All public Sources
Public document

Brehms Tierleben, Band 9: Die Insekten, Tausendfüßer und Spinnen

PDF document862 original pagesPublished 1892
AskTalkView media
Reading progressPage 101 of 196

Einige orangebraune Eckfalter schließen sich den genannten an und umsäumen zum Teil ihre Flügel auf schwarzem Grunde mit blauen Mondflecken. Die große Blaukante oder der große Fuchs (Vanessa polychloros) hat zwei größere schwarze Flecke am Vorderrande der Vorderflügel und fünf kleinere gerundete auf der Fläche derselben, einen größeren am Vorderrande der Hinterflügel außer der schwarzen Binde vor dem Saume aller Flügel. Seine gelb bedornte, schwarzbraune Raupe, über deren Rücken drei gelbe Streifen ziehen, lebt gesellig auf Kirsch-, Birnen- und einigen anderen Bäumen und frißt die Spitzen der Zweige kahl. Sie kommt nur einmal im Jahre vor und verdankt überwinterten Weibchen ihren Ursprung. An solchen Bäumen, welche Wege einfassen, findet man sie am meisten,

und gern tummelt sich der stattliche Falter an Waldrändern, jetzt unten auf dem Boden, dann wieder oben auf den Blättern seine Flügel der Sonne ausbreitend. — Die kleine

Blaukante oder der kleine Fuchs (Vanessa urticae) ist etwas lichter braun, mehr gelbrot, an der Wurzel der Flügel schwarz, besonders an den Hinterflügeln; auf den vorderen

IVS ll N y

  1. Segelfalter (Papilio podalirius) nebft Raupe und Puppe. 2) Gitterfalter, gelber (Vanessa levana), Wintergeneration; 4) Gitterfalter, schwarzer (Vanessa prorsa), Sommergeneration; 3) Raupen; 5) Puppen.

stehen drei kleinere Flecke auf der Scheibe, drei größere und viereckige am Vorderrande von gleicher Farbe, und zwischen dem hintersten dieser und der schwarzen Saumbinde ein weißlicher Fleck. Der Falter fliegt überall und beinahe das ganze Jahr hindurch und kommt öfters einmal in die Zeitungen als Verkündiger des lange ersehnten Frühlings, auf welchen der Berichterstatter nun mit Sicherheit rechnet, dabei aber den Umstand übersieht, daß dieser Schmetterling ebensowenig wie der Zitronenfalter, dem jene Ehre auch widerfahren kann, seiner Puppe entschlüpft, sondern durch den wärmenden Sonnenschein aus seinem winterlichen Verstecke hervorgelockt worden ist. Die schwarze Dornenraupe lebt in zwei Bruten gesellig auf der Brennessel, welche sie öfters ganz kahl abweidet. Man erkennt sie an den gelben und gelbgrünen Längsstreifen in den Seiten. Auch dieser Schmetterling bekommt

1) Segelfalter (Papilio podalirius) nebft Raupe und Puppe. 2) Gitterfalter, gelber (Vanessa levana), Wintergeneration; 4) Gitterfalter, ſchwarzer (Vanessa prorsa), Sommergeneration; 3) Raupen; 5) Puppen.

Lust zum Wandern, wenn er ausnahmsweise in ungezählten Mengen vorhanden ist. Godet beobachtete am See von Neuchätel im Juli 1828 einen Zug, welcher eine halbe Stunde dauerte. Die Gattung Vanessa liefert in den beiden Spielarten Prorsa und Levana ein DBei-spiel von der „Zweigestaltigkeit“, die von der Jahreszeit abhängt, von dem sogenannten Saison-Dimorphismus, indem die braungelbe, schwarz gefleckte Winterform (V. levana, Fig. 2, S. 381) aus überwinterten Puppen, die schwarze Form mit weißer Binde über den vier Flügeln die Sommerform (V. prorsa, Fig. 4) bildet. Dieselbe Zweigestaltigkeit hat man noch bei einigen anderen europäischen Tagschmetterlingen beobachtet, eine solche, welche von dem Klima oder den Ortlichkeiten abhängig ist, kommt weit mannigfaltiger vor, kann hier aber nicht näher erörtert werden. Wer sich für diese höchst merkwürdigen Erscheinungen näher interessiert, der sei auf die Untersuchungen von Prof. Weismann hingewiesen, welche er in seinen „Studien zur Deszendenz-Theorie“ (Leipzig 1875— 76) niedergelegt hat.

Der große Eisvogel oder Aspenfalter (Limenitis populi, Fig. 1, S. 388) zählt nächst den Rittern zu den stattlichsten europäischen Tagschmetterlingen. Ein Bewohner der Wälder (denen des nordwestlichen Deutschland scheint er zu fehlen), beherrscht er die höheren Luftschichten und hält es unter seiner Würde, sich auf den Blumen unter das kleine Gesindel zu mischen. Man sieht ihn besonders die Pfützen der Waldwege aufsuchen, wo er eifrig saugt und, obschon sonst sehr scheu, sich leicht fangen läßt. Ich sah vorzeiten Mitte Juni, denn nur zu dieser Zeit fliegt der Schmetterling einige Wochen, eins der viel selteneren und von den Sammlern gesuchten Weibchen hoch oben in den Lüften über eine Lichtung im Walde herbeigeflogen kommen und neben einem Bache förmlich einfallen, als wenn es von weitem das Wasser gewittert hätte. In diesem Zuge und Fluge lag etwas ganz anderes, als man für gewöhnlich bei den Schmetterlingen beobachtet, und welches in Worte übersetzt etwa so lauten würde: „Ich habe gar nichts zu versäumen; komme ich heute nicht hierher, so ist morgen auch noch ein Tag, und komme ich morgen nicht, so liegt wenig daran, das Wohin bleibt sich ja ganz gleich, wenn ich nur meine Zeit in gemächlicher Bewegung verbringe.“ Jenes Weibchen wußte, wohin es wollte, die Ausführung seines Willens gereichte ihm freilich zum Verderben; denn es geriet in die Gewalt des Jägers, bedeckt mit dem Netze, war es um seine Freiheit, um sein Leben geschehen. Bei ihm wird die tiefbraune Oberfläche der Flügel durch eine weiße Fleckenbinde, die quer über die Hinterflügel läuft, unterbrochen, auf den vorderen durch einzelne weiße Flecke, deren mittlere sich gleichfalls zu einer schrägen Querbinde ordnen. Beim Männchen ist diese weiße Zeichnung eben nur angedeutet. Im Vergleiche zu dieser eintönigen, mehr düsteren Färbung überrascht die lebhafte und bunte Färbung der Unterseite. Die weißen Zeichnungen der Oberseite treten hier schärfer und bestimmter hervor, auch beim Männchen; die Grundfarbe bildet jenes Gelbrot der Mondflecke von oben, unterbrochen von schwarzen Fleckenreihen, welche auch auf der Oberfläche angedeutet sind; nur der Innenrand der Hinterflügel und der wellige, schwarz besäumte Hinterrand beider Flügel sind bleigrau; an den Vorderflügeln hat die Innenecke einen schwarzen Anflug. Die grünlichgelbe, am vierten, sechsten, achten und neunten Ringe rötlichbraune, braun und schwärzlich gefleckte und gestreifte Raupe hat große Spiegelflecke an den Seiten des fünften und siebenten Gliedes und zwei Reihen dicker Fleischzapfen mit geknopften Härchen längs des Rückens, von welchen die im Nacken bedeutend länger sind als die übrigen. Sie schlüpft im August oder September aus dem Ei, welches an eine Zitterpappel gelegt war. Nachdem sie kurze Zeit gefressen hat, spinnt sie sich für den Winter ein oben offenes, durchsichtiges Gehäuse, welches sie der Unterseite eines Zweiges anheftet. Hier ruht sie bis in den Mai, wächst dann sehr rasch und hängt sich zur Verpuppung gern an einem Blatte auf. Die gelbliche, braun und schwarz gefleckte

Puppe ist am Kopfe und Brustrücken höckerig und hat an letzterem einen henkelartigen Auswuchs; nach 8—9 Tagen erscheint der Falter. — Limenitis enthält noch mehrere kleinere Arten, welche in der Zeichnung, wenn auch nicht in der Farbenmischung, viel Ahnlichkeit haben und darin, wie im Flügelschnitte, der Bedornung ihrer Raupen, welche alle an Bäumen leben, den Gattungscharakter wahren.

Die Schillerfalter (Apatura) haben denselben Flügelschnitt und fast die gleiche Zeichnung wie der große Eisvogel, auch, wie dieser, die offene Mittelzelle aller Flügel, aber die Fühlerkeule ist breitgedrückt, die spitz auslaufenden, den Kopf überragenden Taster liegen einander an, und die Oberseite der Flügel zeichnet sich beim Männchen durch lebhaften Schiller in prachtvollem Blau oder Violett aus; überdies weist jeder Flügel einen Augenfleck auf, welcher hier mehr auf der Oberseite, dort deutlicher auf der unteren zur Entwickelung gelangt. Die dornlosen, grünen Raupen spitzen sich nach hinten zu, wodurch sie die allgemeinen Umrisse einer nackten Schnecke annehmen, und zeichnen sich durch zwei eigentümliche, nach oben gerichtete Zipfel am Kopfe aus. Sie leben an Weiden und Zitterpappeln. Die beiden deutschen Arten, Apatura Iris und A. Ilia, mit einigen Abänderungen, sind ziemlich verbreitet, jedoch mehr an gewisse Ortlichfeiten gebunden e und erscheinen mit dem vorigen in 5 UT — Wäldern, aber etwas längere Zeit, RU im Jahre. Ein steter, schwebender Neoptolemus (Morpho Neoptolemus). Natürliche Größe. Flug und rastloses Hin- und Hereilen an den Rändern breiter Fahrwege, welche die Wälder durchschneiden oder ihnen entlang ziehen, zeichnet sie aus.

Die riesigen Morphiden Südamerikas sind Falter von glanzvoller Färbung, welche hoch oben, meist nicht unter 6 m Entfernung vom Erdboden, in den Lichtungen und breiten Wegen der brasilischen Wälder sich tummeln und dem Beschauer einen überraschenden Anblick gewähren. Wenn die großen Ritter, von welchen früher die Rede war, durch die Straßen der Städte segeln, in die Gärten, ja zum offenen Fenster hereinfliegen, wo sie Blumen erblicken, jo lassen sich unsere „trojanischen Helden“, ein prachtvoll blauer Menelaus, oder ein Telemachus, oder ein Cypris (Fig. 3 auf der farbigen Tafel „Ausländische Tagfalter“, S. 370), ein Hector mit nur blauem Querbande von matterer Färbung, ein durchaus weißer Morpho Laértes, auf der Unterseite der Hinterflügel mit der zierlichsten Mosaikarbeit in einer Querreihe gezeichnet, und andere nicht so weit herab und kommen höchstens nach Gewitterregen zur Erde, um ihren Durst zu stillen. Sie alle haben eine Flügelspannung, welche das Maß von 13—18 em noch übertreffen kann, fo daß fie selbst in größerer

Neoptolemus (Morpho Neoptolemus). Natürliche Größe.

Entfernung dem Blicke nicht entgehen. Die Männchen aller Morphos haben sehr kleine, pinselähnliche Vorderbeine, beide Geschlechter kurze, dünne Fühler mit schwacher Keule, zusammengedrückte, weit voneinander getrennte Taster, welche mit einem kleinen, kegelförmigen Gliede enden, große, nackte Augen und meist am Saume etwas ausgebuchtete Vorderflügel. Der S. 383 abgebildete Neoptolemus (Morpho Neoptolemus) glänzt auf der Oberseite in Azurblau wie poliertes Metall und spielt in Regenbogenfarben wie Opal, aber mit viel gesättigterer Farbenpracht; rings um den Rand läuft eine schwarze, nach hinten schmäler werdende Einfassung. Die braune Unterseite wird von gelblichgrauen Zeichnungen: Zackenlinien und weiß gekernten Augenflecken, in der Weise reichlich verziert, wie sie die Abbildung vergegenwärtigt. — Auch hier schließen sich viele Gattungen an, deren zahlreiche Arten über die Gleichergegenden verbreitet sind. 5

Die Augler (Satyridae) bilden eine artenreiche Sippe, welche sich mehr durch Färbung und Zeichnung als durch den Schnitt der Flügel sowie durch einige andere Merkmale bestimmt abgrenzt und in Europa vorherrschend vertreten zu sein scheint. Die heller oder dunkler braune Oberseite der Flügel kann fast einfarbig sein, wird aber meist von einzelnen runden Pünktchen, „blinden“ oder gekernten Augenflecken gezeichnet, welche in geringer Menge oder auch zahlreicher, aber dann immer in einer Reihe und zwar nahe dem Saume stehen; öfter und vorzugsweise bei den Weibchen auf dem Vorderflügel in einem lichteren Flecke. Die Unterseite der Flügel, vorn meist der oberen entsprechend, hinten vorherrschend braun marmoriert, trägt die Augenflecke schärfer und vollständiger, so daß die der Oberseite nur die mehr oder weniger vollkommen entwickelten Fortsetzungen dieser zu sein scheinen. Dieselben sind in der Regel schwarz und haben einen weißen, bisweilen auch einen metallisch glänzenden Mittelpunkt, nicht selten überdies einen lichteren, wohl auch metallischen Außenring. Neben der soeben beschriebenen Flügelzeichnung und dem gesonderten Austreten von Rippe 6 und 7 aus der Mittelzelle der Hinterflügel kommen allen Satyriden noch zu: ein behaarter Körper, gespaltene oder gekerbte Fußklauen, mäßig lange, voneinander abstehende Taster, welche aufgerichtet und abstehend dicht behaart sind. Die meisten von ihnen erreichen nur mittlere Größe. Manche Formen kommen ausschließlich im hohen Norden vor und sind durch lichtere Grundfarbe und ein auffallend dünnes und durchsichtiges Schuppenkleid ausgezeichnet; andere sind den Alpen und übrigen höheren Gebirgen eigentümlich, welche zahlreiche Arten, wenn auch nicht immer ausschließlich, ernähren. Zu diesen gehören die dunkelsten, auf der Unterseite wie fein geaderter Marmor gezeichneten. Sie tummeln sich besonders auf Wiesen und Grasplätzen umher. — Die Raupen der Augler laufen am verdünnten Ende in zwei Schwanzspitzchen aus, welche die Stelle der fehlenden Nachschieber vertreten, sind glatt oder runzelig, sehr häufig samtartig behaart und heller oder dunkler der Länge nach gestreift. Sie leben fast ausschließlich an Gräsern und zwar sehr versteckt; weil sie des Nachts fressen, verbergen sie sich bei Tage am Grunde ihrer Futterpflanzen in oder an der Erde. Die bräunlichen Puppen runden sich mehr ab als die der meisten übrigen Tagfalter und finden sich flach unter der Erde oder unter Steinen, andere aufgehängt.

Man hat die zahlreichen Arten je nach der Beschaffenheit einiger Längsrippen, ob sie dicke Schwielen bilden oder nicht, je nach dem Längenverhältnis der Mittelschienen zu ihrem Fuße, je nach den geknopften oder allmählich in eine Keule übergehenden Fühlern, je nach der Gestalt der Hinterflügel, ob sich dieselben am Innenrande ausschweifen oder nicht, in eine Reihe von Gattungen zerlegt, von denen Erebia (Randbandäugler), Chionobas (durchsichtige Augler), Satyrus (Breitbandäugler), Epinephele (düstere Augler, Ochsenaugen), Pararge (scheckige Augler), Coenonympha (kleine Augler) die verbreitetsten sind.

Die Rost binde, Semele (Satyrus Semele), ist ein außerordentlich scheuer, ges wandter Falter, welcher überall während des Juli und August auf waldigen, lichten Höhen, an trockenen, sonnigen Waldplätzen und an den Rändern der Kiefernwälder anzutreffen ist. Es gereicht ihm zum besonderen Vergnügen, an einen Baumstamm zu fliegen, die Fläche der zusammengeklappten Flügel durch Aufeinanderschieben so klein wie möglich zu machen, sich mit Blitzesschnelle zu erheben, um an einer zweiten Stelle desselben Stammes dieselbe Stellung einzunehmen und sofort dieses nichtssagende Spiel 10—20 mal zu wiederholen. Hat sich die Rostbinde auf diese Weise hungrig gespielt, so besucht sie die roten Blüten des Quendels in der Nachbarschaft des sandigen Waldsaumes, wo sie ihresgleichen und andere Nichtsthuer in Menge antrifft. Jetzt wiederholt sie ihr Auffahren, das Niederlassen und Zusammenschieben der Flügel von neuem und hat nimmer Rast, solange die Sonne noch über dem Gesichtskreise steht und von Wolken nicht bedeckt wird. Nie sieht man sie, wie es die Eckflügler so gern thun, jener ihre Flügeloberfläche darbieten, stets hat sie dieselben zusammengeklappt und ineinander geschoben, daher bekommt man ihre Oberseite wegen des schnellen Fluges auch nie im Freien zu sehen. Dieselbe ist braun, grau angeflogen und trägt auf den Vorderflügeln im Saumfelde zwei fein weiß gekernte Augenflecke hintereinander, eins im Hinterflügel, nahe dem Innenwinkel; sie stehen in lichtem gelbroten Felde, welches bei dem Weibchen deutlicher sichtbar als bei dem kleineren, bedeutend dunkler gehaltenen Männchen ist. Auf der Unterseite stimmt die Zeichnung der Vorderflügel so ziemlich mit der Oberseite, an den Hinterflügeln ist die Fläche sauber grau, dunkelbraun und schwarz marmoriert und das kleine Auge nur beim Weibchen sichtbar, beim Männchen verschwindet es, dafür markiert sich hier eine lichte, nach der Wurzel scharf dunkel und mehrfach eckig begrenzte Binde. Vorderrands- und Mittelrippe sind in der Nähe der Wurzel schwielig aufgetrieben, die Fühler geknopft, die Taster wenig voneinander abstehend, borstig behaart, ihr Endglied dünner und anliegend beschuppt. Die Flügelspannung des Weibchens beträgt durchschnittlich 5„f5 em. — Die glatte, graue, am Bauche grünliche Raupe hat fünf schwarze Längsstreifen, deren mittelster am dunkelsten ist, an jedem Luftloch einen schwarzen Punkt und sechs schwarze Streifen am Kopfe. Sie frißt Gras und überwintert in ziemlich jugendlichem Alter. Die Puppe ruht flach unter der Erde oder unter einem Steine. Ganz in derselben Weise entwickelt sich die ähnliche Briseis (Satyrus Briseis), kenntlich an dem weißgelben Vorderrande der Vorderflügel und einer ebenso gefärbten Fleckenbinde derselben, welche sich verwischt und meist fleckenartig über die hinteren fortsetzt; ebenso die etwas größere, dunklere und auf dem Hinterflügel entschiedener und schärfer weißgelb bandierte Alkyone, der Honiggrasfalter (Satyrus Alcyone). Beide find gleich flinke wie scheue Falter, welche nie ihre Flügel ausbreiten, sondern in festem Schlusse halten und zusammenfallen lassen, wenn sie sitzen. Man findet sie auf sonnigen, steinigen Höhen, über welche sie dem Gerölle nahe in eiligem Fluge hinsegeln und sich von Stein auf Stein setzen, immer bereit, wieder aufzufahren, wie Semele von Baumstamm auf Baumstamm. Die Alkyone ist die seltenere Art und fliegt vorzugsweise im nördlichen, östlichen und südlichen Deutschland.

Continue reading
Page 101 of 196