STATISTIK AUSTRIA
Jahrbuch der
Gesundheitsstatistik
2023
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© STATISTIK AUSTRIA
Wien 2025
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung
9
1 Demographie und Gesundheit
13
1.1
Lebendgeborene nach medizinischen Merkmalen
13
1.2
Sterblichkeit und Todesursachen
14
2 Gesundheitszustand der Bevölkerung
18
2.1
Stellungsergebnisse
18
2.2
Krankenstände
19
2.3
Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten
20
2.4
Pensionen der geminderten Arbeitsfähigkeit bzw. der dauernden Erwerbsunfähigkeit
21
2.5
Krebserkrankungen
23
2.6
Anzeigepflichtige Krankheiten
27
3 Gesundheitsversorgung in Österreich
29
3.1
Gesundheitspersonal
29
3.2
Ausbildung im Gesundheitswesen
30
3.3
Krankenanstalten und Betten
31
3.4
Stationäre Versorgung in Krankenanstalten
32
3.5
Vorsorgeuntersuchungen
37
4 Gesundheitsausgaben
38
5 Definitionen von Massen, Maßzahlen und Merkmalen (alphabetisch)
40
6 Methodische Informationen und Hinweise zur Dateninterpretation
51
6.1
Geburten und Sterbefälle
51
6.2
Medizinische und sozialmedizinische Erhebungsmerkmale bei Geburten
51
6.3
Todesursachenstatistik
51
6.4
Krebsregister
52
6.5
Spitalsentlassungsstatistik
53
6.6
Betten in Krankenanstalten
54
6.7
Gesundheitsausgaben SHA (System of Health Accounts)
54
Tabellenteil
57
Inhaltsverzeichnis Grafiken 1 Gestorbene 2023 nach Geschlecht und Todesursache – in Prozent 16 2 Krankenstandsfälle und -tage seit 2000 nach Geschlecht 20 3 Häufigste Krebsneudiagnosen 2023 nach Tumorlokalisation und Geschlecht – in Prozent 25 4 Relatives Fünfjahres-Überleben nach einer Krebsdiagnose 1984 bis 2019 27 5 Häufigste anzeigepflichtige Krankheiten 2023 28 6 Operative Leistungen 2023 nach Geschlecht 36 7 Vorsorgeuntersuchungen 1990 bis 2023 37 8 Laufende Gesundheitsausgaben in Österreich laut System of Health Accounts 2010 bis 2023 39 Übersichtstabellen 1 Lebendgeborene 2013 und 2023 13 2 Gestorbene und altersstandardisierte Sterberaten 2013 und 2023 nach Geschlecht und Todesursache 15 3 Gestorbene 2023 nach Alter und Todesursache 17 4 Stellungspflichtige des Geburtsjahrgangs 2005 nach Bundesland 18 5 Versicherungsfälle in der gesetzlichen Unfallversicherung 2013 und 2023 21 6 Neuzugänge an Pensionen der geminderten Arbeitsfähigkeit bzw. der dauernden Erwerbsunfähigkeit 2013 und 2023 22 7 Krebsneuerkrankungen 2013 und 2023 nach Geschlecht und Lokalisation 23 8 Personal im Gesundheitswesen 2013 und 2023 29 9 Medizinstudierende an Universitäten sowie Ausbildungsstätten für nichtärztliche Gesundheitsberufe im Studienjahr 2022/23 31 10 Einrichtungen des Gesundheitswesens 2013 und 2023 32 11 Stationäre Versorgung in Krankenanstalten seit 2000 33 12 Stationäre Spitalsaufenthalte in Akutkrankenanstalten 2023 nach Diagnose 34 13 Stationäre Spitalsaufenthalte in Akutkrankenanstalten 2023 nach Diagnose, Alter und Geschlecht 35
Inhaltsverzeichnis Tabellenteil 1 Demographie und Gesundheit 1.1 Geborene und Geburten seit 1965 nach Mehrlingseigenschaft 59 1.2 Lebendgeborene (mit inländischem Geburtsort) seit 2015 nach ausgewählten medizinischen Merkmalen 60 1.3 Frühgeborene seit 1984 nach ausgewählten Merkmalen 61 1.4 Lebendgeborene (mit inländischem Geburtsort) 2023 nach Schwangerschaftsdauer und weiteren Merkmalen 62 1.5 Gestorbene 2023 nach Todesursachen, Alter und Geschlecht 65 1.6 Gestorbene seit 2015 nach Todesursachen und Geschlecht 71 1.7 Säuglingssterblichkeit nach Lebensdauer und Totgeborene seit 1995 77 1.8 Säuglingssterblichkeit seit 1995 nach Todesursache 78 2 Gesundheitszustand der Bevölkerung 2.1 Stellungspflichtige ab Geburtsjahrgang 1972 nach weiteren Merkmalen 79 2.2 Stellungspflichtige des Geburtsjahrgang 2005 nach Bundesland und weiteren Merkmalen 80 2.3 Stellungspflichtige ab Geburtsjahrgang 1990 nach Diagnose 81 2.4 Krankenstandsfälle, -dauer und -tage seit 1965 nach Geschlecht 83 2.5 Versicherungsfälle in der gesetzlichen Unfallversicherung seit 1975 84 2.6 Pensionen der geminderten Arbeitsfähigkeit/der dauernden Erwerbsunfähigkeit seit 1975 nach Alter 86 2.7 Krebsneuerkrankungen (inkl. DCO-Fälle) 2013 bis 2023 nach Bundesländern und Geschlecht (absolute Zahlen und altersstandardisierte Raten) 87 2.8 Krebsneuerkrankungen (inkl. DCO-Fälle) 2013 bis 2023 nach Bundesländern und Geschlecht (absolute Zahlen und altersstandardisierte Raten) 89 2.9 Krebsprävalenz am 31.12.2023 nach ausgewählten Krebslokalisationen und Geschlecht 92 2.10 Relatives Fünfjahres-Überleben (Diagnoseperiode 2015–2019) nach ausgewählten Krebslokalisationen und Geschlecht 93 2.11 Gemeldete Fälle anzeigepflichtiger Krankheiten seit 2014 94 3 Gesundheitsversorgung in Österreich 3.1 Berufsausübende Ärzt:innen seit 1960 nach Qualifikation 95 3.2 Berufsausübende Ärzt:innen 2023 nach Bundesland 96 3.3 Berufsausübende Fachärzt:innen 2023 nach Fachrichtung und Bundesland 97 3.4 Gesundheitspersonal in Krankenanstalten seit 1985 99 3.5 Ärztliches Gesundheitspersonal 2023 in Krankenanstalten nach Qualifikation und Bundesland 100 3.6 Nichtärztliches Gesundheitspersonal 2023 in Krankenanstalten nach Geschlecht, Fachrichtung und Bundesland 101 3.7 Medizinstudierende an Universitäten sowie Ausbildungsstätten für nichtärztliche Gesundheitsberufe im Studienjahr 2022/23 102 3.8 Krankenanstalten und tatsächlich aufgestellte Betten seit 1985 103 3.9 Stationäre Aufenthalte und Betten 2023 nach Fachabteilung 104 3.10 Krankenanstalten und Betten 2023 nach Öffentlichkeitsrecht und Versorgungsfunktion 105
Inhaltsverzeichnis 3.11 Stationäre Spitalsaufenthalte seit 1989 (Akutkrankenanstalten und Kranken anstalten insgesamt) 106 3.12 Dauer von Spitalsaufenthalten seit 1989 (Akutkrankenanstalten und Kranken anstalten insgesamt) 108 3.13 Stationäre Spitalsaufenthalte in Akutkrankenanstalten 2023 nach Diagnose (ICD-10 ISHMT) 109 3.14 Medizinische Leistungen (Unterkapitel des LKF-Kataloges) 2023 nach Geschlecht 113 3.15 Gesundheitscheck – Vorsorgeuntersuchungen seit 1990 116 4 Gesundheitsausgaben 4.1 Gesundheitsausgaben in Österreich laut System of Health Accounts seit 2005 im Überblick 117 4.2 Laufende öffentliche und private Gesundheitsausgaben in Österreich laut System of Health Accounts seit 2005 118 4.3 Laufende Gesundheitsausgaben seit 1970 nach OECD-Ländern (in Prozent des Bruttoinlandsproduktes) 119 Weiterführende Tabellen Weiterführende Informationen stehen auf den einzelnen gesundheitsstatistischen Landingpages von Statistik Austria zur Verfügung. Weiterführende Tabellen finden Sie jeweils unter Detailergebnisse und Historische Daten: • Lebendgeborene nach medizinischen Merkmalen • Sterblichkeit und Todesursachen • Stellungsergebnisse • Krankenstände • Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten • Pensionen der geminderten Arbeitsfähigkeit bzw. der dauernden Erwerbsunfähigkeit • Krebserkrankungen • Anzeigepflichtige Krankheiten • Gesundheitspersonal • Ausbildung im Gesundheitswesen • Krankenanstalten und Betten • Stationäre Versorgung in Krankenanstalten (Spitalsentlassungen) • Stationäre Versorgung in Krankenanstalten (Medizinische Leistungen) • Vorsorgeuntersuchungen • Gesundheitsausgaben
Abkürzungsverzeichnis Abkürzungsverzeichnis AGES Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH AIDS Acquired Immune Deficiency Syndrome ASVG Allgemeines Sozialversicherungsgesetz BGBl. Bundesgesetzblatt BIP Bruttoinlandsprodukt BMG Bundesministerium für Gesundheit BMGF Bundesministerium für Gesundheit und Frauen BMI Body-Mass-Index BMSGPK Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz CIS Carcinoma in Situ DCN Death Certificate Notified DCO Death Certificate Only DIMDI Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information EU Europäische Union Eurostat Statistisches Amt der Europäischen Union FSME Frühsommer-Meningoenzephalitis GDP Gross domestic product GFR Gesamtfertilitätsrate GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung HebG Hebammengesetz ICD International Classification of Diseases ICD-O International Classification of Diseases for Oncology idgF in der geltenden Fassung ISHMT International Shortlist for Hospital Morbidity Tabulation JHAQ Joint Health Accounts Questionnaire KAKuG Bundesgesetz über Krankenanstalten und Kuranstalten LFS Labour Force Survey LKF Leistungsorientierte Krankenanstaltenfinanzierung M Metastasen MEL Medizinische Einzelleistung N Nodes (Lymphknoten) NPISHs Non‑profit institutions serving households NRR Nettoreproduktionsrate OECD Organisation for Economic Co-operation and Development POeE Private Organisationen ohne Erwerbszweck Q Quelle SHA System of Health Accounts StGBl. Staatsgesetzblatt T Tumor TIS Tumor in situ TNM Tumor Nodes (Lymphknoten) Metastasen WHO World Health Organisation ZPR Zentrales Personenstandsregister
Abkürzungsverzeichnis Zeichenerklärung für Tabellen
Zahlenwert ist null . Daten (noch) nicht vorhanden 0 Eine Größe, die kleiner als die Hälfte der ausgewiesenen Einheit ist ( ) Stark zufallsbehafteter Wert (x) Nicht interpretierbarer Wert G Geheimhaltung: Wert wird aufgrund gesetzlicher Bestimmungen nicht veröffentlicht
Jahrbuch der Gesundheitsstatistik 2023 – Zusammenfassung
Zusammenfassung
Im Jahr 2023 wurden 76 939 Kinder (ohne Auslandsgeburten von Müttern mit österreichischem Wohn -
sitz) lebend geboren, die meisten davon (98,3 %) in einem Krankenhaus. Die Kaiserschnittquote lag
bei 32,4 %, der überwiegende Teil der Lebendgeborenen (93,2 %) war normalgewichtig, bei 92,9 % der
Lebend geborenen erfolgte eine Termingeburt.
Von den 89 760 Sterbefällen im Jahr 2023 waren 34,7 % auf Kreislauferkrankungen und 23,5 % auf Krebs-
erkrankungen zurückzuführen. Die übrigen Sterbefälle verteilten sich auf Verletzungen und Vergiftun -
gen (6,1 %), Krankheiten der Atmungsorgane (6,0 %), Krankheiten der Verdauungsorgane (3,6 %) sowie
sonstige Krankheiten (26,1 %). Die um Effekte der Altersstruktur bereinigte Sterblichkeit an Kreislauf -
erkrankungen verringerte sich im vergangenen Jahrzehnt um 24,8 %. Etwas geringer war der Rückgang
der altersstandardisierten Sterblichkeit an Krebserkrankungen (–11,5 %).
Im Jahr 2023 erkrankten 46 518 Personen an Krebs (2013: 40 232). Die Krebsinzidenz gibt Aufschluss
über die jährlichen Neuerkrankungen. Während im langfristigen Trend die absolute Zahl der Neuerkran-
kungen gestiegen ist, verringerte sich von 2013 bis 2023 die altersstandardisierte Krebsinzidenzrate bei
den Männern um 2,0 %, bei den Frauen stieg sie um 0,3 %. Aber auch die altersstandardisierte Krebs -
sterberate1 hat sich in diesem Zeitraum reduziert, bei den Männern stärker (15,0 %) als bei den Frauen
(10,2 %). Inzidenz und Sterblichkeit einzelner Krebslokalisationen zeigten unterschiedliche Zeitverläufe.
Während bei Lungenkrebs das Erkrankungsrisiko der Männer seit Jahren stark sank (die Zahl der Neu dia-
gnosen blieb etwa gleich), stieg das der Frauen bis 2016 an und ist seither relativ stabil. Die Neuerkran -
kungsrate von Lungenkrebs ist bei den Männern immer noch um das 1,5-Fache höher als bei den Frauen.
Für die stationäre Gesundheitsversorgung standen Ende 2023 in 262 Krankenanstalten 60 306 Spi -
talsbetten zur Verfügung. Rund 2,3 Mio. stationäre Aufenthalte wurden im Jahr 2023 verbucht – davon
2 130 787 in Akutkrankenanstalten. Im Vergleich zu 2022 entsprechen die 2 295 796 für 2023 dokumen -
tierten Spitalsentlassungen einer Steigerung um 2,5 %; unter Berücksichtigung des Bevölkerungswachs-
tums sind es +1,6 %. Im Vergleich zum Jahr vor der Pandemie ist die Zahl der Aufenthalte in Akutkranken-
anstalten pro Kopf der Bevölkerung um 13,3 % und in Rehabilitationseinrichtungen um 2,3 % niedriger
ausgefallen.
Etwa ein Sechstel der stationären Spitalsaufenthalte in Akutkrankenanstalten 2023 machten tagesklini -
sche Aufenthalte aus, fast die Hälfte davon diente der Behandlung von Augen- oder Krebserkrankungen
(35,7 % bzw. 10,5 % der 373 389 Fälle). Die häufigsten Ursachen für einen vollstationären Akutaufenthalt
waren Kreislauferkrankungen (12,5 % aller 1 757 398 Fälle), gefolgt von Verletzungen und Vergiftungen
(12,2 %), Krebserkrankungen (10,3 %), sowie und Krankheiten des Verdauungssystems (9,9 %) und des
Muskel-Skelett-Systems (9,6 %).
Im Studienjahr 2022/23 standen 58 204 Personen in einer laufenden Ausbildung in einem Gesund
heitsberuf. Fast 30 % von ihnen (17 025 Personen) studierten Medizin, darunter waren 3 297 Studien-
anfänger:innen sowie 1 784 Absolvent:innen. 41 179 Männer und Frauen standen 2022/23 in einer nicht-
ärztlichen Ausbildung.
Die Zahl des Gesundheitspersonals in der stationären Versorgung ist in den vergangenen Jahrzehn -
ten kontinuierlich gestiegen (+14,1 % seit 2013). Im Jahr 2023 waren 99 866 Personen nichtmedizini -
schen Personals und 27 003 Ärzt:innen in Krankenanstalten tätig. Größte Gruppe war das diplomierte
1 Exkl. nichtmelanotischer Hautkrebs (C44), inkl. bösartiger Neubildungen infolge HIV-Krankheit (B21).
9
Jahrbuch der Gesundheitsstatistik 2023 – Zusammenfassung
Gesundheits- und Krankenpflegepersonal, ihre Zahl ist im Vergleich zum Jahr 2013 um 9,1 % auf 61 903
gestiegen. Die Zahl der im Krankenhaus beschäftigten Ärzt:innen ist im gleichen Zeitraum um rund ein
Siebentel angewachsen. Insgesamt hat sich die Zahl der berufsausübenden Ärzt:innen im vergangenen
Jahrzehnt um 19,7 % auf 50 631 im Jahr 2023 erhöht. Mehr als die Hälfte von ihnen (56,5 %) hatte eine
Facharztausbildung, 25,7 % hatten eine Ausbildung in Allgemeinmedizin und 17,7 % waren noch in Aus -
bildung.
Die laufenden Gesundheitsausgaben einschließlich der Ausgaben für Langzeitpflege machten in Öster-
reich 52 779 Mio. Euro im Jahr 2023 aus, dies entspricht 11,2 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die öf -
fentlichen laufenden Gesundheitsausgaben beinhalten Ausgaben des Bundes, der Länder, der Gemein -
den und der Sozialversicherungsträger und betrugen im Jahr 2023 40 461 Mio. Euro, das sind 76,7 % aller
laufenden Gesundheitsausgaben. Die privaten laufenden Gesundheitsausgaben setzen sich aus Aus -
gaben der privaten Haushalte und der Versicherungsunternehmen, der privaten Organisationen ohne
Erwerbszweck (POoE) sowie Ausgaben der Unternehmen für betriebsärztliche Leistungen zusammen
und betrugen 12 318 Mio. Euro bzw. 23,3 % der laufenden Gesundheitsausgaben. Im Vergleich zu 2022
erhöhten sich die laufenden Gesundheitsausgaben nominell (zu laufenden Preisen) um 2 489 Mio. Euro
bzw. um 4,9 %. Die Investitionen im Gesundheitsbereich betrugen 2023 2 412 Mio. Euro, davon entfielen
1 803 Mio. Euro (74,7 %) auf öffentliche Investitionen und 609 Mio. Euro (25,3 %) auf private Investitionen.
10
Jahrbuch der Gesundheitsstatistik 2023 – Summary
Summary
In 2023, 76 939 children were born alive (excluding births abroad of mothers residing in Austria), most of
them (98.3%) in a hospital. The caesarean section rate was 32.4%, the vast majority of live births (93.2%)
were of normal weight, and 92.9% of them were term births.
In 2023, 34.7% of the 89 760 cases of deaths were caused by cardiovascular diseases. Malignant neo -
plasms caused 23.5% of the deaths. All other deaths were distributed to injuries and poisonings (6.1%),
respiratory diseases (6.0%), digestive diseases (3.6%) and other diseases (26.1%). In the last decade the
age-standardised rate of mortality due to cardio-vascular diseases decreased by 24.8%, the rate of mor -
tality due to malignant neoplasms declined more slightly in the same period (–11.5%).
In 2023, 46 518 persons were newly diagnosed with cancer (2013: 40 232). The cancer incidence provides
essential information on the annual number of new neoplasms. In the course of the past decade (2013 to
2023) the age-standardised incidence rate decreased by 2.0% for men and increased by 0.3% for women.
Concurrently the age-standardised cancer mortality rate2 decreased, more in men (15.0%) than in wom-
en (10.2%). When viewing the respective sites, different courses of illness can be observed. While the risk
of lung cancer among men has been falling sharply for years (the number of new diagnoses has remained
roughly the same), that of women rose until 2016 and has remained relatively stable since then. Howev -
er, this trend is not yet evident in the risk of death. The rate of new cases of lung cancer is still 1.5 times
higher among men than among women.
At the end of 2023, there were 60 306 hospital beds available for inpatient care in 262 hospitals. Ap -
proximately 2.3 million inpatient stays were recorded, of which 2 130 787 were in acute care hospitals.
Compared with 2022, the 2 295 796 hospital discharges documented for 2023 represent an increase of
2.5%, or +1.6% when population growth is taken into account. Compared to the year before the pandem-
ic, the number of acute hospital stays per capita is 13.3% lower and the number of stays in rehabilitation
facilities is 2.3% lower.
About one sixth of acute care hospital discharges in 2023 were day cases, almost half of them for eye
disease or cancer (35.7% and 10.5% of the 373 389 cases, respectively). The most common cause of
inpatient stays (with at least one overnight stay) was diseases of the circulatory system (12.5% of all
1 757 398 cases), followed by injuries and poisonings (12.2%), cancer (10.3%), diseases of the digestive
system (9.9%) and diseases of the musculoskeletal system (9.6%).
In the 2022/23 academic year, 58 204 people were in ongoing training in a healthcare profession. Al-
most 30% (17 025 persons) studied medicine, including 3 297 first-year students and 1 784 graduates.
41 179 men and women were in non-physician education in 2022/23.
In 2023, medical health care staff in hospitals comprised 99 866 non-physician health professionals
and 27 003 physicians. Since 2013, the number of hospital employees working in medical health care
increased by 14.1%. Largest group among hospital staff were professional nurses: 61 903 persons, 9.1%
more than in 2013, worked in this profession. The number of physicians in hospitals has increased by
about a seventh since 2013. Over the last decade, the total number of practising physicians rose by
19.7% to 50 631 physicians in 2023. About half of the practising physicians (56.5%) were trained as medi-
cal specialists, 25.7% as general practitioners, and 17.7% were still in training.
2 Excluding non-melanoma skin cancer (C44), including malignant neoplasms due to HIV disease (B21).
11
Jahrbuch der Gesundheitsstatistik 2023 – Summary
In 2023, current health expenditure including expenditure for long term care in Austria accounted for
52 779 million euros or 11.2% as a share of gross domestic product (GDP). Public current health expendi-
ture consisting of general government expenditure, which includes expenditure by central, state and
local governments as well as social health insurance, amounted to 40 461 million euros or a share of
76.7% of all current health care spending. Private current health care expenditure consists of household
out of pocket payments, expenditure by private insurance enterprises, non-profit institutions serving
households (NPISHs) as well as expenditure by corporations on occupational health care; it amounted to
12 318 million euros or a share of 23.3% of all current health care spending. Nominal current expenditure
increased by 2 489 million euros or 4.9% from 2022 to 2023. In 2023, gross capital formation in the health
sector amounted to 2 412 million euros, which can be divided into a public share of 1 803 million euros
(74.7%) and a private share of 609 million euros (25.3%).
12
Jahrbuch der Gesundheitsstatistik 2023 – Demographie und Gesundheit
13
1 Demographie und Gesundheit
1.1 Lebendgeborene nach medizinischen Merkmalen
Im Jahr 2023 wurden 76 939 Kinder lebend geboren (ohne Auslandsgeburten von Müttern mit österrei -
chischem Wohnsitz)3, um 2 391 Kinder mehr als 2013 (−3,0 %). Das Krankenhaus war der weitaus häufigs-
te Entbindungsort (98,3 % der Lebendgeborenen), bei Hausgeburten kamen 1,3 % der Kinder zur Welt
(Übersicht 1).
Die österreichweite Kaiserschnittquote lag 2023 mit 32,4 % um 0,7 Prozentpunkte über dem Vorjahres-
wert und hat sich somit seit dem Jahr 1995 (12,4 %) beinahe verdreifacht. Der Anteil der primären, ge -
planten Kaiserschnitte an allen Sectiones lag 2023 bei 52,5 %.
Übersicht 1
Lebendgeborene 2013 und 2023
Medizinisches Merkmal
2013 2023
absolut Anteil in % absolut Anteil in %
Lebendgeborene insgesamt 1 79 330 100,0 76 939 100,0
Entbindungsort
Krankenanstalt 78 145 98,5 75 622 98,3
Entbindungsheim, Hebammenpraxis 171 0,2 186 0,2
Wohnsitz der Mutter 919 1,2 1 006 1,3
Am Transpor t 16 0,0 35 0,0
Sonstiger Entbindungsort 79 0,1 90 0,1
Art der Entbindung
Spontangeburt 51 369 64,8 46 447 60,4
Kaiserschnitt 23 253 29,3 24 892 32,4
primär (vor Geburtsbeginn, geplant) . . 13 078 17,0
sekundär (während der Geburt, nicht geplant) . . 11 814 15,4
Saugglocke 4 586 5,8 5 570 7,2
Zangengeburt 55 0,1 24 0,0
Manualhilfe 67 0,1 6 0,0
Geburtsgewicht
Untergewichtige (unter 2 500 g) 5 424 6,8 4 579 6,0
Normalgewichtige (2 500 bis < 4 500 g) 73 184 92,3 71 727 93,2
Übergewichtige (4 500 g und mehr) 722 0,9 633 0,8
Schwangerschaftsdauer (Wochen und Tage)
Unter 22+0 36 0,0 54 0,1
Frühgeburt (22+0 bis 36+6) 6 526 8,2 5 265 6,8
Termingeburt (37+0 bis 41+6) 72 396 91,3 71 442 92,9
Übertragene Geburt (42+0 und mehr) 372 0,5 178 0,2
Q: STATISTIK AUSTRIA , Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegung.
- Lebendgeborene ohne Auslandsgeburten von Müttern mit österreichischem Wohnsitz.
3 Die Zahlen in diesem Abschnitt beziehen sich auf im Inland geborene Kinder von Müttern mit österreichischem Wohnsitz,
weil nur für diese alle medizinischen Angaben verfügbar sind. Seit November 2014 werden in der Geburtenstatistik allge -
mein Auslandsfälle miterfasst; im Jahr 2023 betrug deren Anzahl 666 (Lebendgeborene insgesamt: 77 605). Der Vergleich
mit dem Jahr 2013 in Übersicht 1 ist durch diese definitorischen Änderungen nicht beeinträchtigt.
Jahrbuch der Gesundheitsstatistik 2023 – Demographie und Gesundheit
14
Der überwiegende Teil der Lebendgeborenen (93,2 %) hatte ein Geburtsgewicht von 2 500 g bis unter
4 500 g (Normalgewicht), 6,0 % waren untergewichtig. Die Geburt erfolgte bei 92,9 % der Lebendgebo -
renen in der 37. bis zur vollendeten 41. Schwangerschaftswoche (Termingeburt), 6,8 % der Lebend -
geborenen wurden in der 22. bis zur vollendeten 36. Schwangerschaftswoche (Frühgeburt) geboren
( Übersicht 1).
1.2 Sterblichkeit und Todesursachen
Im Jahr 2023 starben in Österreich 89 760 Personen, davon 45 120 Männer (50,3 %) und 44 640 Frauen
(49,7 %). Obwohl in absoluten Zahlen fast gleich viele Männer wie Frauen verstarben, war bei Berücksich-
tigung der wachsenden Zahl älterer Menschen die Sterblichkeit (altersstandardisierte Sterberate) bei
den Männern höher als bei den Frauen (Männer: 1 175,9 Sterbefälle, Frauen: 783,8 Sterbefälle je 100 000
der Bevölkerung gleichen Geschlechts, Übersicht 2).
Ausgehend von 98 819 Fällen im Jahr 1970 verringerte sich die Zahl der Sterbefälle in den vergangenen
Jahrzehnten kontinuierlich, erreichte 2004 den bislang niedrigsten Wert (74 292 Sterbefälle), stieg aber
seither wieder an. Dies ist vor allem auf die Altersstruktur der Bevölkerung mit zunehmend größeren
Kohorten im Sterbealter zurückzuführen.
2020, 2021 und 2022 waren zweifelsohne Ausnahmejahre im Sterblichkeitsgeschehen: Es gab in allen
drei Jahren mehr Sterbefälle (91 599, 91 962 bzw. 93 332) als in den Jahren vor der Pandemie (Durch -
schnitt der Jahre 2015 bis 2019: rund 83 000 Sterbefälle). Die zusätzlichen Sterbefälle wurden erwar -
tungsgemäß überwiegend von COVID19 verursacht. Insgesamt verstarben in den Pandemiejahren 2020
bis 2022 zusammen fast 21 000 Personen aufgrund von COVID-19 (52,7 % Männer, 47,3 % Frauen).
2023 war die Anzahl der Sterbefälle bereits deutlich geringer als in den Pandemiejahren, folgte aber dem
langfristigen Trend eines kontinuierlichen Anstiegs beginnend vor den Pandemiejahren. Bedingt durch
die stetig zunehmende Zahl von Personen höheren Alters verstarben sowohl Männer als auch Frauen
häufiger an Krankheiten, die im Alter vermehrt vorkommen. Die zwei häufigsten Todesursachengruppen
Herz-Kreislauf-Krankheiten (31 129 Sterbefälle oder 34,7 %) und Krebs (21 067 Sterbefälle oder 23,5 %)
verursachten im Jahr 2023 zusammen knapp sechs von zehn Sterbefällen. Die übrigen verteilten sich auf
nichtnatürliche Todesursachen (Verletzungen und Vergiftungen, 6,1 %), auf Krankheiten der Atmungs -
organe (6,0 %), der Verdauungsorgane (3,6 %) und auf sonstige Krankheiten (26,1 %). Bei der Gruppe der
sonstigen Krankheiten sind besonders die endokrinen Krankheiten mit 5,2 %, die psychischen Krankhei-
ten mit 4,6 % und die Krankheiten des Nervensystems mit 4,1 % erwähnenswert (Übersicht 3 und Grafik 1).
Im Zeitvergleich ist ein Rückgang der Sterblichkeit an HerzKreislaufKrankheiten zu beobachten. Die
altersstandardisierte Sterblichkeit an Erkrankungen des Kreislaufsystems verringerte sich von 2013 bis
2023 um 24,8 %. Die höhere Sterbefallzahl von Frauen bei Krankheiten des Kreislaufsystems ist vor allem
eine Folge des höheren Frauenanteils in der älteren Bevölkerung. Bereinigt um Effekte der Altersstruktur
war die Sterblichkeit an Krankheiten des Kreislaufsystems bei den Männern höher als bei den Frauen
(403,0 zu 280,7 Sterbefälle je 100 000 der Bevölkerung).
Krebserkrankungen machten 2023 fast ein Viertel der Todesfälle aus und waren somit die zweit häufig-
ste Todesursache. Von 2013 bis 2023 verringerte sich die altersstandardisierte Krebssterblichkeit um
11,5 %, bei einem gleichzeitigen Anstieg der absoluten Zahl der Krebssterbefälle um rund 5 %.
Jahrbuch der Gesundheitsstatistik 2023 – Demographie und Gesundheit
15
Übersicht 2
Gestorbene und altersstandardisierte Sterberaten 2013 und 2023 nach Geschlecht
und Todesursache
Todesursache
(ausgewählte ICD-10- Diagnosegruppen)1 2013 2023 Männer und Frauen Männer Frauen Männer und Frauen Männer Frauen Absolut Gestorbene insgesamt 79 526 37 958 41 568 89 760 45 120 44 640 Infektiöse/parasitäre Krankheiten (A00–B99, U07–U10) 736 366 370 3 889 1 980 1 909 Bösartige Neubildungen (C00–C97) 20 097 10 818 9 279 21 067 11 467 9 600 Krankheiten des Blutes und des Immunsystems
(D50–D89) 198 87 111 408 189 219 Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten (E00–E90) 3 840 1 701 2 139 4 673 2 362 2 311 Psychische und Verhaltensstörungen (F01–F99) 1 616 817 799 4 161 1 727 2 434 Krankheiten des Nervensystems und der Sinnesorgane (G00–H95) 2 907 1 215 1 692 3 679 1 711 1 968 Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems (I00–I99) 34 101 14 257 19 844 31 129 14 580 16 549 Krankheiten des Atmungssystems (J00–J99) 3 950 2 132 1 818 5 397 2 761 2 636 Krankheiten des Verdauungssystems (K00–K92) 2 996 1 635 1 361 3 269 1 828 1 441 Krankheiten des Urogenitalsystems (N00–N99) 1 415 558 857 1 684 686 998 Komplikationen während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett (O00–O99) 1 . 1 2 . 2 Perinatale Affektionen (P00–P96) 125 78 47 121 73 48 Angeborene Fehlbildungen (Q00–Q99) 261 141 120 262 156 106 Plötzlicher Kindstod (R95) 13 6 7 16 9 7 Transportmittelunfälle (V01–V99, Y85) 470 361 109 430 318 112 Unfälle durch Sturz (W00–W19) 853 467 386 1 006 568 438 Selbsttötung und Selbstbeschädigung (X60–X84, Y87.0) 1 291 967 324 1 310 1 017 293 Altersstandardisierte Raten auf 100 000 der Bevölkerung 2 Gestorbene insgesamt 1 009,8 1 259,8 834,0 952,8 1 175,9 783,8 Infektiöse/parasitäre Krankheiten (A00–B99, U07–U10) 9,0 11,0 7, 3 41,2 53,9 33,0 Bösartige Neubildungen (C00–C97) 249,2 329,3 197,8 220,5 280,8 177,8 Krankheiten des Blutes und des Immunsystems
(D50–D89) 2,5 3,0 2,3 4,4 5,1 3,8 Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten (E00–E90) 47,8 53,7 42,5 49,3 59,9 40,5 Psychische und Verhaltensstörungen (F01–F99) 20,5 24,9 15,8 44,5 47,2 41,0 Krankheiten des Nervensystems und der Sinnesorgane (G00–H95) 36,8 42,1 33,6 38,5 43,8 34,4 Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems (I00–I99) 442,2 521,8 385,1 332,8 403,0 280,7 Krankheiten des Atmungssystems (J00–J99) 50,4 73,5 36,9 57,4 73,0 47,0 Krankheiten des Verdauungssystems (K00–K92) 37,0 47,2 27,9 34,5 44,0 26,1 Krankheiten des Urogenitalsystems (N00–N99) 18,5 22,7 16,6 18,2 20,4 16,9 Komplikationen während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett (O00–O99) 0,0 . 0,0 0,0 . 0,0 Perinatale Affektionen (P00–P96) 1,6 1,9 1,2 1,6 1,8 1,3 Angeborene Fehlbildungen (Q00–Q99) 3,2 3,5 2,9 2,9 3,5 2,3 Plötzlicher Kindstod (R95) 0,2 0,2 0,2 0,2 0,2 0,2 Transportmittelunfälle (V01–V99, Y85) 5,5 9,2 2,4 4,6 7,1 2,3 Unfälle durch Sturz (W00–W19) 10,7 15,5 7,6 10,7 15,2 7,6 Selbsttötung und Selbstbeschädigung (X60–X84, Y87.0) 15,2 25,3 7,1 13,9 23,1 5,9 Q: STATISTIK AUSTRIA , Todesursachenstatistik. – Inkl. im Ausland verstorbene Personen mit Wohnsitz in Österreich. - Internationale Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10 2013). – 2) Europäische Standard -
bevölkerung 2013.
Jahrbuch der Gesundheitsstatistik 2023 – Demographie und Gesundheit
16
Grafik 1
Gestorbene 2023 nach Geschlecht und Todesursache – in Prozent Q: STATISTIK AUSTRIA , Todesursachenstatistik. – Rundungsdifferenzen. – Ausgewählte ICD-10-Diagnosegruppen. Mehr als die Hälfte der Todesfälle im Jahr 2023 (52 258 Verstorbene bzw. 58,2 %) ereignete sich nach Er - reichen des 80. Lebensjahres. In dieser Altersgruppe lag bei vier von zehn Todesfällen eine Krankheit des Kreislaufsystems zugrunde. Im ersten Lebensjahr starben 220 Säuglinge, darunter mehr als jeder zweite an perinatalen Erkrankungen (55,0 %) und rund ein Viertel an angeborenen Fehlbildungen (26,4 %); an plötzlichem Kindstod starben 16 Säuglinge (7,3 %). Im Alter von ein bis neun Jahren verstarben 66 Kinder, oft an einer Krebserkrankung (24,2 %), einer angeborenen Fehlbildung (18,2 %) oder einer Krankheit des Nervensystems (13,6 %). Bei den 10- bis 39-Jährigen waren die Todesursachen Suizide (17,0 %) und Transportmittelunfälle (9,6 %) am häufigsten; in dieser Altersgruppe verstarben insgesamt 1 396 Personen. Ab dem 40. bis zum 79. Lebens- jahr (35 820 Verstorbene) waren Krebserkrankungen (35,3 %) und Erkrankungen des Kreislaufsystems (23,8 %) die häufigsten Todesursachen (Übersicht 3). Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems (I00–I99) Bösar�ge Neubildungen (C00–C97) Verletzungen und Vergi�ungen (V01–Y89, U12) Krankheiten des Atmungssystems (J00–J99) Krankheiten des Verdauungssystems (K00–K92) Sons�ge Krankheiten (A00–B99, D00–H95, L00–R99, U07–U10) 32,3 25,4 24,6 Männer Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems (I00–I99) Bösar�ge Neubildungen (C00–C97) Krankheiten des Atmungssystems (J00–J99) Verletzungen und Vergi�ungen (V01–Y89, U12) Krankheiten des Verdauungssystems (K00–K92) Sons�ge Krankheiten (A00–B99, D00–H95, L00–R99, U07–U10) 37,1 21,5 27,7 Frauen 4,1 6,1 7,5 5,9 4,6 2,9 Jahrbuch der Gesundheitsstatistik 2023 – Demographie und Gesundheit 17 Übersicht 3 Gestorbene 2023 nach Alter und Todesursache Merkmal Gestorbene insgesamt Alter zum Todeszeitpunkt 0 Jahre 1–9 Jahre 10–19 Jahre 20–29 Jahre 30–39 Jahre 40–49 Jahre 50–59 Jahre 60–69 Jahre 70–79 Jahre 80–89 Jahre 90 Jahre und älter Gestorbene absolut 89 760 220 66 204 411 781 1 600 4 722 10 654 18 844 32 273 19 985 Anteil der Altersgruppen in % 100,0 0,2 0,1 0,2 0,5 0,9 1,8 5,3 11,9 21,0 36,0 22,3 Todesursache
(ausgewählte ICD-10-Diagnosegruppen)1 Gestorbene insgesamt Alter zum Todeszeitpunkt 0 Jahre 1–9 Jahre 10–19 Jahre 20–29 Jahre 30–39 Jahre 40–49 Jahre 50–59 Jahre 60–69 Jahre 70–79 Jahre 80–89 Jahre 90 Jahre und älter Anteil in % Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems (I00–I99) 31 129 0,5 1,5 3,4 4,1 9,6 15,7 19,1 20,5 27, 5 38,9 49,8 Bösartige Neubildungen (C00–C97) 21 067 0,5 24,2 13,2 10,5 17,4 27,9 37,0 39,8 32,9 20,1 8,6 Krankheiten des Atmungssystems (J00–J99) 5 397 1,4 7,6 1,5 1,2 1,3 1,7 3,2 6,0 7,8 6,3 5,2 Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten (E00–E90) 4 673 1,4 3,0 1,5 3,6 3,3 5,1 5,0 5,9 5,7 5,4 4,4 Psychische und Verhaltensstörungen (F01–F99) 4 161 0,0 0,0 2,0 2,2 5,8 3,7 3,5 2,7 2,8 5,2 7,0 Infektiöse/parasitäre Krankheiten (A00–B99, U07–U10) 3 889 0,5 4,5 0,5 1,2 2,6 1,9 1,9 2,7 3,8 5,2 5,2 Krankheiten des Nervensystems und der Sinnesorgane (G00–H95) 3 679 2,7 13,6 7,4 5,1 4,0 2,4 3,1 3,1 3,8 5,0 3,7 Krankheiten des Verdauungssystems (K00–K92) 3 269 0,5 0,0 0,0 0,7 6,3 9,6 8,5 5,6 4,0 2,7 2,2 Krankheiten des Urogenitalsystems (N00–N99) 1 684 0,0 0,0 0,0 0,0 0,1 0,3 0,5 0,7 1,3 2,2 3,2 Selbsttötung und Selbstbeschädigung (X60–X84, Y87.0) 1 310 0,0 0,0 16,7 20,7 15,2 10,9 4,8 2,2 1,1 0,6 0,2 Unfälle durch Sturz (W00–W19) 1 006 0,0 1,5 1,0 2,2 1,4 1,3 0,9 0,9 0,8 1,3 1,4 Transportmittelunfälle (V01–V99, Y85) 430 0,5 4,5 19,1 11,7 6,0 3,2 1,5 0,6 0,3 0,2 0,0 Krankheiten des Blutes und des Immunsystems (D50–D89) 408 0,5 1,5 0,0 0,5 0,8 0,4 0,3 0,4 0,3 0,5 0,6 Angeborene Fehlbildungen (Q00–Q99) 262 26,4 18,2 4,4 3,2 2,6 1,1 0,9 0,6 0,1 0,0 0,0 Perinatale Affektionen (P00–P96) 121 55,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 Plötzlicher Kindstod (R95) 16 7, 3 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 Komplikationen während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett (O00–O99) 2 0,0 0,0 0,0 0,2 0,1 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 Q: STATISTIK AUSTRIA , Todesursachenstatistik. – Inkl. im Ausland verstorbene Personen mit Wohnsitz in Österreich. - Internationale Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10 2013).
Jahrbuch der Gesundheitsstatistik 2023 – Gesundheitszustand der Bevölkerung
18
2 Gesundheitszustand der Bevölkerung
2.1 Stellungsergebnisse
Grundsätzlich ist jeder männliche österreichische Staatsbürger ab dem 17. Geburtstag stellungspflich -
tig. Die Einberufung zur Stellung erfolgt im Kalenderjahr, in welchem das 18. Lebensjahr vollendet wird
(Hauptstellungsjahr). Es ist aber auch möglich, im Jahr davor oder danach zur Stellungsuntersuchung
zu gehen. Da die Stellungsuntersuchungen vorwiegend auf die gesundheitliche Eignung für den Wehr -
dienst abzielen, ermöglichen die Stellungsergebnisse ein umfassendes Bild der gesundheitlichen Lage
der 18-jährigen männlichen österreichischen Staatsbürger.
Das Stellungsverfahren endet mit einem Beschluss über die Tauglichkeit bzw. Untauglichkeit für den
Grundwehrdienst. Eine vorübergehende Untauglichkeit kann aufgrund einer medizinischen oder psy -
chologischen Problematik bescheinigt werden. Nach einer bestimmten Beobachtungsfrist erfolgt die
neuerliche Aufforderung zur Stellung. Seit dem Hauptstellungsjahr 2023 werden keine Daten zur Taug -
lichkeit mehr an Statistik Austria übermittelt.
Beim Geburtsjahrgang 2005 (Hauptstellungsjahr 2023) 4 waren die 18-jährigen Österreicher im Durch -
schnitt 178,8 cm groß und wogen 77,1 kg. Der Anteil der Adipösen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von
mindestens 30 betrug 11,2 %, mit den höchsten Anteilen im Burgenland, in Niederösterreich und Wien
(14,4 %, 12,8 % und 12,0 %) und den geringsten in Tirol (8,8 %) sowie Salzburg und Kärnten (9,0 % und
9,9 %).
Übersicht 4
Stellungspflichtige des Geburtsjahrgangs 2005 nach Bundesland
Bundesland Stellungspflichtige
insgesamt
⌀ Körpergröße
in cm ⌀ Körper gewicht in kg Über gewicht
in %1 Adipositas
in %1 Österreich 2 36 946 178,8 77,1 21,4 11,2 Burgenland 1 224 178,0 77,1 19,1 14,4 Kärnten 2 412 179,1 76,5 21,5 9,9 Niederösterreich 7 788 178,7 77,9 22,5 12,8 Oberösterreich 6 618 178,9 77,2 21,3 11,7 Salzburg 2 386 178,7 76,1 20,8 9,0 Steiermark 5 061 179,3 76,5 19,3 10,0 Tirol 3 278 179,0 76,2 21,3 8,8 Vorarlberg 1 940 178,3 75,7 20,4 11,3 Wien 6 215 178,8 77,7 23,2 12,0 Q: Bundesministerium für Landesverteidigung, Ergänzungswesen. – Untersuchungszeitraum: Hauptstellungsjahr (2023), Jahr davor sowie Jahr danach bis Ende November 2024. - BMI laut Klassifikation der World Health Organization (WHO): Verhältnis des Körpergewichts in Kilogramm zum Quadrat der Körper - größe in Metern; Übergewicht: BMI 25,0 bis < 30,0, Adipositas: BMI 30,0 und mehr. – 2) Für 24 Stellungspflichtige sind keine Angaben zum Bundesland vorhanden. 4 Die Ergebnisse des Geburtsjahrgangs 2005 beziehen sich auf alle Untersuchungen, die bis November 2024 durchgeführt wurden. Jahrbuch der Gesundheitsstatistik 2023 – Gesundheitszustand der Bevölkerung 19 Beim Geburtsjahrgang 2005 wiesen 87,0 % der Stellungspflichtigen zumindest eine medizinische Dia gnose5 auf. Die häufigste Krankheitsgruppe waren Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems (16 102 Fälle), im Besonderen Füße und Rücken betreffend. Sehr häufig waren auch Krankheiten der Augen (12 485 Fälle); dabei überwogen die Einzeldiagnosen Myopie (Kurzsichtigkeit; 4 796 Fälle), Astigmatis - mus (Hornhautverkrümmung; 2 426 Fälle) und Amblyopie (Sehschwäche wie z. B. Schielen; 1 412 Fälle). Psychische Erkrankungen wurden in 11 411 Fällen festgestellt. Die Diagnosen neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen (4 063 Personen) bzw. Entwicklungsstörungen (2 692 Fälle) kamen dabei am öftesten vor. Bei den endokrinen, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten, die 8 863 Fälle aus - machten, kam Adipositas besonders häufig vor. Die allergische Rhinopathie (4 305 Fälle; dazu zählt auch der Heuschnupfen) war die häufigste Diagnose in der Gruppe der Atemwegserkrankungen (7 296 Fälle). 1 132-mal wurde die Diagnose Asthma bronchiale gestellt. 2.2 Krankenstände Im Jahr 2023 wurden vom Dachverband der Sozialversicherungsträger 6 058 696 ärztlich bestätigte Krankenstandsfälle von Angestellten und Arbeiter:innen (ohne pragmatisierte Bedienstete) erfasst (Männer: 3 114 601, Frauen: 2 944 095); das entspricht einer Steigerung um von 6,1 % im Vergleich zum Vorjahr und um 28,0 % im Vergleich zum Jahr vor dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie in Österreich: Im Jahr 2019 wurden 4 734 597 Krankenstandsfälle erfasst. Dieser überdurchschnittlich hohe Zuwachs erklärt sich im Wesentlichen durch mehr Krankenstände wegen COVID-19, wegen unklarer Diagnosen (auch in Zusammenhang mit Long COVID) und wegen Atemwegserkrankungen. Die häufigsten Ursachen für einen Krankenstand waren Atemwegserkrankungen (2 387 630 Fälle), die im Jahr 2023 mehr als 39 % alle Krankenstände ausmachten – das sind um 13,7 % mehr als im Jahr
- Zweithäufigster Grund, aber deutlich seltener waren Magen-Darm-Infektionen (715 852 Fälle oder
11,8 %), gefolgt von Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems (11,1 %). Die Gruppe der „anderen Diagno-
sen“, in der im Wesentlichen COVID-19-Diagnosen enthalten sind, machte 7,2 % der Krankenstände aus
(435 351 Fälle). Verletzungen und Vergiftungen belegten 2023 mit 7,1 % der Fälle den fünften Platz im
Häufigkeitsranking. Unklare Diagnosen (denen auch Long COVID zuzurechnen ist) wurden in 6,5 % der
Krankenstandsfälle attestiert.
Die in den letzten beiden Jahren stark gewachsene Zahl an Krankenständen wirkt sich auch auf die
durchschnittliche Zahl an Krankenstandstagen pro Kopf der erwerbstätigen Bevölkerung aus. Beweg-
ten sich diese in Jahren 2002 bis 2021 auf einem relativ gleichbleibenden Niveau von etwa 12 bis 13 Ta-
gen, so stieg ihre Zahl bis zum Jahr 2023 auf 15,4 Tage an (+24,4 % im Vergleich zu 2021).
In der Vergangenheit waren Männer an mehr Tagen krankgemeldet als Frauen; erst im Jahr 2009 kehrte
sich dieser Trend um: Im Jahr 2023 war eine erwerbstätige Frau im Schnitt um gut eineinhalb Tage län -
ger im Krankenstand als ein männlicher Kollege (16,2 versus 14,6 Krankenstandstage pro erwerbstätige
Person; Grafik 2).
Die durchschnittliche Dauer eines Krankenstandes verkürzte sich von 2022 auf 2023 weiter von 9,4 Ta-
gen auf 9,3 Tage. Damit setzte sich der präpandemische (fallende) Trend fort: Bis zum Jahr 2019 sank die
durchschnittliche Dauer eines Krankenstandes von 13,2 Tage (im Jahr 1995) auf 9,7 Tage. In den Jahren
2020 und 2021 waren die Krankenstände aufgrund von zahlreichen langwierigen COVID-19-Verläufen vo-
rübergehend länger (11,7 bzw. 10,3 Tage).
5 Bei den Untersuchungen können bis zu neun medizinische Diagnosen pro Stellungspflichtigen dokumentiert werden.
Jahrbuch der Gesundheitsstatistik 2023 – Gesundheitszustand der Bevölkerung
20
Naturgemäß zeigen sich in Abhängigkeit vom Alter der betroffenen Personen und von der zugrundelie
genden Diagnose beträchtliche Unterschiede: Dauerte bei den 20- bis 34-Jährigen ein Krankenstand im
Jahr 2023 6,7 Tage, so waren es in der Altersgruppe der 50- bis 64-Jährigen mehr als doppelt so viele
Tage (nämlich 14,7). Was die Diagnosen anbelangt, so dauerten Krankenstände bei Krebserkrankun
gen und anderen Neubildungen (44,3 Tage im Schnitt) und bei psychischen und Verhaltensstörungen
(37,2 Tage) mit Abstand am längsten.
Grafik 2
Krankenstandsfälle und -tage seit 2000 nach Geschlecht Q: Dachverband der Sozialversicherungsträger. – Datenbasis: alle im Berichtsjahr abgeschlossenen und mit Arbeitsunfähigkeit ver bundenen ärztlich bestätigten Krankenstandsfälle (ohne normal verlaufene Entbindungen) von Arbeiter:innen und Angestellten (ohne pragmatisierte Bedienstete); ohne Präsenzdiener und Kinderbetreuungsgeldbeziehende. – Krankenstandstage sind Kalendertage. 2.3 Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten Im Jahr 2023 dokumentierte der Dachverband der Sozialversicherungsträger 114 525 anerkannte Ver sicherungsfälle im Zusammenhang mit der Berufstätigkeit, darunter 285 tödliche (Übersicht 5). Die Ver sicherungsfälle umfassten 95 407 Arbeitsunfälle, 13 617 Wegunfälle und 5 501 Fälle von Berufskrank heiten, wobei sich die Zahl der Berufskrankheiten im Vergleich zu Vorjahr deutlich verringerte (2022: 14 072 Fälle). Durch diesen starken Rückgang ging auch die Zahl der anerkannten Versicherungsfälle ins gesamt um 5,1 % zurück. Arbeits- und Wegunfälle dagegen wurden häufiger verzeichnet. Dass die Zahl der Berufskrankheiten seit der COVID-19-Pandemie starken Schwankungen unterliegt, ist auf die An erkennung von COVID-19 als Berufskrankheit in bestimmten Berufen zurückzuführen. Von 2020 auf 2021 versiebenfachte sich die Zahl der Berufskrankheiten fast (von 1 084 auf 7 194) und verdoppelte sich im Jahr 2022 noch einmal. 0 1 000 000 2 000 000 3 000 000 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Krankenstandsfälle – Männer Krankenstandsfälle – Frauen Krankenstandsfälle 10 12 14 16 18 Krankenstandstage – Männer Krankenstandstage – Frauen 13,7 12,2 13,0 13,2 12,8 12,9 12,3 12,1 13,4 16,2 14,6 15,1 3 500 000 2 500 000 1 500 000 500 000 Krankenstandstage je erwerbstätiger Person