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Einst und heute  EU-Außenhandel 23 STATjournal 6 – 2025 2024 waren 66,4 % der Importe sowie 67,0 % der Exporte dem Handel mit EU-Mitgliedstaaten zuzurechnen. Die Importe aus den EU-Staaten sanken gegenüber dem Vorjahr um 4,5 % auf 125,49 Mrd. Euro. Die Exporte ­gingen um 6,7 % auf 128,17 Mrd. Euro zurück. Die positive Außen­ handels­bilanz des Vorjahres (+6,02 Mrd. Euro) verringerte sich auf ein Aktivum von 2,68 Mrd. Euro. Mit Ausnahme dieser beiden Jahre fiel die Handels­ bilanz mit der EU seit dem Beitritt Öster­reichs stets negativ aus; am größten war das Defizit im Jahr 2011 (−9,75 Mrd. Euro). Wie in ▶ Tabelle 2 ersichtlich, waren die Ein­ fuhren in den Monaten Oktober (11,40 Mrd. Euro), März (11,07 Mrd. Euro) und April (10,95 Mrd. Euro) am höchsten, während die geringsten Import­ werte in den Monaten Dezember (9,14 Mrd. Euro), August (9,21 Mrd. Euro) und Jänner (10,15 Mrd. Euro) verzeichnet wurden. Ausfuhrseitig zählten der Oktober (11,76 Mrd. Euro), der Juli (11,44 Mrd. Euro) und der ­Februar (11,17 Mrd. Euro) zu den wertmäßig stärksten ­Monaten, die Monate August Grafik 1 Entwicklung des EU-Außenhandels seit 1995 in Mrd. Euro −5,5 −6,5 −5,1 −4,7 −5,5 −5,6 −5,3 −2,8 −4,7 −6,4 −5,4 −4,2 −3,0 −4,0 −5,4 −6,2 −9,8 −9,6 −8,0 −5,9 −4,9 −7,2 −6,9 −6,7 −5,4 −2,4 −6,2 −6,6 6,0 2,7 −50 0 50 100 150 200 250 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 Bilanz Import Export Import Gesamtaußenhandel EU-Außenhandel Export Q: STATISTIK AUSTRIA, Außenhandelsstatistik. – Endgültige Ergebnisse. Tabelle 2 EU-Außenhandel Österreichs nach Monat 2024 Monat Import Export Handels­ bilanz Veränderung gegenüber Vorjahr in % in Mrd. Euro Import Export Jänner 10,15 10,65 0,50 − 5,3 − 3,2 Februar 10,71 11,17 0,46 − 6,0 0,8 März 11,07 11,03 − 0,04 − 15,0 − 21,2 April 10,95 10,98 0,02 1,2 − 4,1 Mai 10,45 10,36 − 0,09 − 7,7 − 11,4 Juni 10,39 11,01 0,62 − 9,4 − 6,1 Juli 10,85 11,44 0,59 2,8 6,7 August 9,21 8,93 − 0,28 − 5,5 − 7,5 September 10,28 10,94 0,66 − 5,4 − 2,2 Oktober 11,40 11,76 0,36 1,8 − 2,8 November 10,90 10,97 0,07 − 1,5 − 19,0 Dezember 9,14 8,94 − 0,19 − 0,5 − 3,3 Q: STATISTIK AUSTRIA, Außenhandelsstatistik. – Endgültige Ergebnisse.

Einst und heute  EU-Außenhandel 24 STATjournal 6 – 2025 chemische Erzeugnisse a. n. g. (1995: 9,1 %; 2024: 15,8 %), während bearbeitete Waren (1995: 29,5 %; 2024: 21,6 %) die größten Anteilsverluste im Vergleich zu vor 30 Jahren einfuhren. ▶ Tabelle 3 (8,93 Mrd. Euro), Dezember (8,94 Mrd. Euro) und Mai (10,36 Mrd. Euro) hingegen zu jenen mit den schwächsten Werten. Das höchste Handelsvolumen im Jahr 2024 er­ zielte der Oktober (23,16 Mrd. Euro), das niedrigste der Dezember (18,08 Mrd. Euro). Auf der Produktebene profitierte der Import­ handel der Gruppe tierische und pflanzliche Öle und Fette mit den Ländern der heutigen EU am meisten vom Beitritt zur Europäischen Union. So konnte er sich im Vergleich zu vor 30 Jahren in beiden Verkehrsrichtungen beinahe veracht­ fachen (+694,6 %, +0,54 Mrd. Euro). Auf der Export­ seite ­wurde diese Steigerung jedoch von der Gruppe Waren a. n. g. (andernorts nicht genannt) über­troffen, welche das Fünfzigfache (+4 902,2 %, +1,58 Mrd. Euro) verzeichnete. Importseitig stieg der Anteil der Gruppe Er­ nährung am EU-Handel im Vergleich zu 1995 am stärksten an (1995: 5,4 %; 2024: 9,9 %), wäh­ rend die Gruppe sonstige Fertigwaren hier die höchste Abnahme aufwies (1995: 17,5 %; 2024: 11,7 %). In der anderen Verkehrsrichtung, bei den Exporten, waren die größten Anteilsgewinner Im Jahr 2024 erzielte der SITC-­Einsteller Maschi­ nen und Fahrzeuge (− 6,4 %) mit 44,19 Mrd. Euro zwar den höchsten Einfuhrwert, zeitgleich jedoch auch die stärkste absolute Abnahme (−3,00 Mrd. Euro) in dieser Verkehrsrichtung im Vergleich zum Vorjahr. Die einfuhrseitige Entwicklung im Einsteller Maschinen und Fahrzeuge beruhte vorwiegend auf den wertmäßigen Abnahmen bei den beiden SITC-Zweistellern Straßenfahrzeuge (−4,8 %) und elektrische Maschinen und Geräte (−8,5 %). Auf dem zweiten Rang der EU-Importe, aber mit weniger als der Hälfte des Warenwertes von Maschinen und Fahrzeuge, liegt die Produkt­ gruppe bearbeitete Waren. Mit 21,72 Mrd. Euro machte ihr Anteil an den EU-Einfuhren 17,3 % aus. Im Vergleich zum Vorjahr wurden allerdings auch hier deutliche Abnahmen verzeichnet (−6,5 %). Die wertmäßig wichtigsten SITC-Zweisteller dieser Produktgruppe sind Metallwaren (5,80 Mrd. Euro) und Nichteisenmetalle (4,49 Mrd. Euro). Jeweils Tabelle 3 Der EU-Außenhandel Österreichs nach Produktgruppe Produktgruppe nach SITC 1995 2024 Import Export Import Export Import Export Import Export in Mrd. Euro Anteil am EU-Handel in % in Mrd. Euro Anteil am EU-Handel in % EU-Handel insgesamt 37,00 31,51 100,0 100,0 125,49 128,17 100,0 100,0 0  Ernährung 1,98 1,14 5,4 3,6 12,40 10,61 9,9 8,3 1  Getränke und Tabak 0,16 0,20 0,4 0,6 1,19 1,83 0,9 1,4 2  Rohstoffe 1,61 1,44 4,4 4,6 5,37 4,30 4,3 3,4 3  Brennstoffe, Energie 0,94 0,40 2,6 1,3 6,79 4,98 5,4 3,9 4  Tierische u. pflanzliche Öle, Fette 0,08 0,03 0,2 0,1 0,62 0,25 0,5 0,2 5  Chemische Erzeugnisse a. n. g. 4,21 2,86 11,4 9,1 17,87 20,21 14,2 15,8 6  Bearbeitete Waren 7,98 9,30 21,6 29,5 21,72 27,71 17,3 21,6 7  Maschinen und Fahrzeuge 13,40 12,11 36,2 38,4 44,19 43,46 35,2 33,9 8  Sonstige Fertigwaren 6,47 3,99 17,5 12,7 14,62 13,20 11,7 10,3 9  Waren a. n. g. 0,17 0,03 0,5 0,1 0,73 1,61 0,6 1,3 Q: STATISTIK AUSTRIA, Außenhandelsstatistik. – Endgültige Ergebnisse. – a. n. g. = anderweitig nicht genannt.

Einst und heute EU-Außenhandel 25STATjournal 6 – 2025 30 Jahre später hatte sich an dem Verhältnis von EU-Mitgliedern zu Nicht-EU-Mitgliedern unter den Top-10 Handelspartnern Österreichs mit 7:3 nichts verändert. Statt dem ehemaligen Belgien und Luxemburg war nun Polen als wichtiger Partnerstaat vertreten, und außerhalb der EU-Partner wurde das Vereinigte Königreich durch China ersetzt, welches nun nach Deutschland, Italien und den Vereinigten Staaten den 4. Platz einnahm. ▶ Tabelle 4b über 10 % Anteil an den EU-Importen nehmen außerdem noch die Produktgruppen chemische Erzeugnisse a. n. g. (17,87 Mrd. Euro) sowie sons- tige Fertigwaren (14,62 Mrd. Euro) ein. Brennstoffe und Energie fand sich in diesem Jahr mit einem Einfuhrwert von 6,79 Mrd. Euro nur im Mittelfeld der wichtigsten Importprodukte Österreichs, wobei hier vor allem Erdöl (4,74 Mrd. Euro) den höchsten Anteil ausmachte. Auch in der Ausfuhr waren Maschinen und Fahrzeuge und bearbeitete Waren die wichtigs- ten Produktgruppen. Wie auch im Vorjahr stellten Maschinen und Fahrzeuge mit 43,46 Mrd. Euro den bedeutendsten SITC-Einsteller in der Ausfuhr im Jahr 2024. Die Zweisteller Straßen fahrzeuge (12,20 Mrd. Euro) und elek trische Maschinen und Geräte (8,89 Mrd. Euro) wiesen hier die höchs- ten Werte auf. Die Gruppe bearbeitete Waren verzeichne- te einen Wert von 27,71 Mrd. Euro. Vor allem die Produkte Eisen und Stahl (7,51 Mrd. Euro), sowie Metallwaren (6,85 Mrd. Euro) hatten hier den stärksten Einfluss. Partnerländer damals und heute Bereits 1995 standen – gereiht nach Handels- intensität – drei der heutigen EU-27-Mitgliedstaaten an der Spitze der Top-10-Handelspartner Öster- reichs. Deutschland, Italien und Frankreich führten vor 30 Jahren das Ranking an, begleitet von den Niederlanden auf Platz 6 und Ungarn, dem dama- ligen Belgien und Luxemburg (bis 1998 statistisch unter einem gemeinsamen Ländercode geführt) sowie Tschechien auf den Plätzen 8 bis 10. Drei weitere Länder fanden sich damals unter den wich- tigsten Handelspartnern, zwei davon mit starkem EU-Bezug: die Schweiz als EFTA-Mitglied auf Platz 4 und das Vereinigte Königreich als ehemaliges EU- Mitglied auf Platz 7. Das einzige Land ohne tatsäch- liche EU-Nähe in diesem Ranking waren die Ver- einigten Staaten auf Platz 5. ▶ Tabelle 4a Tabelle 4a
Österreichs Top-10-Handelspartnerländer 1995 gereiht nach Handelsintensität Partnerland Import Export Handels- intensität
in Mrd. Euroin Mrd. Euro Anteil in % in Mrd. Euro Anteil in % Deutschland 21,16 43,6 16,17 38,4 37,3 Italien 4,25 8,8 3,73 8,8 8,0 Frankreich 2,39 4,9 1,87 4,4 4,3 Schweiz 1,86 3,8 2,29 5,4 4,1 Vereinigte Staaten 2,06 4,2 1,25 3,0 3,3 Niederlande 1,67 3,4 1,20 2,9 2,9 Vereinigtes Königreich 1,44 3,0 1,39 3,3 2,8 Ungarn 0,91 1,9 1,53 3,6 2,4 Belgien und Luxemburg 1,30 2,7 0,79 1,9 2,1 Tschechien 0,92 1,9 1,15 2,7 2,1 Q: STATISTIK AUSTRIA, Außenhandelsstatistik. – Endgültige Ergebnisse. – Rundungsdifferenzen nicht ausgeglichen. Tabelle 4b
Österreichs Top-10-Handelspartnerländer 2024 gereiht nach Handelsintensität Partnerland Import Export Handels- intensität
in Mrd. Euroin Mrd. Euro Anteil in % in Mrd. Euro Anteil in % Deutschland 60,84 32,2 56,74 29,7 117,6 Italien 12,33 6,5 11,74 6,1 24,1 Vereinigte Staaten 7,72 4,1 16,23 8,5 23,9 China 15,47 8,2 5,31 2,8 20,8 Schweiz 7,12 3,8 9,47 5,0 16,6 Tschechien 8,12 4,3 6,76 3,5 14,9 Polen 6,09 3,2 7,38 3,9 13,5 Frankreich 5,13 2,7 6,96 3,6 12,1 Ungarn 4,78 2,5 6,84 3,6 11,6 Niederlande 5,48 2,9 3,56 1,9 9,0 Q: STATISTIK AUSTRIA, Außenhandelsstatistik. – Endgültige Ergebnisse. – Rundungsdifferenzen nicht ausgeglichen. Einst und heute  EU-Außenhandel 26 STATjournal 6 – 2025 Rängen 2 und 3 folgten bearbeitete Waren (Import: 10,59 Mrd. Euro; Export: 12,13 Mrd. Euro) und chemische Erzeugnisse (Import: 8,29 Mrd. Euro; Export: 7,23 Mrd. Euro). Unter den Zwei­ stellern waren Straßenfahrzeuge – wie bereits erwähnt – mit einigem Abstand die wichtigsten Handelswaren im Austausch mit Deutschland (Importanteil: 13,0 %; Export­anteil: 10,0 %). Italien war sowohl 1995 wie auch 2024, gereiht nach der Handelsintensität, der zweitwichtigste Handelspartner. Vor 30 Jahren spielten hier vor allem die Produktgruppen Maschinen und Fahr­ zeuge (Importanteil: 27,9 %) sowie bearbeitete Waren (Exportanteil: 34,1 %) die maßgebliche ­Rolle beim Handel mit diesem Land. Die letzten sieben Jahre führten beim Warenaustausch mit Italien zu einer negativen Handelsbilanz. Das größte Handel­sbilanzaktivum hingegen wurde im Jahr 2007 (+2,34 Mrd. Euro) erwirtschaftet. 2024 verringerte sich der Einfuhrwert verglichen mit dem Vorjahr um 5,2 % auf 12,33 Mrd. Euro (Ein­ fuhranteil: 9,8 % am EU-Handel), der Ausfuhrwert sank (um 4,6 %) auf 11,74 Mrd. Euro (Ausfuhranteil: 9,2 % am EU-Handel). Das Handelsbilanzdefizit betrug 0,59 Mrd. Euro. Auch in diesem Jahr waren Maschinen und Fahrzeuge (Importanteil: 31,1 %) und bearbeitete Waren (Exportanteil: 27,6 %) an der Spitze der wichtigsten Handelsgruppen, gefolgt von Ernährung importseitig (Importanteil: 13,3 %) und chemischen Erzeugnissen a. n. g. export­ seitig (Exportanteil: 14,7 %). Während Straßenfahr­ zeuge (1,20 Mrd. Euro) die wichtigsten Importgüter repräsentierten, waren die wichtigsten Exportgüter Eisen und Stahl (0,93 Mrd. Euro). Auf Platz 3 der wichtigsten europäischen Handels­partner nach Handelsintensität folgte Tschechien. Vor 30 Jahren rangierte es an letzter Stelle der Top-10-Handelspartner Österreichs. Vor allem die Produktgruppen bearbeitete Waren (Importanteil: 24,4 %) und Maschinen und Fahr­ zeuge (Exportanteil: 33,7 %) spielten damals im Handel mit diesem Partnerland eine ausschlag­ gebende Rolle. Die letzten 15 Jahre beim Handel mit Tschechien resultierten durchgehend in einem Wichtigste europäische ­Handelspartner 2024 Deutschland war in den vergangenen 30 Jah­ ren durchgehend der wichtigste Handelspartner Österreichs. Absolut betrachtet wies Österreichs wichtigster Handelspartner auch die höchsten Steigerungen im Vergleich zum Beitrittsjahr auf und verdreifachte sich nominell sowohl bei den Import- als auch bei den Exportwerten (Import: +187,5 %, +39,67 Mrd. Euro; Export: +251,0 %, +40,58 Mrd. Euro). Die wichtigste Produkt­gruppe beim Handel mit Deutschland betraf bereits damals Maschinen und Fahrzeuge (Import­ anteil: 40,2 %; Exportanteil: 42,0 %). In beiden Ver­ kehrsrichtungen spielten hier Straßenfahrzeuge eine wichtige Rolle. Sie fanden sich importseitig an erster und exportseitig an zweiter Stelle (nach der Gruppe elektrische Maschinen und ­Geräte). 30 Jahre später stand diese Gruppe in beiden Verkehrsrichtungen an der Spitze der wichtigsten Handelsprodukte mit Österreichs Nachbarland. Die Handelsbilanz fiel seit dem Beitrittsjahr Öster­ reichs zur Europäischen Union beim Deutschland­ handel immer negativ aus, das größte Defizit ergab sich im Jahr 2008 (−13,48 Mrd. Euro). Auch im Jahr 2024 blieb Deutschland in bei­ den Verkehrsrichtungen der wichtigste Handels­ partner Österreichs. Die Einfuhr aus diesem Land nahm dabei jedoch verglichen mit dem Jahr 2023 (− 6,0 %) auf 60,84 Mrd. Euro ab und erreichte somit einen Anteil von 48,5 % an der Einfuhr aus der Europäischen Union. Ausfuhrseitig erzielte der Außenhandel mit Deutschland eine geringere Abnahme (−2,9 %) auf 56,74 Mrd. Euro und einen Anteil an der Ausfuhr von 44,3 %. Das Handels­ bilanzdefizit betrug 4,09 Mrd. Euro. Analog zum EU-Handel insgesamt war auch im Warenaustausch mit Deutschland die Produkt­ gruppe Maschinen und Fahrzeuge in beiden Verkehrsrichtungen mit Abstand die bedeutendste und nimmt sowohl im Import als auch im Export deutlich über ein Drittel des Anteils ein (Import: 22,05 Mrd. Euro; Export: 21,45 Mrd. Euro). Auf den