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Kofinanziert von der Europäischen Union. Die Darlegung und vertretenen Standpunkte sind jedoch ausschließ - lich die der verfassenden Person/en und spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Europäischen Union oder Eurostats wider. Weder die Europäische Union noch Eurostat können dafür verantwortlich gemacht werden. 63STATjournal 6 – 2025 Aufgrund von europäischen und nationalen Rechtsgrundlagen erhebt und erstellt Statistik Austria regelmäßig Statistiken zum Straßengüter- verkehr österreichischer Unternehmen. Dabei werden Informationen zu Fahrten von in Öster- reich zugelassenen Straßengüterkraftfahrzeugen, also Lastkraftwagen mit ≥ 2 t Nutzlast bzw. Sattel- zugmaschinen gesammelt. Derzeit besteht keine Verpflichtung, Verkehrsdaten von leichten Nutz- fahrzeugen – darunter fallen alle Fahrzeuge der Fahrzeugklasse N1, mit einer zulässigen Gesamt- masse von nicht mehr als 3 500 kg – zu erheben, obwohl anzunehmen ist, dass diese Fahrzeuge einen nicht unerheblichen Anteil am Verkehrsauf- kommen auf der Straße haben und diese Daten Interessensgruppen bei ihren politischen Ent- scheidungen unterstützen würden. Im Rahmen des ▶ Single Market Programms von Eurostat wurde im Herbst 2022 ein Grant für die Mitgliedstaaten ausgeschrieben, bei welchem Daten zum Verkehrsaufkommen von leichten Nutzfahrzeugen mit einem höchstzulässigen Österreichische Klein- transporter unterwegs Verkehrsaufkommen leichter Nutzfahrzeuge Wie viel tragen leichte Nutzfahrzeuge zum Güterverkehr bei? Diese und andere Fragen sollten im Rahmen eines von Eurostat kofinanzierten Projektes zur Verkehrs erhebung leichter Nutzfahrzeuge, welches als Stichprobenerhebung bei österreichischen Unter- nehmen im Berichtsjahr 2024 durchgeführt wurde, möglichst beantwortet werden. Erstmals sind durch diese Erhebung Daten gewerblich genutzter, in Österreich regis- trierter leichter Nutzfahrzeuge verfügbar und liefern Einblick in die Verkehrsleistungen, die diese Fahrzeuge zum Gesamtverkehr beisteuern. Sabine Schuster
hat an der Technischen Universität Wirtschafts- mathematik studiert und arbeitet seit 2014 bei Statistik Austria in der Direktion Unternehmen im Bereich Verkehr. Lukas Peer
hat das Masterstudium Data Science an der Technischen Universität absolviert und ist seit 2023 bei Statistik Austria in der Direktion Unternehmen im Bereich Verkehr tätig. Wie in ▶ Grafik 1 ersichtlich, zeigt sich die Be- deutung von Statistiken zu leichten Nutzfahrzeugen auch anhand der Anzahl der Fahrzeuge: Während die Anzahl der privat und gewerblich genutzten schweren Nutzfahrzeuge in Österreich seit 2013 mit einem Anstieg von 2,4 % relativ stabil blieb, stieg die Anzahl der leichten Nutzfahrzeuge im gleichen Zeit- raum um 45,6 %. So waren 2013 insgesamt 53 346 schwere Güterkraftfahrzeuge und 355 214 leichte Nutzfahrzeuge zugelassen. Diese Zahlen erhöhten sich bis 2024 auf 54 600 schwere Güterkraftfahr- zeuge und 517 252 leichte Nutzfahrzeuge. 64STATjournal 6 – 2025 Österreichische Klein transporter unterwegs Verkehrsaufkommen leichter Nutzfahrzeuge zeuge berücksichtigt werden, um die Zielstich- probe von 10 000 Fahrzeugen konstant zu halten. Im Zuge des Projekts wurden sogenannte Odo- meterdaten, also Kilometerstandsdaten, für die Fahrzeugklasse N1 und den Zeitraum von Oktober 2021 bis Dezember 2024 von der ZBD Verwaltung GmbH & Co KG verwendet. Die zentrale Begut- achtungsplakettendatenbank (ZBD) sammelt Kilo meter stände zu jedem Gutachtenzeitpunkt im Rahmen der § 57a-Begutachtung und gibt dadurch einen Einblick in die gefahrenen Kilo- meter der Fahrzeuge zwischen zwei Gutachten. Die Daten sätze wurden in zwei Tranchen über- mittelt, sodass die erste Datenlieferung bereits für die Stich proben ziehung genutzt werden konnte. Hierin enthalten waren die Kilometerstände aller Fahrzeuge, welche sich im Zeitraum zwischen Oktober 2021 und September 2023 mindestens einmal dem Gutachten unterzogen. Da für leich- te Nutzfahr zeuge eine Begutachtung zumindest einmal jährlich verpflichtend ist, war der Groß- teil der Fahrzeuge in diesem Zeitraum zumindest zweimal enthalten. Anhand der Veränderung Gesamtgewicht bis zu 3,5 t erhoben werden soll- ten. Dabei blieb es den Mitgliedstaaten über lassen, die Erhebung nur für Fahrzeuge durchzuführen, die auf Unternehmen zugelassen sind, oder auch jene von privaten Halter:innen zu in tegrieren. Nach einer erfolgreichen Bewerbung startete Statistik Austria die Arbeiten zu dem 24 Monate andauern- den Projekt im Juni 2023. Die Erhebung dient als Ergänzung zur gesetzlich angeordneten Straßengüterverkehrserhebung, bei welcher ausschließlich auf Unternehmen registrier- te Fahrzeuge mit mindestens 2 t Nutzlast erhoben werden. Daher wurde die Entscheidung getroffen, Fahrzeuge privater Halter:innen nicht in die Er- hebungsmasse aufzunehmen. Das Projekt konnte im Mai 2025 erfolgreich abgeschlossen werden. Grundgesamtheit und Stichprobenziehung Für die Grundgesamtheit wurde der Bestand an in Österreich registrierten leichten Nutzfahr- zeugen aus dem Kraftfahrzeugregister mit Stand Sep tember 2023 herangezogen. Um die Anzahl an leichten Nutzfahrzeugen österreichischer Unternehmen zu erhalten, erfolgte ein Abgleich der Namen, Adressen und – falls vorhanden – Firmen buchnummern der Halter:innen der etwa 500 000 Fahrzeuge mit dem Unternehmensregister für statistische Zwecke (URS). Nach Anwendung spezifischer Ausschluss- kriterien (z. B. Alter der Fahrzeuge über 30 Jahre, Ausnahme von Fahrzeugen zum Zwecke der Ver- mietung, für Fahrschulen, Feuerwehren, …) ergab sich eine Grundgesamtheit aus 365 497 leichten Nutzfahrzeugen, von denen 10 000 Fahrzeuge im Zuge der Stichprobenziehung für die Erhebung ausgewählt wurden. Dabei erfolgte analog zur Ver- kehrserhebung von schweren Güterkraftfahrzeugen eine geschichtete Jahreshauptstichproben ziehung, welche durch drei quartalsweise Nachziehungen ergänzt wurde. Damit konnten Abmeldungen, Ummeldungen und Neuanmeldungen der Fahr- Grafik 1
Anzahl an zugelassenen schweren Güterkraftfahrzeugen
und leichten Nutzfahrzeugen pro Jahr 0 100 000 200 000 300 000 400 000 500 000 600 000 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 Leichte Nutzfahrzeuge Schwere Güterkraftfahrzeuge Q: STATISTIK AUSTRIA, Kfz-Statistik. 65STATjournal 6 – 2025 Österreichische Klein transporter unterwegs Verkehrsaufkommen leichter Nutzfahrzeuge 25 Fahrzeuge gezogen wurden. Diese Standorte wurden quartalsweise befragt. Alle Wochentage wurden in der Befragung berücksichtigt, wobei Berichtstage an Werk tagen (durchschnittlich 29 Fahrzeuge pro Werktag) gering- fügig häufiger als an Wochenend- oder Feiertagen (im Schnitt 25 Fahrzeuge pro Wochen end- oder Feiertag) vergeben wurden. Im Zuge der Konzep- tionierung der Stichprobe stand Statistik Austria im Kontakt mit anderen statistischen Ämtern, welche bereits Erfahrungen mit Verkehrserhebun- gen leichter Nutzfahrzeuge gemacht hatten. Diese gaben an, dass sie an Wochenend- und Feiertagen einen höheren Stillstand der Fahrzeuge beobachte- ten. Ein leichtes Over sampling der Werktage sollte dazu beitragen, einen ausreichenden Anteil an Meldungen von Fahrzeugen, welche am Berichtstag gefahren wurden, zu erhalten. Fragebogen und Erhebungsablauf Da es sich um eine freiwillige Erhebung han- delte, war es umso wichtiger, einen Fragebogen zu gestalten, der kurz und verständlich gehalten wurde. Dennoch musste er alle Variablen, die von Eurostat vorgegeben waren, beinhalten. Neben dem Bestand an leichten Nutzfahr- zeugen umfassten die gewünschten Variablen: ● gefahrene Jahreskilometer • nach Straßentyp (ländlich, städtisch, Auto- bahnen und Schnellstraßen) • nach Zweck (Güterverkehr, Dienstleistungs- verkehr, sonstiger Verkehr) ● Kraftstoff- bzw. Energieverbrauch in Kombina- tion mit den zurückgelegten Kilometern ● Anzahl an Stopps ● Transportleistung in Tonnenkilometern (tkm) • nach Art des Gutes • nach nationalem/internationalem Verkehr ● Anzahl der Fahrten • nach Zweck (Güterverkehr, Dienstleistungs- verkehr, sonstiger Verkehr) der Kilometerstände wurde für jedes Fahrzeug geschätzt, wie viele Kilometer es in 365 Tagen zurücklegt. War eine Schätzung für ein Fahrzeug nicht möglich, wurden die Jahreskilo meter in solchen Fällen mithilfe von Daten ähnlicher Fahr- zeuge imputiert. Dies war dann der Fall, wenn ein Fahrzeug nur einmal in den Daten vorkam, es sich um ein neues Fahrzeug handelte, oder aufgrund mangelnder Datenqualität zu wenig plausible Einträge für das Fahrzeug vorhanden waren. Anschließend wurden die Odometerdaten auch für die Validierung, Kalibrierung und Hochrech- nung der Stichprobenergebnisse verwendet. Das Stichprobendesign umfasste drei Schich- tungsvariablen, woraus sich insgesamt 18 Stich- probenstrata ergaben: ● Wirtschaftsaktivität (Güterverkehr, Dienstleis- tungen) laut ÖNACE-Klasse des Unternehmens ● Jahreskilometer der Fahrzeuge (< 10 000 km, 10 000 – 19 999 km, ≥ 20 000 km) mithilfe der Odometerdaten der ZBD geschätzt ● Aufbau des Fahrzeuges (Lastwagen, Pritschen- wagen, sonstige) laut Zulassung Diese Schichtungsvariablen wurden gewählt, da davon ausgegangen wurde, dass Fahrzeuge ver- schiedener Ausprägungen innerhalb dieser drei Gruppen unterschiedliches Fahrverhalten auf- weisen würden. Ziel der Schichtung war es, eine repräsentative Stichprobe zu erhalten. Nach der Ziehung der Fahrzeuge erfolgte die Zuordnung ihres jeweiligen Berichtstages. Um die Belastung für die Respondent:innen möglichst gering zu halten, wurde im Vorfeld entschieden, für jedes gezogene Fahrzeug nur die Fahrten eines einzigen Berichtstages zu erfragen. Falls es vorkam, dass von einem Standort eines Unter- nehmens mehrere Fahrzeuge gezogen wurden, erhielten alle diese Fahrzeuge einen Berichtstag innerhalb der selben Woche. Dadurch konnte sichergestellt werden, dass jeder Standort nur einmal im Laufe des Berichts jahres kontaktiert wurde. Ausgenommen hiervon waren jedoch vier Standorte, für die bei der Hauptziehung mehr als 66STATjournal 6 – 2025 Österreichische Klein transporter unterwegs Verkehrsaufkommen leichter Nutzfahrzeuge Im elektronischen Fragebogen wurden die ein- gegebenen Daten einer Plausibilitätsprüfung unter- zogen, um die Qualität der Meldungen möglichst zu erhöhen. Daten der erhaltenen Papier fragebögen wurden denselben Plausibilitätsprüfungen wie im elektronischen Fragebogen unterzogen, um hier keine Verzerrung zu erhalten. Bei Fehlern oder Unklarheiten wurden die Respondent:innen telefo- nisch kontaktiert. Die postalische Versendung erfolgte etwa zweieinhalb Wochen vor der Berichtswoche und enthielt neben dem Informationsschreiben den Papierfragebogen, welcher mit den Fahrzeugdaten des gezogenen Fahrzeugs und dem zugeordneten Berichtstag vorbefüllt war. Ein Erinnerungsschrei- ben wurde in der Berichtswoche und ein weiteres in der Woche nach dem Berichtstag versendet, um die Respondent:innen auf die Bedeutung ihrer Mithilfe hinzuweisen. Zusätzlich wurden Unternehmen mit mehreren gezogenen Fahrzeugen im Vorfeld tele- fonisch kontaktiert, um auf die Erhebung aufmerk- sam zu machen und die Rücklaufquote zu erhöhen. Außerdem konnten auch etwaige Fragen bereits vorab geklärt werden. Insgesamt wurden 9 575 Fragebögen versendet. Die Zahl der tatsächlich versendeten Fragebögen war etwas geringer als die angepeilte Stichproben- größe von 10 000 Fahrzeugen, da vor der Versen- dung noch einmal geprüft wurde, ob das Fahrzeug seit der Ziehung zwischenzeitlich ab- oder umge- meldet wurde. In solchen Fällen wurde kein Frage- bogen mehr versendet. ▶ Grafik 2 zeigt die Aufteilung der versendeten Fragebögen nach Antwortstatus. Dabei handelt es sich um nicht hochgerechnete Daten. Die Rück- laufquote der freiwilligen Erhebung betrug 46,7 %. Durchschnittlich benötigten die Ausfüllenden zwölf Minuten pro Fragebogen. 73,2 % der erhal- tenen Meldungen wurden mithilfe des elektroni- schen Fragebogens übermittelt. 57,0 % der Fahrzeuge, für die eine Meldung vorlag, wurden am ausgewählten Berichtstag nicht eingesetzt. Wenn das Fahrzeug gefahren wurde, handelte es sich beim Berichtstag meist um einen Über die Vorgaben Eurostats hinaus wurden sechs Hauptzwecke abgefragt: ● Gütertransport ● Transport von Post und/oder Paketen ● Dienstleistungsverkehr ● landwirtschaftlicher und/oder forstwirtschaft- licher Verkehr ● Beförderung von Personen ● private Nutzung (z. B. Fahrten zur Arbeitsstelle) oder sonstiger Verkehr Dies sollte den Respondent:innen die Möglichkeit geben, sich im Fragebogen besser wieder zufinden. Außerdem konnten die Erhebungsunterlagen durch die unterschiedlichen Hauptzwecke indi- vidueller gestaltet werden. Beispielsweise war für den Gütertransport die Angabe der Be- und Entladeorte für einzelne Fahrten notwendig, aus denen anschließend mithilfe einer eigens gene- rierten Distanzmatrix die Straßentypen abgeleitet wurden. Bei den anderen Hauptzwecken reichte die Gesamtzahl der Fahrten am Berichtstag und eine prozentuelle Schätzung der Aufteilung nach Straßentypen aus. Unabhängig vom Hauptzweck konnten das Gewicht und die Art der mitgeführten Güter bei allen Hauptzwecken angegeben werden, wobei diese Angaben beim Transport von Gütern bzw. Post und/oder Paketen verpflichtend waren. Für die Ergebnispräsentation wurden die Haupt- zwecke teilweise aggregiert. Die Kategorie Trans- port von Post und/oder Paketen wurde mit dem Gütertransport zusammengefasst. Die Kategorie »Sonstiger Verkehr« beinhaltet den landwirtschaft- lichen und/oder forstwirtschaftlichen Verkehr, die Beförderung von Personen und die private Nutzung (z. B. Fahrten zur Arbeitsstelle) der Fahrzeuge.  Es wurde darauf geachtet, dass der Papierfrage- bogen auf einer Doppelseite darstellbar war. Je nach Hauptzweck der Fahrten an dem Berichts- tag musste nur eine Seite befüllt werden. Neben dem Papierfragebogen wurde ein inter aktiver Frage bogen mit dem bereits bei Unter nehmen bekannten und von Statistik Austria entwickelten elektronischen Meldesystem eQuest- Web erstellt. 67STATjournal 6 – 2025 Österreichische Klein transporter unterwegs Verkehrsaufkommen leichter Nutzfahrzeuge pro 100 km befüllt wurde. Ebenso wurde der Begriff der Stopps abweichend interpretiert, obwohl in den Erläuterungen die Definition gemäß nationaler Straßengüterverkehrserhebung gegeben wurde. Ein Stopp war demnach nur dann zu zählen, wenn es sich dabei um eine Ab- oder Beladung im Rahmen der Fahrt handelte. Wurde vom Ausgangsort zu einem Auftrag und dann zum nächsten Auftrag gefahren, handelte es sich nicht um eine Fahrt mit einem Stopp, sondern um zwei Fahrten ohne Stopp. Sofern möglich, wurden die betroffenen Fahrten einer Automatikkorrektur unterzogen. Falls der angegebene Verbrauch eher dem durch- schnittlichen pro 100 km entsprach, wurde dieser Werktag. Nur ein geringer Anteil der Fahrzeuge war an Wochenenden und Feiertagen in Verwendung. Dies bestätigt, dass an Wochenend- und Feier tagen weniger auf Unternehmen zugelassene Fahrzeuge genutzt werden. Analyse und Hochrechnung Im Zuge der Aufarbeitung und anschließenden Analyse der Daten wurde deutlich, dass speziell die Frage nach dem Kraftstoff- bzw. Energieverbrauch am Berichtstag unterschiedlich beantwortet wurde und teilweise mit dem durchschnittlichen Verbrauch Grafik 2
Aufteilung der versendeten Fragebögen nach Antwortstatus
sowie Verteilung der Antworten nach Berichtstag und Verwendung Befragt Eingelangt Berichtstag Verwendet Antwort erhalten n = 4 475 Wochenende Feiertag n = 1 252 Werktag n = 3 223Befragt n = 9 575 Gefahren n = 1 687 Gestanden n = 1 536 Gefahren n = 236 Gestanden n = 1 016 Keine Antwort erhalten n = 4 143 Ungültige Antwort erhalten n = 957 Q: STATISTIK AUSTRIA, Verkehrsstatistik zu leichten Nutzfahrzeugen. Kofinanziert von der Europäischen Union. – n = Anzahl der Elemente. 68 STATjournal 6 – 2025 Österreichische Klein­transporter unterwegs  Verkehrsaufkommen leichter Nutzfahrzeuge anhand der Kilometerangaben für den Tag be­ rechnet. Diese Vorgehensweise erwies sich als sehr zielführend, ­sodass bei einer zukünftigen Erhe­ bung diese Variable nicht mehr erhoben werden würde. Hinsichtlich der Stopps erfolgte, wenn erforderlich, eine Korrektur je nach Wirtschafts­ sektor, da anzunehmen ist, dass bei Fahrten im Dienstleistungs­verkehr eher weniger Stopps an­ fallen als bei Fahrten im Güterverkehr. Bei Stopps im Dienstleistungsverkehr ist davon auszugehen, dass dabei eine Dienstleistung im Zuge eines ­Auftrages erbracht wurde. Daher handelte es sich per definitionem um keinen Stopp, sondern nach Auftragserledigung um den Beginn einer neuen Fahrt. Etwaige fehlende Variablen wurden mit­hilfe der Daten ähnlicher Meldungen ergänzt. Nach der Datenbereinigung erfolgte die Hoch­ rechnung. Im ersten Schritt wurden die Design­ gewichte aus der Bruttostichprobe angepasst, um Antwortausfälle zu berücksichtigen. Da nicht für alle gezogenen Fahrzeuge eine Meldung einlangte, mussten die ursprünglichen Kalibrierungsgewich­ te der gemeldeten Fahrzeuge proportional erhöht werden. Im zweiten Schritt wurden die um die Antwortausfälle angepassten Gewichte auf die bekannte Grundgesamtheit und die verfügbaren Odometerdaten kalibriert. Ziel war es, die Netto­ stichprobe wieder auf die Struktur der Bruttostich­ probe bzw. der Zielpopulation zurückzuführen. Ergebnisse Im Berichtsjahr 2024 waren 365 497 leichte Nutz­ fahrzeuge bei österreichischen Unternehmen regis­ triert. Der Großteil (93,6 %) der Fahrzeuge waren Dieselfahrzeuge, gefolgt von benzinbetriebenen Fahrzeugen (3,5 %) und Elektrofahrzeugen (2,3 %). Der Rest wurde mit Erdgas oder anderen Kraft­ stoffen betrieben. Rund 9,8 % der Fahrzeuge hatten ein Alter von bis zu zwei Jahren. 32,7 % waren über zwei bis fünf Jahre, 34,0 % über fünf bis zehn Jahre und 21,5 % über zehn bis 20 Jahre alt. Bei 2,0 % betrug das Fahrzeugalter mehr als 20 Jahre. Hinsichtlich der Hauptzwecke wurden die meis­ ten Fahrzeuge (49,3 %) im Dienstleistungsverkehr eingesetzt, gefolgt von 21,2 % im Gütertransport. 10,8 % der Fahrzeuge wurden privat genutzt, 7,8 % für den Transport von Post und/oder Paketen ver­ wendet, weitere 7,0 % dienten hauptsächlich der Personenbeförderung, und 3,9 % waren land- und/ oder forstwirtschaftliche Fahrzeuge. Insgesamt wurden 2024 mit den leichten Nutzfahrzeugen 5,3 Mrd. km zurückgelegt, davon 2,1 Mrd. km (39,6 %) auf Autobahnen und/oder Schnellstraßen, 2,1 Mrd. km (38,5 %) auf Straßen im ländlichen Gebiet und 1,2 Mrd. km (22,0 %) auf Straßen im städtischen Gebiet. Leichte Nutz­ fahrzeuge führten dabei 148,2 Mio. Fahrten mit 474,8 Mio. Stopps durch. ▶ Tabelle 1 Tabelle 1 Verkehrsindikatoren leichter Nutzfahrzeuge ­österreichischer ­Unternehmen 2024 in Mio. Hauptzweck Fahrzeugkilometer Fahrten Stopps Tonnen Tonnen­kilometer Insgesamt 5 330 148 475 12 640 Güterverkehr 1 457 27 375 6 307 Dienstleistungsverkehr 2 854 91 80 5 287 Sonstiger Verkehr 1 019 31 20 1 46 Q: STATISTIK AUSTRIA, Verkehrsstatistik zu leichten Nutzfahrzeugen. Kofinanziert von der Europäischen Union. – Bei der Kennzahl »Stopps« beträgt der Bereich des Stichprobenfehlers mehr als ± 20 % bei 95 % statistischer Sicherheit.