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NR. 3 2024 STATISTIK AUSTRIA Unabhängige Statistiken für faktenbasierte Entscheidungen ZUM THEMA   Freiwilligentätigkeit SEITE 27
Zeichenerklärung für Tabellen ‒ Zahlenwert ist null . Daten (noch) nicht verfügbar, 0 eine Größe, die kleiner als die Hälfte der ausgewiesenen Einheit ist () stark zufallsbehafteter Wert (x) nicht interpretierbarer Wert G Geheimhaltung: Wert wird aufgrund gesetzlicher Bestimmungen nicht veröffentlicht ⌀ Durchschnitt (arithmetisches Mittel) < kleiner als

größer als ≤ kleiner gleich ≥ größer gleich Impressum Medieninhaberin, Herausgeberin und Redaktion: STATISTIK AUSTRIA Bundesanstalt Statistik Österreich
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STATjournal Nr. 3 – 2024 (Statistische Nachrichten, 79. Jahrgang) ISSN: 0029-9960 Wien, Dezember 2024 Das Produkt und die darin enthaltenen Daten sind ur heberrechtlich geschützt. Alle Rechte sind der Bundesanstalt Statistik Österreich (STATISTIK AUSTRIA) vorbehalten. Bei richtiger Wieder gabe und mit korrekter Quellenangabe »STATISTIK AUSTRIA« ist es gestattet, die Inhalte zu verviel fältigen, verbreiten, öffentlich zugänglich zu machen und sie zu bearbeiten. Bei auszugsweiser Verwendung, Darstellung von Teilen oder sonstiger Veränderung von Dateninhalten wie Tabel- len, Grafiken oder Texten ist an geeigneter Stelle ein Hinweis anzu - bringen, dass die verwendeten Inhalte bearbeitet wurden. Die Bundesanstalt Statistik Österreich sowie alle Mitwirkenden an der Publikation haben deren Inhalte sorgfältig recherchiert und erstellt. Fehler können dennoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Die
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2 Impressum

4 Vorwort

5 Standpunkt

6 Kennzahlen zur Wirtschaftslage

14 Statistik Austria in Kürze

22 Neuerscheinungen

23 Ein Blick auf die Gemeinde  __ Breitenwang

24 5 Fragen an …  __________ Gernot Katzlberger · Maria Wurster | Kartographie bei Statistik Austria

27 Zum Thema  ____________ Freiwilligentätigkeit

34 Arbeitsmarktstatuswechsel in bewegten Zeiten

 Daniela Gumprecht  |  Veronika Langer

43 Verdienststrukturerhebung

 Tamara Geisberger  |  Bernhard Hoser

57 Großrevision der VGR

 Kathrin Lais  |  Thomas Reich  |  Johannes Chalupa  |  


 Thomas Schachl  |  Roswitha Grabner-Trieb 

Fachartikel

VORWORT Liebe Leser:innen,
anhaltende Rezession in Österreich, diverse Wahlen im In- und Ausland, Extremwetterereignisse und krie - gerische Konflikte auf der ganzen Welt: Mit 2024 geht ein ereignisreiches Jahr zu Ende. Turbulent waren bereits die Jahre zuvor, weshalb in dieser STATjournal-Ausgabe die Dynamiken des Arbeits- marktes in den Jahren 2021 bis 2023 in den Blick genom- men werden. Wie viele Personen wechselten von einer Erwerbstätigkeit in die Arbeitslosigkeit oder zogen sich gänzlich vom Arbeitsmarkt zurück und welche Bevölke - rungsgruppen waren besonders betroffen? Gerade in Zeiten von Krisen, wie wir sie beispiels - weise diesen Spätsommer im Zuge des Hochwassers in Österreich erlebt haben, wird deutlich, wie unerlässlich freiwilliges Engagement für unsere Gesellschaft ist. Am 5. Dezember wird alljährlich der internationale Tag des Ehrenamtes begangen, um sich bei all jenen zu bedan - ken, die sich unentgeltlich für andere engagieren. Wir nehmen dies zum Anlass, um im Format »Zum Thema« Daten rund um Freiwilligentätigkeit zu präsentieren und auf diese Weise die wertvolle freiwillige Arbeit sichtbar zu machen, ohne die vieles in unserer Gesellschaft nicht möglich wäre. Außerdem widmet sich diese Ausgabe der europawei- ten Großrevision in den Volkswirtschaftlichen Gesamt - rechnungen und bietet einen Einblick in die Ergebnisse der Verdienststrukturerhebung zur Verteilung der Stun - denlöhne und -gehälter. In einem Interview berichten unsere Kartograph:innen von ihrer täglichen Arbeit. Wir wünschen viel Vergnügen beim Lesen, besinn - liche Feiertage und alles Gute für das neue Jahr! Univ.-Prof. Dr.
Tobias Thomas Fachstatistischer Generaldirektor DDr.
Franz Haslauer Kaufmännischer Generaldirektor

5STATjournal 3 – 2024 Österreich steht vor großen demographischen Herausforderungen. Laut der aktuellen Bevölkerungsprognose von Statistik Austria wird die Bevölkerung bis 2040 um 5,5 % auf 9,6 Mio. Menschen wachsen. Bereits Ende der 2060er dürfte die Zehn-Millionen-Marke erreicht sein. Die Bevölkerung Österreichs wächst dabei allein durch Zuwan- derung, da die Zahl der Sterbefälle die Geburten auch in Zukunft übertrifft. Mit 1,3 hat die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau 2023 einen historischen Tiefpunkt erreicht. Zuwanderung mag die Bevölkerung vor dem Schrumpfen bewah- ren, nicht aber vor der Alterung. Bereits seit 2023 leben hierzulande mehr Senior:innen über 65 als Kinder und Jugendliche unter 20. Und diese Schere wird weiter aufgehen. Werden 2025 noch 20,5 % der Bevölkerung 65+ sein, wird dieser Anteil bis 2080 auf 29,3 % steigen. Besonders stark wird die Gruppe der über 80-Jährigen wachsen. Wir leben nämlich zunehmend länger: 2080 dürfte die Lebenserwartung der Frauen bereits 92,4 und jene der Männer 89,7 Jahre betragen – gegenüber 84,2 und 79,4 Jahren im Jahr 2023 sowie 67,8 und 62,4 Jahren im Jahr 1951. Umlagefinanzierte Sicherungssysteme wie Pensionen, Pflege oder Gesundheit werden noch stärker unter Finanzierungsdruck geraten, denn das Verhältnis der Älteren zu Personen im arbeitsfähigen Alter verändert sich weiter. Derzeit kommen auf eine Person im Pensions- alter 65+ noch drei Personen zwischen 20 und 64 Jahren, ab 2042 wird dieses Verhältnis 1:2 betragen. Dadurch verschärft sich auch der Fach- und Arbeitskräftemangel weiter. Der steigende Druck auf den Arbeitsmarkt und damit den Standort Österreich hat auch mit zwei weiteren Faktoren zu tun. Der Anteil
der Arbeitnehmer:innen in Teilzeitbeschäftigung wächst – und das
bei Frauen und Männern: 2023 war mehr als jede zweite erwerbstätige Frau teilzeitbeschäftigt, bei den Männern gut jeder Siebte. Insgesamt lag die Teilzeitquote ähnlich wie in Deutschland bei 30,9 % – und damit weit über dem EU-Schnitt von 18,8 %. Zudem ist die Erwerbs- quote der 55- bis 64-Jährigen auffallend niedrig: 2023 waren lediglich 57,3 % in dieser Altersgruppe erwerbstätig – in Deutschland hingegen 74,6 % und EU-weit waren es 63,9 %. Österreich muss sich dringend den demographischen Heraus- forderungen stellen und so manches heiße Eisen angreifen. Sollen
der Wohlstand der Gesellschaft und ihre sozialen Errungenschaften erhalten bleiben, wird es – trotz Zuwanderung – nicht ohne mehr
und längere Arbeit gehen. STANDPUNKT Ohne Arbeit
kein Wohlstand Univ.-Prof. Dr.
Tobias Thomas Die Bevölkerung Österreichs wächst nur durch Zuwanderung. Lebens­ erwartung und Anteil der Älteren steigen, die Zahl der Erwerbspersonen sinkt. Soll der Wohlstand erhalten bleiben, muss Österreich mehr und länger arbeiten.

6 STATjournal 3 – 2024 Konjunkturmonitor September 2024 Veränderung zum Vorjahresmonat in Prozent Einfuhren insgesamt in Euro − 8,0 Ausfuhren insgesamt in Euro − 2,9 Produktionsindex BAU − 0,9 Umsatzindex BAU − 2,3 Beschäftigtenindex BAU − 4,2 Umsatzindex HANDEL − 2,2 Beschäftigtenindex HANDEL − 0,8 Produktionsindex INDUSTRIE − 2,8 Umsatzindex INDUSTRIE − 4,9 Beschäftigtenindex INDUSTRIE − 2,2 Verbraucherpreisindex +1,8 Pkw-Neuzulassungen +0,3 Beförderte Personen Luftverkehr +4,7 Nächtigungen − 6,9 Kennzahlen zur Wirtschaftslage Produzierender Bereich Merkmal Produzierender Bereich (ÖNACE B–F) Sachgüterbereich (ÖNACE B–E) Bau (ÖNACE F) August 2024 August 2023 August 2024 August 2023 August 2024 August 2023 Unternehmen 82 685 80 303 39 901 38 222 42 784 42 081 Beschäftigte 1 087 145 1 109 204 748 520 760 084 338 625 349 120 Bruttoverdienst in Mio. Euro 4 316 4 126 3 074 2 921 1 241 1 205 Umsatz im Mio. Euro 29 156 31 297 23 845 25 671 5 311 5 626 Q: STATISTIK AUSTRIA, Konjunkturerhebung im Produzierenden Bereich. – Grundgesamtheit. – Vorläufige Werte. Q: STATISTIK AUSTRIA, Außenhandelsstatistik, Konjunkturerhebung im Produzierenden Bereich, Konjunkturstatistik Handel und Dienstleistungen, Verbraucherpreisindex, Kfz-Statistik, Zivilluftfahrtstatistik, Beherbergungsstatistik.

7STATjournal 3 – 2024 Kennzahlen zur Wirtschaftslage Durchschnittliche Aufenthaltsdauer September 2024 3,0 Nächte Tourismus in Tausend Merkmal Ankünfte Nächtigungen September 2024 September 2023 September 2024 September 2023 Insgesamt 3 805 4 250 11 366 12 209 Herkunftsland Österreich 1 266 1 434 3 367 3 696 Ausland insgesamt 2 539 2 816 7 999 8 513 Belgien 32 34 121 125 Deutschland 1 294 1 519 4 710 5 083 Italien 71 73 165 170 Niederlande 99 113 393 433 Polen 57 64 138 156 Schweiz und Liechtenstein 132 138 399 407 Tschechien 59 85 145 203 USA 110 104 250 234 Vereinigtes Königreich 64 61 171 163 Unterkunftsart Hotels und ähnliche Betriebe 2 834 3 078 7 389 7 841 Private Unterkünfte insgesamt 274 331 1 358 1 501 Q: STATISTIK AUSTRIA, Beherbergungsstatistik. Motorisierungsgrad 2023 566 Pkw je 1 000 Einwohner:innen Kfz-Neuzulassungen Fahrzeugart Oktober 2024 Oktober 2023 Kfz insgesamt 28 617 25 797 Pkw (alle Antriebe) 21 981 18 867 Benzinantrieb 6 575 5 551 Dieselantrieb 3 058 3 172 Elektroantrieb 3 990 4 378 Hybridantrieb 8 358 5 765 Motorräder Klasse L3e1 1 670 1 450 Motorfahrräder Klasse L1e2 689 617 Lastkraftwagen Klasse N13 2 457 2 744 Lastkraftwagen Klasse N24 51 43 Lastkraftwagen Klasse N35 315 288 Land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen 503 614 Sattelzugfahrzeuge 235 332 Wohnmobile 142 245 Q: STATISTIK AUSTRIA, Kfz-Statistik.

  1. Zweirädriges Kraftrad. – 2) Leichtes zweirädriges Kraftfahrzeug. – 3) Fahrzeuge zur Güterbeförderung mit einer zulässigen Gesamtmasse von nicht mehr als 3 500 kg. – 4) Fahrzeuge zur Güterbeförderung mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3 500 kg und nicht mehr als 12 000 kg. – 5) Fahrzeuge zur Güterbeförderung mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 12 000 kg. 8STATjournal 3 – 2024 Kennzahlen zur Wirtschaftslage Außenhandelsbilanz September 2024 +608,9 Mio. Euro vorläufig Außenhandel in Mio. Euro Merkmal Einfuhren Ausfuhren September 20241 September 2023 September 20241 September 2023 Außenhandel insgesamt 15 377 16 713 15 986 16 468 Warengruppe Ernährung 1 234 1 138 1 073 1 001 Getränke und Tabak 132 114 260 274 Rohstoffe 553 581 460 447 Brennstoffe, Energie 1 156 1 480 407 535 Tier. u. pflanzl. Öle u. Fette 62 67 30 27 Chem. Erzeugnisse, a. n. g. 2 250 2 371 2 803 2 488 Bearbeitete Waren 2 337 2 470 3 181 3 259 Maschinen/Fahrzeuge 5 166 5 928 5 987 6 503 Sonstige Fertigwaren 2 400 2 274 1 619 1 748 Waren a. n. g. 87 290 167 186 Ursprungs- und Bestimmungsland EU-27 9 947 10 870 10 890 11 185 Eurozone 7 996 8 688 8 530 8 658 Drittstaaten 5 430 5 842 5 095 5 283 China 1 433 1 253 435 486 Deutschland 4 829 5 366 4 962 4 925 Italien 1 051 1 087 1 006 1 055 Russland 239 260 88 100 Schweiz 544 1 018 705 836 Tschechien 589 683 552 617 Vereinigte Staaten 660 645 1 433 1 188 Q: STATISTIK AUSTRIA, Außenhandelsstatistik. – Warengruppe nach SITC Rev. 4.
  2. Vorläufige Werte. Arbeitslosenquote
  1. Quartal 2024 5,1 % internationales Konzept Erwerbstätigenquote
  2. Quartal 2024 74,8 % 15 bis 64 Jahre Offene-Stellen-Quote
  3. Quartal 2024 3,8 % Zahl der Arbeitslosen in Tausend Zahl der Erwerbstätigen in Tausend Q: STATISTIK AUSTRIA, Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung. – Bevölkerung in Privat - haushalten ohne Präsenz- und Zivildiener. – Nach internationalem Konzept (ILO). Q: STATISTIK AUSTRIA, Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung. – Bevölkerung in Privat - haushalten ohne Präsenz- und Zivildiener. – Nach internationalem Konzept (ILO). 100 150 200 250 300

Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 2024 2022 2023 4 000 4 200 4 400 4 600 4 800

Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 2024 2022 2023 9STATjournal 3 – 2024 Kennzahlen zur Wirtschaftslage INDUSTRIE: Umsatz-, Produktions-, Beschäftigtenindex (2021 = 100) HANDEL: Umsatz-, Beschäftigtenindex (2021 = 100) Zahl der Registrierungen rechtlicher Einheiten BAU: Umsatz-, Produktions-, Beschäftigtenindex
(2021 = 100) DIENSTLEISTUNGEN: Umsatz-, Beschäftigtenindex
(2021 = 100) Zahl der Insolvenzen Q: STATISTIK AUSTRIA, Konjunkturerhebung im Produzierenden Bereich. –
Beschäftigte, Umsatz: unbereinigte Daten. – Produktion: EU harmonisiert und
arbeitstägig bereinigte Daten. Q: STATISTIK AUSTRIA, Konjunkturstatistik Handel. – Umsatzindex nominell
(zu laufenden Preisen). – Der letzte Indexwert ist vorläufig. Q: STATISTIK AUSTRIA, Statistik der Registrierungen. – Als Registrierung wird die Auf nahme einer rechtlichen Einheit in das Unternehmensregister für Zwecke der Verwaltung unter bestimmten Voraussetzungen gezählt. – Die Werte für die letzten vier Quartale sind vorläufig. Q: STATISTIK AUSTRIA, Statistik der Insolvenzen. – Die Daten zu Insolvenzen basieren auf den gerichtlichen Insolvenzverfahren. – Die Werte für die letzten vier Quartale
sind vorläufig. Q: STATISTIK AUSTRIA, Konjunkturerhebung im Produzierenden Bereich. –
Beschäftigte, Umsatz: unbereinigte Daten. – Produktion: EU harmonisiert und
arbeitstägig bereinigte Daten. Q: STATISTIK AUSTRIA, Konjunkturstatistik Dienstleistungen. – Umsatzindex nominell (zu laufenden Preisen). – Der letzte Indexwert ist vorläufig. 60 80 100 120 140 160

Okt. Dez. Feb. Apr. Juni Aug. Okt. Dez. Feb. Apr. Juni Aug. Okt. 4 2 0 2 3 2 0 2 2 2 0 2 UmsatzBeschäftigte Produktion 90 100 110 120 130

Sept. Nov. Jän. März Mai Juli Sept. Nov. Jän. März Mai Juli Sept.

2022 2023 2024 Umsatz Beschäftigte 800 1 000 1 200 1 400 1 600 1 800

Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 2023 20242022 40 60 80 100 120 140 160

Okt. Dez. Feb. Apr. Juni Aug. Okt. Dez. Feb. Apr. Juni Aug. Okt.

UmsatzBeschäftigte Produktion 4 2 0 2 3 2 0 2 2 2 0 2 90 100 110 120 130

Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 2023 2024 2022 Umsatz Beschä�igte 12 000 14 000 16 000 18 000 20 000

Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 2023 2024 2022 10STATjournal 3 – 2024 Kennzahlen zur Wirtschaftslage Volkswirtschaftliche Größen
in Mrd. Euro Öffentliches Defizit / öffentlicher Überschuss
in Prozent des BIP Q: STATISTIK AUSTRIA, Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen. – Unbereinigte Daten. – Laufende Preise. Q: STATISTIK AUSTRIA, Verbraucherpreisindex, Großhandelspreisindex. – Verbraucherpreisindex: Der letzte Indexwert ist vorläufig. Q: STATISTIK AUSTRIA, Tariflohnindex. – Die letzten drei Indexwerte sind vorläufig. Q: STATISTIK AUSTRIA, Öffentliche Finanzen. – Daten gemäß ESVG 2010. Der Verbraucherpreisindex misst die Veränderungen
der Konsument:innenpreise über die Zeit. Der Großhandelspreisindex bildet die monatliche Preisent- wicklung der vom Großhandel abgesetzten Waren ab, indem der Großhandelsverkaufspreis (ohne MwSt.) als Preisbasis herangezogen wird. Der Tariflohnindex misst
die Mindestlohnentwicklung in Österreich auf Basis von ausgewählten Lohn- und Gehaltspositionen.
Verbraucher- und Großhandelspreisindex
(2015 = 100) Öffentlicher Schuldenstand 2. Quartal 2024 394,8 Mrd. Euro Tariflohnindex
(2016 = 100) 0 50 100 150

Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3

2022 2023 2024 Bruttoinlandsprodukt Konsumausgaben Staat Konsumausgaben Haushalte Bruttoanlageinvestitionen 90 100 110 120 130 140 150

Okt. Jän. Apr. Juli Okt. Jän. Apr. Juli Okt. Jän. Apr. Juli Okt. Jän. Apr. Juli Okt. Jän. Apr. Juli Okt.

2020 2023 2024 VPI GHPI 2022 2021 2019 90 100 110 120 130 140 150

Okt. Dez. Feb. Apr. Juni Aug. Okt. Dez. Feb. Apr. Juni Aug. Okt. Dez. Feb. Apr. Juni Aug. Okt. Dez. Feb. Apr. Juni Aug. Okt. Dez. Feb. Apr. Juni Aug. Okt.

4 2 0 2 3 2 0 2 0 2 0 22022 2021 2019 -10 -8 -6 -4 -2 0 2 2018 2019 2020 2021 2022 2023 11STATjournal 3 – 2024 Kennzahlen zur Wirtschaftslage Q: STATISTIK AUSTRIA, Baukostenindex. – Die letzten beiden Indexwerte sind vorläufig. – Wohnhaus- und Sied - lungsbau: Gesamtbaukosten – Ab Berichtsmonat Jänner 2021 Revision aller Bausparten mit Jahresdurchschnitt 2020 = 100. Durch Umbasierungen ist ein Vergleich nur bedingt möglich, da unterschiedliche Warenkörbe und Gewichtungsschemata zugrunde liegen. Q: STATISTIK AUSTRIA, Baupreisindex. Q: STATISTIK AUSTRIA, Häuserpreisindex. – Der letzte Indexwert ist vorläufig. 100 110 120 130 140 150 160

Okt. Jän. Apr. Juli Okt. Jän. Apr. Juli Okt. Jän. Apr. Juli Okt. Jän. Apr. Juli Okt. Jän. Apr. Juli Okt.

Wohnhaus- und Siedlungsbau Straßenbau Brückenbau Siedlungswasserbau 4 2 0 2 3 2 0 2 0 2 0 22022 2021 2019 100 120 140 160 180

Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3

Hochbau Hoch- und Tiefbau 4 2 0 2 0 2 0 2 9 1 0 22021 2022 2023 Tiefbau 100 120 140 160 180 200 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Gesamt Neuer Wohnraum Bestehender Wohnraum 4 2 0 2 3 2 0 2 0 2 0 22022 2021 2019 Baukostenindex
(2015 = 100) Baupreisindex
(2015 = 100) Häuserpreisindex
(2015 = 100) Die Baukostenindizes beobach- ten die Entwicklung der Kosten, die den Bauunternehmen
bei der Ausführung von Bau- leistungen durch Veränderung der Kostengrundlagen (Material und Arbeit) entstehen. Der Baupreisindex gibt Aus- kunft über die Veränderung der tatsächlichen Preise, die Bauherr:innen für Bauarbeiten bezahlen müssen und dient als Deflator zur Ermittlung der realen Veränderung von Bauproduktionswerten. Der Häuser- und Wohnungs- preisindex (HPI) bildet die Preisentwicklung von Wohn- immobilien (Einfamilienhäuser, Doppelhäuser, Reihenhäuser und Wohnungen), bei denen ein privater Haushalt als Käufer:in auftritt, ab. 12STATjournal 3 – 2024 Kennzahlen zur Wirtschaftslage Harmonisierter Verbraucherpreisindex und Arbeitslosigkeit
in der EU – Oktober 2024 in Prozent Land HVPI Inflationsrate 1 Arbeitslosenquote 2 EU (27 Länder) 2,3 5,8 Euroraum (20 Länder) 2,0 6,2 Belgien 4,5 5,9 Bulgarien 2,0 3,6 Tschechien 3,0 2,6 Dänemark 1,6 5,8 Deutschland 2,4 3,3 Estland 4,5 7,9 Irland 0,1 3,9 Griechenland 3,1 9,2 Spanien 1,8 11,2 Frankreich 1,6 7,8 Kroatien 3,6 4,5 Italien 1,0 5,6 Zypern 1,6 3,3 Lettland 2,1 6,6 Litauen 0,1 6,6 Luxemburg 0,9 6,3 Ungarn 3,4 4,5 Malta 2,4 2,9 Niederlande 3,3 3,7 Österreich 1,8 5,1 Polen 4,2 3,1 Portugal 2,6 6,6 Rumänien 5,0 5,4 Slowenien 0,0 5,0 Slowakei 3,5 5,3 Finnland 1,5 8,1 Schweden 1,6 7,8 Q: Eurostat.

  1. Inflationsrate = Veränderung zum Vorjahresmonat in Prozent; vorläufige Werte. – 2) Arbeitslose in Prozent
    der Erwerbspersonen lt. ILO-Konzept, unbereinigte Daten.
    13STATjournal 3 – 2024 Kennzahlen zur Wirtschaftslage Q: STATISTIK AUSTRIA, Vierteljährliche Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen. Austrian Economic Barometer – Bruttoinlandsprodukt Index des realen BIP (Referenzjahr 2015 = 100) Was ist das Austrian
    Economic Barometer? Dieses Projekt wurde im Juni 2021 unter dem Namen »Austrian Recovery Barometer« gestartet und sollte ursprünglich einen vierteljährlichen Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung Österreichs in der abklingenden Coronakrise bieten. Das Barometer zeigt für verschiedene Indikatoren (z. B. BIP , Beschäftigung, Tourismus, Außenhandel) an, in welchem Ausmaß das Vor- krisenniveau erreicht ist. Es wurde mittlerweile in »Austrian Economic Barometer« umbenannt, stellt aber weiterhin Vergleiche mit dem Vor- krisenniveau an. Univ.-Prof. Dr. Tobias Thomas Fachstatistischer Generaldirektor »Österreichs Wirtschaft steckt in der Rezession fest. Im 3. Quartal 2024 ging das Bruttoinlandsprodukt zum sechsten Mal in Folge zurück und verringerte sich im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,6 %. Besonders betroffen ist mit einem Minus von 3,7 % erneut die Industrie, die weiterhin unter der globalen Konjunkturflaute leidet. « 70 80 90 100 110 120 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 BIP real – in Prozent 99,4100,9 Q3/2024 im Vergleich mit Q3/2019 Q3/2024 im Vergleich mit Q3/2023 Q3 2019: 107,7 Q3 2024: 108,7 14 STATjournal 3 – 2024 Statistik Austria in Kürze ARBEITSMARKT Zahl der Erwerbspersonen stagniert  trotz Bevölkerungswachstum  Die Bevölkerung Österreichs wird bis 2080 weiter wachsen und deutlich altern. Wie aus der aktuellen Bevölkerungsprognose hervorgeht, wird die Bevölkerungszahl bis 2040 um 5,5 % auf 9,6 Mio. steigen. Besonders stark wird das Wachstum bei den Personen ab 65 Jahren ausfallen, deren Anteil sich von derzeit 19,7 % auf 26,7 % im Jahr 2040 vergrößern wird. Bis zum Jahr 2080 wird schließlich ein weiterer Zuwachs der Gesamtbevölkerung auf 10,2 Mio. Menschen erwartet, von denen 29,3 % zumindest 65 Jahre oder älter sein werden. Die Zahl der Erwerbspersonen, also die Summe aus Selbständigen und ­mithelfenden Familienangehörigen, ­unselbständig Beschäftigten und Arbeitslosen sowie Präsenz- und Zivildienern, wird gemäß Trendvariante der Erwerbspersonenprognose im Jahr 2040 trotz des Bevölkerungswachstums um 0,8 % geringer sein als 2023. In absoluten Zahlen sind das rund 38 000 Erwerbspersonen weniger (2023: 4,77 Mio.; 2040: 4,73 Mio.). Der Prognose zufolge sinkt die Erwerbspersonenzahl bis 2062 weiter auf 4,66 Mio., bevor sich bis 2080 wiederum ein leichter Anstieg auf 4,75 Mio. ergibt. Bliebe die alters- und geschlechtsspezifische Erwerbs­ beteiligung auf dem Niveau von 2023 konstant, wäre bis 2040 mit einem Rückgang der Erwerbspersonen um 3,4 % auf 4,61 Mio. zu rechnen. ▶ Zur Themenseite 1950:

5,8 1 2023:

3,1 1 2040:

2,1 1 2060:

1,8 1 Q: STATISTIK AUSTRIA, Bevölkerungsprognose 2024, Hauptvariante (gerundete Ergebnisse). Entwicklung des Verhältnisses von Personen im Erwerbsalter zu Personen ab 65 Jahren

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