Jede:r Vierte unter 35 überqualifiziert
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Abbildung 5: Überqualifikation nach Erwerbsstatus und Geschlecht, in Prozent
Q: STATISTIK AUSTRIA, Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung – Modul 2024 „Junge Menschen auf dem Ar
beitsmarkt“. – Erwerbstätige und ehemals Erwerbstätige unter 35 Jahren. – Gemäß Selbsteinschätzung hö
here Kenntnisse als nötig.
Fazit
Wie gut junge Erwachsene ihre erworbenen Qualifikationen am Arbeitsmarkt umsetzen können,
hängt von verschiedenen Einflussfaktoren ab. Ob es zu einem Match zwischen den Fähigkeiten
und den Anforderungen der beruflichen Tätigkeit kommt oder zu einem Mismatch, hängt dabei
besonders stark von der höchsten abgeschlossenen Bildung, der Herkunft und dem Arbeitsausmaß
der unter 35-Jährigen ab.
Laut eigener Einschätzung verfügte knapp ein Viertel (24,7 %) der unter 35-jährigen Erwerbstäti
gen oder ehemals Erwerbstätigen über höhere Kenntnisse und Fähigkeiten, als für ihre (letzte) be
rufliche Tätigkeit erforderlich waren. Dabei geben Jugendliche und junge Erwachsene, die noch an
formaler Aus- oder Weiterbildung teilnehmen, etwas häufiger an, für ihre Arbeit überqualifiziert
zu sein als Personen, die sich derzeit nicht mehr in Ausbildung befinden (28,7 % vs. 23,5 %). Hier
bei handelt es sich häufig um Studierende, die parallel zur Hochschule einem Nebenjob nachge
hen. Diese Schlussfolgerung bestätigt sich auch bei Betrachtung des Arbeitsausmaßes – Teilzeiter
werbstätige waren überdurchschnittlich häufig von Überqualifizierung betroffen (34,4 %), insbe
sondere wenn der Grund für die Teilzeitarbeit die „Aus- oder Weiterbildung“ darstellt.
23,3 34,4 19,2 32,2 21,8 37,7 19,1 31,6 25,0 33,2 19,5 32,8 Derzeit Erwerbstätige zusammen davon Teilzeit davon Vollzeit Ehemals Erwerbstätige Insgesamt Männer Frauen
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Einen deutlichen Einfluss auf eine qualifikationsadäquate Beschäftigung übt auch die höchste ab
geschlossene Bildung aus. Erwerbstätige oder ehemals Erwerbstätige mit AHS-Abschluss als
höchste abgeschlossene Bildung berichten besonders häufig von Überqualifikation (46,9 %). Auch
wenn man nur jene Personen mit diesem Abschluss betrachtet, die sich nicht mehr in Ausbildung
befinden – etwa jede:r Zweite (52,3 %) dieser Gruppe, ist das Ausmaß an Überqualifizierung hoch
(45,3 %).
Auch die Herkunft beeinflusst die Wahrscheinlichkeit einer qualifikationsadäquaten Beschäftigung.
So gaben 22,1 % der in Österreich geborenen unter 35-Jährigen an, dass sie höhere Qualifikatio
nen aufweisen als für die Arbeit nötig, hingegen 32,4 % der im Ausland Geborenen. Eine fehlende
Anerkennung oder Bewertung im Ausland erworbener Qualifikationen, mangelnde Deutschkennt
nisse oder andere Hindernisse können als Erklärung dieser Unterschiede angeführt werden.
Informationen zur Methodik, Definitionen:
Die Ergebnisse stammen aus dem Modul „Junge Menschen auf dem Arbeitsmarkt“, das
2024 im Rahmen der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung (AKE) europaweit zusätzlich er
hoben wurde. Zielgruppe des Moduls waren alle Personen in Privathaushalten im Alter
von 15 bis 34 Jahren, ausgenommen Präsenz- und Zivildiener. Dazu wurden im gesamten
Jahr 2024 insgesamt 7 271 Personen (3 652 Männer, 3 619 Frauen) bei sich zuhause be
fragt (CAPI = Computer Assisted Personal Interviewing). Es bestand Auskunftspflicht,
Fremdauskünfte waren aber möglich. In 38,2 % der Interviews erteilte ein anderes Haus
haltsmitglied die Auskunft. Alle Angaben wurden auf die Bevölkerungszahl dieser Alters
gruppe hochgerechnet.
Entsprechung von Qualifikation und beruflicher Tätigkeit: Die Qualifikationen entspre
chen – gemäß eigener Beurteilung – den Anforderungen der Arbeit, sind höher oder nied
riger. In diesem Beitrag werden die Qualifikationen umfassend betrachtet. Nicht nur die
höchste abgeschlossene Bildung, sondern alle Kenntnisse und Fähigkeiten sollten berück
sichtigt werden.
Überqualifikation: Alle Kenntnisse und Fähigkeiten einer Person, die im Rahmen der ge
samten Ausbildung oder ihrem Berufsleben erworben wurden, sind gemäß Selbstein
schätzung höher als für die Arbeit nötig.