Brehms Tierleben, Band 4: Die Vögel I — Baumvögel
so wird ein Teil zurückgenommen. Brachte ein Zeisigmännchen seiner Gattin einige durch Zufall zusammengebackene Ameisenpuppen, dann nahm diese sie nicht im ganzen an, sondern zupfte sie einzeln ab, um sie nach vorgenommener Prüfung zu verschlucken, vielleicht aus Sorge, daß unter ihnen einige mit mehr oder minder entwickelten Larven sich befinden möchten. Solche wie alle härteren Teile von Kerbtieren überhaupt werden immer ängstlich gemieden, weil die jungen Körnerfresser hornige Bestandteile ebensowenig zu verdauen vermögen wie die Wurmfresser. „Manche Mütter sind so fütterungssüchtig, daß sie ihre Kinder förmlich martern. Ein Zeisigweibchen pickte in dieser Sucht so häufig an dem Schnabelwinkel seines Kindes, daß dort feine Blutstreifen entstanden. Der Kropf eines Nestzeisiges war einmal so überfüllt, daß der Vogel wegen Belästigung den Schnabel längere Zeit nicht zu schließen vermochte, der eines jungen Kanarienvogels so dick aufgetrieben, daß er den Kopf nicht drehen konnte, um die Federn zu bearbeiten. „Reinlichkeit ist zumal für junge Vögel das halbe Leben, und verkleisterte Afterfedern sind ein sicheres Zeichen des Todes. Daher sieht man Eltern und Kinder in gleicher Weise bemüht, dieser ersten Bedingung Genüge zu leisten. Ihre Triebe ergänzen sich gegenseitig, wie man dies besonders während der Brütung und der ersten Lebenstage der Jungen im Neste beobachten kann. Der Mastdarm der Alten wie der Jungen ist bedeutender Erweiterung fähig. Während unter gewöhnlichen Umständen die Entleerungen in sehr kurzen Fristen stattfinden, werden sie im Neste, beispielsweise bei Winterbrütungen, oft sehr verzögert, zuweilen um volle 16 Stunden. Wegen dieser langen Enthaltung erreichen die Kotballen nicht selten die Größe der von ihrer Trägerin gelegten Eier. Junge Vögel entleeren sich nicht, solange sie von ihrer Mutter bedeckt werden. Dauert ihnen dies zu lange, dann geben sie ihre Bedürfnisse durch unruhige Bewegungen nach rückwärts zu erkennen. Augenblicklich erhebt sich die Mutter, und nun eilt auch, ungerufen und ungelockt, der Vater, welcher im kleinen Nistbauer jede Bewegung gehört und gesehen hat, schleunigst herbei. Gemeinschaftlich achtet jetzt das Elternpaar mit gespanntester Aufmerksamkeit, mit niedergebeugtem Kopfe und unverwandten, glänzenden Augen auf die rückgängigen Bewegungen ihrer Kinder. Diese schieben, mit den Nägeln in die Nestwand eingreifend, ihren schwer beladenen, massigen Leib empor, halten, an der höchsten erreichbaren Stelle angelangt, einen Augenblick an, bewegen sich, um den Kotballen zu lösen, einige Male rasch seitlich schlängelnd und treiben den angesammelten Kot hervor, dem Anscheine nach mehrere Millimeter weit über die Afteröffnung hinaus. Die Entfernung erscheint stets etwas größer, als sie wirklich ist, weil die Jungen in demselben Augenblicke, in welchem der letzte verdünnte Teil des Kotballens ausscheidet, bereits wieder in die Mulde hinabrutschen, als ob sie ja nicht mit dem Kote in Berührung kommen wollten. Die kahnförmige Gestalt des dicken Unterleibes macht es den Jungen, auch wenn sie einmal nachlässig sein sollten, ganz unmöglich, die Wand eines naturgemäßen Nestes mit ihrem Hinterteile zu berühren. Zwischen beiden bleibt immer genügender Raum, um den niedergebeugten Eltern die Aufnahme der Auswurfstoffe zu ermöglichen. Bei günstiger Stellung warten die Eltern deren Ausscheiden nicht einmal ab, führen vielmehr die Schnabelspitze in den After ein und ziehen den Kot heraus. Schon in der Kinderschule wurde uns erzählt, daß die alten Vögel letzteren aus den Nestern forttragen; ich war daher nicht wenig erstaunt, als ich bemerken mußte, daß meine Kanarienvögel diesen Glaubenssatz niemals bestätigten. Ja, ich würde noch heute seine Richtigkeit für Stubenvögel geradezu bezweifeln, wäre sie nicht durch letztere auch wiederum mehrfach erhärtet worden, und hätten nicht zwei Sperlingsgäste, der eine in der Stube, der andere auf der äußeren Fensterbank, dasselbe gethan. Beide erregten meine Aufmerksamkeit dadurch, daß sie erbrechende Bewegungen machten und kleine Gegenstände fallen ließen, welche als Kotballen junger Vögel erkennbar — 2 1 — —7 * *
waren. Daß mir das Wegtragen der letzteren ein paar Jahrzehnte hindurch unbekannt geblieben, daran waren meine Vögel, nicht aber ungenügende Beobachtungen schuld. Habe ich doch in denselben Jahren das nachfolgende feinere und deshalb weniger leicht zu beobachtende Verfahren unzählige Male bei meinen sämtlichen Vögeln kennen gelernt. Meine Stubenvögel verschluckten nämlich die Kotballen ihrer Kinder, ja, die Männchen verfolgten die mit der seltsamen Kost belasteten Weibchen, entrissen sie ihnen, flogen zu der bereits wieder zum Nestrande zurückgekehrten Gattin und verfütterten die Auswurfstoffe von neuem. Da nun die Weibchen ihren Jungen gegenüber ebenso verfahren, macht der absonderliche Bissen einen vollständigen Kreislauf. Für mich liefert diese Thatsache einen sicheren Beweis, daß die Kotballen noch unverdaute, brauchbare Nahrungsstoffe enthalten, was auch bei dem schnellen Verlaufe der Verdauung nicht zu verwundern ist. Alles dies ändert sich, wenn die Jungen am 6., 7. oder 9. Lebenstage ihren Unrat auf oder über den Nestrand zu legen vermögen. Solche Auswurfsstoffe rühren die Eltern durchschnittlich nicht mehr an, und die sorgsameren unter ihnen bedecken lieber den Schmutz leicht mit einigen Faserstoffen. Doch habe ich auch in dieser Beziehung Ausnahmen beobachtet. Flügge werdende Zeisige hatten Kot vom Rande aus in das Innere des Nestes fallen lassen. Als die Mutter diesen Übelstand nach einiger Zeit gewahrte, hob sie den bereits verhärteten Unrat auf, um ihn zerbröckelt zu verspeisen. Dasselbe wurde später bei einem Kanarienvogel beobachtet. „Nestlinge entleeren sich, sobald die Mutter sich erhoben hat, gewöhnlich gemeinschaftlich in einer Minute und machen den Eltern deshalb viel zu schaffen. Haben sie einmal ausnahmsweise in Abwesenheit der letzteren ihr Bedürfnis befriedigt, so ist der Schade auch nicht groß. Denn die Kotballen junger Nestlinge sind bekanntlich mit einer gallertartigen Haut überzogen, welche einige Zeit vorhält und erst durch die Einwirkung von Luft und Wärme zerstört wird. Die Eltern finden dadurch bei ihrer Rückkehr noch Gelegenheit, für Reinlichkeit des Nestes zu sorgen. Wie die alten haben auch die jungen Vögel viel von Ungeziefer aller Art zu leiden. Verschiedenartige Milben werden allen kleinen Vogelarten zur schlimmsten Plage. Schon ein Dutzend dieser Schmarotzer reicht hin, um ihnen die nächt—⸗ liche Ruhe zu verkümmern. Hauptsitze der Unholde bilden Kopf und Flügel, wie man am sichersten an dem Zittern und Schütteln dieser Teile beobachtet. Ist die Plage besonders arg, dann knirschen und knistern die gequälten Vögel im Schlafe oder Traume laut mit den Schnäbeln. In einem Brutneste kann die Vermehrung der Milben schreckenerregend werden. Da die Vögel im Bauer nicht so viele und gute Gelegenheit haben, sich durch Baden oder Einsanden von den lästigen Gästen zu befreien, auch wiederholt in einem und demselben Neste brüten, werden sie hier weit mehr belästigt als im Freien. Oft sieht man sie die Brütung unterbrechen, den Schnabel rüttelnd, tief in die Niststoffe einbohren, um auf die abscheulichen Kerbtiere zu jagen. Werden die brütenden Stubenvögel gelegentlich durch künstliche Verdunkelung zu längerem Stillsitzen veranlaßt und die verdunkelnden Vorhänge dann entfernt, so sieht man, wie sie die Eier schnell und heftig auseinander werfen, um den Grund der Mulde, die wärmste und deshalb günstigste Pflanzstätte des Gesindels, zu untersuchen, wie dies bei Nichtverdunkelung der Käfige an jedem Bruttage zu wiederholten Malen zu geschehen pflegt. Sobald die Eltern im Neste sich zurücksetzen oder auf den Nestrand stellen, bücken sie sich tief herab, um den Kessel genau zu besichtigen. Wehe dann der Milbe, welche an der Nestwand lagern oder auf den Eiern umherlaufen sollte. Mehr noch als die Alten werden erklärlicherweise die Jungen und zwar von der ersten Lebensstunde an durch die Schmarotzer geplagt. Da die unmündigen Kleinen sich nicht selbst zu helfen vermögen, bedürfen sie besonderer Obhut ihrer Mütter. Wie oft und gern habe ich, dicht über das Nest gelehnt, den mannigfachen Sorgen und Liebesmühen meiner Vögel zugeschaut und mich durch ihre treuherzigen Enthüllungen belehren lassen. Sobald die Jungen abgetrocknet sind und
ö sich vom beschwerlichen Eintritte in die Welt erholt haben, setzt sich die Mutter zurecht und beginnt zu milben. Sie besichtigt ihre Kinder mit leuchtenden Augen von allen Seiten, bewegt sich mit äußerster Vorsicht, um das verhaßte Wild nicht zu verscheuchen, faßt plötzlich zu, ergreift und verzehrt einen Schmarotzer und lauert von neuem. Die Kleinen scheinen sich während der Ausübung dieser niederen Jagd nicht ganz wohl zu fühlen. Der oft lange währende Anstand entzieht ihnen zu viel Wärme, und deshalb versuchen sie oft mühselig, unter den Leib der Mutter zurückzukriechen. Diese aber rückt dann so lange empor, bis jene nicht mehr zu folgen vermögen und wiederum unter mangelnder Wärme leiden. Gelegentlich mit den Milben werden auch die Haarfedern erfaßt, was man aus den häufigen Zuckungen der Jungen deutlich genug entnehmen kann. Zuweilen dauerte mir die Jagd der Eltern so lange, daß ich, aus Sorge für Erkältung der zarten Jungen, durch Anklopfen an das Gebauer Einhalt gebot. Die sorgsame Mutter begnügt sich nicht bloß mit dem Kopfe ihrer Kleinen, sondern untersucht auch Rücken und Seiten, bückt sich selbst bis auf den Grund des Nestes, um womöglich ebenso den Unterleib zu prüfen. Bei einer solchen Gelegenheit warf einmal eine Zeisigmutter ihr nacktes Kind auf den Rücken und überließ mir die Sorge, es wieder aufzurichten. Um meinen Vögeln die Jagd zu erleichtern, spritzte ich einige Tropfen Insektentinktur ans äußere Nest. Nach wenigen Augenblicken setzten sich die Plagegeister in Bewegung und mit ihnen das Weibchen. Zunächst fing es das auf dem Rande erscheinende Wild; sodann erhob es sich und lehnte sich weit über den Rand hinaus, um die Jagd an der Außenseite fortzusetzen, und erst plötzliche Verfinsterung durch aufsteigende Gewitterwolken geboten seinem Eifer Einhalt. Das Milbengezücht selbst bleibt wegen seiner Kleinheit dem Beobachter meist unsichtbar; gleichwohl sind die Ergebnisse der Jagd deutlich zu erkennen, weil die Verspeisung des kleinen Wildes ungleich auffälligere Schluckbewegungen erfordert als große Bissen, bei denen das Schlucken nur selten bemerkt wird. „Die Entwickelung der Federn junger Nestvögel geht in der ersten Woche ihres Lebens unverhältnismäßig langsamer von statten als in den folgenden. Eine mitwirkende Ursache liegt außer anderem darin, daß die Mutter kleiner Nesthocker von der zweiten Woche an das Nest häufiger und länger verläßt, Luft und Licht beliebig eindringen und den Kleinen zur Bearbeitung der Federn Gelegenheit gegeben wird. Einen ergötzlichen Anblick gewährt der Eifer, mit welchem die unbehilflichen Vögelchen die Köpfe drehen, um bald an den eben hervorsprießenden, kaum faßbaren Kielen, bald an den nackten Stellen, welche letztere eben erst bilden sollen, zu knabbern. Einen überzeugenden Beweis für diese Meinung lieserten die im Winter ausgebrüteten Kanarienvögel. Der niedrigen Wärme wegen wurden sie von ihren Eltern eifriger bedeckt, als es im Sommer zu geschehen pflegt, und die Folge war, daß sich die Leiber gut entwickelt, die Federn hingegen am 11., 12. und 13. Lebenstage noch sehr unvollkommen zeigten; ja ein Junges, welches am 16. Lebenstage das Nest freiwillig verlassen hatte, war so schlecht befiedert, daß es von mir noch mehrere Nächte in den Wattenkasten gebracht werden mußte. Beim Verlassen des Nestes ragen, zumal auf dem Kopfe, noch viele ursprüngliche Haarfedern über die anderen empor. Die meisten mögen sich unter die Deckfedern legen; andere werden höchst wahrscheinlich von den Eltern ausgerupft: wenigstens bemerkt man, daß letztere ihre auf den Sprossen sitzenden Kinder eine Zeitlang unbeweglich betrachten, plötzlich zupicken und die Kleinen durch zuckende Bewegungen verraten, daß ihnen wehe gethan wurde. Junge Kanarienvögel haben die Gewohnheit, im Herbste einander die Rückenfedern bis zur Nacktheit blutrünstig auszureißen; dies aber hört auf, sobald Nachwuchs der Federn eingetreten ist. Die Anlegung des Alters- oder zweiten Jugendkleides beansprucht verschieden lange Zeit, meist aber einige Monate.“ Die vorstehend wiedergegebenen unübertrefflichen Beobachtungen sollen, wie ich ausdrücklich hervorheben will, nur für Zeisige, Kanarienvögel und Gimpel Gültigkeit haben; es
läßt sich jedoch wohl annehmen, daß sie sich bis zu einem gewissen Grade verallgemeinern lassen. Wenn nicht genau in der gleichen, so doch in ähnlicher Weise verfahren sicherlich auch die übrigen kleinen Nesthocker. Bei größeren Arten ändern sich die Verhältnisse mehr oder weniger. Die zarten Jungen werden allerdings ebenfalls so lange bedeckt, als dies unbedingt nötig erscheint; ihre eigene Wärme ist jedoch bedeutend größer als die der kleineren Arten, und viele von ihnen schützt außerdem ein wolliges Daunenkleid, welches sie, beispielsweise die Raubvögel, aus dem Eie mit auf die Welt bringen. Mehrere Höhlenbrüter sind infolge ihrer ungeeigneten Schnäbel nicht im stande, den Kot ihrer Jungen zu entfernen, und dieser sammelt sich dann derart in der Nisthöhlung an, daß letztere zu einer wahren Pestgrube wird; gleichwohl gedeihen die Jungen nicht minder gut wie die sorgsam gepflegten der beschriebenen Arten. Andere, wie die Raubvögel z. B., bedürfen in dieser Beziehung der elterlichen Fürsorge nicht, sondern erheben sich einfach über den Rand des Nestes und spritzen ihren flüssigen und kreidigen Kot weit von sich, wodurch freilich der Horstrand und dessen Umgebung in widerwärtiger Weise beschmutzt werden. Dem Unrate gesellen sich bei Raubvögeln und Fischfressern, beispielsweise Reihern und Scharben, noch allerlei Überreste der herbeigetragenen Beute, welche verfaulend unerträglichen Gestank verursachen, so daß die Niststätte besagter Vögel, insbesondere die der stolzesten unter ihnen, aufs äußerste verunziert wird. Unverhältnismäßig geringer sind die Elternsorgen der Nestflüchter, welche in Beziehung auf Frühreife mit den Wiederkäuern unter den Säugetieren ungefähr auf gleicher Stufe stehen. Unmittelbar nachdem die durch sorgsame Bebrütung gezeitigten Jungen das Ei verlassen haben, ihr dichtes Daunenkleid durch die Wärme der brütenden Mutter abgetrocknet ist, entfernen sie sich mit den Eltern aus dem Neste und sind von nun an mehr oder weniger befähigt, den Alten zu folgen. Unter deren Führung durchstreichen nunmehr die landlebenden Arten Feld und Flur, die schwimmfähigen ziehen mit ihnen wenigstens großenteils auf das Wasser hinaus. Ohne Hilfe sind jedoch weder die einen noch die anderen im staͤnde, selbständig ihre Wege durchs Leben zu wandeln; auch sie beanspruchen im Gegenteile noch geraume, oft lange Zeit, bevor sie der mütterlichen Obhut entbehren können. Vater und Mutter, wenigstens die letztere, führt und leitet, vereinigt, wärmt und schützt sie gegen mancherlei Gefahren, welche ihnen drohen. Wie uns jedes Haushuhn vorführt, sorgt die Mutter nicht allein durch Aufscharren passender Nahrung für ihre Bedürfnisse, sondern spendet ihnen auch, wenn es ihr nötig erscheint, mit rührender Hingabe die Wärme ihrer eigenen Brust. Jede die Sonne verhüllende Wolke verursacht ihr Sorge; ein aufsteigendes Gewitter versetzt sie in wahre Todesangst. Mit ihrem eigenen Leibe deckt sie bei fallendem Hagel ihre Brut, und ob auch die herabstürzenden Schloßen sie selbst vernichten sollten; sorglich wählt sie diejenigen Stellen aus, welche die meiste Nahrung versprechen, und auf weit und breit durchstreift sie mit der hungrigen Kinderschar das Brutgebiet, fortwährend bedacht, drohendem Mangel vorzubeugen. So wie unser Haushuhn verfahren alle übrigen Hühnervögel, so die meisten Erdvögel, nicht anders auch die Schwimmpögel, welche zu den Nestflüchtern zählen. Treulich beteiligt sich der Schwan, der Gänserich an der Sorge um die Jungen; willig nimmt die Entenmutter diese allein auf sich. Sind die Kleinen ermüdet, so bietet sie ihren durch Lüpfung der Flügel etwas verbreiterten Rücken zum bequemen Ruhesitze. Droht jungen Steißfüßen Gefahr, so nehmen die Eltern sie unter ihre Flügel, tauchen mit ihnen hinab in die sichere Tiefe, erheben sich sogar mit den zwischen ihren Federn haftenden Küchlein in die Luft und entziehen sie so wenigstens oft den Nachstellungen der Feinde. Diesen gegenüber bethätigen alle Vögel eine Hingabe, welche sie die Bedrohung des eigenen Lebens vollständig vergessen läßt, ihr ganzes Wesen verändert und Mut auch in die Seelen der furchtsamsten unter ihnen legt oder sie erfinderisch erscheinen läßt in