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Brehms Tierleben, Band 4: Die Vögel I — Baumvögel

PDF document823 original pagesPublished 1891
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höchsten Bäume erhebe und dann wie ein Meteor plötzlich dahinschieße. Oft weilt er summend und ruhig unter kleinen Blumen am Boden; jetzt schwebt er einen Augenblick über einem winzigen Grase, im nächsten sieht man ihn in einer Entfernung von mehr als 40 Schritt: er ist dahin geflogen mit der Schnelligkeit des Gedankens. „Sie sind“, bestätigt der Beobachter des nordamerikanischen Kolibris, „außerordentlich heftig und ungestüm in ihren Bewegungen, wie dies auch wohl bei den Hornissen der Fall ist. Oft bleiben sie ein paar Augenblicke auf einem Punkte schweben, als wären sie da mitten in der Luft befestigt, dann aber plötzlich schießen sie mit Pfeilgeschwindigkeit seitwärts und schwenken sich im Halbkreise wie ein Schlittschuhläufer rasch um den Baum herum, um auf der anderen Seite eine andere Tulpe zu finden. Oft schnellt ein kleiner Vogel vom Wipfel des Baumes zum Himmel empor, als würde er hinauf geschleudert. Unwillkürlich kommt man immer wieder darauf zurück, den Kolibri als einen gefiederten Schmetterling anzusehen. Dies ist nicht bildlich, sondern buchstäblich zu verstehen. „Bei meinem ersten Schritte in die Steppen Jamaikas“, erzählt de Saussure, „sah ich ein schimmernd grünes Kerbtier eiligen Fluges vor einem Busche ankommen und wiederholt von einem Zweige zum anderen gleiten. Ich war im höchsten Grade überrascht von der außerordentlichen Gewandtheit, mit welcher das Tierchen meinem Netze entging, und als ich es endlich erlangt hatte, noch weit mehr, anstatt eines Kerbtieres einen Vogel gefangen zu haben. In That und Wahrheit, nicht allein die Gestalt, sondern auch die Haltung, die Bewegungen, die Lebensweise der Kerbtiere sind die der Kolibris.“ So wie de Saussure ist es auch anderen Forschern ergangen. Gould mußte sich lange bemühen, bevor es ihm gelang, einen Herren zu überzeugen, daß er den Karpfenschwanz, den bekannten Schmetterling, und nicht Kolibris in England habe fliegen sehen, und Bates versichert, daß es ihm erst nach längerer Beobachtung möglich geworden, einen am Amazonenstrome lebenden Rüsselschwärmer, den Titan, von gewissen Kolibris zu unterscheiden, und daß er mehr als einmal einen Schmetterling anstatt eines Kolibris vom Baume herabgeschossen habe; denn die Art und Weise zu fliegen, sich vor Blüten „aufzuhängen“, ähnelt sich bei beiden ebenso wie ihre Gestalt. Indianer und Neger, aber auch gebildete Weiße halten den Titan und den Kolibri für eine und dieselbe Tierart. Sie haben die Umwandlung einer Raupe in einen Schmetterling wahrgenommen und folgern, daß eine nochmalige Verwandlung des Schmetterlinges in einen Vogel recht wohl möglich sein könne. Aber merkwürdig genug; auch die Kolibris selbst scheinen in den betreffenden Schmetterlingsverwandten mindestens Beeinträchtiger ihres Gewerbes zu erblicken. Nach de Saussures Beobachtungen liefern sie den Schwärmern förmliche Kämpfe, verfolgen sie von Blume zu Blume, von Zweig zu Zweig und stoßen auf sie los, um sie zu vertreiben. Häufig zerstoßen sie ihnen die Flügel. Diese Angriffe geschehen offenbar aus Eifersucht, vielleicht aus Futterneid, sind aber im höchsten Grade bezeichnend für die Verfolger wie für die Verfolgten. Gewissenhafte Beobachter meinen, daß auch die Sinne und geistigen Fähigkeiten der Schwärmer und Kolibris auf ungefähr gleicher Höhe stehen dürften, haben sich aber unzweifelhaft durch den harmlosen Ausdruck des Kolibriauges und die Zutraulichkeit des Vogels zu falschen Schlüssen verleiten lassen. Die unerreichbare Gewandtheit und Schnelligkeit der Bewegungen verleiht dem Tierchen eine Sicherheit und Furchtlosigkeit, die auf das höchste überrascht. „Hat man den Kolibri aufgefunden“, sagt Burmeister, „so sieht man das klare Auge, wie es unverwandt den Beobachter anblickt, die äußerste Seelenruhe verratend, solange letzterer ruhig bleibt. Allein, sowie dieser sich bewegt, ist jener auch verschwunden.“ Gewisse Reisende haben von dem prachtvollen Farbenspiele gesprochen, das bei den fliegenden Kolibris bemerkbar werden soll; ihre Angaben sind jedoch nur bedingungsweise richtig. Von der ganzen Farbenpracht, die diese lebendigen Edelsteine zeigen, bemerkt man,

wenn sie fliegen, gewöhnlich nichts; sie wird erst offenbar, wenn sie ruhen, sei es, indem sie sich schwirrend vor einer Blüte halten, ohne einen anderen Teil des Leibes außer den Flügeln zu bewegen, sei es, indem sie sich ausruhend auf einem Zweige niederlassen. Diese Art der Bewegung meint wohl auch Schomburgk. „Das Auge“, sagt er, „das einen Augenblick vorher die Blüte noch still bewundert hatte, sah im nächsten Augenblicke einen Topaskolibri darüber schweben, ohne sich Rechenschaft geben zu können, wie er dahin gekommen, bis dieser ebenso gedankenschnell an einer anderen Stelle zitternd und flimmernd über dem Blütenschmucke hing. Wandte ich das trunkene Auge einer anderen Richtung, einem anderen Baume zu, so fand ich dasselbe täuschende und entzückende Spiel: hier begegnete ich dem lieblichen Rubin, dort dem glühenden Goldtropfen oder dem tausendfach widerstrahlenden Saphir, bis sich endlich alle diese fliegenden, flimmernden Funken zum reizendsten Kranze vereinigten, plötzlich aber, wieder geschieden, das frühere neckende Spiel begannen.“ Doch gibt es einzelne, deren Farbenpracht, auch wenn sie fliegen, leuchtet und schimmert. „Der Sapphokolibri“, schreibt mir Göring, „gleicht, wenn das Sonnenlicht auf ihn fällt, einem Feuerfunken und überrascht auch den, der schon viele Arten seines Geschlechtes beobachtet hat. Als der erste dieser lebenden Funken vor mir hin und wieder flog, fesselte er mich so, daß ich das Gewehr auf ihn zu richten vergaß.“ Sind unsere Vögel vom längeren Fluge ermüdet, so suchen sie im Gezweige eine geeignete Stelle zur Ruhe. Sie bevorzugen hierzu dünne abgestorbene Zweiglein oder wenigstens solche, welche auf einige Centimeter blätterlos sind, kehren immer und immer wieder zu solchen zurück, besuchen auch mehrere ähnliche Ausruhezweige mit solcher Regelmäßigkeit, daß man, wie Gundlach hervorhebt, um sie mit voller Sicherheit sehen und beobachten zu können, sich nur in der Nähe einer solchen Stelle geraume Zeit aufzuhalten braucht. Die kurze Ruhe pflegen sie zur Ordnung ihres Gefieders oder zur Reinigung ihres Schnabels zu benutzen, ruhen also jetzt noch nicht aus, zucken wenigstens fortwährend mit Flügeln und Schwanz. Sobald ihr Gefieder wieder zurechtgelegt ist, fliegen sie weiter, um von neuem in gewohnter Weise über die Blumen dahinzugaukeln. Auf dem Boden sind sie ebenso fremd wie die Segler: sie wissen sich hier nicht zu behelfen, denn sie sind unfähig zu gehen. „Ein Kolibri“, erzählt von Kittlitz, „den ich schoß, war nur sehr leicht am Flügel verwundet, dennoch aber außer stande, zu fliegen. Er fiel zu Boden, konnte sich hier aber nicht von der Stelle bewegen. Seine Füße sind zum Laufen und Hüpfen völlig unbrauchbar.“ Trotzdem kommen die Kolibris zum Boden herab: man sieht sie, z. B. wenn sie trinken wollen, sich niedersetzen. Einer althergebrachten Meinung zufolge soll kein Kolibri singen können. Im allgemeinen scheint dies richtig zu sein; es liegt aber jetzt schon eine Reihe von Beobachtungen vor, die das Gegenteil besagen. Der Prinz von Wied bezeichnet ihre Stimme als einen „nur höchst unbedeutenden, kleinen Laut“ und erwähnt an einer andern Stelle, daß ein Kolibri seine „laute, kurz lockende Stimme“ hören ließ; Burmeister dagegen sagt: „Die Kolibris sind keineswegs stumm; denn wenn sie sich irgendwo auf einem dürren Zweige niederlassen und da einige Zeit Ruhe pflegen, so lassen sie von Zeit zu Zeit ihre feine, schwache, zwitschernde Stimme hören. Ich habe sie öfters vernommen und den über mir im Schatten des Laubes sitzenden Vogel beobachtet, wie er abwechselnd mit dem zarten Locktone seine feine Spaltzunge 3 em weit aus dem Schnabel auf Augenblicke hervorschnellte.“ Die meisten übrigen Beobachter wissen nur von rauhen und schrillen Lauten zu berichten, die durch die Silben „tirr tirr tirr“ oder auch durch „zock zock zock“ wiedergegeben werden können. Nach Salvins Auffassung ist der ersterwähnte hohe, schnarrende Laut, den der genannte durch „schirik“ ausdrückt, der allgemeine Ruf fast aller Kolibris und wird namentlich dann vernommen, wenn sie fliegend sich verfolgen oder sonstwie in Aufregung geraten. Einige

Beobachter, so Lesson, behaupten, daß die Kolibris gewöhnlich still wären, und man stundenlang unter einem Baume verweilen könne, ohne einen Laut von ihnen zu vernehmen. Dagegen sprechen andere, durchaus übereinstimmend, von einem gegliederten Gesange gewisser Arten. „Der Zwergkolibri“, sagt Gosse, „ist der einzige, der einen wirklichen Gesang zum besten gibt. Im Frühlinge sieht man ihn sofort nach Sonnenaufgang auf den höchsten Zweigen der Mango- und Orangenbäume sitzen und hört ihn hier ein zwar schwaches, aber höchst angenehm klingendes Liedchen vortragen, zuweilen 10 Minuten lang fast ununterbrochen, wenn auch mit nur geringer Abwechselung.“

Gundlach gedenkt einer anderen Art (Orthorhynchus boothi) mit folgenden Worten: „Ich konnte mich dem Vögelchen bis auf anderthalb Meter nähern, um es zu beobachten und seinen zusammengesetzten, feinen und wohltönenden Gesang zu hören, wobei das Männchen dann oft senkrecht bis zu einer verhältnismäßig bedeutenden Höhe stieg und einen feinen, eintönigen Triller hören ließ.“ Beim Singen bewegen sich, wie Gundlach an einer anderen Stelle bemerkt, die langen Kehlfedern und schillern dann prächtig. „Ein goldglänzender Kolibri“, erzählt von Kittlitz, „ließ sitzend, mit halb ausgebreiteten Flügeln, einen recht wohlklingenden und ziemlich lauten Gesang hören, was mir um so mehr auffiel, als die Stimme der Kolibris gewöhnlich nur aus kreischenden Tönen bestehen soll.“ Leider konnte dieser Forscher den von ihm herabgeschossenen Vogel nicht auffinden und somit die Art nicht bestimmen. Diese Angaben genügen meiner Ansicht nach vollkommen, um jene Meinung zu widerlegen. Unzweifelhaft wird man auch von anderen Kolibris Ahnliches beobachtet haben oder noch beobachten, wenn man erst dahin gekommen sein wird, die Lebensweise der einzelnen Arten vergleichend zu erforschen. Einstweilen geht es uns noch wie jedem Forscher, welcher nur kurze Zeit in Amerika verlebt hat. „Bei meiner ersten Ankunft in Guatemala“, sagt Salvin, „schienen mir die verschiedenen Arten von Kolibris in ihren Sitten und Gewohnheiten, in ihrer Stimme und in ihrem Summen vollständig übereinzustimmen; spätere Erfahrungen aber und beständige Aufmerksamkeit belehrten mich, daß jede Art ihr Eigentümliches hat, und so war ich schon nach kurzer Zeit im stande, die Arten an ihrem Schimmer oder, wenn ich sie nicht sah, mit ziemlicher Sicherheit an dem Summen oder an ihrem Geschrei zu erkennen. Es ist allerdings schwer, diese Unterschiede mit Worten auszudrücken, aber sie sind doch merkbar.“ Die Sinne der Kolibris scheinen ziemlich gleichmäßig und hoch entwickelt zu sein. Alle Beobachtungen lassen mit Bestimmtheit schließen, daß das Gesicht ausnehmend scharf sein muß. Man erkennt dies an ihren Bewegungen im Fluge und muß es annehmen, wenn man sieht, wie sie kleine, unserem Auge vollständig unsichtbare Kerbtiere im Fluge fangen. Ebenso dürfen wir überzeugt sein, daß ihr Gehör dem anderer Vögel nicht nachsteht, wenn auch hierüber bestimmte Beobachtungen nicht vorliegen. Der Sinn des Gefühles, d. h. hier der Tastsinn, ist gewiß hoch entwickelt; denn wäre dies nicht der Fall, so würde es ihnen unmöglich sein, den Hauptteil ihrer Nahrung aus der Tiefe der Blumen hervorzuziehen. „Sie wissen nicht“, wie Burmeister sehr richtig sagt, „ob die Blume für sie etwas Brauchbares enthalten wird, stehen darum schwebend vor ihr, senken ihre Zunge in die Tiefe und halten sich dabei durch beständigen Flügelschlag genau auf derselben Stelle, bis sie eine Blüte nach der anderen untersucht haben.“ Die Zunge übernimmt hier fast genau dieselbe Arbeit wie die der Spechte: sie prüft die anderen Sinnen unzugänglichen Schlupfwinkel. Ihr feines Gefühl erkundet die Beute und leitet das Werkzeug selbst beim Aufnehmen. Geschmack beweisen die Kolibris durch ihre Vorliebe für Süßigkeiten. Über den Geruch läßt sich kaum ein Urteil fällen; doch dürfen wir wohl annehmen, daß dieser Sinn nicht verkümmert ist. Der wohlgebildete, gewölbte Schädel läßt im voraus den Schluß zu, daß auch die rein geistigen Fähigkeiten der Kolibris auf einer ziemlich hohen Stufe der Entwickelung stehen.

Leichter als bei anderen Klassenverwandten kann bei ihnen die Beobachtung täuschen, und deshalb sind die Urteile der Forscher sehr verschieden. Solange die Kolibris sich frei bewegen, lernt man sie nur unvollständig kennen. Ihre Unruhe und Rastlosigkeit, die Schnelligkeit ihrer Bewegung, ihre Kleinheit und ihre große Anzahl erschweren dem Beobachter, ihnen zu folgen: so viel aber lernt er doch erkennen, daß sie sehr wohl zu unterscheiden wissen zwischen Freunden und Feinden, zwischen Nützlichem und Schädlichem, daß ihnen gewährter Schutz sie zutraulich und Verfolgung sie scheu und vorsichtig macht. Weitaus in den meisten Fällen bekunden sie eine Vertrauensseligkeit, die ihnen verderblich wird; dies aber ist einfach Folge ihrer außerordentlichen Gewandtheit und der Sicherheit in jeder ihrer Bewegungen. Sie tragen, um mich so auszudrücken, das Bewußtsein in sich, jeder Gefahr noch rechtzeitig entrinnen zu können. Solange es sich darum handelt, sich vor ihren natürlichen Feinden zu bergen, wird sie dies Bewußtsein schwerlich täuschen. Dem Menschen gegenüber freilich ist allzu großes Vertrauen oft übel angewandt, und deshalb gerade fallen sie ihm so häufig und so leicht zum Opfer. Bevor wir zur Betrachtung des Wesens und Betragens oder der Lebensweise übergehen, wird es notwendig sein, erst über die Nahrung ins reine zu kommen; denn sie bestimmt, wie bereits wiederholt angedeutet, das Leben wesentlich mit. Bekanntlich herrschen hinsichtlich der Nahrung der Kolibris noch vielfach irrige Ansichten. Die alte Meinung war, daß sie sich von dem Blumenhonig nähren, oder wenigstens, daß Blumenhonig die Hauptmenge ihrer Nahrung bilde. „Sehr natürlich war es“, sagt der Prinz von Wied, „daß man bei den vielen empfehlenden Eigenschaften dieser kleinen Tiere in den Schriften der Reisenden häufig Nachrichten von ihnen findet, ebenso auffallend war, daß gewisse wichtige Teile ihrer Naturgeschichte für uns immer in einem Halbdunkel verborgen blieben. Hierher gehört ganz besonders ihre Nahrung. Begreiflich ist es, daß man diesen niedlichen Tieren, die ihren langen, zarten Schnabel in röhrenförmige Blumen versenken, eine ihrer Schönheit angemessene Nahrung in den süßen Honigsäften der Pflanzen zuschrieb. Da man ihre lange Zunge für röhrenförmig hielt, so glaubte man auch, sie müßte Blumennektar saugen, und man liest deshalb noch jetzt in verschiedenen Werken von dem Honigsaugen der Kolibris. Azara, ein sonst gewissenhafter Schriftsteller, hatte diesen wichtigen Teil der Naturgeschichte unserer kleinen Vögel nicht selbst untersucht, und er ist daher bei der irrigen, bisher allgemein angenommenen Meinung stehen geblieben. Er war in der günstigsten Lage, uns über diesen Gegenstand zu belehren, verdient aber mit Recht den Vorwurf, daß er sich einzig und allein an die äußere Gestalt der Vögel hielt, sonst würde er ihre Geschichte richtiger erkannt haben. Einige andere Schriftsteller haben den Irrweg bemerkt, auf welchem die Vogelkundigen sich befanden, und unter ihnen muß zuerst Badier genannt werden, der die Kerbtiernahrung der Kolibris entdeckte.“ Dieser Forscher berichtete, wie ich ergänzend hinzufügen will, bereits im Jahre 1778, daß ihm sehr erklärlich sei, warum alle Kolibris, welche man mit Zuckerwasser und Sirup zu ernähren gesucht habe, nach kurzer Zeit gestorben seien, da sie Blumennektar höchstens zufällig mit verschlucken, in Wirklichkeit aber ganz kleine Käferchen verzehren, und zwar diejenigen, welche sich auf dem Boden der Blumenkelche aufhalten und von dem Honig nähren. Er schoß und untersuchte verschiedene Kolibris und fand bei allen Käfer- und Spinnenreste im Magen. Zwei gefangene fütterte er etwa 6 Wochen lang mit Sirup und Zwieback; aber sie wurden immer schwächer, starben, und bei der Zergliederung fand sich in ihren zerriebenen Därmen kristallisierter Zucker. Brandes übersetzte ungefähr um dieselbe Zeit Molinas Naturgeschichte von Chile und gelangte zu derselben Überzeugung wie Badier. Ausführlicheres veröffentlichte Wilson im Jahre 1810. „Man hat bis jetzt die Ansicht gehegt“, sagt er, „daß der Kolibri sich von dem Honig der Pflanzen nähre, und ein

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