Brehms Tierleben, Band 4: Die Vögel I — Baumvögel
Gras-, Spiegel-, Speck-, Schinken-, Talg- und Pickmeise (Parus major, fringillago, robustus, cyanotos und intercedens), überall gegenwärtige Vertreterin und das größte europäische Mitglied der Familie und der Waldmeisen insbesondere. Die Oberseite ist olivengrün, die Unterseite blaßgelb; der Oberkopf, die Kehle, ein nach unten hin sich verschmälernder Streifen, welcher über die ganze Unterseite läuft, und ein bogiger, von der Gurgel zum Hinterkopfe verlaufender zweiter Streifen sind schwarz, die Schwingen und Steuerfedern blaugrau, die Kopfseiten und ein Streifen über den Flügeln weiß. Das Auge ist dunkelbraun, der Schnabel schwarz, der Fuß bleigrau. Das Weibchen unterscheidet sich durch mattere Farben und den schmäleren und kürzeren Bruststreifen. Bei den Jungen sind die Farben noch blässer. Die Länge beträgt 16, die Breite 25, die Fittichlänge 8, die Schwanzlänge 7 em.
Vom 65. Grade nördlicher Breite an fehlt die Kohlmeise nirgends in Europa, ist aber keineswegs überall häufig, kommt in südlichen Gegenden hier und da bloß im Winter vor, verbreitet sich außerdem über Nordwestafrika und die Kanarischen Inseln und ist auch, nach Alfred Walter, noch in Nordpersien gemein, fehlt aber in Transkaspien vollständig. In Deutschland sieht man sie noch überall und zu jeder Jahreszeit, am häufigsten aber im Frühjahre und im Herbste, wenn die im Norden groß gewordenen zu uns herunterkommen und bei uns durchstreichen, jedoch keineswegs in annähernd so zahlreicher Menge als vor einem oder zwei Menschenaltern; denn keine ihrer Verwandten hat so bedeutend abgenommen wie sie. Noch fehlt sie keiner Baumpflanzung, keinem größeren Garten, leidet aber von Jahr zu Jahr mehr an Wohnungsnot und meidet daher gegenwärtig auch notgedrungen die Nähe der Wohnungen, woselbst sie früher ebenso häufig war wie im Walde. Zu Ausgang September beginnt sie zu wandern, und im Anfange des Oktober ist sie in vollem Zuge. Um diese Zeit, namentlich an trüben Tagen, sieht man Hunderte von Kohlmeisen dahinziehen, meist bestimmte Straßen einhaltend, oft mit anderen Meisen, Baumläufern und Goldhähnchen einem Buntspechte folgend. Im März kehren die Wanderer zurück, und im April haben sich die Scharen wiederum in Paare aufgelöst. Die Kohlmeise vereinigt gewissermaßen alle Eigenschaften der Familienmitglieder. Wie diese ist sie ein außerordentlich lebhafter und munterer, ein unruhiger und rastloser, neugieriger, thätiger, mutiger und rauflustiger Vogel. „Es ist etwas Seltenes“, sagt Naumann, „sie einmal einige Minuten lang still sitzen oder auch nur mißgelaunt zu sehen. Immer frohen Mutes, durchhüpft und beklettert sie die Zweige der Bäume, der Büsche, Hecken und Zäune ohne Unterlaß, hängt sich bald hier, bald da an den Schaft eines Baumes oder wiegt sich in verkehrter Stellung an der dünnen Spitze eines schlanken Zweiges, durchkriecht einen hohlen Stamm und schlüpft behende durch die Ritzen und Löcher, alles mit den abwechselndsten Stellungen und Gebärden, mit einer Lebhaftigkeit und Schnelle, die ins Possierliche übergeht. So sehr sie von einer außergewöhnlichen Neugier beherrscht wird, so gern sie alles Auffallende, was ihr in den Weg kommt, von allen Seiten besieht, untersucht und daran herumhämmert, so geht sie doch dabei nicht etwa sorglos zu Werke; sie zeigt vielmehr in allen ihren Handlungen einen hohen Grad von Klugheit. So weiß sie nicht nur dem, welcher ihr nachstellt, scheu auszuweichen, sondern auch den Ort, wo ihr einmal eine Unannehmlichkeit begegnete, klüglich zu meiden, obgleich sie sonst gar nicht scheu ist. Man sieht es ihr sozusagen an den Augen an, daß sie ein verschlagener, mutwilliger Vogel ist: sie hat einen ungemein listigen Blick.“ So lange als irgend möglich hält sie sich im Gezweige der Bäume auf; zum Boden herab kommt sie selten. Sie fliegt aber auch nicht gern über weite Strecken, denn der Flug ist, wenngleich besser als der anderer Meisen, doch immer noch schwerfällig und ungeschickt. Ihre Stimme ist das gewöhnliche „Zitt“ oder „Sitt“; ihm wird, wenn Gefahr droht, ein warnendes „Terrrrr“ angehängt, im Schrecke auch wohl ein „Pink pink“ vorgesetzt; zärtliche Gefühle werden durch die Silben „wüdi wüdi“ ausgedrückt. Der Gesang ist einfach, aber doch nicht unangenehm; „die Töne klingen“, wie Naumann sagt, „hell wie ein Glöckchen“, etwa wie „stiti sizizidi“ und „sitidn sitidn“. Die Landleute übersetzen sie durch die Worte „Sitz ich hoch, so flick den Pelz“. So gesellig die Meise ist, so unverträglich, ja selbst boshaft zeigt sie sich gegen Schwächere. Erbärmlich feig, wenn sie Gefahr fürchtet, gebärdet sie sich wie unsinnig, wenn sie einen Raubvogel bemerkt, und erschrickt, wenn man einen brausenden Ton hervorbringt oder einen Hut in die Höhe wirft, in welchem sie dann einen Falken sieht; aber sie fällt über jeden schwächeren Vogel mordsüchtig her und tötet ihn, wenn sie irgend kann. Schwache, Kranke ihrer eigenen Art werden unbarmherzig angegriffen und so lange mißhandelt, bis sie den Geist aufgegeben haben. Selbst größere Vögel greift sie an. Sie schleicht förmlich auf sie los, sucht sie, wie schon Bechstein xieei
beschreibt, durch einen starken Anfall auf den Rücken zu werfen, häkelt sich dann mit ihren scharfen Klauen tief in die Brust und den Bauch ein und hackt mit derben Schnabelhieben auf den Kopf ihres Schlachtopfers los, bis sie dessen Schädel zertrümmert hat und zu dem Gehirne, ihrem größten Leckerbissen, gelangen kann. Diese Eigenschaften vermehren sich, wie es scheint, in der Gefangenschaft, sind aber auch bei den frei lebenden Vögeln schon sehr ausgebildet, und deshalb ist ihr spanischer Name Guerrero oder Krieger, Haderer, vortrefflich gewählt. Kerbtiere und deren Eier oder Larven bilden die Hauptnahrung der Kohlmeise, Fleisch, Sämereien und Baumfrüchte eine Leckerei. Sie scheint unersättlich zu sein; denn sie frißt vom Morgen bis zum Abend, und wenn sie wirklich ein Kerbtier nicht mehr fressen kann, so tötet sie es wenigstens. Auch der verstecktesten Beute weiß sie sich zu bemächtigen; denn wenn sie etwas nicht erlangen kann, so hämmert sie nach Art der Spechte so lange auf der Stelle herum, bis ein Stück Borke abspringt und damit das verborgene Kerbtier frei gelegt wird. Im Notfalle greift sie zur List. So weiß sie im Winter die im Stocke verborgenen Bienen doch zu erbeuten. „Sie geht“, wie Lenz schildert, „an die Fluglöcher und pocht mit dem Schnabel an, wie man an eine Thür pocht. Es entsteht im Inneren ein Summen, und bald kommen einzelne oder viele Einwohner heraus, um den Störenfried mit Stichen zu vertreiben. Dieser packt aber gleich den Verteidiger der Burg, welcher sich herauswagt, beim Kragen, fliegt mit ihm auf ein Astchen, nimmt ihn zwischen die Füße, hackt ihm seinen Leib auf, frißt mit großer Lüsternheit sein Fleisch, läßt den Panzer fallen und macht sich auf, um neue Beute zu suchen. Die Bienen haben sich indessen, durch die Kälte geschreckt, wieder in das Innere zurückgezogen. Es wird wieder angepocht, wieder eine beim Kragen genommen, und so geht es von Tag zu Tag, von früh bis spät fort.“ Wenn im Winter ein Schwein geschlachtet wird, ist sie gleich bei der Hand und zerrt sich hier möglichst große Stücke herunter. Alle Nahrung, welche sie zu sich nimmt, wird vorher verkleinert. Sie hält das Beutestück nach Krähen- oder Rabenart mit den Zehen fest, zerstückelt es mit dem Schnabel und frißt es nun in kleinen Teilen. Dabei ist sie außerordentlich geschäftig, und ihre Thätigkeit gewährt ein recht anziehendes Schauspiel. Hat sie Überfluß an Nahrung, so versteckt sie sich etwas davon und sucht es zu passender Zeit wieder auf. Das Nest wird bald nahe über dem Boden, bald hoch oben im Wipfel des Baumes, stets aber in einer Höhle angelegt. Baumhöhlungen werden bevorzugt, aber auch Mauerritzen und selbst alte, verlassene Eichhorn-, Elster- und Krähennester, infolge der sie gegenwärtig bedrückenden Wohnungsnot überhaupt jede irgendwie passende Nistgelegenheit benutzt. Der Bau selbst ist wenig künstlich. Trockene Halme, Würzelchen und etwas Moos bilden die Unterlage, Haare, Wolle, Borsten und Federn den Oberbau. Das Gelege besteht aus 8 bis 14 zartschaligen Eiern, welche 18 mmelang, 13 mm dick und auf glänzend weißem Grunde mit seinen und groben, rostfarbenen oder hellrötlichen Punkten gezeichnet sind. Beide Gatten brüten wechselweise, und beide füttern die zahlreiche Familie mit Aufopferung groß, führen sie auch nach dem Ausfliegen noch längere Zeit und unterrichten sie sorgfältig in ihrem Gewerbe. In guten Sommern nisten sie immer zweimal. Es hält nicht schwer, Meisen zu fangen, denn ihre Neugier wird ihnen leicht verderblich. Die, welche man einmal berückte, wird man freilich so leicht nicht wieder hintergehen. Im Zimmex sind sie augenblicklich eingewöhnt, thun wenigstens, als wären sie hier von Anfange an zu Hause gewesen, benutzen sofort jedes passende Plätzchen zum Sitzen, durchstöbern und durchkriechen alles, fangen Fliegen und nehmen ohne Umstände das ihnen vorgesetzte Futter an; wirklich zahm aber werden sie nicht sogleich, müssen sich vielmehr erst vollständig von den wohlwollenden Absichten des Menschen überzeugt haben, bevor sie ihm vertrauen. Ihre Lebhaftigkeit, ihr munteres und heiteres Wesen erfreuen jedermann; ihr unablässiges
Kohlmeise. Blaumeise. 17⁵ Arbeiten an allem möglichen Hausgeräte, ihr Durchschlüpfen und Durchkriechen der Winkel, Schubladen und Kasten, Beschmutzen der Geschränke sowie ihre Zank- und Mordsucht bereiten wiederum manchen Verdruß. Die Blaumeise, Ringel-, Bienen-, Mehl⸗, Merl-, Hunds-, Jungfer-„Himmel-,
Bümbel- oder Pimpelmeise, Blaumüller ꝛc. (Parus caeruleus, coeruleus und coerulescens, Cyanistes coeruleus), ist auf der Oberseite blaugrünlich, auf dem Kopfe, den Flügeln und dem Schwanze blau, auf der Unterseite gelb. Ein weißes Band, welches auf der Stirn beginnt und bis zum Hinterkopfe reicht, grenzt den dunkeln Scheitel ab, ein schmaler blauschwarzer Zügelstreifen trennt ihn von der weißen Wange, und ein bläuliches Halsband begrenzt diese nach unten. Die Schwingen sind schieferschwarz, die hinteren himmelblau auf der Außenfahne und weiß an der Spitze, wodurch eine Bandzeichnung entsteht, die Steuerfedern schieferblau. Das Auge ist dunkelbraun, der Schnabel schwarz, an den Schneiden schmutzig weiß, der Fuß bleigrau. Das Weibchen ist minder schön; das Junge unterscheidet sich durch matte Färbung. Die Länge beträgt 11,8,‚ die Breite 19,6, die Fittichlänge 9, die Schwanzlänge 5,5 em. Das Verbreitungsgebiet der Blaumeise umfaßt ganz Europa, soweit es bewaldet ist, Kleinasien, Persien und Westsibirien. Hier wie in Mittel- und Ostrußland gesellt sich ihr die größere und schönere Lasurmeise (Parus cyanus, elegans, saebyensis und knjaesiek, Cyanistes cyanus) zu. Bei dieser sind Kopf und Unterseite weiß, die Oberteile hellblau, die durch ein weißes Querband und die weißen Enden der Schwingen sehr gezierten Flügel lasurblau. Zum Aufenthalte wählt sich die Blaumeise vorzugsweise Laubhölzer, Baumpflanzungen und Obstgärten. Im Nadelwalde wird sie selten, während des Sommers fast nie gefunden, wogegen sie im Laubwalde allerorten häufig ist. Im Frühjahre sieht man sie paarweise, im Sommer in Familien, im Herbste in Scharen, welche gemeinschaftlich eine mehr oder weniger weit ausgedehnte Reise unternehmen. Dabei folgen sie, laut Naumann, dem Walde, dem Gebüsche und solchen Baumreihen, welche sie, wenn auch mit vielen Krümmungen, südlich und westlich bringen, bis an ihr äußerstes Ende. „Da sieht man denn aber deutlich an ihrem Zaudern, wie ungern sie weitere Strecken über freie Flächen zurücklegen. Lange hüpft die unruhige Gesellschaft unter unaufhörlichem Locken in den Zweigen des letzten Baumes auf und ab. Jetzt erheben sich einzelne in die Luft zur Weiterreise, sehen aber, daß die anderen ihrem Rufe noch nicht zu folgen wagen, kehren daher um, und wieder andere machen die Probe, bis sie endlich im Ernste alle aufbrechen und auch die säumigen eilen, sich der Gesellschaft anzuschließen. Will man sie hier necken, so braucht man nur ein schnelles, starkes Brausen mit dem Munde hervorzubringen und dazu einen Hut oder sonst etwas in die Höhe zu werfen oder einen summenden Stein unter sie zu schleudern. Im Nu stürzen alle, gleich Steinen, wieder auf den eben verlassenen Baum oder ins nächste Gebüsch herab, und das Spiel fängt nun nach und nach von neuem wieder an. Dieses Benehmen gründet sich auf ihre grenzenlose Furcht vor den Raubvögeln. Daher schreckt sie auch jede schnell vorüberfliegende Taube und jeder andere große Vogel, welchen sie in der Uberraschung für einen jener ansehen, weil sie wohl wissen, daß ihr schlechter Flug sie im Freien immer zur gewissen Beute derselben macht. Haben sie weit über freies Feld zu fliegen, so schwingen sie sich hoch in die Luft, daß man sie kaum sehen kann; wohl aber hört man sie immer locken.“ Diejenigen Blaumeisen, welche eine förmliche Wanderung unternehmen, streifen bis nach Südeuropa, namentlich bis nach Spanien, woselbst man ihnen während des Winters allüberall begegnet, kehren aber schon im März wieder in die nördlichen Gegenden zurück. Viele streichen nur in beschränkteren Grenzen auf und nieder, und einzelne verlassen
ihren Wohnort nur so weit, „als ihre täglichen Streifereien nach Nahrung es erfordern, so daß man sie in diesem kleinen Bezirke alle Tage antrifft. Solche haben dann in ihrer Gesellschaft auch wohl Kleiber und einzelne Kohlmeisen, selten andere Meisen, die mit ihnen herumschweifen und Freude und Leid miteinander teilen.“ In ihrem Wesen und Betragen zeigt sich die Blaumeise als eine Kohlmeise im kleinen. Sie ist ebenso betriebsam, gewandt, geschickt, keck, fröhlich, munter, fast ebenso neugierig und ebenso boshaft, zänkisch und jähzornig wie diese. „Hätte sie die Kraft dazu“, meint Naumann, „sie würde manchem größeren Vogel etwas auswischen; denn sie führt, wenn sie böse ist, gewaltige Schnabelhiebe, beißt heftig auf ihren Gegner los und hat dann, weil sie das Gefieder struppig macht, ein recht bösartiges Aussehen.“ Infolge ihrer Furcht vor Raubvögeln ist sie außerordentlich wachsam und läßt beim Erscheinen irgend eines Feindes sofort ihre warnende Stimme vernehmen, gibt damit auch dem gesamten Kleingeflügel wohl—⸗ verstandene Zeichen zur Vorsicht. Ihre Unterhaltungsstimme, das zischende „Sitt“ der Meisen überhaupt, läßt sie beständig, dazwischen oft „ziteretätäh“ und „zititätätäh“ vernehmen, „ohne daß man recht versteht, was sie damit sagen will“. In der Angst ruft sie „zistere tetet“, während des Zuges lockt sie kläglich „tjätätäh“; die wahre Lockstimme aber, welche gebraucht wird, um andere herbeizurufen, klingt hellpfeifend wie „tgi tgi“ oder hell klirrend tenteils aus jenen Tönen, von denen manche öfters wiederholt werden. Die Nahrung ist dieselbe, welche andere Meisen zu sich nehmen. Sämereien liebt die Blaumeise nicht; Kerbtiereier bilden den Hauptteil ihrer Mahlzeiten. Das Nest wird meist in einer Baumhöhle, selten in einem Mauerloche, einem alten Elster-oder Eichhornbaue, stets ziemlich hoch über dem Boden, angelegt, die Höhlung wird gewöhnlich auch selbst ausgearbeitet. Um passende Löcher, welche anderen Höhlenbrütern ebenfalls sehr angenehm sind, kämpft die Blaumeise mit Ausdauer und Mut, und deshalb erringt sie sich auch stets ein entsprechendes Wohnplätzchen. Das eigentliche Nest richtet sich nach der Weite der Höhlung, besteht aber meist nur aus wenigen Federn und Haaren. 8—10 kleine, 15 mm lange, 11 mm dicke, zartschalige, auf reinweißem Grunde mit rostfarbenen Punkten bestreute Eier bilden das Gelege. Das Männchen wirbt im Anfange der Paarungszeit unter auffallenden Bewegungen um die Gunst des Weibchens. „Emsig durch die Zweige hüpfend“, sagt Naumann, „sich an den dünnsten Spitzen schaukelnd, kost es mit seinem Weibchen und schwebt endlich aus der Höhe einer Baumkrone auf einen anderen, oft 40 Schritt entfernten Baum, wobei es die ausgebreiteten Flügel nicht rührt, das ganze Gefieder aber so aufbläht, daß es viel größer und dicker aussieht und dadurch ganz unkenntlich wird. Seine schwachen Flugwerkzeuge gestatten ihm aber nicht, in wagerechter Richtung hinüber zu schweben; daher senkt es sich jederzeit stark abwärts. Dieses Schweben ist unter den Meisen etwas Fremdartiges, deshalb um so merkwürdiger. Männchen und Weibchen brüten abwechselnd und erziehen auch gemeinschaftlich die Jungen. Die erste Brut fliegt um die Mitte des Juni aus, die zweite zu Ende Juli oder Anfang August. Die Feinde der Blaͤumeise sind dieselben, welche der Finkmeise gefährlich werden. Bei der Tannenmeise, Holz-, Harz-, Pech-, Kreuz-, Hunds- und Sparmeise (Parus ater, carbonarius, abietum, pinetorum und britannicus, Poëcile atra) sind Kopf und Hals bis zum Mantel, Kinn und Kehle schwarz, Backen und Halsseiten sowie ein breiter Streifen am Hinterhalse weiß, die übrigen Oberteile und die Außensäume der braunschwarzen Schwingen und Schwanzfedern aschgrau, die größten und mittleren Oberflügeldecken durch weiße, zweireihig geordnete Spitzenflecken geziert, die Unterteile schmutzig grauweiß, die Seiten bräunlich. Das Auge hat tiefbraune, der Schnabel schwarze, der Fuß .