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Krebserkrankungen
in Österreich
2024 STATISTIK AUSTRIA Impressum Rev. 1, 15.01.2025
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von STATISTIK AUSTRIA Wien, im November 2024

Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis Einleitung Ziel der Publikation     6 Das Österreichische Nationale Krebsregister als Datenbasis der Krebsstatistik     6 Historische Wurzeln der Krebsstatistik     7 Strukturierte Datenübermittlung aus regionalen und klinischen Tumor­registern, über Krankenanstaltenträger oder direkt aus der Krankenanstalt     8 Neue Rechtsgrundlage für eine zeitgemäße Krebsregistrierung     8 Onkologiebeirat und das „Nationale Krebsrahmenprogramm Österreich“     9 Teil A: Ergebnisse im Überblick Krebserkrankungen in Österreich     12 Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen     28 Krebsdiagnosen in einem frühen Erkrankungsstadium – In-situ-Tumore     32 Krebserkrankungen im internationalen Vergleich     34 Teil B: Ergebnisse im Detail Bösartige Neubildungen einzelner Lokalisationen Kopf und Hals ­(C00–C14)     40 Speiseröhre ­(C15)     46 Magen ­(C16)     52 Darm ­(C18–C21)     58 Leber ­(C22)     64 Bauchspeicheldrüse ­(C25)     70 Kehlkopf ­(C32)     76 Lunge (C33–C34)     82 Melanom (C43)     88 Brust (C50)     94 Gebärmutterhals (C53)     100 Gebärmutterkörper (C54)     106 Eierstock (C56)     112 Prostata (C61)     118 Hoden (C62)     124 Niere (C64)     130 Harnblase (C67)     136 Gehirn (C70–C72)     142 Schilddrüse (C73)     148 Hodgkin-Lymphom (C81)     154 Non-Hodgkin-Lymphom (C82–C86, C96)     160 Plasmozytom und Myelom (C90)     166 Leukämie (C91–C95)     172

Inhaltsverzeichnis Teil C: Weiterführende Informationen Methodische Hinweise      180 Umsetzung der Krebsstatistikverordnung 2019     190 Verwendung der Krebsregisterdaten      192 Glossar     194 Weiterführende Literatur     198 Österreichischer Krebsreport 2023     202

Krebserkrankungen in Österreich 2024 – Einleitung 6 Einleitung Ziel der Publikation Epidemiologische Krebsregister gewährleisten eine systematische Dokumentation des Krebsge - schehens einer Bevölkerung und liefern Antwor - ten auf verschiedene Fragen, wie z. B.: • Wie viele Personen der österreichischen Wohnbevölkerung erkranken jährlich an Brust- oder Prostatakrebs, wie viele an Lungenkrebs, Darmkrebs oder an malignen hämatologischen Erkrankungen? • Wie viele Personen leben mit einer bestimmten Krebsdiagnose? • Wie verändern sich Krebssterblichkeit und Überlebenswahrscheinlichkeiten? Die vorliegende neunten Auflage der Broschü - re „Krebserkrankungen in Österreich“ (früher „Krebsinzidenz und Krebsmortalität in Öster - reich“) fasst die Ergebnisse der Krebsstatistik bis zum Diagnosejahr 2022 in kompakter und über - sichtlicher Form zusammen und liefert damit die Grundlage zur Beantwortung dieser und weiterer Fragen. Erkrankungshäufigkeiten und -risiken, Sterblichkeit, Prävalenz und Überlebenswahr - scheinlichkeiten werden für alle Malignome zu - sammen und für 23 ausgewählte Tumorlokalisa - tionen dargestellt. Die Publikation wendet sich an Fachleute in Medizin und Forschung ebenso wie in Gesundheitspolitik und -verwaltung. Sie bietet aber auch allen interessierten Laien die Möglich - keit, sich aus erster Hand über die Krebsbelastung der österreichischen Bevölkerung zu informieren. Ergänzend zu den in dieser Publikation präsen - tierten Ergebnissen stehen die kompletten Zeit - reihen der Krebsinzidenz und -mortalität auf den Webseiten von Statistik Austria zur Verfügung (statistik.at > Statistiken > Bevölkerung und Sozia- les > Gesundheit > Krebserkrankungen). In dieser Publikation wurden alle altersstandardisierten Raten anhand der Europäischen Standardbevöl - kerung 2013 berechnet. Die online verfügbaren Tabellen enthalten zusätzlich Berechnungen der altersstandardisierten Inzidenz- und Mortalitäts - raten unter Verwendung der Weltbevölkerung nach Segi (1961). Altersstandardisierte Raten eignen sich besonders für einen zeitlichen oder regionalen Vergleich der Krebsneuerkrankungen und der Krebssterbefälle. Diese Maßzahlen be - rücksichtigen, dass sowohl das Erkrankungs- als auch das Mortalitätsrisiko mit dem Lebensalter stark ansteigen und daher in einer Bevölkerung mit vielen älteren Menschen auch mehr Neuer - krankungs- und Todesfälle auftreten. Das Österreichische Nationale Krebsregister als Datenbasis der Krebsstatistik Das Österreichische Nationale Krebsregister wird von Statistik Austria geführt. Grundlage für die Registrierung und Klassifikation der Krebs - erkrankungen im Österreichischen Nationalen Krebsregister sind systematische Meldungen zu Krebsbefunden aus den Krankenanstalten. Das Österreichische Nationale Krebsregister ist einzigartig in Österreich, da es auf gesetzlicher Grundlage Daten zu Krebserkrankungen für ganz Österreich erfasst und auswertet. Die Bezugsbe - völkerung sind alle Personen mit Wohnsitz in Ös - terreich (rund 9 Millionen im Jahresdurchschnitt 2022). Das Resultat steht der Öffentlichkeit als so- genannte Krebsstatistik zur Verfügung. Die Krebsstatistik bietet einen umfassenden Überblick über verschiedene Krebserkrankun - gen, gegliedert nach verschiedenen Tumorarten und Merkmalen der erkrankten Personen wie Ge - schlecht, Alter und Wohnbundesland. Krebserkrankungen in Österreich 2024 – Einleitung 7 Die wichtigsten Kennzahlen der Krebsstatistik sind: • Inzidenz (Anzahl der neu diagnostizierten Krebsfälle je Kalenderjahr), • Mortalität (Anzahl der Krebssterbefälle), • Prävalenz (Anzahl der mit einer Krebs- diagnose lebenden Personen) und • Überlebenswahrscheinlichkeiten von
Krebspatient:innen. Die Krebsstatistik liefert damit eine Grundlage für faktenorientierte öffentliche Debatten, die empi - rische Forschung und evidenzbasierte Entschei - dungen in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Die Daten sind der Beitrag Österreichs bei inter - nationalen Vergleichen und zu internationalen wissenschaftlichen Studien zum Thema Krebs. Die Führung des Österreichischen Nationalen Krebsregisters ist eng an internationale Empfeh - lungen geknüpft. Internationale Vergleichbarkeit steht bei diesen Empfehlungen der „International Association of Cancer Registries “ (IACR) und des „European Network of Cancer Registries “ (ENCR) im Vordergrund. Im internationalen Vergleich gibt es nur wenige epidemiologische Register, die eine vergleichbare oder noch größere Bevölkerung ab- decken als das Österreichische Nationale Krebs - register. Es ist seit langer Zeit Mitglied der IACR und des ENCR. Die Daten des Österreichischen Krebsregisters sind international anerkannt und werden seit dem Diagnosejahr 1997 in der Pu - blikation „ Cancer Incidence in Five Continents
(CI5)“ der „ International Agency for Research on Cancer“ (IARC) veröffentlicht. Historische Wurzeln der Krebsstatistik Durch die Verbesserung der Volksgesundheit und das Zurückdrängen der Infektionskrankheiten im vorigen Jahrhundert wurde Krebs zu einer wesentlichen Todesursache für die Bevölkerung. In der Zeitschrift „Der Krebsarzt“ aus dem Jahr 1957 beschreiben Kretz und Stur die „Krebskran - kenstatistik der Österreichischen Krebsgesell - schaft“ und bezeichnen die Krebsstatistik bereits als einen etablierten und anerkannten Zweig der Krebsforschung. Sie wiesen darauf hin, dass Daten einzelner Ärzte, Abteilungen oder Kranken- häuser meist zahlenmäßig zu gering sind, um all - gemeine Probleme zu erkennen, und jedenfalls eine Auslese darstellen, die möglicherweise das Ergebnis verfälscht. Daher wurden bereits 1932 statistische Erhebungen durchgeführt, die über einzelne Abteilungen und Kliniken hinausreich - ten. 1957 wurde erstmals versucht, die Erhebun - gen, die bis dahin für einen Großteil der Wiener Krankenhäuser und in einzelnen Kliniken der Landeshauptstädte durchgeführt wurden, auf das gesamte Bundesgebiet auszudehnen: „Diese Arbeit soll in enger Zusammenarbeit zwischen dem Österreichischen Zentralamt für Statistik, als dem berufenen Träger jeder gesamtösterrei - chischen statistischen Erhebung, mit dem Sozial - ministerium, als dem Träger der Gesundheitsver - waltung, und der hieran speziell interessierten Österreichischen Krebsgesellschaft durchgeführt werden.“ Die freiwillige Teilnahme der Kranken - häuser sollte mit einer Vergütung für die ausfer - tigenden Ärzt:innen von 3,– Schilling für jedes entsprechend sorgfältig ausgefüllte Krebsmelde - blatt gekoppelt werden. Das Österreichische Nationale Krebsregister hat eine lange Tradition, wie der Artikel von Kretz und Stur (1957) und das Krebsstatistikgesetz aus dem Jahr 1969 zeigen, und eine moderne Ausgestal - tung durch die Krebsstatistikverordnung 2019. Die stabile, langjährige Kompetenz der Daten - sammlung wurde durch diese Verordnung auf eine digitale, moderne Basis gestellt. Seit Jänner 2020 werden Krebsregistermeldungen ausschließlich elektronisch, strukturiert und entsprechend den Regeln der Europäischen Datenschutzgrundver - ordnung von den meldepflichtigen Stellen an Sta- tistik Austria übermittelt. Die Krebsstatistik ent - hält neben Informationen zur Krebserkrankung auch Angaben zu Alter, Geschlecht und Wohnre - gion der Patient:innen. Krebserkrankungen in Österreich 2024 – Einleitung 8 Strukturierte Datenübermittlung aus regionalen und klinischen Tumor- registern, über Krankenanstaltenträger oder direkt aus der Krankenanstalt In den vier Bundesländern Vorarlberg, Tirol, Salz - burg und Kärnten existieren regionale Tumor - register, die in enger Zusammenarbeit mit den Krankenanstalten die Datensammlung und -auf - bereitung im jeweiligen Bundesland durchfüh - ren. Als Dienstleister für die Krankenanstalten verwalten diese regionalen Register die Daten der Krebspatient:innen und sorgen für die struk - turierte Übermittlung an Statistik Austria. Die Datensammlung in den anderen Bundesländern erfolgt zum Teil ebenfalls über zwischengeschal - tete Register wie z. B. das klinische Register des Tumorzentrums Oberösterreich oder das Onko - logische Informationssystem (das Arbeits- und Dokumentationstool) der Niederösterreichischen Landesgesundheitsagentur sowie zum Teil über den Krankenhausträger wie z. B. die KAGES für Teile der Steiermark und die KRAGES für Teile des Burgenlands. In Wien stehen der Wiener Gesund - heitsverbund und sein IT-Dienstleister, Wien Di - gital, ihren Krankenanstalten unterstützend zur Seite. Darüber hinaus bestehen, vor allem für jene Krankenanstalten, die in keine der oben beschrie- benen Meldesysteme eingebunden sind, nach wie vor direkte Kontakte zu Statistik Austria. Je strukturierter die Dokumentation vor Ort bzw. je höher das Engagement der beteiligten Personen und je intensiver die Nutzung der Daten innerhalb der Krankenanstalt, des Verbunds oder Trägers ist, desto höher ist die Qualität der an Statistik Austria gelieferten Daten. Neue Rechtsgrundlage für eine zeitgemäße Krebsregistrierung Im Mai 2019 wurde im BGBl. II Nr. 124/2019 die Krebsstatistikverordnung 2019 veröffentlicht, wel- che die Vorgaben der europäischen Datenschutz - grundverordnung (Verordnung (EU) 2016/679 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. April 2016) umsetzt. Sie löste die Verordnung aus 1978 ab und bildet mit dem Krebsstatistik - gesetz 1969 die aktuelle Rechtsgrundlage für das Krebsregister und die Krebsstatistik bei Statistik Austria. Damit wurde eine langjährige Forderung von Sta- tistik Austria erfüllt: Anstelle der Namen der Be - troffenen werden seither nur noch eindeutige, nicht rückführbare Pseudonyme verspeichert, wie dies im E-Government-Gesetz vorgesehen ist. Die ausschließlich elektronische Übermittlung der Daten hat auch zu einer Verbesserung der Qualität der Krebsstatistik geführt und dient da - mit auch dem strategischen Ziel Nr. 5 des Krebs - rahmenprogramms 2014 („Hochwertige Daten und verbesserte evidenzbasierte Information zur Entscheidungsfindung von Gesunden, Patientin - nen und Patienten, Leistungserbringern und poli- tischen Entscheidungsträgern“). Die wesentlichen Neuerungen umfassen folgende drei Punkte: • Krebsregistermeldungen werden ausschließ- lich elektronisch und strukturiert übermittelt. • Nutzung des „bereichsspezifischen Personen- kennzeichens Amtliche Statistik“ (vbPK-AS) statt Namen und Sozialversicherungsnum- mer zur Registerführung • Meldung nach ausreichend gesicherter Erst- diagnose, Wegfall der Folgemeldungen, Mel- deverpflichtung im Sterbefall bleibt aufrecht Von Statistik Austria werden seit dem Jahr 2019 den Respondent:innen drei Möglichkeiten der Datenmeldung zur Verfügung gestellt: Webfor - mular via eQuest, Datei-Upload via eQuest, Datei- Übermittlung via SFTP (für automatisierte Daten- übertragungen aus Datenbanken). Weitere Informationen zu den Rechtsgrundlagen und rund um die Organisation der Krebsregister - meldung finden Sie auf den Webseiten von Statistik Austria unter statistik.at/ krebsregistermeldung. Krebserkrankungen in Österreich 2024 – Einleitung 9 Seit der Umstellung des Krebsregisters entspre - chend der Krebsstatistikverordnung 2019 gibt es im Krebsregister keinen Datensatz mit Namen, Sozialversicherungsnummer oder Adresse, auch nicht in den Altbeständen. Bei neu einlangenden Krebsregistermeldungen werden angelieferte So- zialversicherungsnummern oder Namen bei der Einlagerung in die Datenbank durch das bPK-AS ersetzt. Melanom und nicht-melanotischer Hautkrebs Für die Dokumentation der meisten Tumorar - ten spielt die Einschränkung der Meldepflicht auf Krankenanstalten keine große Rolle, da die Tumordiagnose und -behandlung in der Regel in Spitälern durchgeführt wird – nicht so beim bös - artigen Melanom. Wie eine Studie von Monshi et al. (2015) zeigt, wird das bösartige Melanom da - durch im Österreichischen Nationalen Krebsre - gister untererfasst. Für den nicht-melanotischen Hautkrebs (NMSC) steht der Nutzen der Daten in keinem Verhältnis zum Aufwand der Erfassung. Daher werden, im internationalen Einklang, Daten zum nicht-mela - notischen Hautkrebs (NMSC) nicht publiziert. Bei Tabellen zur Gesamtkrebsinzidenz wird das mit dem Hinweis „ohne sonstige bösartige Neubil - dungen der Haut (C44)“ verdeutlicht. Onkologiebeirat und das „Nationale Krebsrahmenprogramm Österreich“ Das Bundesministerium für Gesundheit hat im Oktober 2014 das „Nationale Krebsrahmenpro - gramm Österreich“ veröffentlicht. Dieses strategi- sche Papier wurde vom Onkologie-Beirat erarbei- tet, einem multiprofessionell und interdisziplinär zusammengesetzten Expertengremium, das die Bundesministerin für Gesundheit in allen Angele - genheiten rund um das Thema Krebs berät und in dem auch Statistik Austria vertreten ist. Durch die starke evidenzbasierte Ausrichtung des Program- mes liegt ein Schwerpunkt auf der Datensamm - lung im Krebsregister: Auf Basis der Vorarbeiten des Onkologiebeirates wurde im Sommer 2019 die Krebsstatistikverordnung 2019 erlassen. Sie ist ein wichtiger Meilenstein bei der Modernisie - rung des Österreichischen Nationalen Krebsregis- ters. Die Verordnung bildet die Rechtsgrundlage für die elektronische Datenübermittlung von den Krankenanstalten an Statistik Austria. Entspre - chend der europäischen Datenschutzgrundver - ordnung wurde auch die Pseudonymisierung der personenbezogenen Daten umgesetzt. Damit kommt man dem strategischen Ziel Nr. 5 des Ös - terreichischen Krebsrahmenprogramms, „Hoch - wertige Daten und verbesserte evidenzbasierte Information zur Entscheidungsfindung von Ge - sunden, Patientinnen und Patienten, Leistungser- bringern und politischen Entscheidungsträgern“, einen Schritt näher. Nähere Information dazu können auf der Seite des Bundesministerium fürs Soziales, Gesund - heit, Pflege und Konsumentenschutz gefunden werden: sozialministerium.at > Gesundheit > Nicht übertragbare Krankheiten > Krebs > Natio - nales Krebsrahmenprogramm.

Im ersten Teilabschnitt werden die Entwicklungen aller Krebsneuerkrankungen und Sterbefälle an Krebserkran- kungen in Österreich dargestellt. Die Verteilung der Krebs- neuerkrankungen wird nach Bundesländern, Stadium bei Diagnose, Geschlecht und Alter dargestellt und kurz kommentiert. Es folgt ein Überblick für die Tumore im Frühstadium ( In-situ-Tumore). Danach werden speziell die Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen näher beleuchtet. Abschließend folgt ein internationaler Vergleich der Daten zu Krebserkrankungen. Teil A:
Ergebnisse
im Überblick Krebserkrankungen in Österreich 2024 – Krebserkrankungen in Österreich 12 Krebserkrankungen in Österreich In Österreich erkranken jährlich etwa 45 000 Men- schen an Krebs. „Krebs“ bezeichnet in dieser Pu - blikation des Österreichischen Nationalen Krebs - registers alle bösartigen (malignen), invasiven Neubildungen einschließlich Lymphomen und Leukämien. „Hautkrebs“ bezieht sich nur auf das maligne Melanom, „ non melanoma skin cancer “ zählt nicht zur Krebsinzidenz. In-situ-Tumore wer- den separat ausgewiesen. Die zeitliche Entwicklung der Krebserkrankun - gen lässt sich anhand verschiedener Maßzahlen und Raten darstellen. Die Krebsinzidenz be - zieht sich auf Neuerkrankungen pro Kalenderjahr. Alters spezifische und altersstandardisierte Raten (Europäische Standardbevölkerung 2013) werden für die Beschreibung der zeitlichen Entwicklung und regionaler Unterschiede verwendet. Die Prävalenz – die Anzahl der Personen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt oder innerhalb einer bestimmten Periode an Krebs erkrankt und am Leben sind – wird auf Basis der im Österrei - chischen Nationalen Krebsregister registrier - ten Erkrankungsfälle berechnet (Stichtag ist der 31.12.2022). Um das Überleben nach einer Krebsdiagnose
zu beschreiben, erfolgte ein Follow-up zum Über- lebensstatus (End of Follow-up 31.12.2023). Die Ergebnisse werden nach Zeitpunkt bzw. Zeitraum der Diagnose und Zeitraum der Nachbeobach - tung sowie Geschlecht, Alter und Tumorstadium bei Diagnose gegliedert. Zeitliche Entwicklungen Im Jahr 2022 wurden in Österreich bei 44 764 Menschen Krebsneuerkrankungen dokumen - tiert, 24 081 bei Männern und 20 683 bei Frauen. Bei 11 290 Männern und 9 715 Frauen führte eine Krebserkrankung im Jahr 2022 zum Tod. Damit sind Krebserkrankungen für etwa ein Fünftel (22,5 %) der jährlichen Todesfälle verantwortlich. Tendenziell gehen aber sowohl das Risiko einer Neuerkrankung als auch das Sterblichkeitsrisiko zurück. Zum Jahresende 2022 lebten in Öster - reich 402 805 Personen mit der Diagnose Krebs. Im Jahr 2022 gab es etwas weniger Inzidenzfäl - le als 2021 (45 194 Neuerkrankungen) und um 10,4 % mehr als vor zehn Jahren (40 561 Neu - erkrankungen). Bei beiden Geschlechtern gab es geringfügige Änderungen der Zahl an Neuerkran - kungen von 2021 auf 2022 (Männer: −1,0 %, Frau - en: −1,3 %); im Vergleich mit 2012 kam es bei den Männern zu einem Anstieg um 14,3 % und bei den Frauen um 6,1 %. In den zehn Jahren bis 2022 ging bei den Männern die um den Altersstruktureffekt bereinigte Neu - erkrankungsrate der bösartigen Tumore um 5,1 % auf 566,7 Fälle pro 100 000 Männer zurück; für die Altersstandardisierung wurde die Europäische Standardbevölkerung 2013 verwendet. Ebenso sank die Krebssterberate im gleichen Zeitraum um 14,7 %. Auch bei den Frauen lag die alters - standardisierte Neuerkrankungsrate 2022 unter den Werten von 2012, die Differenz betrug 6,0 % (408,8 pro 100 000 Frauen); die Krebssterberate sank in diesem Zeitraum um 10,9 %. Das Risiko, bis zum 75. Lebensjahr an Krebs zu erkranken, war unter Zugrundelegung der altersspezifischen Er - krankungsverhältnisse von 2022 bei den Männern 1,3-mal so hoch wie bei den Frauen. Das Risiko für Männer, bis zu ihrem 75. Lebensjahr an einem bös- artigen Tumor zu erkranken, erreichte 2000 mit 39,8 % seinen höchsten Wert und ging in den dar - auffolgenden Jahren bis zum aktuellen Diagnose- jahr 2022 auf 31,6 % zurück. Das Risiko für Frauen, bis zu ihrem 75. Lebensjahr an einem bösartigen Tumor zu erkranken, blieb im selben Zeitraum mit etwa 25 % gleich; 2022 war es 23,7 %. Krebserkrankungen in Österreich 2024  –  Krebserkrankungen in Österreich 13 Entwicklung der Inzidenz und Mortalität Alle Malignome (C00–C96, ohne C44), 2012 bis 2022 Q: STATISTIK AUSTRIA, Österreichisches Krebsregister (Stand 09.01.2024) und Todesursachenstatistik. – Altersstandardisierte Raten: jeweils bezogen auf 100 000 Männer/Frauen, Europäische Standardbevölkerung 2013. 0 100 200 300 400 500 600 700 2012 2014 2016 2018 2020 2022

0 5 000 10 000 15 000 20 000 25 000 30 000 2012 2014 2016 2018 2020 2022

Inzidenz Männer Inzidenz Frauen Mortalität Männer Mortalität Frauen Absolute Zahlen – Inzidenz und Mortalität Altersstandardisierte Raten – Inzidenz und Mortalität Entwicklung der Inzidenz und Mortalität Alle Malignome (C00–C96, ohne C44), 1990 bis 2022 Jahr Inzidenz Mortalität absolute Zahlen altersstandardisierte Raten1 absolute Zahlen altersstandardisierte Raten1 insg. m w insg. m w insg. m w insg. m w 1990 31 294 14 886 16 408 510,7 649,6 441,7 19 226 9 607 9 619 323,6 447,0 258,5 1995 34 498 17 056 17 442 539,6 694,2 458,1 19 072 9 576 9 496 309,4 427,7 247,2 2000 37 606 19 622 17 984 556,7 722,1 455,0 18 693 9 493 9 200 288,0 391,4 230,4 2005 38 329 20 334 17 995 526,4 665,4 432,8 19 075 9 971 9 104 271,5 366,2 214,9 2010 39 687 20 725 18 962 505,8 614,3 431,5 19 672 10 419 9 253 256,2 338,9 204,1 2012 40 561 21 072 19 489 501,8 597,4 434,7 20 178 10 673 9 505 253,7 330,0 205,0 2013 40 196 20 923 19 273 490,0 580,9 425,6 19 982 10 758 9 224 247,7 327,0 196,7 2014 41 431 21 750 19 681 496,3 592,1 428,2 20 392 10 829 9 563 247,2 317,8 200,7 2015 41 925 22 388 19 537 494,9 596,7 420,2 20 209 10 865 9 344 240,9 311,3 193,3 2016 42 686 22 836 19 850 496,8 597,1 422,5 20 060 10 708 9 352 235,2 300,0 191,3 2017 43 042 23 421 19 621 493,0 600,1 411,8 20 148 10 933 9 215 232,4 300,8 185,8 2018 42 552 22 900 19 652 480,3 573,7 408,0 20 431 11 058 9 373 231,8 295,7 186,5 2019 43 640 23 663 19 977 485,3 583,2 409,6 20 406 10 959 9 447 227,4 288,5 185,6 2020 43 114 23 443 19 671 472,8 569,4 397,9 20 816 11 306 9 510 227,8 290,8 183,3 2021 45 194 24 387 20 807 489,5 581,6 417,9 20 549 11 154 9 395 222,5 282,4 180,1 2022 44 764 24 081 20 683 477,6 566,7 408,8 21 005 11 290 9 715 223,4 281,4 182,6 Q: STATISTIK AUSTRIA, Österreichisches Krebsregister (Stand 09.01.2024) und Todesursachenstatistik. – 1) Jeweils bezogen auf 100 000 Männer/Frauen, Europäische Standardbevölkerung 2013.

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