Kofinanziert von der Europäischen Union. Die Darlegung und vertretenen Standpunkte sind jedoch ausschließ -
lich die der verfassenden Person/en und spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Europäischen Union oder
Eurostats wider. Weder die Europäische Union noch Eurostat können dafür verantwortlich gemacht werden.
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Aufgrund von europäischen und nationalen
Rechtsgrundlagen erhebt und erstellt Statistik
Austria regelmäßig Statistiken zum Straßengüter-
verkehr österreichischer Unternehmen. Dabei
werden Informationen zu Fahrten von in Öster-
reich zugelassenen Straßengüterkraftfahrzeugen,
also Lastkraftwagen mit ≥ 2 t Nutzlast bzw. Sattel-
zugmaschinen gesammelt. Derzeit besteht keine
Verpflichtung, Verkehrsdaten von leichten Nutz-
fahrzeugen – darunter fallen alle Fahrzeuge der
Fahrzeugklasse N1, mit einer zulässigen Gesamt-
masse von nicht mehr als 3 500 kg – zu erheben,
obwohl anzunehmen ist, dass diese Fahrzeuge
einen nicht unerheblichen Anteil am Verkehrsauf-
kommen auf der Straße haben und diese Daten
Interessensgruppen bei ihren politischen Ent-
scheidungen unterstützen würden.
Im Rahmen des ▶ Single Market Programms
von Eurostat wurde im Herbst 2022 ein Grant für
die Mitgliedstaaten ausgeschrieben, bei welchem
Daten zum Verkehrsaufkommen von leichten
Nutzfahrzeugen mit einem höchstzulässigen
Österreichische Klein-
transporter unterwegs
Verkehrsaufkommen leichter Nutzfahrzeuge
Wie viel tragen leichte Nutzfahrzeuge zum Güterverkehr bei? Diese und andere Fragen
sollten im Rahmen eines von Eurostat kofinanzierten Projektes zur Verkehrs erhebung
leichter Nutzfahrzeuge, welches als Stichprobenerhebung bei österreichischen Unter-
nehmen im Berichtsjahr 2024 durchgeführt wurde, möglichst beantwortet werden.
Erstmals sind durch diese Erhebung Daten gewerblich genutzter, in Österreich regis-
trierter leichter Nutzfahrzeuge verfügbar und liefern Einblick in die Verkehrsleistungen,
die diese Fahrzeuge zum Gesamtverkehr beisteuern.
Sabine Schuster
hat an der Technischen
Universität Wirtschafts-
mathematik studiert
und arbeitet seit 2014 bei
Statistik Austria in der
Direktion Unternehmen
im Bereich Verkehr.
Lukas Peer
hat das Masterstudium
Data Science an der
Technischen Universität
absolviert und ist seit 2023
bei Statistik Austria in der
Direktion Unternehmen
im Bereich Verkehr tätig.
Wie in ▶ Grafik 1 ersichtlich, zeigt sich die Be-
deutung von Statistiken zu leichten Nutzfahrzeugen
auch anhand der Anzahl der Fahrzeuge: Während
die Anzahl der privat und gewerblich genutzten
schweren Nutzfahrzeuge in Österreich seit 2013 mit
einem Anstieg von 2,4 % relativ stabil blieb, stieg die
Anzahl der leichten Nutzfahrzeuge im gleichen Zeit-
raum um 45,6 %. So waren 2013 insgesamt 53 346
schwere Güterkraftfahrzeuge und 355 214 leichte
Nutzfahrzeuge zugelassen. Diese Zahlen erhöhten
sich bis 2024 auf 54 600 schwere Güterkraftfahr-
zeuge und 517 252 leichte Nutzfahrzeuge.
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Österreichische Klein transporter unterwegs Verkehrsaufkommen leichter Nutzfahrzeuge
zeuge berücksichtigt werden, um die Zielstich-
probe von 10 000 Fahrzeugen konstant zu halten.
Im Zuge des Projekts wurden sogenannte Odo-
meterdaten, also Kilometerstandsdaten, für die
Fahrzeugklasse N1 und den Zeitraum von Oktober
2021 bis Dezember 2024 von der ZBD Verwaltung
GmbH & Co KG verwendet. Die zentrale Begut-
achtungsplakettendatenbank (ZBD) sammelt
Kilo meter stände zu jedem Gutachtenzeitpunkt
im Rahmen der § 57a-Begutachtung und gibt
dadurch einen Einblick in die gefahrenen Kilo-
meter der Fahrzeuge zwischen zwei Gutachten.
Die Daten sätze wurden in zwei Tranchen über-
mittelt, sodass die erste Datenlieferung bereits für
die Stich proben ziehung genutzt werden konnte.
Hierin enthalten waren die Kilometerstände aller
Fahrzeuge, welche sich im Zeitraum zwischen
Oktober 2021 und September 2023 mindestens
einmal dem Gutachten unterzogen. Da für leich-
te Nutzfahr zeuge eine Begutachtung zumindest
einmal jährlich verpflichtend ist, war der Groß-
teil der Fahrzeuge in diesem Zeitraum zumindest
zweimal enthalten. Anhand der Veränderung
Gesamtgewicht bis zu 3,5 t erhoben werden soll-
ten. Dabei blieb es den Mitgliedstaaten über lassen,
die Erhebung nur für Fahrzeuge durchzuführen,
die auf Unternehmen zugelassen sind, oder auch
jene von privaten Halter:innen zu in tegrieren. Nach
einer erfolgreichen Bewerbung startete Statistik
Austria die Arbeiten zu dem 24 Monate andauern-
den Projekt im Juni 2023.
Die Erhebung dient als Ergänzung zur gesetzlich
angeordneten Straßengüterverkehrserhebung, bei
welcher ausschließlich auf Unternehmen registrier-
te Fahrzeuge mit mindestens 2 t Nutzlast erhoben
werden. Daher wurde die Entscheidung getroffen,
Fahrzeuge privater Halter:innen nicht in die Er-
hebungsmasse aufzunehmen. Das Projekt konnte
im Mai 2025 erfolgreich abgeschlossen werden.
Grundgesamtheit und
Stichprobenziehung
Für die Grundgesamtheit wurde der Bestand
an in Österreich registrierten leichten Nutzfahr-
zeugen aus dem Kraftfahrzeugregister mit Stand
Sep tember 2023 herangezogen. Um die Anzahl
an leichten Nutzfahrzeugen österreichischer
Unternehmen zu erhalten, erfolgte ein Abgleich
der Namen, Adressen und – falls vorhanden –
Firmen buchnummern der Halter:innen der etwa
500 000 Fahrzeuge mit dem Unternehmensregister
für statistische Zwecke (URS).
Nach Anwendung spezifischer Ausschluss-
kriterien (z. B. Alter der Fahrzeuge über 30 Jahre,
Ausnahme von Fahrzeugen zum Zwecke der Ver-
mietung, für Fahrschulen, Feuerwehren, …) ergab
sich eine Grundgesamtheit aus 365 497 leichten
Nutzfahrzeugen, von denen 10 000 Fahrzeuge im
Zuge der Stichprobenziehung für die Erhebung
ausgewählt wurden. Dabei erfolgte analog zur Ver-
kehrserhebung von schweren Güterkraftfahrzeugen
eine geschichtete Jahreshauptstichproben ziehung,
welche durch drei quartalsweise Nachziehungen
ergänzt wurde. Damit konnten Abmeldungen,
Ummeldungen und Neuanmeldungen der Fahr-
Grafik 1
Anzahl an zugelassenen schweren Güterkraftfahrzeugen
und leichten Nutzfahrzeugen pro Jahr
0
100 000
200 000
300 000
400 000
500 000
600 000
2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024
Leichte Nutzfahrzeuge Schwere Güterkraftfahrzeuge
Q: STATISTIK AUSTRIA, Kfz-Statistik.
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Österreichische Klein transporter unterwegs Verkehrsaufkommen leichter Nutzfahrzeuge
25 Fahrzeuge gezogen wurden. Diese Standorte
wurden quartalsweise befragt.
Alle Wochentage wurden in der Befragung
berücksichtigt, wobei Berichtstage an Werk tagen
(durchschnittlich 29 Fahrzeuge pro Werktag) gering-
fügig häufiger als an Wochenend- oder Feiertagen
(im Schnitt 25 Fahrzeuge pro Wochen end- oder
Feiertag) vergeben wurden. Im Zuge der Konzep-
tionierung der Stichprobe stand Statistik Austria
im Kontakt mit anderen statistischen Ämtern,
welche bereits Erfahrungen mit Verkehrserhebun-
gen leichter Nutzfahrzeuge gemacht hatten. Diese
gaben an, dass sie an Wochenend- und Feiertagen
einen höheren Stillstand der Fahrzeuge beobachte-
ten. Ein leichtes Over sampling der Werktage sollte
dazu beitragen, einen ausreichenden Anteil an
Meldungen von Fahrzeugen, welche am Berichtstag
gefahren wurden, zu erhalten.
Fragebogen und
Erhebungsablauf
Da es sich um eine freiwillige Erhebung han-
delte, war es umso wichtiger, einen Fragebogen
zu gestalten, der kurz und verständlich gehalten
wurde. Dennoch musste er alle Variablen, die von
Eurostat vorgegeben waren, beinhalten.
Neben dem Bestand an leichten Nutzfahr-
zeugen umfassten die gewünschten Variablen:
● gefahrene Jahreskilometer
• nach Straßentyp (ländlich, städtisch, Auto-
bahnen und Schnellstraßen)
• nach Zweck (Güterverkehr, Dienstleistungs-
verkehr, sonstiger Verkehr)
● Kraftstoff- bzw. Energieverbrauch in Kombina-
tion mit den zurückgelegten Kilometern
● Anzahl an Stopps
● Transportleistung in Tonnenkilometern (tkm)
• nach Art des Gutes
• nach nationalem/internationalem Verkehr
● Anzahl der Fahrten
• nach Zweck (Güterverkehr, Dienstleistungs-
verkehr, sonstiger Verkehr)
der Kilometerstände wurde für jedes Fahrzeug
geschätzt, wie viele Kilometer es in 365 Tagen
zurücklegt. War eine Schätzung für ein Fahrzeug
nicht möglich, wurden die Jahreskilo meter in
solchen Fällen mithilfe von Daten ähnlicher Fahr-
zeuge imputiert. Dies war dann der Fall, wenn ein
Fahrzeug nur einmal in den Daten vorkam, es sich
um ein neues Fahrzeug handelte, oder aufgrund
mangelnder Datenqualität zu wenig plausible
Einträge für das Fahrzeug vorhanden waren.
Anschließend wurden die Odometerdaten auch
für die Validierung, Kalibrierung und Hochrech-
nung der Stichprobenergebnisse verwendet.
Das Stichprobendesign umfasste drei Schich-
tungsvariablen, woraus sich insgesamt 18 Stich-
probenstrata ergaben:
● Wirtschaftsaktivität (Güterverkehr, Dienstleis-
tungen) laut ÖNACE-Klasse des Unternehmens
● Jahreskilometer der Fahrzeuge (< 10 000 km,
10 000 – 19 999 km, ≥ 20 000 km) mithilfe der
Odometerdaten der ZBD geschätzt
● Aufbau des Fahrzeuges (Lastwagen, Pritschen-
wagen, sonstige) laut Zulassung
Diese Schichtungsvariablen wurden gewählt, da
davon ausgegangen wurde, dass Fahrzeuge ver-
schiedener Ausprägungen innerhalb dieser drei
Gruppen unterschiedliches Fahrverhalten auf-
weisen würden. Ziel der Schichtung war es, eine
repräsentative Stichprobe zu erhalten.
Nach der Ziehung der Fahrzeuge erfolgte die
Zuordnung ihres jeweiligen Berichtstages. Um die
Belastung für die Respondent:innen möglichst
gering zu halten, wurde im Vorfeld entschieden,
für jedes gezogene Fahrzeug nur die Fahrten
eines einzigen Berichtstages zu erfragen. Falls es
vorkam, dass von einem Standort eines Unter-
nehmens mehrere Fahrzeuge gezogen wurden,
erhielten alle diese Fahrzeuge einen Berichtstag
innerhalb der selben Woche. Dadurch konnte
sichergestellt werden, dass jeder Standort nur
einmal im Laufe des Berichts jahres kontaktiert
wurde. Ausgenommen hiervon waren jedoch vier
Standorte, für die bei der Hauptziehung mehr als
66STATjournal
6 – 2025
Österreichische Klein transporter unterwegs Verkehrsaufkommen leichter Nutzfahrzeuge
Im elektronischen Fragebogen wurden die ein-
gegebenen Daten einer Plausibilitätsprüfung unter-
zogen, um die Qualität der Meldungen möglichst zu
erhöhen. Daten der erhaltenen Papier fragebögen
wurden denselben Plausibilitätsprüfungen wie im
elektronischen Fragebogen unterzogen, um hier
keine Verzerrung zu erhalten. Bei Fehlern oder
Unklarheiten wurden die Respondent:innen telefo-
nisch kontaktiert.
Die postalische Versendung erfolgte etwa
zweieinhalb Wochen vor der Berichtswoche und
enthielt neben dem Informationsschreiben den
Papierfragebogen, welcher mit den Fahrzeugdaten
des gezogenen Fahrzeugs und dem zugeordneten
Berichtstag vorbefüllt war. Ein Erinnerungsschrei-
ben wurde in der Berichtswoche und ein weiteres in
der Woche nach dem Berichtstag versendet, um die
Respondent:innen auf die Bedeutung ihrer Mithilfe
hinzuweisen. Zusätzlich wurden Unternehmen mit
mehreren gezogenen Fahrzeugen im Vorfeld tele-
fonisch kontaktiert, um auf die Erhebung aufmerk-
sam zu machen und die Rücklaufquote zu erhöhen.
Außerdem konnten auch etwaige Fragen bereits
vorab geklärt werden.
Insgesamt wurden 9 575 Fragebögen versendet.
Die Zahl der tatsächlich versendeten Fragebögen
war etwas geringer als die angepeilte Stichproben-
größe von 10 000 Fahrzeugen, da vor der Versen-
dung noch einmal geprüft wurde, ob das Fahrzeug
seit der Ziehung zwischenzeitlich ab- oder umge-
meldet wurde. In solchen Fällen wurde kein Frage-
bogen mehr versendet.
▶ Grafik 2 zeigt die Aufteilung der versendeten
Fragebögen nach Antwortstatus. Dabei handelt es
sich um nicht hochgerechnete Daten. Die Rück-
laufquote der freiwilligen Erhebung betrug 46,7 %.
Durchschnittlich benötigten die Ausfüllenden
zwölf Minuten pro Fragebogen. 73,2 % der erhal-
tenen Meldungen wurden mithilfe des elektroni-
schen Fragebogens übermittelt.
57,0 % der Fahrzeuge, für die eine Meldung
vorlag, wurden am ausgewählten Berichtstag nicht
eingesetzt. Wenn das Fahrzeug gefahren wurde,
handelte es sich beim Berichtstag meist um einen
Über die Vorgaben Eurostats hinaus wurden sechs
Hauptzwecke abgefragt:
● Gütertransport
● Transport von Post und/oder Paketen
● Dienstleistungsverkehr
● landwirtschaftlicher und/oder forstwirtschaft-
licher Verkehr
● Beförderung von Personen
● private Nutzung (z. B. Fahrten zur Arbeitsstelle)
oder sonstiger Verkehr
Dies sollte den Respondent:innen die Möglichkeit
geben, sich im Fragebogen besser wieder zufinden.
Außerdem konnten die Erhebungsunterlagen
durch die unterschiedlichen Hauptzwecke indi-
vidueller gestaltet werden. Beispielsweise war
für den Gütertransport die Angabe der Be- und
Entladeorte für einzelne Fahrten notwendig, aus
denen anschließend mithilfe einer eigens gene-
rierten Distanzmatrix die Straßentypen abgeleitet
wurden. Bei den anderen Hauptzwecken reichte
die Gesamtzahl der Fahrten am Berichtstag und
eine prozentuelle Schätzung der Aufteilung nach
Straßentypen aus. Unabhängig vom Hauptzweck
konnten das Gewicht und die Art der mitgeführten
Güter bei allen Hauptzwecken angegeben werden,
wobei diese Angaben beim Transport von Gütern
bzw. Post und/oder Paketen verpflichtend waren.
Für die Ergebnispräsentation wurden die Haupt-
zwecke teilweise aggregiert. Die Kategorie Trans-
port von Post und/oder Paketen wurde mit dem
Gütertransport zusammengefasst. Die Kategorie
»Sonstiger Verkehr« beinhaltet den landwirtschaft-
lichen und/oder forstwirtschaftlichen Verkehr, die
Beförderung von Personen und die private Nutzung
(z. B. Fahrten zur Arbeitsstelle) der Fahrzeuge.
Es wurde darauf geachtet, dass der Papierfrage-
bogen auf einer Doppelseite darstellbar war. Je
nach Hauptzweck der Fahrten an dem Berichts-
tag musste nur eine Seite befüllt werden. Neben
dem Papierfragebogen wurde ein inter aktiver
Frage bogen mit dem bereits bei Unter nehmen
bekannten und von Statistik Austria entwickelten
elektronischen Meldesystem eQuest- Web erstellt.
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Österreichische Klein transporter unterwegs Verkehrsaufkommen leichter Nutzfahrzeuge
pro 100 km befüllt wurde. Ebenso wurde der Begriff
der Stopps abweichend interpretiert, obwohl in
den Erläuterungen die Definition gemäß nationaler
Straßengüterverkehrserhebung gegeben wurde. Ein
Stopp war demnach nur dann zu zählen, wenn es
sich dabei um eine Ab- oder Beladung im Rahmen
der Fahrt handelte. Wurde vom Ausgangsort zu
einem Auftrag und dann zum nächsten Auftrag
gefahren, handelte es sich nicht um eine Fahrt mit
einem Stopp, sondern um zwei Fahrten ohne Stopp.
Sofern möglich, wurden die betroffenen
Fahrten einer Automatikkorrektur unterzogen.
Falls der angegebene Verbrauch eher dem durch-
schnittlichen pro 100 km entsprach, wurde dieser
Werktag. Nur ein geringer Anteil der Fahrzeuge war
an Wochenenden und Feiertagen in Verwendung.
Dies bestätigt, dass an Wochenend- und Feier tagen
weniger auf Unternehmen zugelassene Fahrzeuge
genutzt werden.
Analyse und Hochrechnung
Im Zuge der Aufarbeitung und anschließenden
Analyse der Daten wurde deutlich, dass speziell die
Frage nach dem Kraftstoff- bzw. Energieverbrauch
am Berichtstag unterschiedlich beantwortet wurde
und teilweise mit dem durchschnittlichen Verbrauch
Grafik 2
Aufteilung der versendeten Fragebögen nach Antwortstatus
sowie Verteilung der Antworten nach Berichtstag und Verwendung
Befragt Eingelangt Berichtstag Verwendet
Antwort erhalten
n = 4 475
Wochenende
Feiertag
n = 1 252
Werktag
n = 3 223Befragt
n = 9 575
Gefahren
n = 1 687
Gestanden
n = 1 536
Gefahren
n = 236
Gestanden
n = 1 016
Keine
Antwort
erhalten
n = 4 143
Ungültige Antwort erhalten
n = 957
Q: STATISTIK AUSTRIA, Verkehrsstatistik zu leichten Nutzfahrzeugen. Kofinanziert von der Europäischen Union. – n = Anzahl der Elemente.
68
STATjournal
6 – 2025
Österreichische Kleintransporter unterwegs Verkehrsaufkommen leichter Nutzfahrzeuge
anhand der Kilometerangaben für den Tag be
rechnet. Diese Vorgehensweise erwies sich als sehr
zielführend, sodass bei einer zukünftigen Erhe
bung diese Variable nicht mehr erhoben werden
würde. Hinsichtlich der Stopps erfolgte, wenn
erforderlich, eine Korrektur je nach Wirtschafts
sektor, da anzunehmen ist, dass bei Fahrten im
Dienstleistungsverkehr eher weniger Stopps an
fallen als bei Fahrten im Güterverkehr. Bei Stopps
im Dienstleistungsverkehr ist davon auszugehen,
dass dabei eine Dienstleistung im Zuge eines
Auftrages erbracht wurde. Daher handelte es sich
per definitionem um keinen Stopp, sondern nach
Auftragserledigung um den Beginn einer neuen
Fahrt. Etwaige fehlende Variablen wurden mithilfe
der Daten ähnlicher Meldungen ergänzt.
Nach der Datenbereinigung erfolgte die Hoch
rechnung. Im ersten Schritt wurden die Design
gewichte aus der Bruttostichprobe angepasst, um
Antwortausfälle zu berücksichtigen. Da nicht für
alle gezogenen Fahrzeuge eine Meldung einlangte,
mussten die ursprünglichen Kalibrierungsgewich
te der gemeldeten Fahrzeuge proportional erhöht
werden. Im zweiten Schritt wurden die um die
Antwortausfälle angepassten Gewichte auf die
bekannte Grundgesamtheit und die verfügbaren
Odometerdaten kalibriert. Ziel war es, die Netto
stichprobe wieder auf die Struktur der Bruttostich
probe bzw. der Zielpopulation zurückzuführen.
Ergebnisse
Im Berichtsjahr 2024 waren 365 497 leichte Nutz
fahrzeuge bei österreichischen Unternehmen regis
triert. Der Großteil (93,6 %) der Fahrzeuge waren
Dieselfahrzeuge, gefolgt von benzinbetriebenen
Fahrzeugen (3,5 %) und Elektrofahrzeugen (2,3 %).
Der Rest wurde mit Erdgas oder anderen Kraft
stoffen betrieben.
Rund 9,8 % der Fahrzeuge hatten ein Alter von
bis zu zwei Jahren. 32,7 % waren über zwei bis fünf
Jahre, 34,0 % über fünf bis zehn Jahre und 21,5 %
über zehn bis 20 Jahre alt. Bei 2,0 % betrug das
Fahrzeugalter mehr als 20 Jahre.
Hinsichtlich der Hauptzwecke wurden die meis
ten Fahrzeuge (49,3 %) im Dienstleistungsverkehr
eingesetzt, gefolgt von 21,2 % im Gütertransport.
10,8 % der Fahrzeuge wurden privat genutzt, 7,8 %
für den Transport von Post und/oder Paketen ver
wendet, weitere 7,0 % dienten hauptsächlich der
Personenbeförderung, und 3,9 % waren land- und/
oder forstwirtschaftliche Fahrzeuge.
Insgesamt wurden 2024 mit den leichten
Nutzfahrzeugen 5,3 Mrd. km zurückgelegt, davon
2,1 Mrd. km (39,6 %) auf Autobahnen und/oder
Schnellstraßen, 2,1 Mrd. km (38,5 %) auf Straßen
im ländlichen Gebiet und 1,2 Mrd. km (22,0 %)
auf Straßen im städtischen Gebiet. Leichte Nutz
fahrzeuge führten dabei 148,2 Mio. Fahrten mit
474,8 Mio. Stopps durch. ▶ Tabelle 1
Tabelle 1
Verkehrsindikatoren leichter Nutzfahrzeuge österreichischer Unternehmen 2024
in Mio.
Hauptzweck
Fahrzeugkilometer
Fahrten
Stopps
Tonnen
Tonnenkilometer
Insgesamt
5 330
148
475
12
640
Güterverkehr
1 457
27
375
6
307
Dienstleistungsverkehr
2 854
91
80
5
287
Sonstiger Verkehr
1 019
31
20
1
46
Q: STATISTIK AUSTRIA, Verkehrsstatistik zu leichten Nutzfahrzeugen. Kofinanziert von der Europäischen Union. – Bei der Kennzahl
»Stopps« beträgt der Bereich des Stichprobenfehlers mehr als ± 20 % bei 95 % statistischer Sicherheit.