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STATISTIK AUSTRIA Unabhängige Statistiken für faktenbasierte Entscheidungen NR. 6 2025 EINST UND HEUTE   EU-Außenhandel   SEITE 22
ZUM THEMA
Österreich
und die EU SEITE 32
2STATjournal 6 – 2025 Impressum Medieninhaberin, Herausgeberin und Redaktion: STATISTIK AUSTRIA Bundesanstalt Statistik Österreich
1110 Wien, Guglgasse 13
Redaktion: Pia Hapt, Sandra Schön Telefon: +43 1 711 28 – 7154 bzw. 7028 E-Mail: [email protected] Schriftleitung: Dr. Richard Gisser   Cover: Johann Zuschnegg
Gestaltung und Satz: Julia Wenhardt
Grafiken: Johanna Preisinger, Julia Wenhardt   Infografiken: Johann Zuschnegg
Bildnachweis: Portraitfotos Generaldirektion: Klaus Ranger Portraitfotos Autor:innen: Herbert Ebenwaldner Portraitfotos Hoser / Ihle / Schuster: Foto Nitsche Bilder, S. 6: © kasheev / © Prostock-studio – stock.adobe.com Mockups, S. 74: © Vectonauta / © Vectonauta – www.freepik.com; © mockupia – stock.adobe.com STATjournal Nr. 6 –  2025 (Statistische Nachrichten, 80. Jahrgang) Wien, Dezember 2025 Das Produkt und die darin enthaltenen Daten sind ur heberrechtlich geschützt. Alle Rechte sind der Bundesanstalt Statistik Österreich (STATISTIK AUSTRIA) vorbehalten. Bei richtiger Wieder gabe und mit korrekter Quellenangabe »STATISTIK AUSTRIA« ist es gestattet, die Inhalte zu verviel fältigen, verbreiten, öffentlich zugänglich zu machen und sie zu bearbeiten. Bei auszugsweiser Verwendung, Darstellung von Teilen oder sonstiger Veränderung von Dateninhalten wie Tabel- len, Grafiken oder Texten ist an geeigneter Stelle ein Hinweis anzu - bringen, dass die verwendeten Inhalte bearbeitet wurden. Die Bundesanstalt Statistik Österreich sowie alle Mitwirkenden an der Publikation haben deren Inhalte sorgfältig recherchiert und erstellt. Fehler können dennoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Die Genannten übernehmen daher keine Haftung für die Richtigkeit, Voll- ständigkeit und Aktualität der Inhalte, insbesondere übernehmen sie keinerlei Haftung für eventuelle unmittelbare oder mittelbare Schäden, die durch die direkte oder indirekte Nutzung der angebotenen Inhalte entstehen. Korrekturhinweise senden Sie bitte an die Redaktion. © STATISTIK AUSTRIA Zeichenerklärung für Tabellen ‒ Zahlenwert ist null . Daten (noch) nicht verfügbar 0 eine Größe, die kleiner als die Hälfte der ausgewiesenen Einheit ist () stark zufallsbehafteter Wert (x) nicht interpretierbarer Wert G Geheimhaltung: Wert wird aufgrund gesetzlicher Bestimmungen nicht veröffentlicht ⌀ Durchschnitt (arithmetisches Mittel) < kleiner als

größer als ≤ kleiner gleich ≥ größer gleich 3 STATjournal 6 – 2025 Inhalt

2 Impressum

4 Vorwort

5 Standpunkt

7 Kennzahlen zur Wirtschaftslage

14 Statistik Austria in Kürze

21 Ein Blick auf die Gemeinde  _ ___ Kalwang

22 Einst und heute  _ ___________ EU-Außenhandel

32 Zum Thema  _______________ Österreich und die EU

40 Zu Fuß unterwegs in ­Österreichs Gemeinden

 Bernhard Hoser  |  Katrin Schöber  |  Ewald Strasser  |  Maria Wurster

49 Krebsstatistik

 Petra Ihle  |  Martin Kropik  |  Monika Hackl

63 Österreichische Klein­transporter unterwegs

 Sabine Schuster  |  Lukas Peer

74 Neuerscheinungen Fachartikel

VORWORT Liebe Leser:innen,
das Ende eines Jahres ist oft Anlass, um zurückzublicken – auf das vergangene Jahr oder noch weiter zurück. Vor 30 Jahren trat Österreich der Europäischen Union bei – ein Ereignis, das neue Türen öffnete und unser Land in ein einzigartiges Gemeinschaftsprojekt integrierte. Heute ist die EU ein zentraler Akteur in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Diese Ausgabe widmet sich unter anderem der Frage, wie europäische Verflechtungen Österreich und unseren Alltag prägen. Im Detail zeichnen wir die Entwicklungen im EU-Außenhandel nach – immerhin werden heute rund zwei Drittel der Importe und Exporte mit anderen EU-Staaten abgewickelt. Außerdem stellen wir Ihnen ein von Eurostat kofinan- ziertes Projekt vor, in dem das Verkehrsaufkommen leichter Nutzfahrzeuge unter die Lupe genommen wird. Es dient als wichtige Ergänzung zur klassischen Straßen- güterverkehrserhebung, welche auf schwere Nutzfahr- zeuge fokussiert. Wer lieber zu Fuß unterwegs ist, erfährt aus einer Analyse der Registerzählung 2021, in welchen Gemeinden die Gehdistanzen zu wichtigen Infrastruktur- einrichtungen besonders kurz sind. Lesen Sie darüber hinaus, was sogenannte Standardbevölkerungen sind und welche Unterschiede sich bei den Inzidenzraten der Krebsstatistik durch ihre Auswahl ergeben. Damit wir das STATjournal für Sie weiterentwickeln können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Nehmen Sie sich bitte ein paar Minuten Zeit für unsere Umfrage. Was gefällt Ihnen? Was sollen wir anders machen, welche Inhalte künftig ausbauen? Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen. Wir wünschen viel Vergnügen beim Lesen und schöne Feiertage. DDr.
Franz Haslauer Kaufmännischer Generaldirektor Mag.a
Manuela Lenk Fachstatistische Generaldirektorin 5STATjournal 6 – 2025 STANDPUNKT Manuela Lenk Statistik und
Europa: 20 Jahre Verhaltenskodex In Österreich, in Europa, weltweit: Bürger:innen, Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft verlassen sich auf Statistik Austria. Um Qualität und Vergleichbarkeit zu gewährleisten, arbeiten wir eng mit internationalen Partner:innen zusammen – insbesondere mit Euro- stat, dem statistischen Amt der EU. Heuer feiern wir ein besonderes Jubiläum: 20 Jahre europäischer Verhaltenskodex für Statistik. Seit 2005 ist der Code of Practice (CoP) der Qualitätsrahmen für unabhängige und methodisch konsistente Statistikproduktion in Europa. Für Statistik Austria bedeutet das die Verpflichtung zu höchsten Standards und die Chance, aktiv zur Weiterentwicklung des Europäischen Statistischen Systems (ESS) beizutragen. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat der CoP die Zusammen- arbeit zwischen den nationalen Statistikämtern und Eurostat ent- scheidend gestärkt: durch die Etablierung nachvollziehbarer Produk- tionsprozesse, systematische Qualitätssicherung und den Austausch bewährter Verfahren. Diese kooperative Praxis ist die Basis für har- monisierte Datenproduktion. Warum ist das wichtig? Vergleichbare Statistiken sind unverzichtbar für Diskussionen und fundierte Ent- scheidungen über Ländergrenzen hinweg. Ein gutes Beispiel ist der »Harmonisierte Verbraucherpreisindex« (HVPI), der die Grundlage für die vergleichbare Messung der Inflation in Europa bildet. Ich bin stolz darauf, dass Statistik Austria in der jüngsten ESS- Bewertung 2022 Bestnoten erhalten hat – insbesondere für die hohe Qualität unserer Arbeit und die enge Kooperation mit der Wissen- schaft, etwa über das Austrian Micro Data Center (AMDC). Dass Öster- reich im ESS als verlässlicher Partner wahrgenommen wird, ist das Ergebnis unseres konsequenten Engagements für den Code of Practice. Datenqualität ist keine Selbstverständlichkeit – sie ist das Ergebnis unabhängiger, transparenter und methodisch einwandfreier Arbeit. Das 20-jährige Jubiläum des CoP ist nicht nur ein Meilenstein für Eurostat und Europa, sondern auch ein Anlass, Einsatz und Exper- tise unserer Mitarbeiter:innen zu würdigen. Gemeinsam tragen wir dazu bei, dass die Menschen in Österreich und Europa auf vertrauens- würdige Daten für ihre Entscheidungen zurückgreifen können. Der europäische Verhaltenskodex ver pflichtet uns zu höchsten Standards im Interesse aller Nutzer:innen: transpa- rente Prozesse, geprüfte Unabhängigkeit und vergleichbare Statistiken.

Helfen Sie in nur wenigen Minuten mit, dieses Magazin noch besser auf Ihre Interessen abzustimmen. ▶  ▶  ▶ Zum Fragebogen Österreich kompakt Im neuen Barometer sind die wichtigsten Kennzahlen zur
Wirtschaft und Gesellschaft in Österreich zusammengefasst. ● Arbeit ● Bevölkerung ● Öffentliche Finanzen ● Tourismus und Verkehr ● Wirtschaft ▶  ▶  ▶ Zum Barometer Ihre Meinung zählt! ● Welche STATjournal-Beiträge sagen Ihnen besonders zu? ● Welche Formate mögen Sie weniger? ● Haben Sie sonstige Anregungen?

Konjunkturmonitor September 2025 Veränderung zum Vorjahresmonat in Prozent Einfuhren insgesamt in Euro + 6,5 Ausfuhren insgesamt in Euro + 3,2 Produktionsindex BAU −3,2 Umsatzindex BAU − 0,2 Beschäftigtenindex BAU −1,2 Umsatzindex HANDEL +5,6 Beschäftigtenindex HANDEL −1,5 Produktionsindex INDUSTRIE + 0,4 Umsatzindex INDUSTRIE +2,7 Beschäftigtenindex INDUSTRIE −1,4 Verbraucherpreisindex +4,0 Pkw-Neuzulassungen +29,4 Beförderte Personen Luftverkehr +2,7 Nächtigungen +7,8 Produzierender Bereich Merkmal Produzierender Bereich (ÖNACE B–F) Sachgüterbereich (ÖNACE B–E) Bau (ÖNACE F) August 2025 August 2024 August 2025 August 2024 August 2025 August 2024 Unternehmen 82 102 83 366 41 998 40 944 40 104 42 422 Beschäftigte 1 065 524 1 091 007 735 138 750 190 330 231 340 817 Bruttoverdienst in Mio. Euro 4 355 4 305 3 120 3 067 1 234 1 238 Umsatz im Mio. Euro 27 992 29 222 22 851 23 905 5 141 5 317 Q: STATISTIK AUSTRIA, Konjunkturerhebung im produzierenden Bereich. – Grundgesamtheit. – Ab 2025 gilt die ÖNACE 2025. – Vorläufige Werte. Q: STATISTIK AUSTRIA, Außenhandelsstatistik, Konjunkturerhebung im produzierenden Bereich, Konjunkturstatistik Handel und Dienstleistungen, Verbraucherpreisindex, Kfz-Statistik, Zivilluftfahrtstatistik, Beherbergungsstatistik. 7 STATjournal 6 – 2025 Kennzahlen zur Wirtschaftslage

8STATjournal 6 – 2025 Kennzahlen zur Wirtschaftslage Durchschnittliche Aufenthaltsdauer Oktober 2025 2,7 Nächte Tourismus
in Tausend Merkmal Ankünfte Nächtigungen Oktober 2025 Oktober 2024 Oktober 2025 Oktober 2024 Insgesamt 3 372 3 261 9 248 9 079 Herkunftsland Österreich 1 228 1 222 3 000 3 016 Ausland insgesamt 2 144 2 039 6 248 6 063 Belgien 13 13 43 41 Deutschland 1 014 1 004 3 358 3 400 Italien 66 69 151 152 Niederlande 44 38 160 142 Polen 35 33 101 103 Schweiz und Liechtenstein 130 130 423 444 Tschechien 52 51 125 125 USA 83 79 204 189 Vereinigtes Königreich 45 46 111 111 Unterkunftsart Hotels und ähnliche Betriebe 2 645 2 554 6 397 6 270 Private Unterkünfte insgesamt 222 223 917 943 Q: STATISTIK AUSTRIA, Beherbergungsstatistik. Motorisierungsgrad 2024 569 Pkw je 1 000 Einwohner:innen Kfz-Neuzulassungen Fahrzeugart November 2025 November 2024 Kfz insgesamt 24 818 22 270 Pkw (alle Antriebe) 20 448 17 552 Benzinantrieb 6 505 5 681 Dieselantrieb 3 074 3 506 Elektroantrieb 3 822 2 823 Hybridantrieb 7 047 5 538 Motorräder Klasse L3e1 260 459 Motorfahrräder Klasse L1e2 178 218 Lastkraftwagen Klasse N13 2 306 2 368 Lastkraftwagen Klasse N24 40 36 Lastkraftwagen Klasse N35 233 271 Land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen 418 494 Sattelzugfahrzeuge 336 292 Wohnmobile 140 152 Q: STATISTIK AUSTRIA, Kfz-Statistik.

  1. Zweirädriges Kraftrad. – 2) Leichtes zweirädriges Kraftfahrzeug. – 3) Fahrzeuge zur Güterbeförderung mit einer zulässigen Gesamtmasse von nicht mehr als 3 500 kg. – 4) Fahrzeuge zur Güterbeförderung mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3 500 kg und nicht mehr als 12 000 kg. – 5) Fahrzeuge zur Güterbeförderung mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 12 000 kg. Umweltexport 2023 19,7 Mrd. Euro Umweltexporte sind Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen des Umweltsektors (Environmen- tal Goods and Services Sector, EGSS), die der Vermeidung von Umweltbelastungen oder der effizienten Nutzung von Ressour- cen dienen. 9STATjournal 6 – 2025 Kennzahlen zur Wirtschaftslage Außenhandel in Mio. Euro Merkmal Einfuhren Ausfuhren September 2025 1 September 2024 September 2025 1 September 2024 Außenhandel insgesamt 16 793 15 771 16 562 16 045 Warengruppe Ernährung 1 377 1 248 1 172 1 075 Getränke und Tabak 144 133 248 261 Rohstoffe 567 553 497 466 Brennstoffe, Energie 917 1 144 418 400 Tier. u. pflanzl. Öle u. Fette 60 57 26 24 Chem. Erzeugnisse, a. n. g. 2 276 2 268 2 706 2 804 Bearbeitete Waren 2 449 2 358 3 287 3 186 Maschinen/Fahrzeuge 6 044 5 493 6 057 6 036 Sonstige Fertigwaren 2 586 2 436 1 837 1 625 Waren a. n. g. 373 83 314 168 Ursprungs- und Bestimmungsland EU-27 10 881 10 279 11 433 10 937 Eurozone 8 723 8 260 8 847 8 550 Drittstaaten 5 912 5 492 5 130 5 108 China 1 618 1 446 391 435 Deutschland 5 304 5 004 4 932 4 976 Italien 1 059 1 051 1 122 1 007 Russland 3 239 78 88 Schweiz 944 546 999 703 Tschechien 716 669 665 561 Vereinigte Staaten 653 656 1 008 1 447 Q: STATISTIK AUSTRIA, Außenhandelsstatistik. – Warengruppe nach SITC Rev. 4.
  2. Vorläufige Werte. Arbeitslosenquote
  1. Quartal 2025 5,5 % internationales Konzept Außenhandelsbilanz September 2025 −230,1 Mio. Euro vorläufig Erwerbstätigenquote
  2. Quartal 2025 75,0 % 15 bis 64 Jahre Offene-Stellen-Quote
  3. Quartal 2025 3,2 % Zahl der Arbeitslosen
    in Tausend Zahl der Erwerbstätigen
    in Tausend Q: STATISTIK AUSTRIA, Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung. – Bevölkerung in Privat - haushalten ohne Präsenz- und Zivildiener. – Nach internationalem Konzept (ILO). Q: STATISTIK AUSTRIA, Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung. – Bevölkerung in Privat - haushalten ohne Präsenz- und Zivildiener. – Nach internationalem Konzept (ILO). 100 150 200 250 300 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 2023 2024 2025 4 000 4 200 4 400 4 600 4 800 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 2023 2024 2025 10STATjournal 6 – 2025 Kennzahlen zur Wirtschaftslage INDUSTRIE: Umsatz-, Produktions-, Beschäftigtenindex
    (2021 = 100) HANDEL: Umsatz-, Beschäftigtenindex
    (2021 = 100) Zahl der Registrierungen rechtlicher Einheiten BAU: Umsatz-, Produktions-, Beschäftigtenindex
    (2021 = 100) DIENSTLEISTUNGEN: Umsatz-, Beschäftigtenindex
    (2021 = 100) Zahl der Insolvenzen Q: STATISTIK AUSTRIA, Konjunkturerhebung im Produzierenden Bereich. –
    Beschäftigte, Umsatz: unbereinigte Daten. – Produktion: EU harmonisiert und
    arbeitstägig bereinigte Daten. Q: STATISTIK AUSTRIA, Konjunkturstatistik Handel. – Umsatzindex nominell
    (zu laufenden Preisen). – Der letzte Indexwert ist vorläufig. Q: STATISTIK AUSTRIA, Statistik der Registrierungen. – Als Registrierung wird die Auf nahme einer rechtlichen Einheit in das Unternehmensregister für Zwecke der Verwaltung unter bestimmten Voraussetzungen gezählt. – Die Werte für die letzten vier Quartale sind vorläufig. Q: STATISTIK AUSTRIA, Statistik der Insolvenzen. – Die Daten zu Insolvenzen basieren auf den gerichtlichen Insolvenzverfahren. – Die Werte für die letzten vier Quartale
    sind vorläufig. Q: STATISTIK AUSTRIA, Konjunkturerhebung im Produzierenden Bereich. –
    Beschäftigte, Umsatz: unbereinigte Daten. – Produktion: EU harmonisiert und
    arbeitstägig bereinigte Daten. Q: STATISTIK AUSTRIA, Konjunkturstatistik Dienstleistungen. – Umsatzindex nominell (zu laufenden Preisen). – Der letzte Indexwert ist vorläufig. 80 100 120 140 160 60 2023 2024 2025Sep. Nov. Jän. Mär. Mai Jul. Sep. Nov. Jän. Mär. Mai Jul. Produk�on Umsatz Beschä�igte Sep. 90 100 110 120 130 Sep. Nov. Jän. Mär. Mai Jul. Sep. Nov. Jän. Mär. Mai Jul. Sep. 2025 2024 2023 Umsatz Beschä�igte 1 000 1 200 1 400 1 600 1 800 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 2023 2024 2025 2 000 Q3 60 80 100 120 140 40 2023 2024 2025Sep. Nov. Jän. Mär. Mai Jul. Sep. Nov. Jän. Mär. Mai Jul. Produk�on Umsatz Beschä�igte Sep. 90 100 110 120 130 140 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 2024 2025 2023 Umsatz Beschä�igte 12 000 14 000 16 000 18 000 20 000 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 2023 2024 2025 Q3 11STATjournal 6 – 2025 Kennzahlen zur Wirtschaftslage Volkswirtschaftliche Größen
    in Mrd. Euro Öffentliches Defizit / öffentlicher Überschuss
    in Prozent des BIP Q: STATISTIK AUSTRIA, Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen. – Unbereinigte Daten. – Laufende Preise. Q: STATISTIK AUSTRIA, Verbraucherpreisindex, Großhandelspreisindex. – Verbraucherpreisindex: Der letzte Indexwert ist vorläufig. Q: STATISTIK AUSTRIA, Tariflohnindex. – Die letzten drei Indexwerte sind vorläufig. Q: STATISTIK AUSTRIA, Öffentliche Finanzen. – Daten gemäß ESVG 2010. Tariflohnindex
    (2016 = 100) 0 50 100 150 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 2025 2024 2023 Bru�oinlandsprodukt Konsumausgaben Haushalte Konsumausgaben Staat Bru�oanlageinves��onen 90 100 110 120 130 140 150 VPI GHPI Nov. Feb. Mai Aug. Nov. Feb. Mai Aug. Nov. Feb. Mai Aug. Nov. Feb. Mai Aug. Nov. 2020 2024 2023 2021 2022 Feb. Mai Aug. Nov. 2025 90 100 110 120 130 140 150 Nov. Feb. Mai Aug. Nov. Feb. Mai Aug. Nov. Feb. Mai Aug. Nov. Feb. Mai Aug. Nov. Feb. Mai Aug. Nov. 2020 2021 2022 2023 2024 2025 −10 −8 −6 −4 −2 0 2 2019 2020 2021 2022 2023 2024 BIP
  4. Quartal 2025 126,5 Mrd. Euro unbereinigt Verbraucher- und Großhandelspreisindex
    (2015 = 100) Der Verbraucherpreisindex misst die Veränderungen
    der Konsument:innenpreise über die Zeit. Der Großhandelspreisindex bildet die monatliche Preisent- wicklung der vom Großhandel abgesetzten Waren ab, indem der Großhandelsverkaufspreis (ohne MwSt.) als Preisbasis herangezogen wird. Der Tariflohnindex misst
    die Mindestlohnentwicklung in Österreich auf Basis von ausgewählten Lohn- und Gehaltspositionen. 12STATjournal 6 – 2025 Kennzahlen zur Wirtschaftslage Q: STATISTIK AUSTRIA, Baukostenindex. – Die letzten beiden Indexwerte sind vorläufig. – Wohnhaus- und Sied - lungsbau: Gesamtbaukosten – Ab Berichtsmonat Jänner 2021 Revision aller Bausparten mit Jahresdurchschnitt 2020 = 100. Durch Umbasierungen ist ein Vergleich nur bedingt möglich, da unterschiedliche Warenkörbe und Gewichtungsschemata zugrunde liegen. Q: STATISTIK AUSTRIA, Baupreisindex. Q: STATISTIK AUSTRIA, Häuserpreisindex. – Der letzte Indexwert ist vorläufig. 100 110 120 130 140 150 160 Wohnhaus- und Siedlungsbau Straßenbau Brückenbau Siedlungswasserbau Nov. Feb. Mai Aug. Nov. Feb. Mai Aug. Nov. Feb. Mai Aug. Nov. Feb. Mai Aug. Nov. Feb. Mai Aug. Nov. 2020 2021 2022 2023 2024 2025 90 110 130 150 170 Hoch- und Tie�au Hochbau Tie�au Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 2020 2021 2022 2023 2024 2025 Q3 100 120 140 160 180 200 Gesamt Bestehender Wohnraum Neuer Wohnraum Q3 Q3 Q2 Q1 Q4 Q3 Q2 Q1 Q4 Q3 Q2 Q1 Q4 Q3 Q2 Q1 Q4 Q3 Q2 Q1 Q4 2020 2021 2022 2023 2024 2025 Baukostenindex
    (2015 = 100) Baupreisindex
    (2015 = 100) Häuserpreisindex
    (2015 = 100) Die Baukostenindizes beobach- ten die Entwicklung der Kosten, die den Bauunternehmen bei
    der Ausführung von Bauleis- tungen durch Veränderung der Kostengrundlagen (Material und Arbeit) entstehen. Der Baupreisindex gibt Aus- kunft über die Veränderung der tatsächlichen Preise, die Bauherr:innen für Bauarbeiten bezahlen müssen und dient als Deflator zur Ermittlung der realen Veränderung von Bauproduktionswerten. Der Häuser- und Wohnungs- preisindex (HPI) bildet die Preisentwicklung von Wohn- immobilien (Einfamilienhäuser, Doppelhäuser, Reihenhäuser und Wohnungen), bei denen ein privater Haushalt als Käufer:in auftritt, ab. 13STATjournal 6 – 2025 Kennzahlen zur Wirtschaftslage Harmonisierter Verbraucherpreisindex und Arbeitslosigkeit
    in der EU – Oktober 2025 in Prozent Land HVPI Inflationsrate 1 Arbeitslosenquote 2 EU (27 Länder) 2,5 5,9 Euroraum (20 Länder) 2,1 6,2 Belgien 2,5 6,5 Bulgarien 3,8 3,4 Tschechien 2,3 3,1 Dänemark 2,1 6,3 Deutschland 2,3 3,5 Estland 4,5 7,1 Irland 2,8 4,8 Griechenland 1,6 8,2 Spanien 3,2 10,4 Frankreich 0,8 7,9 Kroatien 4,0 4,6 Italien 1,3 5,3 Zypern 0,2 3,0 Lettland 4,3 6,8 Litauen 3,7 5,9 Luxemburg 3,0 6,5 Ungarn 4,2 4,4 Malta 2,5 3,1 Niederlande 3,0 4,0 Österreich 4,0 5,4 Polen 2,9 3,2 Portugal 2,0 6,0 Rumänien 8,4 6,0 Slowenien 3,1 4,9 Slowakei 3,9 5,6 Finnland 1,4 9,6 Schweden 3,1 8,9 Q: Eurostat.
  1. Inflationsrate = Veränderung zum Vorjahresmonat in Prozent; vorläufige Werte. – 2) Arbeitslose in Prozent
    der Erwerbspersonen lt. ILO-Konzept, unbereinigte Daten.
    14STATjournal 6 – 2025 Statistik Austria
    in Kürze ARBEITSMARKT Ein Viertel der jungen Erwachsenen
    für den Job überqualifiziert Vor allem zu Beginn des Erwerbslebens kommt es häufig zu Diskrepanzen zwischen Qualifikation und Jobanforderungen. Während bei 71,8 % der jungen Erwerbstätigen Kenntnisse und Fähigkeiten gut zur beruflichen Tätigkeit passen, kann jede:r vierte unter 35-Jährige die in der Ausbildung oder dem bisherigen Berufsleben erworbenen Qualifikationen im Job nicht vollständig einsetzen. Die höchste abgeschlossene Bildung hat einen deutlichen Einfluss darauf, ob die Qualifikationen dem ausgeübten Beruf entsprechen oder nicht. Am seltensten geben Personen mit maximal Pflichtschulabschluss (13,9 %) an, dass ihre bis dato erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten über ihre Job- anforderungen hinausreichen. Auch Personen mit Lehrabschluss schätzen sich vergleichsweise selten (20,2 %) als überqualifiziert ein. Am weitaus häufigsten (46,9 %) geben Personen mit AHS-Matura als höchstem Bildungs- abschluss an, dass ihre Kenntnisse höher sind, als für ihre Arbeit erforderlich. Selbst wenn sich AHS-Absolvent:innen nicht mehr in formaler Ausbil- dung befanden, gaben sie fast ebenso häufig (45,3 %) an, überqualifiziert zu sein, wie jene in laufender Aus- oder Weiterbildung (48,6 %), die sich beispielsweise neben dem Studium in Berufen mit niedrigerem Qualifika- tionsniveau etwas dazuverdienen. Grundsätzlich weisen junge Erwerbs- tätige, die eine Teilzeittätigkeit (oftmals neben der Ausbildung) ausüben, ein höheres Ausmaß an Überqualifizierung auf (34,4 %) als jene mit einer Vollzeittätigkeit (19,2 %).
    Beträchtliche Unterschiede in Hinblick auf eine Beschäftigung ent- sprechend der Qualifikation zeigen sich auch nach Herkunft. Personen mit Migrations hintergrund gaben deutlich häufiger (30,1 %) als jene ohne (21,9 %) an, überqualifiziert zu sein. Zur Themenseite
    ▶ Weiterführende Arbeitsmarktthemen Übereinstimmung von Qualifikation und Arbeit
    in Prozent Q: STATISTIK AUSTRIA, Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung – Modul 2024 »Junge Menschen auf dem Arbeitsmarkt«. – Erwerbstätige und ehemals Erwerbstätige unter 35 Jahren. – Alle Kenntnisse, Fähig keiten, Kompetenzen und Erfahrungen einer Person. – Personen, die zwar zum Zeitpunkt der Befragung nicht erwerbstätig waren, aber davor bereits gearbeitet haben, sollten sich auf ihre frühere Arbeit und auf ihren damaligen Kenntnisstand beziehen. 15STATjournal 6 – 2025 Statistik Austria in Kürze BEVÖLKERUNG UND SOZIALES 17 % weniger Spitalsaufenthalte als 2000 Seit der Jahrtausendwende zeigt sich tendenziell eine Entwicklung zu weniger und kürzeren Aufenthalten in Österreichs Spitälern. Diese Ent- wicklung ist aber nicht kontinuierlich verlaufen. Insbesondere während der Coronapandemie kam es zu einem starken Rückgang der Krankenhaus- aufenthalte, seither steigen sie wieder geringfügig an: Im Jahr 2024 gab es 2 166 338 Spitalsentlassungen aus Akutkrankenanstalten, das entspricht etwa 231 Spitals aufenthalten auf 1 000 in Österreich wohnhafte Personen. Im Vergleich zum Jahr 2000 ist die absolute Zahl der Entlassungen um 4,0 % gesunken. Da die Bevölkerung in diesem Zeitraum aber gewachsen ist, zeigt sich bei den Aufenthalten pro Kopf ein deutlich stärkerer Rück- gang – nämlich um 16,5 %. Dabei verringerte sich die Zahl der Aufenthalte mit mindestens einer Übernachtung im Spital unter Berücksichtigung der Bevölkerungsentwicklung um 22,2 %, während tagesklinische Aufenthalte um 26,3 % zunahmen. Auch die durchschnittliche stationäre Behandlungs- dauer verkürzte sich. Im Jahr 2024 dauerte ein stationärer Aufenthalt im Mittel 6,1 Tage. Vor 25 Jahren verbrachten Patient:innen im Schnitt noch gut eineinhalb Tage länger im Spital. Gleichzeitig erhöhte sich die Sterblichkeit während stationärer Auf- enthalte. Im Jahr 2000 verstarben 1,7 % aller Patient:innen während eines Aufenthalts im Spital, 2024 waren es 2,0 %. Damit stieg die Zahl der im Krankenhaus verstorbenen Patient:innen seit der Jahrtausendwende um fast 8 %. Dies deutet darauf hin, dass der Anteil schwerkranker Patient:innen im vollstationären Versorgungssektor zunimmt, weil leichtere oder weniger weit fortgeschrittene Erkrankungen tagesklinisch oder spitalsambulant behandelt werden können. Zur Themenseite
    ▶ Gesundheitsversorgung stationär: Spitalsentlassungen Jedes vierte Job-Ende mündet
    in Arbeitslosigkeit Auf gut ein Viertel aller beendeten unselbständigen Beschäftigungen folgte im Jahr 2024 eine Arbeitslosenmeldung. 17,0 % nahmen wieder eine unselbstän- dige Beschäftigung in Österreich auf und für gut ein Zehntel lag keine Register- information vor – vermutlich in vielen Fällen wegen Weg zügen ins Ausland. Nach Ende einer unselbständigen Erwerbstätigkeit waren unter den Frauen 24,8 % und unter den Männern 29,6 % von Arbeitslosigkeit betroffen. Der Geschlechterunterschied geht zu einem großen Teil auf Beschäftigungs- beendigungen beim Bau zurück. Hier lag der Anteil anschließender Arbeits- losenmeldungen bei 46,0 % und betraf überwiegend Männer.
    Nach Altersgruppen betrachtet, zeigt sich, dass 15- bis 29-Jährige deut- lich seltener eine AMS-Meldung nach einer Beschäftigung aufwiesen als die Gruppe der 30- bis 64-Jährigen. So mündeten die Beschäftigungsbeendi- gungen 15- bis 29-jähriger Männer zu 25,0 % und jene gleichaltriger Frauen zu 20,3 % in Arbeitslosigkeit, während bei 30- bis 64-Jährigen für Männer zu rund einem Drittel und bei Frauen in 28,1 % der Fälle nach Ende der Beschäftigung eine Arbeitslosigkeitsmeldung vorlag. Der Unterschied lässt sich u. a. dadurch erklären, dass sich bei unter 30-Jährigen zu fast einem Fünftel ein Schulbesuch bzw. ein aufrechtes Studium an den Job anschloss, was bei 30- bis 64-Jährigen nur zu 0,4 % zutraf. Bei Personen ab 65 Jahren folgte auf Beendigung einer unselbständigen Erwerbstätigkeit im Jahr 2024 mehrheitlich der Pensionsantritt (65,1 %) und nur zu einem sehr geringen Anteil eine Arbeitslosigkeitsepisode (1,2 %). Zur Themenseite ▶ Registerbasierte Erwerbsverläufe Grundwehr-, Ausbildungs-, Zivildienst Unselbständig erwerbstätig Selbständig erwerbstätig Geringfügig erwerbstätig Mutterschutz, Elternkarenz Sonstige temporäre Abwesenheiten Arbeitslos Pensionsbezug Schüler:innen, Studierende Sonstige Nicht-Erwerbspersonen Kein Hauptwohnsitz in Österreich 0,8 17,0 3,5 2,7 4,3 5,3 27,5 3,7 7,4 16,5 11,4 STATISTIK AUSTRIA, Registerbasierte Erwerbsverläufe 2024. – Bei Mutterschutz, Elternkarenz sowie sonstigen temporären Abwesenheiten wird ein aufrechtes Dienstverhältnis angenommen. Schon gewusst? Rund 4,4 Mio.
    diagnostische und therapeutische Leistungen
    wurden 2024 im Zuge von stationären Aufenthalten
    in Österreichs Spitälern erbracht. Q: STATISTIK AUSTRIA, Spitalsentlassungsstatistik. Arbeitsmarktstatus nach Beendigung einer
    unselbständigen Beschäftigung
    in Prozent 16STATjournal 6 – 2025 Statistik Austria in Kürze 60 0 20 40 80 60 0 20 40 80 Frauen Männer 25 100+ 2025 0 50 75 60 0 20 40 80 60 0 20 40 80 Frauen Männer 25 100+ 2080 0 50 75 Bevölkerungswachstum flacht ab Der künftige Bevölkerungszuwachs in Österreich beruht ausschließlich auf erwarteten Wanderungsgewinnen. Langfristig wird mit jährlich rund 28 000 bis 43 000 zusätzlichen Personen durch Zuwanderung gerechnet. Trotz der positiven Wanderungsbilanz flacht der Bevölkerungsanstieg im Haupt- szenario der Prognose ab: 2024 wurden österreichweit mehr Sterbefälle als Geburten verzeichnet (Geburtenbilanz −11 248). Auch in den kommen- den Jahren wird die Zahl der Sterbefälle jene der Geburten übersteigen – bedingt durch das Vorrücken der geburtenstarken Jahrgänge der 1950er und 1960er in höhere Altersklassen bei gleichzeitig sinkenden Geburten- zahlen. Bis 2040 wird eine durchschnittliche jährliche Geburtenbilanz von etwa −23 000 erwartet. Ab den 2040er Jahren wird die negative Geburten- bilanz die Zuwanderungsgewinne voraussichtlich übersteigen, was einen langfristigen Rückgang der Bevölkerung erwarten lässt. Das bis 2040 prognostizierte Bevölkerungsplus von 2,5 % verteilt sich regional sehr ungleich. Migrationsbedingt sind überdurchschnittliche Zuwächse in Wien zu erwarten. Auf die Bundeshauptstadt entfällt aktuell mehr als ein Drittel der internationalen Zuwanderung nach Österreich. Neben Wien (+9,2 %) wird bis 2040 auch für Vorarlberg (+3,7 %), Oberöster- reich (+2,2 %) und Niederösterreich (+1,5 %) ein Bevölkerungsanstieg pro- gnostiziert. Zugleich werden für Kärnten Bevölkerungsverluste von −3,5 % erwartet. In den übrigen Bundesländern dürfte die Bevölkerungszahl nach dem Hauptszenario der Bevölkerungsprognose weitgehend stabil bleiben. Zur Themenseite
    ▶ Bevölkerungsprognosen für Österreich und die Bundesländer Bevölkerungspyramiden in Tausend Personen Q: STATISTIK AUSTRIA, Bevölkerungsprognose 2025, Hauptszenario. Rund 48 % der Bevölkerung in Österreich
    engagieren sich freiwillig Rund 3,7 Mio. Menschen in Österreich engagieren sich in ihrer Freizeit frei- willig und unentgeltlich für gesellschaftliche Anliegen und andere Menschen – sei es in Vereinen oder Organisationen oder indem sie andere informell unterstützen. Rund 20 % der Freiwilligen sind ausschließlich im institutionali- sierten Rahmen eines Vereins oder einer Organisation aktiv, etwa 50 % helfen anderen informell und 30 % sind sowohl formell als auch informell tätig. Die Gründe, warum Personen freiwillig aktiv sind, sind vielfältig und spiegeln gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein wider. Für die große Mehrheit der Freiwilligen ist es besonders wichtig, mit ihrer Tätigkeit anderen Menschen helfen zu können (93,0 % Zustimmung). Auch die Freude an der Tä- tigkeit (91,5 %) und der Wille, etwas Nützliches zum Gemeinwohl beizutragen (85,5 %), sind von großer Bedeutung. Berufsbezogene Gründe stehen hingegen zumeist im Hintergrund: 5,4 % hoffen, durch ihre freiwillige Tätigkeit einen Job zu finden, und 16,7 % sehen einen Nutzen für ihre berufliche Tätigkeit. Zur Themenseite ▶ Freiwilligentätigkeit Einflüsse auf die Lesekompetenz Den stärksten Einfluss auf die Lesekompetenz hat der eigene Bildungs ab- schluss (Effektstärke 0,37), eine ähnlich wichtige Rolle spielt jedoch auch die Bildung der Eltern (0,32). Das deutet darauf hin, dass der Besuch und der Ab- schluss von formalen Bildungseinrichtungen wichtige Maßnahmen darstellen, aber bestehende soziale Unterschiede nicht vollständig ausgleichen können. Die Wahl der Schulform der Sekundarstufe I (Effektstärke 0,28) sowie in etwas geringerem Ausmaß die Erstsprache (0,15) haben ebenfalls einen Ein- fluss auf die Lesekompetenz. Einen weit kleineren, aber signifikanten Effekt (0,09) auf die Lesekompetenz hat der Besuch eines Kindergartens. Erwach- sene, die nicht im Kinder garten waren, weisen im Durchschnitt niedrigere Lese kompetenzwerte auf (236 Punkte) als jene, die mindestens ein Jahr lang eine vorschulische Bildungseinrichtung besucht haben (267 Punkte). Dabei geht eine längere Besuchsdauer mit einer höheren Lesekompetenz einher. Ein deutlicher Zusammenhang zeigt sich zwischen der Bildungsent- scheidung am Übergang zur Sekundarstufe I und den erhobenen Lesekom- petenzwerten. Nach Berücksichtigung soziodemographischer Merkmale sowie des Kindergartenbesuchs erzielen Personen mit einem Abschluss der AHS-Unterstufe im Durchschnitt rund 29,1 Kompetenzpunkte mehr als jene mit einem Mittelschulabschluss. Weitere Analysen zeigen deutliche Unterschiede je nach Höhe des Bildungsabschlusses. Wer eine Mittelschule besucht hat und später mindes- tens die Matura (inkl. Meister:in/Werkmeister:in) erreicht, erzielt im Durch- schnitt eine rund 51,1 Punkte höhere Lesekompetenz als jene, die nur die Pflichtschule abgeschlossen haben. Zum ▶ PIAAC-Expert:innenbericht 17STATjournal 6 – 2025 Statistik Austria in Kürze 2019 bis 2021 Russische Föderation Andere 24,6 7, 3 2022 bis 2024 14,4 5,2 Zahl fertiggestellter Wohnungen 2024
    stark zurückgegangen Aktuell sind deutlich weniger neue Wohnungen auf dem Markt als in den Vorjahren. Im Jahr 2024 wurden österreichweit 41 762 Wohnungen in neuen Gebäuden fertiggestellt, um ein Fünftel weniger als im Jahr davor. Damit folgen die Fertigstellungen im Wohnungsbau zeitversetzt dem Trend bei den Baubewilligungen. Hier sehen wir seit 2021 Rückgänge im Vergleich zum jeweiligen Vorjahr, die 2022 und 2023 besonders stark ausgefallen sind und sich erst 2024 wieder etwas abgeflacht haben. Deshalb werden wir auch in den kommenden Jahren mit deutlich weniger Fertigstellungen im Wohnbau rechnen müssen. Zusätzlich zu den Wohnungen in den 17 355 neu errichteten Gebäuden wurden 12 710 Wohnungen im Zuge von An-, Auf- und Umbautätigkeiten fertiggestellt. Somit wurden 2024 insgesamt 54 472 Wohnungen fertigge- stellt. 20,7 % dieser fertiggestellten Wohnungen befinden sich in Ein- und Zweifamilienhäusern, 55,1 % in Mehrparteienhäusern und 0,9 % in anderen Gebäuden. 23,3 % entfielen auf An-, Auf- und Umbautätigkeiten. Gemessen an der Bevölkerung im Jahresdurchschnitt 2024 hatte Vor- arlberg mit 8,7 Wohnungen pro 1 000 Einwohner:innen die höchste Fertig- stellungsrate. Tirol (6,9) und Wien (6,2) lagen ebenfalls über dem öster- reichischen Durchschnitt von 5,9 Wohnungen pro 1 000 Einwohner:innen, während die Fertigstellungsraten in Kärnten (4,3), in Niederösterreich (5,2), im Burgenland (5,7) und der Steiermark (5,8) jeweils darunter lagen. Zur Themenseite ▶ Wohnen ENERGIE UND UMWEL T Energieverbrauch 2024 um 1 % unter Vorjahr Der Energieverbrauch in Österreich ist im Jahr 2024 leicht um 1 % gegenüber 2023 gesunken. Dies ist der wärmeren Witterung und dem um 5 % gesunkenen Verbrauch der privaten Haushalte zuzuschreiben. Im Dienstleistungs sektor ist der Verbrauch wiederum um 4 % gestiegen. Der sehr leichte Anstieg des Industrieverbrauchs von knapp 1 % spiegelt das konstant niedrige Produk- tionsniveau wider. Der etwas geringere Gesamtenergieeinsatz im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich auch bei einzelnen Energieträgern. Der Verbrauch von Ölprodukten ging – bedingt durch den verminderten Verbrauch als Heizenergie träger – im Vorjahresvergleich um rund 2 % zurück, wobei dieser Rückgang durch den vermehrten Einsatz im Verkehrssektor abgeschwächt wurde. Erdgas wurde neben der verringerten Nachfrage in den Privathaushal- ten als Heizenergieträger (−8 %) auch in der Industrie für die Erzeugung von Prozesswärme (−2 %) in geringerem Umfang eingesetzt. Bei den biogenen Energieträgern stieg der Verbrauch gegenüber dem Vorjahr um 4 %.
    Über alle Wirtschaftssektoren gesehen, hatten im Jahr 2024 die Erdöl- produkte mit 35 % den größten Anteil am energetischen Endverbrauch, gefolgt von elektrischer Energie (22 %), den erneuerbaren Energieträgern (20 %) und Erdgas (15 %). Zur Themenseite ▶ Energiebilanzen Schon gewusst? 20,2 %
    weniger Wohnungen wurden 2024 im Vergleich zum Vorjahr in neuen Gebäuden fertiggestellt.
    Q: STATISTIK AUSTRIA, Baumaßnahmenstatistik. – Ohne durch An-, Auf- und Umbauten entstandene Wohnungen. – Datenabzug vom 15.09.2025. STATISTIK AUSTRIA, Außenhandelsstatistik. – Endgültige Ergebnisse. Gasimporte aus Russland zurückgegangen Importierte Gasmenge in Mio. Tonnen 18STATjournal 6 – 2025 Statistik Austria in Kürze FORSCHUNG, INNOVATION, DIGITALISIERUNG
    Fast alle Unternehmen sind online präsent Nahezu jedes Unternehmen ist heute online – sei es über eine Website oder Social Media. Eine Website, um sich online zu präsentieren, haben 92 % aller Unternehmen. Dieser Anteil ist bei Unternehmen im Dienstleistungs- bereich ähnlich hoch wie im produzierenden Bereich. Auch die Unter- schiede nach Unternehmensgröße sind gering: Neun von zehn kleinen Unternehmen (10 bis 49 Beschäftigte) haben eine Website, und nahezu alle mittelgroßen (50 bis 249 Beschäftigte: 97 %) und großen Unternehmen (250 und mehr Beschäftigte: 99 %). 62 % der Unternehmen nutzen ihre Website zur Präsentation eigener Produkte oder Dienstleistungen. Mehr als vier von zehn Unternehmen ver- wenden die eigene Website, um Bewerbungen online entgegenzunehmen oder Stellen auszuschreiben. Der Trend zu Social Media prägt die vergangenen zehn Jahre. 2015 war nicht einmal die Hälfte der Unternehmen in sozialen Netzwerken präsent, 2025 nutzten 68 % mindestens einen Social-Media-Kanal. Dabei lassen sich deutliche Unterschiede nach Wirtschaftszweig und Unternehmensgröße er- kennen: 63 % der Unternehmen aus dem produzierenden Bereich und 70 % der Unternehmen aus dem Dienstleistungsbereich setzten auf Social Media. Noch deutlicher als bei Websites gilt: Je größer ein Unternehmen ist, desto eher nutzt es Social Media. 65 % der kleinen, 82 % der mittelgroßen sowie 95 % der großen Unternehmen sind über mindestens einen Social-Media- Kanal online präsent. Zur Themenseite
    ▶ IKT-Einsatz in Unternehmen Internetnutzung der Altersgruppe 65+ steigt Die digitale Kluft zwischen Jung und Alt schließt sich zunehmend. Während der Anteil der Internetnutzer:innen unter den 16- bis 64-Jährigen seit Jahren bei über 95 % liegt, ist er in der Altersgruppe 65 bis 84 binnen zwei Jahren von 69 % auf 75 % gestiegen. Dabei sehen wir vor allem bei den Babyboomern, die jetzt nach und nach ins Senior:innenalter aufrücken, einen Anstieg der Nutzungsquoten auf hohem Niveau, aber auch die 75- bis 84-Jährigen holen bei der Internetnutzung deutlich auf. Der Anstieg unter den 65- bis 84-Jährigen ist maßgeblich auf die gestie- gene Internetnutzung von Frauen zurückzuführen. Während der Anteil bei den Männern zwischen 2023 und 2025 nur geringfügig von 77 % auf 79 % stieg, legte er bei den Frauen deutlich von 62 % auf 72 % zu. Damit ver- ringerte sich der Geschlechterunterschied seit dem Jahr 2023 von 15 auf 8 Prozentpunkte. Soziodemographische Unterschiede spielen bei der Internetnutzung älterer Menschen zwar tendenziell eine geringere Rolle, Bildung bleibt aber ein entscheidender Einflussfaktor. Ältere Menschen mit Hochschulabschluss oder Matura weisen mit Nutzungsquoten von 96 % bzw. 95 % fast das Niveau der Bevölkerung im Haupterwerbsalter auf. Deutlich niedriger ist die Nutzung bei Älteren mit einer Lehre oder berufsbildenden mittleren Schule mit 73 %. Am geringsten fällt die Internetnutzung mit 58 % bei Personen aus, die über einen Pflichtschulabschluss als höchsten Bildungsabschluss verfügen. Zur Themenseite
    ▶ IKT-Einsatz in Haushalten Website Social Media 68,1 42,0 87,5 91,9 2015 2025 Q: STATISTIK AUSTRIA, IKT-Einsatz in Unternehmen 2015 und 2025. – Befragungszeit raum: März bis Juni 2015, Februar bis Juli 2025. – Berichtszeitraum: Befragungszeitpunkt. Online-Präsenz von Unternehmen
    in Prozent aller Unternehmen Schon gewusst? 75 %
    der 65- bis 84-Jährigen
    nutzten in den letzten
    drei Monaten das Internet. Q: STATISTIK AUSTRIA, Erhebung über den IKT-Einsatz in Haushalten 2025. 19STATjournal 6 – 2025 Statistik Austria in Kürze Digitalisierung kleiner und
    mittelgroßer Unternehmen Ein Gradmesser für die Digitalisierung der österreichischen Wirtschaft ist der Grad der Digitalisierung von Unternehmen. 73 % der kleinen und mittel großen Unternehmen in Österreich sind zumindest basal digitali- siert. Das heißt, sie nutzen mindestens vier der zwölf abgefragten digitalen Technologien. Damit liegt Österreich derzeit noch klar unter dem EU-Ziel, wonach mindestens 90 % der KMU bis 2030 grundlegend digitalisiert sein sollen. Aktuell erreichen in Österreich nur große Unternehmen sowie Unternehmen des Wirtschaftszweigs Information und Kommunikation eine Digitalisierungs intensität von über 90 %. Insgesamt sind in Österreich 74 % der Unternehmen grundlegend digi- talisiert, wobei deutliche Unterschiede nach Wirtschaftszweig und Unter- nehmensgröße bestehen. Im produzierenden Bereich (67 %) zeigt sich vor allem im Bau eine wesentlich niedrigere Digitalisierungsintensität (58 %). Der Dienstleistungs bereich (77 %) verzeichnet generell höhere Anteile, wohingegen nur 58 % der Unternehmen des Wirtschaftszweigs Verkehr und Lagerei eine zumindest grundlegende Digitalisierung aufweisen. Während große Unternehmen (250 und mehr Beschäftigte) mit 98 % den Zielwert bereits überschreiten, sind mittelgroße Unternehmen (50 –249 Beschäftigte) mit 89 % nur knapp darunter. Bei kleinen Unterneh- men (10 – 49 Beschäftigte) sind nur 71 % zumindest grund legend digitalisiert. Die Digitalisierungsintensität unterscheidet sich auch regional. Unter- nehmen aus Vorarlberg (79 %), Oberösterreich und Tirol (je 78 %) weisen die höchsten Anteile einer grundlegenden Digitalisierung auf. Den größten Auf- holbedarf haben Unternehmen aus Niederösterreich (67 %), Kärnten (66 %) sowie dem Burgenland (63 %) Zur Themenseite
    ▶ IKT-Einsatz in Unternehmen LAND- UND FORSTWIRTSCHAFT Obsternte 2025 um knapp zwei Drittel höher Die Obsternte in Österreich fiel heuer erstmals nach zwei weniger guten Jahren wieder überdurchschnittlich aus. Die Erntemenge im österreichischen Erwerbsobstbau lag mit 238 600 t um 21 % über dem Zehnjahres mittel und war um 64 % höher als im Vorjahr.
    Optimale Bedingungen und das Ausbleiben großflächiger Fröste sorgten vor allem für eine überdurchschnittlich hohe Kern- und Steinobsternte. Die sommerliche Trockenheit, die insbesondere in der Steiermark phasenweise sehr ausgeprägt war, verringerte zwar teilweise das Fruchtwachstum, begüns- tigte aber auch die erwünschte Anreicherung von Aromen und Inhaltsstoffen. Mit 95 % entfiel der überwiegende Anteil der Kernobsternte 2025 auf Äpfel. 192 600 t wurden heuer geerntet (+85 % gegenüber 2024), drei Viertel davon in der Steiermark. Die Produktion von Steinobst stieg gegenüber dem Vorjahr um 30 % auf insgesamt 14 900 t und übertraf damit das Zehnjahres- mittel um 43 %. Die Beerenobsternte betrug 19 700 t, was einem Anstieg von 6 % gegenüber dem Vorjahr und 11 % gegenüber dem Zehnjahresmittel ent- spricht. Mehr als 70 % entfielen dabei auf Erdbeeren. Zur Themenseite ▶ Obsternte Schon gewusst? 14 100 Tonnen
    Erdbeeren wurden 2025 in Österreich geerntet.
    Das waren 6 % mehr als im Zehnjahresmittel.
    Q: STATISTIK AUSTRIA, Ernteerhebung. 20STATjournal 6 – 2025 Statistik Austria in Kürze TOURISMUS UND VERKEHR 2024 erneut weniger Güterverkehr
    auf Österreichs Straßen Der Güterverkehr auf Österreichs Straßen ist das dritte Jahr in Folge zurück- gegangen. 2024 haben österreichische und internationale Lastwagen ins- gesamt 562,6 Mio. t Güter transportiert, um 1,1 % weniger als im Jahr davor. Der Rückgang geht vor allem auf den Inlandsverkehr, aber auch den Transit durch Österreich zurück. Leicht gestiegen ist die transportierte Menge hin- gegen im grenzüberschreitenden Empfang und Versand. In Österreich registrierte Güterkraftfahrzeuge waren für knapp zwei Drittel des gesamten Transportaufkommens (362,3 Mio. t) verantwortlich, der Rest (200,4 Mio. t) entfiel auf im Ausland registrierte Fahrzeuge. Die drei größten ausländischen Beiträge zum Transportaufkommen stammten von Fahrzeugen aus Polen (36,0 Mio. t), Ungarn (28,4 Mio. t) und Deutschland (25,7 Mio. t). Sie machten zusammen 44,9 % des Transportaufkommens aus- ländischer Fahrzeuge aus. Multipliziert man die beförderte Tonnage mit der zurückgelegten Strecke auf österreichischem Territorium, ergibt das für 2024 eine Transportleistung im Inland von 54,9 Mrd. Tonnenkilometern. Während die Transportleistung im Inlandsverkehr (−0,2 %) und Transit (−4,4 %) zurückging, stieg sie im grenzüberschreitenden Empfang (+2,0 %) und im grenzüberschreitenden Versand (+5,7 %). In Österreich registrierte Güterkraftfahrzeuge waren für knapp ein Drittel der Transportleistung im Inland verantwortlich, zwei Drittel entfielen auf im Ausland registrierte Fahrzeuge. Dieser hohe Auslandsanteil ist unter anderem auf die längeren Fahrtstrecken und auf den Transitverkehr zurückzuführen. Zur Themenseite
    ▶ Güterverkehr auf Österreichs Straßen Beitrag des Tourismus zur regionalen
    Wirtschaftsleistung Tourismus ist ein zentraler Faktor für Wirtschaft und Beschäftigung in Öster- reich. Sein Beitrag zur Wirtschaftsleistung und sein Anteil an der Gesamt- beschäftigung sind je nach Region jedoch unterschiedlich hoch. Im Jahr 2023 bewegten sich die direkten und indirekten Beiträge des Tourismus zur Wirt- schaftsleistung der einzelnen Bundesländer zwischen 2,8 % in Ober österreich und 16,5 % in Tirol. Auch der Anteil des Tourismus an der regionalen Gesamt- beschäftigung variierte zwischen 3,5 % in Oberösterreich und 17,3 % in Tirol. Von bundesweit 36,78 Mrd. Euro Gesamtausgaben für Urlaubs- und Geschäfts reisen von Tagesgästen bzw. nächtigenden Gästen aus dem In- und Ausland im Jahr 2023 entfielen mit 22,69 Mrd. Euro mehr als drei Fünftel auf die drei nächtigungsstärksten Bundesländer Tirol, Wien und Salzburg. In Tirol belief sich der touristische Konsum auf 9,66 Mrd. Euro, in Wien auf 6,82 Mrd. Euro und in Salzburg auf 6,20 Mrd. Euro.
    Betrachtet man den touristischen Konsum nach Waren und Dienstleis- tungen, so zeigt sich, dass, außer in Niederösterreich, Beherbergung und Gastro nomie jeweils den größten Teil der Ausgaben ausmachen. Dabei lagen 2023 Tirol mit 64,7 %, Vorarlberg mit 64,0 % und Salzburg mit 61,1 % über dem Österreichwert von 54,8 %. Im Falle von Niederösterreich über- wiegen aufgrund des Flugverkehrs die Ausgaben im Bereich Personen- transport. Mit einem Anteil von 34,6 % machte dieser 2023 den größten Teil des touristischen Konsums in Niederösterreich aus. 9,5 % der touristischen Ausgaben wurden 2023 im nationalen Durchschnitt für Kultur und Sport aufgewendet, überdurchschnittlich hoch waren dabei die Anteile in Wien mit 13,9 %, in Oberösterreich mit 9,7 % und in Kärnten mit 9,5 %. Zur Themenseite
    ▶ Regionale Tourismus-Satellitenkonten Schon gewusst? 22,62 Mrd. Euro
    touristische Ausgaben tätigten Nächtigungs- bzw.
    Tagesgäste aus dem Ausland 2023 in Österreich. Q: STATISTIK AUSTRIA, regionale Tourismus-Satellitenkonten der Bundesländer Österreichs, basierend auf »Recommended Methodological Framework (RMF) 2008« (UN Tourism); WIFO. 21STATjournal 6 – 2025 Grafik 1 Bevölkerung seit 1869 Index, 1869 = 100 0 50 100 150 200 250 300 1869 1880 1890 1900 1910 1923 1934 1939 1951 1961 1971 1981 1991 20012011 2021 2025 Steiermark Leoben Kalwang Q: STATISTIK AUSTRIA, Statistik des Bevölkerungsstandes, Volkszählungen, Registerzählung. Grafik 2 Wohnungen nach Wohnsitzangabe in Prozent Mit Haupt - wohnsitzmeldung Nur mit Neben- wohnsitzmeldung Ohne Haupt- wohnsitz meldung 70,6 24,6 4,8 Q: STATISTIK AUSTRIA, Gebäude- und Wohnungszählung. – Stichtag 31.10.2023. Ein Blick auf die Gemeinde
    Kalwang Ab 1923, aufgrund der Einstellung des Kupferberg - baus, ging die Bevölkerung Kalwangs zurück. Erst ab 2022 steigen die Zahlen wieder. Heute ist Kalwang eine der Gemeinden in Österreich, in der Einrichtun - gen der Nahversorgung besonders gut zu Fuß zu erreichen sind. Mehr dazu im Fach artikel »Zu Fuß unterwegs in Österreichs Gemeinden«. Interesse geweckt? ▶ Ein Blick auf die Gemeinde im Web Bevölkerung: 1 040 per 01.01.2025 Tabelle
    Arbeitsstätten nach Top-10-Wirtschafts- abschnitten in Kalwang Wirtschaftsabschnitt Arbeitsstätten Land- und Forstwirtschaft 16 Handel 10 Verkehr 8 Gesundheits- und Sozialwesen 7 Bau 5 Freiberufliche/Technische Dienstleistungen 5 Beherbergung und Gastronomie 4 Herstellung von Waren 3 Erziehung und Unterricht 3 Sonstige Dienstleistungen 2 Q: STATISTIK AUSTRIA, Arbeitsstättenzählung. – ÖNACE 2008. – Stichtag 31.10.2021. 22STATjournal 6 – 2025 Einst und heute
    EU-Außenhandel Melanie Kalina-Peter
    arbeitete bereits während des Studiums bei Statistik Austria, damals noch an der Mikrozensus- und EU-SILC- Erhebung. 2019 begann sie bei der Direktion Unter- nehmen im Bereich Außen- handel; seit 2021 liegt die Verantwortung der Daten- publikation bei ihr. Vor 30 Jahren, mit 1. Jänner 1995, trat Öster- reich gemeinsam mit Finnland und Schweden der Europäischen Union (EU) bei, womit die Anzahl der damaligen Mitgliedstaaten auf 15 anstieg. Nach dem Ausstieg des Vereinigten Königreichs im Jahr 2020 gehörten mit Ende 2024 insgesamt 27 Staaten der EU an. Die Mitgliederanzahl hat sich seit Österreichs Beitritt folglich beinahe verdoppelt. Der Anteil des Handels mit den Ländern der heutigen Europäischen Union betrug seit dem Beitritt in keinem Jahr, in beiden Verkehrsrichtun- gen, unter 64 %. Im Laufe der Jahre entwickelte sich dieser Anteil im Handel mit den derzeitigen EU-Mitglied staaten jedoch rückläufig (1995: Import anteil: 76,2 %; Exportanteil: 74,8 %; 2024: Importanteil: 66,4 %; Exportanteil: 67,0 %). Außenhandel
    30 Jahre später
    Insgesamt betrachtet verzeichnete der öster- reichische Außenhandel nach endgültigen Ergeb- nissen im Jahr 2024 beim Handelsvolumen einen Wert von 380,17 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das wertmäßige Abnahmen beim Import ebenso wie auf der Exportseite. Der Wert der Ein- fuhren sank auf 188,99 Mrd. Euro, die Ausfuhren gingen auf 191,18 Mrd. Euro zurück. Der Handel mit den EU-Partnerländern zeigte einen Rückgang der Importe auf 125,49 Mrd. Euro und der Exporte auf 128,17 Mrd. Euro. Die Extra-EU-Importe beliefen sich auf 63,50 Mrd. Euro, die Extra-EU-Exporte auf 63,01 Mrd. Euro. Die Gesamtaußenhandelsbilanz war 2024 das erste Mal seit 2007 positiv und belief sich auf 2,19 Mrd. Euro. ▶ Tabelle 1 Handel mit EU-Staaten 2024 Im Vergleich mit dem Beitrittsjahr 1995 haben sich die nominellen Importwerte (+239,2 %) des Handels mit den Ländern der heutigen EU im Jahr 2024 mehr als verdreifacht, die Exportwerte (+306,7 %) sogar vervierfacht. ▶ Grafik 1 Auf Ebene der einzelnen Mitgliedstaaten betrachtet, stach vor allem der Importhandel mit Estland heraus, welcher sich im Vergleich zu 1995 mehr als verzwanzigfachte, während exportseitig der Austausch mit Litauen fast 30-mal so hoch aus- fiel wie zuvor. Tabelle 1
    Der Außenhandel Österreichs im Jahr 2024 Wirtschaftsbereich Import Export Handels- bilanz Veränderung gegenüber Vorjahr in % in Mrd. Euro Import Export Außenhandel insgesamt 188,99 191,18 2,19 − 6,8 − 4,8 EU-27 125,49 128,17 2,68 − 4,5 − 6,7 Drittstaaten 63,50 63,01 − 0,49 −11,1 − 0,6 Q: STATISTIK AUSTRIA, Außenhandelsstatistik. – Endgültige Ergebnisse.
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