 3. Revision Inzidenz Anzahl der Neuerkrankungen an bösartigen Neu - bildungen pro Kalenderjahr, einschließlich der Ster- befälle an Krebs, die zuvor nicht dem Krebsregister gemeldet wurden (DCO-Fälle). Fälle an „nicht-me- lanotischen Hautkrebsen“ sowie CIS-Fälle gehen nicht in die Ergebnistabellen ein. Karzinom Vom Epithel (Deck- oder Drüsengewebe von Orga- nen) ausgehende Krebserkrankungen. Karzinome bilden die größte Gruppe der Krebserkrankungen (ca. 80  %). Lymphom Vom Gewebe der lymphatischen Organe ausgehen - de Krebserkrankung. Man unterscheidet zwischen Hodgkin-Lymphomen und Non-Hodgkin-Lympho - men. Krebserkrankungen in Österreich 2024 – Glossar 196 Mammographie Röntgenuntersuchung der weiblichen Brustdrüse (Mamma) zur Früherkennung von Brustkrebs (Mam- makarzinom). Melanom, malignes Bösartiger Tumor der pigmentbildenden Zellen (Melanozyten) meist der Haut, der Schleimhäute, der Aderhaut des Auges und der Hirnhäute. Das maligne Melanom (schwarzer Hautkrebs) ist die ge- fährlichste Hautkrebsart. Basaliome und Spinalio - me (weißer Hautkrebs) und Melanome in anderen Organen als der Haut sind hier nicht dargestellt. Mikroskopisch verifiziert Gibt den Prozentsatz der histologisch bzw. zyto - logisch verifizierten Fälle an allen Inzidenzfällen (reguläre Meldungen + DCN-Fälle + DCO-Fälle) an. M/I-Ratio Die M/I Ratio gibt das Verhältnis der Anzahl der Toten (gestorben an einem bestimmten Tumor) zu der Anzahl der im selben Zeitraum, eben an diesem Tumor Erkrankten wieder. Morphologie (Synonym zu „Histologie“) Dokumentiert den neoplastisch mutierten Zelltyp und seine biologische Aktivität. Anders ausge - drückt: Sie beschreibt die Art der Neoplasie und ihr biologisches Verhalten. Mortalität Sterblichkeit NMSC non-melanotic skin cancer bzw. nicht-melanoti- scher Hautkrebs Neoplasie Neubildung von Gewebe; oft wird der Begriff als
Bezeichnung für Krebs verwendet. o. n. A. ohne nähere Angabe OECD Organisation for Economic Cooperation and
Development Prävalenz Anzahl von Personen (oder Anteil an einer Bevölke - rung), die jemals an Krebs erkrankt und zu einem bestimmten Zeitpunkt noch am Leben sind. PSA Das prostataspezifische Antigen (PSA) wird in einer Blutprobe gemessen und ist ein wichtiger Marker in der Urologie und der empfindlichste Parameter in der Diagnostik des Prostatakarzinoms. Rohe (Inzidenz-)Rate Diese Maßzahl gibt die Zahl aller Neuerkrankungen pro 100 000 Personen der Bezugsbevölkerung (im Jahresdurchschnitt) an. Sarkom vom Muskel-, Knochen- oder Bindegewebe ausge - hende Krebserkrankungen Screening Reihenuntersuchung einer Bevölkerungsgruppe zur Entdeckung von Erkrankungen mittels einfacher Diagnosemethoden TNM Im Österreichischen Nationalen Krebsregister wird die Einteilung der Tumorstadien nach dem TNM- System vorgenommen (Quelle: Union International Contre le Cancer: TNM-Klassifizierung der malignen Tumoren und allgemeine Regeln zur Anwendung des TNM-Systems, 3. Auflage, Springer-Verlag Ber- lin-Heidelberg-New York, 1992). Todesursachenstatistik Die Ergebnisse zu den Sterbefällen stammen aus der Todesursachenstatistik, in der jeder Todesfall der österreichischen Bevölkerung dokumentiert ist. Erhoben werden neben Alter, Geschlecht und Wohn- ort auch Todesort und Todeszeitpunkt. Die Todes- ursachen werden durch einen Totenbeschauarzt, Pathologen oder Gerichtsmediziner angegeben und in der Statistik Austria nach den WHO-Richtlinien der ICD-10 codiert. Das mit der Todesursachensta- tistik gewonnene Datenmaterial bildet die Grundla- ge für zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, welche die geografische, demographische und sozioöko- nomische Variation der Mortalität an bestimmten Krankheiten untersuchen. Krebserkrankungen in Österreich 2024 – Glossar 197 Tumorstadium Im österreichischen Krebsregister wird die Ein - teilung der Tumorstadien nach dem TNM-System vorgenommen (Union International Contre le Cancer: TNM-Klassifizierung der malignen Tumore und allgemeine Regeln zur Anwendung des TNM- Systems, 8. Auflage, Springer-Verlag Berlin-Heidel - berg-New York, 2017). Folgende Stadien werden unterschieden (im Klammerausdruck befindet sich die Zuordnung nach dem TNM-System): • Carcinoma-in-situ: Vorstadium (TIS) • lokalisiert: bösartiger Tumor, der auf das Ur- sprungsorgan beschränkt ist (T0-2, N0, M0) • regionalisiert: Tumorausbreitung eines bös- artigen Tumors in unmittelbar benachbartes Gewebe und/oder in regionale Lymphknoten, jedoch keine Fernmetastasen (T0-2, N1-4, M0; T3-4, N0-4, M0; TX, N1-4, M0) • disseminiert: bösartiger Tumor mit nachge- wiesenen Fernmetastasen (T0-X, N0-X, M1) • DCO (Death-Certificate-Only)-Fälle: Keine Stadieneinteilung möglich. Siehe: DCO-Fall – Death-Certificate-Only-Fall, DCN-Fall – Death- Certificate-Notified-Fall Überleben, beobachtetes Das tatsächlich beobachtete Überleben von Krebs - patientinnen und Krebspatienten. Zur Berechnung des beobachteten Überlebens wurde die Sterbeta - fel-Methode verwendet. Überleben, relatives Das relative Überleben setzt das Überleben an Krebs Erkrankter (beobachtetes Überleben) in Re - lation zum Überleben der allgemeinen Bevölkerung (erwartetes Überleben), welches durch die Maßzahl Ederer II unter Verwendung von geschlechts- und altersspezifischen Sterbetafeln je Kalenderjahr angegeben wird. Ein Wert von 100 % entspricht der Überlebenswahrscheinlichkeit der Gesamtbevölke - rung. Je höher das relative Überleben von Krebs - patientinnen und Krebspatienten ist, desto eher gelten dieselben Sterbewahrscheinlichkeiten wie für die Bezugsbevölkerung. UICC Union International Contre le Cancer,
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Myelom: Aktuelle Daten und Entwicklungen. krebs:hilfe! 3/2023. Wiedner-Frühwirt S. / Hackl M. (2023): Prostata-,
Nieren- und Blasenkarzinom – Uroonkologie:
aktuelle Statistik-Daten. krebs:hilfe! 3/2023. Wiedner-Frühwirt S. / Hackl M. (2023): Mammakarzi- nom: stark steigende Prävalenz. krebs:hilfe! 5/2023. Wiedner-Frühwirt S. / Hackl M. (2024): Erkrankungs- und Mortalitätsraten rückläufig – Darmkrebs: Aktuelle Statistikdaten aus dem Österreichischen Nationalen Krebsregister. krebs:hilfe! 1/2024. Wiedner-Frühwirt S. / Hackl M. (2024): Maligne
hämatologische Erkrankungen: Fünfthäufigste onkologische Neudiagnose. krebs:hilfe! 2/2024. Wiedner-Frühwirt S. / Hackl M. (2024): Onkologische Erkrankungen: Rechtsgrundlage für eine zeitge - mäße Registrierung. krebs:hilfe! 3/2024. Wiedner-Frühwirt S. / Hackl M. (2024): Maligne hämatologische Erkrankungen: Fünfthäufigste onkologische Neudiagnose. krebs:hilfe! 2/2024. krebs:hilfe! 5/2024. Wiedner-Frühwirt S. / Hackl M. (2024): Krebs in Österreich: Ein Blick auf Inzidenz, Prävalenz und statistische Trends. krebs:hilfe!2/2024. krebs:hilfe! 6/2024. Österreichischer Krebsreport 2023 Aus der Presseinfo: Krebsversorgung 2040 – dringende Maßnahmen notwendig Wien, am 25.01.2024. Mit dem „Österreichischen Krebsreport 2023“ bieten die Ös - terreichische Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (OeGHO) und die Österreichische Krebshilfe auch dieses Jahr wieder einen umfassenden Überblick über Epidemiologie, Früherkennung, Forschung und Versorgung von Menschen mit Krebs. Bei der Präsentation weisen die beiden Organisationen auf dringend notwendige Maßnahmen hin, um eine optimale onkologische Versor - gung (weiterhin) zu gewährleisten. Die WHO prognostiziert eine Verdoppelung der Krebsneuerkrankungen bis 2040 (Welt - krebsreport, IARC). Somit dürften 2040 etwa 29 bis 37 Millionen Menschen weltweit neu an Krebs erkranken. Auch in Österreich wird in den kommenden Jahren die Zahl der Krebsneu- erkrankungen aufgrund des steigenden Anteils älterer Menschen in der Bevölkerung weiter zunehmen, wie Statistik Austria auf Grundlage der Bevölkerungsprognose, der Krebssta - tistik und der Todesursachenstatistik berichtet. Aktuell erkranken jedes Jahr etwa 45 000 Menschen in Österreich an Krebs, rund 400 000 leben mit einer Krebsdiagnose. • Die Bevölkerung Österreichs altert: Bis 2030 steigt die Zahl der ab 75-Jährigen
im Vergleich zu 2020 um 16 %, bis 2040 um knapp 60 %. • Die Anzahl der Krebsneuerkrankungen steigt – der Prognose entsprechend
bis 2030 auf bis zu 50 000 jährlich. • Die Anzahl der mit einer Krebsdiagnose lebenden Menschen erhöht sich
von aktuell 400 000 auf knapp 460 000 im Jahr 2030. „Die Prognose von Krebsneuerkrankungen, also der Inzidenz, sowie die Prognose des ge - samten Krebsgeschehens, sprich der Prävalenz, sind wesentliche Datenquellen für die evi - denzbasierte Planung im Gesundheitswesen“, so Mag. Dr. scient. med. Monika Hackl, Leite- rin des Österreichischen Nationalen Krebsregisters der Statistik Austria. Bevölkerungswachstum, Ansteigen der Krebsneuerkrankungen und längere Überlebens - zeit = Herausforderung für eine optimale onkologische Versorgung!