Brehms Tierleben, Band 4: Die Vögel I — Baumvögel
sich hin, um mit dem anderen zu wechseln. Erst nachdem er mehrere dieser Schulschritte ausgeführt, begann er ordentlich zu laufen. Oft hielt er im schnellsten Laufe plötzlich inne, und manchmal wechselte er mit beiden Gangarten ab, indem er bald mit majestätischen Schritten, bald sehr eilig dahinlief; dabei zeigte er sich frei und ungezwungen, pflegte aber den Kopf zu heben und den Schwanz zu stelzen. Wenn er sang oder schrie, nahm er eine stolze Haltung an, richtete sich auf, streckte den Hals und schlug mit den Flügeln. Andere Vögel vertrieb er mit heftigem Zorne, wenn sie sich seinem Futternapfe näherten. An unsere Meisen und Baumläufer erinnern in Südamerika die Kriecher (Anabatinae). Die meisten Arten dieser Unterfamilie sind schlank gebaut, kurzflügelig und langschwänzig; der etwa kopflange Schnabel ist ziemlich stark, gerade oder gebogen; die Füße sind mittelhoch, und die kurzen Zehen auch mit kurzen, wenig gebogenen Krallen bewehrt; im Flügel ist die vierte Schwinge die längste; der Schwanz besteht aus zwölf stark abgestuften Federn. Alle Baumsteiger gehören dem festländischen Südamerika an und sind strenge Waldbewohner, die höchstens zeitweilig in offenere Gegenden herauskommen. Überaus lebhaft und gewandt, immer in Bewegung, durchkriechen sie die dunkeln, niederen Gebüsche, hüpfen auf den Zweigen und steigen wie unsere Meisen an ihnen umher oder hängen sich nach unten an, klettern aber keineswegs nach Art der Spechtmeisen, Baumläufer und Spechte an den Stämmen auf und nieder. Viele Arten haben eine laute, sonderbare Stimme; andere lassen nur einen kurzen und ziemlich leisen Lockton vernehmen. Alle ohne Ausnahme jagen Kerbtieren nach und zwar ungefähr in derselben Weise wie die Meisen. Viele bauen ein auffallendes, oft hängendes und oben meist verschlossenes Nest. *
Eine der bekanntesten Arten ist der Bündelnister (Synallaxis frontalis, Anumbius und Sphenura frontalis, Anabates und Phacellodomus rufifrons, Malurus garrulus; Abbildung S. 541), Vertreter der Buschschlüpfer (Synallaxis), deren Kennzeichen in dem kurzen, stark zusammengedrückten, ziemlich geraden, nur an der Spitze sanft herabgebogenen Schnabel, den hohen und starkläufigen Füßen, abgerundeten Flügeln und dem aus schmalen, weichen, an der Spitze breiteren und zugerundeten Federn bestehenden Schwanze liegen. Das Gefieder der Oberseite ist hell bräunlich-olivengrau, das der Unterseite blaß bräunlich-weißgrau; die Stirn dunkel rostbraun, ein Streifen über dem Auge weiß; die Schwungfedern sind graubraun, mit blaßrötlichem Schimmer auf der Vorderfahne. Das Auge ist aschgrau, der Schnabel oben dunkel horngraubraun, unten weißlichhorngrau, der Fuß blaß bläulich-hornfarben. Die Länge beträgt 17 em, die Fittichlänge 6, die Schwanzlänge 7 em. „Dieser niedliche Vogel“, sagt der Prinz von Wied, „ist mir in den großen Küstenländern nie vorgekommen, und ich habe ihn bloß in den inneren, höheren, von der Sonnenhitze ausgetrockneten Gegenden des Sertong der Provinzen Geras und Bahia gefunden, wo er die offenen, mit Gebüschen abwechselnden Gegenden bewohnt und behende von einem Baume oder Strauche zu dem anderen fliegt und hüpft. In der Lebensweise ähnelt er den verwandten Arten, und namentlich scheint er dem rotäugigen Baumsteiger (Knabates erytrophthalmus) nahezustehen.“ Von letzterem bemerkt unser Gewährsmann folgendes: „Er gehört zu jenen Vögeln der geschlossenen Waldung, welche man von ferne an ihrer sonderbaren, aus einigen immer
gleichartig modulierten Tönen bestehenden, lauten Stimme erkennen kann. Ich hielt mich in einer verlassenen Hütte im Urwalde mehrere Tage auf und hörte nun beständig in den hohen, von den mannigfaltigsten Schlinggewächsen verflochtenen Waldstämmen, welche die niederen Büsche umgaben, die sonderbare, aus sechs Tönen bestehende Stimme eines Vogels, den ich nicht kennen zu lernen vermochte, bis mir der Zufall endlich günstig war. Dieser Vogel lebt in den dichten, hohen Urwaldungen, in der Brütezeit gepaart, im übrigen Teile des Jahres familienweise. Eine solche Familie wohnte nahe bei uns, und ich konnte sie vollkommen beobachten. In der mit niederen Gebüschen bedeckten Pflanzung standen einige alte, hohe Stämme mit stark belaubter Krone, die bei der Urbarmachung dieses Fleckens der Zerstörung entgangen waren. Von einem dieser Bäume hing an einer langen, dünnen Schlingpflanze ein Bündel von Reisig herab, welches das Nest dieser Vögel war. In dieses sahen wir sie täglich einschlüpfen. Am Tage durchstrichen sie gemeinschaftlich die benachbarten Waldungen und ließen dabei beständig ihre laute, sonderbare Stimme vernehmen. Sobald der Abend herankam, hörte man die Familie sich nähern und sah nun die Vögel einzeln hintereinander von Ast zu Ast hüpfen, alsdann aber zwei von ihnen, wahrscheinlich die beiden Jungen, schnell an das hängende Nest fliegen und einkriechen. Sie pflegten hier, obwohl sie schon vollkommen erwachsen waren, regelmäßig zu übernachten. Wenn sie sich im Neste befanden, konnte man mit einem starken Pfeile mehrmals gegen dieses schießen, bevor sie es verließen. Sowie der Tag anbrach, verließen sie ihren Auf—⸗ enthalt wieder, ließen sogleich im hohen Walde ihre Stimme hören und antworteten sich gegenseitig. Sie scheinen muntere Vögel zu sein und sich sehr zu lieben, da sie sich beständig antworten und am Abende vereinigen. Sie hüpfen mit kurz eingezogenen Füßen auf den Zweigen umher, ihren langen, gewöhnlich unordentlich bündelförmig ausgebreiteten Schwanz ein wenig aufgerichtet, ihn auch wohl bewegend, steigen in allen Richtungen an den Schlingpflanzen hin und her, gewöhnlich hüpfend und seitwärts, also nicht nach Art der Spechte. Den Magen fand ich mit Kerbtieren angefüllt. „Das Nest des Bündelnisters fand ich in der Mitte des Februar und zwar wiederholt immer an niederen, schlanken Seitenästen mittelmäßig hoher Bäume. Dieses Nest bildet ein länglichrundes, großes Bündel von kurzen, zum Teil halbfingerdicken Reisern, die auf mannigfache Art quer durcheinander gefilzt und aufeinander gehäuft sind. Ihre Wände stehen sämtlich nach allen Seiten unordentlich hinaus, so daß man das Ganze, das zuweilen Um lang und noch länger ist, kaum angreifen kann. Die Reiser sind sämtlich mit verschiedenartigen Bindestoffen zusammen befestigt. Nahe am Grunde oder dem unteren, herabhängenden Ende hat der Vogel einen kleinen, runden Eingang. Er steigt alsdann inwendig aufwärts und hat nun in dem äußeren, großen Reisigbündel das eigentliche Nest von Moos, Wolle, Fäden, Bast und dürrem Grase recht dicht zusammengewebt. Reißt man das äußere große Reisigbündel auseinander, so findet man darin die eben beschriebene kleine, rundliche, oben geschlossene Nestkammer, in welcher der Vogel sehr weich, warm und sicher sikt. Er vergrößert alljährlich sein Nest, indem er immer in der nächsten Paarzeit rings um den schlanken Zweig herum auf das vorjährige Reisigbündel ein neues setzt und darin sein kleines Moosnest erbaut. Die sonderbaren Gebäude sind zum Teil so schwer, daß ein Mann sie kaum schwebend zu halten vermag. Offnet man den merkwürdigen Bau, so findet man zu oberst jedesmal das neue Nest und unter ihm eine Reihe von alten, die oft vom Männchen bewohnt werden“ Swainson, der das Nest zuerst beschrieb, versichert, daß es der Landschaft ein bestimmtes Gepräge verleihe. Das Gelege besteht aus 4 rundlichen, rein weißen Eiern.
Wesen und Eigenart der Würger und Fliegenfänger vereinigen in sich die Tyrannen oder Königswürger (Tyrannidae), eine, soviel bis jetzt bekannt, aus über 450 Arten bestehende, für Amerika bezeichnende, auf beiden Hälften des Festlandes vertretene Familie. Die Königswürger gehören zu denjenigen Vögeln, welche jedermann beachten und kennen lernen muß; denn sie zeichnen sich ebensowohl durch ihr Betragen wie durch ihre Stimme aus und machen sich ungescheut in unmittelbarer Nähe des Menschen zu schaffen. Die nachfolgenden Blätter schildern bekannte Arten der formenreichen Familie, deren eingehende Besprechung Raummangel verbietet. Die Arten der Schnurrenvögel (Pipra), etwa 60 an der Zahl, die wohl auch Zier⸗ und Samtvögel oder Manakins genannt werden, sind in Süd- und Mittelamerika zu Hause. Ihr Schnabel ist kurz und ziemlich hoch, auf dem Firste mehr oder minder scharfkantig, von der Mitte an zusammengedrückt, hinter dem Haken des Oberkiefers seicht ausgeschnitten; der Lauf ist hoch und dünn, und die Zehen sind kurz, die Außen- und Mittelzehen bis zur Mitte verwachsen; die Flügel, unter deren Schwingen die vierte die längste zu sein pflegt, reichen zusammengelegt wenig über die Schwanzwurzel hinab; die ersten Handschwingen sind stufig verkürzt und namentlich an der Spitze stark verschmälert; der kurze Schwanz ist entweder gerade abgestumpft oder durch Verlängerung der mittelsten Federn keilförmig zugespitzt. Das Gefieder liegt ziemlich knapp an und ist zumal in der Stirngegend sehr kurz, bedeckt aber doch die Nasenlöcher und verwandelt sich um den Schnabelrand herum zu feinen Borsten. Im männlichen Geschlechte bildet Schwarz die Grundfärbung; mit ihr vereinigen sich aber an einzelnen Teilen des Leibes die lebhaftesten Farben. Dagegen tragen die Weibchen fast aller Arten ein einfarbiges, graugrünes Kleid, und ihnen ähneln mehr oder weniger auch die Jungen beiderlei Geschlechtes. In ihrer Lebensweise und in ihrem Betragen erinnern die Schmuckvögel am meisten an unsere Meisen. Sie leben paarweise oder in kleinen Familien und Gesellschaften, hüpfen von Zweig zu Zweig und fliegen weder weit, noch hoch, sind aber munter und unruhig und deshalb wohl im stande, die Wälder zu beleben. Wie so viele Vögel des Urwaldes, bevorzugen sie feuchte Wälder und vermeiden fast ängstlich alle schattenlosen Stellen, so auch die offenen Flußufer. In den Morgenstunden sieht man sie zu kleinen Gesellschaften vereinigt, auch wohl in Gesellschaft mit anderen Vögeln; gegen Mittag hin trennen sich diese Gesellschaften, und die einzelnen suchen nun die Einsamkeit und die dunkelsten Schatten auf. Ihr Gesang ist unbedeutend, wie Pöppig sagt, „ein leises, jedoch recht angenehmes Gezwitscher“, ihre Lockstimme ein Pfeifen, das häufig wiederholt wird. Sie fressen Kerbtiere und Fruchtstoffe; Beeren scheinen die Hauptnahrung einzelner zu bilden, und ihnen zuliebe kommen die sonst vorsichtigen Vögel wohl auch in die Nähe der menschlichen Wohnungen. „An der Mündung des Parima“, sagt Schomburgk, „stand ein Feigenbaum mit reifen Früchten in der Nähe unseres Lagers, der während des ganzen Tages von diesen sonst scheuen Vögeln besucht wurde, die an dessen kleinen saftigen Früchten den Hunger stillten.“ Das ziemlich einfache und kunstlose Nest besteht aus Moos und ist innen mit Pflanzenwolle ausgefüttert; das Gelege enthält, wie es scheint, immer zwei Eier von sehr länglicher Gestalt, die auf blassem Grunde fein getüpfelt sind, gewöhnlich aber am stumpfen Ende einen Fleckenkranz zeigen.
Der Mönchsschmuckvogel (Pipra manacus, gutturosa und edwardsi, Manacus niger und edwardsi, Chiromachaeris manacus), mit hohen Läufen, sichelförmig Brehm, Tierleben. 3. Auflage. IV. 35
gekrümmten ersten Handschwingen und weichem, in der Kinngegend stark verlängertem und hier bartartigem Gefieder, ist zwar nicht eines der schönsten, aber eines der beachtenswertesten Mitglieder der Gattung. Scheitel, Rücken, Flügel und Schwanz sind schwarz, Burzel und Steiß grau, Kehle, Hals, Brust und Bauch weiß. Das Auge ist grau, der Schnabel bleifarben, am Unterkiefer weißlich, der Fuß blaß gelblich-fleischfarben. Die Länge beträgt 12, die Breite 18, die Fittichlänge 4,5, die Schwanzlänge 2,8 m. „Dieser kleine, niedliche Vogel“, sagt der Prinz von Wied, „ist über einen großen Teil von Südamerika verbreitet. Man trifft ihn in Guayana, und im Süden der Gegenden, die ich bereiste, ist er gemein. Er lebt in den geschlossenen Urwäldern und Gebüschen, die mit offenen Stellen abwechseln, durchzieht außer der Paarungszeit in kleinen, oft aber auch in zahlreichen Gesellschaften die Gesträuche, wie unsere Meisen, hält sich meistens nahe
Moönchsschmuckvogel (Pipra manacus). / natürl. Größe.
am Boden oder doch in mittlerer Höhe auf, ist sehr lebhaft und in beständiger Bewegung, hat einen kurzen, aber reißend schnellen Flug und läßt dabei ein lautes, sonderbares Schnurren hören, das man mit dem von einem Spinnrade herrührenden vergleichen kann.“ Dieses Schnurren wird durch die Bewegung des Handteiles der Flügel erzeugt und kann selbst nach dem Tode des Vogels durch rasche Bewegung des betreffenden Gliedes wieder hervorgebracht werden. Wenn der Mönchsmanakin in Bewegung ist, vernimmt man auch oft seine bereits von Sonnini erwähnte Stimme, ein Knacken, wie das einer zersprengten Haselnuß, auf welches ein knarrender und zuletzt ein tief brummender Ton folgt. „Anfänglich ist man erstaunt über diese sonderbaren, plötzlich im Dickicht oft wiederholten Stimmen. Man glaubt, der tiefe Baßton komme von einem großen Tiere, bis man das kleine, sonderbare Vögelchen als seinen Urheber mit Erstaunen kennen lernt. Oft hörte ich in der dichten, malerischen Verflechtung des dunkeln Waldes die höchst wunderbaren Töne dieses kleinen Manakins, während er unmittelbar neben uns umherschwärmte, knackte und brummte, ohne daß man ihn sehen konnte.“
Die Aufmerksamkeit der Brasilier ist durch eine Eigenheit des Mönchsmanakins erregt worden. Er bläst nämlich gern seine Kehlgegend auf und treibt dadurch das lange Kehlgefieder bartartig hervor. Hierauf begründet sich der in Brasilien übliche Name „Mono“ oder zu deutsch „Mönch“. Die Nahrung scheint gemischter Art zu sein und ebenso aus Beeren wie aus Kerbtieren zu bestehen. Das Nest soll mit dem anderer Arten übereinstimmen; wirklich begründete Nachrichten über das Brutgeschäft sind mir jedoch nicht bekannt. Wilson, Audubon, der Prinz von Wied und andere Forscher haben uns so ausführliche Mitteilungen über eine der berühmtesten Arten der Familie gemacht, daß wir uns einer genaueren Lebenskenntnis dieser Art rühmen dürfen. Der Königsvogel oder Tyrann (Tyrannus carolinensis, intrepidus, leucogaster und pipiri, Muscicapa tyrannus, rex und animosa, Lanius tyrannus) zählt zu den mittelgroßen Arten seiner Gattung: seine Länge beträgt 21, die Breite 36, die Fittichlänge 12, die Schwanzlänge 9g em. Das weiche und glänzende Gefieder, das sich auf dem Kopfe zu einer Haube verlängert, ist auf der Oberseite dunkel blaugrau, auf den Kopfseiten am dunkelsten, während die schmalen Haubenfedern prachtvoll feuerfarbig und gelb gerandet sind; die Unterseite ist gräulichweiß, auf der Brust aschgrau überflogen, an Hals und Kehle rein weiß; die Schwingen und Steuerfedern sind bräunlichschwarz, letztere dunkler gegen das Ende hin und wie die Flügeldeckfedern an der Spitze weiß. Das Auge ist dunkelbraun, der Schnabel schwarz, der Fuß gräulichblau. Beim Weibchen sind alle Farben unscheinbarer und düsterer. „Der Königsvogel“, erzählt Audubon, „ist einer von den anziehendsten Sommergästen der Vereinigten Staaten. Er erscheint in Louisiana ungefähr um die Mitte des März. Viele verweilen hier bis Mitte September; aber die größere Anzahl zieht sich allgemach nordwärts und verbreitet sich über jeden Teil des Reiches. Die ersten Tage nach seiner Ankunft scheint der Vogel ermüdet und traurig zu sein; wenigstens verhält er sich vollkommen still. Sobald er aber seine natürliche Lebendigkeit wieder erlangt hat, hört man seinen scharfen, trillernden Schrei über jedem Felde und längs der Säume aller unserer Wälder. Im Inneren der Waldungen findet er sich selten; er bevorzugt vielmehr Baumgärten, Felder, die Ufer der Flüsse und die Gärten, die das Haus des Pflanzers umgeben. Hier läßt er sich am leichtesten beobachten.“ Wenn die Brutzeit herannaht, nimmt der Flug dieser Vögel ein anderes Gepräge an. Man sieht die Gatten eines Paares in einer Höhe von 20 oder 30 müber dem Grunde unter fortwährenden flatternden Bewegungen der Flügel dahinstreichen und vernimmt dabei fast ohne Aufhören seinen lauten Schrei. Das Weibchen folgt der Spur des Männchens, und beide scheinen sich nach einem geeigneten Platze für ihr Nest umzusehen. Währenddem haben sie aber auch auf verschiedene Kerbtiere wohl acht, lassen sich durch sie ab und zu aus ihrem Wege lenken und nehmen die erspähten mit einer geschickten Schwenkung auf. Dieses Spiel wird dadurch unterbrochen, daß beide sich dicht nebeneinander auf einen Baumzweig setzen, um auszuruhen. Die Wahl des Nistplatzes wird beendet, und nunmehr sucht sich das glückliche Pärchen trockene Zweige vom Boden auf, erhebt sich mit ihnen zu einem wagerechten Aste und legt hier den Grund zur Wiege seiner Kinder. Flocken von Baumwolle, Werg oder Wolle und ähnliche Stoffe, die dem Neste eine bedeutende Größe, aber auch ziemliche Festigkeit verleihen, werden auf diesem Grunde aufgebaut, die Innenwände mit feinen Würzelchen und Roßhaaren ziemlich dick ausgepolstert. Nun legt das Weibchen seine 4—6 ungefähr 25 mm langen,‚, 19 mm dicken, auf rötlichweißem Grunde unregelmäßig braun getüpfelten Eier und beginnt zu brüten. Jetzt zeigt sich das Männchen voller Mut und Eifer. In der Nähe der geliebten Gattin sitzt es auf 35*