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Einst und heute EU-Außenhandel
27STATjournal
6 – 2025
Handelsbilanzdefizit. Zum höchsten Defizit kam
es im Jahr 2022 (−2,74 Mrd. Euro), während das
größte Aktivum (+0,45 Mrd. Euro) im Jahr 2007
erzielt wurde.
2024 verzeichnete Tschechien sowohl im Import
(8,12 Mrd. Euro) als auch im Export (6,76 Mrd. Euro)
moderate Abnahmen im Vergleich zu 2023. Die
Dominanz der Produktgruppe Maschinen und
Fahrzeuge beim Import aus Tschechien beson-
ders stark ausgeprägt. Ein Anteil von 43,9 % bzw.
3,56 Mrd. Euro entfielen darauf. Auch bei den
Exporten ist sie auf dem ersten Rang, allerdings
lediglich mit einem Anteil von etwas mehr als einem
Drittel (2,36 Mrd. Euro). Außerdem wurden bearbei-
tete Waren (Importanteil: 14,0 %) sowie sonstige
Fertig waren (Importanteil: 13,1 %) im Wert von
jeweils über 1 Mrd. Euro aus dem Nachbarland ein-
geführt. Im Export überschritten nur bearbeitete
Waren (Exportanteil: 23,6 %) diese Grenze. In beiden
Verkehrsrichtungen waren Straßen fahrzeuge mit
Anteilen von 15,8 % (Import) bzw. 13,1 % (Export) die
wichtigsten Produkte.
Auf den Plätzen 4 bis 10 der wichtigsten
Handels partner für Österreich innerhalb der Euro-
päischen Union im Jahr 2024 reihten sich Polen
(Importanteil: 3,2 %; Exportanteil: 3,9 %), Frank-
reich (Importanteil: 2,7 %; Exportanteil: 3,6 %),
Ungarn (Importanteil: 2,5 %; Exportanteil: 3,6 %),
die Niederlande (Importanteil: 2,9 %; Exportanteil:
1,9 %), die Slowakei (Importanteil: 1,9 %; Export-
anteil: 2,0 %), Slowenien (Importanteil: 1,4 %;
Exportanteil: 2,2 %) und Spanien (Importanteil:
1,7 %; Exportanteil: 1,7 %).
Spezialfall Vereinigtes Königreich
Im Jahr 1995 waren Maschinen und Fahr-
zeuge (Importanteil: 50,4 %; Exportanteil: 37,4 %)
mit Abstand die wichtigsten Handelsgüter mit
diesem Partnerland. Ebenso waren bearbeitete
Waren (Importanteil: 15,5 %; Exportanteil: 34,9 %)
eine wichtige Produktgruppe. Importiert wurden
vor allem Straßenfahrzeuge, während der Export
25.03.1957
Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG)
1993
Gründung der Europäischen Union als Nachfolger der EWG
01.01.1995
EU-Beitritt Österreichs
2002
Erstmals Handelsvolumen über 100 Mrd. Euro mit der EU
2002
Euro ersetzt den Schilling als neue Währung
01.05.2004
»EU-Osterweiterung«
01.01.2007
Bulgarien und Rumänien treten der EU bei
01.07.2013
Jüngste Erweiterung durch Kroatien
2018
Erstmals Handelsvolumen über 200 Mrd. Euro mit der EU
01.02.2020
EU-Austritt des Vereinigten Königreichs
2023
Erstes Handelsbilanzaktivum mit der EU
Einst und heute EU-Außenhandel
28STATjournal
6 – 2025
Ländergruppen mit EU-Bezug
Mit den Staaten der Eurozone [1] verzeichnete
der österreichische Außenhandel 2024 im Vergleich
zum Vorjahr einen Rückgang der Importe (−4,4 %)
auf 100,59 Mrd. Euro und der Exporte (−7,1 %) auf
99,54 Mrd. Euro. Das Defizit der Außenhandels-
bilanz belief sich somit auf 1,05 Mrd. Euro. Der
Waren verkehr mit Spanien, der Slowakei und
Kroatien wies importseitig die absolut stärksten
Wertsteigerungen auf, wohingegen Deutschland
hier mit den stärksten Wertverlusten aufwartete.
Ausfuhrseitig wiesen Spanien, Griechenland und
Kroatien die absolut stärksten Wert steigerungen
auf, während die größten Abnahmen im Handel
mit Belgien zu finden waren.
Der Handel mit den neun ▶ EU-Beitritts-
kandidaten Türkei, Montenegro, Serbien, Nord-
mazedonien, Albanien, Bosnien und Herzegowina,
der Ukraine, der Republik Moldau und Georgien
sank 2024 im Vorjahresvergleich in beiden Verkehrs-
richtungen minimal um 1,0 %. Der Wert der Einfuhr
aus diesen Ländern belief sich auf 5,71 Mrd. Euro
und jener der Ausfuhr dorthin auf 4,80 Mrd. Euro.
Die Türkei war sowohl import- (2,90 Mrd. Euro)
als auch exportseitig (1,85 Mrd. Euro) das wich-
tigste Partnerland. Serbien war das zweitwichtig-
ste Partnerland in der Ausfuhr (1,12 Mrd. Euro),
Bosnien und Herzegowina hingegen in der Einfuhr
(0,88 Mrd. Euro). ▶ Grafiken 2a bis 2d
Mit den vier Mitgliedstaaten der Europäischen
Freihandelsassoziation (EFTA), Island, Norwegen,
Liechtenstein und der Schweiz, wurden 2024 insge-
samt Waren im Wert von 18,51 Mrd. Euro gehandelt.
Die Importe beliefen sich auf 8,04 Mrd. Euro, die
Exporte auf 10,47 Mrd. Euro, was zu einer positiven
Handelsbilanz von 2,43 Mrd. Euro führte. Dabei
verzeichnete der österreichische Handel in beiden
Verkehrsrichtungen im Jahr 2024 teils kräftige
1 Eurozonen-Länder nach Beitrittsdatum: Belgien, Deutsch-
land, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg,
Niederlande, Österreich, Portugal, Spanien, Griechenland,
Slowenien, Malta, Zypern, Slowakei, Estland, Lettland,
Litauen und Kroatien.
von der Gruppe Papierwaren angeführt wurde.
Zu diesem Zeitpunkt gehörte das Vereinigte König-
reich zu den Top-7-Handelspartnern Österreichs,
gereiht nach der Handelsintensität.
Mit dem 1. Februar 2020 verließ das Land die
Europäische Union. In diesem Jahr rutschte es
als Handelspartner Österreichs auf den 11. Platz
und verschlechterte sich somit im Vergleich zu
1995 um vier Ränge. Straßenfahrzeuge reprä-
sentierten sowohl im Import- als auch im Export-
handel die wichtigste Produktgruppe mit dem
ehemaligen Mitgliedstaat.
Im Jahr 2024 fand sich das Land nur mehr auf
Rang 12 und verschlechterte sich somit um einen
weiteren Platz. Verglichen mit 2020 nahm der
Import handel jedoch um 8,7 % zu, der Export-
handel sogar um 20,9 %. Am stärksten entwickelte
sich der Handel mit anderen Waren (Import:
+68,5 %; Export: +3 295,6 %) während er bei der
Gruppe Brennstoffe und Energien (Import:
−95,4 %; Export: −93,2 %) beinahe vollständig zum
Erliegen kam. Vor allem der Handel mit der Gruppe
Gas (−100 % in beiden Verkehrsrichtungen) war
hier ausschlaggebend.
Vergleicht man das Jahr 2024 mit dem Vorjahr,
so verzeichneten sowohl Importe (2,33 Mrd. Euro)
als auch Exporte (4,93 Mrd. Euro) Handelsabnahmen.
Mit 47,3 % der Einfuhren (1,10 Mrd. Euro) und
46,3 % der Ausfuhren (2,28 Mrd. Euro) entfiel
bei nahe die Hälfte des Handels auf die Produkt-
kategorie Maschinen und Fahrzeuge. Im Import
ist die zweitwichtigste Produktgruppe chemische
Erzeugnisse a. n. g. mit einem Anteil von 20,5 %,
bei den Exporten lagen bearbeitete Waren mit
18,3 % an zweiter Stelle. Straßenfahrzeuge ( Import:
0,50 Mrd. Euro; Export: 0,75 Mrd. Euro) waren auch
im Handel mit diesem Partnerland der wichtigste
Zweisteller in beiden Verkehrsrichtungen.
Die vergangenen 30 Jahre hindurch war der
Export in dieses Partnerland – mit Ausnahme
des Jahres 1995 – immer größer als der Import.
Das größte Handelsbilanzaktivum ergab sich im
Jahr 2024 (+2,60 Mrd. Euro).
Einst und heute EU-Außenhandel
29STATjournal
6 – 2025
Grafik 2d
Entwicklung des Außenhandels mit der Ukraine
Importe und Exporte in Mio. Euro
Importe
Exporte
0
200
400
600
800
1 000
1 200
1 400
Q: STATISTIK AUSTRIA, Außenhandelsstatistik. – Endgültige Ergebnisse. –
Beitrittskandidat seit Juni 2022.
Grafik 2c
Entwicklung des Außenhandels mit Serbien
Importe und Exporte in Mio. Euro
Importe
Exporte
0
200
400
600
800
1 000
1 200
Q: STATISTIK AUSTRIA, Außenhandelsstatistik. – Endgültige Ergebnisse. – Daten für
Serbien sind erst ab 2005 verfügbar, da es bis dahin Teil des Staates Serbien- Montenegro
war. – Beitrittskandidat seit Dezember 2010.
Grafik 2b
Entwicklung des Außenhandels mit der Türkei
Importe und Exporte in Mio. Euro
0
500
1 000
1 500
2 000
2 500
3 000
3 500
Importe
Exporte
Q: STATISTIK AUSTRIA, Außenhandelsstatistik. – Endgültige Ergebnisse. –
Beitritts kandidat seit Dezember 1999.
Grafik 2a
Entwicklung des Außenhandels
mit Bosnien und Herzegowina
Importe und Exporte in Mio. Euro
0
100
200
300
400
500
600
700
800
900
1 000
Importe
Exporte
Q: STATISTIK AUSTRIA, Außenhandelsstatistik. – Endgültige Ergebnisse. –
Beitritts kandidat seit Dezember 2022.
Einst und heute EU-Außenhandel
30STATjournal
6 – 2025
Als INTRASTAT-meldepflichtig wurden 1995
all jene Unternehmen deklariert, welche 1994 die
Melde schwelle überschritten hatten, also einen Um-
satz von mehr als 1,5 Mio. Schilling je Verkehrsrich-
tung mit den anderen EU-Mitgliedstaaten aufwiesen.
Vor 30 Jahren wurden von Statistik Austria
unterschiedliche Übermittlungsschienen für die
Daten der Unternehmen angeboten, damit diese
ihrer Meldepflicht nachkommen konnten. So war
es damals möglich, die Meldung via Papierbeleg
oder EDV-Meldung (Band, Kassette, Dis kette, Fax
oder Mailbox) zu übermitteln.
Im Laufe der letzten 30 Jahre verschob sich
das Meldeverhalten der Unternehmen immer
mehr zu Gunsten der Onlinemeldungen. Seit dem
Berichtsjahr 2022 sind INTRASTAT-Meldungen nur
mehr elektronisch, über das dafür konzipierte,
moderne Meldetool RTIC (Reporting Tool Intra
Collect) möglich, welches noch weitere Standardi-
sierungen für Auskunftspflichtige mit sich brachte.
Zur Respondent:innen-Entlastung wurde die
Meldeschwelle über die Jahre sukzessive erhöht.
So belief sie sich zwischen 2015 und 2021 auf
750 000 Euro pro Verkehrsrichtung, und seit 2022
auf 1 100 000 Euro pro Verkehrsrichtung.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der
Beitritt zum EU-Binnenmarkt beträchtliche Vortei-
le für die österreichischen Unternehmen mit sich
brachte, unter anderem durch wegfallende Zölle,
Zoll kontrollen und Wartezeiten. Das zeigt sich in
erster Linie an der Zunahme des Intra-EU- Handels.
Rund 70 % von Österreichs Gesamthandel werden
mit anderen EU-Ländern abgewickelt. Seit der
»Osterweiterung« hat sich vor allem der Waren-
austausch mit den östlichen Nachbarländern
stark intensiviert. Auch der Euro, als gemeinsame
Währung, hat wahrscheinlich seinen Beitrag zur
Handels erleichterung geleistet und die finanzielle
Stabilität Österreichs gefördert.
INTRASTAT – das neue
Erhebungssystem
Der EU-Beitritt Österreichs ging mit neuen
Rahmenbedingungen hinsichtlich der statistischen
Erfassung der Außenhandelsdaten einher. Eine
Datenerfassung als Sekundärstatistik über die Zoll-
verwaltungsbehörden war mit 1. Jänner 1995 nur
mehr beim Drittstaatenhandel möglich.
Für den innergemeinschaftlichen Warenaus-
tausch trat stattdessen INTRASTAT in Kraft. Hierbei
handelt es sich um ein Primärerhebungssystem,
welches im Rahmen der Europäischen Union entwi-
ckelt wurde und mit der ▶ INTRASTAT-Verordnung
für die Mitgliedstaaten ab 1993 die Rechtsgrund-
lage des neuen Datenerhebungssystems für die
innergemeinschaftliche Handelsstatistik bildete.
Mit Berichtsjahr 1995 startete INTRASTAT dann
auch in Österreich. Neben dem Wegfall der Zölle im
EU-Binnenmarkthandel stellte diese Umstellung
auf INTRASTAT – verglichen mit dem davor vorherr-
schenden Zollmeldesystem – eine erhebliche Er-
leichterung für die österreichischen Unternehmen
dar. Unter anderem waren ab diesem Zeitpunkt vor
30 Jahren weniger Variablen zu melden und zum
anderen bestand nicht mehr für alle Unternehmen
eine INTRASTAT-Meldepflicht.
Abnahmen (Import: −34,0 %; Export: −5,5 %) gegen-
über der Vorjahresperiode. Die Schweiz ( Import:
−30,6 % auf 7,12 Mrd. Euro; Export: −4,9 % auf
9,47 Mrd. Euro) war hierbei einerseits der wichtigste
Handelspartner für Österreich, anderseits aber auch
jenes EFTA-Mitgliedsland mit den höchsten abso-
luten Abnahmen (Import: −3,14 Mrd. Euro; Export:
−0,48 Mrd. Euro). Zugrunde lag dieser Entwicklung
die Halbierung des Importhandels mit chemischen
Erzeugnissen (−50,6 % auf 2,06 Mrd. Euro) und der
noch größere Exportrückgang von Brennstoffen
und Energie (−65,6 % auf 0,36 Mrd. Euro).
Die einzigen Zunahmen, die im Handel mit
einem EFTA-Mitgliedstaat erzielt wurden, betrafen
die Importe aus Norwegen (+2,2 %).
WEITERFÜHRENDES
Datenbank
▶ Klassifikationsdatenbank
SITC Rev. 4
Erhebungsinfo
▶ Außenhandel (INTRASTAT)
▶ RTIC-Hilfe für EBS
▶ INTRASTAT-Leitlinien
für EBS
▶ Was gibt es Neues?
Interaktive Karten
▶ ITGS-Atlas
Standard-Dokumentation
▶ Außenhandelsstatistik
STATcube
▶ Außenhandel nach
Ländergruppen ab 1995
▶ Außenhandel bis 2006
▶ Außenhandel nach KN-8
(Zweisteller)
▶ Außenhandel nach KN-8
(Sechssteller)
▶ Außenhandel nach SITC 2
(Einsteller)
▶ Außenhandel nach SITC 5
(Dreisteller)
STATergebnisse
▶ Importe und Exporte
von Gütern
Tools
▶ ITGS-Tool
Externe Datenbanken ▶ GENOM Einst und heute EU-Außenhandel 31 STATjournal 6 – 2025 Literaturverzeichnis Granner, F. (Wien 1995): »Neue Rahmenbedin gungen der österreichischen Außenhandels statistik«, in: Österreichisches Statistisches Zentralamt: »Statistische Nachrichten« 11/1995. Glossar EFTA Die Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) wurde 1960 gegründet und hat das Ziel den Freihandel und die wirtschaftliche Integ ration zwischen seinen Mitgliedern zu fördern. Aktuell gehören ihr Island, Liechtenstein, Nor wegen und die Schweiz an. Handelsintensität Als Handelsintensität oder Handelsvolumen wird die Summe von Einfuhren und Ausfuhren verstanden. Handelsbilanz Als Handelsbilanz der öster reichischen Außenhandelsstatistik wird die Gegenüberstellung der Importe und Exporte von Gütern bezeichnet. Dafür werden die Importe von den Exporten subtrahiert. Übersteigen die Exporte die Importe, ist das Ergebnis also positiv, spricht man von einem Handelsbilanzaktivum, im umgekehrten Fall, bei einem negativen Wert, von einem Handelsbilanzpassivum. SITC »SITC« steht für »Standard International Trade Classification«. Das Internationale Waren verzeichnis für den Außenhandel ist eine Klassi fikation, die zur Einordnung von Gütern im Rahmen der Außenhandelsstatistiken verwendet wird, und die von den Vereinten Nationen ent wickelt wurde. Aktuell wird die Version Rev. 4 angewendet.
32STATjournal
6 – 2025
Österreich ist seit mittlerweile 30 Jahren Mitglied
der Europäischen Union (EU). In unserer heutigen
Gesellschaft sind die internationalen Vernetzun-
gen, die sich dadurch ergeben, allgegenwärtig.
Sie reichen von der Bevölkerung, die hier lebt,
arbeitet oder studiert, über Waren- und Personen-
verkehr bis zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit.
Dementsprechend lang ist auch die Liste der
Statistiken, die Daten zu diesem Thema bereit-
halten. Die folgende Datenzusammenstellung
enthält Informationen aus der Wanderungs-
statistik, der Statistik des Bevölkerungsstandes,
der Hochschulstatistik, der Beherbergungs-
statistik, der Erhebung zum Reiseverhalten, der
Zivilluftfahrtstatistik, der Mikrozensus-Arbeits-
kräfteerhebung, der Außenhandelsstatistik, der
Globalen Wertschöpfungskettenstatistik sowie
der Auslandsunternehmenseinheitenstatistik.
Zum Thema
Österreich und die EU
KENNZAHLEN
● 83 369 Zuzüge und 65 768
Wegzüge von anderen EU-
Staatsangehörigen nach
bzw. aus Österreich ergaben
2024 einen positiven EU-
Wanderungssaldo von
17 601 Personen.
● 923 854 Staatsangehörige
anderer EU-Mitglieds länder
lebten am 01.01.2025 in
Österreich. Sie waren im
Durchschnitt 37,4 Jahre
alt (Gesamtbevölkerung:
43,6 Jahre) und zu je 50 %
männlich bzw. weiblich.
● 90,3 % der 534 100 Erwerbs-
tätigen mit EU-Pass waren
2024 unselbständig tätig.
● EU-Bürger:innen (ohne Öster-
reich) waren im Jahr 2024
für 61 % der touristischen
Nächtigungen verantwort-
lich bei einer durchschnitt-
lichen Aufenthaltsdauer von
3,8 Nächten.
● Die wichtigste Produkt-
gruppe im Außenhandel mit
den anderen EU-Staaten ist
»Maschinen und Fahrzeuge«.
Allein in dieser Kategorie belief
sich der Wert der Exporte und
Importe 2024 jeweils auf mehr
als 40 Mrd. Euro.
● Im Jahr 2023 generierten
von anderen EU-Staaten
kontrollierte Unternehmen
15,7 % der österreichischen
Bruttowertschöpfung.
EU-Anteile in Österreich ohne Österreich, in Prozent
Staatsangehörigkeit der Bevölkerung
01.01.2025
Staatsangehörigkeit der Studierenden
öffentlicher Unis, WS 2024/25
Staatsangehörigkeit der Erwerbstätigen
Jahresdurchschnitt 2024
Zielflughäfen abgehender Flüge 2024
Destinationen von Urlaubsreisen 2024 Herkun/f_tsländer von Importen 2024
Standorte von Auslandstochter-
unternehmen Ende 2023
Konzernzentralen auslandskontrollierter
Unternehmen in Österreich Ende 2023
10,0
66,9
41,0
66,4
63,9
70,0
15,0
24,2
Zielländer von Exporten 2024
67,0
STATISTIK AUSTRIA, Bevölkerungsstatistik, Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung, Hochschulstatistik, Erhebung zum Reiseverhalten,
Außenhandelsstatistik, Zivilluftfahrtstatistik, Auslandsunternehmenseinheitenstatistik. – Hochschulstatistik: ordentliche Studierende.
33STATjournal
6 – 2025
Zum Thema Österreich und die EU
Ein Land, viele Pässe
Insgesamt lebten zu Jahresbeginn 2025 rund
924 000 Angehörige anderer EU-Staaten in Öster-
reich. Das entspricht einem Anteil von 50 % aller
nicht-österreichischen Staatsangehörigen oder
von 10 % der Gesamtbevölkerung. Beide Anteile
sind im Vergleich zu vor zwanzig Jahren deutlich
gestiegen. 2005 machten EU-Bürger:innen nur
37 % der Nicht-Österreicher:innen und 3 % der
Bevölkerung des Landes aus.
Rund 342 000 Personen besaßen Anfang 2025
einen Pass aus einem der 13 alten EU-Mitglied-
staaten und 582 000 Personen gehörten einem der
ab 2004 der EU beigetretenen Länder an. Deut-
sche stellen unter den EU-Bürger:innen mit rund
239 000 Personen Anfang 2025 die größte Gruppe
dar, gefolgt von rumänischen (156 000), ungari-
schen (112 000), kroatischen (109 000) und polni-
schen (68 000) Staatsangehörigen.
Europa zieht
nach Österreich
Österreichs Bevölkerung wächst aktuell nur
aufgrund von Zuwanderung. Besonders zentral
sind hier die Zuzüge aus anderen EU-Ländern.
2024 wanderten insgesamt 178 574 Personen nach
Österreich ein. Ein Anteil von 47 % davon ist auf
EU-Staats angehörige zurückzuführen.
Die größte Gruppe unter den Zugewanderten
waren deutsche Staatsangehörige. Rund 9 900
Männer und 9 500 Frauen mit Reisepass aus der
benachbarten Bundesrepublik meldeten 2024
ihren Hauptwohnsitz in Österreich an. Während der
2. Platz bei den Zuzügen im Jahr 2024 von Ukrai-
ner:innen besetzt war (rund 16 800 Zuzüge), gingen
die Ränge 3 und 4 an Staatsangehörige der EU-Mit-
glieder Rumänien (ca. 16 100 Zuzüge) und Ungarn
(ca. 13 100 Zuzüge).
Die Abwanderungen ins Ausland sind in Öster-
reich in der Regel weniger zahlreich als die Zu-
wanderungen, 2024 gab es 128 469 Wegzüge in ein
anderes Land. Der Anteil der Wegzüge von Personen
mit einem Reisepass aus einem anderen EU-Land
betrug 51 %. Deutsche vereinten 9 % der Abwande-
rungen auf sich, Rumän:innen kamen auf 12 %.
Grafik 1
Zu- und Wegzüge nach ausgewählten EU-Staatsangehörigkeiten 2024
0
5 000
10 000
15 000
20 000
Deutschland Rumänien Ungarn Kroatien Bulgarien Italien
Zuzüge aus dem Ausland Wegzüge in das Ausland
Q: STATISTIK AUSTRIA, Wanderungsstatistik 2024.
Grafik 2
Bevölkerung nach
Staatsangehörigkeit
in Prozent
10,1
79,8
6,3
3,7
Österreich
EU-Staaten vor 2004
EU-Beitrittstaaten ab 2004
Nicht-EU-Staaten
Q: STATISTIK AUSTRIA, Statistik des
Bevölkerungsstandes. – Stichtag
01.01.2025.
34STATjournal
6 – 2025
Zum Thema Österreich und die EU
Ausbildungsfelder an öffentlichen Universitäten,
in denen prozentuell vergleichsweise besonders
viele EU-Staatsangehörige eingeschrieben waren,
sind Sozialwissenschaften, Journalismus und Infor-
mationswesen sowie Wirtschaft, Verwaltung und
Recht. Dort machen sie über ein Drittel der Studie-
renden aus.
Ebenso international wie die Studierendenschaft
präsentieren sich auch die Lehrpersonen an Öster-
reichs Hochschulen. Rund 27 % der Professor:innen,
Assistent:innen und des sonstigen wissenschaftli-
chen bzw. künstlerischen Personals an öffentlichen
Universitäten besaßen 2024/25 den Pass eines
anderen EU-Landes. An Fachhoch schulen sind es
immerhin 13 %.
Während viele Personen Österreich gezielt als
Studienland wählen, zieht es aber auch zahlreiche
Studierende während ihres Studiums in die Ferne.
Ein Auslandsaufenthalt war Teil von etwa jedem
siebten ordentlichen Studium, das im Studien-
jahr 2022/23 in Österreich abgeschlossen wurde.
63 % davon führten die Studierenden in ein anderes
EU-Land. Die EU fördert diesen internationalen Aus-
tausch aktiv. 48 % aller Auslandsaufenthalte fanden
im Zuge eines EU-Mobilitätsprogramms statt.
Studieren ohne Grenzen
Die Zahl ausländischer Studierender mit EU-
Staatsangehörigkeit in Österreich stieg in der
Vergangenheit kontinuierlich an. Besuchten vor
20 Jahren noch gut 22 300 EU-Staatsangehörige
eine öffentliche Universität in Österreich im Zuge
eines ordentlichen Studiums, so waren im Winter-
semester 2024/25 bereits rund 64 200 ordentliche
Studierende inskribiert; dies entsprach rund 24 %
aller Studierenden an österreichischen Universitä-
ten. Weitere 9 400 Studierende mit EU-Pass waren
2024/25 an Fachhochschulen inskribiert, was
einem Anteil an allen Fachhochschulstudierenden
von rund 15 % entsprach.
Insgesamt knapp 36 500 Deutsche – 14 % aller
Studierenden – studierten im Wintersemester
2024/25 an öffentlichen österreichischen Univer-
sitäten. Eine ebenfalls große Studierendengruppe
waren die vorwiegend aus Südtirol stammenden
italienischen Staatsangehörigen (8 900 Personen
bzw. 3 %). Unter den EU-Mitgliedsländern folgten
als nächstwichtigste Herkunftsstaaten Ungarn und
Kroatien mit 2 900 bzw. 2 400 studierenden Staats-
angehörigen in Österreich.
Grafik 3
Anteil der EU-Staatsangehörigen an den ordentlichen Studierenden
an öffentlichen Universitäten
in Prozent
0
5
10
15
20
25
30
2004/05 2006/07 2008/09 2010/11 2012/13 2014/15 2016/17 2018/19 2020/21 2022/23 2024/25
Q: STATISTIK AUSTRIA, Hochschulstatistik. – Daten jeweils für das Wintersemester.
35STATjournal
6 – 2025
Zum Thema Österreich und die EU
Tourismus aus der Union
Der Tourismus ist in Österreich ein wesent-
licher Wirtschaftsfaktor und andere EU-Länder
bilden dabei den bedeutendsten Herkunftsmarkt.
94 615 390 Nächtigungen gingen im Jahr 2024 auf
das Konto von EU-Bürger:innen abseits der Öster-
reicher:innen. Das ist ein Anteil von 61 % an den
insgesamt 154 317 859 Nächtigungen. Betrachtet
man die Ankünfte, so war der EU-Anteil etwas
geringer, lag jedoch immer noch knapp über der
Hälfte (54 %). Im Schnitt verbrachten EU-Reisende
dabei 3,8 Nächte im Beherbergungsbetrieb.
Tirol war als Urlaubsregion besonders beliebt.
42 % der Übernachtungen durch die EU-Gäste
entfielen auf dieses Bundesland. Damit waren
sie für 81 % aller Nächtigungen in der Region
verantwortlich.
Deutsche sind jene Reisenden, die am öftesten
in Österreich nächtigen. Selbst Österreicher:innen
verbrachten mit rund 40 Mio. im Vergleich zu etwa
58 Mio. deutlich weniger Nächte in den heimi-
schen Beherbergungsbetrieben als die nördlichen
Nachbar:innen.
Unterwegs in der EU
Während Menschen aus den EU-Mitgliedstaaten
gerne nach Österreich kommen, zieht es auch die
Bevölkerung Österreichs in die Länder der Union.
13,0 Mio. Reisen mit mindestens einer Übernachtung
unternahmen Personen aus Österreich im Jahr 2024
in andere EU-Staaten – ein Rekordwert. Der Anteil an
allen Reisen betrug rund 41 %, weitere 48 % fanden
innerhalb Österreichs statt. Damit verblieben weni-
ger als ein Zehntel aller Reisen mit Zieldestinationen
in Drittstaaten.
Geschäftszwecken dient eine von zehn EU-
Reisen. Die verbleibenden neun sind Urlaubs-
reisen. Während die meisten Geschäftsreisen nach
Deutschland führen, ist das beliebteste Urlaubs-
reiseziel der österreichischen Bevölkerung seit
Jahren Italien. 2024 konnte es 19,8 % aller Aus-
landsurlaubsreisen auf sich vereinen. Anschlie-
ßend folgten Deutschland, Kroatien, Spanien und
Griechenland. Nur zwei Länder außerhalb der EU –
nämlich die Türkei auf Platz 7 und das Vereinigte
Königreich auf Platz 10 – schafften es in die Top 10
der ausländischen Urlaubsdestinationen.
Grafik 4
Anteile der Nächtigungen durch EU- Bürger:innen (ohne Österreich) je Bundesland 2024
in Prozent
0 10 20 30 40 50 60 70 80 90
Burgenland
Kärnten
Niederösterreich
Oberösterreich
Salzburg
Steiermark
Tirol
Vorarlberg
Wien
Q: STATISTIK AUSTRIA, Beherbergungsstatistik 2024.
Grafik 5
Reisen nach
Zieldestination 2024
in Prozent
Q: STATISTIK AUSTRIA, Erhebung zum
Reiseverhalten 2024. – Bevölkerung
in Privathaushalten ab 15 Jahren.
36STATjournal
6 – 2025
Zum Thema Österreich und die EU
Über den Wolken
Zahlreiche Reisende wählen das Flugzeug als
Verkehrsmittel, um von Österreich in ein EU-Land
zu gelangen. Die Flughäfen Wien, Graz, Innsbruck,
Klagenfurt, Linz und Salzburg fertigten im Jahr 2024
insgesamt 10,8 Mio. abgehende Passagier:innen
mit Endzielhafen in anderen EU-Ländern ab, was
einem Anteil von 60,9 % aller abfliegenden Flug-
gäste entsprach. Obwohl das wichtigste Endziel mit
fast einer Million abfliegender Fluggäste in London
und damit außerhalb der EU lag, folgten auf den
weiteren Plätzen Ziele in der EU – nämlich mit je
ungefähr 0,4 Mio. Passagier:innen Berlin, Amster-
dam, Barcelona und Hamburg.
Daneben wurden auch Waren und Güter auf
dem Luftweg befördert. Auf dem Flughafen Wien,
der mit Abstand die größte Tonnage zählte, wurden
rund 17 798 t Fracht von Herkunftshäfen aus den
EU-Mitgliedstaaten empfangen, was einen Anteil
von 13,9 % der gesamten ausgeladenen Luftfracht
bedeutete. Dem gegenüber hatten 16 247 t abge-
hende Fracht EU-Länder als Ziel. Der Anteil an der
gesamten versendeten Tonnage lag hier bei 20,4 %.
EU-Bürger:innen stärken
den Arbeitsmarkt
Das Prinzip der Arbeitnehmerfreizügigkeit
ermöglicht den EU-Bürger:innen den Zugang
zum Arbeitsmarkt des Ziellandes. So profitiert
der österreichische Arbeitsmarkt von zahlreichen
EU-Bürger:innen, die in Österreich tätig sind.
534 100 Erwerbstätige mit EU-Staatsangehörig-
keit verstärkten 2024 die Wirtschaft Österreichs,
neun von zehn als unselbständig Beschäftigte. Die
Erwerbstätigen quote der 15- bis 64-Jährigen lag in
dieser Gruppe bei 76,5 % und damit etwas höher als
in der Gesamtbevölkerung (74,1 %) bzw. unter den
österreichischen Staatsangehörigen (75,7 %).
85 900 Erwerbstätige mit EU-Pass waren 2024
im Wirtschaftszweig Herstellung von Waren tätig.
Auf Platz 2 der häufigsten Wirtschaftsbereiche liegt
der Handel (70 900) gefolgt vom Gesundheits-
und Sozialwesen (49 800) und dem Bau (48 900).
Diese Rangfolge deckt sich mit jener in der Gesamt-
bevölkerung. Wichtige Wirtschaftsbereiche mit
einem besonders hohen Anteil an Erwerbstätigen
aus der EU sind etwa Kunst, Unterhaltung und
Erholung, Beherbergung und Gastronomie,
die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistun-
gen sowie der Verkehr. In der öffentlichen Ver-
waltung und der Land- und Forstwirtschaft sind
sie hingegen deutlich unterrepräsentiert.
Grafik 7
Anteil der Erwerbstätigen mit EU-Staatsangehörigkeit
in ausgewählten Wirtschaftszweigen 2024, in Prozent
Kunst, Unterhaltung u. Erholung
Beherbergung u. Gastronomie
Sonst. wirtschaftl. Dienstleistungen
Verkehr
Bau
20,2
19,8
18,7
16,0
14,2
Handel
Gesundheits- u. Sozialwesen
Land- u. Forstwirtschaft
Öffentliche Verwaltung
11,3
9,9
3,9
3,7
Q: STATISTIK AUSTRIA, Mikrozensus-Arbeitskrafteerhebung 2024. – Bevölkerung in
Privathaushalten. – Wirtschaftszweige nach ÖNACE 2008.
Grafik 6
Abfliegende Passagier:innen nach Top -5- Zielen 2024
0
200 000
400 000
600 000
800 000
1 000 000
London Berlin Amsterdam Barcelona Hamburg
Q: STATISTIK AUSTRIA, Zivilluftfahrtstatistik. – Fluggäste nach Endzielen.
37STATjournal
6 – 2025
Zum Thema Österreich und die EU
Dienstleistungen waren es vor allem die sonstigen
Dienstleistungen, die in der EU abgesetzt wurden.
Daneben zählten IKT-Dienstleistungen, Ingenieurs-
dienstleistungen, Manage ment- und Verwaltungs-
dienstleistungen und Marketingdienstleistungen
zu den meistgelieferten Angeboten österreichi-
scher Unternehmen in die EU.
EU-Außenhandel
Österreich ist als kleine, offene Volkswirtschaft
stark von der Globalisierung betroffen. Die zuneh-
mende Integration und Liberalisierung der inter-
nationalen Märkte prägen seine Entwicklung beson-
ders. Die Vernetzungen im Außenhandel sind daher
von besonderer Bedeutung. Mit EU-Ländern werden
zwei Drittel des österreichischen Außen handels
abgewickelt. Im Jahr 2024 importierte Österreich
Waren im Wert von 125,49 Mrd. Euro aus den Mit-
gliedstaaten der EU. Der Wert der in diese Länder
exportierten Waren betrug 128,17 Mrd. Euro. Das
Handelsbilanzaktivum mit der EU belief sich folglich
auf 2,68 Mrd. Euro.
Europäische
Wertschöpfungsketten
Ein Großteil der österreichischen Mittel- und
Großunternehmen war 2023 in globale Lieferketten
involviert. 81 % der Unternehmen mit mindestens
50 Beschäftigten bezogen Waren oder Dienstleis-
tungen aus dem Ausland, 60 % lieferten Dienst-
leistungen und Produkte zur Weiterverarbeitung
in andere Länder oder an den Handel im Ausland.
Zumeist handelt es sich bei diesen Ländern um
EU-Staaten.
Beim Bezug von Waren wurde die Kategorie
der Rohstoffe am häufigsten gemeldet. Insgesamt
2 109 Unternehmen bezogen Rohstoffe aus dem
Ausland, 98,9 % davon zumindest teilweise aus
der EU. Die bedeutendsten Dienstleistungen aus
dem EU-Raum waren solche der Informations- und
Kommunikationstechnologie. Rund 1 100 Unter-
nehmen bezogen diese aus EU-Ländern, das sind
94,3 % aller Unternehmen, die für solche Dienst-
leistungen auf das Ausland zurückgriffen.
Werden Waren an das Ausland geliefert, sind
dies bei den meisten Unternehmen selbst ent-
wickelte Produkte. Rund 1 200 Unternehmen
verkauften solche Waren in EU-Staaten. Bei den
Grafik 8
Importe und Exporte nach Herkunfts- bzw . Zielland 2024
in Prozent
0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100
Einfuhr
Ausfuhr
EU-27 Sonstiges Europa Amerika Asien Afrika, Australien, Ozeanien
Q: STATISTIK AUSTRIA, Außenhandels statistik. – Endgültige Ergebnisse.
Grafik 9
Österreichische Unternehmen mit Bezug bzw . Lieferung
von Dienstleistungen innerhalb der EU 2023
0 200 400 600 800 1 000 1 200
Management-/
Verwaltungs-DL
Ingenieursleistungen
F&E-DL
IKT-DL
Marketing-DL
Transport-DL
Sonstige DL
Lieferung
Bezug
Q: STATISTIK AUSTRIA, Globale Wertschöpfungskettenstatistik. – Grundgesamtheit: Statistische Unternehmen
ab 50 Beschäftigten im Jahresdurchschnitt 2023. – DL = Dienstleistungen. – F&E = Forschung und Entwicklung.
38STATjournal
6 – 2025
Zum Thema Österreich und die EU
Glossar
Auslandskontrollierte Unternehmen in
Österreich Hierbei handelt es sich um öster-
reichische Unternehmen, die Teil eines aus-
ländischen Konzerns sind oder anderweitig unter
ausländischer Kontrolle stehen. Kontrolle be-
deutet in diesem Zusammenhang die Möglichkeit,
die allgemeine Unternehmenspolitik eines Unter-
nehmens zu bestimmen. In der Regel erfolgt
dies durch eine Mehrheitsbeteiligung am Unter-
nehmenskapital. Betrachtet wird ausschließlich
der marktwirtschaftliche Bereich, das sind im
Wesentlichen Unternehmen mit Gewinnorien-
tierung. Nicht enthalten sind daher die Aktivi-
täten des öffentlichen Bereiches, von Non-Profit-
Organisationen etc.
Auslandstöchter Als Tochtergesellschaften
österreichischer Unternehmen im Ausland gel-
ten solche Unternehmen im Ausland, die unter
Kontrolle eines in Österreich ansässigen Unter-
nehmens oder eines:einer Investor:in stehen.
Kontrolle bedeutet in diesem Zusammenhang die
Möglichkeit, die allgemeine Unternehmenspolitik
eines Unternehmens zu bestimmen. In der Regel
erfolgt dies durch eine Mehrheitsbeteiligung
am Unternehmenskapital. Betrachtet wird aus-
schließlich der marktwirt schaftliche Bereich,
das sind im Wesentlichen Unterneh men mit
Gewinnorientierung. Nicht enthalten sind daher
die Aktivitäten des öffentlichen Bereiches, von
Non-Profit-Organisationen etc.
Datenquellen
Statistik des Bevölkerungsstandes
Hochschulstatistik
Beherbergungsstatistik
Erhebung zum Reiseverhalten
Zivilluftfahrtstatistik
Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung
Außenhandelsstatistik
Globale Wertschöpfungskettenstatistik
Auslandsunternehmenseinheitenstatistik (FATS)
Unternehmen im euro-
päischen Netzwerk
Die Verbindung mit den globalen Märkten
äußert sich neben dem internationalen Austausch
von Waren und Dienstleistungen vor allem in der
Bildung von multinationalen Konzernen durch
grenzüberschreitende Unternehmensbeteiligun-
gen. Dies betrifft sowohl die Beteiligungen der
Unternehmen eines Landes an Unternehmens-
einheiten im Ausland ( aktive Beteiligungen), als
auch die Beteiligungen ausländischer Unterneh-
men (Investor:innen) im Inland (passive Beteili-
gungen). Und auch bei diesem Thema spielt die
EU für Österreich eine gewichtige Rolle.
Rund 8 500 österreichische Unternehmen waren
im Jahr 2023 in der Hand eines anderen EU- Staates.
Das waren zwar nur 1,4 % aller inländischen Unter-
nehmen der gewinnorientierten Wirtschaft (ohne
Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei, öffentli-
chen Sektor und Non-Profit-Organisationen), aber
sie erwirtschafteten mit rund einem Achtel der
Beschäftigten fast ein Fünftel des Umsatzes aller
marktwirtschaftlichen Unternehmen.
Österreichische Unternehmen hatten umge-
kehrt 5 100 Tochterunternehmen in der EU, die
mit 0,85 Mio. Beschäftigten einen Umsatz von fast
320 Mrd. Euro generierten.
Grafik 10
Auslandstöchter in der EU nach
Top-5-Sitzländern 2023
0 200 400 600 800 1 000 1 200 1 400 Deutschland Tschechien Ungarn Polen Rumänien Q: STATISTIK AUSTRIA, Auslandsunternehmenseinheiten - statistik 2023. WEITERFÜHRENDES Interaktive Karten ▶ Abgefertigte Fluggäste ▶ Bevölkerung nach Staats- angehörigkeitsgruppen ▶ ITGS-Atlas ▶ Wanderungen mit dem Ausland Weiterführende Dokumentation ▶ Globale Wertschöpfungs- kettenstatistik Standard-Dokumentationen ▶ FATS ▶ Außenhandelsstatistik ▶ Beherbergungsstatistik ▶ Hochschulstatistik ▶ Mikrozensus ▶ Reisegewohnheiten ▶ Bevölkerungsstand ▶ Wanderungsstatistik ▶ Zivilluftfahrtstatistiken STATergebnisse ▶ Ankünfte & Nächtigungen ▶ Auslandskontrollierte Unternehmen (FATS) ▶ Bevölkerung nach Staats- angehörigkeit / Geburtsland ▶ Erwerbstätige – Merkmale ▶ Globale Wertschöpfungs- ketten ▶ Importe / Exporte v. Gütern ▶ Luftfracht ▶ Personenverkehr Luftfahrt ▶ Reiseverhalten ▶ Studierende, belegte Studien ▶ Wanderungen mit dem Ausland Website ▶ Eurostat Data Browser – Reisen nach Hauptzielort 39 STATjournal 6 – 2025 Zum Thema Österreich und die EU Beherbergungsbetriebe Beherbergungs betriebe sind Einrichtungen, die Übernachtungs möglichkeiten für Gäste in Zimmern mit Erwerbs zweck anbieten und unter Leitung oder Aufsicht des:der Unterkunftgeber:in bzw. eines:einer von ihm:ihr Beauftragten stehen. Bevölkerung Die Bevölkerungsstände basieren auf den im Zentralen Melderegister mit Haupt wohnsitz gemeldeten Personen. Internationalen Empfehlungen folgend werden dabei u. a. aus dem Ausland zugewanderte Personen mit einer Aufenthaltsdauer im Inland von weniger als drei Monaten nicht zur Wohnbevölkerung gezählt. Erwerbstätige Nach dem internationalen ILO-Konzept gelten Personen dann als erwerbs tätig, wenn sie in der Referenzwoche mindestens eine Stunde als Unselbständige, Selbständige oder mithelfende Familienangehörige gearbeitet haben. Haben sie nur aufgrund von Urlaub, Zeitausgleich, Altersteilzeit, anderer Arbeits zeitregelung, Krankheit, beruflicher Aus- und Weiterbildung oder Mutterschutz/Papamonat nicht gearbeitet, gehen aber ansonsten einer Arbeit nach, gelten sie ebenfalls als erwerbstätig. Personen in Elternkarenz mit Kinderbetreuungs geldbezug und Rückkehrrecht zum:zur Arbeitge ber:in bzw. jene, deren Karenzierung nicht länger als drei Monate dauert, Personen, die aus sonsti gen Gründen maximal drei Monate nicht arbei ten, Saisonarbeitskräfte, die zwar saisonbedingt in der Referenzwoche nicht gearbeitet haben, aber in der Nebensaison regelmäßig für den Be trieb tätig sind, sowie Lehrlinge zählen ebenfalls zu den Erwerbstätigen. Präsenz- und Zivildiener sind ausgeschlossen. Handelsbilanz Als Handelsbilanz der öster reichischen Außenhandelsstatistik wird die Gegenüberstellung der Importe und Exporte von Gütern bezeichnet. Dafür werden die Importe von den Exporten subtrahiert. Übersteigen die Exporte die Importe, ist das Ergebnis also positiv, spricht man von einem Handelsbilanzaktivum, im umgekehrten Fall, bei einem negativen Wert, von einem Handelsbilanzpassivum. Nächtigungen Unter Nächtigung ist jede Übernachtung zu verstehen, die ein:e Tourist:in in einem gewerblichen oder privaten Be herbergungsbetrieb tätigt. Pro Person wird die Anzahl der Nächtigungen erhoben. Wanderung Die Wanderungsstatistik beruht auf den im Zentralen Melderegister (ZMR) des Bundesministeriums für Inneres gespeicherten An- und Abmeldungen von Hauptwohnsitzen. Sie erfasst alle Wanderungsbewegungen (Haupt wohnsitzwechsel) innerhalb Österreichs sowie zwischen dem Ausland und Österreich. Im Einklang mit den Empfehlungen der Vereinten Nationen zur Erfassung und Klassifizierung von Migrant:innen nach ihrer Aufenthalts dauer berücksichtigt die Wanderungsstatistik nur Personen mit einem Aufenthalt (Haupt wohnsitzmeldung) von mindestens 90 Tagen im Bundesgebiet Österreichs. Dass Statistik Austria seit dem Berichtsjahr 1996 über umfassende Migrationsdaten verfügt, ist nicht zuletzt dem EU-Beitritt 1995 zu verdanken. Durch den Beitritt wurde Österreich dazu verpflichtet, eine um fassende Wanderungsstatistik zu führen, die bis dahin nur rudimentär vorhanden war.