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Brehms Tierleben, Band 9: Die Insekten, Tausendfüßer und Spinnen

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Der Kiefernschwärmer, das Tannenpfeil (Sphinx pinastri), ist der unscheinbarste aller Schwärmer; denn er unterscheidet sich kaum in der Farbe von dem Kiefernstamm,

an dem er sitzt; er fehlt wohl nirgends, wo dieser Baum wächst. Die Oberseite seiner schlanken Fühler und die Fransen sind fleckenartig weiß, die Vorderflügel mit einigen schwarzen Längsstrahlen gezeichnet und der Hinterleib zweifarbig grau und schwarz in der vorliegenden Zeichnung. Der Rüssel erreicht eine Länge von 4 em. H. Morin hat beobachtet, daß der Schmetterling abends nach Schwalbenart und pfeilschnellen Fluges in die Wasserlachen an Waldwegen eintaucht. Das befruchtete Weibchen klebt seine bleichgrünen Eier an die Nadeln der Kiefernbäume, und dann dauert es ungefähr 10— 14 Tage, ehe die Räupchen daraus hervorbrechen. Dieselben häuten sich durchschnittlich aller 10 Tage, fressen meist ihren Balg auf, was auch viele andere Raupen thun, und bekommen mit der Zeit ihre bunte Längsstreifung, gelb, grün, lila. Die nach der vierten Häutung erwachsene Raupe hat schwache, teilweise schwarze Querrunzeln und die oben genannten Farben mehr oder weniger in Fleckenstreifen aufgelöst. Bei der Berührung schlägt sie wild um sich, bricht

Kiefernschwärmer (Sphinx pinastri) nebst Raupen verschiedenen Alters und Puppe.

einen braunen Magensaft aus und versucht zu beißen. Derartige Wahrnehmungen werden meist nur möglich, wenn sie zur Verpuppung von den Bäumen herabsteigt; denn in jungen Beständen hält sie sich nur selten auf, sondern meist oben in den Gipfeln der Bäume. Ungefähr in der ersten Hälfte des September bohrt sie sich in die Erde ein; umgibt eine Moosdecke den Fuß des Baumes, so geht sie unter diese und nimmt Puppengestalt an, in welcher die Überwinterung erfolgt. Eine kurze, nasenartig heraustretende Rüsselscheide charakterisiert die schwarze Puppe. Daß im nächsten Frühling nicht immer der zu erwartende Schmetterling hervorkommen müsse, sondern große Schlupfwespen (Ichneumon pisorius und I. fusorius) seine Stelle vertreten können, wurde bereits früher erwähnt. Bisweilen erscheinen die Raupen in einer für die Bäume verderblichen Menge, wie z. B. der Umstand beweist, daß 1837 und 1838 in der Annaburger Heide seitens der Forstverwaltung auf das Quart derselben ein Preis von 15 Pfennigen gesetzt wurde und namhafte Summen dafür verausgabt worden sind. — Wer sollte nicht schon die feiste, schön gelb getigerte Raupe im Sommer auf der Cypressen-Wolfsmilch (Euphorbia Cy-parissias), aber auch nur auf dieser, haben sitzen sehen, aus welcher der gemeinste aller Schwärmer hervorgeht, der nach der Futterpflanze benannte Wolfsmilchschwärmer

Kiefernſchwärmer (Sphinx pinastri) nebſt Raupen verſchiedenen Alters und Puppe.

(Sphinx euphorbiae, s. Abbildung). Seine ledergelben, öfters rosa bestäubten Vorderflügel schmücken an der Wurzel und hinter der Mitte vorn je ein olivengrüner Fleck sowie ine keilförmige Strieme von gleicher Farbe vor dem roten Saume; die hinteren Flügel, heller und dunkler rosenrot, an der Wurzel und vor dem Saume bindenartig schwarz, sind am Innenwinkel weiß, wie der Mittel- und Hinterleib an den Seiten. Ahnliche Färbungen kommen noch bei manchem anderen Schwärmer des In- und Auslandes vor.

Der Oleanderschwärmer (Sphinx nerii) trägt in Ansehung der Farbenfülle und der Flugfertigkeit die Siegespalme von allen europäischen Dämmerungsfaltern davon. Er gehört allerdings für Europa nur zu den Zugvögeln, indem Nordafrika und Kleinasien als seine Heimatsländer bezeichnet werden. In einem zeitigen Frühjahr kommt er nach Kefersteins Ansicht nach Frankreich, wo sich in 90 Tagen aus den gelegten Eiern neue Schmetterlinge entwickeln, welche weiter nach Norden ziehen und da ihre Eier absetzen, wo sie den Oleander in größeren Mengen in den Gärten vorfinden. Seit den

Wolfsmilchschwärmer (Sphinx euphorbiae) nebst Raupen; eine sich gegen einen Ichneumon pisorius verteidigend. Außer dem Ichneumon alles natürliche Größe.

dreißiger Jahren ist in heißen Sommern der Schmetterling gefangen oder aus der Raupe gezogen worden außer in der Schweiz bei Barmen, Elberfeld, Passau, Halle, Pirna, Berlin, Frankfurt a. O., Stettin, Braunschweig, ja bis Riga hinauf und anderwärts. Schon im Juli fand sich die Raupe meist bei Braunschweig, sonst kommt sie besonders im August vor. Erwachsen mißt fie 9,2—11 em und weist, wie die Totenkopfraupe, zwei Farbenunterschiede auf: eine grüne Grundfarbe und eine ockergelbe mit bräunlichen, wolkigen Streifen; der Körperfarbe entspricht auch die des Kopfes. Die weiteren Zeichnungen in weiß, lila und blau ergibt die Abbildung (S. 396). Ungefähr 24 Stunden vor dem Verkriechen der Raupe flach unter der Erde, wo sie Moos und andere zu Gebote stehende Gegenstände der Bodendecke durch einige Gespinstfäden fest verbindet, ändert sie ihre Farbe wesentlich. Unter jener Decke kann sie bis 6 Tage liegen, meist aber streift sie schon früher ihre Haut ab und wird zu einer schlanken, anfangs bräunlichgelben, später dunkleren, durch zahlreiche schwarze Pünktchen noch mehr verdunkelten Puppe, welche auf dem Rücken rauher und weniger glänzend als an der glatten Bauchseite erscheint. Nach 4—6 Wochen Puppenruhe schlüpft der stattliche Schwärmer aus, dessen Flügel in einer halben Stunde ihre volle Größe, 3—4 Stunden später ihre wagerechte Lage neben dem Hinterleibe einnehmen. Derselbe ist in der Grundfarbe lebhaft grasgrün, auf den Vorderflügeln mit weißlichen, rosenroten und violetten

Wolfsmilchſchwärmer (Sphinx euphorbiae) nebſt Raupen; eine ſich gegen einen Ichneumon pisorius verteidigend. Außer dem Ichneumon alles natürliche Größe.

Streifen wie Flecken, auf der Wurzel der Hinterflügel breit violett und ebenso bunt am Körper gezeichnet.

Im Mai und Juni sieht man nicht selten an den Pappelstämmen der Heerstraßen oder der Dorfteiche einen rötlichgrauen Schmetterling hängen, welchen man aus der Ent⸗

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Oleanderschwärmer (Sphinx nerii) nebst Raupe und Puppe. Natürliche Größe.

fernung für ein dürres Blatt halten könnte. Die ausgezackten Flügel legen sich so über den Rücken, daß der Außenrand der hinteren über den Vorderrand der vorderen hervorragt. Er hängt in der That; denn nur seine Vorderfüße halten ihn fest. Manchmal hängen ihrer zwei aneinander, die Köpfe nach entgegengesetzten Richtungen gekehrt, und verweilen in dieser Lage halbe Tage lang. Es ist dies eine von den Eigentümlichkeiten dieser Schwärmer, welche man ihrer abweichenden Flügel wegen auch Zackenschwärmer genannt hat, daß sie, gegen die Weise der echten Schwärmer, über Tage sich in der Paarung betreffen lassen, und daß sie nach Art gewisser Spinner, welchen sie auch in der Körpertracht nahe stehen, dieselbe sofort beginnen, wenn die beiden Geschlechter in einem Zwinger den Puppen entschlüpft sind. Ihre

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Oleanderſchwärmer (Sphinx nerii) nebſt Raupe und Puppe. Natürliche Größe.

zweite Eigentümlichkeit besteht darin, daß sie infolge ihres weichen und schwachen Rüssels nicht schwärmen, sondern während des Nachts lebhaft umherfliegen, ohne gerade den Blumen nachzugehen; wenigstens fängt man fie nie an solchen Stellen, wo Windig, Liguster-, Wolfsmilch⸗, Weinschwärmer, Tannenpfeil und andere summend und brummend Honig najchen. Trotzdem haben den Zackenschwärmern ihre allgemeine Körpertracht, der Verlauf des Flügelgeäders, die Fühlerbildung sowie die gehörnte Raupe und deren Verpuppungsweise ihren

Platz unter den Schwärmern gesichert. Der Pappelschwärmer (Smerinthus populi), welcher anfangs gemeint war, hat stumpf ausgezackte, ziemlich breite Flügel, auf deren vorderen zwei braunrote, etwas gewellte, schmale Binden die drei Felder abscheiden, ein weißes Mondchen sowie ein braunroter sogenannter „Mittelschatten“ das mittelste kennzeichnet; durch die am Vorderwinkel ausgeschweiften, am Innenrande braunrot beschatteten Hinterflügel ziehen zwei Binden. Die Fühler des im Leibe schlankeren Männchens zeichnet eine Doppelreihe von Kammzähnen aus. Im Spätsommer kriecht eine und die andere spitzköpfige, gelbgrüne, durch erhabene Punkte rauhe Raupe, deren Seiten mit weißlichen Schrägstrichen gezeichnet sind und deren vorletztes Glied ein schwarz bespitztes Horn ziert, auf der Landstraße umher, überzieht sich auch mit deren Staube bis zur Unkenntlichkeit. Sie kam vom Baume herab, um sich in der Erde ein Kämmerlein zur Verpuppung zu suchen. Übrigens frißt sie auch Weiden wie die ähnliche Raupe des schönen Abendpfauenauges (Smerinthus ocellatus, Fig. 1, S. 398), welches sich durch das blaue Pfauenauge auf dem karminroten, in der Farbe nicht echten, d. h. leicht ausbleichenden Hinterflügeln vorteilhaft vor allen heimischen Schwärmern auszeichnet. Der Lindenschwärmer (Smerinthus tiliae), mit ausgenagten Vorderflügeln und von ockergelber Grundfarbe mit veränderlich dunkler Bindenzeichnung, ist der dritte der in Deutschland allgemein verbreiteten Zackenschwärmer, deren jeder seinen eignen Flügelschnitt hat.

Die breitleibigen Schwärmer (Macroglossa) vereinigen ein breiter, an den Seiten und der Spitze mit Haarschöpfen versehener Hinterleib, mehr keulenförmige Fühler, welche die halbe Vorderrandslänge der Flügel überragen, und ein langer, horniger Rüssel zu einer dritten Sippe, deren Glieder auch im Betragen von den übrigen Familiengenossen abweichen. Die meisten breitleibigen, gleichzeitig auch kleinsten Schwärmer fliegen bei Sonnenschein in derselben Weise, wie die echten Schwärmer in der Dämmerung. Der

Nachtkerzenschwärmer (Macroglossa oenotherae) ist von den heimischen der zierlichste und durch den ausgefressenen Saum der Vorderflügel ausgezeichnet; dieselben sind grün am Saume und in einer Mittelbinde dunkler, die Hinterflügel gelb mit schwarzer Saumbinde verziert. Mir ist kein Falter bekannt, welcher in seiner Größe so auffällig hinter der seiner Raupe zurückbleibt. In der ersten Jugend grün, nimmt diese nach den späteren Häutungen eine graubraune Grundfarbe an, welche auf dem Rücken durch dichte schwarzbraune Punkte und in den Seiten durch fast schwarze Schrägflecke und schwarze Längsadern vielfach verdunkelt wird. Mitten in den Seitenflecken stehen die gelben Luftlöcher und an Stelle des bei den Verwandten vorhandenen Hornes ein gelber, schwarz umringter Augenfleck mit gewölbter und polierter Oberfläche. Sie ernährt sich während des Juli und August von Nachtkerze, verschiedenen Arten des Weidenröschens (Epilobium) und von dem Blutkraut und findet sich, wo sie einmal vorkommt, in größeren Mengen beisammen, wie mich meine Beobachtungen in der Gegend von Halle gelehrt haben. Die Verbreitung ist keine allgemeine und scheint sich für Deutschland vorzugsweise auf das Hügelland und die Vorberge des Gebirges zu beschränken. Die erwachsene Raupe hat in der Gefangenschaft die üble Gewohnheit, unruhig umherzulaufen und schließlich ermattet zu Grunde zu gehen, so daß der Mehrzahl der Sammler die Erziehung des Schmetterlings nicht hat glücken wollen. Nach manchen vergeblichen Versuchen erreichte einer meiner Freunde seinen Zweck vollständig,

indem er jede unruhig werdende Raupe auf einen kleinen, mit Erde gefüllten Blumentopf setzte, diesen mit einem Glasscherben bedeckte, um das Entweichen zu verhindern und die Wirkungen der Sonnenstrahlen zu erhöhen, denen der Topf preisgegeben ward. Jede Raupe verfügte sich alsbald in die Erde und lieferte eine entwickelungsfähige Puppe. Dies allen denen zur Beachtung, welche in der Lage sind, die Raupen des Nachtkerzenschwärmers zu züchten!

Das Karpfen: oder Taubenschwänzchen (Macroglossa stellatarum, Fig. 2) treibt sich überall in zwei Bruten vom Mai bis in den Oktober an den verschiedensten Blumen umher, bildet durch seinen Flug, durch sein ebenso blitzschnelles Erscheinen wie Verschwinden einen höchst eigentümlichen Gegensatz zu dem übrigen Faltervölkchen und bringt das Betragen der echten Schwärmer denjenigen zur Anschauung, denen es

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  1. Abendpfauenauge (Smerinthus ocellatus) nebst Raupe. 2) Karpfenschwänzchen (Macroglossa stellatarum) nebst Raupe. Natürliche Größe.

von den anderen das Dunkel der anbrechenden Nacht verbirgt. Abgesehen von den rostgelben, am Saume etwas verdunkelten Hinterflügeln, ist dieser Schwärmer graubraun gefärbt und auf den Vorderflügeln mit einigen dunkleren, bindenartig verteilten, am Hinterleibe dunkleren sowie an dessen Seiten weißlichen Flecken gezeichnet. |

Die gehörnte Raupe ist heller oder dunkler grün, bisweilen rotbraun und hat acht Reihen weißlicher, erhabener Perlflecke und vier weiße Längslinien, von welchen zwei sich vor dem bläulichgrünen Horne auf dem Rücken vereinigen, die beiden anderen hinter demselben. Sie frißt Labkraut (Galium) und Färberröte (Rubia tinctorum). Die graubraune, rauhe Puppe hat einen dunkeln Rückenstreifen, zugeschärftes, stumpfes Kopfende und erscheint darum nach vorn schmächtig; von der zweiten Brut überwintert sie. — Zwei unter sich sehr ähnliche Arten, Macroglossa fuciformis und M. bombyliformis, wegen ihrer oberflächlichen Ahnlichkeit mit einer Hummel zu deutsch Hummelschwärmer genannt, verdanken auf Skabiosen und Schneebeeren gleichfalls freilebenden, gehörnten Raupen ihren Ursprung und leiten infolge ihrer stellenweise durchsichtigen Flügel zu den Glasflüglern über, welchen wir jetzt unsere Aufmerksamkeit zuzuwenden haben.

1) Abendpfauenauge (Smerinthus ocellatus) nebſt Raupe. 2) Karpfenſchwänzchen (Macroglossa stellatarum) nebſt Raupe. Natürliche Größe.

Von der Familie der Holzbohrer (X ylotropha) gelten nur zwei gemeinsame Merk male: nach vorn spitz endende Fühler und zwei Sporenpaare an der Innenseite der Hinterschienen, im übrigen gehen sie weit auseinander. Es findet sich bei ihnen die breite Flügelform, welche an die Tagfalter erinnert, die schmale der Schwärmer, zu welchen manche von ihnen bisher gerechnet worden sind, und die in der Mitte stehende, welche in Vereinigung mit dem dicken Hinterleibe die Spinner kennzeichnet. Somit haben wir es hier mit einer Übergangsgruppe zu thun, deren Glieder nur wegen ihrer Entwickelungsgeschichte zur Vereinigung berechtigen. Die walzigen oder niedergedrückten, einzeln behaarten und sechzehnfüßigen Raupen aller leben nämlich in der Jugend unter der Rinde holziger Gewächse, bohren sich, wenn sie größer werden, tiefer hinein und arbeiten Gänge im Holze, oder zwischen diesem und der Rinde aus. Weil sie sich vom Sonnenlicht abschließen, fehlen ihnen lebhaftere Farben gänzlich, und die meisten erscheinen in dem lichten, beinfarbenen Gewande, welches den ebenso lebenden anderen Kerflarven eigentümlich zu sein pflegt. Als Bohrer bedürfen sie auch einer längeren Zeit zu ihrer Entwickelung, und einmalige Überwinterung wird bei ihnen zur Regel, es kommt aber auch eine zweimalige vor. Manche fertigen sich, wenn sie erwachsen sind, ein geschlossenes Gehäuse aus den Spänen ihrer Umgebung, andere verpuppen sich frei in der etwas erweiterten Höhlung des Ganges. Darin aber stimmen alle überein, daß die Raupe dafür sorgt, dem der Puppe entschlüpften Schmetterling die Freiheit zu sichern. Sie hat während ihres Lebens einen Ausgang bereitet, welcher ihr zum Hinausschaffen des Kotes diente, wie sie jenem zum Ausfliegen dienen wird. Der Kot quillt in Form zusammengebackener Sägespäne daraus hervor, bleibt zum Teil daran hängen, verstopft das Loch stets und wird zum Verräter der Raupe. Diese nun, wenn sie in Begriff steht, sich zu verpuppen, begibt sich unmittelbar hinter jenen verstopften Ausgang und kehrt sich mit dem Kopfe ihm zu. Die Natur, welche nichts halb thut, pflanzte der Raupe nicht nur diesen Trieb ein, sondern baute auch die Puppe so, daß sie durch eine scharfe Spitze am Kopfe, oder durch Borstenkränze an ihren Leibesringen bohren und sich durch Windungen ihres Körpers vorschieben kann, wenn das erwachte Schmetterlingsleben im Drange nach Freiheit dazu Veranlassung bietet. Sonach ist der Schmetterling gegen seine Brüder, deren Puppen im Freien hängen, kaum benachteiligt, er hat nur, bevor er im Nacken die Hülle der letzteren sprengt, durch einige Wurmbewegungen, wie der Schwärmer in der Erde, die Puppe wenige Linien vorwärts zu schieben. Diese Eigentümlichkeit in der Entwickelung und der Mangel gewisser Kennzeichen, welche andere Arten haben, deren Larven gleichfalls bohrend leben, sind es, welche die gleich näher zu betrachtenden zu einer Familie vereinigen lassen.

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