Brehms Tierleben, Band 9: Die Insekten, Tausendfüßer und Spinnen
Schnepfenfliege (Empis tessellata). Natürliche Größe. beim Weibchen mehr niedergedrückten, beim Männchen walzigen Hinterleib zeichnen silberweiße Seitenflecke aus, die Flügel eine lebhaft gelbgraue Trübung.
Die laphriaartigen Raubfliegen haben zunächst eine geschlossene Randzelle und am spindelförmigen Endgliede der Fühler weder einen Griffel noch eine Borste, mit Ausnahme einer Art (Laphystia sabulicola) von der kleinasiatischen Küste. Die Mordfliegen (Laphria) lieben es, ihren überall gleichbreiten, etwas niedergedrückten und oft bunt behaarten Hinterleib fest an einen Baumstamm anzudrücken, den Kopf nach unten gewendet, die haarigen Beine weit von sich zu strecken und, von der Sonne beschienen, das glücklich erhaschte Schlachtopfer zu verzehren. Nehmen wir zu diesem Bilde noch einen dichten, bis zu den Fühlern hinaufreichenden Knebelbart, so haben wir alle Merkmale vereinigt, welche die Gattung kennzeichnen. Bei den einen bleibt die erste Hinterrandzelle offen, bei den anderen schließt sie sich. Zu jenen gehört beispielsweise die im nördlichen und mittleren
Europa gemeine, 13—17,5 mm messende gelbleibige Mordfliege (Laphria gilva). Sie ist durchaus schwarz behaart, an Kopf, Mittelleib wie an der Wurzel des Hinterleibes mischen sich weiße (keine gelben) Härchen unter, nur von der Mitte des zweiten Ringes an beginnt ein lebhaft rostroter Haarfilz, welcher den Seitenrand nicht erreicht und am Hinterrande des fünften Ringes entweder plötzlich abbricht oder sich noch über die Mitte des sechsten als rostroter Schimmer fortsetzt, oder endlich den sechsten in gleicher Weise wie den fünften bedeckt. Von den Fühlergliedern ist das erste fast doppelt so lang wie das zweite, das dritte sehr keulenförmig, länger als die beiden ersten zusammengenommen. Die Flügel erscheinen um die Adern getrübt. In der oben angegebenen Stellung saugt dieser kühne Räuber seine Beute in aller Ruhe aus, fliegt aber auch unter starkem Gesumme
HERRSCHAFT -DERFEALFGEN
davon, wenn man ihm zu nahe kommt. Auf unserem Gruppenbilde „Herrschaft der Fliegen“ sehen wir eine gelbleibige am Eichenstamme. Ihre Larve lebt hinter Kiefernrinde und wird von Beling nebst der Puppe in der oben angeführten Zeitschrift beschrieben. Die asilusartigen Raubfliegen endlich unterscheiden sich von den vorigen durch die Endborste des dritten Fühlergliedes. Die Fliegenkenner, wie ein Wiedemann, Macquart und Löw, haben die vielen Hunderte von Arten, welche sich auf der Erde verteilen, nach der Gestalt des Hinterleibes und dem Flügelgeäder, ob drei Unterrandzellen oder nur zwei vorhanden, oder ob die zweite mit Aderanhang versehen oder ohne solchen ist, und nach ähnlichen, noch feineren Merkmalen in zahlreiche Gattungen geschieden. Die Raubfliegen im engeren Sinne (Asilus) haben mit den laphriaartigen die geschlossene Randzelle gemein, zeichnen sich aber durch zwei Unterrandzellen (Zelle 8 im Mückenflügel S. 472) aus, indem sich die dritte Längsader gabelt, während die zweite keinen Aderanhang hat; ferner durch die nackte Fühlerborste oder, wie man sagen könnte, den „borstenartigen Griffel“, dessen erstes Glied viel kürzer als das zweite ist, und durch den Mangel der Enddornen an den Mittelschienen, während sonst die Beine an Stacheln und Haaren eher Überfluß haben. Es sind einige hundert Arten aus allen Weltteilen bekannt, von denen auf Europa allein an hundert kommen, fast alle von schlichtem, braungrauem Gewande. Am kenntlichsten macht sich durch ihre graugelbe Färbung die in ganz Europa bis tief nach Asien hinein verbreitete hornissenartige Raubfliege (Asilus crabroniformis); an Kopf, Schulterbeulen, einigen Rückenstriemen, den Beinen abwärts von den Schenkeln und den letzten Hinterleibstingen geht die Grundfarbe in reineres Gelb über, und an der Wurzel des Hinterleibes weicht sie einem braunen Samtschwarz; auch die rostgelblichen Flügel haben an der Spitze und am Hinterrande einige dunklere Fleckchen. Die Art erscheint gegen andere arm an Haaren. Man trifft die in ihrer Länge zwischen 15 und 24 mm schwankende Art nicht selten an, wenn man an einem Stoppelfelde vorübergeht. Wenige Schritte vor unseren Füßen summt sie mit starkem Geräusche unerwartet in jähem Fluge auf, flach über den Boden hin und sucht Schutz vor etwaigen Angriffen an einer Stoppel mitten im Felde. Gegen Abend ruht sie gern an Baumstämmen. Ich traf einst eine an einem vereinzelten Weidenbüschchen eines Wiesenrandes an, die Krallen nahe bei einander, die Beine steif,' die Spitze des Hinterleibes eingezogen und die Flügel platt auf den Rücken gelegt, hing sie da, eher einem toten als einem lebenden Wesen gleichend. Ich faßte sie, um mich zu überzeugen, ob noch Leben darin sei. Sofort drang aus der Leibesspitze, den Seiten und den Fußgelenken eine milchige, ekelhafte Flüssigkeit in feinen Tröpfchen heraus, was mich unwillkürlich veranlaßte, die unangenehm werdende Fliege, welche sich im übrigen kaum regte, in das Gras zu schleudern, was sie teilnahmlos über sich ergehen ließ. Ohne Gezappel und bissiges Wesen hatte sich der offenbar schlafende Räuber auf diese Weise seines Ruhestörers entledigt. Überall auf Buschwerk, auf Wegen, an sandigen Hängen oder Baumstämmen lungern die Arten nach Beute umher, haschen in sprungartigem Fluge nach ihr oder schmausen bereits, dieselbe zwischen den Vorderbeinen haltend. Von der Gefräßigkeit und Spinnennatur dieser Fliegen zeugt die Bemerkung: „das Weibchen hat nach der Begattung das Männchen getötet und ausgesogen“, welche nach Jänickes Mitteilung unter einem Pärchen von Asilus cyanurus in von Heydens Sammlung zu lesen ist.
Die Tanzfliegen (Empidae) bilden eine von anderen zwar scharf abgegrenzte, unter sich aber weniger einförmige Familie. Ein fast kugeliger, kleiner, vom Brustkasten daher sehr entschieden abgeschnürter Kopf, dessen horniger, spitzer Rüssel wie ein Schnabel
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nach unten steht, die schlanke Körpergestalt, besonders des Hinterleibes, welcher beim Weibchen spitz, beim Männchen mit verschiedenen auffälligen Anhängseln endigt, die völlige Nacktheit des Körpers und verlängerte Hinterbeine geben diesen Raubfliegen teilweise ein schnakenartiges Ansehen; nur vier Hinterrandzellen, eine gegabelte dritte Längsader und eine meist sehr kurze und geschlossene, immer langgestielte Analzelle kennzeichnen ihre Flügel. Vom ersten Frühjahr an fallen ihre Tänze und Jagden auf, welche sie unter Bäumen, neben Buschwerk oft in Scharen ausführen. Während jener paaren sie sich, und gar nicht selten sieht man den einen Gatten, wie er ein gewürgtes Insekt zwischen den Vorderbeinen hält und gierig daran saugt, schwelgend in dem Doppelgenusse, welcher den Kerfen überhaupt nur für ihre kurze Lebenszeit geboten wird. Da diese Fliegen ihre Beute, welche nur in kleinen Kerfen besteht, mit den Beinen ergreifen, wie alle echten Raubfliegen, so erfahren diese allerlei Umgestaltungen: man erblickt auffallend verdickte Fußglieder, dicht gefiederte Beschuppung an Schenkeln und Schienen, Krümmungen einzelner Teile, kurz eine Mannigfaltigkeit in der Bildung der Beinchen, wie sie bei keiner zweiten Familie wiederkehren dürfte. Manche Arten besuchen auch gern Disteln, Schafgarbe, Flockblumen und andere korbblütige Pflanzen, aus denen sie nicht selten, über und über bis zur Unkenntlichkeit mit Blumenstaub bedeckt, wieder hervorkommen. Die einen erscheinen im ersten Frühling, andere erst im Herbst; die einen tanzen am Tage, andere nach Mückenweise des Abends; die Mehrzahl ist den kälteren Gegenden und dem Gebirge eigen. Die wenigen Larven, welche man bis jetzt kennt, zeichnen sich durch sehr starke Einschnürung zwischen den Leibesgliedern aus und leben in der Erde. — Nach der Verschiedenheit des Flügelgeäders innerhalb der gegebenen Grenzen gliedert sich die Familie in zahlreiche Sippen und diese in eine Menge von Gattungen. Statt aller möge eine unserer größten Arten, die gewürfelte Schnepfenfliege (Empis tessellata, Fig. 2, S. 492), den Familiencharakter versinnlichen. Sie ist bräunlichgrau, auf dem Rückenschilde in drei Striemen schwarz, an der Wurzel der hellbraunen Flügel gelb und schillert auf dem Hinterleibe würfelartig lichter. Beim Männchen läuft der walzige Hinterleib in eine beilförmige Zange aus, und die Augen stoßen auf dem Scheitel zusammen. Die 13 mm lange Fliege erscheint im Mai und Juni. Ihre Larve findet sich samt der Puppe in oben erwähntem Archiv auf S. 205 von Beling beschrieben.
Der gemeine Trauerschweber (Anthrax semiatra oder morio Linnés) ist durchaus schwarz und ebenso behaart, nur vorn am Brustkasten und an der Wurzel des Hinterleibes herrschen fuchsrote Haare vor. Die scharfe Grenze der schwarzen Flügelzeichnung ist aus unserer Abbildung ersichtlich. Im übrigen charakterisieren die Gattung noch folgende Merkmale: Aus der großen Mundöffnung des halbkugeligen Kopfes ragt der spitze Rüssel mäßig lang hervor; die weit voneinander entfernten Fühler bestehen aus einem walzigen ersten, napfähnlichen zweiten, zwiebel- oder kegelförmigen dritten Gliede, dessen Endgriffel wiederum zweigliederig ist. Die Netzaugen stehen beim Männchen oben auf dem Scheitel einander näher als beim Weibchen, überdies finden sich deutliche Nebenaugen vor. Der siebengliederige Hinterleib drückt sich etwas nieder und wird in der Ruhe von den halboffenen Flügeln nur teilweise bedeckt. Diese sind bei anderen Arten, deren die heißen Länder eine große Menge sehr stattlicher ernähren, wieder in anderer Weise schwarz gezeichnet, ihre dritte Längsader gegabelt, der obere Zinken stark S-fürmig geschwungen, am Grunde bisweilen mit einem Aderanhang versehen; die zweite entspringt scheinbar aus der dritten, die kleine Querader steht auf der Mitte der Mittelzelle senkrecht oder rückt wohl auch der Wurzel etwas näher; die genannte Zelle entsendet drei Adern, die letzte
aus der Nähe der Wurzelzelle; vier offene Hinterrandzellen, eine bis zum Flügelrand reichende Anal- und zwei Unterrandzellen kommen hier in Betracht.
In bedächtigem, aber gewandtem Schwebfluge zieht diese Fliege und andere Arten dieser Gattung über der Erde hin, am liebsten an recht dürren, sonnenverbrannten Ortlichkeiten, setzt sich von Zeit zu Zeit auf einen Stein zum Ausruhen oder saugt mit dem Rüssel an einer feuchten Stelle, um sich zu erquicken. So sieht man sie in fortwährender Geschäftigkeit an Wegen und in öden Sandgegenden, solange die Sonne scheint. Bei rauhem, unfreundlichem Wetter sitzt sie fest auf Blättern, an Gras, auf der Erde, mehr oder weniger versteckt und läßt alles über sich ergehen. Die Trauerfliegen schmarotzen bei Erdbienen, anderen Hautflüglern und wohl auch in Schmetterlingsraupen; Einzelheiten aus ihrem Leben sind mir nicht bekannt geworden. Ich erzog die hier abgebildete am 13. April 1858 aus dem danebenliegenden, gesponnenen Gehäuse, dessen Ursprung ich aber nicht angeben kann, weil ich es unter Gebüsch in einem Walde aufgelesen hatte. Daß die Larve verschiedene Wirte bewohnen muß, geht aus der verschiedenen Größe der Fliege hervor, die zwischen 4,5 und 13 mm schwankt. Andere Arten schweben an alten Lehmwänden, welche von Immen reich bewohnt sind, auf und nieder, entschieden um ihre Eier unterzubringen, oder zur Stärkung ihrer Kräfte an dem Rasen des blühenden Quendels. Es gibt auch unter den Trauerschwebern größere Arten, welche die Trauerfarbe mit Fuchsrot vertauscht haben und so zu den folgenden überführen. g |
Etwas verschiedene Rörpertradit zeigen deetegen datvaleralsofamit die Gemeinschweber (Bombylius), welche schlüpft ist. Natürliche Größe. sich in mehr als 100 Arten über die ganze Erde verbreiten, gedrungener von Körperbau, teilweise hummelartig sind und auf dem Körperrücken ein dichtes, ungemein hinfälliges, gelbliches, graues oder anders gefärbtes Haarkleid tragen. Von den Trauerschwebern unterscheiden sie sich durch den verhältnismäßig viel kleineren Kopf, die nahe zusammenstehenden Fühler, deren drittes Glied fegel-, pfriem⸗ oder blattförmig ist und einen dreigliederigen Endgriffel trägt, und durch den langen, wagerecht vorstehenden Rüssel. Im ersten Frühjahr erscheinen die Gemeinschweber an gleichen Stellen wie die vorigen, stecken aber ihren langen Rüssel häufig in eine Blumenkrone und lassen dabei einen scharf pfeifenden Ton hören. Sie erinnern in dieser Beziehung an die Schwärmer unter den Schmetterlingen; man sieht sie nämlich hierbei nicht sitzen, sondern stets in schwebender Bewegung. Sie ruhen aber auch auf Blättern, an der trockenen, dürren Erde aus und sitzen, wenn die Sonne nicht scheint, an gleichen Stellen regungslos fest. Der Bombylius venosus steckt auf unserem Frühlingsbild als mittelstes der drei höchsten Kerbtiere seinen langen Rüssel in ein Weidenkätzchen und gehört zu den in Europa sehr verbreiteten, überhaupt bedeutend überwiegenden, graugelb behaarten Arten, und zwar zu denen, wo der Hinterkopf lange und die Stelle hinter den Augen noch längere, schwarze Haare trägt. Die Entwickelungsweise haben die Gemeinschweber mit den Trauerfliegen gemein, sie schmarotzen bei verschiedenen Hautflüglern.
Es war am 27. Juli 1856, als ich einen dem Insektenfange geltenden Ausflug unternahm. Der Tag war heiß, und Kerfe allerlei Art, besonders Fliegen, umschwärmten geschäftig den bunten Teppich eines reichen Pflanzenwuchses. Eine ungemein zierliche Fliege (Stratiomys furcata) saß am Rande eines kleinen Wassertümpels ruhig auf der Unterseite eines Schilfblattes, etwa in Manneshöhe über dem Spiegel des nicht spiegelnden, mehr schlammigen Loches, und zog um so mehr meine Aufmerksamkeit auf sich, als ich diese Art bisher nur in schnellem, aber geräuschlosem Fluge Blumen aufsuchen sah und dort mit großer Ausdauer und Vorsicht auch einige Stücke erbeutet hatte. Von der Schüchternheit und Eile dieser Art vollkommen überzeugt, nahte ich mich mit der größten Vorsicht und erreichte meinen Zweck. Die Fliege blieb nicht nur sitzen, sondern fuhr in ihrer Beschäftigung, Eier zu legen, fort. Ein anscheinend filziger Klumpen hinter ihr wurde größer, indem sie mit der sonst zurückgezogenen, jetzt bemerkbaren Spitze ihres Hinterleibes mehr und mehr vorwärts rückte. Weiteres zu beobachten war mir bei der Entfernung nicht möglich, der unsichere Boden unter meinen Füßen erlaubte kein weiteres Vordringen, und dieses würde, wenn es möglich gewesen, die Fliege sicherlich verscheucht haben. Ich fing sie schließlich und bemächtigte mich des Blattes mit den Eiern. Es mochten einige hundert walzige, grünlichgraue, etwa 2,25 mm lange Körnchen sein, welche gedrängt nebeneinander schräg aufrecht standen, von einer grünlichen Salbe festgehalten und in fie eingebettet waren und in ihrer ganzen Erscheinung große Zartheit ver— Weibchender gemeinen rieten. Ich nahm fie mit heim und bemerkte, daß fie bald dunkler Waffenfliege (Strati- wurden. Sie kamen in Vergessenheit, und nach etwa 10 Tagen a a Ratürs fanden sich wenige winzig Heine, lanzettförmige, tote Lärvchen in der Schachtel. Ein anderes Mal trug ich am 29. Mai eine Menge von Schilfstengeln ein, an welchen die Eier der Stratiomys longicornis angeklebt waren; nach 8 Tagen krochen die Larven aus, bekamen Wasser, wollten aber nicht gedeihen. Sie hatten ganz die Form der ausgewachsenen Larve und krochen gern an den Wänden des Glasgefäßes über das Wasser in die Höhe. Eine erwachsene Stratiomys-Larve spitzt sich nach den Enden und schärft sich an den Seiten zu, so daß ein Querschnitt derselben ungefähr dem einer Linse gleicht. Von den zwölf Leibgliedern deckt an den vier vordersten der Vorderrand des nächsten allemal den hinteren Rand des vorangehenden Gliedes, das vierte dagegen aber auch mit seinem Hinterrande den Vorderrand des folgenden, und in dieser umgekehrten Weise geht es bis an das Ende. Will man den Bau des Leibes mit der Einrichtung eines Fernrohres vergleichen, so würde also vom letzten bis zum vierten Gliede jedes in das vorhergehende und von der anderen Seite das erste wieder bis zu demselben vierten sich einschieben lassen. Sie alle sind bräunlich erdgrau gefärbt und erscheinen bei näherer Betrachtung durch schwärzliche Längsstriche und Pünktchen auf ihrer Oberfläche wie chagriniert. Die äußerste Schwanzspitze führt eine Offnung, nicht als Abzugskanal der Auswürfe, dessen Mündung etwas weiter nach vorn liegt, sondern zum Atmen, und ist mit einem Kranze zierlich gewimperter Härchen umgeben. Diese breiten sich sternartig aus oder klappen sich, nach oben mit ihren Spitzen zusammenstoßend, in der Weise zusammen, daß sie einen hohlen, kugelähnlichen Raum einschließen, weil sie Bogenlinien darstellen. In ihren Bewegungen haben diese Larven viel Ahnlichkeit mit den oben erwähnten Larven der Stechmücken. In 8. und C-förmigen Windungen, das Schwanzende nach oben, den Kopf nach unten, schlängeln fie sich auf und nieder und hängen oft auch senkrecht mit ausgebreitetem Schwanzstern an der Oberfläche. Sobald sie untertauchen, nimmt letzterer die erwähnte Kugelgestalt an und schließt ein silberglänzendes Luftbläschen ein, einen Vorrat zum Atmen und dazu geeignet, diesen Larven einen längeren Aufenthalt unter dem Wasser zu gestatten.