Brehms Tierleben, Band 4: Die Vögel I — Baumvögel
— vom Besetzen bis zum Verlassen des Nestes nimmt durchschnittlich eine halbe Stunde in Anspruch; diese Zeit kann sich aber erheblich verlängern und ebenso wesentlich verkürzen. Schon am Tage, zumal am Nachmittage vorher, verrät der Vogel durch ungewöhnlich starke Aufnahme von Futter, Sand und Kalkstoffen, daß er legen wird. Lebhafte Bewegung oder Kreiseln im Neste scheint das Legen zu befördern. Mit Eintritt der Wehen schlüpft der Vogel ins Nest. Die Wehen bekunden sich durch kürzeres Atmen bei ein wenig gesperrtem Schnabel, Emporrichten des Vorderleibes, zitterndes Ausbreiten und darauf folgendes Senken der Flügel. Unmittelbar vor dem Legen öffnet der Vogel den Schnabel sehr weit, preßt ersichtlich, so stark er kann, und das Ei schießt heraus. Die Nachwehen sind kürzer, aber sehr empfindlich; denn der Vogel setzt sich nicht unmittelbar nach dem Legen in das Nest, sondern bleibt noch einige Minuten mit gestreckten und gespreizten Beinen emporgerichtet stehen, wahrscheinlich, um den gereizten Leib nicht mit dem Neste in Berührung zu bringen. Erst nach dieser Ruhepause senkt, ja drückt er sich mit ersichtlicher Wollust in den Kessel und beginnt zu jubeln. Dieses Frohlocken gilt offenbar nicht bloß der Überstehung der Schmerzen, sondern drückt Freude über die Brut aus; denn es wird auch während des Brütens selbst, zu einer Zeit, wann die Wehen längst vergessen, oft wiederholt, unterbleibt jedoch, wenn der Vogel zwar legt, nicht aber brütet. Kleinheit der Eier, z. B. nicht genügend entwickelter, mindert die Wehen nicht.“ Mit Beginn des Eierlegens erhöht sich die Brutwärme des Vogels; der erwähnte fieberhafte Zustand tritt ein und bekundet sich bei vielen auch dadurch, daß auf gewissen Stellen des Körpers Federn ausfallen, wodurch die sogenannten Brutflecken sich bilden. Der Mutter fällt fast ausnahmslos der Hauptteil des Brütens zu: sie sitzt vom Nachmittage an bis zum nächsten Vormittage ununterbrochen auf den Eiern, und der Vater löst sie bloß so lange ab, als sie bedarf, um sich zu ernähren. Bei anderen wird die Arbeit gleichmäßiger verteilt; bei einzelnen, beispielsweise bei den Straußen, brütet nur der Vater. Aushilfe des männlichen Geschlechtes, welche schädliche Abkühlung der Eier verhütet, wird von manchen Weibchen zwar geduldet, nicht aber gern gesehen: so wenigstens läßt das mißtrauische Gebaren der letzteren schließen. Einzelne von ihnen unterbrechen ihre freie Zeit wiederholt, um nach dem Männchen zu sehen, andere drängen sich vor ihm ins Nest und beaufsichtigen es förmlich während des Brütens. Die meisten freilich erweisen sich erkenntlich für die geleistete Hilfe und geben dies in nicht mißzuverstehender Weise zu erkennen. Fast alle brütenden Vögel besetzen und verlassen, wie Hermann Müller ferner beobachtete, das Nest mit großer Vorsicht. „Sie nahen sich verstohlen, bleiben einige Augenblicke auf dem Nestrande stehen, besichtigen aufmerksam die Eier und deren Lage, hüpfen mit ausgespreizten Beinen und Zehen in die Mulde, schieben die Eier mit dem Unterschnabel oder Kinne unter ihren Leib, versenken sich hierauf ganz in den Kessel, bewegen sich nach rückwärts, um die Eier unter die Federn zu schieben, rücken nunmehr wieder vor, bauschen, sich schüttelnd, die Federn nach allen Richtungen, senken Flügel und Schwanz auf den Nestrand und stellen so einen möglichst luftdichten Verschluß her.“ Schwimmvögel, welche, aus dem Wasser kommend, ihr Nest besetzen, versäumen nie, zuvor ihr Gefieder sorgsam zu trocknen. Bei der geschilderten Bewegung nach rückwärts werden die Eier regelmäßig aus ihrer Lage gerückt, nach Hermann Müllers Beobachtungen dabei jedoch nicht um ihre Achse gedreht, sondern nur verschoben, und zwar geschieht dies anscheinend zufällig, nicht absichtlich. „Das Weibchen bestrebt sich, die Eier möglichst unter die Federn zu bringen, nimmt aber auf deren Lage keine Rücksicht. Beim Verlassen des Nestes dehnen und strecken die brütenden Vögel zunächst ihre Beine behaglich nach hinten, heben den Rücken buckelig empor, drehen Hals und Kopf, lüpfen die Flügel, richten sich auf und begeben sich nun erst mittels eines leichten Sprunges ins Freie.“ Ehe sie sich entfernen, bedecken alle, welche Daunen ausrupfen, das — 6
Gelege mit diesen, andere mit Erde oder Sand, während die meisten solche Vorkehrungen nicht treffen. „Für den Inhalt des Nestes und die Beschaffenheit der Eier haben die Vögel kein Verständnis; denn sie brüten mit gleicher Hingabe auf fremden wie auf den eigenen Eiern, auch auf fremdartigen Gegenständen, wie auf Nüssen, Kugeln, Steinen, vor dem Legen eine Zeitlang selbst im leeren Neste. Angebrütete und taube oder faule Eier haben für sie den gleichen Wert. Aus der Mulde gerollte Eier bleiben regelmäßig unberücksichtigt, gerade als wüßten die Tiere, daß ihnen gegenüber der Liebe Mühe fernerhin doch umsonst ist. Dagegen verändern sie, wenn die Eier in der Mulde frei liegen und sie dies merken, ihren Sitz so lange, bis sie alle wieder bedeckt haben. Abnahme der äußeren Wärme empfinden sie meist sehr lebhaft, werden traurig oder verdrießlich, wenn kühle Witterung eintritt, und erlangen ihre Heiterkeit erst wieder, wenn ein erwünschter Umschlag sich bemerklich macht. Die höchste Wärme während der ganzen Brutzeit tritt 3—4 Tage nach dem Ausschlüpfen der ersten Jungen ein, kommt daher Spätlingen oft sehr zu statten. „Die Entwickelung der Keimlinge eines und desselben Geleges vollzieht sich nicht immer in gleichen Fristen; auch bei durchaus regelmäßiger Bebrütung kommt es im Gegenteile und ziemlich oft vor, daß einzelne Junge einen und selbst mehrere Tage später das Licht der Welt erblicken. In der Regel fällt das Ausschlüpfen in die Früh- und Vormittagsstunden; doch kann ausnahmsweise auch das Entgegengesetzte stattfinden. Beim Auskriechen leisten die Eltern den im Inneren des Eies arbeitenden Jungen keine Hilfe. Wie diese es anfangen, um sich aus der sie umschließenden Hülle zu befreien, weiß man noch nicht genau. Ihre Arbeit im Inneren des Eies ist eine ziemlich geräuschvolle, wie jedes Haushuhnei belehren kann. Daß die brütenden Vögel dieses Geräusch vernehmen, beweisen sie durch häufiges, aufmerksames Hinabblicken ins Nest, helfen aber können sie nicht. Das Geräusch wird trefsend mit Picken bezeichnet und hört sich an, als ob das Küchlein mit dem Schnabel gegen die Eischale stoße. Endlich zerspringt die Schale, wie oben beschrieben, in der Regel an der Stelle, an welcher die im stumpfen Ende ausgespannte innere Haut anliegt; doch geschieht das Durchbrechen nicht immer in stetigem Zusammenhange, manchmal vielmehr auch, indem rundum mehrere Löcher durchgearbeitet werden. Durch strampelnde Bewegungen verläßt das Junge die gesprengte Schale. Unmittelbar darauf wird diese von den Eltern entfernt und zwar entweder weit vom Neste weggetragen, oder mit Lust verspeist. Junge, welche an der Schale kleben, laufen Gefahr, von den Eltern mit der unnützen Hülle aus dem Neste geschleppt zu werden. Sofort nach geschehener Räumung des Nestes kehrt die Mutter zu diesem zurück, läßt sich vorsichtig in die Mulde hinab, klammert sich rechts und links an den Wänden an, um die zarten Jungen nicht zu drücken oder sonstwie zu beschädigen, und spendet ihnen vor allem Wärme. In den ersten 4—7 Tagen verläßt sie die kleinen, meist nackten Nesthocker sowenig wie möglich und immer nur auf kurze Zeit; nach Ablauf dieser Frist bedingt schon das Herbeischaffen größerer Futtermengen wesentliche Anderungen. Die Bedeckung der Küchlein bei Tag und Nacht währt bei kleineren Arten durchschnittlich so lange, bis ihre Rückenfedern sich erschlossen haben. Mit zunehmendem Wachstume der Jungen verändert die wärmende Mutter ihre Haltung im Neste, insofern sie ihre Füße auf jener Rücken setzt; dies aber geschieht, wie aus dem Stillsitzen der Jungen hervorgeht, so leicht, daß dadurch keinerlei Belästigung verursacht wird. „Die jungen Vögel selbst legen, sobald sie das Ei verlassen haben, ihre Köpfe in das Innere der Mulde und benutzen die noch vorhandenen Eier als willkommene Kopfkissen. Wenn keine Eier vorhanden sind, liegt ein Hals und Kopf über dem anderen, und der unterste muß oft stark ziehen und rütteln, um sich zu befreien und aus dem Ambosse zum Hammer zu werden. Junge Zeisige sind bereits am vierten Tage ihres Lebens kräftig genug, um sich zu wenden und die Köpfe an die Nestwand zu legen. Wird es ihnen unter der
mütterlichen Brust zu schwül, so schieben sie ihre Köpfchen nicht selten mit weit geöffneten Schnäbeln hervor, als ob sie ersticken müßten. Sorgsame Mütter wissen natürlich, was ihren Sprößlingen frommt, und lassen sich durch sie in ihren Obliegenheiten nicht stören. Ja ein von mir beobachtetes Zeisigweibchen duckte die dicken Köpfe der von ihm erbrüteten Dompfaffen beharrlich in den Kessel zurück, weil sie bereits am fünften Tage auf den Rand gelegt wurden und ihm beschwerlich fallen mochten. Eine junge, unerfahrene Zeisigmutter vermutete in den weit geöffneten Schnäbeln ihrer Erstlinge Zeichen von Hunger und stopfte ununterbrochen Speisebrei hinein, auch wenn die Kröpfe bis zum Platzen gefüllt waren. Geschah dadurch des Guten zu viel, dann zogen die Kleinen es vor, aus der Charybdis in die Scylla zurückzusinken und gelassen weiterzuschwitzen. „Selbst die jüngsten Vögelchen klammern sich, wenn sie merken, daß sie aufgenommen werden sollen, mit den Nägeln an die Neststoffe. Dasselbe geschieht, wenn sie behufs der Entleerung ihren schweren Leib an der Nestwand emporschieben oder die ersten ängstlichen Flugübungen anstellen. Auf diese Weise mögen sie sich bei zu großer Kühnheit vor dem Hinausstürzen zu schützen suchen. Die ersten Flügelschläge fallen mit der ersten Fütterung zusammen, verstärken sich allmählich und gewinnen schließlich anmutige Leichtigkeit, wie dies bei jungen Straßensperlingen so leicht zu sehen ist. Die ersten Bewegungen des Mißbehagens stellen sich ein, wenn die Mutter das Nest verläßt und kühlere Luft eintritt: dann zittert mit den Flügeln der ganze Körper der Kleinen, und vielleicht wird durch diese raschen Bewegungen der Blutumlauf beschleunigt und die innere Wärme erhöht. Den ersten ernstlichen Gebrauch der Flügel zur Erhebung über das Nest zeigte ein Kanarienvogel an seinem 16. Lebenstage. Junge Nestvögel sind wie kleine Affen: das Beispiel steckt an. Es gewährt einen erheiternden Anblick, wenn ein Junges mit befiederten oder auch nackten Flügeln zu flattern beginnt und unmittelbar darauf alle Flügelpaare gleichzeitig durcheinander schwirren. Die ersten Gehbewegungen geschehen nicht auf den Zehen, sondern auf den Hacken. Haben es die Vögel eilig, so fallen sie nach vorn über und stützen und fördern sich vermittels der Vorderflügel. Wann die Füße ihre Thätigkeit beginnen, konnte ich wegen der inzwischen entfalteten und verhüllenden Federn nicht wahrnehmen. Das geschlossene Auge junger Zeisige öffnet sich mit dem 5. Lebenstage. Doch währt es bis zum 10. Tage, bevor die Augen vöͤllig erschlossen sind. „Gleich nach dem Abtrocknen beginnen die Jungen ihre Stimme hören zu lassen. Von den im Zimmer erbrüteten Kanarienvögeln, Stieglitzen, Zeisigen und Dompfaffen piepten am frühsten und lautesten die Kanarienvögel, später und schwächer die Stieglitze und Zeisige, am schwächsten und spätesten die Gimpel, gleich als ob die spätere Gesangsfähigkeit der verschiedenen Arten schon beim ersten Lallen sich bekunden wollte. Diese Laute, zippende Töne, sind keineswegs Zeichen von Hunger, sondern im Gegenteile solche des höchsten Wohlbehagens, denn sie verstummen augenblicklich, wenn die Mutter sich erhebt und kühlere Luft das Nest erfüllt. Mit der Entwickelung des Körpers hält die der Stimme nicht gleichen Schritt. Kanarienvögel piepen am 6. und 7. Lebenstage nicht stärker als am ersten. Nach Offnung der Augen schreien sie lauter, jedoch auch nur dann, wenn sie sehr hungrig oder aufeinander neidisch sind. Nähert sich ihnen etwas Verdächtiges, so verstummen sie sofort und tauchen in den Kessel hinab. Bei jungen Dompfaffen tritt der Stimmwechsel am 14. Lebenstage ein. Junge Kanarienhähne verraten schon als Nestlinge ihr Geschlecht durch Knurren und knurrendes Zirpen, ebenso die Zeisige. Das erste Dichten auf der Sprosse vernahm ich bei Kanarienvögeln am 19., bei Zeisigen am 21. Lebenstage. Erstere verlassen, nachdem sie einige Tage vorher vom Nestrande aus ihre Flügel wiederholt erprobt haben, am 14. oder am 16. Lebenstage die Wiege, kehren jedoch bei kühler Witterung auch wohl noch mehrere Tage und Nächte in sie zurück. Einzelne waren am 19. Lebenstage flügge und
sind am 22. bereits vollständig selbständig. Andere ernähren sich zwar teilweise selbst, lassen sich jedoch noch am 30. Tage ihres Lebens füttern. Junge Zeisige laufen Kanarienvögeln in vielen Beziehungen den Rang ab, verlassen am 13., 14. oder 15. Tage das Nest und werden unter Umständen schon am 19. Tage von der Mutter als erwachsen angesehen, näm—⸗ lich weggebissen, wenn sie sich herandrängen wollen. „In den ersten Tagen der Kindheit, bevor die winzigen Jungen ihre Köpfe an die Nestwand legen, pflegen sich ihre Väter bei der Fütterung gewöhnlich nicht unmittelbar zu beteiligen. Diese Vernachlässigung gleichen sie dadurch reichlich aus, daß sie später, zumal wenn die Weibchen vor eingetretener Selbständigkeit der Kinder bereits wieder brüten, die Pflege der letzteren fast ganz allein übernehmen, sowie dadurch, daß sie in den ersten Tagen und während der ganzen Brutzeit ihren Gattinnen reichliche Nahrung zutragen, damit sie die Brütung nicht so oft zu unterbrechen brauchen. Den Jungen erwachsen hieraus doppelte Vorteile. Sie genießen ungestörter die Wärme der Mutter und erhalten zwiefach eingespeichelte und deshalb leichter verdauliche Speise. Ehe die Eltern sich oder ihre Kinder atzen, wetzen sie aus Reinlichkeitssinn in sorgfältigster Weise die Schnäbel. Die jungen Vögel kommen mit starkem Hunger auf die Welt. Sie erheben, sobald sie trocken geworden sind, wie in schlaftrunkenem Taumel die unverhältnismäßig großen Köpfe mit so weit aufgerissenem Schnabel, daß er zu zittern pflegt. Jeder sucht dem anderen den Bissen wegzuschnappen, und in der That wird derjenige, welcher den Hals am längsten reckt, regelmäßig zunächst bedacht, und erst wenn sein Kopf in den Kessel zurückgesunken ist, kommen die kleineren Kinder an die Reihe. Hierin liegt eine wirksame Ursache für das Zurückbleiben einzelner Nesthäkchen. Dank ihres überaus schnellen Stoffwechsels brauchen die Jungen in der Regel von ihren Eltern nicht zum Fressen aufgefordert zu werden. Solange sie blind sind, erheben sie bei der geringsten Bewegung der Mutter ihre weit geöffneten Schnäbel. Verzieht dieselbe zu lange, dann drücken sie die Schnabelspitze an die mütterliche Brust. Tritt einmal der seltene Fall ein, daß sie übersättigt in tiefen Schlaf gesunken sind und nicht sperren mögen, so werden verschiedene Ermunterungsversuche angewendet. Zunächst stoßen die Eltern sanft girrende Töne aus. Fruchten diese nicht, so tippen sie in erster Reihe auf die Schnabelwurzel, in zweiter Reihe nach fruchtlosem Bemühen auf die empfindlicheren Augenlider. Bleibt auch dies ohne Erfolg, dann bohren sie ihre Schnabelspitze in den Schnabelspalt der Jungen, um denselben gewaltsam aufzubrechen. Zwei Zeisigmütter waren im Futtereifer überschwenglich und quälten dadurch ihre Kinder unablässig. Waren deren Kröpfe übermäßig angefüllt, und blieben alle Einladungsversuche deshalb erfolglos, dann schoben sie die Köpfe der Kleinen in liebreichster, schmeichelnder Weise wiederholt nach rechts und links, richteten sie empor, legten schließlich ihre Schnabelspitze 4 mm breit über den Schnabelspalt der Jungen und preßten den Schnabel leicht ein wenig auseinander, um ein paar Speisebröckchen mit schlängelnder Zunge hineinzuschieben. Der Speisebrei, welcher anfänglich verfüttert wird, ist dick und zähe wie starker Sirup und dabei doch so wasserhaltig, daß eine besondere Tränkung nicht stattzuhaben braucht. Durch würgende Bewegungen wird immer eine zu drei, seltener zu fünf oder einer Gabe ausreichende Menge von Speisebrei aus dem Kropfe hervorgestoßen, mit der Zunge sorgfältig untersucht, damit kein harter Teil mitverfüttert werde, und dann am Gaumen der Jungen abgesetzt, so daß er, dank seiner Glätte und Schwere, ohne anstrengende Schluckbewegungen der letzteren in deren Schlund hinabsinkt. Ameisenpuppen werden von Zeisigen, vielleicht auch von anderen Körnerfressern, ganz verschluckt und ebenso auch wieder ausgestoßen. Gewahren die Eltern beim Sperren der Jungen, daß von der vorigen Fütterung ein Krümchen auf der Zunge, an den Rachenwänden oder am Gaumen hängen geblieben ist, so wird es behutsam aufgenommen, verschluckt und dann erst weiter gefüttert. Ist der in einen der Schnäbel gelegte Bissen zu groß ausgefallen,