Brehms Tierleben, Band 4: Die Vögel I — Baumvögel
Die Scharlachtangara, Flachsvogel der Amerikaner (Thraupis rubra, Pyranga rubra und erythromelas, Tanagra rubra, Phoenicosoma und Phoenisoma rubra), ist die am häufigsten vorkommende, am weitesten verbreitete und deshalb bekannteste Art der Gattung. Die Länge beträgt 17, die Breite 27, die Fittichlänge 10, die Schwanzlänge 7 em. Das Hochzeitskleid des Männchens ist, bis auf die schwarzen Flügel, die innen weiß gesäumten schwarzen Schwingen, die Steuer- und die Schenkelfedern sowie die weißen mittleren und unteren Flügeldecken, brennend scharlachrot. Bald nach der Brutzeit legt das Männchen sein Prachtkleid ab und erscheint dann in dem einfachen Gewande des Weibchens, das auf der Oberseite zeisiggrün, auf der unteren gelblichgrün ist. Die Mauser beginnt bereits im August, und durch sie erhält das Männchen zunächst ein rotes und geflecktes Übergangskleid.
Der Sommerrotvogel (Thraupis aestiva, Pyranga aestiva, mississippiensis, Tanagra aestiva und variegata, Muscicapa rubra, Phoenisoma und Phoenicosoma aestiva) ist etwas größer als sein Verwandter. Seine Länge beträgt 19, die Breite 29, die Fittichlänge 11, die Schwanzlänge 8 em. Das Gefieder ist auf der Unterseite brennend, auf der Oberseite düsterer purpurrosenrot; die braunen Schwingen und Steuerfedern haben rosenrote Außen- und bräunlichweiße Innensäume. Das Weibchen ist olivengrün, auf Kopf und Hals bräunlich überlaufen, auf der Unterseite gelb, längs der Mitte der Brust und des Unterleibes rötlich überflogen. Sehr alte Weibchen erhalten zuweilen ein Kleid, welches dem des männlichen Vogels ähnelt; sie werden „hahnfederig“, wie der Vogelkundige zu sagen pflegt. Auch das Männchen dieser Tangara nimmt nach der Brutzeit die Tracht des Weibchens an, und die jungen Männchen ähneln der Mutter. Hinsichtlich der Lebensweise gleichen sich beide Feuertangaras. Sie bewohnen die an verschiedenen Baumarten reichen, großartigen Wälder Nordamerikas und leben hier still und zurückgezogen, meist paarweise. Gewöhnlich sieht man sie hoch oben auf den Spitzen der Bäume. „Als wir im Frühjahre“, erzählt der Prinz von Wied, „den Missouri wieder hinabreisten und im Monate Mai die großen geschlossenen Waldungen des unteren Stromgebietes erreichten, durchstreiften wir jene hohen und wild gedrängten Forste von mancherlei Baumarten, wo eine einsame Ruhe herrschte und mancherlei fremdartige Vögelstimmen sich vernehmen ließen. Unter zahlreichen Vögeln sahen wir hier häufig auf der Spitze der höchsten Bäume die scharlachrote Tangara im hellen Sonnenlichte glänzen, wo sie sich prachtvoll gegen den blauen Himmel malte, und waren entzückt von diesem Anblicke.“ Nicht selten nahen sich die Tangaren den Pflanzerwohnungen und kommen selbst in die Gärten herein, gewöhnlich als ungebetene Gäste, welche von Beeren und Früchten oder auch wohl von den Flachsknoten ihren Zoll erheben. Sie sind nirgends häufig, werden aber überall bemerkt: der Sommerrotvogel ist eine in ganz Amerika bekannte Erscheinung. Seinen Namen führt er,
weil sein Aufenthalt in den Vereinigten Staaten nur etwa 4 Monate beträgt. Er erscheint im Mai und verläßt das Land wieder Mitte September. „Nach dieser Zeit“, sagt Audubon, „würde es schwer sein, ein einziges Paar Tangaren zu entdecken.“ Die Scharlachtangara erscheint etwas früher, bereits im April, und verläßt das Land auch später. Der Sommerrotvogel wandert bei Tage, die Scharlachtangara bei Nacht, hoch über die Wälder dahinstreifend, wobei beide oft ihren Lockton ausstoßen: zwei einfache Silben, die Wilson durch „tschip tschurr“, Audubon durch „tschiki tschuki tschuk“ wiedergibt. Es scheint, daß sie sich auch auf dem Zuge kaum zu Gesellschaften vereinigen, sondern selbst während der Reise ihr einsames Leben fortführen. Die Scharlachtangara ist nach den Angaben des Prinzen von Wied auch in Brasilien ein häufiger Bogel, möglicherweise jedoch nur während der Wintermonate, die sie unter dem milden Himmel des Südens verbringt. Das Betragen dieser Tangaras muß sehr einförmig sein, weil keiner von den gedachten Forschern Ausführliches zu erzählen weiß. Sie sprechen von der Pracht des Gefieders, von dem reizenden Anblicke, welchen die Vögel gewähren, entschuldigen sie wegen ihrer Gesangsarmut und sagen höchstens noch, wie Wilson, daß sie bescheidene, zurückgezogene, friedliche Vögel seien. „Der Flug“, berichtet Audubon, „geschieht in einer gleitenden Weise, wenn sie durch den Wald ziehen, gewöhnlich zwischen den Wipfelzweigen der Bäume dahin.“ Auf den Boden herab kommen sie selten; im Gezweige bewegen sie sich wenig, und nur ausnahmsweise zeigen sie eine gewisse Lebhaftigkeit, indem sie sich aufrichten, mit den Flügeln schlagen und dabei ihre einfachen Töne ausstoßen. Ofters sieht man sie einem vorüberziehenden Kerbtiere zuliebe sich erheben, es fliegend verfolgen und womöglich im Fluge fangen; denn zeitweilig besteht ihre Nahrung, wie die der meisten Verwandten, fast ausschließlich in Kerbtieren. Wilson fand ihren Magen gefüllt mit den Überresten der Bienen. Das Nest ist ein schlechter Bau, welcher in den unteren Zweigen eines Baumes, gewöhnlich in einer Astgabel angelegt wird. Die Tangaren scheinen sich keine große Mühe zu geben, es zu verbergen. Der Prinz von Wied versichert, daß ein weiblicher Vogel, den er brütend fand, „höchst gemütlich sitzen blieb“ und dem Forscher seine Betrachtungen ganz in der Nähe gestattete. Oft sieht man das Nest auf Zweigen über befahrenen Wegen, in den Wäldern gewöhnlich auf solchen Bäumen, welche eine offene Stelle umgeben. Trockene Halme und Wurzeln bilden die Außenwandungen, feineres Gras den Ausbau. Es ist so wenig auf den Zweigen befestigt, daß man es durch Schütteln leicht herunterwerfen kann. Das Gelege besteht aus 3 oder 4, höchstens 5, durchschnittlich 23 mm langen, 16 mm dicken Eiern von lichtblauer oder dunkel grünlichblauer Färbung, die bei den Scharlachtangaras mit rötlichblauen und licht purpurnen Punkten getüpfelt sind und im Mai vollzählig zu sein pflegen. Beide Geschlechter brüten 12 Tage und füttern auch gemeinschaftlich die Jungen auf, hauptsächlich mit Kerbtieren. Anfang Juni sieht man die ersten ausgeflogenen Jungen in Gesellschaft ihrer Eltern, mit denen sie sich bis zur Zugzeit zusammenhalten. Wilson erzählt eine hübsche Geschichte von der Elternliebe unserer Vögel: „Eines Tages fing ich eine junge Scharlachtangara, welche erst vor wenigen Tagen ihr Nest verlassen hatte. Ich trug sie eine halbe Meile weit mit mir weg, steckte sie in einen Käfig und hing diesen im Garten unweit eines Gelbvogelnestes auf, in welchem ich Junge wußte, hoffend, daß die Gelbvögel sich des Fremdlings annehmen würden. Die arme Waise aber wurde, ungeachtet ihres kläglichen Geschreies, gänzlich vernachlässigt. Aus meiner Hand nahm sie kein Futter an, und ich wollte sie wieder zurücktragen nach dem Orte, von welchem ich sie gebracht hatte. Da sah ich gegen Abend eine Scharlachtangara, unzweifelhaft eines der Eltern, rund um den Käfig fliegen und sich abmühen, um in das Innere zu kommen. Als der Alte fand, daß dies unmöglich, flog er weg, kehrte aber bald darauf mit Futter im Schnabel 17* Scharlachtangara. Sommerrotvogel. 259
zurück. So trieb er es bis nach Sonnenuntergang; dann nahm er seinen Sitz auf einem der höheren Zweige des Baumes. Mit Tagesanbruch war er wieder in derselben Thätigkeit wie am Tage vorher und fuhr in ihr fort, bis zum Abend, trotz aller Anfechtung seitens der Gelbvögel. Am 3. und 4. Tage zeigte er sich in hohem Grade besorgt, dem Jungen die Freiheit zu verschaffen, und gebrauchte alle Laute der Angst und Zärtlichkeit, um letzteres zu vermögen, daß es zu ihm komme. Dies war zu viel für den Beobachter: der Gefangene wurde befreit, flog zu seinem Erzeuger, und dieser nahm ihn, unter lauten Ausrufen der Glückseligkeit, mit sich in seine Wälder!“ In der Gefangenschaft kann man diese Tangaras mit Körnern und Früchten erhalten. Doch erfreuen sie den Besitzer keineswegs: sie sind zu still und ruhig, und ihr Gesang ist zu unbedeutend, als daß sich der Mensch für solche Stubengenossen begeistern könnte. * Eine zweite Gattung umfaßt die Organisten (Euphonia). Es sind ziemlich kleine, dickköpfige Vögel mit starkem Schnabel, welcher gegen die Spitze der Oberkieferschneiden hin fein gezähnelt ist und sich weiterhin dadurch kennzeichnet, daß er am Grunde breit und zugleich hoch, nach vorn mehr seitlich zusammengedrückt und am Mundrande nicht aufgeworfen, sondern eingezogen ist. Die Flügel sind kurz, schmalfederig und wenig über die Schwanzwurzel hinab verlängert, die drei ersten Schwingen gleich lang. Der Schwanz ist sehr klein und zwar ebensowohl kurz als schmalsederig. Die einzelnen Federn sind abgerundet. Das Gefieder ist nach den Geschlechtern verschieden, beim Männchen auf dem Rücken vorherrschend stahlblau oder grün, beim Weibchen immer olivengrün, auf der Bauchseite gewöhnlich lebhafter gelb oder blaßgrün gefärbt als auf der Oberseite. Eine höchst auffallende Eigentümlichkeit dieser Vögel ist bei ihrer Zergliederung bemerkt worden. Sie besitzen nämlich keinen eigentlichen Magen, sondern am Schlunde nur eine spindelförmige Erweiterung, gleich einem Kropfe. Die Organisten leben nach Burmeister einsam im dichten Walde, nähren sich von kleinen mehrsamigen Beeren, haben eine angenehme, sehr klangvolle Stimme „mit förmlichen Oktavmodulationen“, welche sie vielfältig hören lassen, nisten im dichten Gebüsche und legen sehr lange, blaßrötliche, am stumpfen Ende rotbraun getüpfelte Eier. Es wird genügen, wenn ich eine einzige Art der Gattung, die in Brasilien und Guayana häufige Guttarama (FTuphonia violacea, Tanagra und Phonasca violacea), zu schildern versuche. Ihre Länge beträgt 10, die Breite 18, die Fittichlänge 6, die Schwanzlänge 4 em. Bei dem Männchen ist die Stirn und die ganze Unterseite dottergelb, die Oberseite von der Stirn an violett stahlblau, auf den Flügeldeckfedern und an den Rändern der Schwingen, die am Grunde innen weiß gesäumt sind, ins Erzgrüne spielend; die Schwanzfedern sind oben stahlblaugrün, unten schwarz, die beiden äußeren jederseits auf der In enfahne weiß, wie es auch der Schaft ist. Das Weibchen ist trübe olivengrün, auf der Unterseite gelbgrau; die Schwingen und Schwanzfedern sind graubraun. Die Jungen ähneln dem Weibchen. Die Männchen im Übergangskleide sind oben stahlblau und unten gelbfleckig. Über die Lebensweise lauten die Berichte sehr dürftig, obgleich der Vogel häufig im Käfige gehalten wird. Die Guttarama ist ein sehr niedliches, lebhaftes, bewegliches Geschöpf, welches gewandt in den Kronen der Bäume umherhüpft, schnell fliegt und oft seine kurze, klangvolle Lockstimme vernehmen läßt. Ihre Nahrung besteht in mancherlei Früchten; besonders Orangen, Bananen und Guayaven werden von ihr arg gebrandschatzt. Wie mich gefangene Organisten belehrt haben, frißt jedes dieser Vögelchen mindestens das Doppelte,
wenn nicht das Dreifache des eignen Gewichtes; und da nun die kleinen Näscher zuweilen in solcher Menge einfallen, daß sie einzelne Fruchtbäume förmlich bedecken, können sie in Pflanzungen erheblichen Schaden anrichten, werden daher nirgends gern gesehen, eher verfolgt, so erfreulich ihre Regsamkeit und meisenartige Gewandtheit für das Auge des Naturforschers auch sein mag. Von anderen Tangaren unterscheiden sich die Organisten nicht allein durch ihre Beweglichkeit, sondern auch durch ihren hübschen Gesang, welcher der Hauptsache nach aus einer Reihe abgebrochener Töne und sie verbindender spinnender und knarrender Laute besteht, ziemlich leise, aber fleißig vorgetragen wird und recht angenehm in das Ohr fällt. Guttarama. — Finken: Allgemeines. 261
Guttarama (Euphonia violacea). Natürliche Größe. Die Nester der Organisten, über deren Fortpflanzungsgeschäft Beobachtungen angestellt werden konnten, sind im Vergleiche zur Größe des Vogels sehr umfangreich, napfförmig und aus trockenem Grase, feinen Ranken und Baumwollflocken erbaut, innen aber mit feinen Halmen ausgekleidet. Das Gelege bilden 3—5 sehr dünnschalige, schön rötlichgelbe, äußerst zart rotbraun, meist kranzartig gefleckte Eier. Gefangene Organisten sind selten in unseren Käfigen, verlangen auch sorgfältige Pflege und dauern schon aus dem Grunde nicht lange aus, daß uns die Früchte, die sie lieben, mangeln. Unserem Edelfinken zuliebe benennen wir eine ungefähr 600 Arten umfassende, mit alleiniger Ausnahme Australiens über alle Erdteile verbreitete Familie die der Finken (Fringillidae). Der Schnabel der zu ihr zählenden Sperlingsvögel ist kegelförmig,
verschieden dick, an der Wurzel mit einem mehr oder minder deutlichen Wulste umgeben, der Oberschnabel oft ein wenig länger als der untere und mit schwachem Haken über diesen herabgebogen, ausnahmsweise auch mit letzterem gekreuzt, an den Schneiden bis zum Mundwinkel eingezogen, der Fuß mäßig lang, meist ziemlich kurzzehig und durchgehends mit schwachen Nägeln bewehrt, der Lauf hinten mit ungeteilten Schienen bekleidet, der Handteil des Fittichs stets mit neun Schwingen besetzt, der Flügel übrigens verschieden lang, der Schwanz immer kurz, höchstens mittellang, das Gefieder, mit wenigen Ausnahmen, dicht anliegend, nach Geschlecht und Alter in der Färbung meist erheblich, zuweilen auch gar nicht verschieden. Innerhalb der angegebenen Grenzen bewohnen die Finken alle Gürtel der Breite und Höhe, alle Ortlichkeiten von der Küste des Meeres an bis zu den höchsten Spitzen der Berge hinauf, einsame Inseln nicht minder als volkreiche Städte, die Wüste wie den Wald, nacktes Gestein wie alle denkbaren Pflanzenbestände. Viele von den nordischen Arten sind Zugvögel, die im Süden des gemäßigten Gürtels und in den Gleicherländern lebenden ausnahmslos Standvögel; aber auch viele von denen, welche im Sommer auf eisigen Gefilden ihre Nahrung finden und nisten, verlassen diese nicht, so streng der Winter sein möge. Die wandernden Arten stellen sich mit der Schneeschmelze ein und meiden die Heimat erst, wenn der Winter daselbst einzieht. Alle Finken zählen zu den begabten Sperlingsvögeln, mag auch der Volksmund von einzelnen das Gegenteil behaupten. Sie sind sehr geschickte Läufer oder richtiger Hüpfer, gute Flieger und größtenteils angenehme, einzelne von ihnen sogar vortreffliche Sänger, ihre Sinne wohlentwickelt und ihre geistigen Fähigkeiten denen der meisten übrigen Sperlingsvögel mindestens gleich, sie daher wohl befähigt, die verschiedensten Ortlichkeiten auszunutzen. Die meisten sind gesellig; viele leben unter sich jedoch nur im Herbste und Winter friedfertig zusammen, wogegen auf den Brutplätzen erbitterter Streit nie endet. Solcher hat aber immer nur in Eifersucht seinen Grund; denn Futterneid, obwohl auch ihnen nicht fremd, erregt sie nicht in besonderem Grade. Sämereien der verschiedensten Pflanzen und im Hochsommer Kerbtiere bilden ihre Nahrung, letztere auch vorzugsweise die Atzung der Jungen; an beiden aber fehlt es selten, und wenn es wirklich der Fall ist, einigt die gemeinsame Not. Fast alle Arten bauen sorgsam hergestellte, dickvandige, außen und innen zierlich gestaltete, sauber ausgekleidete Nester aus verschiedenen pflanzlichen und tierischen Stoffen, brüten zweimal, einzelne auch dreimal im Jahre, legen 5—8 auf lichterem Grunde dunkler gefleckte und gestrichelte Eier, ziehen demnach eine zahlreiche Nachkommenschaft heran und gleichen somit die vielen Verluste aus, welche allerlei Raubtiere ihrem Bestande zufügen. Auch der Mensch tritt ihnen zuweilen feindlich entgegen, um sie von seinen Nutzpflanzen abzuwehren; im allgemeinen aber sind sie wohlgelitten, schaden auch in der That nur ausnahmsweise und zeitweilig, bringen dafür erheblichen Nutzen und erfreuen außerdem durch ihr lebhaftes Betragen und die angenehmen Lieder, welche sie zum besten geben. Ihrer Anspruchslosigkeit und leichten Zähmbarkeit halber eignen sie sich mehr als die meisten Angehörigen ihrer Ordnung zu Käfigvögeln. Von alters her sind sie Haus- und Stubengenossen des Menschen, und einzelne von ihnen werden, wenigstens hier und da, noch mehr als die Nachtigall geschätzt, verehrt, ja förmlich vergöttert. Eine Art, der allbekannte Kanarienvogel, ist sogar zum förmlichen Haustiere geworden, hat sich als solches die ganze Erde erobert und belebt durch seinen angenehmen Gesang das einsamste Blockhaus auf frisch gerodeter Waldstelle wie das Dachstübchen des Arbeiters. Mehr als ein Fink gehört in Deutschland zum Hause, zur Familie, läßt diese ihre Armut vergessen und erheitert den arbeitsmüden Mann durch den belebenden, frischen Klang, welchen sein Lied in die Werkstatt bringt. Mehr noch über die Bedeutung der Finken zu sagen, erscheint unnötig; denn so nützlich sie sonst auch sein mögen durch Verzehren der Unkrautsämereien und Kerbtiere wie durch ihr wohlschmeckendes Fleisch, so sehr sie jeden Naturfreund durch ihr helles Lied draußen