Brehms Tierleben, Band 4: Die Vögel I — Baumvögel
Die Wollschlüpfer (Formiciyvora), eine reiche, etwa 70 Arten zählende, auf Südamerika beschränkte Gattung bildend, erinnern ebenso an unsere Drosseln wie an die Sänger und Würger. Bezeichnend für die Gesamtheit ist, laut dem Prinzen von Wied, „daß die Füße auf Unkosten der Flügel ausgebildet sind“. Kerbtiere bilden die hauptsächlichste Nahrung der Wollschlüpfer; doch verschmähen einige auch Pflanzenstoffe nicht. Erstere sammeln sie hauptsächlich vom Boden auf, indem sie die abgefallenen Blätter mit dem Schnabel umwälzen; einzelne scharren aber auch wie die Hühner, wenn fie rascher zum Ziele kommen wollen. Sie lieben die Ameisen, ohne daß man jedoch sagen kann, daß diese ihre bevorzugte Speise wären. Nach Angabe Menetriers nisten die Wollshlüpfer in denjenigen Monaten, welche ihrer Heimat den Frühling bringen, und legen ihre zwei oder drei auf weißlichem Grunde rötlich Fes
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Feuerauge (Formicivora domicella). ?2 natürl. Größe.
getüpfelten Gier ohne wesentliche Vorkehrungen in eine seichte Mulde auf den Boden. Die Zungen verlassen das Nest bald und folgen ihrer Mutter nach Art der Nestflüchter.
Einer der bekanntesten Wollschlüpfer ist das Feuerauge (Formicivora domicella, Lanius, Myiothera und Pyriglena domicella, Drymophila trifasciata, Myrmeciza melanura) mit geradem, ziemlich starkem, fast kegelförmigem Schnabel mit hakiger Spiße und seichter Kerbe vor dieser, hohen, starken Läufen, kräftigen, aber nicht sehr langen Zehen, die mit ziemlich kurzen, schlanken und gebogenen Krallen bewehrt sind, mittellangen Flügeln, in welchen die vierte Shwinge die längste ist, und ziemlich langem und abgerundetem Shwanze. Bei dem männlichen Feuerauge sind Schnabel, Füße und der größte Teil des Gefieder3 schwarz, die Flügeldeckfedern am Buge weiß und die großen Dedkfedern weiß gerandet. Das Auge ist, dem Namen entsprechend, dunkel feuerrot. Das Weibchen ist olivenbraun, an der Kehle und auf dem Nacken blaßgelb. Die Länge beträgt 18, die Breite 23, die Fittichlänge 8, die Shwanzlänge 7 cm. ie
Das Feuerauge ist in allen Waldungen Brasiliens nicht selten und kriecht überall in den dichten und dunkeln Gebüschen der großen Wälder umher. Sein feurigrotes Auge sticht lebhaft ab von dem kohlschwarzen Gefieder, und der Vogel wird schon deshalb leicht bemerklich. Die Stimme ist ein pfeifendes Gezwitscher. Daß dieser nette Vogel ein eifriger Ameisenjäger ist, erfahren wir durch Freiherrn von Kittlitz. „Ich begegnete“, erzählt er, „in einem Dickicht des Waldes einem ungeheuern Schwarme großer, schwarzer Ameisen, die um die Trümmer starker Bambusstengel her gerade sehr beschäftigt waren, während sowohl männliche als weibliche Feueraugen ihnen mit großer Gier und Behendigkeit nachstellten. So schüchtern sich die Vögel auch zeigten, und so gewandt sie einem Schusse auszuweichen wußten, war doch ihre Begierde nach den Ameisen so groß, daß selbst das Schießen sie nur augenblicklich verscheuchte. Ich konnte, am Boden lauernd und immer wieder ladend, bald sechsmal nacheinander Feuer geben. Überraschend war es für mich, in dem Magen der geschossenen fast nur Überreste von Heuschrecken und anderen Geradflüglern zu finden. Es scheint also, daß die Ameisen mehr Leckerbissen als regelmäßige Nahrung dieser Vögel bilden.“ Andere Forscher versichern ebenfalls, daß in der Nähe eines wandernden Ameisenheeres die Jagd auf diese sonst so vorsichtigen Vögel überaus leicht ist. Schwerer aber hält es, die geschossenen aus der Mitte des wandernden Heeres hervorzuholen, ohne von Hunderten erbitterter Kerfe gebissen zu werden. Auch von Kittlitz hebt hervor, daß er von den Ameisen fürchterlich gebissen wurde, obgleich sie zum Glücke zu eilig waren, als daß sie sich in Massen auf ihn geworfen hätten. Die zweite Unterfamilie der Wollrücken, die der Schlüpfer (Hylactinae), vertreten die Rallenschlüpfer (EHylactes), von denen wir als eine der bekannteren Arten den
Türkenvogel, Turco und Tapacolo der Chilenen (Hylactes megapodius, Pteroptochus megapodius, Megalonyx rufus, Leptonyx macropus) aufführen. Sein Gefieder ist auf der Oberseite dunkel olivenbraun, das des Bürzels rotbraun; ein Schläfenstrich, Kinn und untere Backengegend sind weiß, Zügel und Ohrgegend dunkelbraun, die übrigen Unterteile olivenrostbraun, Bauch- und Schenkelseiten mit schmalen schwärzlichen und breiten weißen, untere Schwanzdecken mit rostfahlen, Brust- und Bauchmitte auf weißlichem Grunde mit schmalen dunkelbraunen Querbinden gezeichnet, die Schwingen außen rostbräunlich gesäumt, die Schwanzfedern tief braun. Das Auge hat dunkelbraune, der Schnabel schwarzbraune, der Fuß braunschwarze Färbung. Die Länge beträgt ungefähr 27, die Fittichlänge 10, die Schwanzlänge 9 em. Die Lebensweise des Vogels bedarf noch sorgfältiger Erforschung. „So verborgen der merkwürdige Gesell sich gewöhnlich zu halten pflegt“, sagt von Kittlitz von dem durch ihn in der Nähe von Valparaiso entdeckten Türkenvogel, „so muß doch an den mit einer eigentümlichen Bambusenform überwucherten Abhängen sein Dasein jedem Beobachter der Natur durch die einzelnen, in unregelmäßigen Zwischenräumen aufeinander folgenden Töne seiner Stimme sich kundgeben, die wunderbar knarrend und kreischend lauten und allmählich immer tiefer werden. Der Tapacolo und seine Verwandten gewähren oft den überraschendsten Anblick, wenn sie plötzlich mit ihren kurzen, zum Fluge unfähigen Flügeln, den raschen Lauf unterstützend, aus dem Dickicht hervorschlüpfen und in einer Stellung, wie wir sie wohl bei unserem Zaunkönige zu sehen gewohnt sind, auf einer hervorragenden Spitze sich auf Augenblicke zeigen, nachdem sie dahin durch einen plötzlichen, ungeheuern Sprung gelangt sind. Durch einen ähnlichen Sprung verschwinden sie ebenso plötzlich wieder.“ Eingehender berichtet Darwin. „Unter den Vögeln Chiloés sind zwei Bürzelstelzer die merkwürdigsten.
Der erstere, der von den Chiloésen ‚Turco“é genannt wird, ist nicht selten. Er lebt auf der Erde, geschützt von den Gesträuchen, mit welchen die trockenen und kahlen Hügel hier und da bedeckt sind. Mit seinem aufgerichteten Schwanze und stelzengleichen Beinen kann man ihn sehr oft sehen, wie er mit ungemeiner Schnelligkeit von einem Gebüsche zum anderen huscht. Es bedarf wirklich nicht viel Einbildungskraft, zu glauben, daß der Vogel sich seiner selbst schämt und seiner lächerlichen Gestalt bewußt ist. Wenn man ihn zuerst sieht, wird man versucht, auszurufen: Ein schlecht ausgebalgter Vogel hat sich von einem Museum geflüchtet und ist wieder lebendig geworden. Man kann ihn ohne die größte Mühe nicht zum Fliegen bringen. Auch läuft er nicht, sondern hüpft nur. Die verschiedenen lauten
Türkenvogel (Hylactes megapodius). ½ natürl. Größe.
Töne, die er hören läßt, wenn er unter dem Gesträuche verborgen ist, sind so fremdartig wie sein ganzes Außere. Er soll sein Nest in eine tiefe Höhle unter der Erde bauen. Ich zerlegte mehrere. Der sehr muskelkräftige Magen enthielt Käfer, Pflanzenfasern und Kiesel. Hiernach, nach der Länge der Beine, den Füßen zum Kratzen und der häutigen Bedeckung der Nasenlöcher scheint dieser Vogel bis zu einem gewissen Grade die Drosseln mit den hühnerartigen Vögeln zu verknüpfen. Eine dem Turco nächstverwandte Art (Hylactes tarnii) wird von den Eingeborenen Gid-Gid, von den Engländern bellender Vogel genannt. Dieser letztere Name ist sehr passend; denn sicher kann niemand unterscheiden, ob nicht ein kleiner Hund irgendwo im Walde bellt. Zuweilen hört man das Bellen ganz nahe, aber man bemüht sich vergebens, seinen Urheber zu entdecken, und doch kommt der Gid-Gid bei anderen Gelegenheiten furchtlos nahe. Beide Arten sollen ihre Nester ganz nahe an die Erde unter die faulenden Aste bauen. Da der Boden so ausnehmend naß ist, so ist dies ein guter Grund, daß sie nicht Löcher graben.“
Etwa 300 Arten süd- und mittelamerikanischer Vögel vereinigt man zur Familie der Baumsteiger (Anabatidae). Unter ihnen erinnern die Töpfervögel (Furnarius) an manche Drosseln, können aber, wie Darwin bemerkt, mit keinem europäischen Vogel verglichen werden. Der Schnabel ist etwa kopflang oder etwas kürzer, mäßig stark, gerade oder sanft gebogen, seitlich zusammengedrückt, der Fuß hochläufig und starkzehig, mit kleinen, mäßig gekrümmten Krallen bewehrt, der Flügel mittellang und stumpf, in ihm die dritte Schwinge die längste, die erste merklich, die zweite wenig verkürzt, der Schwanz eher kurz als lang und weichfederig. Die Gattung vertritt die erste Unterfamilie der Baumsteiger, die der Töpfer (Furnariinae). „Wenn man“, sagt Burmeister, „die hohen Bergketten Brasiliens, die das waldreiche Küstengebiet von den inneren Grasfluren der Campos trennt, überschritten hat und nunmehr in das hügelige Thal des Rio dos Velhas hinabreitet, so trifft man überall an der Straße auf hohen, einzeln stehenden Bäumen neben den Wohnungen der Ansiedler große, melonenförmige Lehmklumpen, die auf wagerechten, armdicken Asten stehen und mit regelmäßigen Wölbungen nach beiden Seiten und oben sich ausbreiten. Der erste Anblick dieser Lehmklumpen hat etwas höchst Überraschendes. Man hält sie etwa für Termitennester, bevor man den offenen Zugang auf der einen Seite bemerkt hat. Aber die auffallend gleiche Form und Größe spricht doch dagegen; denn die Termitennester sind sehr ungleich gestaltet und auch nie schwebend gebaut, sondern vorsichtig in einem Astwinkel angelegt. Hat man also die regelmäßige Form dieser Lehmklumpen einmal bemerkt, so ist man auch bald in der Lage, ihre Bedeutung zu ergründen. Man wird das große, eifoörmige Flugloch nicht übersehen, auch, wenn man achtsam genug ist, bisweilen einen kleinen, rotgelben Vogel aus- und einschlüpfen gewahren und daran leicht das wunderliche Gebäude als ein Vogelnest erkennen. Das ist es in der That und zwar das Nest des Töpfervogels, den jeder Mineiro unter dem Namen Lehmhans, Jo do de Barro, kennt und mit besonderen Gefühlen des Wohlwollens betrachtet.“ Der Töpfer- oder Ofenvogel, Hüttenbauer, Baumeister, Lehmhans ꝛc. (Pur-narius rufus, Merops rufus, Turdus badius, Figulus albogularis, Opetiorhynchus ruficaudus), ist oberseits rostzimtbraunrot, auf Kopf und Mantel matter, auf den Schwingen braun, auf der Unterseite lichter, auf der Kehlmitte reiner weiß gefärbt; vom Auge verläuft ein lebhaft rostgelb gefärbter Streifen nach hinten; die Schwingen sind grau, die Handschwingen an ihrer Wurzel auf eine Strecke hin blaßgelb gesäumt, die Steuerfedern rostgelbrot. Das Auge ist gelbbraun, der Schnabel braun, der Unterkiefer am Grunde weißlich, der Fuß braun. Die Länge beträgt 19 em, die Breite 27, die Fittichlänge 10, die Schwanzlänge 7 em. Nach d'Orbignys Angaben lebt der Töpfervogel ungefähr nach Art unserer Drosseln, ebensowohl auf den Zweigen wie auch an dem Boden. Im Gezweige ist er sehr lebhaft und heiter, und namentlich die wunderbare Stimme läßt er häufig ertönen. Man findet ihn immer paarweise und meist für sich allein; doch kommt es vor, daß einer der beiden Gatten sich auch einmal mit anderen Vögeln zeitweilig vereinigt, und dann kann es, wie d'Orbigny sagt, nichts Erheiternderes geben als das vorsichtige Gebaren des Männchens, obgleich es nicht immer zu Thätlichkeiten kommt. Die Nahrung besteht aus Kerbtieren und Sämereien, laut Burmeister nur aus ersteren, die vom Boden aufgenommen werden; denn an den Zweigen sieht man den Töpfervogel nie nach solchen jagen und noch weniger fliegende Kerfe verfolgen. Auf dem Boden bewegt er sich sehr gewandt, indem er mit großen Sprüngen dahinhüpft; der Flug dagegen ist, den kurzen Flügeln entsprechend, nicht eben rasch und wird auch niemals weit ausgedehnt.
Die Stimme muß höchst eigentümlich sein, weil alle Beschreiber ihrer ausdrücklich gedenken, die einen mit Wohlwollen, die anderen in minder günstiger Weise. „Seine laute, weit vernehmliche Stimme“, sagt Burmeister, „ist gellend und kreischend, und gewöhnlich schreien beide Gatten, irgendwo auf einem Hause oder Baume sitzend, zugleich, aber in verschiedenen Tönen und Tonleitern, das Männchen schneller, das Weibchen bedeutend langsamer und eine Terz tiefer. Überraschend ist diese Art und Weise allerdings, wenn man
Bündelnister (Synallaxis frontalis) und Töpfervogel (Furnarius rufus). ½ natürl. Größe.
sie das erste Mal hört, aber angenehm gewiß nicht, zumal da das Vogelpaar einem stets in die Rede fällt, d. h. zu schreien beginnt, wenn man irgendwo stehen bleibt und laut sprechend sich unterhält. Im Garten Lunds geschah mir dies täglich, und oft äußerte mein freundlicher Wirt, wenn die Vögel ihre Einsprache begannen: „Lassen Sie die nur erst ausreden; wir werden doch daneben nicht zu Worte kommen.““ Man bemerkt bald, daß die anfangs auffallende Dreistigkeit des Töpfervogels ihre vollste Berechtigung hat. Er gilt in den Augen der Brasilier als ein heiliger oder christlicher Vogel, weil man behauptet, daß er an seinem großen Neste des Sonntags nicht arbeite —
und das Flugloch stets nach Osten hin anlege. „Daß letztere Angabe nicht richtig sei“, bemerkt ĩBurm eister, „fand ich bald selbst und überzeugte davon auch mehrere Einwohner, die ich deshalb zu Rate zog; die Sage, daß der Vogel Sonntags nicht arbeiten soll, hat wohl ihren Grund in der Schnelligkeit, mit welcher er sein schwieriges Werk vollendet. Hat er nicht gerade am Sonntag begonnen, so ist er fertig, ehe der nächste Feiertag herankommt. „Das Nest selbst ist für den kleinen Vogel wirklich ein staunenswürdiges Werk. Die Stelle, wo er es anlegt, ist gewöhnlich ein völlig wagerechter oder mitunter selbst schwach ansteigender Teil eines 8 emtoder darüber starken Baumzweiges. Sehr selten gewahrt man das Nest an anderen Punkten, auf Dächern, hohen Balken, Kreuzen der Kirchen ꝛc. Beide Gatten bauen gemeinschaftlich. Zuerst legen sie einen wagerechten Grund aus dem in jedem Dorfe häufigen Lehm der Fahrwege, der nach den ersten Regengüssen, die um die Zeit ihrer Brut sich einstellen, als Straßenkot zu entstehen pflegt. Die Vögel bilden aus diesem runde Klumpen, wie Flintenkugeln, und tragen sie auf den Baum, hier mit den Schnäbeln und Füßen sie ausbreitend. Gewöhnlich sind auch zerfahrene Pflanzenteile mit eingeknetet. Hat die Grundlage eine Länge von 20—22 em erreicht, so baut das Paar an jedes ihrer Enden einen aufwärts stehenden, seitwärts sanft nach außen geneigten Rand, der am Ende am höchsten (bis 5 em hoch) ist und gegen die Mitte der Seiten sich erniedrigt, so daß die Ränder von beiden Enden her einen hohlen Bogen bilden. Ist dieser Rand fertig und gehörig getrocknet, so wird darauf ein zweiter, ähnlicher gesetzt, der sich schon etwas mehr nach innen zu überbiegt. Auch diesen läßt der Vogel zuvörderst wieder trocknen und baut später in derselben Weise fort, beide Seiten zu einer Kuppel zusammenschließend. An der einen Langseite bleibt eine runde Offnung, die anfangs kreisförmig erscheint, später aber durch Anbauen von der einen Seite her zu einem senkrecht stehenden Halbkreise verlängert wird. Sie ist das Flugloch. Nie habe ich dieses anders als in solcher Form, in Gestalt einer senkrechten Offnung von 7—10 em Höhe und 5 em mittlerer Breite gesehen. Die gleichlautende Angabe bei Azara ist also kein Fehler des Übersetzers, wie Thienemann vermutet; denn ich sah nie ein fertiges Nest mit Quermündung, wie genannter Forscher sie beschreibt. „Die Mündung liegt übrigens, wenn man gerade vor dem Neste steht, beständig auf der linken Hälfte der vorderen Fläche; die rechte ist geschlossen. Der innere Rand der Mündung ist also gerade und senkrecht gestellt, der äußere erscheint bogenförmig ausgebuchtet. Das fertige Nest gleicht einem kleinen Backofen, pflegt 15—18 em hoch, 20—22 em lang und 10—12 em tief zu sein. Seine Lehmwand hat eine Stärke von 2,5—4 em, die innere Höhle umfaßt also einen Raum von 10—12 em Höhe, 12—15 em Länge und 7- 10 em Breite. Ein der Vollendung nahes Nest, das ich mitnahm, wiegt 4, Kg. In dieser Höhle erst baut der Vogel das eigentliche Nest, indem er an dem geraden Rande der Mündung senkrecht nach innen jetzt eine halbe Scheidewand einsetzt, von welcher eine kleine Sohle quer über den Boden des Nestes fortgeht. Das ist der Brutraum, der sorgfältig mit herumgelegten trockenen Grashalmen und nach innen mit eingeflochtenen Hühnerfedern, Baumwollbüscheln ꝛc. ausgekleidet wird. Dann ist die Wohnung des Lehmhanses fertig. Der Vogel legt seine 2—4 weißen Eier hinein, und beide Gatten bebrüten sie und füttern ihre Jungen. Der erste Bau wird Ende August ausgeführt; die Brut fällt in den Anfang des September. Eine zweite Brut wiederholt sich später im Jahre.“ Azara hielt einen alten Töpfervogel ungefähr einen Monat lang gefangen und ernährte ihn mit gekochtem Reis und rohem Fleisch. Das letztere zog er vor. Wenn der Bissen zum Verschlingen zu groß war, faßte er ihn mit den Füßen und riß sich mit dem Schnabel kleinere Bissen ab. Wollte er dann gehen, so stützte er sich kräftig auf einen Fuß, erhob den anderen, hielt ihn einen Augenblick gerade vorgestreckt und setzte ihn dann vor