Krankenstandsfälle und -tage seit 2000 nach Geschlecht
Q: Dachverband der Sozialversicherungsträger. – Datenbasis: alle im Berichtsjahr abgeschlossenen und mit Arbeitsunfähigkeit ver
bundenen ärztlich bestätigten Krankenstandsfälle (ohne normal verlaufene Entbindungen) von Arbeiter:innen und Angestellten
(ohne pragmatisierte Bedienstete); ab dem Jahr 2000 ohne Präsenzdiener und Kinderbetreuungsgeldbeziehende. – Krankenstandstage
sind Kalendertage.
2.3 Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten
Im Jahr 2024 dokumentierte der Dachverband der Sozialversicherungsträger 112 592 anerkannte Ver
sicherungsfälle im Zusammenhang mit der Berufstätigkeit, darunter 249 tödliche (Übersicht 5). Die Ver
sicherungsfälle umfassten 96 227 Arbeitsunfälle, 14 747 Wegunfälle und 1 618 Fälle von Berufskrankheiten.
Die Zahl der Berufskrankheiten ging im Vergleich zum Vorjahr weiter um fast 71 % zurück und erreichte
damit wieder das präpandemische Niveau – während der Pandemie hat COVID-19 als in bestimmten
Berufen anerkannte Berufskrankheit zu einem vorübergehenden Anstieg der Fälle auf mehr als 14 000
geführt. Arbeits- und Wegunfälle dagegen wurden 2024 im Vergleich zum Vorjahr häufiger verzeichnet
(+2,3 % bzw. +8,2 %); insgesamt stieg die Zahl anerkannter Versicherungsfälle um 0,4 %.
Unter Berücksichtigung der Arbeitsmarktentwicklung ist die Zahl der Versicherungsfälle seit vielen Jahren
rückläufig: Die Rate der anerkannten Versicherungsfälle pro erwerbstätiger Person sank seit 1975 um gut
69 % (von 6 676,3 Fällen je 100 000 Unfallversicherte auf 2 049,5 Fälle im Jahr 2024).
Krankenstandsfälle – Männer
Krankenstandstage – Männer
Krankenstandstage – Frauen
Krankenstandsfälle – Frauen
Krankenstandsfälle
12,1
14,5
12,2
12,3
13,4
15,9
10
12
14
16
18
Krankenstandstage je erwerbstätiger Person
15,1
13,7
12,9
13,2
12,8
13,0
0
500 000
1 000 000
1 500 000
2 000 000
2 500 000
3 000 000
3 500 000
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
Gesundheit 2024
Gesundheitszustand der Bevölkerung
16
Mehr als 7 von 10 Arbeitsunfällen betrafen Männer (71,0 %), auch vier Fünftel der im Jahr 2024 anerkannten
Berufskrankheiten entfielen auf Männer (79,7 %). Bei den Wegunfällen dagegen war das Geschlechter-
verhältnis ausgeglichen. Von 10 tödlich verlaufenen Versicherungsfällen wurden mehr als 9 bei Männern
verzeichnet (92,0 %).
Übersicht 5
Versicherungsfälle in der gesetzlichen Unfallversicherung 2014 und 2024
Versicherungsfall
2014 2024
Männer
und
Frauen
Männer Frauen
Frauen-
anteil
in %
Männer
und
Frauen
Männer Frauen
Frauen-
anteil
in %
Alle Versicherungsfälle 1 123 193 88 390 34 803 28,3 112 592 76 933 35 659 31,7
darunter tödlich 315 283 32 10,2 249 229 20 8,0
Arbeitsunfälle 108 572 80 506 28 066 25,9 96 227 68 278 27 949 29,0
darunter tödlich 155 141 14 9,0 127 123 4 3,1
Wegunfälle 13 101 6 607 6 494 49,6 14 747 7 366 7 381 50,1
darunter tödlich 37 26 11 29,7 42 32 10 23,8
Berufskrankheiten 1 520 1 277 243 16,0 1 618 1 289 329 20,3
darunter tödlich 123 116 7 5,7 80 74 6 7, 5
Q: Dachverband der Sozialversicherungsträger.
- Bezugnahme auf Unfallversicherte ohne Schüler:innen und Studierende.
2.4 Pensionen der geminderten Arbeitsfähigkeit
bzw. der dauernden Erwerbsunfähigkeit
Im Dezember 2024 bezogen 116 686 Personen, davon 66,9 % Männer und 33,1 % Frauen, eine Pension auf-
grund geminderter Arbeitsfähigkeit bzw. dauernder Erwerbsunfähigkeit. Diese Pensionen verteilten sich
hauptsächlich auf die 50- bis 59-Jährigen (44,4 %) und die 60- bis 64-Jährigen (37,1 %); unter 50 Jahre alt
waren 17,9 %.
In den letzten 10 Jahren verringerte sich die Zahl der ausbezahlten Berufs- bzw. Erwerbs unfähigkeits-
pensionen um 37,8 %. Auch die Zahl der Pensionsneuzugänge ging um 36,9 % zurück (von 20 013 auf
12 631).
Die meisten der 12 631 Pensionsantritte aufgrund geminderter Arbeitsfähigkeit bzw. dauernder Erwerbs -
unfähigkeit erfolgten wegen psychiatrischer Krankheiten (3 743 Fälle bzw. 29,6 %, wobei 54,5 % dieser
Diagnosen Männer und 45,5 % Frauen betrafen. Krankheiten des Bewegungsapparats waren die zweit -
häufigste Begründung für einen Neuzugang zu einer Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeitspension (2 852 Fälle,
davon betrafen 71,4 % Männer und 28,6 % Frauen). Es folgten (gutartige und bösartige) Neubildungen
(15,2 %) und Krankheiten des Kreislaufsystems (11,6 %, Grafik 5).
Gesundheit 2024
Gesundheitszustand der Bevölkerung 17 Grafik 5
Neuzugänge an Pensionen der geminderten Arbeitsfähigkeit bzw. der dauernden Erwerbs
unfähigkeit 2024 nach Diagnose und Geschlecht
Q: Dachverband der Sozialversicherungsträger. – Ohne Pensionen der Versicherungsanstalt des österreichischen Notariats.
2
Exkl. nichtmelanotischer Hautkrebs (C44), inkl. bösartiger Neubildungen infolge HIV-Krankheit (B21).
2.5 Krebs
Im Jahr 2024 wurden in Österreich bei 48 360 Menschen Krebsneuerkrankungen dokumentiert, 25 997 bei
Männern und 22 363 bei Frauen. Bei 11 493 Männern und 9 852 Frauen führte eine Krebserkrankung2 im
Jahr 2024 zum Tod. Damit waren Krebserkrankungen für knapp ein Viertel der jährlichen Todesfälle ver
antwortlich. Tendenziell gehen aber sowohl das Risiko einer Neuerkrankung als auch das Sterblichkeits
risiko langfristig zurück. Zum Jahresende 2024 lebten in Österreich 408 613 Personen mit der Diagnose
Krebs.
Krebsneuerkrankungen – Häufigste Krebslokalisationen
Bei mehr als der Hälfte aller Erkrankten wurde Darm-, Lungen-, Brust- oder Prostatakrebs diagnostiziert.
In absoluten Zahlen bedeutet das: 4 769 bösartige Tumore des Dickdarms bzw. Enddarms, 5 533 bösartige
Tumore der Lunge, 6 959 bösartige Tumore der Brust bei Frauen und 8 152 bösartige Tumore der Prostata
bei Männern (Grafik 6 und Übersicht 6).
395
121
394
239
786
816
1 702
881
340
509
1 231
1 140
2 036
2 041
Andere Diagnosen
Krankheiten des Atmungssystems
Krankheiten des Nervensystems
Krankheiten des Kreislaufsystems
Neubildungen
Krankheiten des Bewegungsapparats
Psychische und Verhaltensstörungen
Männer
Frauen
Gesundheit 2024
Gesundheitszustand der Bevölkerung
18
Grafik 6
Häufigste Krebsneudiagnosen 2024 nach Tumorlokalisation und Geschlecht – in Prozent Q: STATISTIK AUSTRIA, Österreichisches Krebsregister (Stand 12.01.2026), Todesursachenstatistik. Entwicklung von Krebsneuerkrankungen und Krebssterblichkeit Im Jahr 2024 gab es mit 48 360 Neuerkrankungen mehr Inzidenzfälle als 2023 (46 797 Neuerkrankungen) und um 16,4 % mehr als vor 10 Jahren (2014: 41 529 Neuerkrankungen). Beide Geschlechter verzeichneten von 2023 auf 2024 einen leichten Anstieg der Zahl an Neuerkrankungen (Männer: +4,5 %, Frauen: +2,0 %); im Vergleich mit 2014 kam es bei den Männern zu einem Anstieg um 19,3 % und bei den Frauen um 13,3 %. In den 10 Jahren bis 2024 ging bei den Männern die um den Altersstruktureffekt bereinigte Neuerkran kungsrate der bösartigen Tumore um 0,6 % auf 589,4 Fälle pro 100 000 Männer zurück. Ebenso sank die Krebssterberate im gleichen Zeitraum um 13,7 %. Bei den Frauen lag die altersstandardisierte Neu erkrankungsrate 2024 knapp über dem Wert von 2014; sie stieg um 0,7 % auf 432,6 pro 100 000 Frauen, während die Krebssterberate um 10,6 % sank. Für die Altersstandardisierung wurde die europäische Standardbevölkerung 2013 verwendet. Prostata 31,4 Lunge 11,6 Darm 10,0 SonsƟge Tumore 47,0 Brust 31,1 Lunge 11,2 Darm 9,7 SonsƟge Tumore 47,9 Männer Frauen 22 363 Frauen = 100 % 25 997 Männer = 100 % SonsƟge Tumore SonsƟge Tumore 20,7 Andere Tumore 7,5 Blutbildendes System 4,7 GebärmuƩerkörper 4,5 Bauchspeicheldrüse 4,0 Malignes Melanom 3,4 Schilddrüse 3,2 Eierstock 19,3 Andere Tumore 8,1 Blutbildendes System 4,3 Malignes Melanom 4,1 Niere 4,0 Harnblase 4,0 Bauchspeicheldrüse 3,3 Kopf, Hals Gesundheit 2024 Gesundheitszustand der Bevölkerung 19
Die häufigste Krebserkrankung bei Männern ist seit 1994 Prostatakrebs, im Jahr 2024 mit 8 152 Fällen
(bzw. 184,5 pro 100 000 Männer). Nach einem langjährigen Rückgang kam es seit 2015 wieder zu einem
Anstieg der neu diagnostizierten Prostatakrebsfälle. Lungenkrebs, an der zweiten Stelle der häufigsten
Krebserkrankungen, zeigt einen nach Geschlechtern stark unterschiedlichen Verlauf: Während das Er -
krankungsrisiko der Männer seit Jahren stark sank (die Zahl der Neudiagnosen blieb etwa gleich), stieg das
der Frauen bis 2016 an und blieb seither relativ stabil. Trotzdem kamen im Jahr 2024 auf 100 Lungenkrebs-
neudiagnosen bei Frauen 120 Diagnosen bei Männern. Bei Frauen ist Brustkrebs seit jeher die häufigste
Krebslokalisation, mit 6 959 Fällen im Jahr 2024 (bzw. 136,9 pro 100 000 Frauen). Das Erkrankungsrisiko
für bösartige Neubildungen des Magens und des Dickdarms sank kontinuierlich, und zwar sowohl bei den
Männern als auch bei den Frauen.
Das Risiko, bis zum 75. Lebensjahr an Krebs zu erkranken, war unter Zugrundelegung der altersspezi-
fischen Erkrankungsverhältnisse von 2024 bei den Männern 1,3-mal so hoch wie bei den Frauen. Das
Risiko für Männer, bis zu ihrem 75. Lebensjahr an einem bösartigen Tumor zu erkranken, erreichte 2000
mit 39,8 % seinen höchsten Wert und ging in den darauffolgenden Jahren bis zum aktuellen Diagnosejahr
2024 auf 33,1 % zurück. Das Risiko für Frauen, bis zu ihrem 75. Lebensjahr an einem bösartigen Tumor zu
erkranken, blieb im selben Zeitraum mit etwa 25 % gleich; 2024 lag das Erkrankungsrisiko bei 25,6 %.
Übersicht 6
Krebsneuerkrankungen 2014 und 2024 nach Geschlecht und Lokalisation
Lokalisation nach ausgewählten
ICD-10-Diagnosegruppen 1
2014 2024
Männer
und Frauen Männer Frauen Männer
und Frauen Männer Frauen
Absolut
Alle Malignome (C00–C96, ohne C44) 2 41 529 21 786 19 743 48 360 25 997 22 363
Kopf, Hals (C00–C14) 1 304 956 348 1 242 852 390
Speiseröhre (C15) 437 362 75 442 342 100
Magen (C16) 1 283 761 522 1 347 846 501
Darm (C18–C21) 4 912 2 799 2 113 4 769 2 600 2 169
Leber (C22) 1 024 710 314 999 695 304
Bauchspeicheldrüse (C25) 1 796 912 884 2 039 1 027 1012
Kehlkopf (C32) 308 268 40 313 266 47
Lunge (C33–C34) 4 983 3 062 1 921 5 533 3 020 2 513
Malignes Melanom (C43) 1 915 1005 910 2 015 1126 889
Brust (C50) 5 717 62 5 655 7 041 82 6 959
Gebärmutterhals (C53) . . 385 . . 380
Gebärmutterkörper (C54) . . 980 . . 1 047
Eierstock (C56) . . 692 . . 706
Prostata (C61) . 4 752 . . 8 152 .
Hoden (C62) . 393 . . 429 .
Niere (C64) 1 319 829 490 1 575 1062 513
Harnblase (C67) 1 485 1 134 351 1 384 1048 336
Gehirn (C70–C72) 699 366 333 650 354 296
Schilddrüse (C73) 880 275 605 1084 313 771
Hodgkin Lymphom (C81) 203 110 93 204 121 83
Non-Hodgkin Lymphom (C82–C85, C96) 1 293 671 622 1 634 899 735
Plasmozytom, Myelom (C90) 426 213 213 683 353 330
Leukämie (C91–C95) 1119 646 473 1258 729 529
Gesundheit 2024
Gesundheitszustand der Bevölkerung20
Lokalisation nach ausgewählten
ICD-10-Diagnosegruppen 1
2014 2024
Männer
und Frauen Männer Frauen Männer
und Frauen Männer Frauen
Altersstandardisierte Raten auf 100 000 der Bevölkerung 3
Alle Malignome (C00–C96, ohne C44) 2 497,4 593,1 429,6 500,8 589,4 432,6
Kopf, Hals (C00–C14) 15,4 24,4 7,6 12,8 18,8 7, 5
Speiseröhre (C15) 5,2 9,5 1,6 4,6 7,6 1,9
Magen (C16) 15,5 21,6 11,0 13,9 19,2 9,5
Darm (C18–C21) 59,2 78,0 45,0 49,1 59,4 40,8
Leber (C22) 12,4 19,5 6,8 10,3 15,9 5,7
Bauchspeicheldrüse (C25) 21,8 25,4 18,9 20,9 23,6 18,6
Kehlkopf (C32) 3,7 7,0 0,9 3,2 5,9 0,9
Lunge (C33–C34) 60,1 83,1 42,6 57, 3 68,0 48,5
Malignes Melanom (C43) 22,6 26,5 19,7 20,8 25,6 17,1
Brust (C50) 67,4 1,7 124,2 73,3 1,8 136,9
Gebärmutterhals (C53) . . 8,5 . . 7,8
Gebärmutterkörper (C54) . . 21,6 . . 20,3
Eierstock (C56) . . 15,0 . . 13,5
Prostata (C61) . 130,8 . . 184,5 .
Hoden (C62) . 8,9 . . 9,2 .
Niere (C64) 15,8 21,7 10,8 16,3 23,8 9,9
Harnblase (C67) 17,9 32,8 7,4 14,3 24,7 6,2
Gehirn (C70–C72) 8,3 9,4 7,4 6,8 7,9 5,9
Schilddrüse (C73) 10,0 6,5 13,6 11,5 6,8 16,2
Hodgkin Lymphom (C81) 2,4 2,7 2,1 2,2 2,7 1,8
Non-Hodgkin Lymphom (C82–C85, C96) 15,5 18,2 13,5 16,9 20,2 14,1
Plasmozytom, Myelom (C90) 5,1 6,0 4,5 7,0 8,2 6,2
Leukämie (C91–C95) 13,5 18,1 10,2 13,0 16,8 10,0
Q: STATISTIK AUSTRIA , Österreichisches Krebsregister (Stand 12.01.2026), Todesursachenstatistik.
- Internationale Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10). – 2) Maligne invasive Fälle, inkl. DCO-
Fälle (Death Certificate Only ; Sterbefälle an Krebs laut Todesursachenstatistik, deren Krebserkrankung zu Lebzeiten nicht dem Krebs - register gemeldet wurden und zu denen auch im Nachhinein kein Diagnosesicherungsdatum und keine weiteren Informationen zur Krebserkrankung recherchiert werden konnten. – 3) Europäische Standardbevölkerung 2013. Krebsprävalenz Die Frage „Wie viele Krebskranke gibt es in Österreich?“ ist nicht nur von gesundheitspolitischem, sondern auch von großem individuellen Interesse für viele Menschen. Als Krebsprävalenz bezeichnet man die An - zahl der Personen (oder den Anteil in einer Bevölkerung), die zu einem bestimmten Zeitpunkt oder inner- halb einer bestimmten Periode an Krebs erkrankt und am Leben sind. Im langfristigen Trend zeigt sich eine stetige Zunahme in der Prävalenz sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen. Vor 10 Jahren lebten in Österreich 316 581 Personen mit einer Krebsdiagnose (150 913 Männer und 165 668 Frauen). Seither gab es einen Anstieg in der Prävalenz um insgesamt rund 29 % (Männer: +30,7 %, Frauen: +27,6 %) auf 408 613 Personen (197 168 Männer und 211 445 Frauen). Dieser erhebliche Anstieg ist bedingt durch das Zusammenwirken von Bevölkerungswachstum (+7,1 %), demo- graphischer Alterung, generell steigender Lebenserwartung und verbesserten Überlebensaussichten erkrankter Personen. Gesundheit 2024
Gesundheitszustand der Bevölkerung 21 Bei den mit einer Krebsdiagnose lebenden Frauen folgten nach Brustkrebs als häufigste Lokalisation (92 301 Frauen) mit großem Abstand Darmkrebs (20 609) und Gebärmutterkörperkrebs (14 400). Für die mit Krebs lebenden Männer war die häufigste Lokalisation die Prostata mit 83 551 Fällen, ebenfalls mit Abstand gefolgt vom Darm (23 620) (Grafik 7). Die Gesamtprävalenz zeigt die Belastung einer Bevölkerung durch Krebs. Sie umfasst auch Personen, deren Diagnose schon viele Jahre zurückliegt und die bereits geheilt sind, als geheilt gelten bzw. mit Krebs als chronischer Erkrankung leben. Für die Versorgungsplanung der von Krebs betroffenen Personen ist diese Kennzahl allerdings nur bedingt geeignet. Bei 147 238 Menschen wurde die Krebsdiagnose in den Jahren 2020 bis 2024 gestellt (5-Jahres-Prävalenz). 5 Jahre sind eine international übliche Zeitspanne, um die aktuelle Belastung des Gesundheitssystems durch Krebs abzuschätzen. 10 Jahre nach Diagnosestellung sind deutlich mehr Frauen als Männer noch am Leben (56,5 % zu 43,5 %). Hauptursache dafür ist der am häufigsten diagnostizierte Brustkrebs, der eine günstige Überlebens - prognose aufweist. Grafik 7
Krebsprävalenz zum 31.12.2024 nach ausgewählten Tumorlokalisationen und Geschlecht Q: STATISTIK AUSTRIA , Österreichisches Krebsregister (Stand 12.01.2026), Todesursachenstatistik. – Anzahl maligner Tumore inkl. Mehr - fachtumore, inkl. DCO-Fälle. FrauenMänner 0 20 000 40 000 60 000 80 000 100 000 Kopf, Hals (C00–C14) Speiseröhre (C15) Magen (C16) Darm (C18–C21) Leber (C22) Bauchspeicheldrüse (C25) Kehlkopf (C32) Lunge (C33–C34) Malignes Melanom (C43) Brust (C50) Gebärmutterhals (C53) Gebärmutterkörper (C54) Eierstock (C56) Prostata (C61) Hoden (C62) Niere (C64) Harnblase (C67) Gehirn (C70–C72) Schilddrüse (C73) Hodgkin-Lymphom (C81) Non-Hodgkin-Lymphom (C82–C86, C96) Plasmozytom, Myelom (C90) Leukämie (C91–C95) Gesundheit 2024
Gesundheitszustand der Bevölkerung22 Überleben mit Krebs Obwohl die absolute Zahl der Krebsneuerkrankungen in den vergangenen Jahrzehnten stieg, verringerte sich die Krebssterblichkeit. Frühere Diagnosestellungen und neue Therapiemethoden führten zu einer Verlängerung der Überlebensdauer an Krebs erkrankter Personen in Österreich. Das relative 5-Jahres - Überleben nahm in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zu (Grafik 8). Während nach einer Diagnosestellung in der Periode 1996 bis 2000 das relative 5-Jahres-Überleben von Krebspatient:innen bei 56,3 % lag, stieg es mit der Diagnoseperiode 2016 bis 2020 auf 63,7 %. Je höher das relative Überleben von Krebspatient:innen ist, desto eher gelten für sie dieselben Sterbewahrscheinlich - keiten wie für die übrige Bevölkerung. Dabei entspricht ein Wert von 100 % der Überlebenswahrscheinlich - keit der Gesamtbevölkerung. Für Männer stieg das relative 5-Jahres-Überleben von 54,5 % in der Diagnoseperiode 1996 bis 2000 auf 62,6 % in der Periode 2016 bis 2020, für Frauen im selben Zeitraum von 58,3 % auf 64,9 %. Die weitaus schlechteren Überlebensbedingungen für Männer vor knapp 30 Jahren und die immer noch etwas gerin- gere Überlebenswahrscheinlichkeit sind zu einem Großteil auf geschlechtsspezifische Unterschiede in der Art der Tumorerkrankungen mit unterschiedlichen Überlebenswahrscheinlichkeiten sowie deren Anteil an den gesamten Neuerkrankungen zurückzuführen. Grafik 8
Relatives 5-Jahres-Überleben nach einer Krebsdiagnose 1983 bis 2020 – in Prozent Q: STATISTIK AUSTRIA , Österreichisches Krebsregister (12.01.2026), Todesursachenstatistik. – Ende des Follow-up 15.12.2025. – Maligne invasive Fälle ohne sonstige bösartige Neubildungen der Haut (C00–C96, ohne C44) und ohne DCO-Fälle. - Maligne invasive Fälle ohne Brustkrebs und ohne Krebs der weiblichen und männlichen Genitalorgane (C50, C51–C58, C60–C63).
20
40
60
80
100
1983 1988 1993 1998 2003 2008 2013 2018
Frauen (alle Tumore) Frauen (ohne geschlechtsspezifische Tumore1)
2020
Männer (alle Tumore) Männer (ohne geschlechtsspezifische Tumore1)
Gesundheit 2024
Gesundheitszustand der Bevölkerung 23 2.6 Anzeigepflichtige Krankheiten Mit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie in Österreich schnellte die Zahl der anzeigepflichtigen Er- krankungen auf ein Vielfaches des Ausgangswertes. Wurden im Jahr 2019 (vor der Pandemie) um die 20 000 meldepflichtigen Krankheiten im Epidemiologischen Meldesystem (EMS) registriert, so waren es im Jahr 2022 etwa 4,5 Mio., 99,6 % davon machten COVID-19-Fälle aus. Seit dem 01.07.2023 ist COVID-19 keine meldepflichtige Krankheit mehr, im ersten Halbjahr 2023 wurden noch 373 573 Coronaerkrankungen zur Anzeige gebracht. Im Jahr 2024 wurden insgesamt rund 36 800 meldepflichtige Erkrankungen registriert, das entspricht in etwa 400 Erkrankungsfällen pro 100 000 der Bevölkerung. Im Vergleich zum präpandemischen Niveau des Jahres 2019 war die Zahl der meldepflichtigen Krank- heiten damit fast doppelt so hoch (+92,4 %). Drei Viertel dieses Zuwachses erklären sich aus dem massi - ven Anstieg von Keuchhusten, die Zahl der gemeldeten Pertussisfälle erhöhte sich gegenüber 2019 fast auf das Siebenfache (von 2 233 auf 15 470); auch im Vorjahr wurden noch weit weniger Keuchhustenfälle zur Anzeige gebracht (2023: 2 791 Fälle). Damit hat der Keuchhusten im Jahr 2024 rund 42 % aller melde- pflichtigen Krankheiten in Österreich ausgemacht. Von den übrigen Infektionen (abseits des Keuchhustens) entfiel fast die Hälfte auf bakterielle lebensmittel - bedingte Krankheiten (48,4 %). Wiederum zwei Drittel davon wurden durch Campylobakter verursacht (6 855, +9,3 % im Vergleich zu 2023), knapp ein Siebtel machten Salmonelleninfektionen aus (+10,7 % im Vergleich zum Vorjahr). Durch Hepatitisviren wurden 2 231 Infektionen ausgelöst (um 11,6 % mehr als im Jahr 2023). Gestiegen ist auch die Zahl invasiver Pneumokokkeninfektionen (+6,9 % im Vorjahresvergleich), die Zahl an Masernfällen hat sich fast verdreifacht (von 186 auf 542 Erkrankungen). Tuberkulosemeldungen erfolgten in 390 Fällen (−7,4 % im Vergleich zu 2023; Grafik 9). Grafik 9
Häufigste anzeigepflichtige Krankheiten 2024 Q: STATISTIK AUSTRIA ; Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, Jahresstatistiken melde - pflichtiger Infektionskrankheiten. – Die Meldung anzeigepflichtiger Krankheiten erfolgt durch Ärzt:innen und Labore in das Elektronische Meldesystem EMS. Die Validitätsprüfung und Auswertung der EMS-Daten erfolgt durch die AGES (Abteilung für Infektionsepidemiologie und Surveillance, Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit). Keuchhusten 15 470 Andere anzeigepflichtige Krankheiten 21 322 6 855 3 528 1 416 1 050 1 048 882 853 811 769 542 390 354 276 203 163 118 2 064 Campylobakteriose Norovirus-Infektion Salmonelleninfektionen Hepatitis B Hepatitis C Rotavirus-Infektion STEC/VTEC Escherichia-coli-Infektion Invasive Pneumokokkeninfektion Clostridium-difficile-Infektion (CDI) Masern Tuberkulose Legionärskrankheit Ruhr Denguefieber FSME Hasenpest (Tularämie) Restliche Krankheiten Gesundheit 2024
Gesundheitszustand der Bevölkerung24 3 Gesundheitsversorgung in Österreich 3.1 Gesundheitspersonal Die Zahl des im Gesundheitswesen tätigen Personals ist in den vergangenen Jahrzehnten vor allem in den Krankenanstalten kontinuierlich gestiegen. Ende 2024 waren in österreichischen Spitälern insgesamt 129 195 Personen tätig (um 13,9 % mehr als Ende 2014), davon 101 453 nichtärztliches Personal sowie 27 742 Ärzt:innen. Die größte Personalgruppe in den Krankenanstalten war das diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonal: Ende 2024 waren 62 254 Personen in diesem Beruf beschäftigt, um 7,3 % mehr als noch vor 10 Jahren. 17 897 Personen waren im gehobenen medizinisch-technischen Dienst bzw. Fachdienst tätig oder arbeiteten als Masseur:in (+19,7 % verglichen mit 2014). Als Sanitäter:in, medizinische Assistenz oder in der Pflegehilfe arbeiteten Ende 2024 in Krankenanstalten 19 504 Personen, um 30,9 % mehr als Ende 2014 (Übersicht 7). Übersicht 7
Personal im Gesundheitswesen 2014 und 2024 Ärztliches und nichtärztliches Personal 2014 2024 Veränderung 2014/2024 in % Berufsausübende Ärzt:innen 1 43 126 52 005 20,6 Allgemeinmediziner:innen 14 130 13 000 −8,0 Fachärzt:innen 22 643 29 385 29,8 Ärzt:innen in Ausbildung 6 353 9 620 51,4 Berufsausübende Zahnärzt:innen 4 893 5 501 12,4 Personal in Krankenanstalten 113 420 129 195 13,9 Ärzt:innen in Krankenanstalten 24 101 27 742 15,1 Nichtärztliches Personal in Krankenanstalten 89 319 101 453 13,6 Gehobene Dienste für Gesundheits- und Krankenpflege
und weitere Gesundheitsberufe 58 040 62 254 7, 3 Allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege 50 324 55 822 10,9 Kinder- und Jugendlichenpflege 4 002 3 289 −17,8 Psychiatrische Gesundheits- und Krankenpflege 3 635 3 017 −17,0 Kardiotechnischer Dienst 79 104 31,6 Operationstechnische Assistenz . 22 . Gehobene medizinisch-technische Dienste,
medizinisch-technische Fachdienste, Masseur:innen 14 946 17 897 19,7 Sanitäter:innen, Pflegehilfe und medizinische Assistenz 14 899 19 504 30,9 Hebammen 1 434 1 798 25,4 Q: Österreichische Ärztekammer, Standesmeldungen; Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege
und Konsumentenschutz, Krankenanstaltenstatistik. - Ohne Zahnärzt:innen, inkl. Ärzt:innen in Ausbildung.
Die Zahl der berufsausübenden Ärzt:innen insgesamt stieg im vergangenen Jahrzehnt um 20,6 % von
43 126 im Jahr 2014 auf 52 005 im Jahr 2024. Hinsichtlich der medizinischen Fachbereiche gab es in diesem
Zeitraum bei den Fachdisziplinen einen deutlichen Zuwachs (+29,8 %), bei den Allgemeinmediziner:innen
hingegen einen Rückgang um 8,0 %. Mehr als die Hälfte der berufsausübenden Ärzt:innen (56,5 %) hatte
eine Fachausbildung, ein Viertel (25,0 %) waren Allgemeinmediziner:innen und 18,5 % standen noch in
Ausbildung (Übersicht 7).
Gesundheit 2024
Gesundheitsversorgung in Österreich 25 Im Jahr 2024 gab es insgesamt etwas mehr Ärzte als Ärztinnen (26 037 bzw. 25 968). Die Ärztinnen hatten eine deutlich jüngere Altersstruktur. War etwa die Hälfte der männlichen Ärzte 50 Jahre oder älter (50,4 %), so betrug dieser Anteil bei den Ärztinnen 36,4 %. Umgekehrt war ein Drittel der Ärztinnen jünger als 40 Jahre (33,7 %), jedoch nur 28,7 % der Ärzte. 3.2 Ausbildung im Gesundheitswesen Im Studienjahr 2023/24 waren insgesamt 59 921 Personen in einer laufenden Ausbildung für einen Gesund- heitsberuf. Davon studierten 17 498 Medizin und standen 42 423 in einer nichtärztlichen Ausbildung. Medizinstudierende an österreichischen Universitäten Im Wintersemester 2023/24 begannen 3 215 Personen ein Medizinstudium, wobei der Ausländer:innen - anteil 44,0 % betrug (Übersicht 8). Insgesamt lag die Zahl der Medizinstudierenden im Studienjahr 2023/24 bei 17 498 (Anteil Ausländer:innen: 35,1 %). 1 899 Studierende schlossen das Studium erfolgreich ab (Anteil Ausländer:innen: 34,4 %). Ausbildungsstätten in nichtärztlichen Gesundheitsberufen An Fachhochschulen werden Studiengänge zu nichtärztlichen Gesundheitsberufen angeboten. Dazu zäh - len u. a. das Bachelorstudium der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Physiotherapie. Insgesamt gab es im Wintersemester 2023/24 in Österreich 65 Bachelor-Studiengänge mit 11 132 Studierenden und 3 204 Absolvent:innen. Ausbildungen der nichtakademischen Gesundheits- und Krankenpflegeberufe umfassen neben der Grund- ausbildung zur allgemeinen bzw. zur psychiatrischen Gesundheits- und Krankenpflege auch darauf auf- bauende Sonderausbildungen und Weiterbildungen. Insgesamt gab es im Schuljahr 2023/24 in Österreich 91 einschlägige Ausbildungsstandorte mit 6 007 Schüler:innen, davon machten 3 011 eine Grundausbildung und 2 996 eine weiterführende Höherqualifizierung bzw. Spezialisierung. Von diesen Schüler:innen wie- derum haben 951 ihre Grundausbildung und 1 377 ihre Sonderausbildung bzw. Weiterbildung im Schuljahr 2023/2024 abgeschlossen. Auch bestanden im Schuljahr 2023/24 in Österreich 232 Einrichtungen für Ausbildungen in medizinischen Assistenzberufen, wie z. B. Pflegefachassistenz, Pflegeassistenz, Ordinationsassistenz oder zahnärztliche Assistenz, mit 12 941 Schüler:innen sowie 4 981 Absolvent:innen. Sonstige Ausbildungen im Gesundheitsbereich umfassen u. a. die Ausbildung zum Rettungs- und Notfall - sanitätsdienst oder in Masseur:innenberufen. Im Schuljahr 2023/24 gab es in Österreich 103 Einrichtungen, die sonstige Ausbildungen im Gesundheitsbereich anboten, mit 12 343 Schüler:innen sowie 11 262 Absol- vent:innen. Gesundheit 2024
Gesundheitsversorgung in Österreich26 Übersicht 8
Medizinstudierende an Universitäten sowie Ausbildungsstätten für nichtärztliche Gesund- heitsberufe im Studienjahr 2023/24 Merkmal Anzahl der Studiengänge/ Einrichtungen1 Studierende/Schüler:innen insgesamt Anfänger:innen 2 Absolvent:innen 3 Ausbildung in Gesundheitsberufen insgesamt . 59 921 . 23 674 Medizinstudierende an Universitäten 4 . 17 498 3 215 1 899 darunter aus dem Ausland . 6 147 1 414 654 Nichtärztliche Ausbildung insgesamt . 42 423 . 21 775 Bachelor-Studiengänge an Fachhochschulen 65 11 132 . 3 204 Gesundheits- und Krankenpflegeberufe 91 6 007 . 2 328 Medizinische Assistenzberufe 232 12 941 . 4 981 Sonstige Ausbildungen im Gesundheitsbereich 103 12 343 . 11 262 Q: STATISTIK AUSTRIA, Schul- und Hochschulstatistik. - Anzahl der Einrichtungen: Ausbildungsstätten im Gesundheitswesen, in denen die angeführten Ausbildungen im Zeitraum von
01.09.2023 bis 31.08.2024 durchgeführt wurden. – 2) Studierende des Diplom- oder Bachelorstudiums im ersten Semester im jeweiligen
Studienjahr. – 3) Absolventen:innen: Personen, die die angeführte Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben; bei Universitäten und
Fachhochschulen im Zeitraum Studienjahr 2023/24 (Oktober 2023 bis September 2024), bei anderen Ausbildungsstätten im Zeitraum
Kalenderjahr 2023 (Jänner 2023 bis Dezember 2023). – 4) Humanmedizin an den Medizinischen Universitäten Wien, Graz und Innsbruck,
an der Universität Linz, der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (Salzburg), an der Sigmund Freud Privatuniversität, an der Karl
Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften und der Danube Private University (Krems) sowie Zahnmedizin an den Medi -
zinischen Universitäten Wien, Graz und Innsbruck, an der Danube Private University (Krems) und der Sigmund Freud Privatuniversität.
3.3 Krankenanstalten und Betten
Zum Stichtag 31.12.2024 bestanden in Österreich 257 Krankenanstalten, und zwar 88 allgemeine Kranken-
anstalten, 119 Sonderkrankenanstalten und Genesungsheime, 31 Sanatorien und 19 Pflegekranken-
anstalten für chronisch Kranke (Übersicht 9).
Im Sektor der Akut- und Kurzzeitversorgung gab es 149 Krankenanstalten; dazu zählten die 106 über die
Landesgesundheitsfonds finanzierten Krankenanstalten sowie alle Krankenanstalten mit einer durch -
schnittlichen Aufenthaltsdauer von 18 Tagen oder weniger. Nahezu drei Viertel der Akutkrankenanstalten
leisteten Allgemeinversorgung (110 Krankenanstalten) mit einem breiten Leistungsspektrum, das zu -
mindest innere Medizin und Allgemeinchirurgie enthält.
Insgesamt standen 60 126 Krankenhausbetten zur Verfügung (tatsächlich aufgestellte Betten), davon
37 345 Betten in allgemeinen Krankenanstalten, 16 548 in Sonderkrankenanstalten und Genesungs -
heimen, 2 323 in Sanatorien und 3 910 in Pflegekrankenanstalten für chronisch Kranke (Übersicht 9).
43 332 bzw. fast drei Viertel (72,1 %) der tatsächlich aufgestellten Betten waren dem Sektor der Akut-
und Kurzzeitversorgung zugeordnet. Der überwiegende Teil aller Spitalsbetten befand sich in Kranken -
anstalten, die durch einen Landesgesundheitsfonds finanziert wurden (66,3 %).
Gesundheit 2024
Gesundheitsversorgung in Österreich 27 Übersicht 9
Einrichtungen des Gesundheitswesens 2014 und 2024 Art der Einrichtung Kennzahl 2014 2024 Veränderung 2014/2024 in % Krankenanstalten insgesamt Anstalten1 279 257 −7,9 Tatsächlich aufgestellte Betten 2 64 815 60 126 −7,2 Allgemeine Krankenanstalten Anstalten1 96 88 −8,3 Tatsächlich aufgestellte Betten 2 40 109 37 345 −5,9 Sonderkrankenanstalten/Genesungsheime Anstalten1 130 119 1,7 Tatsächlich aufgestellte Betten 2 18 530 16 548 −3,1 Sanatorien Anstalten1 34 31 −35,4 Tatsächlich aufgestellte Betten 2 2 508 2 323 −48,9 Pflegeanstalten für chronisch Kranke Anstalten1 19 19 5,6 Tatsächlich aufgestellte Betten 2 3 668 3 910 12,2 Q: Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, Krankenanstaltenstatistik. - Stand zum 31. Dezember eines Berichtsjahres. – 2) Im Jahresdurchschnitt mindestens 6 Monate aufgestellt.
3.4 Stationäre Versorgung in Krankenanstalten
Im Jahr 2024 wurden in den österreichischen Akutkrankenanstalten 2 166 338 Spitalsaufenthalte doku-
mentiert, davon 1 782 595 vollstationäre und 383 743 Nulltagesaufenthalte (tagesklinische stationäre Auf-
enthalte ohne Übernachtung im Spital). Dazu kamen 164 423 stationäre Aufenthalte in der Rehabilitation
sowie weitere 6 531 Aufenthalte im Bereich Langzeitversorgung und Prävention (Übersicht 10).
Übersicht 10
Stationäre Versorgung in Krankenanstalten seit 2000 Merkmal des Spitalaufenthalts 1 2000 2010 20202 2021 2022 2023 2024 Stationäre Spitalsaufenthalte 2 343 405 2 790 744 2 107 780 2 210 373 2 239 801 2 295 796 2 337 292 auf 100 000 der Bevölkerung 3 28 798,1 32 794,7 23 269,6 24 395,2 24 294,3 24 676,2 24 995,0 Akutversorgung 2 256 253 2 665 416 1 980 489 2 066 414 2 083 663 2 130 787 2 166 338 Vollstationäre Aufenthalte 4 1 990 730 2 186 353 1 672 369 1 726 174 1 734 659 1 757 398 1 782 595 ⌀⌀ Aufenthaltsdauer in Tagen5 7,8 6,6 6,4 6,3 6,2 6,2 6,1 Nulltagesaufenthalte 6 265 523 479 063 308 120 340 240 349 004 373 389 383 743 Rehabilitation 75 214 115 283 119 541 137 531 149 077 157 756 164 423 Langzeitversorgung, Prävention 11 938 10 045 7 750 6 428 7 061 7 253 6 531 Medizinische Leistungen 3 213 669 4 441 999 3 996 670 4 256 465 4 224 090 4 377 899 4 477 577 bei vollstationären Aufenthalten 3 038 306 4 011 628 3 641 581 3 862 371 3 817 868 3 932 645 4 015 923 bei Nulltagesaufenthalten 175 363 430 371 355 089 394 094 406 222 445 254 461 654 Operative medizinische Leistungen 1 131 872 1 213 801 1 097 166 1 161 253 1 172 411 1 223 554 1 250 017 bei vollstationären Aufenthalten 1 073 433 1 084 116 867 719 904 066 911 241 939 093 947 578 bei Nulltagesaufenthalten 58 439 129 685 229 447 257 187 261 170 284 461 302 439 Q: STATISTIK AUSTRIA , Spitalsentlassungsstatistik; Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, Diagnosen- und Leistungsberichte (jeweils Stand Herbst des auf das Berichtsjahr folgenden Jahres). - Spitalsentlassungen von Personen mit in- oder ausländischem Wohnsitz; inkl. Nulltagesaufenthalte und inkl. Sterbefälle. – 2) Im Jahr
2020 bewirkte die COVID-19-Pandemie einen Rückgang der Spitalsaufenthalte. – 3) Aufenthalte von Personen mit inländischem Wohnsitz
bezogen auf die Jahresdurchschnittsbevölkerung. – 4) Aufenthalte mit mindestens einer Übernachtung im Krankenhaus. – 5) Die Auf-
enthaltsdauer bezieht sich auf vollstationäre Aufenthalte mit mindestens einer Übernachtung. – 6) Aufnahme und Entlassung am selben
Kalendertag.
Gesundheit 2024
Gesundheitsversorgung in Österreich28 Im Bereich der Akutversorgung zeigt sich seit der Jahrtausendwende tendenziell eine Entwicklung zu weniger und kürzeren Spitalsaufenthalten, die allerdings nicht kontinuierlich verlaufen ist. Insbesondere während der Corona-Pandemie kam es zu einem starken Rückgang der Krankenhausaufenthalte, danach stiegen sie wieder geringfügig an. Im Vergleich zum Jahr 2000 ist die absolute Zahl der Entlassungen um insgesamt 4,0 % gesunken. Weil die Bevölkerung in diesem Zeitraum aber gewachsen ist, zeigt sich bei den Aufenthalten pro Kopf ein deutlich stärkerer Rückgang – nämlich um 16,5 %. Die Zahl vollstationärer Akutaufenthalte (mit mindestens einer Übernachtung im Spital) sank unter Berücksichtigung der Be- völkerungsentwicklung um 22,2 %, während tagesklinische Akutaufenthalte um 26,3 % zunahmen
(Grafik 10). Grafik 10
Vollstationäre und tagesklinische Aufenthalte sowie während eines Spitalsaufenthalts Verstorbene seit 2000 Q: STATISTIK AUSTRIA , Spitalsentlassungsstatistik; Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, Diagnosen- und Leistungsberichte (jeweils Stand Herbst des auf das Berichtsjahr folgenden Jahres). - Spitalsentlassungen von Personen mit inländischem Wohnsitz pro 1 000 der Jahresdurchschnittsbevölkerung; inkl. Nulltagesaufent -
halte und inkl. Sterbefälle. – 2) Aufenthalte mit mindestens einer Übernachtung im Krankenhaus. – 3) Nulltagesaufenthalte (tagesklini sche
Aufenthalte): Aufnahme und Entlassung am selben Kalendertag. – 4) Im Zeitraum 2017 bis 2019 wurde ein neues Abrechnungsmodell ein -
geführt, das zu einem Rückgang stationär abgerechneter Leistungen führte (Verschiebung in den spitalsambulanten Bereich). – 5) Im Jahr
2020 bewirkte die COVID-19-Pandemie einen Rückgang der Spitalsaufenthalte.
Hand in Hand mit dieser Entwicklung ging eine Verkürzung der durchschnittlichen stationären Behand-
lungsdauer einher. Im Mittel verbrachten Patient:innen im Jahr 2024 6,1 Tage im Spital, um die Jahr-
tausendwende dauerte ein Aufenthalt in einer Akutkrankenanstalt im Schnitt noch gut eineinhalb Tage
länger (Übersicht 10).
Gleichzeitig erhöhte sich die Sterblichkeit während stationärer Aufenthalte. Die Zahl der im Spital ver-
storbenen Patient:innen stieg seit dem Jahr 2000 um fast 8 % – das deutet darauf hin, dass der Anteil
schwerkranker Patient:innen im vollstationären Versorgungssektor zunimmt, weil leichtere und weniger
weit fortgeschrittene Erkrankungen tagesklinisch oder spitalsambulant behandelt werden können
(Grafik 10). Anteil der Aufenthalte mit Entlassungsart „verstorben“ an allen Aufenthalten in % Stationäre Aufenthalte pro 1 000 der Bevölkerung1 vollstationär2 tagesklinisch3 Entlassungsart „verstorben“ 200020012002200320042005200620072008200920102011201220132014201520162017/four.n201820192020/five.n2021202220232024 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 0 50 100 150 200 250 300 350 Gesundheit 2024
Gesundheitsversorgung in Österreich 29 Übersicht 11
Stationäre Spitalsaufenthalte in Akutkrankenanstalten 2024 nach Diagnose und
Aufenthaltsdauer Entlassungsdiagnose (ICD-10-Kapitel) 1 Stationäre Aufenthalte 2 insgesamt Nulltagesaufenthalte 3 absolut in % ⌀⌀ Aufent- haltsdauer
in Tagen4 absolut in % in % aller Aufent- halte Spitalsentlassungen insgesamt 2 2 166 338 100,0 6,1 383 743 100,0 17,7 Bestimmte infektiöse und parasitäre Krankheiten (A00–B99) 50 213 2,3 7,4 1 845 0,5 3,7 Neubildungen (C00–D48) 275 874 12,7 5,6 52 300 13,6 19,0 Bösartige Neubildungen (C00–C97) 225 762 10,4 5,9 41 812 10,9 18,5 Krankheiten des Blutes und des Immunsystems (D50–D89) 16 557 0,8 6,0 2 102 0,5 12,7 Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechsel - krankheiten (E00–E90) 39 797 1,8 6,2 2 348 0,6 5,9 Psychische und Verhaltensstörungen (F00–F99) 86 001 4,0 16,7 5 312 1,4 6,2 Krankheiten des Nervensystems (G00–G99) 96 364 4,4 4,3 15 824 4,1 16,4 Krankheiten des Auges und der Augenanhangs - gebilde (H00–H59) 154 810 7,1 2,5 132 055 34,4 85,3 Krankheiten des Ohres und des Warzenfortsatzes (H60–H95) 17 282 0,8 3,6 2 947 0,8 17,1 Krankheiten des Kreislaufsystems (I00–I99) 247 369 11,4 7,1 27 538 7,2 11,1 Krankheiten des Atmungssystems (J00–J99) 138 249 6,4 6,1 8 628 2,2 6,2 Krankheiten des Verdauungssystems (K00–K93) 199 546 9,2 4,5 19 838 5,2 9,9 Krankheiten der Haut und der Unterhaut
(L00–L99) 20 701 1,0 6,2 2 933 0,8 14,2 Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes (M00–M99) 205 241 9,5 6,0 31 908 8,3 15,5 Krankheiten des Urogenitalsystems (N00–N99) 153 497 7,1 4,9 33 620 8,8 21,9 Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett
(O00–O99) 100 214 4,6 3,8 6 097 1,6 6,1 Bestimmte Zustände mit Ursprung in der
Perinatalperiode (P00–P96) 11 565 0,5 10,7 435 0,1 3,8 Angeborene Fehlbildungen, Deformitäten und Chromosomenanomalien (Q00–Q99) 14 745 0,7 4,6 2 727 0,7 18,5 Symptome und abnorme klinische und Labor - befunde (R00–R99) 74 767 3,5 5,2 7 540 2,0 10,1 Verletzungen, Vergiftungen und bestimmte
andere Folgen äußerer Ursachen (S00–T98) 240 655 11,1 6,1 25 138 6,6 10,4 Faktoren, die zur Inanspruchnahme des
Gesundheitswesens führen (Z00–Z99) 12 629 0,6 3,3 2 465 0,6 19,5 Schlüsselnummern für besondere Zwecke
(inkl. COVID-19; U00–U89) 10 262 0,5 8,1 143 0,0 1,4 Q: STATISTIK AUSTRIA , Spitalsentlassungsstatistik; Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, Diagnosen- und Leistungsberichte (Stand Herbst 2025). - Hauptentlassungsdiagnose codiert nach ICD-10 (Version BMSGPK 2024). – 2) Spitalsentlassungen von Personen mit in- oder aus -
ländischem Wohnsitz; inkl. Nulltagesaufenthalte und inkl. Sterbefälle. – 3) Aufnahme und Entlassung am selben Kalendertag. – 4) Durch-
schnittliche Aufenthaltsdauer von vollstationären Aufenthalten mit mindestens einer Übernachtung im Spital.
Gesundheit 2024
Gesundheitsversorgung in Österreich30 Übersicht 12
Stationäre Spitalsaufenthalte in Akutkrankenanstalten 2024 nach Diagnose, Alter und Geschlecht Entlassungsdiagnose (ICD-10-Kapitel) 1 Stationäre Aufenthalte insgesamt2 Alter in % Männer in % Frauen in %0–14 Jahre 15–44 Jahre 45–64 Jahre 65 Jahre und älter Spitalsentlassungen insgesamt 2 166 338 6,7 20,4 26,2 46,7 48,0 52,0 Bestimmte infektiöse und parasitäre Krankheiten (A00–B99) 50 213 17,9 16,2 17,0 48,8 50,9 49,1 Neubildungen (C00–D48) 275 874 3,0 9,2 32,7 55,0 49,0 51,0 Bösartige Neubildungen (C00–C97) 225 762 3,1 6,6 31,8 58,5 50,8 49,2 Krankheiten des Blutes und des Immunsystems (D50–D89) 16 557 11,7 11,3 16,0 61,0 46,6 53,4 Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechsel - krankheiten (E00–E90) 39 797 5,9 19,4 28,3 46,3 41,2 58,8 Psychische und Verhaltensstörungen (F00–F99) 86 001 6,1 47,2 27,4 19,4 46,2 53,8 Krankheiten des Nervensystems (G00–G99) 96 364 5,6 17,9 35,7 40,7 55,1 44,9 Krankheiten des Auges und der Augenanhangs - gebilde (H00–H59) 154 810 1,0 2,7 18,8 77, 5 43,7 56,3 Krankheiten des Ohres und des Warzenfortsatzes (H60–H95) 17 282 18,7 18,8 29,2 33,3 47,8 52,2 Krankheiten des Kreislaufsystems (I00–I99) 247 369 0,5 5,9 26,0 67,6 57,0 43,0 Krankheiten des Atmungssystems (J00–J99) 138 249 23,7 17,0 15,4 43,8 55,1 44,9 Krankheiten des Verdauungssystems (K00–K93) 199 546 4,1 20,4 32,9 42,6 55,5 44,5 Krankheiten der Haut und der Unterhaut
(L00–L99) 20 701 8,5 35,4 25,2 30,9 55,0 45,0 Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und
des Bindegewebes (M00–M99) 205 241 1,5 13,6 38,0 46,9 44,9 55,1 Krankheiten des Urogenitalsystems (N00–N99) 153 497 4,4 23,8 29,6 42,3 42,9 57,1 Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett
(O00–O99) 100 214 0,0 99,6 0,4 - 0,0 100,0 Bestimmte Zustände mit Ursprung in der
Perinatalperiode (P00–P96) 11 565 100,0 0,0 - 0,0 56,7 43,3 Angeborene Fehlbildungen, Deformitäten
und Chromosomenanomalien (Q00–Q99) 14 745 58,9 25,1 10,7 5,2 54,3 45,7 Symptome und abnorme klinische und Labor - befunde (R00–R99) 74 767 11,6 16,8 21,3 50,4 49,2 50,8 Verletzungen, Vergiftungen und bestimmte
andere Folgen äußerer Ursachen (S00–T98) 240 655 9,3 26,7 25,2 38,9 52,3 47,7 Faktoren, die zur Inanspruchnahme des
Gesundheitswesens führen (Z00–Z99) 12 629 12,7 22,0 26,9 38,4 48,3 51,7 Schlüsselnummern für besondere Zwecke
(inkl. COVID-19; U00–U89) 10 262 5,8 3,9 8,6 81,7 51,0 49,0 Q: STATISTIK AUSTRIA , Spitalsentlassungsstatistik; Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, Diagnosen- und Leistungsberichte (Stand Herbst 2025). - Hauptentlassungsdiagnose codiert nach ICD-10 (Version BMSGPK 2024). – 2) Spitalsentlassungen von Personen mit in- oder aus -
ländischem Wohnsitz; inkl. Nulltagsaufenthalte und inkl. Sterbefälle.
Gesundheit 2024
Gesundheitsversorgung in Österreich 31 Mehr als die Hälfte aller Aufenthalte in einem Akutkrankenhaus war aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkran - kungen, Verletzungen und Vergiftungen, Krebserkrankungen sowie Krankheiten des Bewegungsapparats und des Verdauungssystems notwendig. Kreislauferkrankungen machten 11,4 % (247 369 Fälle) aller Spital- saufenthalte aus, Verletzung und Vergiftung 11,1 % (240 655 Aufenthalte). 10,4 % der Patien t:innen wurden wegen einer Krebserkrankung behandelt (225 762 Aufenthalte), und auf Krankheiten des Bewegungs- apparats und des Verdauungssystems entfielen 9,5 % bzw. 9,2 % aller Entlassungsdiagnosen (Übersicht 11 und 12). Überdurchschnittlich lange Aufenthalte in Akutkrankenanstalten erforderten psychische und Verhaltens - störungen (16,7 Tage). Bei Krankheiten des Kreislaufsystems betrug die mittlere Aufenthaltsdauer 7,1 Tage; wegen einer Verletzung, einer Krankheit des Muskel-Skelett-Systems oder einer Krebserkrankung waren die betroffenen Patient:innen etwa 6 Tage lang im Spital (Übersicht 11). Tagesklinisch werden zu einem sehr großen Teil Augenerkrankungen behandelt, sie machten 34,4 % aller Hauptdiagnosen bei Nulltagesaufenthalten und gut 85 % aller Spitalsaufenthalte mit dieser Diagnose aus. Bei mehr als einem Viertel der tagesklinischen Fälle ging es entweder um eine Krebstherapie (10,9 %), um die Behandlung bzw. Untersuchung von Urogenitalerkrankungen (8,8 %) oder von Erkrankungen des Bewegungsapparates (8,3 %, Übersicht 11). Fast die Hälfte aller in Akutkrankenanstalten stationär behandelten Personen gehörte der Altersgruppe 65+ an (46,7 % aller Entlassungsfälle aus Akutkrankenanstalten). Am höchsten war der Anteil der mindes- tens 65-Jährigen bei Aufenthalten wegen COVID-19 (81,7 %), wegen Augenerkrankungen (77,5 %) oder wegen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung (67,6 %). Frauen wurden häufiger stationär behandelt als Männer (52,0 % Frauen, 48,0 % Männer), was sich aus den Krankenhausaufenthalten in Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt erklärt; wird diese Diagnosekategorie aus der Berechnung der Verteilung ausgenommen, beträgt das Verhältnis Männer zu Frauen 50,3 : 49,7 (Übersicht 12). Grafik 11
Operative Leistungen 2024 nach Geschlecht Q: STATISTIK AUSTRIA , Spitalsentlassungsstatistik; Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, Diagnosen- und Leistungsberichte (Stand Herbst 2025). – Bezugnahme auf Leistungen, die während stationärer Spitalsaufenthalte erbracht wurden. – Die Codierung und Gruppierung der medizinischen Leistungen erfolgt gemäß des aktuellen LKF-Leistungskatalogs (System der leistungsorientierten Krankenanstaltenfinanzierung – LKF); dargestellt sind Kapitel des stationären Leistungskatalogs. Frauen insgesamt 699 834 Männer insgesamt 550 183 153 623 45 271 77 074 77 543 64 053 43 970 46 562 32 038 10 049 149 800 197 376 98 757 56 604 45 512 57 839 45 777 37 736 10 433 Bewegungsapparat Urogenitaltrakt, Geburtshilfe Augen und Orbita Verdauungstrakt, Abdomen Ohren, Nase, Mundhöhle, Rachen, Gesicht(schädel), Hals Haut und Anhangsgebilde Herz und Kreislaufsystem Nervensystem, Psyche, Gehirnschädel, Wirbelsäule Andere operative Leistungen Gesundheit 2024
Gesundheitsversorgung in Österreich32 Trotz der sinkenden Zahl an Spitalsaufenthalten wurden im Jahr 2024 deutlich mehr stationäre Behand - lungen und Untersuchungen durchgeführt als noch im Jahr 2000. Auf einen Spitalsaufenthalt in einem Akut krankenhaus entfielen 2024 im Schnitt 2,2 vollstationär bzw. 1,2 tagesklinisch erbrachte medizini - sche Leistungen, im Jahr 2000 waren es noch 1,5 bzw. 0,7 Maßnahmen – das entspricht einer Steigerung um +49 % bzw. +82 %. Über alle Versorgungssektoren gemeinsam betrachtet stieg die Zahl der stationär abgerechneten Leistungen im Zeitraum 2000/2024 von rund 3,2 Mio. auf rund 4,5 Mio., im Vergleich zum Vorjahr wuchs sie um 2,3 % auf 4 477 577 Leistungen an. Von diesen 4 477 577 Behandlungen und Untersuchungen entfielen 1 250 017 auf operative Eingriffe (27,9 %) und 3 227 560 auf nichtoperative Therapien und Untersuchungen (72,1 %). Unter den chirurgischen Leistungen (Grafik 11) waren Operationen des Bewegungsapparats (303 423) am häufigsten, gefolgt von 242 647 geburtshilflichen Eingriffen und Operationen am Urogenitaltrakt, 175 831 Augenoperationen und 134 147 Operationen am Verdauungsapparat. Rund 6 von 10 nichtoperativen Leistungen entfielen auf bildgebende Diagnostik und Interventionen (1 060 502 Leistungen) oder diagnostische und therapeutische Verfahren (919 429 Leistungen). 3.5 Vorsorgeuntersuchungen 18,6 % der anspruchsberechtigten Österreicher:innen (über 18 Jahre) gingen im Jahr 2024 zur Gesunden- untersuchung (Basisprogramm). Es wurden 1 409 861 allgemeine Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt, um 90 632 bzw. um 6,9 % mehr als im Jahr 2023. Dieser Zuwachs ist deutlich höher als der Trend der Ver- gangenheit: Unter Berücksichtigung des Bevölkerungswachstums ist die Zahl der Gesundenuntersuchun- gen in den 10 Jahren vor der COVID-19-Pandemie im Schnitt um 1,8 % jährlich gestiegen. Vorsorgeunter- suchungen werden von Frauen häufiger in Anspruch genommen als von Männern; im Jahr 2024 betrug das Verhältnis Frauen zu Männer 54 zu 46. Diese Relation hat sich seit dem Jahr 1990 kaum verändert (Grafik 12). Grafik 12
Vorsorgeuntersuchungen 1990 bis 2024 Q: Dachverband der Sozialversicherungsträger. – Vorsorgeuntersuchungen im Rahmen des allgemeinen Basisprogramms
(ohne gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen oder Zusatzuntersuchungen für bestimmte Zielgruppen). - Im Jahr 2020 bewirkte die COVID-19-Pandemie einen Rückgang der Vorsorgeuntersuchungen.
0
200 000
400 000
600 000
800 000
1 000 000
1 200 000
1 400 000
1 600 000
1990 1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014 2016 2018 202012022 2024
Männer
Frauen
Gesundheit 2024
Gesundheitsversorgung in Österreich 33 4 Gesundheitsausgaben Die laufenden Gesundheitsausgaben einschließlich der Ausgaben für Langzeitpflege machten im Jahr 2024 in Österreich 57 837 Mio. Euro oder 11,7 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. Im Vergleich zu 2023 er- höhten sich die Gesundheitsausgaben nominell (zu laufenden Preisen) um 4 434 Mio. Euro bzw. um 8,3 %. Seit 2004 stiegen die laufenden Ausgaben für Gesundheitsleistungen und -güter mit einer durchschnitt - lichen jährlichen Wachstumsrate von 4,6 % von 23 610 Mio. Euro auf 57 837 Mio. Euro (Grafik 13). Über drei Viertel (75,7 %) aller laufenden Gesundheitsausgaben entfielen 2024 auf öffentliche laufende Gesundheitsausgaben, das sind Ausgaben des Bundes, der Länder, der Gemeinden und der Sozialversiche - rungsträger. Sie wuchsen seit dem Jahr 2004 im Schnitt um 4,8 % jährlich auf 43 793 Mio. Euro im Jahr 2024 an (2004: 17 293 Mio. Euro). Der größte Anteil davon war den Sozialversicherungsträgern mit 25 528 Mio. Euro zuzurechnen, die öffentlichen Gebietskörperschaften brachten 18 265 Mio. Euro auf. Dabei entfiel mit 43,6 % der größte Anteil auf Leistungen der stationären Gesundheitsversorgung (inkl. stationäre Lang zeitpflegeleistungen), für ambulante Leistungen wurden 29,8 % der öffentlichen laufenden Gesund- heitsausgaben aufgewendet. Weitere 12,6 % entfielen auf pharmazeutische Erzeugnisse und medizinische Ge- und Verbrauchsgüter sowie 7,3 % auf Ausgaben für häusliche Pflege. Die Verwaltungsausgaben ver- einnahmten 2,8 % der Ausgaben auf sich, 2,3 % waren der Prävention und weitere 1,5 % Krankentransport und Rettungsdiensten zuzurechnen. Im Jahr 2024 konnten 92 Mio. Euro an öffentlichen Gesundheitsausgaben im Zusammenhang mit
COVID-19 identifiziert und berücksichtigt werden (z. B. Ausgaben für COVID-19-Impfungen, -Testungen
und - Medikamente), welche in den diversen Ausgabenkategorien des SHA (System of Health Accounts)
als Teilmenge enthalten sind. Grafik 13
Laufende Gesundheitsausgaben in Österreich laut System of Health Accounts 2010 bis 2024 Q: STATISTIK AUSTRIA , Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen, eigene Berechnungen/Schätzungen, Rechnungsabschlüsse, Geschäftsberichte. 0 2 4 6 8 10 12 14 0 10 000 20 000 30 000 40 000 50 000 60 000 70 000 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 Laufende Gesundheitsausgaben, insgesamt Öffentliche laufende Gesundheitsausgaben Private laufende Gesundheitsausgaben Laufende Gesundheitsausgaben, in % des BIP Laufende Gesundheitsausgaben, in % des BIP in Mio. € Gesundheit 2024
Gesundheitsausgaben34 Die privaten laufenden Gesundheitsausgaben stiegen von 6 317 Mio. Euro im Jahr 2004 mit einer durch- schnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 4,1 % auf 14 043 Mio. Euro im Jahr 2024. Dieser Betrag ent- sprach 24,3 % der gesamten laufenden Gesundheitsausgaben. Zu den privaten laufenden Gesundheits - ausgaben zählen u. a. die Ausgaben privater Haushalte, welche 9 672 Mio. Euro im Jahr 2024 ausmachten, und Ausgaben von Versicherungsträgern für die Kostenrückerstattung privat versicherter Behandlungen in Höhe von 3 191 Mio. Euro. Zu den größten Anteilen dieser Ausgaben (Privathaushalte und private Kranken- versicherungen) zählen jene für die ambulante Gesundheitsversorgung (32,1 %), auf die stationäre Gesund- heitsversorgung entfielen 28,1 %, auf pharmazeutische Erzeugnisse und medizinische Ge- und Verbrauchs - güter 25,5 %. Weiters zählen zu den privaten Gesundheitsausgaben jene der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck (POoE) sowie Ausgaben der Unternehmen für betriebsärztliche Leistungen. Die Investitionen im Gesundheitsbereich betrugen 2 619 Mio. Euro im Jahr 2024; davon entfielen 2 019 Mio. Euro (77,1 %) auf öffentliche und 601 Mio. Euro (22,9 %) auf private Investitionen. Gesundheit 2024
Gesundheitsausgaben 35 5 Weiterführende Informationen 5.1 Methodik und Hinweise zur Dateninterpretation Geborene und Sterbefälle Die Aufarbeitung der Geburten und Sterbefälle erfolgte bis einschließlich Oktober 2014 auf Basis der Papiermeldungen der rund 1 400 Standesämter nach dem Ereignisort. Seit 01.11.2014 werden die Daten der Personenstandsmeldungen laufend elektronisch aus dem Zentralen Personenstandsregister über mittelt. Ab 2015 sind laut Personenstandsgesetz 2013 alle österreichische Staatsangehörige betreffende Standes fälle (Geburten, Sterbefälle, Eheschließungen und Begründungen eingetragener Partner:innenschaften) zu erfassen, auch wenn diese im Ausland stattgefunden haben. Statistisch relevant sind allerdings nur jene Fälle, die Personen mit Hauptwohnsitz in Österreich betreffen. In allen anderen Fällen zählen die Personen nicht zur Wohnbevölkerung Österreichs und sind daher auch nicht von Österreich zu veröffentlichen. Im Ausland stattfindende Standesfälle von in Österreich mit Hauptwohnsitz wohnhaften Personen nicht österreichischer Staatsangehörigkeit werden nur dann berücksichtigt, sofern österreichische Standes ämter davon Kenntnis erlangen. Für im Ausland verstorbene Personen mit Wohnsitz in Österreich ermög lichte die Hinzunahme anderer Datenquellen unabhängig von der Staatsangehörigkeit der Betroffenen bereits ab dem Berichtsjahr 2009 eine vollständigere statistische Erfassung. Die regionale Zuordnung der publizierten Daten erfolgt nach dem Wohnort: Geborene werden nach dem Wohnort der Mutter und Sterbefälle nach dem letzten Wohnort des Verstorbenen veröffentlicht. Weiterführende Metainformationen finden Sie in der Standarddokumentation Statistik der Standesfälle. Medizinische und sozialmedizinische Erhebungsmerkmale
bei Geborenen Gesetzliche Grundlagen für die Geborenenstatistik sind das Personenstandsgesetz sowie das Hebammen gesetz, in welchem jene Merkmale festgelegt sind, die bei einer Geburt von der Hebamme zu melden sind. Mit der Novellierung des Personenstandsgesetzes im Jahr 2013 wurde die Einrichtung eines Zentralen Personenstandsregisters beschlossen (BGBl. Nr. 16/2013). Dadurch war auch eine Novellierung des Heb ammengesetzes (BGBl. Nr. 310/1994) erforderlich; zeitgleich erfolgte bei dieser Gelegenheit eine Über arbeitung der medizinischen und sozialmedizinischen Erhebungsmerkmale auf dem Geburtenblatt. Diese Erhebungsmerkmale sind jedoch nur dann vorhanden, wenn die Geburt in Österreich stattgefunden hat. Gesundheit 2024
Weiterführende Informationen36 Todesursachenstatistik Die Ergebnisse zu den Sterbefällen stammen aus der Todesursachenstatistik, in der jeder Todesfall der österreichischen Bevölkerung dokumentiert ist. Erhoben werden neben Alter, Geschlecht und Wohnort auch Todesort und Todeszeitpunkt. Die Todesursachen werden von Totenbeschauärzt:innen, Patho log:innen oder Gerichtsmediziner:innen angegeben und von Statistik Austria nach WHO Richtlinien codiert. Das mit der Todesursachenstatistik gewonnene Datenmaterial bildet die Grundlage für zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, welche die geografische, demographische und sozioökonomische Variation der Mortalität aufgrund von bestimmten Krankheiten untersuchen. Mit 01.11.2014 erfolgte auf Basis des neuen Personenstandsgesetzes eine Umstellung auf eine neue Datenquelle, das Zentrale Personenstands register. Damit werden nun auch im Ausland stattfindende Sterbefälle von in Österreich wohnhaften Personen (Hauptwohnsitz) erfasst, sofern diese einem österreichischen Standesamt zur Kenntnis gebracht werden. Zuvor konnten für die Auslandssterbefälle von in Österreich wohnhaften Personen nur Informa tionen aus anderen Datenquellen herangezogen werden. Ein Vergleich mit den Vorjahren ist daher nur bedingt möglich. Die Veröffentlichung erfolgt nach dem Wohnort, das heißt, Sterbefälle werden nach dem letzten Wohnort des Verstorbenen veröffentlicht, in Österreich stattfindende Sterbefälle von im Ausland wohnhaften Personen sind in den publizierten Daten weiterhin nicht enthalten. Mit der Umstellung auf die neue Datenlieferung wurde auch eine Umstellung auf die elektronische Codierung der elektronisch an gelieferten Totenscheine vorgenommen. Dies wurde erstmals für das Berichtsjahr 2015 umgesetzt. Das verwendete Codierprogramm Iris nutzt zur Codierung die ICD10Version aus dem Jahr 2013. Damit zusammenhängend erfolgte auch eine Neu programmierung der Publikationstabellen, welche die von Eurostat zuletzt veröffentlichte Kurzliste der Todesursachen sowie die neue Standardbevölkerung (Eurostat 2013) übernahmen. Diese Standard bevölkerung unterscheidet sich von der vorher verwendeten im Wesentlichen dadurch, dass die älte ren Altersgruppen stärker besetzt sind. Dadurch ergibt sich ein wesentlich höheres Niveau der alters standardisierten Raten. Eine Vergleichbarkeit über die Zeit, zwischen den Geschlechtern und Regionen ist natürlich weiterhin möglich. Eurostat publiziert die Sterbefalldaten in zwei verschiedenen Varianten: zum einem alle Todesfälle von in einem Land wohnhaften Personen, unabhängig davon, wo diese verstorben sind (im In oder Ausland), andererseits alle Sterbefälle auf einem Staatsgebiet, unabhängig davon, ob die Verstorbenen hier wohnhaft waren oder nicht. Aus diesem Grund sind die von Eurostat publizierten Daten nicht mit den nationalen Daten vergleichbar. In Österreich werden ausschließlich Daten zu verstorbenen Wohnsitzinländer:innen veröffentlicht. Weiterführende Metainformationen finden Sie in der Standarddokumentation Todesursachenstatistik. Gesundheit 2024
Weiterführende Informationen 37 Krebsregister Das Österreichische Krebsregister, das seit 1969 von Statistik Austria geführt wird, liefert Ergebnisse zu den Krebsneuerkrankungen (Inzidenz). Basis dafür sind die gesetzlich verpflichtenden Krebsregister meldungen. Diese enthalten neben einer genauen Tumorbeschreibung auch demographische Daten. Ergebnisse zu den Krebssterbefällen (Mortalität) stammen aus der Todesursachenstatistik, in der jeder Todesfall der österreichischen Bevölkerung dokumentiert ist. Erhoben werden neben den demo graphischen Daten auch Todesort und Todeszeitpunkt. Die Todesursachen werden von Totenbeschau ärzt:innen angegeben und von Statistik Austria nach WHO Richtlinien klassifiziert. Von 1980 bis 1989 wurde die Tumorlokalisation nach der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten, Verletzungen und Todesursachen, 9. Version (ICD9) codiert, für die Histologie stand nur ein zweistelliger Code zur Verfügung. Ab 1990 wurde statt diesem Zweisteller der Histologiecode der Interna tional Classification of Diseases for Oncology, Version 1 (ICDO1) verwendet. Von Juli 2002 bis August 2006 wurde sowohl für die Lokalisation als auch für die Histologie die International Classification of Diseases for Oncology, Version 2 (ICDO2) verwendet. Seit 2006 wird die International Classification of Diseases for On cology, Version 3 (ICDO3) verwendet. Es wurde jeweils die gesamte Krebsdatenbank auf die neue Klassi fikation umgestellt. Um die Krebsneuerkrankungen direkt mit den Daten aus der Todesursachenstatistik vergleichen zu können, wird entsprechend Vorgaben der International Agency for Research on Cancer (IARCcrg Tools Version 2.10, 2016) der ICDO3Code in den zugehörigen ICD10Code umgewandelt. Seit dem Diagnosejahr 2003 wird ein neues Publikationskonzept verfolgt, das allen Nutzer:innen aktuelle Daten garantiert. Dieses Publikationskonzept trägt dem Konzept der lebenden Datenbank Rechnung und nimmt von der Publikation „vorläufiger und endgültiger Zahlen“ Abstand. Ein Diagnosejahr wird nach Aufarbeitung aller eingelangten Krebsmeldeblätter, Recherche offensichtlicher Fehlbestände und dem Abgleich mit der Todesursachenstatistik veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt wird eine Momentaufnahme der Datenbank fixiert. Diese Momentaufnahme bildet die Grundlage weiterer Analysen und bleibt bis zur Publikation des nächsten Diagnosejahres in Verwendung. Das Datum der entsprechenden Momentauf nahme, das bei sämtlichen Tabellen und Grafiken angegeben ist, gilt für alle Diagnosejahre und gibt die Aktualität der Daten wieder. Für jede Veröffentlichung werden also die jeweils aktuellen Gesamtdaten herangezogen. Qualitätsverbesserungen der Datenbasis durch DCN Recherche, Recherche bei vermuteten Fehlbeständen und Recherche bei unklaren Fällen können so laufend an die Nutzer:innen weitergegeben werden, auch wenn es sich um länger zurückliegende Daten handelt. Es wird darauf hingewiesen, dass für eigene, weiterführende Berechnungen auf Basis der Daten des Österreichischen Nationalen Krebsregisters nur Zeitreihen aus einem Gesamtbestand verwendet werden sollten, um Vermischungen der neuen Werte mit alten Daten zu vermeiden. Für einen regionalen oder zeitlichen Vergleich der Krebsneuerkrankungen und der Krebssterbefälle eignen sich altersstandardisierte Raten. Diese Maßzahlen berücksichtigen, dass sowohl das Erkrankungs als auch das Mortalitätsrisiko mit dem Lebensalter stark ansteigen und daher in einer Bevölkerung mit vielen älteren Menschen von vorneherein mehr Neuerkrankungs und Todesfälle auftreten. Zur Alters standardisierung wurde die Europäische Standardbevölkerung 2013 verwendet. Die Auswirkungen der Änderungen der Standardbevölkerung wurden analysiert und in einem Artikel im STATjournal (6/2025) zusammengefasst. Für die österreichische Jahresdurchschnittsbevölkerung wurde die Altersgruppe der unter Einjährigen durch die Anzahl der Lebendgeborenen ersetzt. Weiterführende Metainformationen finden Sie in der Standarddokumentation Krebsstatistik/
Krebsregister. Gesundheit 2024
Weiterführende Informationen38 Spitalsentlassungsstatistik Die Statistik der Spitalsentlassungen wird seit dem Berichtsjahr 1989 von Statistik Austria in elektroni scher Form geführt und jährlich veröffentlicht. Rechtliche Grundlage ist die per Bundesgesetz über die Dokumentation im Gesundheitswesen (1996) verpflichtende Datenerfassung in den Krankenanstalten, basierend auf der „Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesund heitsprobleme“ der WHO (ICD). Die Spitalsentlassungsstatistik ist eine Sekundärstatistik und beruht seit 1997 auf der bundeseinheitlichen Diagnosen und Leistungsdokumentation im Rahmen der Leistungs orientierten Krankenanstalten Finanzierung (LKF). Die Dokumentation erfolgt durch das ärztliche Perso nal der Krankenanstalten. Das LKFSystem liegt im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsministeriums und der neun Landesgesundheitsfonds, welche großteils auch für die Qualitätssicherung der Daten ver antwortlich sind. Die Daten durchlaufen ein mehrstufiges Verfahren der Plausibilitätsprüfung. Statistik Austria erhält die Daten vom Gesundheitsministerium Ende des dritten Quartals des Folgejahres der Datenerhebung, die Publikation auf der Homepage von Statistik Austria erfolgt im vierten Quartal. Die Spitalsentlassungsstatistik umfasst Meldedaten aller österreichischen Krankenanstalten. Die Kranken anstalten werden in vier Versorgungssektoren unterteilt (Akutkrankenanstalten, Rehabilitation, Langzeit versorgung und Prävention/Genesung), wobei Akutkrankenanstalten den weitaus überwiegenden Teil der stationären Versorgung übernehmen. Die Spitalsentlassungsstatistik hat den Charakter einer Voll erhebung, die Größenordnung von fehlenden Meldungen ist vernachlässigbar. Mit dem Berichtsjahr 2001 erfolgte die Umstellung von ICD9 auf ICD10 für die Codierung der Entlassungs diagnosen (aktuell gilt für die Spitalsentlassungsstatistik die Version ICD10 BMSGPK 2024). Eine lückenlose Überführung von Drei bzw. Vierstellern war im Zuge dieser Umstellung nicht möglich, eine Zeitreihen betrachtung ist deshalb nur auf der Ebene der ISHMTGruppen und ICDKapitel durchführbar. Die ISHMT (International Shortlist for Hospital Morbidity Tabulation) ist eine von der WHO und von Eurostat ent wickelte internationale ICDDiagnosengliederung (aktuelle Version: Dezember 2021). Bei der Spitalsentlassungsstatistik handelt es sich nicht um eine personenbezogene, sondern um eine fallbezogene Statistik. Das bedeutet, dass eine Person, die im Verlauf eines Kalenderjahres mehrmals ein Krankenhaus aufgesucht hat, auch mehrmals in der Statistik aufscheint, ohne dass erkennbar ist, dass es sich um ein und dieselbe Person gehandelt hat. Bei der Berechnung der Aufenthaltsdauer werden Nulltagesaufenthalte (das sind jene Fälle, bei denen Aufnahme und Entlassung am selben Kalendertag erfolgen) aus der Berechnung ausgeschlossen. Dabei handelt es sich um einen international üblichen Berechnungsmodus. Zusätzlich zur Darstellung des arith metischen Mittels der Aufenthaltsdauer wird der Median für klassierte Daten abgebildet. Bei den seit 1997 erfassten medizinischen Einzelleistungen (MEL) werden ausgewählte Leistungen ab einer bestimmten Kostengrenze erfasst. Darüber hinaus werden hochfrequente (und deshalb kostenrelevante) Leistungen miteinbezogen (wie etwa die Appendektomie). Seit dem Jahr 2009 ist ein neu strukturierter Leistungskatalog in Verwendung. Der damit verbundene Zeitreihenbruch ist bei Vergleichen mit Daten vor 2009 zu berücksichtigen. Weiterführende Metainformationen finden Sie in der Standarddokumentation Spitalsentlassungsstatistik . Gesundheit 2024
Weiterführende Informationen 39 Gesundheitsausgaben SHA (System of Health Accounts) Internationale Vergleiche liefern wichtige Aufschlüsse über Gesundheitssysteme, welche jedoch oft mit methodischen Problemen behaftet sind. Zwischen den Ländern bestehen häufig grundlegende Unter schiede im Gesundheitsbegriff und in der Organisationsstruktur des Gesundheitssystems. Darüber hinaus verläuft die Grenzziehung zwischen Gesundheits- und Sozialwesen meist sehr unterschiedlich. Ebenso eine Rolle spielen Brüche in den Zeitreihen aufgrund gesetzlicher und organisatorischer Neuerungen oder aufgrund der Änderung von Systematiken. Eine seriöse Interpretation internationaler Vergleichszahlen ist also erst unter Berücksichtigung der Spezifika der Gesundheitssysteme und der Kenntnis eventueller Abweichungen beim Zustandekommen und bei der Berechnung der Indikatoren möglich. Im Jahr 2005 entwickelten die Organisationen OECD, Eurostat und WHO gemeinsam einen Fragebogen für Gesundheits ausgaben, den sogenannten „Joint Health Accounts Questionnaire“ (JHAQ). Mithilfe dieses Fragebogens soll auf internationaler Ebene eine weitgehende Harmonisierung und Vergleichbarkeit der Gesundheits ausgaben erreicht werden. Aktuell wird er von allen OECD-Staaten und auch einigen Nicht-OECD-Staaten befüllt. Eine im internationalen Vergleich häufig gewählte Vorgangsweise zur Abschätzung von Gesund heitsausgaben ist ihre Darstellung in Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Weiterführende Metainformationen finden Sie in der Standarddokumentation Gesundheitsausgaben nach System of Health Accounts für Österreich. 5.2 Weitere Webangebote zum Thema Gesundheit Themenseiten Zusätzliche Informationen finden Sie auf unserer Website www.statistik.at → Statistiken: • Gesundheit • Bevölkerung • Arbeit und Gesundheit • Behinderung und Teilhabe Tabellen Unter „Detailergebnisse“ und „Historische Daten“ finden Sie zusätzliche Daten im Tabellenformat: • Lebendgeborene nach medizinischen Merkmalen • Sterblichkeit und Todesursachen • Stellungsergebnisse • Krankenstände • Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten • Pensionen der geminderten Arbeitsfähigkeit bzw. der dauernden Erwerbsunfähigkeit • Krebserkrankungen • Anzeigepflichtige Krankheiten • Gesundheitspersonal • Ausbildung im Gesundheitswesen • Krankenanstalten und Betten • Stationäre Versorgung in Krankenanstalten (Spitalsentlassungen) • Stationäre Versorgung in Krankenanstalten (Medizinische Leistungen) • Vorsorgeuntersuchungen • Gesundheitsausgaben Gesundheit 2024
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