Brehms Tierleben, Band 4: Die Vögel I — Baumvögel
anzuspießen, und man konnte dabei die wunderbare Beweglichkeit ihrer Zunge genau beobachten. Wenn sie eine Stelle von Nahrung gesäubert hatten, tasteten sie mit diesem überaus biegsamen Werkzeuge nach allen Seiten hin auf dem Drahtnetze umher und bewegten dabei die Zunge so rasch und in so mannigfachen Windungen, daß man unwillkürlich an die Krümmungen eines beweglichen Wurmes erinnert wurde. Hatten sie eine Ameisenpuppe entdeckt, so krümmten sie die Zunge, richteten die Spitze gegen die Puppe, streckten die Zunge aus und hatten regelmäßig die Beute fest angespießt. Nachdem meine Gefangenen ordentlich fressen gelernt hatten, wurden sie in einen großen, eigens für Spechte hergerichteten Käfig gebracht. In diesem befanden sich bereits Gold⸗ und Buntspechte, und ich war ihrethalben nicht ganz ohne Sorgen. Die Schwarzspechte zeigten sich jedoch höchst verträglich. Sie suchten keine Freundschaft mit ihren Verwandten anzuknüpfen, mißhandelten oder belästigten sie aber auch nicht, sondern betrachteten sie höchstens gleichgültig. Jeder der Vögel ging seinen eignen Weg und schien sich um den anderen nicht zu kümmern. Der einzige Übergriff, den die Schwarzspechte sich erlaubten, bestand darin, daß sie den Schlafkasten, den die Goldspechte bis dahin unbestritten innegehabt hatten, in ihren Besitz nahmen und fortan behaupteten. Der Eingang zu diesem Kasten war für sie zu eng; dies aber verursachte ihnen durchaus keinen Kummer; denn sie arbeiteten sich binnen wenigen Tagen die Höhlung so zurecht, daß sie eben für sie passend war. Gegen Abend schlüpften sie regelmäßig in das Innere, wie es vorher der Goldspecht gethan, und jeder von ihnen hing sich an einer der senkrechten Wände des Kastens zum Schlafen auf. Ich hatte früher beobachtet, daß die Spechte niemals in anderer Stellung schlafen, und deshalb die Wände des Kastens mit Borke benageln lassen; somit waren sie ihnen ganz bequem, und sie schienen dies auch dankbar anzuerkennen; denn während sie im übrigen alles Holzwerk zerstörten, die an die Außenwände des Käfigs angenagelte Borke rücksichtslos abschälten, fortwährend an den ihnen zur Unterhaltung gegebenen Weidenstämmen hämmerten und selbst das Balkenwerk des Käfigs bearbeiteten, so daß es geschützt werden mußte, ließen sie das Innere ihres Schlafraumes unversehrt. Im Anfange ihrer Gefangenschaft waren sie still; gegen den Herbst hin aber vernahm man sehr oft ihre wohlklingende, weit schallende Stimme. Leider entsprach der Käfig doch nicht allen Anforderungen. Er lag nicht geschützt genug, und so waren die Vögel dem Zuge zu sehr ausgesetzt. Sie erkälteten sich, bekamen Krämpfe, fielen vom Stamme herab zum Boden, lagen minutenlang starr und regungslos unten und verschieden endlich unter derartigen Anfällen. Der zuletzt verendende war 7 Monate in der Gefangenschaft gewesen. Größer als der Schwarzspecht ist der Herrenspecht oder Elfenbeinschnabel der
Nordamerikaner (Dryocopus principalis, Picus prineipalis, Campephilus, Dendroscopus, Dryotomus und Meégapicus principalis, Picus und Cawpephilus bairdi); seine Länge beträgt 55, die Breite 80, die Fittichlänge 28, die Schwanzlänge 19 em. Das Gefieder ist glänzend schwarz, einige Federchen über den Nasenlöchern und ein schmaler Streifen, der auf der Backenmitte beginnt und, sich merklich verbreiternd, an den Hals-und Schulterseiten herabzieht sowie die hintersten Hand- und Armschwingen dagegen sind weiß, die Schläfe und die spitzige, lange Hinterhauptshaube nebst Nacken brennend scharlachrot. Die Iris hat gelbe, der Schnabel hornweiße, der Fuß dunkel bleigraue Färbung. Das Weibchen unterscheidet sich durch die schwarze Haube vom Männchen. Das Verbreitungsgebiet des Herrenspechtes beschränkt sich auf die südlichen Vereinigten Staaten und die Insel Cuba. Der hier lebende Herrenspecht wird unter dem Namen Picus bairdi von einzelnen Vogelkundigen von dem nordamerikanischen getrennt, scheint jedoch artlich nicht verschieden zu sein. In Nordamerika bewohnt der Vogel Nord- und Südearolina, Georgia,
Schwarzspecht. Herrenspecht.
das nördliche Florida, Alabama, Louisiana und Mississippi, ebenso auch die Waldungen am Arkansasflusse und das östliche Texas, auf Cuba, laut Gundlach, den Süden, Westen und Osten, insbesondere die großen Waldungen; hier wie dort aber wird der Vogel von Jahr zu Jahr seltener, weil ihn ebensowohl das Lichten der Wälder wie die ungerechtfertigte Verfolgung, die er von den Jägern erleidet, verdrängen. id id 1
Herrenspecht (Dryocopus principalis). 1/3 natürl. Größe.
Dank den Forschungen amerikanischer Vogelkundigen, insbesondere Audubons, sind wir über das Freileben, dank Wilson auch über das Gefangenleben des Herrenspechtes trefflich unterrichtet. „Ich habe mir immer eingebildet“, sagt der erstgenannte, „daß in dem Gefieder des prachtvollen Elfenbeinschnabels etwas ist, was an Stil und Farbengebung van Dycks erinnert. Das dunkle Schwarz des Leibes, der große und wohl umschriebene weiße Flecken auf den Flügeln und dem Nacken, der elfenbeinerne Schnabel, das reiche Brehm. Tierleben. 3. Auflage. IV. 39
Karminrot der Holle und das glänzende Gelb des Auges hat mir stets eine oder die andere jener kühnen und großartigen Schöpfungen des Pinsels dieses unnachahmlichen Künstlers vor mein geistiges Auge zurückgeführt, und meine Ansicht hat sich so tief in mir befestigt, daß ich stets, so oft ich einen Elfenbeinschnabel von einem Baume zum anderen fliegen sah, zu mir sagte: „Dort geht ein van Dyck.“ „Wohl möchte ich wünschen, daß ich fähig wäre, die bevorzugten Aufenthaltsorte des Elfenbeinschnabels zu beschreiben. Ich wollte, daß ich zu schildern vermöchte die Ausdehnung jener tiefen Moräste, überschattet von Millionen riesenhafter, dunkler Cypressen, die ihre starren, moosbedeckten Zweige ausstrecken, als ob sie den sich Nahenden mahnen wollten, still zu halten und im voraus die Schwierigkeiten zu bedenken, die er zu überwinden haben wird, wenn er tiefer in die meist unnahbaren Heimlichkeiten eindringt jener Sümpfe, die sich meilenweit vor ihm ausdehnen, in welchen der Weg unterbrochen wird durch vorgestreckte riesige Zweige, durch niedergebrochene Baumstämme und Tausende von kletternden und sich verschlingenden Pflanzen der verschiedensten Art; ich wollte, daß ich verständlich machen könnte die Natur dieses gefährlichen Grundes: seine sumpfige und schlammige Beschaffenheit, die Schönheit des verräterischen Teppichs, der aus den reichsten Moosen, Schwertund Wasserlilien zusammengewebt ist, aber, sobald er den Druck des Fußes erleidet, nach dem Leben des Abenteurers verlangt, und die hier und da sich findenden Lichtungen, die gewöhnlich von einem See dunkeln, schlammigen Wassers ausgefüllt sind; ich wollte, daß ich Worte fände, meinen Lesern einen Begriff zu geben von der schwülen, verpesteten Luft, die, zumal in unseren Hundstagenl, den Eindringling fast zu ersticken droht: aber jeder Versuch, das Bild dieser großartigen und entsetzlichen Moräste zu zeichnen, ist ein verfehlter; nur eigne Anschauung vermag sie kennen zu lernen. Und ich will zurückkehren zur Beschreibung des berühmten Spechtes mit dem elfenbeinernen Schnabel. „Der Flug dieses Vogels ist äußerst anmutig, obgleich er selten mehr als auf wenige hundert Meter ausgedehnt wird, es sei denn, daß der Herrenspecht einen breiten Fluß zu überfliegen habe. Dann streicht er in tiefen Wellenlinien dahin, indem er die Schwingen bald voll ausbreitet, bald wieder flatternd bewegt, um sich von neuem weiter zu treiben. Der Übergang von einem Baume zum anderen, selbst wenn die Entfernung mehrere hundert Meter betragen sollte, wird vermöge eines einzigen Schwunges ausgeführt, während dessen der von der höchsten Spitze herabkommende Vogel eine zierliche Bogenlinie beschreibt. In diesem Augenblicke entfaltet er die volle Schönheit seines Gefieders und erfüllt jeden Beschauer mit Vergnügen. Niemals stößt er einen Laut aus, solange er fliegt, es sei denn, daß die Zeit seine Liebe gekommen; sobald er sich aber an den Unterteil des Stammes angehängt hat, und während er zu den oberen Teilen emporsteigt, vernimmt man seine bemerkenswerte, klare, laute und angenehme Stimme und zwar auf beträchtliche Entfernung, ungefähr eine halbe englische Meile weit. Diese Stimme oder der Lockton, der durch die Silbe „päté ausgedrückt werden kann, wird gewöhnlich dreimal wiederholt; aber der Vogel läßt sie so oft vernehmen, daß man sagen kann, er schreit während des ganzen Tages und nur wenige Minuten nicht. Leider begünstigt solche Eigenheit seine Verfolgung ungemein, und zu dieser gibt die irrige Meinung, daß er ein Zerstörer des Waldes sei, nur zu viel Veranlassung. Dazu kommt, daß seine schönen Haubenfedern einen beliebten Kriegsschmuck der Indianer bilden, und daß er deshalb auch von den Rothäuten eifrig verfolgt wird. Die Reisenden aller Völker sind erpicht auf diesen Schmuck und kaufen von den Jägern zur Erinnerung die Köpfe des prächtigen Vogels. Ich traf Häuptlinge der Indianer, deren ganzer Gürtel dicht mit den Schnäbeln und Hauben des Elfenbeinschnabels bedeckt war. „Wie andere seiner Familie, lebt auch dieser Specht gewöhnlich paarweise, und wahrscheinlich währt seine Ehe die ganze Lebenszeit. Man sieht beide Gatten stets zusammen.
Herrenspecht: Lebensweise. Wesen. Nahrung.
Das Weibchen erkennt man daran, daß es schreilustiger und vorsichtiger als das Männchen ist. Die Fortpflanzung beginnt früher als bei anderen Spechten, schon im März. Das Nest wird, wie ich glaube, immer in dem Stamme eines lebenden Baumes angelegt, am liebsten in einer Esche, regelmäßig in bedeutender Höhe. Die Vögel sind sehr vorsichtig in der Wahl des Baumes und des Anlagepunktes der Höhle, weil sie Zurückgezogenheit lieben und ihre Nester vor dem Regen geschützt wissen wollen. Deshalb ist der Eingang gewöhnlich unmittelbar unter der Verbindungsstelle eines starken Astes in den Stamm gemeißelt, die Höhlung, je nach den Umständen, mehr oder weniger tief, manchmal bloß 25 cm, zuweilen aber über 1 m tief. Der Durchmesser der Nesthöhle, die ich untersuchte, betrug etwa 15 cm; das Eingangsloch ist jedoch nie größer, als daß der Vogel gerade einschlüpfen kann. Beide Gatten des Paares arbeiten an der Aushöhlung und lösen sich wechselseitig ab. Während der eine meißelt, wartet der andere außen und feuert ihn an. Ich habe mich an Bäume herangeschlichen, während die Spechte gerade mit dem Baue ihres Nestes beschäftigt waren, und wenn ich mein Ohr gegen die Rinde legte, konnte ich deutlich jeden Schlag, den sie ausführten, vernehmen. Zweimal habe ich beobachtet, daß die Elfenbeinschnäbel, nachdem sie mich am Fuße des Baumes gesehen hatten, das Nest verließen. In Kentucky und Indiana brüten sie selten mehr als einmal im Jahre, in den südlichen Staaten zweimal. Das erste Gelege besteht gewöhnlich aus 6 Eiern von rein weißer Färbung, die auf einige Späne am Grunde der Höhle gelegt werden. Die Jungen sieht man schon 14 Tage vor ihrem Ausfliegen zum Eingangsloche herausschauen. Ihr Jugendkleid ähnelt dem des Weibchens, doch fehlt ihnen noch die Holle; diese aber wächst rasch heran, und gegen den Herbst hin gleichen sie ihrer Mutter schon sehr. Die Männchen erhalten die Schönheit ihres Gefieders erst im nächsten Frühjahre. „Die Nahrung besteht hauptsächlich in Käfern, Larven und großen Würmern; sobald aber die Beeren in den Wäldern reifen, frißt der Vogel gierig von diesen. Ich habe gesehen, daß er sich in derselben Stellung wie unsere Meisen mit den Nägeln an die Weinreben hängt. Auch Persimmonpflaumen sucht er sich zusammen, wenn diese Frucht gereift ist; niemals aber geht er Korn oder Gartenfrüchte an, obgleich man ihn zuweilen auf den in den Getreidefeldern stehenden Bäumen arbeiten sieht. Seine Kraft ist so groß, daß er Rindenstückchen von 15—18 cm Länge mit einem einzigen Schlage des mächtigen Schnabels abspalten kann, und wenn er einmal bei einem dürren Baume begonnen hat, schält er oft die Rinde auf 6—10 m Fläche in wenigen Stunden ab. „Wenn er verwundet wird und zum Boden fällt, sucht er so schnell wie möglich einen nahestehenden Baum zu erreichen und steigt an ihm mit der größten Schnelligkeit bis zu den Wipfelzweigen empor, duckt sich nieder und versteckt sich hier. Während er aufsteigt, bewegt er sich in Schraubenlinien rund um den Baum und stößt fast bei jedem Sprunge sein‚Pät pät pät' aus, schweigt aber, sobald er einen sicheren Platz erreicht. Tödlich verwundet, krallt er sich oft so fest in die Rinde, daß er noch mehrere Stunden nach seinem Tode hängen bleibt. Wenn man ihn mit der Hand faßt, so lange er noch lebt, verwundet er heftig mit dem Schnabel und den Krallen, stößt aber dabei traurige und klägliche Schreie aus.“ Wilson versuchte einen Elfenbeinschnabel in Gefangenschaft zu halten, fand aber, daß dies seine Schwierigkeiten hat. Der in Rede stehende Specht war ein alter Vogel, der erst verwundet und dann ergriffen wurde. Er schrie in der bereits angegebenen Weise wie ein kleines Kind und erschreckte dadurch Wilsons Pferd so, daß es seinen Reiter in Lebensgefahr brachte. Als dieser mit seinem schreienden Vogel durch die Straßen von Wilmington ritt, rannten alle Weiber ängstlich an Thür und Fenster, um sich über den entsetzlichen Lärm zu unterrichten, und vor dem Wirtshause mußte unser Forscher ein wahres Kreuzfeuer von 39*
Fragen aushalten. Schließlich brachte er den Elfenbeinschnabel auf seinem Zimmer unter und verließ dieses, um für sein Roß Sorge zu tragen. Als er nach etwa einer Stunde zurückkehrte, fand er, daß der gewaltige Vogel sich beinahe schon befreit hatte. Er war an der Verkleidung des Fensters emporgeklettert und hatte die Zimmerwände fast durchbrochen. Da Wilson ihn zeichnen wollte, verzieh er ihm den Fluchtversuch und band ihn, um einen ferneren zu verhüten, mit einer Kette an das dicke Bein eines Mahagonitisches. Hierauf verließ er das Zimmer abermals, um für seinen Pflegling Futter zu suchen. Beim Zurückkommen vernahm er schon auf der Treppe, daß der Specht wieder arbeitete, und als er in das Zimmer trat, sah er zu seinem Entsetzen den Tisch anstatt auf vier, nur noch auf drei Beinen stehen. Während er zeichnete, brachte ihm der unwillige Vogel mehrere Wunden bei und bekundete überhaupt einen so edeln und freiheitsliebenden Sinn, daß der Forscher mehr als einmal daran dachte, ihn in seine Wälder zurückzubringen. Das ihm dargereichte Futter verschmähte er gänzlich, und so erlag er schon am dritten Tage den Leiden der Gefangenschaft. Eine eigentümliche Spechtgattung der nordischen Reiche umfaßt die Dreizehenspechte (Picoides), Buntspechte mit dreizehigen Füßen, deren beide Vorderzehen fast gleich lang und etwas kürzer als die einzige Hinterzehe sind. Der deutsche Vertreter dieser Gattung ist der Dreizehenspecht, dreizehiger, dreifingeriger oder scheckiger Buntspecht, Baumhacker, Baumpicker oder Gelbkopf (Picoides tridactylus, variegatus, europaeus, alpinus, montanus und erissoleucus, Apternus tridactylus, kamtschatkensis, longirostris, montanus und septentrionalis, Picus tridactylus, hirsutus, crissoleucus und leucopygus, Tridactylia hirsuta und kamtschatkensis, Dendrocopus tridactylus). Der Vogel, der unserem Buntspechte an Größe ungefähr gleichkommt, ist zwar nicht so lebhaft, aber fast ebenso bunt wie dieser gezeichnet. Die Federchen, welche die Nase überdecken, sind weiß, an der Spitze schwarz, die des Vorderkopfes weiß, durch schwarze Schaftstriche gezeichnet, die des Scheitels lebhaft zitrongelb. Der Hinterkopf, ein über das Auge, die Ohrgegend und an den Halsseiten herab verlaufender breiter Streifen, der oberseits von einem schmalen, unterseits von einem breiten weißen begrenzt wird, und ebenso ein unter dem letzteren stehender, an der Wurzel des Unterschnabels beginnender und von hier zum Hinterhalse verlaufender, teilweise nur aus Schaftstrichen gebildeter Streifen sind schwarz, Kinn, Kehle und Mitte der Unterseite weiß, Kropf- und Brustseitenfedern mit schwarzen Schaftflecken, Bauch, Schenkelseiten, After und untere Schwanzdeckfedern mit schwarzen Querbinden, die Oberteile einschließlich der Flügel bis auf einen breiten weißen Längsstreifen, der sich von dem weißen Hinterhalse bis zu den oberen Schwanzdecken herabzieht, schwarz, die Flügel wie die Schulterfedern durch weiße Längsflecken geziert, die Handschwingen außen mit fünf, die Armschwingen mit drei weißen Querflecken und an der Innenfahne mit großen weißen Randflecken ausgestattet, so daß sich bei zusammengelegten Flügeln sechs schmale weiße Querbinden darstellen, die äußersten beiden Schwanzfedern endlich mit zwei weißen Querbinden und weißer Spitze, die dritte mit nur einer Querbinde geschmückt. Das Auge ist weiß, der Schnabel bleiblau, an der Spitze schwarz, der Fuß bleifarben. Beim Weibchen ist der Scheitel nicht gelb, sondern wie der Vorderkopf weiß und schwarz längs gestrichelt. Das Verbreitungsgebiet des Dreizehenspechtes verdient insofern besondere Beachtung, als es sich in Mittel- und Südeuropa ausschließlich auf das Hochgebirge und die höchsten Mittelgebirge beschränkt, dagegen über den ganzen Norden unseres Erdteiles und ebenso über Mittelasien bis Kamtschatka und Sachalin, nach Norden hin bis zur Holzgrenze und