Brehms Tierleben, Band 2: Die Säugetiere II
Ich habe den Korsak längere Zeit lebend gehalten und auch oft in Gefangenschaft gesehen, erhebliche Unterschiede zwischen seinem und Reinekes Betragen jedoch nicht wahr: genommen. Unter Umständen wird er sich, wenn auch nicht genau ebenso, so doch sehr ähnlich benehmen. Er gehört zu den glücklichsten Bewohnern eines Tiergartens, richtet sich in dem ihm angewiesenen Käfige bald ein, scheut weder die Hitze des Sommers noch die Kälte des Winters und setzt sich mit demselben Gleichmute den Strahlen der Sonne aus,
mit dem er sich bei eisiger Kälte auf das Steinpflaster seines Käfigs legt. Mit seinen Mitgefangenen verträgt er sich ebenso gut und ebenso schlecht wie der Fuchs, lebt manchmal monatelang mit dem Gefährten in Frieden und Freundschaft, erbost sich einmal plötzlich, beginnt Streit mit dem Genossen, beißt wütend umsich, verwundet und tötet ihn, frißt den Getöteten auch ohne Gewissensbisse auf, wenn sonst der Hunger ihn quält. Demungeachtet pflanzt er sich ohne sonderliche Umstände im Käfige fort, weil zwischen verschiedenen Geschlechtern der Frieden wenigstens vorherrscht, behandelt seine Jungen zärtlich und zieht sie in der Regel glücklich groß. Jüngere Weibchen verzehren freilich, wie so viele Raubtiere thun, nicht selten ihre Nachkommenschaft, und auch dem Vater ist niemals recht zu trauen; doch hört man im allgemeinen mehr von glücklich als von unglücklich verlaufenden Zuchten unserer Tiere.
Allerliebste Füchschen bewohnen Afrika und die angrenzenden Teile Asiens. Zwerge der gesamten Hundefamilie und der Fuchssippschaft insbesondere, ungemein zierlich gebaut und mit fahlgelbem Felle bekleidet, unterscheiden sie sich von den Verwandten namentlich durch die großen Ohren, welche bei zwei von ihnen alles gewohnte Maß weit überschreiten, aber auch bei den verwandten Arten die Lauscher anderer Füchse merklich übertreffen. Man hat sie Großohrfüchse oder Feneks genannt, obschon ihr Gebiß dem anderer Füchse gleichartig ist. Alle Großohrfüchse geben sich als treue Kinder ihrer Heimat kund. Wer auch nur oberflächlich mit den Erzeugnissen des Landes bekannt ist, welches sie beherbergt, muß sie augenblicklich als Wüsten⸗ oder Steppentiere erkennen und wird sogar im stande fein, ohne von ihrem Aufenthalte etwas zu wissen, fie sofort unter den übrigen Wüsten- oder Steppen-tieren einzureihen. Das Kleid hat unter allen Umständen mehr oder weniger die Färbung des Sandes; denn alle Abweichungen von dem Sandgelb, welche vorkommen, sind unwesentlich. Der Leib ist verhältnismäßig klein, dabei aber äußerst zierlich und leicht gebaut und gleichwohl zu den schnellsten Bewegungen und zu überraschender Ausdauer befähigt. Große Lauscher setzen unsere Füchsein den Stand, auch das geringste Geräusch zu vernehmen, scharfe Seher gestatten ihnen einen weiten Überblick, die feine Nase bringt jeden Geruch zum Bewußtsein. Ihr dem Erdboden gleichgefärbter Balg verbirgt sie selbst auf ganz kahlen Stellen den Blicken in überraschender Weise. So sind denn unsere kleinen Räuber ganz vortrefflich ausgerüstet. Sie machen immer noch genug Beute, um sich ohne große Sorge ernähren zu können.
Von einem der zu den Feneks zählenden südafrikanischen Füchschen, dem Kama (Vulpes chama [caama]), der besonders im deutschen Südwestafrika heimisch ist, erzählt man, daß er sich selbst an Straußeneier mache und wirklich fähig wäre, ein ganzes Ei des Riesenvogels auf eine Mahlzeit zu fressen. Diese Behauptung aber beruht wohl bloß auf den Anschauungen der Eingeborenen über die Eßfähigkeit eines Geschöpfes, soweit solche durch die eigenen Erfahrungen begründet sind; denn bekanntlich ist ein einziges Straußenei hinreichend, um vier Menschen zu sättigen, und es ist also wohl nicht anzunehmen, daß ein Füchslein, welches kaum halb so groß ist wie unser Reineke, eine größere Eßlust zeigen sollte als vier Menschen zusammengenommen. Das kleine Tierchen ist nicht im stande, ein so großes Ei fortzuschleppen, aber es weiß sich doch zu helfen: es rollt nämlich, so sagt man, das Ei einfach vom Neste aus bis zu einer günstigen Stelle und öffnet es hier in einer ebenso einfachen wie gescheiten Weise. Für sein schwaches Gebiß ist die harte Schale viel zu stark; sie erlaubt den scharfen Zähnen wegen der Glätte und des großen Durchmessers des Eies nicht einmal eine ordentliche Ansatzfläche. So muß der Kama auf andere Mittel denken, um sie zu zerschellen: er läßt das Ei über einige Steine hinabrollen, bis es zerbricht, und ist dann geschwind bei der Hand, um den herausfließenden Inhalt aufzulecken.
Wenn die glutstrahlende Sonne sich zur Erde neigt und alle Tagesgeschöpfe noch einmal neulebendig geworden sind in der Kühle des Abends, denkt eine mehr oder weniger düstere und dennoch fo schmucke Schar daran, ihr Tage- oder besser Nachtwerk zu beginnen. Von den greulichen Hyänen und den heulenden Schakalen, welche um diese Zeit hungerig nach Nahrung umherstreifen, will ich hier nicht reden, ebensowenig von dem Wüstenluchse: es gilt jetzt, noch einen dieser Räuber, und zwar den zierlichsten und schmucksten von allen, vorzustellen. Das ist der Fenek oder Wüstenfuchs (Vulpes zerdo, Canis, Megalotis und Fenecus zerda s. zerdo, F. arabicus und brucei, Vulpes zaarensis und minimus, Viverra aurita), ein Tier, welches noch besser als die Gazelle selbst die Wüste kennzeichnet. Man denke sich ein Fuchsgesicht, zart und fein, listig, pfiffig und schlau im Ausdrucke wie das unseres Reineke; aus diesem Gesichte aber treten ein Paar ungewöhnlich große Augen hervor, und zu beiden Seiten dieses Gesichtes strecken sich gewaltige Lauscher, so großartige Ohren heraus, wie sie nicht nur nicht in der ganzen Fuchsgattung, sondern auch kaum in der gesamten Hundefamilie wiederzufinden sind. Auf ungemein zarten, zierlichen Füßchen ruht der schlanke Leib, und eine dicke, lange und buschige Lunte endet ihn. Das ganze Tier zeigt augenblicklich an, daß es ebenso gewandt wie behende sein muß, und gibt schon äußerlich die vorzügliche Schärfe seiner Sinne kund.
Mit der Dämmerung hört man zuweilen ein leises Kreischen, welches nicht wohl beschrieben werden kann, und sieht, wenn man glücklich ist, zwischen den Sandhügeln, zwischen dem Geklüfte oder in den Niederungen zwischen dem Grase unseren Fenek dahinschleichen, äußerst bedachtsam, äußerst vorsichtig, lauernd, äugend, witternd, lauschend nach allen Seiten hin. Da ist nichts, was der Aufmerksamkeit dieses durchgebildeten Raubgesellen entginge. Die Heuschrecke dort, welche den letzten Abendsprung macht, hat so viel Geräusch hervorgebracht, daß es die großen Lauscher des Fenek wohl vernommen haben, und mehr neugierig als eßlustig schleicht die zierliche Gestalt herbei, um ihr den Garaus zu machen; oder die gewandte Eidechse hat sich geregt, und im Nu ist der Fenek bei der Hand, um zu sehen, was es gebe. Doch seine Hauptnahrung besteht in anderen Tieren, namentlich in Vögeln. Wehe der Wüstenlerche, welche zufällig nahe des Weges sitzt, den der Fenek wandelt! Sie ist verloren, wenn sie nur einmal den Flügel regt, ein Kind des Todes, wenn sie, träumerisch ihres einfachen Liedes gedenkend, einen einzigen Ton vernehmen läßt! Wehe auch dem Flughuhne, gerade ihm strebt der Fuchs am eifrigsten nach! Er braucht nicht viel zu fangen: ein einziges gibt einen leckeren Braten, hinreichend für ihn und vielleicht auch für seine hungerige Sippschaft. Da muß man ihn schleichen sehen, wenn in die feine Nase des feinen Stromers eine Witterung gekommen ist von einer Flughuhnkette! Vielleicht hat bloß eines oder das andere den Pfad gekreuzt, auf welchem der Gaudieb dahinstrolcht, aber das genügt. Sorgfältig wird die Fährte aufgenommen, mit tiefgesenkter Nase geht es weiter, lautlos, unhörbar und unsichtbar. Der Fenek kennt die Flughühner wohl, und sein Auge ist schärfer als das der meisten Reisenden. Er läßt sich nicht täuschen von ähnlich gefärbten Steinen oder Erdhaufen; denn seine Nase und sein herrliches Gehör sprechen ein Wörtchen mit beim Aufspüren. So gering auch das Geräusch ist, welches ein Flughuhn hervorbringt, wenn es in seinem Federwamse nestelt, so wenig sichtbar die Bewegung scheint, welche ein sorgenvolles Männchen macht, auch im halben Schlafe noch, um zu sichern, und jo unbedeutend, für uns unbegreiflich, der Geruch ist, welchen die Fährte eines Huhnes zurückließ: dem Fenek entgeht es nicht. Sieh da! er hat die volle Überzeugung gewonnen und schleicht jetzt heran, fast auf dem Bauche kriechend, unwahrnehmbar für Auge wie für Ohr. Dort, hinter dem letzten Busche machte er Halt. Wie glühen die Augen, wie sind die Lauscher gebreitet und vorgespannt, wie gierig spürt er nach den sich sicher träumenden, schlummermüden Vögeln hin. Die ganze Gestalt ist lebendig, und doch sieht man keine Bewegung;
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die ganze Seele des Fuchses liegt in seinem Gesichte, und doch erscheint dieses so starr und ruhig wie er selbst, welcher aus Wüstensand geformt zu sein scheint. Da, ein einziger Sprung, ein kurzes Flattern: das Flughuhn hat geendet. Schnell stürmen die anderen empor, schallend klatschen die Flügelschläge. Sie irren unsicher in der Nacht umher und fallen nach kurzer Zeit wieder ein, vielleicht kaum wissend, welcher nächtliche Besucher sie aufgescheucht.
Der Fenek ist der kleinste aller Füchse. Samt seiner Standarte, deren Länge etwa 20 cm beträgt, mißt er höchstens 65 em und wird am Widerriste kaum 20 cm hoch. Der ganze Leibesbau ist ungemein fein, der Kopf sehr zugespitzt, die großen Augen haben rundliche Augensterne, welche von einer braunen Regenbogenhaut eingefaßt werden. Als das ausgezeichnetste am ganzen Tiere erscheinen aber unzweifelhaft die Lauscher. Sie haben fast Kopfeslänge und sind etwas mehr als halb so breit. Das Tier gewinnt durch sie ein wahrhaft abenteuerliches Ansehen, fie machen den Fenek gewissermaßen den Fledermäusen ähnlich. Ihre Innenränder sind weiß behaart und zwar derartig, daß von der Ohröffnung zwei Haarbüschel aufsteigen, welche sich sozusagen in einem Barte fortsetzen nach der oberen Spitze hin, dort aber kürzer und dünner werden. Die kleine Schnauze zieren lange, borstenartige Schnurren, welche ebenfalls wesentlich zu dem äußeren Gepräge des Tieres gehören. Der Balg ist seidenweich und verstärkt sich zur Winterzeit durch ein sehr dichtes Wollhaar, welches sich während der Raue durch Anstreichen des Körpers an Asten ꝛc. flockenartig löst. Man sollte eigentlich nicht glauben, daß der Fenek in seiner warmen Heimat einen dichten Balg nötig hätte; allein der kleine Gesell scheint gegen die Kälte äußerst empfindlich zu sein und genügenden Schutzes zu bedürfen. Die Färbung der ganzen Oberseite ähnelt durchaus der des Sandes, die Unterseite ist weiß, und auch über dem Auge befindet sich ein weißer Flecken, vor demselben aber ein dunklerer Streifen. Die sehr lange, buschige Standarte sieht fast ockerfarben aus, ein Flecken an der Wurzel und die Blume sind schwarz. Bei dem Weibchen ist der Balg immer mehr strohgelb, wie er auch bei zunehmendem Alter bei weitem lichter wird. Das merkwürdige Tier wurde zuerst von Skjöldebrand, schwedischem Konsul in Algier, bekannt gemacht und später von Bruce beobachtet und abgebildet. Die Mauren nennen es Zerda, die Araber Fenek, und diesen Namen führt unser Füchschen auch in allen Nilländern. Er bewohnt den ganzen Norden Afrikas, findet sich aber bloß in den echten Wüsten und zwar in den Niederungen, welche reich an Wasser sind und mehr das Gepräge der Steppen tragen, obwohl sie nicht den Reichtum dieser letzteren aufweisen können. An geeigneten Orten nicht gerade selten, wird der Fenek, weil er sehr vorsichtig und flüchtig ist, gar nicht häufig gefangen; wenigstens kommt er in Tiergärten und Tierschaubuden immer äußerst selten und einzeln vor, ist selbst inden Museen noch keineswegs eine gewöhnliche Erscheinung. Seine Naturgeschichte war bis in die neueste Zeit sehr unklar. Anfänglich berichtete man die sonderbarsten Dinge über ihn. Es wurde erzählt, daß er nicht wie andere Füchse in Bauen, sondern wie Katzen auf Bäumen lebe; man behauptete, daß er weniger kleinen Vögeln als vielmehr Datteln und anderen Früchten, welche seine Hauptnahrung ausmachen sollten, nachgehe, und dergleichen mehr. Rüppell ist der erste, welcher diesen Angaben widerspricht und den Fenek als echten Fuchs hinstellt; seine Beschreibung ist aber noch immer kurz und für uns unvollständig und ungenügend. Da hat mir nun mein Reisegefährte Buvry, welcher den Fenek sowohl im Freien als in der Gefangenschaft genau beobachtete, eine anmutige Beschreibung ausdrücklich für dieses Werk mitgeteilt. Einen guten Teil von dieser Schilderung habe ich bereits in vorstehendem verwendet, das übrige ist folgendes: „Das Wesen des Fenek ist durch seine eigentümliche Leibesgestalt genugsam ausgeprägt; denn die zarten, dünnen Läufe zeigen die Behendigkeit und Schnellfüßigkeit, welche er besitzen muß, auf den ersten Blick, und das Gesicht spricht so deutlich von der Scharfsichtigkeit,
Feinhörigkeit, Klugheit und Schlauheit des Fuchses, daß sein Ausdruck nicht falsch verstanden werden kann. Man darf wohl sagen, daß es kaum einen vollendeteren Fuchs als dieses Wüstenkind gibt. „Wie der Fuchs legt auch der Fenek einen Bau unter der Erde an, am liebsten in der Nähe des schachtelhalmähnlichen Pfriemenkrautes, welches den spärlichen Pflanzenwuchs der Wüstengegend Algeriens bezeichnet, wahrscheinlich, weil in der Nähe desselben der Boden immer etwas fester ist und den vielen Röhren, welche zu dem Kessel im Baue führen, einige Haltbarkeit gewährt. Gewöhnlich sind diese Röhren nur flach, und auch der Kessel liegt nicht tief unter der Oberfläche der Erde. Er ist unten mit Palmenfasern, Federn und Haaren ausgefüttert und besonders ausgezeichnet durch seine große Reinlichkeit. Das Graben versteht der Fenek meisterhaft. Seine Vorderläufe arbeiten dabei so schnell, daß man den Bewegungen derselben mit den Augen nicht folgen kann. Dieser Gewandtheit verdankt er zuweilen die Rettung seines Lebens; denn bei Verfolgung scharrt er sich wie ein Gürteloder Schuppentier geradezu in die Erde ein. In Begleitung eines Haufens berittener Araber verfolgte ich einstmals einen Wüstenfuchs, welcher in geringer Entfernung vor uns hertrabte, und sah mit Verwunderung, daß er plötzlich vor unseren Augen entschwunden war. Aber ich kannte seine Kniffe, und sein Kunststückchen sollte ihm diesmal schlecht bekommen. Ich stieg vom Pferde, grub ihm nach und zog nun das überraschte Tier unter dem Jubel meiner Begleiter lebendig aus seinem Schlupfwinkel hervor. „Bei Tage schläft der Fenek in seinem Baue. Dabei rollt er sich zusammen und verbirgt seinen feinen Kopf fast ganz unter der buschigen Standarte, nur die Lauscher bleiben frei. Das geringste Geräusch schreckt den schlafenden Wüstenfuchs augenblicklich auf. Wird er überrascht, so wimmert er wie ein kleines Kind und bezeugt dadurch gewissermaßen einen unangenehmen Eindruck der gestörten Ruhe. Mit sinkender Sonne verläßt er den Bau und wendet sich zunächst den Tränkplätzen zu. Dabei hat man bemerkt, daß er niemals geradeswegs über die Sanddüne geht, sondern immer die Tiefen derselben aufsucht und sich somit möglichst gedeckt fortschleicht. Die Brunnen der Niederungen bestehen zumeist aus einfachen trichterartigen Löchern, weil der sandige, von Thonerde durchsetzte Boden senkrecht eingeteufte Schächte unmöglich macht. Um diese Löcher herum ist die Erde meistens etwas feucht, und hier prägt sich die Fährte des Fenek gewöhnlich so klar aus, daß man den eigentümlichen Bau der eng zusammenstehenden Pfoten mit den überragenden, namentlich an den Hinter: läufen stark hervortretenden Krallen deutlich wahrnehmen kann. „Der auf Jagd ausziehende Fenek kommt zuerst zum Brunnen und säuft hier anhaltend und begierig, bis er vollkommen gesättigt ist. Nach diesem ersten Geschäfte sucht er seinen Hunger zu stillen, und dabei kommt ihm seine feine Nase trefflich zu statten. Hier überrascht er eine große Wüsten-, dort eine Isabelllerche, und wenn dieselbe auch auffliegt, er versteht es dennoch, ihr wieder aufzulauern, und erlangt sie schließlich gewiß. Kleine Vögel sind seine Lieblingsspeise. Deshalb schont er auch kein Nest, mag es Eier oder Junge enthalten. Fehlen ihm Vögel oder Eier, so nimmt er mit Eidechsen, Käfern und Heuschrecken vorlieb, ja er verschmäht es auch nicht, mit den Renn- und Springmäusen anzubinden, obgleich ihm diese kaum weniger Arbeit verursachen als die Vögel. Von ersteren fand ich oftmals Haare und Überreste in dem Baue des Fenek. Gelegentlich ftattet er auch den Palmenhainen Besuche ab, und hier gewähren ihm die Datteln einen Leckerbissen; denn Früchte verschmäht er keineswegs, verspeist im Gegenteile selbst Wassermelonen. „Nach den Berichten der Eingeborenen soll die Füchsin im Monat März 3—4 Junge werfen. Dieselben sollen blind zur Welt kommen, ein ungemein zierliches Aussehen haben und mit gelblichen Haaren bedeckt sein. Allen Aussagen zufolge liebt die Mutter das kleine reizende Gewölfe mit derselben Zärtlichkeit wie unsere Füchsin ihre Nachkommenschaft.