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Brehms Tierleben, Band 4: Die Vögel I — Baumvögel

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nachpfeifen, das Bellen des Hundes, das Kreischen eines Papageien, das Gackern eines Huhnes nachahmen ꝛc. Die Maoris schätzen seine Nachahmungsgabe ungemein hoch, lassen es sich viel Zeit kosten, ihn zu lehren, und erzählen Geschichten, welche die Fertigkeit des Vogels ins hellste Licht stellen. Auch Buller wurde einmal nicht wenig überrascht. „Ich hatte“, so erzählt er, „im Rathause von Romgitikai zu einer Versammlung von Eingeborenen gesprochen, einen Gegenstand von schwerwiegender Bedeutung mit ihnen verhandelt und meine Ansicht mit allem Ernste und aller mir zu Gebote stehenden Beredsamkeit dargelegt. Man denke sich mein Erstaunen, als unmittelbar, nachdem ich geendet, und noch ehe der alte Häuptling, an welchen ich mich besonders gewandt, Zeit zur Antwort gefunden, ein Tui, der über unseren Köpfen im Gebauer hing, mit klarer Stimme und vollkommen richtiger Betonung „‚Tito“, d. h. falsch! herabrief. „Freund‘, entgegnete mir der alte Häuptling Nepia Taratao, nachdem die allgemeine Heiterkeit sich etwas gelegt, „deine Gründe sind gewiß ganz gut; aber meinen Mokai, den sehr klugen Vogel, hast du doch nicht überzeugt!“ Es scheint, daß die Neuseeländer den Poé von jeher gern in der Gefangenschaft gehalten haben. Sie brachten ihn Rochelas in kleinen, aus Flechtwerk verfertigten Käfigen und boten ihn zum Verkaufe an, und heutigestags noch kommen auf demselben Wege viele in die Hände der Europäer. Die Gefangenen sind höchst unterhaltend, lassen sich sehr leicht zähmen und befreunden sich rasch mit ihren Pflegern. Abgesehen von ihrem vortrefflichen Gesange, besitzen sie die Gabe der Nachahmung in hohem Grade: sie sollen hierin nicht bloß die Elster und den Raben, sondern selbst die Spottdrossel übertreffen. Sie lernen Worte mit größter Genauigkeit nachsprechen und können überhaupt jeden Laut wiedergeben, welchen sie vernehmen, und somit vereinigt sich bei ihnen alles, um sie einem Tierfreunde wert zu machen: Schönheit und liebenswürdiges Betragen, Gesang und leichte Zähmbarkeit. * Abweichende Mitglieder der Familie sind die Laubvögel (Phyllornis), deren Merkmale mäßig langer, mehr oder weniger gebogener, auf dem Firste gekielter, vor der Spitze ausgekerbter Schnabel, kurzläufige und kleinzehige Füße, mäßig lange Flügel, unter deren Schwingen die vierte und fünfte die Spitze bilden, ziemlich langer, gerade abgeschnittener Schwanz und weiches, vorherrschend blattgrünes Gefieder sind. Ihre Zunge ist am Rande zerfasert, nicht an der Spitze zerschlissen, wie bei den übrigen Honigfressern. Alle Arten, welche man kennt, etwa zehn an der Zahl, bewohnen das indische Gebiet, mit Ausnahme der Philippinen, und führen eine durchaus übereinstimmende Lebensweise.

Bekannter als jeder andere ist uns der Goldstirnlaubvogel oder Goldstirnblattvogel (Phyllornis aurifrons, Ph. hodgsoni, Turdus malabaricus, Chloropsis aurifrons und malabaricus, Merops hurryba, Abbildung S. 166). Ober- und Unterseite sind prachtvoll grasgrün, die Außenfahnen der schwarzbraunen Schwingen und die Schwanzfedern etwas dunkler, Vorderkopf und Scheitel dunkelorange, Stirnrand und Zügelschwarz, Kinn, Kehle und Mundwinkelgegend tief ultramarinblau, ein Streifen unter dem Auge, der sich von hier aus, das Kehlfeld umgrenzend, als breites Schild über die Unterkehle zieht, schwarz, ein Band darunter orange, die kleinen Deckfedern am Buge glänzend türkisblau. Das Auge ist braun, der Schnabel schwarz, der Fuß bleigrau. Beim Weibchen sind auch Kropf und Hals grün wie die Unterseite. Die Länge beträgt 18, die Fittichlänge 9,5, die Schwanzlänge 7 em. Der liebliche Vogel zählt in Indien zu den häufigsten Arten seiner Familie und verbreitet sich, laut Oates, vom Himalaja durch die östlichen Gebiete Bengalens, durch Assam und nach Ball durch Barma ostwärts bis in Teile Cambodjas. Wie seine Verwandten

bewohnt er Waldungen aller Art, mit Vorliebe Dschangeln, bis zu 1500 m Höhe. Gewöhnlich einzeln oder paarweise, nach der Brutzeit auch zu kleinen Familien vereinigt, sitzt er auf den äußeren Zweigen der Bäume, Kerbtiere von den Blättern ablesend oder im Fluge fangend. Er trägt sich aufgerichtet, das Gefieder lässig, ist munter, beweglich, regsam und fast beständig in Thätigkeit, hüpft mit weiten Sprüngen von einem Aste zum anderen, fliegt leicht und gewandt und gibt ab und zu einen vortrefflichen, schlagartigen, in bestimmte Strophen abgeteilten, lauten, tonreichen, mannigfaltigen und höchst wohlklingenden Gesang zum besten, ahmt aber auch den Ruf anderer Vögel nach. Seine Zunge gebraucht er fast nach Art eines Spechtes, sei es, daß er sie ohne ersichtlichen Zweck vorstreckt, sei es, daß er mit ihr tastend untersucht, sei es, daß er mit ihrer Hilfe gleichsam lappend trinkt. Das tiefnapfige Nest steht nahe der Spitze der Aste, zwischen Zweiggabeln, ist aus feinen Gräsern nett, aber etwas leicht gebaut und innen mit Haaren ausgelegt; das Gelege besteht aus 2—4, auf weißem Grunde dicht mit purpurfarbenen und weinroten Flecken gezeichneten Eiern. Oates überrascht uns freilich neuerdings mit der Mitteilung, es scheine, daß das Nest dieses Vogels überhaupt noch nicht entdeckt worden sei. Alle Laubvögel, und so auch die beschriebene Art, werden in Indien oft gefangen gehalten, gelangen sogar in unsere Käfige. Einem gefangenen Goldstirnlaubvogel habe ich den größten Teil der Lebensbeobachtungen, die ich vorstehend geben konnte, abgelauscht. In hohem Grade bezeichnende Erscheinungen des indischen und äthiopischen Gebietes sind die Kurzfußdrosseln oder Bülbüls (Brachypodidae), welche eine aus wenig Gattungen, aber etwa 150 Arten bestehende Familie bilden. Ihre Größe kommt mit der einer kleinen Drossel ungefähr überein. Der Schnabel ist schlank, jedoch nicht schwach, an der Wurzel breit und flach, im übrigen Verlaufe hoch, seitlich zusammengedrückt, auf dem Firste sanft gewölbt, an der Spitze kurzhakig, der Fuß kurzläufig, der Flügel, unter dessen Schwingen die dritte, vierte oder fünfte die längste sein kann, ziemlich lang, der Schwanz mittellang und stark abgerundet, das Gefieder weich und dicht. Durch Krüper erfahren wir, daß eine Art dieser Familie, der in Syrien, Palästina und Arabien häufige, und ebenso auf Cypern und Rhodus heimische Gelbsteißbülbül (Pycnonotus nigricans, xanthopygos, xanthopygius und valombrosae, Ixus xanthopygos, xanthopygius, vaillantii und valombrosae, Abbildung S. 214), ziemlich regelmäßig auch in Europa, und zwar auf den Kykladen, vorkommt. Der Kopf ist schwarz, die ganze Oberseite erdbraun, der Kropf dunkelbraun, die Unterseite weiß, gräulich verwaschen, das untere Schwanzdeckgefieder lebhaft gelb; die Schwingen und Schwanzfedern sind umberbraun, erstere außen etwas lichter gerandet. Das Auge ist braun, der Schnabel wie die Füße sind schwarz. Die Länge beträgt 20, die Breite 30, die Fittichlänge 9, die Schwanzlänge 8 em.

Eine zweite Art derselben Gattung, der Graubülbül (Penonotus arsinoé und barbatus, Turdus arsinoé, IXus arsinoé und plebejus, Abbildung S. 214), welcher die Nilländer bewohnt, ist kleiner und unterscheidet sich durch die bräunlichen unteren Schwanzdecken von dem Gelbsteißbülbül. Während meiner Reisen in Afrika und Arabien habe ich beide Arten im Freien gesehen, jedoch nur den Graubülbül eingehend beobachtet, später beide Arten gleichzeitig gefangen

Erste Ordnung: Baumvögel; achte Familie: Kurzfußdrosseln. gehalten und dadurch erfahren, daß der eine dem anderen in jeder Beziehung ähnelt. Es genügt daher, wenn ich mich im Nachfolgenden auf die letztbeschriebene Art beschränke. Der Graubülbül wurde von Ehrenberg im Fayum entdeckt und von mir ebenfalls daselbst aufgefunden, gehört aber in einer so hohen Breite zu den sehr seltenen Erscheinungen. Erst vom 25. Grade nördlicher Breite an wird er häufig. Schon in Nordnubien fehlt er keinem Mimosenhaine; im Ostsudan gehört er zu den gewöhnlichsten Vögeln des Landes, und hier scheint ihm jeder Ort genehm zu sein, der dichte Urwald wie der Garten, die Mimose e R

Gelbsteißbülbül (Pycnonotus nigricans) und Graubülbül (Pycnonotus arsinoë). 12 natürl. Größe.

in der Steppe wie das niedere Gebüsch im Hochgebirge. Doch liebt er es, wenn der Baum oder der Busch, den er sich zum Wohnsitze erkor, dicht beschattet ist, und zieht deshalb in den unteren Nilländern die Sykomore allen übrigen Bäumen vor. Demjenigen, welcher gewohnt ist, auf die Stimme der Vögel zu achten, fällt der Graubülbül sehr bald auf. Er ist ein munteres, regsames und anmutiges Geschöpf, welches in unmittelbarer Nähe des Menschen seinen Aufenthalt nimmt und ungescheut über oder neben den Hütten der Eingeborenen sich umhertreibt. Sein Lied ist es, welches vor allen anderen fesselt; denn der Vogel gehört unter die besten Sänger Nordafrikas: unter den wenigen, welche wirklich mit unseren Sängern zu wetteifern suchen, kann sich kein einziger mit ihm messen. Der Gesang ist laut, wohlklingend und ziemlich reichhaltig, erinnert in vieler Hinsicht an den unserer Drosseln, hat aber ein eigentümliches Gepräge, das man durch Worte

nicht wiedergeben kann. Die Lockstimme klingt wie „güb ga güb“ und scheint beiden Geschlechtern gemeinsam zu sein. Im Gezweige bewegt sich der Graubülbül mit großer Behendigkeit und Gewandtheit; auf dem Boden hüpft er immer noch geschickt umher; nur der Flug ist nicht besonders, weil schwankend und flatternd. Vom frühen Morgen an bis zum späten Abend ist der Vogel ununterbrochen in Thätigkeit, immer lebendig und immer rastlos und, wie sein flotter Gesang bekundet, immer heiter. Während der augenblicklichen Ruhepausen richtet er sich stolz empor und erhebt dann auch von Zeit zu Zeit die hollenartig verlängerten Federn seines Hinterhauptes, schaut ernsthaft in die Runde und hüpft gleich darauf weiter, rechts und links Blüten und Blätter ins Auge fassend; denn von den einen wie von den anderen sucht er den größten Teil seiner Nahrung ab. Wenn die Mimosen blühen, hält er sich vorzugsweise auf ihnen auf und nährt sich dann fast ausschließlich von den Käfern, welche sich in das Innere der kleinen gelben Blütenröschen verbergen. Er weiß auch die verborgensten Käfer aus der Tiefe hervorzuziehen und bekommt zuweilen von dieser Arbeit, infolge des sich an den Seitenfedern anhängenden Blütenstaubes, ein schwefelgelbes Gesicht, welches ihm ein ungewöhnliches Aussehen verleiht. Neben den Käfern liest er auch Raupen ab, und vorüberfliegenden Schmetterlingen jagt er auf weite Strecken nach. Zur Fruchtzeit frißt er Beeren und andere Früchte, kann deshalb auch in Orangengärten lästig werden. Man sieht den Graubülbül paarweise oder in kleinen Familien, je nach der Jahreszeit. Die Paare halten treuinnig zusammen, und auch die Familien bleiben im engen Verbande. Nicht einmal die Brutzeit scheint ihre Eintracht zu stören; denn man findet oft mehrere Pärchen, wenn auch nicht auf demselben Baume, so doch in demselben Waldesteile oder in demselben Garten. Je nach der Heimatsgegend brütet das Pärchen früher oder später im Jahre. In den nördlichen Breiten fällt die Brutzeit in unsere Frühlingsmonate, im Sudan in die ersten Wochen der Regenzeit. Das Nest wird im dichten Gebüsche angelegt, ist einfach, dünn und durchsichtig, aber doch kunstvoll gebaut, äußerlich aus feinen Würzelchen, Hälmchen und dergleichen Stoffen, welche mit Spinnweben durchflochten sind, zusammengeschichtet, innen glatt und nett mit feinen Bastfasern ausgelegt. Die verhältnismäßig kleinen, ungefähr 22 mm langen und 16 mm dicken Eier sind auf rötlichweißem Grunde überall mit dunkelbraunen und blaugrauen Flecken gezeichnet, welche gegen das Ende hin kranzartig zusammentreten. Weiteres über das Brutgeschäft habe ich nicht in Erfahrung bringen können. In Indien werden Bülbüls oft gezähmt und nicht wegen ihres Gesanges, sondern wegen ihrer Kampflust hoch geschätzt. Auf Ceylon ist es ein gewöhnliches Vergnügen der Eingeborenen, sie kämpfen zu lassen. Zu diesem Zwecke nimmt man die jungen Männchen, sobald man sie unterscheiden kann, aus dem Neste, bindet sie an einen Faden fest und lehrt sie, jederzeit auf die Hand ihres Wärters zurückzukommen. Nachdem sie abgerichtet worden sind, bringt man die Kämpfer zusammen. Jeder einzelne wird auch jetzt an einer Schnur gefesselt, damit man ihn rechtzeitig zurückziehen kann; denn die streitlustigen Vögel kämpfen mit so viel Mut und Eifer, daß einer den anderen töten würde, wenn man sie sich selbst überlassen wollte. Von Indien, ebenso aber auch von Syrien und Agypten aus erhalten wir die Bülbüls, welche in immer steigender Anzahl die Käfige unserer Liebhaber bevölkern und durch schmucke Haltung, flotten Gesang, leichte Zähmbarkeit, Genügsamkeit und Ausdauer sich allgemeine Gunst erwerben. Die Lerchen (Alaudidae) sind kräftig gebaute Sperlingsvögel mit großem Kopfe, kurzem oder mittellangem Schnabel von verschiedener Stärke, ziemlich niedrigen Füßen und mittellangen Zehen, deren hinterste oft einen spornartigen Nagel trägt, langen und

sehr breiten Flügeln, nicht besonders langem oder kurzem, meist gerade abgeschnittenem Schwanze und erdfarbenem Gefieder, welches nach dem Geschlechte wenig, nach dem Alter sehr verschieden ist. Der innere Leibesbau kommt im wesentlichen mit dem anderer Sperlingsvögel überein. Das Gerippe ist kräftig, zum großen Teile marklos und luftführend. Die Singmuskeln sind wohl entwickelt; der Magen ist fleischig, also muskelkräftig, ein Kropf nicht vorhanden. Obwohl in allen Erdteilen vertreten, gehören die Lerchen, von denen man etwa 110 verschiedene Arten kennt, doch vorzugsweise der Alten Welt an; denn das nördlich neuweltliche, südlich neuweltliche und australische Gebiet beherbergen je nur eine Art. Freie Gegenden, das bebaute Feld ebensowohl wie das Unland, die Wüste wie die Steppe bilden ihre Wohnsitze. In den asiatischen Steppen sind sie es, welche der oft einförmigen Gegend Sang und Klang verleihen. Ein Paar der einen Art wohnt dicht neben dem der anderen, und gemeinschaftlicher Gesang füllt im Frühlinge zu jeder Tageszeit das Ohr des Reisenden. Eine von ihnen sieht man stets am Himmel schweben, sei es auch nur, daß der vorüberfliegende Wagen oder der vorbeieilende Reiter sie aufgescheucht und zu kurzem Sangesfluge begeisterte. Alle im Norden wohnenden Lerchen sind Zug- oder wenigstens Wander-, die im Süden lebenden Stand- oder Strichvögel. Ihre Reisen sind nicht sehr ausgedehnt, und der Auf—⸗ enthalt in der Fremde währt immer nur kurze Zeit. Sie gehören zu den ersten Vögeln, welche der Frühling bringt, und verweilen bis zum Spätherbste bei uns. Unter allen Sperlingsvögeln sind sie die besten Läufer; aber auch ihr Flug ist durch vielfachen Wechsel ausgezeichnet. Wenn sie Eile haben, fliegen sie in großen Bogenlinien rasch dahin; beim Singen hingegen erheben sie sich flatternd gerade empor oder drehen sich in großen Schraubenlinien zum Himmel auf, senken sich von dort aus erst langsam schwebend hernieder und stürzen zuletzt plötzlich mit gänzlich eingezogenen Flügeln wie ein lebloser Gegenstand zum Boden herab. Ihre Sinne scheinen durchgängig wohl entwickelt zu sein; ihr Verstand hingegen ist gering. Sie sind lebhaft, selten ruhig, vielmehr immer in Bewegung, in gewissem Sinne rastlos. Mit anderen ihrer Art leben sie, solange die Liebe nicht ins Spiel kommt, höchst friedfertig, während der Paarungszeit hingegen in fortwährendem Streite. Um fremde Vögel bekümmern sie sich wenig, obwohl einzelne Arten den Schwärmen der Finken und Ammern sich beimischen; stärkere Tiere fürchten sie sehr, den Menschen nur dann nicht, wenn sie sich durch längere Schonung von ihrer Sicherheit voll—⸗ ständig überzeugt haben. Die meisten von ihnen sind gute, einige ganz ausgezeichnete Sänger. Das Lied, das sie vortragen, ist arm an Strophen, aber ungemein reich an Abwechselung; wenige Töne werden hundertfältig verschmolzen und so zu einem immer neuen Ganzen gestaltet. Alle Arten besitzen die Gabe, fremde Gesänge nachzuahmen: in der Steppe singen alle dort wohnenden Lerchen im wesentlichen ein und dasselbe Lied; denn jede lernt und empfängt von der anderen. Die Nahrung besteht aus Kerbtieren und Pflanzenstoffen. Während des Sommers nähren sie sich von Käfern, kleinen Schmetterlingen, Heuschrecken, Spinnen und deren Larven; im Herbste und Winter fressen sie Getreidekörner und Pflanzensämereien, im Frühlinge genießen sie Kerbtiere und junge Pflanzenstoffe, namentlich die Schößlinge des Getreides. Sie verschlucken die Körner unenthülst und verschlingen deshalb stets Sand und kleine Kiesel, welche die Zerkleinerung der Nahrung befördern. Zum Trunke dient ihnen der Tau auf den Blättern; sie können das Wasser aber auf lange Zeit gänzlich entbehren, baden sich auch nicht darin, sondern nehmen Staubbäder. Das liederlich, aber stets aus der Bodendecke gleich gefärbten Halmen und Grasblättern erbaute, daher trefflich verborgene Nest steht in einer von ihnen selbst ausgescharrten ö Vertiefung des Bodens; das Gelege enthält 4—6, bei der zweiten Brut 3—5 gefleckte Eier.

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