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70 Großrevision der VGR STATjournal 3 – 2024 ÖNACE  ÖNACE ist die österreichische Version der europäischen Klassifikation der Wirtschafts­ tätigkeiten, die in allen EU-Mitgliedstaaten in der Wirtschaftsstatistik verbindlich anzuwenden ist (»NACE« steht für »nomenclature générale des activités économiques dans les ­communautés européennes«). Sie umfasst alle Wirtschafts­ tätigkeiten und hat fünf Gliederungsebenen: Abschnitte, Abteilungen, Gruppen, Klassen und Unterklassen (= nationale Erweiterung). Die übergeordnete Gliederungsebene besteht dabei jeweils aus einem oder mehreren Elementen der untergeordneten Ebene. Produktionswert  Der Produktionswert steht auf der Aufkommensseite des Produktions­ kontos und stellt den Wert aller Güter, die im Rechnungszeitraum produziert werden, dar. Er setzt sich aus der Marktproduktion, der Produk­ tion für die Eigenverwendung und der Nicht­ marktproduktion zusammen. Satellitenkonto  Ein Satellitenkonto wird im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamt­ rechnungen gebildet, wenn eine wirtschaft­ liche Aktivität oder bestimmte institutionelle Einheiten nicht eindeutig auf Basis der be­ stehenden Branchen- und Sektorenstrukturen abgebildet werden können (z. B. Tourismus, Forschung und Entwicklung, Umwelt). Statistisches Unternehmensregister  Hauptaufgabe des statistischen Unternehmens­ registers ist die systematische, möglichst zeit­ nahe Erfassung von Informationen zu allen in Österreich ansässigen und wirtschaftlich aktiven Einheiten und Organisationen, die für die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen von Bedeutung sind. Große Wichtigkeit hat es als Grundlage für die Festlegung der Grund­ gesamtheit aller Unternehmenserhebungen von Statistik Austria. Es dient als Auswahlrahmen für Stichprobenziehungen und Hochrechnungen. Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Führung von Klassifikationen (z. B. ÖNACE). Herstellungspreise  Der Herstellungspreis (basic price) entspricht dem Betrag, den der:die Produzent:in von dem:der Käufer:in erhält, ex­ klusive der auf den verkauften Waren und Dienst­ leistungen liegenden Gütersteuern, aber inklusive der auf den Waren und Dienstleistungen liegen­ den Gütersubventionen. Im Preis enthaltene Transportkosten sind, auch wenn separat auf der Rechnung ausgewiesen, Teil des Herstellungs­ preises, getrennt in Rechnung gestellte Transport­ leistungen hingegen nicht. Die Wertschöpfung zu Herstellungspreisen ist der Saldo des Produktions­ kontos der einzelnen Wirtschaftsbereiche. Institutionelle Sektoren  Im ESVG werden für Zwecke makroökonomischer Analysen, ähnliche institutionelle Einheiten zu Gruppen zusammengefasst, die institutionelle Sektoren genannt werden, wobei einige weiter in Teil­ sektoren untergliedert werden. Die derzeit aktu­ elle ­Version ist die der institutionellen Sektoren, gemäß ESVG 2010. Auf der höchsten Ebene wird die Unterscheidung zwischen S.1 Volkswirt­ schaft und S.2 übrige Welt getroffen. Konsumausgaben  Die Konsumausgaben ­werden im ESVG definiert als die Ausgaben gebietsansässiger institutioneller Einheiten für Waren und Dienstleistungen, die zur unmittel­ baren Befriedigung individueller Bedürfnisse und Wünsche oder kollektiver Bedürfnisse der Allgemeinheit verwendet werden. Die Bewertung der Konsumausgaben erfolgt grundsätzlich zu Anschaffungspreisen. Leistungs- und Strukturerhebung  Die Leis­ tungs- und Strukturerhebung (LSE) ist die Grund­ lage für die Abbildung der Struktur, Leistung, Beschäftigung und Investitionstätigkeit öster­ reichischer Unternehmen und wird jährlich durchgeführt. Durch EU-weit harmonisierte Vorgaben sind die Daten international vergleich­ bar und bilden eine wesentliche Grundlage für volkswirtschaftliche Kennzahlen wie das ­Bruttoinlandsprodukt.

71 Großrevision der VGR STATjournal 3 – 2024 Vermögensbilanzen  Der Kapitalstock wird im Zuge der Kontenfolge der VGR in den Vermögens­ bilanzen verbucht. Diese sind eine Aufstellung der wirtschaftlichen Vermögenswerte (Aktiva) und ausstehenden Verbindlichkeiten (­Passiva) am Anfang (Eröffnungsbilanz) und Ende (Schluss­ bilanz) eines Rechnungszeitraumes, der Saldo misst das Reinvermögen. Der Kapitalstock ­umfasst die Anlagegüter. Vorleistungen  Die Vorleistungen (Inter­ mediärverbrauch) stehen auf der Verwendungs­ seite des Produktionskontos. Sie messen den Wert der im Produktionsprozess verbrauchten, verarbeiteten oder umgewandelten Waren und Dienstleistungen, und werden im einfachsten Fall als Aufwendungen abzüglich Veränderung der Input-Lager berechnet. Ihre Bewertung ­erfolgt zu Anschaffungspreisen. WEITERFÜHRENDES Berichte ▶ Satellitenkonto ­NPO-Bereich Standard-Dokumentationen ▶ VGR ▶ Reisegewohnheiten ▶ Inventory of Methods STATergebnisse ▶ Bruttoinlandsprodukt und Hauptaggregate Statistische Nachrichten ▶ LSE 2021 | Heft 05/2023 Externe Datenbanken ▶ Database Eurostat Methodische Guidelines ▶ ESVG 2010

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