Brehms Tierleben, Band 10: Die Niederen Tiere
Wir sind nun im stande, die natürlichen Gruppen der Polypen uns vorzuführen.
Erste Ordnung. Die sechsstrahligen Polypen (Hexactinia).
Diese reichhaltigste Abteilung ist durch die Zahl und Menge ihrer Strahlen und Fühler charakterisiert. Die Grundzahl ist immer Sechs, doch bleibt es nur bei einigen Gattungen dabei stehen. Bei allen übrigen tritt eine Vermehrung der Strahlen und Leibesfächer durch Einschieben neuer Kreise ein, wonach die Ordnung auch als „Vielkreisige Polypen“ (Polycyclia) bezeichnet wurde. Man hielt früher dafür, daß dieses Auftreten neuer Kreise von der Grundzahl aus einen ganz regelmäßigen Fortgang habe, so daß in bestimmter Ordnung eine Mehrzahl von Sechs folge, und durch die Reihenfolge der Kreise auch die Ordnungszahl und Länge der Fühler und Scheidewände bestimmt sei. Allein aus den neueren Untersuchungen von Semper und Lacaze-Duthiers geht die Unrichtigkeit jenes sogenannten „Gesetzes von Mil ne-Edwards“ hervor. Gewöhnlich schiebt
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[Zur Tafel: »Seeanemonen«.]
3, 5, 14. Eloactis Mazeli.
- Ragactis pulchra.
6, 6a, 8. Cerianthus membranaceus.
7, 19. Actinia Cari.
-
Cladactis Corae.
-
Cereactis aurantiaca.
11, 12, 16, 17. Heliactis bellis.
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Adamsia palliata.
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Astroides calycularis, Koralle.
-
Anemonia sulcata.
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Aiptasia mutabilis.
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Bunodes.
(22. Ein Röhrenwurm.)
Seeanemonen: Allgemeines. 581—
sich nur noch der zweite Kreis regelmäßig ein, dann bleiben einzelne Strahlen früherer Kreise zurück, andere späteren Ursprunges eilen im Wachstum nach und voraus, so daß die genaueste Kontrolle notwendig ist, um den Faden in der Aufeinanderfolge nicht zu verlieren. Lacaze-Duthiers hat uns sogar an mehreren Beispielen gezeigt, wie schon in den frühesten Larvenstufen die sonst das Wachstum und die ganze Anlage bestimmende
Sechszahl nicht zur Geltung kommt, so bei der gemeinen Pferde-Aktinie (Actinia equina). Wir geben eine Larve, welche schon etwas weiter vorgeschritten ist. Die Form der Larve ist eine zweiseitig symmetrische, und dies ist nicht die Folge einer nachträglichen Störung des etwa ursprünglich regelmäßig sechsstrahligen Körpers, sondern das Resultat einer ungleichmäßigen Zweiteilung des Embryos, wovon der größere fingerartige Fühler und der ihm gegenüberstehende noch lange nach dem Übergange in den Zustand der festsitzenden Aktinie Zeugnis geben. Mustern wir nun einige Familien. Die erste Stelle nehmen die Seeanemonen oder Aktinien ein, eine der Hauptzierden der Aquarien. Über alle Meere verbreitet, vertreten fie in der gemäßigten Zone vorzugsweise ihre Klasse, zeichnen sich durch ihre Größe und ihr Leben als Einzeltiere aus und kommen vielfach in der Strandzone und überhaupt in solchen Tiefen vor, daß jeder: manns Blicke auf sie gelenkt werden. Dazu trägt ihre lebendige, meist prächtige Färbung nicht wenig bei. Ihre Körperhaut ist fest und lederartig, oft mit Warzen bedeckt. Es sondern sich in ihr gar keine Kalkteilchen ab, das Tier ist daher der größten Zusammenziehungen und Formveränderungen fähig. Ausgenommen einige Arten, welche sich mit ihrem Hinterteil in den Sand stecken oder sich eine Wohnscheide bauen oder absondern, bedienen sich die Aktinien ihrer Fußscheibe zum Festhalten und können auf ihr lang- Larve der Actinia equina. Vergrößert. sam den Ort verändern. Unsere farbige Beilage, nach lebenden Exemplaren des Aquariums der zoologischen Station zu Neapel gezeichnet, zeigt uns eine Anzahl Aktinien in ihrer ganzen Schöne und Farbenpracht. Links vorn sitzt ein ausgestrecktes und ein zusammengezogenes Exemplar von der roten Varietät der sehr farbenunbeständigen Pferdeaktinie (Actinia equina, Fig. 1 u. 2). Im Mittelgrunde sehen wir links ziemlich in der Mitte des Bildes ein ausgedehntes und rechts nahe dem Rande ein stark kontrahiertes Exemplar der wunderschönen grünen Carusschen Seerose (Actinia Cari, Fig. 7 u. 19). Schöne Formen sind auch die gestreiften Aktinien Ragactis pulchra (Fig. 4) und Cereactis aurantiaca (Fig. 10).
Sehr variabel, aber immer elegant in der Färbung erscheint die Sonnen-Seeanemone (Heliactis bellis, Fig. 11, 12, 16 u. 17) und die durch gefleckte Fangarme ausgezeichnete Aiptasia (Aiptasia mutabilis, Fig. 20). In der Mitte im Vordergrunde unseres Bildes kriecht ein Einsiedlerkrebs herum, der seinen Gast, die Mantelaktinie (Adamsia palliata, Fig. 13), mit sich herumführt. Weniger in die Augen fallend zeigt sich die mit ziemlich langen, cylindrischen Tentakeln ausgestattete Eloactis Mazelii (Fig. 3, 5 u. 14). In der Form erscheinen die langarmigen Seeanemonen noch eleganter als die kurzarmigen. Wie graziös läßt Anemonia sulcata (Fig. 18) ihre Tentakeln
schweben, wie hungrig reckt fie der in der Farbe wechselnde Cerianthus membranaceus (Fig. 6, 6a, 8) nach allen Seiten; scheinbar apathisch, aber nicht weniger gierig läßt sie inder Mitte unseres Bildes die warzenreiche Cladactis Costae (Fig. 9) herabhängen.
Diese und noch einige andere Arten von Aktinien sind die am besten gedeihenden Bewohner der so lehrreichen Aquarien, wohin sie sogar aus fernen Meeren versetzt werden können, indem sie den Transport leichter als irgend andere Seetiere aushalten. Das Hamburger Aquarium bekam sogar Seerosen von der peruanischen Küste; die kalte Passage um das Kap Horn hatte man ihnen durch Erwärmung ihrer Gefäße erträglich gemacht. Den Transport von 1—2 Tagen vertragen unsere in der Strandzone lebenden und an zeitweilige Entblößung gewöhnten Arten übrigens am besten, wenn man sie in Schachteln zwischen etwas Lattichulve (Ulva lactuca) verpackt. Hat man unterwegs Zeit, fie einmal mit etwas mitgenommenem Meerwasser zu erfrischen, so ist man ihrer ganz sicher.
Die äußere Schönheit und Farbenpracht, das stille Wesen, die blumenhafte Bescheidenheit verbergen die äußerste Gefräßigkeit der Aktinien. Sie würgen große Stücke Fleisch hinab, am liebsten aber saugen sie Miesmuscheln und Austern aus. Ich habe oft mit Vergnügen der Fütterung im Aquarium zugesehen, wozu sich natürlich am besten die großen Arten mit langen Fangarmen eignen. Denn als wahre Fangarme erweisen sich alsdann die Fühler. Die Aktinie sitzt, weil keine Berührung oder Witterung aus nächster Nähe sie erregt, still und blumenhaft da. Aber kaum bringt der Wärter ein Stück Fleisch, einen kleinen Fisch oder Krebs an den Fühlerwald, als diese auch schon wie auf einen Schlag sich um die Beute legen und sich mit ihr in den Vorraum zur Magenhöhle versenken. Von dem ihnen gereichten Fleisch pressen sie nicht etwa nur den Saft aus, sondern sie verdauen es vollständig. Nur die Fettmassen, welche man ihnen mit magerem Fleisch zusammen reichte, wurden, wie man im Aquarium beobachtete, wieder ausgestoßen. „Gut gefütterte Aktinien“, sagt Möbius, „häuten sich oft, sicherlich deshalb, weil sie bei reichlicher Nahrung schnell wachsen. Während der Häutung halten sie sich niedrig zusammengezogen; dehnen sie sich, nachdem diese vollbracht ist, wieder aus, so umgibt die abgestoßene Haut die Basis ihres Fußes als ein lockerer, schmutziger Gürtel.“
Von der Fütterung der Mantelaktinie (Actinia s. Adamsia palliata, Vollbild Fig. 13) durch ihren Freund und Wohnungsgeber, den Einsiedlerkrebs, haben wir früher erzählt (S. 39). Ich komme hier nochmals darauf zurück, weil es ein scheinbar unvermitteltes und deshalb schwer oder nicht erklärliches Verhältnis betrifft. Allein so isoliert steht es nicht da. Die Aktinien heften sich nur da an, wo die Wasserströmung ihnen Fleischnahrung zuführt. So erhalten die zwischen Flut- und Ebbemarke sitzenden Arten bei jeder Flut eine neue lebendige Umgebung. Von je stärkerer Strömung eine felsige Küste getroffen wird, ein Hafeneingang, ein Molo, um so sicherer kann man neben anderen Tieren auch einer großen Anzahl von Aktinien gewärtig sein. Es liegt daher nahe, daß einzelne Aktinienarten mit der Zeit die Gewohnheit angenommen haben, auf solchen Tieren sich anzusiedeln, deren eignes Nahrungsbedürfnis sie im bewegten Wasser umhertreibt. Wir sehen, daß die Einsiedlerkrebse mit ihren Schneckenhäusern am geeignetsten gewesen sind, und so finden wir z. B. die große gelb und braun gestreifte Actinia effoeta (Abbild. S. 583) vorzugsweise mit dem Pagurus striatus associiert, einem der größeren Einsiedlerkrebse des Mittelmeeres, der entsprechend große Schneckenschalen brauchte. 2—3 Exemplare dieser Aktinie sitzen oft aneinem Pagurus, der ziemlich träge ist und sich um seine Bürde gar nicht bekümmert. In diesem Falle ist die Seeanemone nur durch das Umherwandern ihres Hausherrn im Vorteil für ihre Ernährung. Man sieht aber, wie die besondere Stellung, welche die Mantelaktinie zum Krebse einnimmt, nur ein Schritt weiter in der gegenseitigen Angewöhnung ist. Die Stellung der Mantelaktinie am Einsiedlerkrebs ist, an sich betrachtet,
die unbequemste, die man sich denken kann. Die Mantelaktinie besitzt aber in den beiden seitlichen Fußlappen ein Hilfsmittel, den Krebs leicht und sicher zu umfassen und so ihre Lage mit dem Vorteile der leichten Nahrungszufuhr in Übereinstimmung zu bringen.
Da die Aktinien mit den wenigsten Umständen in der Gefangenschaft gehalten werden können, hat man ihre Vermehrung am genauesten beobachtet. Sie gehören zu den nicht zahlreichen Sippen, welche keine Stöcke bilden, und deren Fortpflanzung auf die Entwickelung mit seltenen Ausnahmen aus den Eiern beschränkt bleibt. Der eifrige Beobachter lebender Tiere, Dalyell, erhielt eine Aktinie 6 Jahre lang und zog von ihr 276 Junge. Zwei dieser selbst gezogenen Tiere lebten 5 Jahre, zeugten mit 10— 12 Monaten Eier und lieferten mit 12— 14 Monaten Brut. Er sah auch, daß die bewimperten infusorienförmigen Larven nach 8 Tagen zur Ruhe gelangten und ihre Wimpern verloren, worauf nach einigen Tagen, während sie sich festsetzten, die ersten Tentakeln zum Vorschein kamen. Häufig machen die jungen Aktinien in der Leibeshöhle der Mutter ihre ganze Verwandlung durch.
Aber auch im freien Zustande sind viele oberflächlicher \ lebende Arten leicht zugänglich. Wie und wo man die zahlreichen Aktinien der britischen Küsten findet, erzählt der um das Halten der niederen Tiere in Aquarien so verdiente Gosse in einem mit vielen guten Kupfern ausgestatteten Buche. Noch eingehender sind Lacaze-Duthiers' Beobachtungen über einzelne Arten, deren Bau er studierte, und über deren Vorkommen und Lebensweise er fi) behufs der Bearbeitung ihrer Entwickelungsgeschichte unterrichtete. So erfahren wir von ihm über die an der europäischen Küste so gemeine Pferdeaktinie (Actinia equina, Vollbild, Fig. I u. 2) eine Menge von Einzelnheiten, die uns den Lebenslauf dieses Tieres vor Augen stellen. Er fand die Pferdeaktinie 5 längs der Küste des Kanals an allen felsigen Lokalitaten Seanche rege in der Höhe des niedrigsten Wassers, d. h. in der Zone des
Blasen⸗ und Sägetanges (Fucus vesiculosus und F. serratus). Die Farbe variiert zwischen Scharlach, Rosenrot, Dunkelrot, Braun bis Olivengrün, und als spezielles Kennzeichen findet sich unter der Fühlerkrone ein Kranz von schönen blauen Warzen. Für den Beobachter eignen sich besonders diejenigen Individuen, welche, um dem direkten Lichte auszuweichen, sich unter den Wölbungen der Felsen angesiedelt haben. Dort hängen sie zur Ebbezeit wie klare, durchsichtige, mit Wasser gefüllte Blasen. Die so aussehenden Individuen scheinen einer eignen Varietät anzugehören, während eine andere intensiver rot gefärbte mit sehr entwickelten blauen Warzen und grünen Punktreihen, welche den Hauptfühlern entsprechen, jene zu sein scheint, die inDalyells Aquarium 5 Jahre aushielt. Sie war vom Juni bis September mit Eiern erfüllt, trug jedoch niemals Larven in sich, während die durchsichtige kleinere Varietät neben jenen gewöhnlichen Embryonen von allen Entwickelungsstufen um: schloß. Jener ersten steht die Actinia equina des Mittelmeeres sehr nahe; auffallenderweise fand aber Lacaze-Duthiersbei dieser während der ganzen guten Jahreszeit, vom April bis in den Herbst hinein, keine Eier. Auch aus anderen Beobachtungen ergab sich ihm das Resultat, daß die Fortpflanzungszeit der Aktinien nach Standort und Art sehr wechselt. Als er bei Dünkirchen einst mitten im Winter bei Schnee und wechselnder Kälte den Jan: digen Strand durchsuchte, fand er zu seinem Erstaunen eine trächtige kleine Sagartie.
Da wir voraussetzen können, daß mancher Liebhaber „mikroskopischer Gemüts- und Augenergötzungen“ bei einem Aufenthalt am Meeresstrande sich die eine und andere Aktinie mit ihren Jungen näher ansehen möchte, so lassen wir uns von dem Pariser Zoologen
noch erzählen, wie er die Embryonen sammelte und die Tierchen beobachtete. Er sagt: „Die Embryonen der verschiedenen Seeanemonen kann man sich nicht auf dieselbe Weise verschaffen. Das Vorgehen, womit man bei einer frei lebenden zum Ziele gelangt, ist nicht anwendbar bei solchen, die sich in den Sand graben oder in die Felsspalten zurückziehen. In dem Falle, der uns beschäftigt, bei der Untersuchung der Pferdeaktinie, kann man die Tiere, welche man für trächtig hält, ablösen, um zu Hause die Jungen aus ihnen herauszunehmen. Dabei läuft man aber Gefahr, nicht trächtige Individuen mitzunehmen und Zeit zu verlieren, auch sind die jüngsten Embryonen in den Falten des Leibes sicher sehr schwer zu erkennen. Ich schlug daher folgendes Verfahren ein. „Nicht weit von meiner Wohnung hatte ich eine jener Felshöhlen entdeckt, wo vor dem Sonnenlichte geschützt sich die Aktinie anzuheften pflegt, den Fuß nach oben, den Fühlerkranz nach unten. Dorthin ging ich, ausgerüstet mit einem Glasgefäße mit weiter Offnung, Uhrgläsern und einem spitzen und scharfen Messer. An der Wölbung der kleinen Grotte suchte ich mir die Tiere aus, welche am vollsten geblieben waren und wie kleine durchscheinende Blasen dahingen. Ich stach sie an und sammelte die Flüssigkeit, die aus der Wunde strömte, und mit ihr die in der Leibeshöhle enthaltenen Embryonen. Damit nichts verloren ginge, schabte ich noch mit einem Uhrglase die abgeschnittene Aktinie ab und erhielt so auch die jüngsten Entwickelungsstufen. Nach Hause zurückgekehrt, verteilte ich die am Strande gesammelte Flüssigkeit in kleine Beobachtungsgläser, aus denen ich unter der Lupe diejenigen Jungen, welche ich mit dem Mikroskop beobachten wollte, mit einer feinen Saugröhre aushob. Hat man am Strande eine gute Anzahl Aktinien geöffnet, so erkennt man an einem schwer zu beschreibenden Etwas schon von außen die trächtigen Individuen. „Offnet man eine Mutteraktinie, so haben die herausschlüpfenden Jungen eine große Neigung, sich aufzublähen und zu entfalten. Das dauert oft 1 oder 2 Stunden, mitunter länger, und ohne Zweifel regt der Wechsel des Aufenthaltes ihre Lebensgeister an und macht sie beweglicher. Man thut also am besten, sie bald nach ihrer künstlichen Geburt zu beobachten, wo die durch das Aufblähen verursachte Durchsichtigkeit und die durch die neue Umgebung gesteigerte Beweglichkeit erlauben, durch die Hautbedeckungen in das Innere des Tierchens zu sehen und es während seiner Drehungen von allen Seiten zu betrachten. Auch kann man die jüngsten Larven nur kurze Zeit nach dem Kaiserschnitt sicher und ohne Zeitverlust finden. Sie sind nämlich träger als die vorgeschrittenen, und man erkennt sie nur an ihren Bewegungen unter allen den in der Flüssigkeit schwimmenden Teilchen. Längere Zeit, nachdem sie die Mutter verlassen, fallen sie auf den Boden des Gefäßes, bewegen sich kaum und sind schwer aufzufinden. Auch diejenigen, welche wohl gebildet und sehr lebendig sind, machen endlich nur eine drehende Bewegung nach einer Richtung und um einen Punkt, so daß man sie nur von einer Seite betrachten kann. Auch ziehen sie sich sehr zusammen, jo daß man oft glauben möchte, man hätte zwei verschiedene Entwickelungsstufen vor sich gehabt, wenn man ein und dasselbe Tier unmittelbar nach der künstlichen Frühgeburt und dann einige Stunden später beobachtet. „Von großem Nutzen bei der Untersuchung sind Glasgefäße mit ebenem und dünnem Boden, denn nur mit Hilfe solcher kann man die etwas größeren Embryonen beobachten. In der That sieht man junge Aktinien mit schon 24 oder 48 Fühlern sich gleich nach dem Austritt aus der Mutter festsetzen, dann sich aufblähen und entfalten. Diesen Augenblick muß man wahrnehmen, denn später schließen sie sich oft hartnäckig, der Mundring zieht sich gewaltsam zusammen, so daß Fühler und Scheidewände zusammengepreßt werden und man nichts unterscheiden kann.“ |