STATjournal-6-2025_barrierefrei-v2.pdf

Type: Document | Status: ready

▶ ▶ ▶ ▶ ▶ ▶ ▶ ▶ ▶ ▶ ▶ Einst und heute EU-Außenhandel 27STATjournal 6 – 2025 Handelsbilanzdefizit. Zum höchsten Defizit kam es im Jahr 2022 (−2,74 Mrd. Euro), während das größte Aktivum (+0,45 Mrd. Euro) im Jahr 2007 erzielt wurde. 2024 verzeichnete Tschechien sowohl im Import (8,12 Mrd. Euro) als auch im Export (6,76 Mrd. Euro) moderate Abnahmen im Vergleich zu 2023. Die Dominanz der Produktgruppe Maschinen und Fahrzeuge beim Import aus Tschechien beson- ders stark ausgeprägt. Ein Anteil von 43,9 % bzw. 3,56 Mrd. Euro entfielen darauf. Auch bei den Exporten ist sie auf dem ersten Rang, allerdings lediglich mit einem Anteil von etwas mehr als einem Drittel (2,36 Mrd. Euro). Außerdem wurden bearbei- tete Waren (Importanteil: 14,0 %) sowie sonstige Fertig waren (Importanteil: 13,1 %) im Wert von jeweils über 1 Mrd. Euro aus dem Nachbarland ein- geführt. Im Export überschritten nur bearbeitete Waren (Exportanteil: 23,6 %) diese Grenze. In beiden Verkehrsrichtungen waren Straßen fahrzeuge mit Anteilen von 15,8 % (Import) bzw. 13,1 % (Export) die wichtigsten Produkte. Auf den Plätzen 4 bis 10 der wichtigsten Handels partner für Österreich innerhalb der Euro- päischen Union im Jahr 2024 reihten sich Polen (Importanteil: 3,2 %; Exportanteil: 3,9 %), Frank- reich (Importanteil: 2,7 %; Exportanteil: 3,6 %), Ungarn (Importanteil: 2,5 %; Exportanteil: 3,6 %), die Niederlande (Importanteil: 2,9 %; Exportanteil: 1,9 %), die Slowakei (Importanteil: 1,9 %; Export- anteil: 2,0 %), Slowenien (Importanteil: 1,4 %; Exportanteil: 2,2 %) und Spanien (Importanteil: 1,7 %; Exportanteil: 1,7 %). Spezialfall Vereinigtes Königreich Im Jahr 1995 waren Maschinen und Fahr- zeuge (Importanteil: 50,4 %; Exportanteil: 37,4 %) mit Abstand die wichtigsten Handelsgüter mit diesem Partnerland. Ebenso waren bearbeitete Waren (Importanteil: 15,5 %; Exportanteil: 34,9 %) eine wichtige Produktgruppe. Importiert wurden vor allem Straßenfahrzeuge, während der Export 25.03.1957
Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) 1993
Gründung der Europäischen Union als Nachfolger der EWG 01.01.1995
EU-Beitritt Österreichs 2002
Erstmals Handelsvolumen über 100 Mrd. Euro mit der EU 2002
Euro ersetzt den Schilling als neue Währung 01.05.2004
»EU-Osterweiterung« 01.01.2007
Bulgarien und Rumänien treten der EU bei 01.07.2013
Jüngste Erweiterung durch Kroatien 2018
Erstmals Handelsvolumen über 200 Mrd. Euro mit der EU 01.02.2020
EU-Austritt des Vereinigten Königreichs 2023
Erstes Handelsbilanzaktivum mit der EU Einst und heute EU-Außenhandel 28STATjournal 6 – 2025 Ländergruppen mit EU-Bezug Mit den Staaten der Eurozone [1] verzeichnete der österreichische Außenhandel 2024 im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang der Importe (−4,4 %) auf 100,59 Mrd. Euro und der Exporte (−7,1 %) auf 99,54 Mrd. Euro. Das Defizit der Außenhandels- bilanz belief sich somit auf 1,05 Mrd. Euro. Der Waren verkehr mit Spanien, der Slowakei und Kroatien wies importseitig die absolut stärksten Wertsteigerungen auf, wohingegen Deutschland hier mit den stärksten Wertverlusten aufwartete. Ausfuhrseitig wiesen Spanien, Griechenland und Kroatien die absolut stärksten Wert steigerungen auf, während die größten Abnahmen im Handel mit Belgien zu finden waren. Der Handel mit den neun ▶ EU-Beitritts- kandidaten Türkei, Montenegro, Serbien, Nord- mazedonien, Albanien, Bosnien und Herzegowina, der Ukraine, der Republik Moldau und Georgien sank 2024 im Vorjahresvergleich in beiden Verkehrs- richtungen minimal um 1,0 %. Der Wert der Einfuhr aus diesen Ländern belief sich auf 5,71 Mrd. Euro und jener der Ausfuhr dorthin auf 4,80 Mrd. Euro. Die Türkei war sowohl import- (2,90 Mrd. Euro) als auch exportseitig (1,85 Mrd. Euro) das wich- tigste Partnerland. Serbien war das zweitwichtig- ste Partnerland in der Ausfuhr (1,12 Mrd. Euro), Bosnien und Herzegowina hingegen in der Einfuhr (0,88 Mrd. Euro). ▶ Grafiken 2a bis 2d Mit den vier Mitgliedstaaten der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA), Island, Norwegen, Liechtenstein und der Schweiz, wurden 2024 insge- samt Waren im Wert von 18,51 Mrd. Euro gehandelt. Die Importe beliefen sich auf 8,04 Mrd. Euro, die Exporte auf 10,47 Mrd. Euro, was zu einer positiven Handelsbilanz von 2,43 Mrd. Euro führte. Dabei verzeichnete der österreichische Handel in beiden Verkehrsrichtungen im Jahr 2024 teils kräftige 1 Eurozonen-Länder nach Beitrittsdatum: Belgien, Deutsch- land, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Spanien, Griechenland, Slowenien, Malta, Zypern, Slowakei, Estland, Lettland, Litauen und Kroatien. von der Gruppe Papierwaren angeführt wurde. Zu diesem Zeitpunkt gehörte das Vereinigte König- reich zu den Top-7-Handelspartnern Österreichs, gereiht nach der Handelsintensität. Mit dem 1. Februar 2020 verließ das Land die Europäische Union. In diesem Jahr rutschte es als Handelspartner Österreichs auf den 11. Platz und verschlechterte sich somit im Vergleich zu 1995 um vier Ränge. Straßenfahrzeuge reprä- sentierten sowohl im Import- als auch im Export- handel die wichtigste Produktgruppe mit dem ehemaligen Mitgliedstaat. Im Jahr 2024 fand sich das Land nur mehr auf Rang 12 und verschlechterte sich somit um einen weiteren Platz. Verglichen mit 2020 nahm der Import handel jedoch um 8,7 % zu, der Export- handel sogar um 20,9 %. Am stärksten entwickelte sich der Handel mit anderen Waren (Import: +68,5 %; Export: +3 295,6 %) während er bei der Gruppe Brennstoffe und Energien (Import: −95,4 %; Export: −93,2 %) beinahe vollständig zum Erliegen kam. Vor allem der Handel mit der Gruppe Gas (−100 % in beiden Verkehrsrichtungen) war hier ausschlaggebend. Vergleicht man das Jahr 2024 mit dem Vorjahr,
so verzeichneten sowohl Importe (2,33 Mrd. Euro)
als auch Exporte (4,93 Mrd. Euro) Handelsabnahmen. Mit 47,3 % der Einfuhren (1,10 Mrd. Euro) und 46,3 % der Ausfuhren (2,28 Mrd. Euro) entfiel bei nahe die Hälfte des Handels auf die Produkt- kategorie Maschinen und Fahrzeuge. Im Import ist die zweitwichtigste Produktgruppe chemische Erzeugnisse a. n. g. mit einem Anteil von 20,5 %, bei den Exporten lagen bearbeitete Waren mit 18,3 % an zweiter Stelle. Straßenfahrzeuge ( Import: 0,50 Mrd. Euro; Export: 0,75 Mrd. Euro) waren auch im Handel mit diesem Partnerland der wichtigste Zweisteller in beiden Verkehrsrichtungen. Die vergangenen 30 Jahre hindurch war der Export in dieses Partnerland – mit Ausnahme des Jahres 1995 – immer größer als der Import. Das größte Handelsbilanzaktivum ergab sich im Jahr 2024 (+2,60 Mrd. Euro). Einst und heute EU-Außenhandel 29STATjournal 6 – 2025 Grafik 2d
Entwicklung des Außenhandels mit der Ukraine
Importe und Exporte in Mio. Euro Importe Exporte 0 200 400 600 800 1 000 1 200 1 400 Q: STATISTIK AUSTRIA, Außenhandelsstatistik. – Endgültige Ergebnisse. – Beitrittskandidat seit Juni 2022. Grafik 2c
Entwicklung des Außenhandels mit Serbien
Importe und Exporte in Mio. Euro Importe Exporte 0 200 400 600 800 1 000 1 200 Q: STATISTIK AUSTRIA, Außenhandelsstatistik. – Endgültige Ergebnisse. – Daten für Serbien sind erst ab 2005 verfügbar, da es bis dahin Teil des Staates Serbien- Montenegro war. – Beitrittskandidat seit Dezember 2010. Grafik 2b
Entwicklung des Außenhandels mit der Türkei
Importe und Exporte in Mio. Euro 0 500 1 000 1 500 2 000 2 500 3 000 3 500 Importe Exporte Q: STATISTIK AUSTRIA, Außenhandelsstatistik. – Endgültige Ergebnisse. – Beitritts kandidat seit Dezember 1999. Grafik 2a
Entwicklung des Außenhandels
mit Bosnien und Herzegowina
Importe und Exporte in Mio. Euro 0 100 200 300 400 500 600 700 800 900 1 000 Importe Exporte Q: STATISTIK AUSTRIA, Außenhandelsstatistik. – Endgültige Ergebnisse. – Beitritts kandidat seit Dezember 2022. Einst und heute EU-Außenhandel 30STATjournal 6 – 2025 Als INTRASTAT-meldepflichtig wurden 1995 all jene Unternehmen deklariert, welche 1994 die Melde schwelle überschritten hatten, also einen Um- satz von mehr als 1,5 Mio. Schilling je Verkehrsrich- tung mit den anderen EU-Mitgliedstaaten aufwiesen. Vor 30 Jahren wurden von Statistik Austria unterschiedliche Übermittlungsschienen für die Daten der Unternehmen angeboten, damit diese ihrer Meldepflicht nachkommen konnten. So war es damals möglich, die Meldung via Papierbeleg oder EDV-Meldung (Band, Kassette, Dis kette, Fax oder Mailbox) zu übermitteln. Im Laufe der letzten 30 Jahre verschob sich das Meldeverhalten der Unternehmen immer mehr zu Gunsten der Onlinemeldungen. Seit dem Berichtsjahr 2022 sind INTRASTAT-Meldungen nur mehr elektronisch, über das dafür konzipierte, moderne Meldetool RTIC (Reporting Tool Intra Collect) möglich, welches noch weitere Standardi- sierungen für Auskunftspflichtige mit sich brachte. Zur Respondent:innen-Entlastung wurde die Meldeschwelle über die Jahre sukzessive erhöht. So belief sie sich zwischen 2015 und 2021 auf 750 000 Euro pro Verkehrsrichtung, und seit 2022 auf 1 100 000 Euro pro Verkehrsrichtung. Fazit Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Beitritt zum EU-Binnenmarkt beträchtliche Vortei- le für die österreichischen Unternehmen mit sich brachte, unter anderem durch wegfallende Zölle, Zoll kontrollen und Wartezeiten. Das zeigt sich in erster Linie an der Zunahme des Intra-EU- Handels. Rund 70 % von Österreichs Gesamthandel werden mit anderen EU-Ländern abgewickelt. Seit der »Osterweiterung« hat sich vor allem der Waren- austausch mit den östlichen Nachbarländern stark intensiviert. Auch der Euro, als gemeinsame Währung, hat wahrscheinlich seinen Beitrag zur Handels erleichterung geleistet und die finanzielle Stabilität Österreichs gefördert. INTRASTAT – das neue Erhebungssystem Der EU-Beitritt Österreichs ging mit neuen Rahmenbedingungen hinsichtlich der statistischen Erfassung der Außenhandelsdaten einher. Eine Datenerfassung als Sekundärstatistik über die Zoll- verwaltungsbehörden war mit 1. Jänner 1995 nur mehr beim Drittstaatenhandel möglich. Für den innergemeinschaftlichen Warenaus- tausch trat stattdessen INTRASTAT in Kraft. Hierbei handelt es sich um ein Primärerhebungssystem, welches im Rahmen der Europäischen Union entwi- ckelt wurde und mit der ▶ INTRASTAT-Verordnung für die Mitgliedstaaten ab 1993 die Rechtsgrund- lage des neuen Datenerhebungssystems für die innergemeinschaftliche Handelsstatistik bildete. Mit Berichtsjahr 1995 startete INTRASTAT dann auch in Österreich. Neben dem Wegfall der Zölle im EU-Binnenmarkthandel stellte diese Umstellung auf INTRASTAT – verglichen mit dem davor vorherr- schenden Zollmeldesystem – eine erhebliche Er- leichterung für die österreichischen Unternehmen dar. Unter anderem waren ab diesem Zeitpunkt vor 30 Jahren weniger Variablen zu melden und zum anderen bestand nicht mehr für alle Unternehmen eine INTRASTAT-Meldepflicht. Abnahmen (Import: −34,0 %; Export: −5,5 %) gegen- über der Vorjahresperiode. Die Schweiz ( Import: −30,6 % auf 7,12 Mrd. Euro; Export: −4,9 % auf 9,47 Mrd. Euro) war hierbei einerseits der wichtigste Handelspartner für Österreich, anderseits aber auch jenes EFTA-Mitgliedsland mit den höchsten abso- luten Abnahmen (Import: −3,14 Mrd. Euro; Export: −0,48 Mrd. Euro). Zugrunde lag dieser Entwicklung die Halbierung des Importhandels mit chemischen Erzeugnissen (−50,6 % auf 2,06 Mrd. Euro) und der noch größere Exportrückgang von Brennstoffen und Energie (−65,6 % auf 0,36 Mrd. Euro). Die einzigen Zunahmen, die im Handel mit einem EFTA-Mitgliedstaat erzielt wurden, betrafen die Importe aus Norwegen (+2,2 %). WEITERFÜHRENDES Datenbank ▶ Klassifikationsdatenbank SITC Rev. 4 Erhebungsinfo ▶ Außenhandel (INTRASTAT) ▶ RTIC-Hilfe für EBS ▶ INTRASTAT-Leitlinien
für EBS ▶ Was gibt es Neues? Interaktive Karten ▶ ITGS-Atlas Standard-Dokumentation ▶ Außenhandelsstatistik STATcube ▶ Außenhandel nach Ländergruppen ab 1995 ▶ Außenhandel bis 2006 ▶ Außenhandel nach KN-8 (Zweisteller) ▶ Außenhandel nach KN-8 (Sechssteller) ▶ Außenhandel nach SITC 2 (Einsteller) ▶ Außenhandel nach SITC 5 (Dreisteller) STATergebnisse ▶ Importe und Exporte
von Gütern Tools ▶ ITGS-Tool

Externe Datenbanken ▶ GENOM Einst und heute  EU-Außenhandel 31 STATjournal 6 – 2025 Literaturverzeichnis Granner, F. (Wien 1995): »Neue Rahmenbedin­ gungen der österreichischen Außenhandels­ statistik«, in: Österreichisches Statistisches ­Zentralamt: »Statistische Nachrichten« 11/1995. Glossar EFTA  Die Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) wurde 1960 gegründet und hat das Ziel den Freihandel und die wirtschaftliche Integ­ ration zwischen seinen Mitgliedern zu fördern. Aktuell gehören ihr Island, Liechtenstein, Nor­ wegen und die Schweiz an. Handelsintensität  Als Handelsintensität oder Handelsvolumen wird die Summe von Einfuhren und Ausfuhren verstanden. Handelsbilanz  Als Handelsbilanz der öster­ reichischen Außenhandelsstatistik wird die Gegenüberstellung der Importe und Exporte von Gütern bezeichnet. Dafür werden die Importe von den Exporten subtrahiert. Übersteigen die Exporte die Importe, ist das Ergebnis also positiv, spricht man von einem Handelsbilanzaktivum, im umgekehrten Fall, bei einem negativen Wert, von einem Handelsbilanzpassivum. SITC  »SITC« steht für »Standard International Trade Classification«. Das Internationale Waren­ verzeichnis für den Außenhandel ist eine Klassi­ fikation, die zur Einordnung von Gütern im Rahmen der Außenhandelsstatistiken verwendet wird, und die von den Vereinten Nationen ent­ wickelt wurde. Aktuell wird die Version Rev. 4 angewendet.

32STATjournal 6 – 2025 Österreich ist seit mittlerweile 30 Jahren Mitglied der Europäischen Union (EU). In unserer heutigen Gesellschaft sind die internationalen Vernetzun- gen, die sich dadurch ergeben, allgegenwärtig. Sie reichen von der Bevölkerung, die hier lebt, arbeitet oder studiert, über Waren- und Personen- verkehr bis zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Dementsprechend lang ist auch die Liste der Statistiken, die Daten zu diesem Thema bereit- halten. Die folgende Datenzusammenstellung enthält Informationen aus der Wanderungs- statistik, der Statistik des Bevölkerungsstandes, der Hochschulstatistik, der Beherbergungs- statistik, der Erhebung zum Reiseverhalten, der Zivilluftfahrtstatistik, der Mikrozensus-Arbeits- kräfteerhebung, der Außenhandelsstatistik, der Globalen Wertschöpfungskettenstatistik sowie der Auslandsunternehmenseinheitenstatistik. Zum Thema
Österreich und die EU KENNZAHLEN ● 83 369 Zuzüge und 65 768 Wegzüge von anderen EU- Staatsangehörigen nach bzw. aus Österreich ergaben 2024 einen positiven EU- Wanderungssaldo von 17 601 Personen. ● 923 854 Staatsangehörige anderer EU-Mitglieds länder lebten am 01.01.2025 in Österreich. Sie waren im Durchschnitt 37,4 Jahre alt (Gesamtbevölkerung: 43,6 Jahre) und zu je 50 % männlich bzw. weiblich. ● 90,3 % der 534 100 Erwerbs- tätigen mit EU-Pass waren 2024 unselbständig tätig. ● EU-Bürger:innen (ohne Öster- reich) waren im Jahr 2024 für 61 % der touristischen Nächtigungen verantwort- lich bei einer durchschnitt- lichen Aufenthaltsdauer von 3,8 Nächten. ● Die wichtigste Produkt- gruppe im Außenhandel mit den anderen EU-Staaten ist »Maschinen und Fahrzeuge«. Allein in dieser Kategorie belief sich der Wert der Exporte und Importe 2024 jeweils auf mehr als 40 Mrd. Euro. ● Im Jahr 2023 generierten von anderen EU-Staaten kontrollierte Unternehmen 15,7 % der österreichischen Bruttowertschöpfung. EU-Anteile in Österreich ohne Österreich, in Prozent Staatsangehörigkeit der Bevölkerung 01.01.2025 Staatsangehörigkeit der Studierenden öffentlicher Unis, WS 2024/25 Staatsangehörigkeit der Erwerbstätigen Jahresdurchschnitt 2024 Zielflughäfen abgehender Flüge 2024 Destinationen von Urlaubsreisen 2024 Herkun/f_tsländer von Importen 2024 Standorte von Auslandstochter- unternehmen Ende 2023 Konzernzentralen auslandskontrollierter Unternehmen in Österreich Ende 2023 10,0 66,9 41,0 66,4 63,9 70,0 15,0 24,2 Zielländer von Exporten 2024 67,0 STATISTIK AUSTRIA, Bevölkerungsstatistik, Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung, Hochschulstatistik, Erhebung zum Reiseverhalten, Außenhandelsstatistik, Zivilluftfahrtstatistik, Auslandsunternehmenseinheitenstatistik. – Hochschulstatistik: ordentliche Studierende. 33STATjournal 6 – 2025 Zum Thema Österreich und die EU Ein Land, viele Pässe Insgesamt lebten zu Jahresbeginn 2025 rund 924 000 Angehörige anderer EU-Staaten in Öster- reich. Das entspricht einem Anteil von 50 % aller nicht-österreichischen Staatsangehörigen oder von 10 % der Gesamtbevölkerung. Beide Anteile sind im Vergleich zu vor zwanzig Jahren deutlich gestiegen. 2005 machten EU-Bürger:innen nur 37 % der Nicht-Österreicher:innen und 3 % der Bevölkerung des Landes aus. Rund 342 000 Personen besaßen Anfang 2025 einen Pass aus einem der 13 alten EU-Mitglied- staaten und 582 000 Personen gehörten einem der ab 2004 der EU beigetretenen Länder an. Deut- sche stellen unter den EU-Bürger:innen mit rund 239 000 Personen Anfang 2025 die größte Gruppe dar, gefolgt von rumänischen (156 000), ungari- schen (112 000), kroatischen (109 000) und polni- schen (68 000) Staatsangehörigen. Europa zieht
nach Österreich Österreichs Bevölkerung wächst aktuell nur aufgrund von Zuwanderung. Besonders zentral sind hier die Zuzüge aus anderen EU-Ländern. 2024 wanderten insgesamt 178 574 Personen nach Österreich ein. Ein Anteil von 47 % davon ist auf EU-Staats angehörige zurückzuführen.
Die größte Gruppe unter den Zugewanderten waren deutsche Staatsangehörige. Rund 9 900 Männer und 9 500 Frauen mit Reisepass aus der benachbarten Bundesrepublik meldeten 2024 ihren Hauptwohnsitz in Österreich an. Während der 2. Platz bei den Zuzügen im Jahr 2024 von Ukrai- ner:innen besetzt war (rund 16 800 Zuzüge), gingen die Ränge 3 und 4 an Staatsangehörige der EU-Mit- glieder Rumänien (ca. 16 100 Zuzüge) und Ungarn (ca. 13 100 Zuzüge). Die Abwanderungen ins Ausland sind in Öster- reich in der Regel weniger zahlreich als die Zu- wanderungen, 2024 gab es 128 469 Wegzüge in ein anderes Land. Der Anteil der Wegzüge von Personen mit einem Reisepass aus einem anderen EU-Land betrug 51 %. Deutsche vereinten 9 % der Abwande- rungen auf sich, Rumän:innen kamen auf 12 %. Grafik 1
Zu- und Wegzüge nach ausgewählten EU-Staatsangehörigkeiten 2024 0 5 000 10 000 15 000 20 000 Deutschland Rumänien Ungarn Kroatien Bulgarien Italien Zuzüge aus dem Ausland Wegzüge in das Ausland Q: STATISTIK AUSTRIA, Wanderungsstatistik 2024. Grafik 2
Bevölkerung nach Staatsangehörigkeit in Prozent 10,1 79,8 6,3 3,7 Österreich EU-Staaten vor 2004 EU-Beitrittstaaten ab 2004 Nicht-EU-Staaten Q: STATISTIK AUSTRIA, Statistik des Bevölkerungsstandes. – Stichtag 01.01.2025. 34STATjournal 6 – 2025 Zum Thema Österreich und die EU Ausbildungsfelder an öffentlichen Universitäten, in denen prozentuell vergleichsweise besonders viele EU-Staatsangehörige eingeschrieben waren, sind Sozialwissenschaften, Journalismus und Infor- mationswesen sowie Wirtschaft, Verwaltung und Recht. Dort machen sie über ein Drittel der Studie- renden aus. Ebenso international wie die Studierendenschaft präsentieren sich auch die Lehrpersonen an Öster- reichs Hochschulen. Rund 27 % der Professor:innen, Assistent:innen und des sonstigen wissenschaftli- chen bzw. künstlerischen Personals an öffentlichen Universitäten besaßen 2024/25 den Pass eines anderen EU-Landes. An Fachhoch schulen sind es immerhin 13 %. Während viele Personen Österreich gezielt als Studienland wählen, zieht es aber auch zahlreiche Studierende während ihres Studiums in die Ferne. Ein Auslandsaufenthalt war Teil von etwa jedem siebten ordentlichen Studium, das im Studien- jahr 2022/23 in Österreich abgeschlossen wurde. 63 % davon führten die Studierenden in ein anderes EU-Land. Die EU fördert diesen internationalen Aus- tausch aktiv. 48 % aller Auslandsaufenthalte fanden im Zuge eines EU-Mobilitätsprogramms statt. Studieren ohne Grenzen Die Zahl ausländischer Studierender mit EU- Staatsangehörigkeit in Österreich stieg in der Vergangenheit kontinuierlich an. Besuchten vor 20 Jahren noch gut 22 300 EU-Staatsangehörige eine öffentliche Universität in Österreich im Zuge eines ordentlichen Studiums, so waren im Winter- semester 2024/25 bereits rund 64 200 ordentliche Studierende inskribiert; dies entsprach rund 24 % aller Studierenden an österreichischen Universitä- ten. Weitere 9 400 Studierende mit EU-Pass waren 2024/25 an Fachhochschulen inskribiert, was einem Anteil an allen Fachhochschulstudierenden von rund 15 % entsprach. Insgesamt knapp 36 500 Deutsche – 14 % aller Studierenden – studierten im Wintersemester 2024/25 an öffentlichen österreichischen Univer- sitäten. Eine ebenfalls große Studierendengruppe waren die vorwiegend aus Südtirol stammenden italienischen Staatsangehörigen (8 900 Personen bzw. 3 %). Unter den EU-Mitgliedsländern folgten als nächstwichtigste Herkunftsstaaten Ungarn und Kroatien mit 2 900 bzw. 2 400 studierenden Staats- angehörigen in Österreich. Grafik 3
Anteil der EU-Staatsangehörigen an den ordentlichen Studierenden
an öffentlichen Universitäten
in Prozent 0 5 10 15 20 25 30 2004/05 2006/07 2008/09 2010/11 2012/13 2014/15 2016/17 2018/19 2020/21 2022/23 2024/25 Q: STATISTIK AUSTRIA, Hochschulstatistik. – Daten jeweils für das Wintersemester. 35STATjournal 6 – 2025 Zum Thema Österreich und die EU Tourismus aus der Union Der Tourismus ist in Österreich ein wesent- licher Wirtschaftsfaktor und andere EU-Länder bilden dabei den bedeutendsten Herkunftsmarkt. 94 615 390 Nächtigungen gingen im Jahr 2024 auf das Konto von EU-Bürger:innen abseits der Öster- reicher:innen. Das ist ein Anteil von 61 % an den insgesamt 154 317 859 Nächtigungen. Betrachtet man die Ankünfte, so war der EU-Anteil etwas geringer, lag jedoch immer noch knapp über der Hälfte (54 %). Im Schnitt verbrachten EU-Reisende dabei 3,8 Nächte im Beherbergungsbetrieb. Tirol war als Urlaubsregion besonders beliebt. 42 % der Übernachtungen durch die EU-Gäste entfielen auf dieses Bundesland. Damit waren sie für 81 % aller Nächtigungen in der Region verantwortlich. Deutsche sind jene Reisenden, die am öftesten in Österreich nächtigen. Selbst Österreicher:innen verbrachten mit rund 40 Mio. im Vergleich zu etwa 58 Mio. deutlich weniger Nächte in den heimi- schen Beherbergungsbetrieben als die nördlichen Nachbar:innen. Unterwegs in der EU Während Menschen aus den EU-Mitgliedstaaten gerne nach Österreich kommen, zieht es auch die Bevölkerung Österreichs in die Länder der Union. 13,0 Mio. Reisen mit mindestens einer Übernachtung unternahmen Personen aus Österreich im Jahr 2024 in andere EU-Staaten – ein Rekordwert. Der Anteil an allen Reisen betrug rund 41 %, weitere 48 % fanden innerhalb Österreichs statt. Damit verblieben weni- ger als ein Zehntel aller Reisen mit Zieldestinationen in Drittstaaten. Geschäftszwecken dient eine von zehn EU- Reisen. Die verbleibenden neun sind Urlaubs- reisen. Während die meisten Geschäftsreisen nach Deutschland führen, ist das beliebteste Urlaubs- reiseziel der österreichischen Bevölkerung seit Jahren Italien. 2024 konnte es 19,8 % aller Aus- landsurlaubsreisen auf sich vereinen. Anschlie- ßend folgten Deutschland, Kroatien, Spanien und Griechenland. Nur zwei Länder außerhalb der EU – nämlich die Türkei auf Platz 7 und das Vereinigte Königreich auf Platz 10 – schafften es in die Top 10 der ausländischen Urlaubsdestinationen. Grafik 4
Anteile der Nächtigungen durch EU- Bürger:innen (ohne Österreich) je Bundesland 2024
in Prozent 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 Burgenland Kärnten Niederösterreich Oberösterreich Salzburg Steiermark Tirol Vorarlberg Wien Q: STATISTIK AUSTRIA, Beherbergungsstatistik 2024. Grafik 5
Reisen nach
Zieldestination 2024 in Prozent Q: STATISTIK AUSTRIA, Erhebung zum Reiseverhalten 2024. – Bevölkerung in Privathaushalten ab 15 Jahren. 36STATjournal 6 – 2025 Zum Thema Österreich und die EU Über den Wolken Zahlreiche Reisende wählen das Flugzeug als Verkehrsmittel, um von Österreich in ein EU-Land zu gelangen. Die Flughäfen Wien, Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Linz und Salzburg fertigten im Jahr 2024 insgesamt 10,8 Mio. abgehende Passagier:innen mit Endzielhafen in anderen EU-Ländern ab, was einem Anteil von 60,9 % aller abfliegenden Flug- gäste entsprach. Obwohl das wichtigste Endziel mit fast einer Million abfliegender Fluggäste in London und damit außerhalb der EU lag, folgten auf den weiteren Plätzen Ziele in der EU – nämlich mit je ungefähr 0,4 Mio. Passagier:innen Berlin, Amster- dam, Barcelona und Hamburg. Daneben wurden auch Waren und Güter auf dem Luftweg befördert. Auf dem Flughafen Wien, der mit Abstand die größte Tonnage zählte, wurden rund 17 798 t Fracht von Herkunftshäfen aus den EU-Mitgliedstaaten empfangen, was einen Anteil von 13,9 % der gesamten ausgeladenen Luftfracht bedeutete. Dem gegenüber hatten 16 247 t abge- hende Fracht EU-Länder als Ziel. Der Anteil an der gesamten versendeten Tonnage lag hier bei 20,4 %. EU-Bürger:innen stärken den Arbeitsmarkt Das Prinzip der Arbeitnehmerfreizügigkeit ermöglicht den EU-Bürger:innen den Zugang zum Arbeitsmarkt des Ziellandes. So profitiert der österreichische Arbeitsmarkt von zahlreichen EU-Bürger:innen, die in Österreich tätig sind. 534 100 Erwerbstätige mit EU-Staatsangehörig- keit verstärkten 2024 die Wirtschaft Österreichs, neun von zehn als unselbständig Beschäftigte. Die Erwerbstätigen quote der 15- bis 64-Jährigen lag in dieser Gruppe bei 76,5 % und damit etwas höher als in der Gesamtbevölkerung (74,1 %) bzw. unter den österreichischen Staatsangehörigen (75,7 %). 85 900 Erwerbstätige mit EU-Pass waren 2024 im Wirtschaftszweig Herstellung von Waren tätig. Auf Platz 2 der häufigsten Wirtschaftsbereiche liegt der Handel (70 900) gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen (49 800) und dem Bau (48 900). Diese Rangfolge deckt sich mit jener in der Gesamt- bevölkerung. Wichtige Wirtschaftsbereiche mit einem besonders hohen Anteil an Erwerbstätigen aus der EU sind etwa Kunst, Unterhaltung und Erholung, Beherbergung und Gastronomie, die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistun- gen sowie der Verkehr. In der öffentlichen Ver- waltung und der Land- und Forstwirtschaft sind sie hingegen deutlich unterrepräsentiert. Grafik 7
Anteil der Erwerbstätigen mit EU-Staatsangehörigkeit
in ausgewählten Wirtschaftszweigen 2024, in Prozent Kunst, Unterhaltung u. Erholung Beherbergung u. Gastronomie Sonst. wirtschaftl. Dienstleistungen Verkehr Bau 20,2 19,8 18,7 16,0 14,2 Handel Gesundheits- u. Sozialwesen Land- u. Forstwirtschaft Öffentliche Verwaltung 11,3 9,9 3,9 3,7 Q: STATISTIK AUSTRIA, Mikrozensus-Arbeitskrafteerhebung 2024. – Bevölkerung in Privathaushalten. – Wirtschaftszweige nach ÖNACE 2008. Grafik 6 Abfliegende Passagier:innen nach Top -5- Zielen 2024 0 200 000 400 000 600 000 800 000 1 000 000 London Berlin Amsterdam Barcelona Hamburg Q: STATISTIK AUSTRIA, Zivilluftfahrtstatistik. – Fluggäste nach Endzielen. 37STATjournal 6 – 2025 Zum Thema Österreich und die EU Dienstleistungen waren es vor allem die sonstigen Dienstleistungen, die in der EU abgesetzt wurden. Daneben zählten IKT-Dienstleistungen, Ingenieurs- dienstleistungen, Manage ment- und Verwaltungs- dienstleistungen und Marketingdienstleistungen zu den meistgelieferten Angeboten österreichi- scher Unternehmen in die EU. EU-Außenhandel Österreich ist als kleine, offene Volkswirtschaft stark von der Globalisierung betroffen. Die zuneh- mende Integration und Liberalisierung der inter- nationalen Märkte prägen seine Entwicklung beson- ders. Die Vernetzungen im Außenhandel sind daher von besonderer Bedeutung. Mit EU-Ländern werden zwei Drittel des österreichischen Außen handels abgewickelt. Im Jahr 2024 importierte Österreich Waren im Wert von 125,49 Mrd. Euro aus den Mit- gliedstaaten der EU. Der Wert der in diese Länder exportierten Waren betrug 128,17 Mrd. Euro. Das Handelsbilanzaktivum mit der EU belief sich folglich auf 2,68 Mrd. Euro. Europäische Wertschöpfungsketten Ein Großteil der österreichischen Mittel- und Großunternehmen war 2023 in globale Lieferketten involviert. 81 % der Unternehmen mit mindestens 50 Beschäftigten bezogen Waren oder Dienstleis- tungen aus dem Ausland, 60 % lieferten Dienst- leistungen und Produkte zur Weiterverarbeitung in andere Länder oder an den Handel im Ausland. Zumeist handelt es sich bei diesen Ländern um EU-Staaten. Beim Bezug von Waren wurde die Kategorie der Rohstoffe am häufigsten gemeldet. Insgesamt 2 109 Unternehmen bezogen Rohstoffe aus dem Ausland, 98,9 % davon zumindest teilweise aus der EU. Die bedeutendsten Dienstleistungen aus dem EU-Raum waren solche der Informations- und Kommunikationstechnologie. Rund 1 100 Unter- nehmen bezogen diese aus EU-Ländern, das sind 94,3 % aller Unternehmen, die für solche Dienst- leistungen auf das Ausland zurückgriffen.
Werden Waren an das Ausland geliefert, sind dies bei den meisten Unternehmen selbst ent- wickelte Produkte. Rund 1 200 Unternehmen verkauften solche Waren in EU-Staaten. Bei den Grafik 8
Importe und Exporte nach Herkunfts- bzw . Zielland 2024
in Prozent 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 Einfuhr Ausfuhr EU-27 Sonstiges Europa Amerika Asien Afrika, Australien, Ozeanien Q: STATISTIK AUSTRIA, Außenhandels statistik. – Endgültige Ergebnisse. Grafik 9
Österreichische Unternehmen mit Bezug bzw . Lieferung
von Dienstleistungen innerhalb der EU 2023 0 200 400 600 800 1 000 1 200 Management-/ Verwaltungs-DL Ingenieursleistungen F&E-DL IKT-DL Marketing-DL Transport-DL Sonstige DL Lieferung Bezug Q: STATISTIK AUSTRIA, Globale Wertschöpfungskettenstatistik. – Grundgesamtheit: Statistische Unternehmen ab 50 Beschäftigten im Jahresdurchschnitt 2023. – DL = Dienstleistungen. – F&E = Forschung und Entwicklung. 38STATjournal 6 – 2025 Zum Thema Österreich und die EU Glossar Auslandskontrollierte Unternehmen in Österreich Hierbei handelt es sich um öster- reichische Unternehmen, die Teil eines aus- ländischen Konzerns sind oder anderweitig unter ausländischer Kontrolle stehen. Kontrolle be- deutet in diesem Zusammenhang die Möglichkeit, die allgemeine Unternehmenspolitik eines Unter- nehmens zu bestimmen. In der Regel erfolgt dies durch eine Mehrheitsbeteiligung am Unter- nehmenskapital. Betrachtet wird ausschließlich der marktwirtschaftliche Bereich, das sind im Wesentlichen Unternehmen mit Gewinnorien- tierung. Nicht enthalten sind daher die Aktivi- täten des öffentlichen Bereiches, von Non-Profit- Organisationen etc. Auslandstöchter Als Tochtergesellschaften österreichischer Unternehmen im Ausland gel- ten solche Unternehmen im Ausland, die unter Kontrolle eines in Österreich ansässigen Unter- nehmens oder eines:einer Investor:in stehen. Kontrolle bedeutet in diesem Zusammenhang die Möglichkeit, die allgemeine Unternehmenspolitik eines Unternehmens zu bestimmen. In der Regel erfolgt dies durch eine Mehrheitsbeteiligung am Unternehmenskapital. Betrachtet wird aus- schließlich der marktwirt schaftliche Bereich, das sind im Wesentlichen Unterneh men mit Gewinnorientierung. Nicht enthalten sind daher die Aktivitäten des öffentlichen Bereiches, von Non-Profit-Organisationen etc. Datenquellen Statistik des Bevölkerungsstandes Hochschulstatistik Beherbergungsstatistik Erhebung zum Reiseverhalten Zivilluftfahrtstatistik Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung Außenhandelsstatistik Globale Wertschöpfungskettenstatistik Auslandsunternehmenseinheitenstatistik (FATS) Unternehmen im euro- päischen Netzwerk Die Verbindung mit den globalen Märkten äußert sich neben dem internationalen Austausch von Waren und Dienstleistungen vor allem in der Bildung von multinationalen Konzernen durch grenzüberschreitende Unternehmensbeteiligun- gen. Dies betrifft sowohl die Beteiligungen der Unternehmen eines Landes an Unternehmens- einheiten im Ausland ( aktive Beteiligungen), als auch die Beteiligungen ausländischer Unterneh- men (Investor:innen) im Inland (passive Beteili- gungen). Und auch bei diesem Thema spielt die EU für Österreich eine gewichtige Rolle. Rund 8 500 österreichische Unternehmen waren im Jahr 2023 in der Hand eines anderen EU- Staates. Das waren zwar nur 1,4 % aller inländischen Unter- nehmen der gewinnorientierten Wirtschaft (ohne Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei, öffentli- chen Sektor und Non-Profit-Organisationen), aber sie erwirtschafteten mit rund einem Achtel der Beschäftigten fast ein Fünftel des Umsatzes aller marktwirtschaftlichen Unternehmen. Österreichische Unternehmen hatten umge- kehrt 5 100 Tochterunternehmen in der EU, die mit 0,85 Mio. Beschäftigten einen Umsatz von fast 320 Mrd. Euro generierten. Grafik 10
Auslandstöchter in der EU nach Top-5-Sitzländern 2023

0 200 400 600 800 1 000 1 200 1 400 Deutschland Tschechien Ungarn Polen Rumänien Q: STATISTIK AUSTRIA, Auslandsunternehmenseinheiten - statistik 2023. WEITERFÜHRENDES Interaktive Karten ▶ Abgefertigte Fluggäste ▶ Bevölkerung nach Staats- angehörigkeitsgruppen ▶ ITGS-Atlas ▶ Wanderungen mit dem Ausland Weiterführende Dokumentation ▶ Globale Wertschöpfungs- kettenstatistik Standard-Dokumentationen ▶ FATS ▶ Außenhandelsstatistik ▶ Beherbergungsstatistik ▶ Hochschulstatistik ▶ Mikrozensus ▶ Reisegewohnheiten ▶ Bevölkerungsstand ▶ Wanderungsstatistik ▶ Zivilluftfahrtstatistiken STATergebnisse ▶ Ankünfte & Nächtigungen ▶ Auslandskontrollierte Unternehmen (FATS) ▶ Bevölkerung nach Staats- angehörigkeit / Geburtsland ▶ Erwerbstätige – Merkmale ▶ Globale Wertschöpfungs- ketten ▶ Importe / Exporte v. Gütern ▶ Luftfracht ▶ Personenverkehr Luftfahrt ▶ Reiseverhalten ▶ Studierende, belegte Studien ▶ Wanderungen mit dem Ausland Website ▶ Eurostat Data Browser – Reisen nach Hauptzielort 39 STATjournal 6 – 2025 Zum Thema  Österreich und die EU Beherbergungsbetriebe  Beherbergungs­ betriebe sind Einrichtungen, die Übernachtungs­ möglichkeiten für Gäste in Zimmern mit Erwerbs­ zweck anbieten und unter Leitung oder Aufsicht des:der Unterkunftgeber:in bzw. eines:einer von ihm:ihr Beauftragten stehen. Bevölkerung  Die Bevölkerungsstände basieren auf den im Zentralen Melderegister mit Haupt­ wohnsitz gemeldeten Personen. Internationalen Empfehlungen folgend werden dabei u. a. aus dem Ausland zugewanderte Personen mit einer Aufenthaltsdauer im Inland von weniger als drei Monaten nicht zur Wohnbevölkerung gezählt. Erwerbstätige  Nach dem internationalen ILO-Konzept gelten Personen dann als erwerbs­ tätig, wenn sie in der Referenzwoche mindestens eine Stunde als Unselbständige, Selbständige oder mithelfende Familienangehörige gearbeitet haben. Haben sie nur aufgrund von Urlaub, Zeitausgleich, Altersteilzeit, anderer Arbeits­ zeitregelung, Krankheit, beruflicher Aus- und Weiterbildung oder Mutterschutz/Papamonat nicht gearbeitet, gehen aber ansonsten einer Arbeit nach, gelten sie ebenfalls als erwerbstätig. Personen in Elternkarenz mit Kinderbetreuungs­ geldbezug und Rückkehrrecht zum:zur Arbeitge­ ber:in bzw. jene, deren Karenzierung nicht länger als drei Monate dauert, Personen, die aus sonsti­ gen Gründen maximal drei Monate nicht arbei­ ten, Saisonarbeitskräfte, die zwar saisonbedingt in der Referenzwoche nicht gearbeitet haben, aber in der Nebensaison regelmäßig für den Be­ trieb tätig sind, sowie Lehrlinge zählen ebenfalls zu den Erwerbstätigen. Präsenz- und Zivildiener sind ausgeschlossen. Handelsbilanz  Als Handelsbilanz der öster­ reichischen Außenhandelsstatistik wird die Gegenüberstellung der Importe und Exporte von Gütern bezeichnet. Dafür werden die Importe von den Exporten subtrahiert. Übersteigen die Exporte die Importe, ist das Ergebnis also positiv, spricht man von einem Handelsbilanzaktivum, im umgekehrten Fall, bei einem negativen Wert, von einem Handelsbilanzpassivum. Nächtigungen  Unter Nächtigung ist jede Übernachtung zu verstehen, die ein:e Tourist:in in einem gewerblichen oder privaten Be­ herbergungsbetrieb tätigt. Pro Person wird die Anzahl der Nächtigungen erhoben. Wanderung  Die Wanderungsstatistik beruht auf den im Zentralen Melderegister (ZMR) des Bundesministeriums für Inneres gespeicherten An- und Abmeldungen von Hauptwohnsitzen. Sie erfasst alle Wanderungsbewegungen (Haupt­ wohnsitzwechsel) innerhalb Österreichs sowie zwischen dem Ausland und Österreich. Im Einklang mit den Empfehlungen der Vereinten Nationen zur Erfassung und Klassifizierung von Migrant:innen nach ihrer Aufenthalts­ dauer berücksichtigt die Wanderungsstatistik nur Personen mit einem Aufenthalt (Haupt­ wohnsitzmeldung) von mindestens 90 Tagen im Bundesgebiet Österreichs. Dass Statistik Austria seit dem Berichtsjahr 1996 über umfassende Migrationsdaten verfügt, ist nicht zuletzt dem EU-Beitritt 1995 zu verdanken. Durch den Beitritt wurde Österreich dazu verpflichtet, eine um­ fassende Wanderungsstatistik zu führen, die bis dahin nur rudimentär vorhanden war.