Brehms Tierleben, Band 4: Die Vögel I — Baumvögel
62² Erste Ordnung: Baumvpögel; achtundzwanzigste Familie: Spechte. Küste des Atlantischen Meeres. In Deutschland und Frankreich tritt er keineswegs überall, sondern immer nur an einzelnen Stellen und zwar vorzugsweise in Laubwaldungen auf. Nach Schalows Beobachtungen ist er ein ziemlich häufiger Bewohner der Mark, brütet beispielsweise in der nächsten Umgegend von Berlin, im Tiergarten, und streift während seiner Strichzeit vereinzelt bis in die Berliner Gärten hinein; nach Naumann ist er in Anhalt fast ebenso gemein wie der Rot- oder Buntspecht, in Laubwaldungen oft noch häufiger als dieser; nach Angaben anderer Beobachter, beispielsweise Borggreves, soll er in ganz Norddeutschland überall einzeln vorkommen, was jedoch nach meinen Erfahrungen nur insoweit richtig ist, als auch dieser Specht ziemlich weit umherstreift und dabei Gegenden besucht, die er sonst nicht bewohnt. Altum fand ihn in allen Eichenwaldungen ganz Deutschlands, und diese Angabe dürfte wohl am meisten der Thatsächlichkeit entsprechen, vorausgesetzt, daß man größere Waldungen ins Auge faßt. In Thüringen vermißt man ihn auf weite Strecken hin, und es scheint somit, daß er reine Schwarzwaldungen meidet. In den Laubwaldungen Dänemarks ist er häufig, in Großbritannien dagegen fehlt er gänzlich; in Holland bemerkt man ihn dann und wann in der Nähe der deutschen Grenze, in Belgien nur in den Eichenwaldungen der Ardennen; in Frankreich tritt er häufiger im Süden als im Norden auf, kommt auch hier an einzelnen Stellen in großer Anzahl vor und fehlt an anderen vollständig; in Spanien soll er nach Angabe dortiger Vogelkundigen hier und da häufiger vorkommen als der Buntspecht, in Portugal zu den gemeinen Vögeln des Landes zählen, in Italien dagegen ebenso selten sein wie in Griechenland, woselbst ihn Krüper im Taygetos- und Veluchigebirge und während des Winters in den Olivenwäldern Akarnaniens beobachtete. Häufig ist er wiederum in Macedonien und Bulgarien, selten in Bessarabien und der Krim; im übrigen Rußland kommt er, laut Pallas, nur in den westlichen Gouvernements vor. Wir verdanken Naumann, welcher vielfache Gelegenheit hatte, den Vogel zu beobachten, die eingehendste Schilderung seines Lebens und Treibens. Wie die meisten verwandten Stand- und Strichvögel, verläßt der Mittelspecht schon im August oder doch im September sein Wohngebiet, wandert von einem Gehölze zum anderen und kehrt im März wieder dahin zurück. In der Zwischenzeit, besonders aber im Oktober, findet man ihn dann überall in Gehölzen, in denen er nicht brütet. Viele bleiben während des ganzen Winters in Deutschland, manche auch in unmittelbarer Nähe ihres Nistbezirkes, andere mögen südlichere Gegenden zu ihrem Winteraufenthalte wählen. Sie reisen einzeln, die Jungen anfänglich vielleicht mit den Eltern, jedoch niemals ihrer mehr als drei zusammen, selbstverständlich nur bei Tage, vorzüglich in der Morgendämmerung, folgen dabei in der Regel dem Zuge der Wälder und selbst einzelnen, diese verbindenden Baumreihen, scheuen sich jedoch nicht, auch weit über freies Feld zu fliegen. Treffen sie auf ihren Streifereien längere Zeit nicht auf Laubwald, so verweilen sie zeitweilig wohl auch im Schwarzwalde, bevorzugen aber unter allen Umständen den reinen Laubholzwald oder verlangen wenigstens gemischte Holzungen, wenn es ihnen gefallen soll. Die Auwaldungen an der Elbe, die zwar vorzugsweise aus Eichen bestehen, jedoch auch viele Ulmen, Espen, Weißbuchen, Ellern und andere Holzarten enthalten, auch mit Wiesen und Viehtriften abwechseln, beherbergen ihn im Sommer und Winter in Menge, und von hier aus streicht er dann, zumal im Herbste, nach kleineren Gehölzen, Kopfweidenpflanzungen, besucht ebenso Baum- und Obstgärten und läßt sich unter Umständen wochenlang hier fesseln. Man sieht ihn an den Stämmen, bald nahe über dem Boden, bald hoch oben in den AÄsten und selbst in den Wipfeln klettern, gleichviel ob es sich um alte oder junge Bäume handelt, sowie er auch auf die dünnsten Aste hinaussteigt. Zum Boden herab kommt er wie alle Buntspechte bloß ausnahmsweise, verweilt hier auch stets nur kurze Zeit. Hält er sich während des Winters länger in einer Gegend auf, und fehlt es hier an einer
Baumhöhlung, in welcher er die Nacht zubringen kann, so bereitet er sich eine neue zu diesem Behufe, und man sieht ihn solche, oft mühsam genug, meist auf der unteren Seite eines wagerechten morschen Astes anlegen. Auch unter seinen Verwandten fällt der Mittelspecht durch seine bunte Schönheit angenehm auf und das abstechende Schwarz und Weiß mit dem leuchtenden Rot herrlich in die Augen. An Munterkeit übertrifft er fast alle anderen Arten. Seine Bewegungen sind hurtiger und gewandter als die des Rotspechtes: wenn er mit diesem in Streit gerät, so weiß er sich durch geschickte Wendungen recht gut zu sichern. Wenig gesellig und unverträglich wie alle Spechte, hadert er auch mit seinesgleichen beständig, und nicht selten sieht man ihrer zwei sich packen und unter vielem Schreien ein Stück herunter-, zuweilen selbst bis zum Boden herabfallen. Anlaß zu solchen Streitigkeiten findet sich, sobald ein anderer gleichzeitig denselben Baum beklettert; denn aller Streitlust ungeachtet streichen doch oft mehrere gemeinschaftlich in einem Gehölze umher. Ebenso wie der Buntspecht gesellt er sich zu Meisen, Goldhähnchen, Kleibern und Baumläufern, ja der streichende Mittelspecht erscheint so regelmäßig mit solchem Gefolge, daß es zu den Ausnahmen gehört, wenn man einmal einen ohne das kleinere Volk bemerkt. Mit den anderen Arten seiner Familie teilt er beständige Unruhe und Hast. Nur wenn es sich darum handelt, erkundete Beute aus dem Holze zu ziehen, verweilt er kurze Zeit auf einer Stelle; im Übrigen ist er fortwährend in Bewegung. Seine Gewandtheit zeigt auch er nur im Klettern und Fliegen. Auf dem Boden hüpft er mit stark gebogenen Fersen, wenn auch nicht gerade schwerfällig, umher; im Klettern zeigt er sich so überaus gewandt, daß er von keinem anderen einheimischen Spechte übertroffen werden dürfte. Sein Flug bewegt sich in einer großen Bogenlinie und ist leichter und schneller noch als der des Buntspechtes. Diesem ähnelt er auch hinsichtlich seiner Stimme; sein „Kick“ oder „Kjick“ liegt jedoch höher und wird schneller und hastiger wiederholt als bei dem letztgenannten. Im Frühjahre schreien die Mittelspechte viel, und wenn die Männchen um ihre Weibchen werben, setzen sie sich dabei oft auf die Spitze eines hohen Baumes und wiederholen die Silbe „kick“ unzählige Male und gegen den Schluß hin gewöhnlich so schnell nacheinander, daß man das Ganze eine Schäkerei nennen möchte. Der Ruf gilt dem Weibchen, lockt jedoch auch andere Männchen herbei und wird dann Aufforderung zum Kampfe. Denn nicht selten sieht man bald darauf ein anderes Männchen sich mit dem ersteren im heftigsten Streite von einem Baume zum anderen jagen und auf den Asten entlang verfolgen. Auch kommt es dann wohl zu wirklichen Angriffen, und erst wenn beide des Jagens müde sind, hängen sie sich nebeneinander an einen Baum und schreien gewaltig, unter diesen Umständen aber kreischend und quäkend, also ganz anders als gewöhnlich. Hierbei sträuben sie die schön gefärbten Kopffedern hoch auf, verharren ein Weilchen in drohender Stellung, fahren meist plötzlich wieder aufeinander los, und packen sich nicht selten so, wie vorstehend geschildert. Das verliebte Männchen jagt während der Paarungszeit in ähnlicher Weise hinter dem Weibchen her, bis dieses sich ihm ergibt. Außerdem gefallen sich die Männchen während der Begattungszeit auch darin, an dürren Zacken nach Art der Buntspechte zu trommeln. Die Nahrung des Mittelspechtes ist fast dieselbe, die wir beim Buntspechte kennen gelernt haben; doch hält er sich mehr an Kerbtiere als dieser und frißt mancherlei Baumsämereien nur nebenbei. Um sein tägliches Broͤt zu gewinnen, erklettert auch er die Bäume vom Stamme an, hämmert und pocht ununterbrochen an ihnen und nimmt alle Kerfe weg, oie in den Rissen der Borke unter der Schale oder in dem vermorschten Holze sitzen. Borken⸗, Zangen- und Rüsselkäfer in allen Lebenszuständen, die Larven der Borkenkäfer und Holzwespen, Spinnen, Kerbtiereier und Raupen beschicken seinen Tisch, und da seine rege Thätigkeit raschen Stoffwechsel bedingt, sieht man ihn vom frühen Morgen an bis zur
62⁴4 Erste Ordnung: Baumvögel; achtundzwanzigste Familie: Spechte. Abenddämmerung in Arbeit. Reifen die Nüsse, so besucht er die Haselbüsche, bricht eine Nuß ab, klemmt sie wie der Buntspecht in einen bequemen, dazu eingerichteten Spalt oder in eine Zweiggabel, öffnet sie und verzehrt den Kern. Ebenso verfährt er mit Eicheln und Bucheln, die er ebenfalls gern genießt. Wie der Buntspecht, nicht selten in dessen Gesellschaft, besucht er Kirschpflanzungen, um die dort gereiften Früchte abzupflücken, den Kern zu spalten und dessen Inhalt zu verzehren. Auch er frißt Nadelbaumsämereien und öffnet wie der Buntspecht Kiefernzapfen, scheint dies jedoch nur dann zu thun, wenn ihm beliebtere Speise mangelt. Schon zu Ende März oder im April regt sich der Fortpflanzungstrieb. Jetzt erschallt der Wald wieder von dem Geschrei unseres Spechtes. Unter fortwährenden Kämpfen mit seinen Nebenbuhlern erwirbt er sich endlich ein Weibchen und schreitet nunmehr zur Herstel—⸗ lung des Nistraumes, falls ein solcher sich nicht schon in dem von ihm bewohnten Gebiete findet. Die Nisthöhlung wird nicht leicht tiefer als 6, oft bis 20 meüber dem Boden, bald im Schafte eines Baumes, bald in einem dicken Aste angelegt. Das runde Ein gangsloch ist so eng, daß es den Vogel eben durchläßt, die kesselförmig erweiterte Nisthöhlung 18 —25 em tief, selten tiefer. Die 5—7 kurz eiförmigen, rein weißen, glänzenden, glatten und feinkörnigen Eier liegen auf wenigen feinen Holzspänen am Boden der an den Wänden glatt gearbeiteten Höhle und werden in 15 Tagen abwechselnd von beiden Eltern bebrütet. Die Jungen sind, solange ihr Federkleid noch nicht entwickelt ist, ebenso häßliche, unbehilfliche, dickköpfige Gestalten wie die anderen Spechtarten, wachsen verhältnismäßig langsam und verlassen erst, wenn sie völlig flugbar sind, das Nest. Beide Eltern lieben ihre Brut innig, lassen sich auf den Eiern ergreifen und setzen sich auch später rückhaltlos Gefahren aus, die sie sonst meiden. Marder, Wiesel, Habicht und Sperber verfolgen und fangen auch den Mittelspecht, Wiesel und andere kleine Raubtiere gefährden die Brut, der unverständige Mensch endlich Alte, Junge und die Eier. Da der Mittelspecht nicht scheu ist, läßt er sich leicht beschleichen und durch nachgeahmtes Klopfen herbeilocken, auch auf dem Vogelherde, dem Meisentanze, auf Leimstangen oder Kloben fangen und bei geeigneter Pflege wahrscheinlich ebenso gut wie der Buntspecht im Käfige erhalten. Ich selbst habe ihn zu meinem Bedauern noch niemals gepflegt, auch nirgends in Gefangenschaft gesehen, zweifle jedoch nicht, daß seine Behandlung eben nicht größere Schwierigkeiten verursacht als die des Bunt- oder Kleinspechtes. Der dritte in ganz Deutschland, wenn auch nicht allerorten, regelmäßig vorkommende Buntspecht ist der Kleinspecht oder Gras-, Sperlings- oder Harlekinspecht, Kleiner
Baumhacker, Baumpicker, Schild-, Bunt- oder Rotspecht (Dendrocopus minor, Picus minor, hortorum, striolatus, herbarum und ledoucii, Pipripicus minor, Piculus minor, hortorum, erassirostris, pumilus und borealis, Xylocopus minor, Abbildung S. 616), der Zwerg unter unseren europäischen Spechten und eines der kleinsten Mitglieder seiner Familie überhaupt. Der Vorderkopf ist rostweißlich, der Scheitel hoch scharlachrot; Hinterkopf, ein schmaler Längsstrich am Hinterhalse, ein vom Schnabel bis hinter und unter die Ohrgegend verlaufender, nach rückwärts sich verbreiternder Streifen und alle übrigen Oberteile haben schwarze, die hinteren Mantelteile, Schultern und die obere Bürzelgegend weiße Grundfärbung, werden aber durch 3—4 schwarze Querbinden gezeichnet; Zügel, Schläfe, Kropf und Halsseiten sowie die Unterteile sind unrein weiß, die Kropffedern durch größere, die der Brustseiten durch sehr schmale Schaftstriche, die unteren Schwanzdecken durch schwarze Querbänder geschmückt, die schwarzen Handschwingen außen mit 4—5 kleinen, die Armschwingen mit 2 weißen breiten Querflecken, die größten oberen Flügeldecken und Armschwingen am Ende mit breiten weißen Spitzen geziert, so daß sich auf dem zusammengelegten Flügel 5 weiße Querbinden darstellen, die äußersten Schwanzfedern endlich auf
Mittelspecht. Kleinspecht. 62⁵ weißem Grunde mit 3 schwarzen Querbinden gezeichnet, wogegen die zweite nur an der Außenfahne und in der Endhälfte der inneren weiß ist, hier aber schwarze Querbinden zeigt und bei der dritten das Weiß sich auf die Spitze beschränkt. Das Auge ist rot, der Schnabel bläulich-hornschwarz, der Fuß bleigrau. Dem Weibchen fehlt das Rot auf dem Scheitel, der wie der Vorderkopf bräunlichweiß ist. Junge Vögel unterscheiden sich von der Mutter durch die schmutzig rostbräunlich-weiße Unterseite und zeichnen sich dadurch besonders aus, daß nicht allein die Männchen, sondern auch die Weibchen eine rote Kopfplatte zeigen. Bei dem jungen Männchen ist der karminrote Flecken größer als bei dem jungen Weibchen, bei letzterem auch weniger leuchtend. Von Woche zu Woche wird bei diesem das Rot kleiner, und in ungefähr 4 Wochen ist es gänzlich verschwunden; bei dem jungen Männchen dagegen bleibt es unverändert. Die Länge beträgt 16, die Breite 30, die Fittichlänge 7, die Schwanzlänge 6 em. Das Verbreitungsgebiet des Kleinspechtes dehnt sich mindestens ebenso weit aus wie das des Buntspechtes. Denn er bewohnt ganz Europa von Lappland an bis zum äußersten Süden und ebenso Mittelasien bis ins Amurland, findet sich auch, abweichend vom Buntspechte, noch in den Waldungen Nordwestafrikas. Einzelne Naturforscher sehen zwar den in Ostsibirien lebenden Kleinspecht als besondere Art an, weil das Weiß auf dem Rücken ausgedehnter zu sein pflegt als bei den bei uns lebenden Stücken; dies aber bezieht sich auf alle sibirischen Vögel insgemein und berechtigt schwerlich zu einer Trennung dieser und jener Kleinspechte. Der beliebteste Wohnbaum des Vogels ist die Weide. Demgemäß bewohnt er alle Gegenden, in denen dieser Baum vorkommt, in besonderer Häufigkeit Strominseln, die mit Weiden bestanden sind. Schon Radde bemerkt für Ostsibirien, daß der Kleinspecht die Hochwaldungen meidet, junge und Stangenhölzer ihnen vorzieht, Eschengehölze und Pappelbestände vornehmlich liebt, nicht weniger aber die mit Weiden stark bewachsenen Inseln der Ströme bevölkert, und Elwes sagt ganz in Übereinstimmung hiermit, daß er der gemeinste Specht Macedoniens sei und in sumpfigen Waldungen von Ellern und Weiden häufiger als in allen übrigen auftritt. Wir fanden diese Angaben auf unserer Reise nach Westsibirien in vollstem Umfange bestätigt. Da, wo der gewaltige Ob sich in unendliche Arme teilt und mit diesen mehr oder minder große, mit älteren und jungen Weiden bestandene Inseln bildet, tritt der Kleinspecht häufiger als jeder andere auf und darf stellenweise thatsächlich zu den gemeinen Vögeln gezählt werden. In der That entsprechen Weiden und sonstige weichholzige Bäume am besten seinen schwachen Kräften, und wenn er auch in anderen, namentlich Buchen, ebenfalls seine Nisthöhle anlegt, geschieht dies doch nur dann, wenn stark vermorschte Stämme oder Aste es ihm gestatten. Hierdurch erklärt sich sein vereinzeltes Vorkommen in Europa. In Deutschland ist er in ebenen Gegenden, die reich an Weiden und Buchen sind, eine gewöhnliche Erscheinung, entzieht sich aber meist dem Auge des Beobachters. Oberförster Seeling wurde, wie E. von Homeyer mir erzählte, von einem Freunde gebeten, ihm Kleinspechte zu senden. Der Forstmann hatte bis dahin in seinem aus Buchen, Eichen und Kiefern gemischten Forste den Vogel nur einzeln gesehen und daher für sehr selten gehalten, gab aber nunmehr, um den Wunsch des Freundes zu erfüllen, den ihm unterstellten Forstbeamten Auftrag, auf den Specht und seine Nester zu achten. Infolgedessen wurden ihm binnen 2 Tagen 20 Kleinspechte eingeliefert. So mag es auch in anderen ausgedehnten Waldungen der norddeutschen Ebene sein. Im Gebirge dagegen tritt der Kleinspecht stets selten auf. Auch er ist mehr Stand- als Strichvogel. Da, wo er überhaupt brütend gefunden wird, trifft man ihn während des ganzen Jahres an; aber es kommt doch vor, daß er von den Ebenen aus den Fuß der Mittelgebirge zeitweilig besucht, also streicht. Dies geschieht regelmäßig in den Herbst- und Frühlingsmonaten, vom September und Oktober an Vrehm Tierleben 3. Ausflage. IV. 4⁰