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Brehms Tierleben, Band 4: Die Vögel I — Baumvögel

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ist, flüchtet. Er weiß es recht gut, wenn er sich hinlänglich versteckt hat; denn dann hält er sehr lange aus, was nur selten der Fall ist, wenn er frei sitzt. Wenn die Bäume belaubt sind, kann man ihn lange knacken hören, ehe man ihn zu sehen bekommt. Er verbirgt sich so gut, daß ich ihn zuweilen durch Steinwürfe auf andere Bäume gejagt habe, weil ich seiner durchaus nicht ansichtig werden konnte. Wenn er aufgescheucht wird, setzt er sich fast immer auf die Spitzen der Bäume, um jede ihm drohende Gefahr von weitem bemerken zu können. Mit seiner List verbindet er eine große Keckheit. In meiner Jugend stellte ich einstmal einem Kirschkernbeißer, der in den Gärten meines Vaters gleich vor dem Fenster des Wohnhauses Kohlsamen fraß, acht Tage lang nach, ehe ich ihn erlegte; so scheu und klug war dieser Vogel. Er schien das Feuergewehr recht gut zu kennen.“ Wenn eine Gesellschaft Kernbeißer auf Kirschbäumen sitzt, ist sie freilich leichter zu berücken, obwohl auch dann die Alten noch immer vorsichtig sind, sich möglichst lange lautlos verhalten und erst beim Wegfliegen ihre Stimme vernehmen lassen. In der Fremde ist er ebenso scheu wie in der Heimat: er traut den Spaniern und Arabern nicht mehr als seinen deutschen Landsleuten. Am liebsten verzehrt der Kernbeißer die von einer harten Schale umgebenen Kerne verschiedener Baumarten. „Die Kerne der Kirschen und der Weiß- und Rotbuchen“, schildert mein Vater, „scheint er allen anderen vorzuziehen Er beißt die Kirsche ab, befreit den Kern von dem Fleische, das er wegwirft, knackt ihn auf, läßt die steinige Schale fallen und verschluckt den eigentlichen Kern. Dies alles geschieht in einer halben, höchstens ganzen Minute und mit so großer Gewalt, daß man das Aufknacken auf 30 Schritt hören kann. Mit dem Samen der Weißbuche verfährt er auf ähnliche Weise. Die von der Schale entblößten Kerne gehen durch die Speiseröhre gleich in den Magen über, und erst wenn dieser voll ist, wird der Kropf mit ihnen angefüllt. Wenn die Bäume von den ihnen zur Nahrung dienenden Sämereien entblößt sind, sucht er sie auf der Erde auf; deshalb sieht man ihn im Spätherbste und Winter oft auf dem Boden umherhüpfen. Außerdem frißt er auch Kornsämereien gern, geht deshalb im Sommer oft in die Gemüsegärten und thut an den Sämereien großen Schaden. Es ist kaum glaublich, wieviel ein einziger solcher Vogel von den verschiedenen Kohl- und Krautarten zu Grunde richten kann.“ Im Winter geht er, ebenfalls nur der Kerne wegen, fleißig auf die Vogelbeerbäume. Außerdem verzehrt er Baumknospen und im Sommer sehr oft auch Kerbtiere, besonders Käfer und deren Larven. „Nicht selten“, berichtet Naumann, „fängt er die fliegenden Maikäfer in der Luft und verzehrt sie dann, auf einer Baumspitze sitzend, stückweise, nachdem er zuvor Flügel und Füße weggeworfen hat. Ich habe ihn auch auf frisch gepflügte Äcker, wohl einige hundert Schritt vom Gebüsche, fliegen, dort Käfer auflesen und seinen Jungen bringen sehen.“ Je nachdem die Witterung günstig oder ungünstig ist, nistet der Kernbeißer ein- oder zweimal im Jahre, im Mai und Anfang Juli. Jedes Paar erwählt sich ein umfangreiches Nistgebiet und duldet in diesem kein anderes seiner Art. „Das Männchen hält deshalb immer oben auf den Baumspitzen Wache und wechselt seinen Sitz bald auf diesen, bald auf jenen hohen Baum, schreit und singt dabei und zeigt außerordentliche Unruhe.“ Schwirrende und scharfe Töne, die dem wie „zi“ oder „zick“ klingenden Locktone sehr ähnlich sind, bilden den Gesang, welcher von dem Männchen stundenlang unter allerlei Wendungen und Bewegungen des Leibes vorgetragen wird. Das nicht gerade dickwandige, aber doch recht gut gebaute, ansehnlich breite und daher leicht kenntliche Nest steht hoch oder tief, auf schwachen oder dünnen Zweigen, gewöhnlich aber gut versteckt. Seine erste Unterlage besteht aus dürren Reisern, starken Grashalmen, Würzelchen und dergleichen, die zweite Lage aus gröberem oder feinerem Baummoose und Flechten, die Ausfütterung aus Wurzelfasern, Schweinsborsten, Pferdehaaren, Schafwolle und ähnlichen Stoffen. Die 3—5 Eier sind

grauem Grunde mit deutlichen und verwaschenen braunen, schwarzbraunen, dunkel aschgrauen, hell- und ölbraunen Flecken, Strichen und Aderchen gezeichnet, um das stumpfe Ende herum am dichtesten. Das Weibchen brütet mit Ausnahme der Mittagsstunden, um welche Zeit es vom Männchen abgelöst wird. Die Jungen werden von beiden Eltern gefüttert, sehr geliebt und noch lange nach dem Ausfliegen geführt, gewartet und geatzt; denn es vergehen Wochen, bevor sie selbst im stande sind, die harten Kirschkerne zu knacken. Der Kernbeißer macht sich dem Obstgärtner sehr verhaßt; denn der Schade, den er in Kirschenpflanzungen anrichtet, ist durchaus nicht unbedeutend. „Eine Familie dieser Vögel“, sagt Naumann, „wird mit einem Baume voll reifer Kirschen bald fertig. Sind sie erst einmal in einer Anpflanzung gewesen, so kommen sie gewiß immer wieder, solange es daselbst noch Kirschen gibt, und alles Lärmen, Klappern, Peitschenknallen und Pfeifen hält sie nicht gänzlich davon ab; alle ausgestellten Popanze werden sie gewohnt. Schießen ist das einzige Mittel, sie zu verscheuchen, und dies darf nicht blind geschehen, sonst gewöhnen sie sich auch hieran. Die gewöhnlichen sauren Kirschen sind ihren Anfällen am meisten ausge setzt. In den Gemüsegärten thun sie oft großen Schaden an den Sämereien und in den Erbsenbeeten an den grünen Schoten. Sie zerschroten dem Jäger seine Beeren auf den Ebereschenbäumen und richten anderen Unfug an. Weit weniger Schaden würden sie thun, wären sie nicht so unersättliche Fresser, und hätten sie nicht die Gewohnheit, einzelne Bäume, Beete und Pflanzungen immer wieder und so lange heimzusuchen, bis sie solche ihrer Früchte oder Samen gänzlich beraubt haben.“ Es ist daher kein Wunder, daß der Mensch sich dieser ungebetenen Gäste nach Kräften zu erwehren sucht und Schlinge und Leimrute, Netz, Falle und Dohne, das Feuergewehr und andere Waffen gegen sie in Anwendung bringt. Gefangen, gewöhnt sich der Kernbeißer bald ein, nimmt mit allerlei Futter vorlieb, wird auch leicht zahm, bleibt aber immer gefährlich, weil er, erzürnt, empfindlich um sich und in alles beißt, was ihm vor den Schnabel kommt. Mein Vater sah einen gezähmten Kernbeißer im Besitze eines Studenten der edeln Musenstadt Jena, welcher infolge dieser Eigenschaft von den Freunden des Vogelliebhabers oft betrunken gemacht wurde. Dies gelang sehr leicht. Die lustigen Gesellen füllten eine unten aufgeschnittene Federspule mit Bier und hielten sie dem Kernbeißer vor. So oft dieser in den offenen Teil der Spule gebissen hatte, richteten sie letztere aufrecht, so daß das Bier in den Schlund des Kernbeißers lief. Dieses Verfahren brauchte man nur einige Male zu wiederholen, und der dickköpfige Geselle war so betrunken, daß er beim Herumhüpfen taumelte. Die Edelfinken (Fringilla) haben einen gestreckten Bau, mittellangen, rein kegeloder kreiselförmigen Schnabel, dessen oberer Teil gegen die Spitze hin ein wenig sich neigt, und dessen Schneiden etwas eingezogen erscheinen, kurzläufige und schwachzehige, mit dünnen, schmalen, aber spitzigen Nͤägeln bewehrte Füße, verhältnismäßig lange Flügel, in denen die zweite, dritte und vierte Schwinge die Spitze bilden, und mittellangen, in der Mitte seicht ausgeschnittenen Schwanz. Der Edel- oder Buchfink, Wald-, Garten-, Sprott-, Spreu-, Rot⸗, Schild-,

Schlagfink (Fringilla coelebs, nobilis, hortensis und sylvestris, Passer spiza, Struthus coelebs), ist auf der Stirn tiefschwarz, auf Scheitel und Nacken schieferblau, auf dem Mantel rötlichbraun, auf Oberrücken und Bürzel zeisiggrün; Zügel und Augenkreise, Wangen, Kehle und Gurgel sind licht rostbraun, welche Färbung auf Kropf und Brustseiten in Fleischrötlich, auf der Brustmitte in Rötlichweiß, auf Bauch und Unterschwanzdecken in

G. Mützel gez. X. I. v. K. Jahrmargt. Deutsche Finken. 1 Kernbeißer, 2 Grünling, 3 Hänfling, 4 Edel- und 5 Bergfink.

Weiß übergeht, die Handschwingen schwarz, mit Ausnahme der drei ersten an der Wurzel weiß, die letzten Armschwingen außen schmal hellgelb gesäumt und braungelb gekantet, die kleinsten Deckfedern dunkel schieferblau, die großen schwarz, mit breitem weißen Ende, wodurch eine breitere und eine schmälere Flügelbinde gebildet werden, die Schwingen unterseits glänzend grau, innen silberweiß gesäumt, die Unterflügeldeckfedern weiß, am Flügelrande schwarz geschuppt, die mittleren Schwanzfedern tief schiefergrau, gelblich gekantet, die übrigen schwarz, die beiden äußersten innen mit großem weißen Keilflecken, welcher auf der äußersten auch die Außenfahne größtenteils einnimmt, alle Steuerfedern, mit Ausnahme der äußersten weißen, unterseits schwarz. Der Augenring ist hellbraun, der Schnabel im Frühjahre blau, im Herbste und Winter rötlichweiß, der Fuß schmutzig fleischfarben. Beim Weibchen sind Kopf und Nacken grünlichgrau, ein Augenbrauenstreifen, Zügel, Kinn und Kehle weißbräunlich, die übrigen Oberteile olivengraubraun, die Unterteile hellgrau. Die Länge beträgt 16,5, die Breite 27,8, die Fittichlänge 8,8, die Schwanzlänge 7,5 em. Mit Ausnahme der nördlichsten Länder ist der Edelfink in ganz Europa eine gewöhnliche Erscheinung, im Süden während des Sommers jedoch nur im Gebirge zu finden. Außerdem bewohnt er einzelne Teile Asiens und erscheint im Winter einzeln in Nordafrika. In den Atlasländern vertritt ihn der sehr ähnliche, aber etwas größere Maurenfink (Fringilla spodiogenia, spodiogenys und africana), welcher einmal auch in Südfrankreich erlegt worden sein soll. Bei ihm sind Kopf, Augen- und Schultergegend bläulich aschgrau, die Oberteile olivengrün, die Unterteile blaß weinrot, seitlich gräulich, die Handschwingen schwarz, außen in der Wurzelhälfte schmal, in der Endhälfte etwas breiter weiß, innen breit lichtgrau gesäumt, die vorderen Armschwingen an der Wurzel, die hinteren fast ganz weiß, die kleinen Flügeldecken weiß, die großen weiß mit schwarzem Mittelbande, die übrigen Teile im wesentlichen wie bei unserem deutschen Vogel gefärbt. In Deutschland gibt es wenige Gegenden, in denen der Edelfink nicht zahlreich auftritt. Er bewohnt Nadel- wie Laubwälder, ausgedehnte Waldungen wie Feldgehölze, Baumpflanzungen oder Gärten und meidet eigentlich nur sumpfige oder nasse Strecken. Ein Paar lebt dicht neben dem anderen; aber jedes wahrt eifersüchtig das erkorene Gebiet und vertreibt daraus jeden Eindringling der gleichen Art. Erst wenn das Brutgeschäft vorüber, sammeln sich die einzelnen Paare zu zahlreicheren Scharen, nehmen unter diese auch andere Finkenund Ammernarten auf, wachsen allgemach zu starken Flügen an und streifen nun gemeinschaftlich durch das Land. Anfang September sammeln sich die reiselustigen Vögel in Flüge; im Oktober haben sich die erwähnten Scharen gebildet, und zu Ende des Monats verschwinden sie, bis auf wenige in der Heimat überwinternde Männchen, allmählich aus unseren Gauen. Dann nehmen sie in Südeuropa und in Nordwestafrika Besitz von Gebirg und Thal, von Feld und Garten, Busch und Hecken, sind überall zu finden, überall häufig, aber auch überall in Gesellschaft, zum Zeichen, daß sie hier nicht in der Heimat, sondern nur als Wintergäste leben. Wenn der Frühling im Süden beginnt, wenden sie sich wieder heimwärts. Man hört dann den hellen, kräftigen Schlag der Männchen noch geraume Zeit ertönen; bald aber wird es still und öde da, wo Hunderttausende versammelt waren, und schon zu Anfange des März sind die Wintergäste bis auf die Weibchen verschwunden. Die Finken wandern nämlich, wenigstens auf dem Rückzuge nach Deutschland, in getrennten Flügen, die Männchen besonders und zuerst, die Weibchen um einen halben Monat später. Selten kommt es vor, daß beide Geschlechter fortwährend zusammen leben, also auch zusammen reisen. Bei schönem Wetter erscheinen in Deutschland die ersten Männchen bereits Ende Februar; die Hauptmasse trifft im März bei uns ein, und die Nachzügler kommen erst im April zurück.

Lut

Jedes Männchen sucht den alten Wohnplatz wieder auf und harrt sehnsüchtig der Gattin. Wenn diese angelangt ist, treffen beide sofort die Anstalten zum Nestbaue. Die Wiege für die erste Brut pflegt fertig zu sein, noch ehe die Bäume sich völlig belaubt haben. Beide Gatten durchschlüpfen, emsig suchend, die Kronen der Bäume, das Weibchen mit großem Ernste, das Männchen unter lebhaften Bewegungen sonderbarer Art und Hintansetzung der dem Finken bei aller Menschenfreundlichkeit sonst eignen Vorsicht. Jenes beschäftigt zumeist die Sorge um das Nest, dieses fast ausschließlich seine Liebe und kaum minder die Eifersucht. Endlich ist der günstigste Platz zur Aufnahme des Nestes gefunden: ein Gabelzweig im Wipfel, ein alter knorriger Ast, der bald von dichtem Laube umgeben sein wird, ein abgestutzter Weidenkopf oder sogar, obwohl nur selten, das Strohdach eines Hauses. Das Nest selbst, ein Kunstbau, ist fast kugelrund, nur oben abgeschnitten. Seine dicken Außenwände werden aus grünem Erdmoose, zarten Würzelchen und Hälmchen zusammengesetzt, außen aber mit den Flechten desselben Baumes, auf dem es steht, überzogen, und diese durch Kerbtiergespinste miteinander verbunden, so daß die Außenwände täuschende Ahnlichkeit mit einem Astknorren erhalten. Das Innere ist tief napfförmig und sehr weich mit Haaren und Federn, Pflanzenund Tierwolle ausgepolstert. Solange der Nestbau währt und das Weibchen brütet, schlägt der Fink fast ohne Unterbrechung während des ganzen Tages, und jedes andere Männchen in der Nähe erwidert den Schlag seines Nachbars mit mehr als gewöhnlichem Eifer; beide Nebenbuhler im Liede erhitzen sich gegenseitig, und es beginnt nun ein tolles Jagen durch das Gezweige, bis der eine den anderen im buchstäblichen Sinne des Wortes beim Kragen gepackt hat und, unfähig noch zu fliegen, mit ihm wirbelnd zum Boden herabstürzt. Bei solchen Kämpfen setzen die erbitterten Vögel ihre Sicherheit oft rücksichtslos aufs Spiel, sind blind und taub gegen jede Gefahr. Endet der Kampf mit Schnabel und Klaue, so beginnt das Schlagen von neuem, wird immer heftiger, immer leidenschaftlicher, und wiederum stürmen die beiden gegeneinander an, nochmals wird mit scharfen Waffen gefochten. So ist die Brutzeit des Edelfinken nichts als ein ununterbrochener Kampf. Das Weibchen legt 56 kleine, 18 mm lange, 14 mm dicke, zartschalige Eier, welche auf blaß blaugrünlichem Grunde mit bleich rötlichbraunen, schwach gewellten und mit schwarzbraunen Punkten verschiedener Größe besetzt zu sein pflegen, in Form und Zeichnung aber vielfach abändern. Die Zeit der Bebrütung währt 14 Tage; das Weibchen brütet hauptsächlich, das Männchen löst es ab, solange jenes, Nahrung suchend, das Nest verlassen muß. Die Jungen werden von beiden Eltern ausschließlich mit Kerbtieren groß gefüttert, verlangen auch nach dem Ausfliegen noch eine Zeitlang der elterlichen Fürsorge, gewöhnen sich aber bald daran, ihre Nahrung selbst zu erwerben. Als unmündige Kinder ließen sie ein sonderbar klingendes „schilkendes“ Geschrei vernehmen, als Erwachsene bedienen sie sich des Locktones der Alten. Diese schreiten schon wenige Tage, nachdem die Erziehung ihrer Jungen beendet, zu einer zweiten Brut. Beide Eltern lieben letztere ungemein. Sie schreien kläglich, wenn ein Feind dem Neste naht, und geben ihrer Angst durch die verständlichsten Gebärden Ausdruck. Naumann versichert, daß das Männchen mehr um die Eier, das Weibchen mehr um die Jungen besorgt sein solle. Ungeachtet der Anhänglichkeit und Zärtlichkeit gegen die Jungen weicht das Edelfinkenpaar in gewisser Hinsicht von anderen Finken nicht unwesentlich ab. Wenn man junge Hänflinge aus dem Neste nimmt und in ein Gebauer steckt, darf man sicher sein, daß die Alten sich auch dann noch in der Fütterung ihrer Kinder nicht stören lassen; die Edelfinken dagegen lassen unter gleichen Umständen ihre Jungen verhungern. „Dies hat“, sagt Naumann, „mancher unerfahrene Finkenfreund, der sich durch die alten Vögel die Mühe des Selbstaufziehens ersparen wollte, bitter erfahren müssen. Sorge um eigne Sicherheit und Mißtrauen scheinen hier über die elterliche Liebe zu siegen.“ Doch kommen, wie derselbe Forscher ebenfalls mitteilt, rühmliche Ausnahmen auch bei Edelfinken vor.

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